[IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

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  • Belge
    antwortet
    Hallo Wafer,

    meine Güte, was für eine Leistung, was für ein Weg. Das ist enorm inspirierend, sehr schön beschrieben. Danke.

    Ich bin erstaunt, was in Zeiten von Corona in den Alpen auf den Hütten alles möglich war. Rückblickend kann einem doch Angst und Bange werden, oder?

    Und falls jemand Interesse an dem nördlichen Teil (E5 Oberstdorf-Meran) mit schlechten Bildern ohne Sicht hat, der kann das bei mir sehen. War grandios, aber ich bin wirklich froh, das auch mal alles bei guter Sicht geboten zu bekommen. Habe ich alles verpasst!

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  • OutofSaigon
    antwortet
    Hallo Wafer,
    in Europa verwurzelt zu sein, ist eine tolle Sache. Leider habe ich nur wenig davon durchwandert.

    Mein Beruf hat mich oft in exotische Regionen geführt, und als "Nebenwirkung" sprangen etliche kurze Treks heraus. Bei der Leserschaft ein Interesse für solche Regionen zu wecken, ist stets das Ziel meiner kleinen Berichte. Über den Erfolg mache ich mir so meine Gedanken...

    Dir weiterhin viel Glück, vor allem jetzt, wo man wieder nach draußen kann! Nur um Oberfranken solltest du einen Bogen machen; denn dort bezeichnet das Wort "Waafer" einen Schwätzer, hahaha!



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  • Wafer
    antwortet
    Hallo OutOfSaigon.

    Zitat von OutofSaigon Beitrag anzeigen
    Lieber Freund, das hast du wieder einmal toll gemacht, toll beschrieben und toll bebildert. Bravo! Das Foto "Draufsicht auf die Breitachklamm" kann als grafische Kunst klassifiziert werden.
    Das freut mich sehr, das zu lesen! Ich habe schon viel über meine Bilder gehört. Aber so ein Lob? Danke!

    Zitat von OutofSaigon Beitrag anzeigen
    Ich werde leider niemals die Zeit für diese Tour finden, aber das liegt vor allem daran, daß es in meinem Leben so viele andere wunderbare Dinge gibt, und daher sollte ich nicht heulen.
    Nun, wenn ich mir deine Touren so anschaue - zumindest die, die du hier vorstellst - so werde ich einen Großteil von deinen Touren wohl auch nie machen können. Dennoch lese ich sie mit Begeisterung! Ich bin in Europa verwurzelt und die mir hier gegebenen Umstände und Naturräume werden es wohl nicht zulassen, dass ich mich in der ganzen Welt so exzessiv betätige. Das will ich aber eigentlich auch gar nicht! Ich habe hier so viel noch nicht gesehen ...

    Zitat von OutofSaigon Beitrag anzeigen
    Das Leben wird mir wohl auch nicht die Chance geben, dich persönlich kennen zu lernen, und das ist besonders schade.
    Sowas habe ich bisher noch nie gelesen! Vielen Dank!
    Mir geht es auch so, dass ich manchmal gerne Leute kennen lernen würde, wozu es dann aber häufig nicht kommt. Dafür lernt man andere kennen, die einen manchmal vorran bringen und manchmal eben auch nicht. Aber so abwegig ist es nicht, dass wir uns mal über den Weg laufen. Deine Touren hier in Europa haben mich bisher alle angesprochen und ich bin ein aktiver Leser deiner Bericht!

    Zitat von OutofSaigon Beitrag anzeigen
    Alles Gute und viel Glück!
    Das wünsche ich Dir auch!

    Bis hoffentlich irgendwann mal! Viele Grüße aus dem wunderschönen und abwechslungsreichen Europa

    Wafer

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  • OutofSaigon
    antwortet
    Lieber Freund, das hast du wieder einmal toll gemacht, toll beschrieben und toll bebildert. Bravo! Das Foto "Draufsicht auf die Breitachklamm" kann als grafische Kunst klassifiziert werden.

    Ich werde leider niemals die Zeit für diese Tour finden, aber das liegt vor allem daran, daß es in meinem Leben so viele andere wunderbare Dinge gibt, und daher sollte ich nicht heulen.

    Das Leben wird mir wohl auch nicht die Chance geben, dich persönlich kennen zu lernen, und das ist besonders schade.

    Alles Gute und viel Glück!

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  • Wafer
    antwortet
    37. Tag: Von Oberstdorf nach Fischen im Allgäu
    Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.

    Samstag, 5. September 2020
    Strecke: 21 Km
    Höhenmeter: ↑ 500 m, ↓ 550 m
    Gehzeit: 6 h

    Etappe: 46 Km
    Etappenhöhenmeter: ↑ 1.650 m, ↓ 1.950 m
    Etappengehzeit: 14 h

    Gesamtstrecke: 831 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 30.600 m, ↓ 30.375 m
    Gesamtgehzeit: 245 h 30

    Ausschlafen! Uns treibt ja heute keiner. Die paar Kilometer werden wir heute auf jeden Fall irgendwie hinkriegen. Wir bummeln rum, packen unsere Sachen und gehen frühstücken. Beim Karten- und Wetter-Studium beschließen wir heute einen Schlenker über die Breitachklamm ein zu bauen. Da geht der E5 zwar nicht vorbei aber ich war da vor 30 Jahren das letzte Mal und mein Begleiter noch nie.
    Gegen halb 10 ziehen wir los. Erstmal durch den Rest von Oberstdorf. Da stehen teilweise recht alte Häuser.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 01 Typisches altes Walserhaus.jpg Ansichten: 0 Größe: 112,6 KB ID: 3025865
    Typisches altes Walserhaus

    Recht schnell kommen wir aus dem Touristenhotