Der Fahrradkurztouren-Thread

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  • Ampelhasser
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    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    Tag 5 – 66KM – 1510 HM / Lysá hora - Rycerka Górna

    Der Tag empfängt mich mit strahlenden Sonnenschein, als ich vor die Tür unserer Unterkunft trete. Das verspricht ein schöner Tag zu werden. Ich nutze die Zeit, jetzt wo noch nichts auf dem Berg los ist, für ein paar Fotos.







    Auf der Fensterbank in unserem Zimmer breiten wir unsere noch klammen Klamotten aus, um sie wenigstens noch etwas trocken zu bekommen.



    Das Frühstück wird mittels Google Übersetzer zusammengestellt und sieht sehr gut aus. Um 0800 Uhr stehen schon die ersten Trailläufer am Tresen und lassen es sich gut gehen. Die meisten sind 55plus, sehen aber aus wie Ende vierzig und bestellen einen halben Liter Bier und einen Schnaps. Ich bin kurz am überlegen, ob diese Wunderkombi auch bei mir hilft; dann entscheide ich mich aber doch für einen türkischen Kaffee.

    Als wir gegen 0930 starten herrscht auf dem Berg schon Hochbetrieb. Für die Abfahrt lassen wir die Straße links liegen und begeben uns auf die felsigen Wanderwege, die mittlerweile abgetrocknet sind.





    Wir müssen ein Stück des Hinweges fahren und fast nichts erinnert mehr an die Sturzbäche, die uns gestern entgegen gekommen sind.

    Das dichte Blätterdach des Waldes bietet eine schöne Abkühlung, denn schon am Vormittag treibt die Sonne die Temperatur in die Höhe. Es könnte alles so schön sein, wäre da nicht das ständige Knarren und Krächzen, dass durch den Wald dröhnt. Die Kurbel von meinem Kumpel macht schon seit Tagen komische Geräusche, aber jetzt hört es sich nicht mehr gesund an. Beim 2. Frühstück wollen wir dem Übel auf den Grund gehen. Als die Kurbel aus dem Rahmen gezogen wird, kommen uns schon die zerbröselten Kugeln des rechten Lagers entgegen. Betretendes Schweigen in der Runde.



    Was würde McGyver jetzt gemacht? Wir rufen in Deutschland an und bitten einem Kumpel via Google nach einen Radhändler in der Nähe zu suchen. Während wir auf den Rückruf warten, geht es an die Notreparatur des Lagers. Wir schneiden uns ein Stück Draht aus einem Zaun und biegen daraus einen Ring, der in die Nut des Lagers passt. Dadurch können wir das Spiel der Achse etwas verringern. Damit das Ganze dann auch gut flutscht, besorgen wir uns aus einer Gaststätte ein großes Stück Butter und schmieren alles gut ein.





    Sitzt, passt, wackelt und hat Luft! MyGyver wäre stolz auf uns. Mittlerweile haben wir aus Deutschland die Info über die Radhändler bekommen. In der nächst größeren Stadt gibt es Zwei. Wir müssen unseren ursprünglichen Tourenplan umstellen und suchen uns eine schöne Abfahrt aus. Nachdem wir ins Tal geknallt sind, startet der ESK D-Zug auf der Straße. Mit konstant 30plus km/h geht es Richtung Cadca. Beim ersten Radladen werden keine Reparaturen ausgeführt und man schickt uns zum zweiten Laden. Dort angekommen, reicht ein Blick auf die draußen ausgestellten Schrotträder, um die Laune auf den Tiefpunkt sinken zu lassen.



    Der Laden hat nie und nimmer BB30 Innenlager für eine XT Kurbel. Mein Kumpel sieht sich und sein defektes Rad schon im Zug Richtung Heimat. Mit Händen und Füßen versuchen wir dem Mechaniker das Problem mit der Kurbel zu erklären. Unser Gefühl, dass das hier nichts wird, verstärkt sich von Sekunde zu Sekunde. Es folgt ein Telefonat und danach verschwindet der Mechaniker endlos lange Minuten in seiner Werkstatt. Ich warte draußen und sehe meinen Kumpel mit einem breiten Grinsen und erhobenen Daumen in der Tür. Die Werkstatt ist das reinste Chaos, aber aus irgendeiner Tüte hat der Mechaniker tatsächlich ein passendes Lager gezaubert. Nach 30 Minuten dreht sich die Kurbel wieder und alle sind erleichtert. Jetzt muss erstmal gefeiert werden. Wir suchen uns eine schöne Gaststätte im Stadtkern und lassen es uns gut gehen. Der Zeitplan ist sowieso schon über den Haufen geworfen, da kommt es auf diese Stunde auch nicht mehr an. Nach dem Kartenstudium steht Plan B und wir rollen stadtauswärts. Nach einem kurzen Stück Schnellstraße biegen wir auf eine kleine Teerstraße ab, die dann in einen Feldweg übergeht.





    Puh, jetzt geht es in die Vollen. Bei sengender Hitze kurbeln wir uns den Weg hoch. Oben angekommen rollen wir kurz bergab, um uns dann am nächsten Anstieg wieder abzukämpfen. Das geht nach noch ein paar Mal so weiter. Besonders fies ist, dass es immer, wenn es auf die Kuppe geht, der Belag aus losem Geröll besteht, was einem die letzten Körner kostet. Endlich oben auf dem Bergkamm angekommen, warten wieder die typischen steilen Rampen auf uns.



    Nachdem wir am Vormittag in Tschechien gestartet sind, haben wir mittlerweile die Slowakei durchfahren und befinden uns jetzt auf dem Grenzpfad in Polen. Der Weg wird schmaler und schlammiger. Meine Reifen quittieren ihren Dienst und so haut es mich bei einer Abfahrt in die Botanik. Zum Glück ist der Boden aufgeweicht und ich falle weich. Noch wenige KM bis zu unserer Unterkunft. Die Baude wirkt total urig und gemütlich. Luxus darf man hier nicht erwarten, aber dafür gibt es saubere Betten und eine Küche, die alles bisher Erlebte in den Schatten stellt.

    Wir sind in Polen und da gehört Vodka, auch wenn er aus Finnland kommt, auf den Tisch.



    Ciao
    Ampel

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  • Ampelhasser
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    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    Davon abgesehen sieht das nach einem längeren Bericht aus. Schon mal daran gedacht, das hier bei den Reiseberichten reinzustellen? Da würde es auch nicht untergehen.
    Danke für den Hinweise, aber ich lasse es lieber hier.

    Ciao

    Ampel

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  • Ampelhasser
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    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    Tag 4 – 59KM – 2010 HM / Valašská Bystřice (Hotel Vsacký Cáb) - Lysá hora

    Die ganze Nacht trommelt der Regen gegen die Fenster. Nicht schön, aber eine willkommene Abwechslung zum monotonem Schnarchen meiner Zimmergenossen. Gegen 0730 geht der Weckalarm an und ich bin bereit für neue Abenteuer. Kein Vergleich zum Vortag. Ich fühle mich super und freue mich, trotz der miesen Wetteraussichten, auf den Tag. Die Wolken hängen wie festgenagelt über unserer Unterkunft und es schüttet ununterbrochen. Da kommt das ausgiebige Frühstück wie gerufen. Während wir unsere Sachen packen, ziehen die Regenwolken weiter und es bleiben nur noch riesige Pfützen auf dem Weg übrig.

    Gegen 1030 machen wir uns dann auf den Weg in die Beskiden. Der Regen hat kaum Abkühlung gebracht und es ist sehr schwül. Unser Weg geht von einem breiten Forstweg langsam in einen schönen Trail über. Das kleine Kind in uns kommt wieder durch und wir knallen mit einem breiten Grinsen durch die Pfützen. Die Wassertropfen von den Büschen und Ästen, die wir immer wieder streifen, sind eine willkommene Abkühlung. Es kommen ein paar steilen Rampen, die mit Wurzeln und losem Geröll überzogen sind. Mit dem Rad kann man super klettern. Der lange Radstand, die dicken Reifen und die Übersetzung lassen selbst derbste Steigungen ihren Schrecken verlieren. Hier bin nur ich der limitierende Faktor. Nachdem wir uns so richtig eingesaut haben, machen wir eine kurze Pause fürs 2. Frühstück. Auf dem Spielplatz neben dem Rastplatz nehmen sich die Kinder, zum Leid ihrer Eltern, ein Beispiel an uns und hüpfen auch durch jede Pfütze.



    Bevor der Schlamm und Sand ganz trocknet, machen wir uns wieder auf den Weg und überlassen den Eltern ihrem Schicksal





    Wir rollen auf dem Bergkamm in 800 – 900m Höhe unserem Ziel entgegen. Ein ständiges Auf und Ab.



    Damit es zum Ende auch richtig weh tut, geht es noch mal ins Tal in den kleinen Ort Bílá hinab. Hier gibt es neben einer sehr schönen Schrotholzkirche übrigens auch einen Bikepark, der aber wie ausgestorben wirkt. So richtig haben wir aber kein Auge dafür, da wir mächtig Kohldampf schieben. Am Ortsausgang machen wir es uns vor einer kleinen Pizzeria gemütlich. Die versifften Klamotten werden zum Trocknen quer im Biergarten verteilt. Der kleine dicke Chef freut sich mächtig. So verlassen wie der Ort aussieht sind wir die ersten Gäste seit Tagen. Pivo und Kofola werden geordert. Mittlerweile bin ich süchtig nach diesem Kofola Zeug.



    Das ist eine tschechische Version der Coca Cola, aber sehr viel leckerer. Wir stöbern durch die Karte und der Wirt versucht schon mal seine kettenrauchende Frau vom Sofa in die Küche zu bewegen. Kurz nach unserer Bestellung trudeln schon die ersten Essen ein und was soll man sagen – knusprige Pommes kann sie! Der Wirt fragt nach unserem Ziel. Lysá hora, sagt mein Kumpel! Der Wirt schüttelt den Kopf und verdreht die Augen. Dann zeigt er mit seinen Arm steil in den Himmel, fängt an zu lachen und geht ins Haus. Er sagt etwas zu seiner Frau und nach ein paar Sekunden stimmt seine Frau mit ins Lachen ein. Wir schauen uns gegenseitig etwas unsicher an und rollen betreten los.

    Ein Stück die Straße runter biegen wir auf einen Radweg ab. Hier geht es jetzt ganz langsam wieder bergauf. Irgendwann biegen wir ins Gelände ab. Der Untergrund besteht aus klebrigem Lehmboden und losem Geröll. Hier ist auch wieder ein Hotspot für diverse Pfadfinderlager. Die Betreuer blicken schon unruhig gen Himmel, denn da zieht ein Unwetter auf. Es fängt an zu Grollen und immer wieder schallt Donner durch das Tal. Wir werfen noch einen Blick auf die Karte und das Navi. Von jetzt an gibt es nur noch eine Richtung – HOCH. Das Tröpfeln entwickelt sich zu einem Wolkenbruch. Wir fahren durch Hohlwege und dort kommen uns mittlerweile Sturzbäche entgegen. Ich bin komplett durchgeweicht. Meine Klamotten kleben auf der Haut und ergeben zusammen mit dem aufgewirbelten Schlamm ein unangenehmes Peeling. Aus den Überschuhen läuft es schon wieder oben raus. Der Hohlweg ist irgendwann zu Ende und wir kommen auf die geteerte Zufahrtsstraße zu unserer Unterkunft. Die Freude über den guten Untergrund und die Tatsache, dass der Regen jetzt aufgehört hat, währt aber nur kurz. Unsere Unterkunft liegt auf 1.300 Meter, was bedeutet, dass jetzt noch 500HM am Stück auf mich warten. Nach den ersten Höhenmetern macht die schöne Aussicht, die Anstrengung erträglich. Obwohl es aufgehört hat zu regnen kommen mir immer noch wahre Sturzbäche auf der Straße entgegen. Ich fahre bergauf und schiebe mit meinen breiten Reifen eine Bugwelle vor mir her – verrückt! Auf halber Strecke kommen wir zwei Rennradschwucken entgegen. Die Jungs mit ihren Carbonlaufrädern sehen nicht gerade glücklich aus und das Kreischen der Bremsbeläge auf den Carbonbremsflanken höre ich noch in weiter Ferne. Im Gegensatz zum brandenburgischen Gegenwind ist so ein Anstieg ja irgendwann mal vorbei. Auf 1300 Metern empfängt mich Sonnenschein und so sind schnell alle Mühen vergessen. Unsere Unterkunft ist top. Die Baude war wohl erst vor ein paar Jahren, nachdem sie abgebrannt war, wieder aufgebaut worden.



    Nachdem wir unsere Sachen ausgepackt und gewaschen haben, ist jedoch nichts mehr vom neuen Glanz in den Zimmern zu sehen und es steht, jedenfalls für die von uns bewohnten Zimmer 12, 13 und 15 eine Komplettsanierung an



    Bei leckeren tschechischen Spezialitäten lassen wir den Abend ausklingen und auf der großen Außenterrasse suchen wir schon das Ziel für morgen.







    Danke für eure Aufmerksamkeit!

    Ampel

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  • Ampelhasser
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    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    Tag 3 – 59KM – 1900 HM / Odry - Valašská Bystřice (Hotel Vsacký Cáb)


    Die einzigen Menschen, die sich Morgens über einen schönen Schädel freuen, sind Archäologen*

    Der vorherige Abend rächte sich fürchterlich. Der neue Tag begann blöd und wurde nicht besser. Da lief gar nix, außer der Nase. Daher gibt auch nichts zu berichten.





    *Clausthaler Werbeslogan

    Ampel

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  • Werner Hohn
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    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    Nicht nur ich warte auf den nächsten Tag . Kater? Kotzen? Kreislauf? Oder waren nur die rasselnden Ketten unerträglich?

    Davon abgesehen sieht das nach einem längeren Bericht aus. Schon mal daran gedacht, das hier bei den Reiseberichten reinzustellen? Da würde es auch nicht untergehen.

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  • Ampelhasser
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    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    Tag 2 – 95KM – 1000 HM / Horská Chata Barborka – Odry

    Was soll man von einem Tag erwarten, der damit anfängt, dass das Toilettenpapier alle ist!? Naja, er kann nur besser werden. Das Frühstück war, wie nach dem Abendessen schon zu erwarten, ein schlechter Witz. Schwitzende Wurst- und Käsescheiben, die wohl schon etwas länger auf uns warteten, ließen uns schnell das Weite suchen. Die ganze Nacht über hatte ich mir Gedanken gemacht, wie ich den Gepäcktransport optimieren konnte, da die labbrige Lenkertasche im Gelände ständig nervte. Zum Glück hatte ich einen kleinen Notrucksack und vier Spanngurt eingepackt. Alle leichten Klamotten wanderten in den Rucksack. Die schweren Teile wurde in die Lenkertasche verfrachtet und die Größe der Tasche um 1/4 verkürzt d.h. eine Seite wurde aufgerollt. Nun konnte ich die eigentlich für den Lenker gedachten Befestigungspunkte an der Sattelstütze und dem Sattel nutzen. Dann wurde alles noch mal mit den Spanngurten verzurrt und fertig war die Arschrakete. Die kleine Zusatztasche blieb am Lenker und leistet dort gute Dienste. Das war dann auch das Setting für den Rest der Tour.



    Heute stand eine relativ flache, aber dafür etwas längere Etappe auf dem Plan. Zunächst ging es ein paar Höhenmeter runter, bevor wir den Einstieg in den nächsten steil ansteigenden Wanderweg fanden. Wieder oben angekommen erwartete uns Sonnenschein und eine dünn bewaldete Wiesenlandschaft





    Von dem nächsten Streckenabschnitt gibt es keine Fotos, da weder mein Adrenalinspiegel, noch meine kraftlosen Finger eine Bedienung der Fotokamera zugelassen haben. Es folgte eine mit großen Geröll Stücken und Stufen verblockte Abfahrt, die später in einen mit Furchen, Ästen und Steinen verminten Hohlweg überging. Das war die große Stunde der großen Reifen! Wo ich als Fahrtechnik Lusche sonst, meist vergeblich, nach meiner Ideallinie suchen musste, konnte ich es (fast immer) einfach rollen lassen. Man könnte fast sagen, dass die Fuhre eine neue Ideallinie in den Untergrund trieb;) Wenn es dann allzu heftig wurde, kam auch die Lauf an ihre Grenzen. Das äußerte sich mit einem gewaltigen Krachen, wenn nämlich der Federwegbegrenzer anschlägt. Beim ersten Mal dachte ich, dass es die Blattfedern zerlegt hat, aber nix.

    Nach diesem Adrenalinkick ging es dann eher gemächlich und flach weiter. Nach KM 50 kamen uns dann immer wieder Mtb Fahrer mit Startnummer und voller Bikepacking Ausstattung entgegen. Wie sich später herausstellte, waren es Teilnehmer der 1000miles.cz. Das ist ein self-supported Rennen von der ukrainischen Grenze im Osten der Slowakei bis an die tschechisch-deutsche Grenze. Hört sich nach einer lustigen Veranstaltung an und wurde mal auf die To-do Liste gesetzt.

    Das schöne Wetter machte Lust auf eine Rast und so kam der Biergarten mit den grünen HOLBA Sonnenschirmen gerade richtig. Das HOLBA Bier ist wirklich super und den Rest der Tour hieß es immer wieder HOLBA, HOLBA in Anspielung auf Scooters Hyper, Hyper. Das war dann das Signal für ein kühles Blondes.



    Der Inhaber des Biergartens sprach sehr gut Englisch und sah uns vermutlich unseren Durst an. Jedenfalls versuchte er bis zuletzt uns mit Angeboten wie der Übertragung der Tour de France Etappe auf seinem Beamer und vergünstigtem Bier für Übernachtungsgäste zum Bleiben zu bewegen. Letztendlich siegte aber die Vernunft und die Angst, die verlorenen KM und Höhenmeter am nächsten Tag aufholen zu müssen. So machten wir uns also nach einer Ewigkeit wieder auf den Weg. Die Landschaft war jetzt geprägt von Feldern und flachen Passagen durch Wälder.



    Überall entlang unserer Strecke standen Zeltlager und kleine Pfadfinder liefen umher. Kein Wunder, dass die Tschechen ein so naturverbundenes Völkchen sind, wenn man die Kinder schon so an die Natur heranführt - einfach Klasse. Unser Ziel, das kleine Städtchen Odry erreichten wir ohne weitere Probleme. Nach einigem Herumirren fanden wir auch unsere Unterkunft, eine kleine Pension mit Gaststätte am Ortsrand. Als wir ankamen war alles verschlossen und auch sonst wirkte alles ziemlich verlassen. Nach dem Reinfall vom Vortag befürchteten wir schon das Schlimmste. Zum Glück erreichten wir den Chef telefonisch und alles sollte gut, was sage ich, wunderbar werden. Nach 10 Minuten wurde aufgeschlossen und wir konnten unsere Sachen auf unsere Zimmer bringen. In der Zwischenzeit zapfte der Chef für uns ein paar Bier. Dann kam noch seine Frau vorbei und plötzlich herrschte nicht nur hinter dem Tresen, sondern auch in der Küche geschäftiges Treiben. Wir machten es uns mittlerweile draußen auf den Bänken gemütlich. Das Essen war eine Wucht und bildete eine solide Grundlage für den weiteren Abend. Schon in der ersten Klasse hatten unsere Lehrer beim Sportunterricht gesagt, man soll vor, beim und nach dem Sport viel trinken. Besonders das „nach“ haben wir uns gemerkt und so wurde immer wieder eine Runde Bier und Becherovka geordert.



    Es war ein herrlicher lauer feuchtfröhlicher Sommerabend, der sich aber am nächsten Tag bei mir böse rächen sollte.

    Danke für eure Aufmerksamkeit!

    Ampel

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  • Ampelhasser
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    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    Moin,

    ich war letzte Woche mit ein paar Kumpels in Tschechien und der Slowakei unterwegs.


    Tag 1 – 23KM – 1200 HM / Loučná nad Desnou - Horská Chata Barborka


    Der Wecker klingelt um 0450 und eine kurze Nacht geht zu Ende. Ich habe unruhig geschlafen. Ist es die Vorfreude oder Aufgeregtheit – wahrscheinlich beides. Vor mir liegen 8 Tage Transost. Es geht vom Altvatergebirge in Richtung Hohe Tatra.

    Im Flur steht schon mein für die Bahnfahrt verpacktes Rad und das Gepäck bereit.



    Nach der Morgentoilette und einem schnellen Frühstück schnappe ich mir meine Sachen und mache mich auf dem Weg zum Bahnhof. Am Hauptbahnhof treffe ich auf meine anderen vier Kumpels, die noch schnell am Bahnsteig ihre Räder in Bettlaken verstauen – Die Verpackungskünstler Christo und Jeanne-Claude wären stolz auf uns. Der IC fährt pünktlich ein und das Chaos nimmt damit seinen Lauf. Wir wuchten unsere verpackten Räder samt Gepäck durch die engen Gänge und sind mit dieser Aktion gleich mal bei der Schaffnerin, die anscheinend einen wirklich miesen Morgen gehabt haben muss, unten durch. Sie scheucht uns durch die Abteile; bevor sie anscheinend irgendwann ein Einsehen hat und uns in einer Ecke die Räder abstellen lässt. Dem Pärchen mit den Tourenrädern geht es nicht so gut. Im Hauptbahnhof zugestiegen, werden sie beim nächsten Halt „Südkreuz“ von der Bundespolizei aus dem Zug geholt. In Dresden steigt ein Kumpel zu und unsere Gruppe ist komplett. Nach einer gefühlten Ewigkeit kommen wir in Prag an und es geht mit der tschechischen Bahn weiter. Hier weht gleich ein anderer Wind. Wir haben zwei Sechser Abteile – eines für die Räder; eines für uns.



    Alles urgemütlich und so ganz anders als in Deutschland. Kaum ist der Zug losgefahren reicht man uns eine kostenlose Flasche Wasser und die Speise- und Getränkekarte. Die Preise (z.B. ein Stück Kuchen 0,40 EUR) machen das Bestellen zu einer reinen Freude und so lassen wir uns gut gehen.



    Wir müssen noch einmal umsteigen und sehen schon die aus Richtung unseres Ziels kommenden Regenwolken. Gegen 1530 Uhr kommen wir dann endlich an unserem Startpunkt in Loučná nad Desnou an. Der erste Regen ist schon durch und wir beginnen auf dem Bahnsteig unsere Räder zusammen zu bauen. Als ich fertig bin, fällt mir diese kleine Feder im Bettlaken auf. Na toll, es ist die Feder, die an der Bremshebel Halterwelle verbaut ist. Das kleine Gegenstück an der Welle hat sich anscheinend gleich in die unendlichen Weiten des Bahngleises verabschiedet. Wie fast immer im Leben, hilft auch hier ein Kabelbinder das Problem zu beheben. Ich habe mich beim Gepäcktransport für eine Ortlieb Lenkertasche (Klamotten, Kulturtasche usw.), die entsprechend kleine Zusatztasche (Handy, Geldbörse, Kamera usw.), eine Oberrohrtasche (Riegel und Ersatzschlauch) und eine Satteltasche (Minitool und Ersatzteile) entschieden. Schnell ist alles verzurrt und schon rollen wir los. Nach einem Stück Teerstraße und geht es dann bergan auf einem mit Pfützen übersäten Fahrweg in den Wald. Irgendwann kommen wir zum Einstieg in einen Bikepark und hier beginnt mein Dilemma. Der feuchte Lehmboden ist gar nichts für meine WTB Ranger Reifen. Wie auf Seife rutsche ich die Abfahrt herunter, während meine Kumpels es schon auf der Strecke krachen lassen. Wenn ich es dann mal rollen lassen kann, streift der Reifen beim Einfedern an der Lenkertaschen. Da ich kein Loch in der Tasche riskieren möchte, zurre ich noch mal alles fest, aber das bringt auch nur kurz etwas, da sich die Tasche bzw. die Abstandstücke am Steuerrohr einfach nicht richtig befestigen lassen und hin und her rutschen. Zu allem Übel fängt es noch mal richtig an zu schiffen und meine Laune ist schon nach kurzer Zeit auf dem Tiefpunkt. Ich schlittere ins Tal und warte schon auf die schlauen Sprüche meiner Kollegen. Im Tal hat der Regen aufgehört uns so steigt meine Laune auch gleich wieder. Am Ende der Ortsdurchfahrtsstraße biegen wir wieder ins Gelände ab. Wir befinden uns auf ca. 500Meter und müssen auf den nächsten 15 KM bis auf ca. 1300Meter hoch.





    Es geht über gut ausgebaute Wanderwege, schmale Trails, Geröllpassagen und Holzbohlenstege durch eine sehr abwechslungsreiche Landschaft. Teilweise sind die Anstiege nicht fahrbar, so dass die Räder geschoben und getragen werden müssen. Mit den Mtb Schuhen ist das auf dem nassen Boden, glitschigen Steinen und Baumwurzel wie ein Tanz auf Eiern. Uns kommen auf einer Tragepasse einige Trailläufer mit einem Affenzahn entgegen und mir steht nur der Mund offen, vor so viel Koordinationssinn.





    Die letzten KM geht es wieder bergab zu unser ersten Unterkunft, der Horská Chata Barborka. Im Gegensatz zu anderen Unterkünften, die wir in Tschechien kennengelernt haben, läuft hier alles ziemlich lieblos über die Bühne. Die Zimmer und das Bad auf dem Flur sind okay, aber der Service und das Essen sind absolut mies. Zum Glück gibt es genug vom Allheilmittel – Pilsener Urquell. So wird der Abend und die Nacht doch noch erträglich und wir freuen uns auf die nächste Etappe.

    Danke für eure Aufmerksamkeit!

    Die weiteren Teile folgen in Kürze.

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  • Werner Hohn
    antwortet
    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    Ein Runde um den Millstätter See (Kärnten) vor gut 2 Wochen.

    Start ist bei Döbriach am Ostufer. Direkt zum Beginn eine Warnung. Das Publikum fährt eher selten Rad, dafür mehr E-Bike. Letztere haben wir trotzdem nur selten gesehen. An den Anstiegen wurde fleißig geschoben.

    Am Südufer entlang. Alles wassergebunden oder feiner Schotter. Beinahe alles Wald. Mich reißt es nicht grad aus dem Sattel.

    Eine der wenigen Aussichten am Südufer.

    Noch keine Stunde unterwegs und schon die erste Pause. Weitere sollten folgen. Auf dem Weg zum seniorengerechten Genussradeln?

    Blick zum Nordufer.

    Der Radweg am Nordufer. Durchgehend Asphalt und Verkehr. Fährt sich wie mit dem Bobby Car auf Parkett.

    Millstatt voraus.

    Blick nach Westen.

    Fazit: 28 km, 280 hm, 3 Pausen, Kaffeevergiftung.

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  • lina
    antwortet
    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    Radeln durch die relative Stadtnähe von Hannover, ausgehend vom Landkreis, hauptsächlich zwischen Feldern (so langsam kann man über den Mais nicht mehr rübergucken)



    dann bin ich einem Radelpärchen mit russischem Akzent hinterher gegondelt, die sich in der Gegend offensichtlich auskannten (aber das Navi war derselben Meinung)



    Schon fast in der Stadt, aber noch immer sehr viel Grün und Pferdekoppeln bei Berenbostel (das ist sowieso ein Ort mit vielen unvermuteten Überraschungen wie See, Kneipp-Anlage, Biergarten, etc.)





    In der Nähe des Mittellandkanals dann eine überraschende Ansammlung von Nadelbäumen – einen solchen Anblick kenne ich eigentlich eher aus Dänemarks Norden (da wäre jetzt aber das Meer nicht mehr weit)



    Das Navi wollte mich dann direkt durch das VW-Betriebsgelände schicken, es gab aber dann doch Drumherum-Wege die im Anschluss gefühlt kilometerweit durch eine Schrebergartenanlage führte



    Schließlich aus der Stadt wieder heraus in Richtung Landkreis, immer in Leinebögen-Nähe. Es gibt hier überraschend viele Radwege, die man, wenn man per Auto auf der Bundesstraße unterwegs ist, dort gar nicht vermutet



    Überall gab es Grilldüfte und fröhliche Stimmen am Wasser



    Weiter ging’s, unter Tintenfisch-Wolken weg



    ein Stück auf der langen Gegenwindstrecke (auch Leine-Heide-Radweg, diesmal in vorgesehener Richtung). Ein bisschen Öl sorgte für ein Ende des Knarzens aus der Kurbel



    ... der Leine-Heide-Radweg ist hier in der Gegenrichtung irgendwie besser

    und dann wieder zwischen Wiesen, Feldern und Tannenbaumplantagen weiter in Richtung Norden, wo am Nachmittag ein Mensch mitten im Kornfeld stand und zwischen den Testsorten "LG Alpa" und "Bosporus" vergleichsweise Körner von den Ähren knibbelte



    Und alles in Allem waren das 65 Kilometer durch vorwiegend grüne Landschaft :-)
    Zuletzt geändert von lina; 16.07.2017, 18:33.

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  • recurveman
    antwortet
    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    Für Touren mit Straße, Schotter, Sand etc. mit dem Gravelroad-Bike verwende ich den Conti RaceKing Protection 2,2", Tubeless aufgebaut.
    In über 2 Jahren hatte ich noch keinen Platten oder andere Defekte, lediglich Milch wird alle 6 Monate nachgefüllt.
    Der Rollwiderstand auch auf Asphalt ist sehr ordentlich, lediglich in schnellen Kurven wünsche ich mir eher einen Slick.
    Von mir auf jeden Fall eine klare Empfehlung!

    Den Conti XKing habe ich im Sommer auf dem CC-Bike (auch Tubeless), für den Gravelroad Einsatz finde ich ihn nicht so geeignet, da rollt er mir doch zu schlecht.

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  • lina
    antwortet
    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    Hmmm, mit den Reifen muss ich mich bei Gelegenheit mal näher beschäftigen, Danke

    *

    Hier gab’s eine kleine Abendradelrunde, die Sturmböen waren endlich weniger geworden. Warum kommen einem unbekannte Strecken eigentlich immer länger vor als bekannte, auch wenn es ungefähr die selbe Kilometerzahl ist? Wie auch immer – schön war’s













    Leider hatte ich nur die Kleinknipse mit, hier wäre etwas mehr Reserve wirklich besser gewesen

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  • HaegarHH
    antwortet
    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    Ich sehe das jetzt erst …


    Zitat von lina Beitrag anzeigen
    Ich finde die Reifen aber viel spannender Wie machen sich die Conti Mountain King denn auf Straßenbelag? So ganz reiseradtauglich sind sie wahrscheinlich nicht, oder? Und kommt man damit tatsächlich gut durch tiefen Zuckersand?
    Ich fahre auf dem Nicolai ja die Conti XKing als 29er 2.4er - nach dem Reifenschaden von vorletzter Woche - mittlerweile vorne und hinten in ProTection, hinten gerade im zweiten Versuch tubeless, vorne noch mit Schlauch. Bei der Übernahme des Gebrauchtrades war es hinten auch tubeless und wohl mit einer der Gründe warum es im 2. Anlauf dann doch ein Nicolai Argon geworden ist.

    Erst gestern wieder 2/3 der 50km getestet, der XKing macht sich ausgesprochen gut im Sand, also die typischen "Wege" hier in der Heide und wenn es einer wissen will, da gibt es ein paar Pisten bei Amelinghausen die haben feinste Sandqualität in ausreichender Tiefe. So lange ich die Kraft habe, komme ich da noch halbwegs gut durch, kommen Steigungen dazu ist dann ab und an mal Schluss.

    Auch die beiden Wochenenden im Harz, tlw. mit den Fahrkursen, hat sich der XKing auch auf feuchtem Gelände gut bewährt. Klar, ich habe KEINEN Vergleich zu den ganzen Enduro-Reifen.


    Für meine Tour hatte ich die Schwalbe Almotion aufgezogen und selbst die waren auf den sandigen Wegen tadellos, wenn auch ein klarer Unterschied zu den XKing zu spüren. Mag aber z. T auch an dem Druck gewesen sein, da hatte ich z. B. hinten ca. 2.2bar drin, den XKing fahre ich mit Schlauch mit ca. 1,8 - 2,0 bar und schlauchlos eher Richtung 1,6 bar. Für den Tourenbereich mit eher Reise-/Trekkingrad würde ich wohl derzeit immer den Almotion wählen.


    Auf der Straße finde ich den XKing ausgesprochen gut, sowohl was Rollwiderstand angeht, als auch was Geräusche betrifft. Natürlich ist ein Unterschied zu dem Almotion zu spüren, aber das ist wohl klar. Für meine Alpentour ist der XKing Protection 2.4 gesetzt, ich hoffe noch, tubeless dauerhaft hinzubekommen.


    Zitat von Ampelhasser Beitrag anzeigen
    vielen Dank für die tolle Resonanz!
    Tolle Tour


    Zitat von Ampelhasser Beitrag anzeigen
    Den Conti bin ich Schlauchlos mit 2 bar gefahren. Damit kam ich gut über die Wurzelteppiche und durch den tiefen Sand. Zum Rollverhalten auf der Straße kann ich wenig sagen. Ich versuche mich mit dem Rad immer gleich auf einen Feldweg o.ä. zu retten
    2 bar …tubeless

    Ok, Dein Rad ist ja noch mehr Hardtail als meins, aber welche Reifenbreite und welche Maulweite hast Du? Mir kommen tubeless 1,8 schon unglaublich hart vor, auch im Vergleich zu mit Schlauch und 2,0 und ja, Physik kann ich



    Zitat von lina Beitrag anzeigen
    sondern mal in Richtung weiteres Radl schauen
    Es gilt doch immer …n + 1 und Lübbrechtsen ist ja gar nicht so weit weg von Dir

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  • Ampelhasser
    antwortet
    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    @ Ampelhasser
    Schon mal daran gedacht, deine Rad-Tarp-Kombi ausbauen? Ich hab' mal einen getroffen, der es ähnlich macht, doch das Rad steht nomal als Mittelstütze und Firststange. Das Tarp hatte der aufs Rad zugeschnitten. An den Lenker mit Klettband, ebenso einmal unterm Sattel her. Das Ganze dann nach hinten und zu beiden Seiten runtergezogen, Heringe rein und fertig war das selbststehende Bike-Tarp.
    Hallo Werner,
    naja, das war mein erste Versuch. Ich bin schon zufrieden, dass die Konstruktion die Nacht über gehalten hat. Da gibt es sicher noch Optimierungspotenzial. Ich werde von der nächsten Ausbaustufe berichten

    @HaegarHH: Das sieht nach einer schönen Tour aus. Danke für den Bericht! Das Argon ist toll - Glückwunsch!

    Ciao

    Ampel

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  • bemme
    antwortet
    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    Jetzt sag nicht, dass es den schon immer gibt. Seit Jahren habe ich auf eine Reflex-Version gehofft, jedoch aus Gewohnheit ("gibt es eh nicht") immer den normalen genommen.
    hm, ich hab die seit 2014 regelmässig nachgekauft bekommen.

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  • Ultraheavy
    antwortet
    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    Man glaubt es kaum, aber im Ruhrpott ist es schön.

    Doppelweichei


    Ruhr


    Isenberg


    Mampf


    Eisenkunst


    Der schiefe Turm von Hattingen


    Schmarotzerbikes


    Eine Burg für GöGa


    Ruhr


    Baldeneysee


    Schiffchenfahren ist auch schön


    Lieber mit dem Rad anne Bude als mit dem Porsche auffe Arbeit


    Auffe Halde


    Ist das Kunst oder kann das wech?


    Eisenkunst im Wald


    ...und auf der Wiese


    Die letzte Tour eines alterwürdigen Rades


    Rad verschönert


    Fatbikereifen und Dämpferpumpe


    Abendstimmung mit Dackelgarage

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  • HaegarHH
    antwortet
    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    Es begab sich aber zu der Zeit … … ne, so nicht, also es war Zeit, so klingt es besser Also es war endlich an der Zeit heraus zu finden, ob das neue MTB und ich wirklich zusammen passen, ob der eher mich nicht so überzeugende Sattel doch funktioniert, was Lenkerposition, Griffe, …usw machen, wie viel schneller, schnell und leicht sind, als der Reisepanzer und um das Ganze so richtig risikofreudig zu machen, traf passgenau am Tag vorher noch eine neue everve tech
    Trägerhose kurz High Herren
    ein, die natürlich auch gleich angezogen wurde.

    Früh morgens, sehr früh also dann doch 45 Min. später als geplant, ging es um 7:15 Uhr los

    Nach Epilog Startaufstellung an der Handelskammer Lüneburg, …

    das Nicolai Argon hatte als Tuningmaßnahme die Schwalbe Almotion 55-622 vom Reiserad geliehen bekommen. Damit rollte es wirklich noch schneller, als mit den bisher gefahrenen Conti XKing 2.4

    Nach 20 Min. wanderte als erstes die Haglöfs Boa in den Rucksack, Merinoshirt mit Unterschied, Ärmlinge und Beinlinge reichten mittlerweile dicke, obwohl es beim Start noch knapp 11° waren So langsam ärgerte ich mich auch, die von Naviki ausgerechnete Route zumindest im bekannten Bereich nicht genauer kontrolliert zu haben, denn die Führung war …äh …kreativ Ich hatte die div. Optionen durchgetestet und mich dann für die Variante "kürzeste" Route entschieden, dies führte mich über stark befahrene Ein-/Ausfallstraßen ohne Radwege etc., durch merkwürdige Industriegebiete und irgendwann stand ich an einer Kreuzung mit der Angabe "2km nach …" und merkte, dass ich es bis dahin auch deutlich schöner hätte haben können.

    Es geht in den Naturpark

    na ja, an der Straße, dem straßenbegleitenden Radweg, den Autos, …ändert sich nix, aber schön, nun im Naturpark zu sein

    Über Bleckede ging es weiter zum ersten Höhepunkt der Tour, die Elbfähre ins Amt Neuhaus


    Der Vorsatz, beim nächsten Bäcker nach der Fähre gibt es Frühstück war auch eher gut gedacht denn es kam einfach NIX und Naviki schickte mich auch an jedem etwas größeren Fleckchen vorbei. Kurz vor 10:00 konnte ich dann gerade noch den startenden Verkaufswagen einer Landbäckerei plündern Die Beinlinge waren schon an der Fähre einer satten Lage Sonnencreme gewichen, nun folgten die Armlinge ebenfall in den Rucksack.


    Kurz danach durfte ich dann das erste Mal erleben, was Naviki so unter "kürzester Strecke" versteht, oder lag es daran, dass ich zuerst für "MTB" geroutet hatte? Auf jeden Fall stellte ich meine Reifenwahl kurz in Frage und auch wenn ich jetzt weiss, was die eher harmlosen XKing doch für deutlich besseren Grip haben, gerade auch Seitenhalt z. B. in schrägen Rändern von wassergefüllten Spurrinnen, so schlugen sich die Almotion nicht nur hier hervorragend.



    Der Schatten war mittlerweile willkommen, die Wegequalität dem Rad angemessen



    Kurz vor 12:00 rollte ich nach Hagenow ein


    Der dortige Markt bot illustre Einsichten - am ersten Metzgerwagen verbot mir die Verkäuferin erst als ich dran war mein Rad an den Vorderreifen des Wagens zu lehnen, "sonst bekommen sie hier nix!" um mich dann zu beschimpfen, als ich es an den nächsten Metzgerwagen lehnte ... dort musste ich dann allerdings zweimal nachfragen, ob die 1,83 Euro wirklich für ALLES seien waren sie aber - und dann ein schattiges Plätzchen für ein II. Frühstück.


    Ich konnte feststellen, dass damals der Helmut nicht zu viel versprochen hatte, es ging durch blühende Landschaften

    rein nach Schwerin. An einem wahren Hotspot der Stadtarchitektur durfte ich meinen km100 feiern …


    um dann in endloser Suche festzustellen, dass es am Schweriner See kaum ein Plätzchen für eine Pause, geschweige denn ein Restaurant o. ä. gab, schön ist es ja da trotzdem



    Dem Spalier der Blumen folgend zog es mich immer weiter nach Osten



    Der Sternberger See so bei ca. km140

    lud kurze Zeit später zum Weizen am See nur unwesentlich der Unterschied, den so ein "e" und ein "a" ausmachen können. Von dem beiliegenden Käsekuchen gestärkt ging es weiter.

    Allerdings brachte der aufkommende Ostwind nicht nur ersehnte Abkühlung, sondern kostete zahlreiche Körner. Mittlerweile musste ich auch registrieren, dass die Anstiege nicht mehr ganz so fluffig zu fahren waren, wie noch 20-30km zurück. Irgendwann ging mir dann auch das Wasser in der Trinkblase aus und es war kein Geschäft zu finden, auf Umwege hatte ich keine Lust und vor einem riesigen Supermarkt traute ich mich nicht wirklich mein Rad quasi mit Geschenkband abzustellen.


    Die Tankstelle in Kissow war dann die Rettung, zwischenzeitlich hatte ich schon angefangen mich zu fragen, ob Wassermangel Grund für den Anruf bei der "Rettung" sein könnte. Auch Zucker war zu dem aktuellen Stand der bisher verbrauchten Kalorien mehr als willkommen



    Während ich zwischen ca. 70 - 120km die meisten Probleme mit dem Sitzen, bzw. mit einer kleineren Kontaktstelle links, hatte und ich mich seitdem frage, ob evt. der Sattel minimal verdreht ist, musste ich nun so alle 5 - 10km mal eine kurze Pause machen, wo es ging mal im Stehen rollen lassen, oder halt mal 2-3 Min. neben dem Rad stehen, eine Ausrede fand sich immer, hier noch ein Foto, da noch was trinken oder wo war noch mal die Adresse, wo ich eigentlich hin wollte.

    Die letzten km auf dem Navi waren grandios, die Straße tat ihr übriges, …


    mittlerweile lag ich, tlw. auch durch bewusste Umwege, z. B. in Schwerin, deutlich über den geplanten 180km, aber je näher ich dem Ziel kam, noch ca. 10km, noch 5km, das GPS schaltet um noch 2km, das GPS schaltet wieder um …und auch wenn ich es körperlich wohl geschafft hätte und mit echtem Willen auch, aber hier und jetzt weiss ich ganz genau, dass mir einfach die Lust fehlt, die 6km als Ehrenrund ums Dorf zu fahren.

    So bleibt die Uhr dann bei 9:38 und 194.15 km stehen, als ich freudestrahlend von meiner Gastgeberin in der Nähe von Rostock begrüßt werde. Nach knapp 3 Jahren "ich könnte doch mal", bin ich tatsächlich per Rad zu Besuch gekommen. Belohnt werde ich mit leckerem Kartoffelsalat und unglaublich guten Frikadellen …und ich bin mir sicher, dass das nicht nur an den verbruzzelten 6655kcal liegt

    Damit ist das meine weiteste jemals an einem Tag gefahrene Strecke und auch der mit knapp 20km/h schnellste dabei gehaltene Schnitt für über 100km …ich denke ich kann mit dem Rad so zufrieden sein. Auch wenn ich zwischendrin leichte Schmerzen hatte, hat aber schon der nächste Tag gezeigt, dass auch die neue Hose sich super bewährt hat, habe noch nie so eine teuere, aber auch noch nie so eine gute Radhose besessen

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  • derMac
    antwortet
    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    Jetzt sag nicht, dass es den schon immer gibt. Seit Jahren habe ich auf eine Reflex-Version gehofft, jedoch aus Gewohnheit ("gibt es eh nicht") immer den normalen genommen.
    Schon immer nicht, aber mindestens seit Frühjahr letzten Jahres, auch kaufbar (im Gegensatz zu einigen anderen Reflexreifen von Conti).

    Eine kleine Runde um die Pont d'Arc
    Hach ja, Massif Central mit dem Rad war toll, da muss ich dringend mal wieder hin.

    Mac

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  • Werner Hohn
    antwortet
    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    Jetzt sag nicht, dass es den schon immer gibt. Seit Jahren habe ich auf eine Reflex-Version gehofft, jedoch aus Gewohnheit ("gibt es eh nicht") immer den normalen genommen.

    Vor zwei Tagen:

    Eine kleine Runde um die Pont d'Arc mit einer Brise Einzelzeitfahren


    Start war unten in Vallon-Pont-d'Arc. Dort hatte ein Rennradfahrer auf dem Flachstück das Tempo rausgenommen, weil er mir irgendwas erzählen wollte. Sprachlich kamen wir nicht auf einen Nenner. Irgendwas mit TdF, Etappe und Berg. Das es nicht flach bleiben sollte, war beim Blick über den Lenker abzusehen. Auch die Serpentinen auf der Karte ließen auf Anstiege schließen. Beim Anstieg war er dann weg.


    Nach einem langen gemütlichen Anstieg, Abstecher zur Caverne du Pont-d’Arc. Der Blick in den Eingangsbereich kostet nichts, und für Kultur war ich eh nicht unterwegs.


    Fuffzisch Meter danach wusste ich, was mit der Franzose unten im Tal erzählen wollte. Wir waren unterwegs auf einer Etappe fürs Einzelzeitfahren der Tour 2016.

    Jetzt, wo ich nach der Etappe gegoogelt habe, und den noch fehlenden Teil der Etappe durch Zufall einen Tag nach der Radtour mit dem Auto abgefahren bin, könnte ich mir in den Hintern beißen, dass ich sie nicht komplett gefahren bin. Die Anfahrt von der Rhône hoch und dann über die wellige einsame Hochebene ist toll. Der Rest kommt weiter unten.


    Ein Blick ins Land.


    Lavendel und Wein.


    Auf der Suche nach einem Briefkasten im verschlafenen Saint-Remèze. Ab hier wieder auf der Etappe.


    Blick in die Gorges de l’Ardèche, touristischer Höhepunkt der Region.


    Pont d'Arc, finanzieller Glücksfall für die Touristiker im Tal. Für Kanuverleiher eine reine Gelddruckmaschine. Die Rückholbusse fahren nach Fahrplan und aus gefühlter Sicht eines Radfahrer alle 3 Millisekunden. Die auf und am Wasser kommen übrigens alle aus Baden-Württemberg. Ferienzeit. Rund um den Bogen gibt es unzählige Campingplätze

    Zum Schluss noch ein paar Tunnels, ein Haufen Wohnmobile und Motorräder. Dazwischen Vatis mit ihrer Familienkutsche.

    Ganz zum Schluss die Entfernung, 31 Kilometer und der Schnitt, (*hüstel*) brutto lag er im einstelligen Bereich. Muss auch mal sein.

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  • bemme
    antwortet
    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    bemme leuchtet! Weshalb reflektieren deine Contis GP 4? Farbe?
    http://https://www.continental-reifen.de/fahrrad/reifen/rennrad/grand-prix-4000-s2 - die reflex-version, kostet 2 oder 3 € mehr. der zweite leuchtende ring ist n streifen orafol schwarz (RA1) auf den felgenflanken.

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  • Werner Hohn
    antwortet
    AW: Der Fahrradkurztouren-Thread

    @ Ampelhasser
    Schon mal daran gedacht, deine Rad-Tarp-Kombi ausbauen? Ich hab' mal einen getroffen, der es ähnlich macht, doch das Rad steht nomal als Mittelstütze und Firststange. Das Tarp hatte der aufs Rad zugeschnitten. An den Lenker mit Klettband, ebenso einmal unterm Sattel her. Das Ganze dann nach hinten und zu beiden Seiten runtergezogen, Heringe rein und fertig war das selbststehende Bike-Tarp.


    bemme leuchtet! Weshalb reflektieren deine Contis GP 4? Farbe?

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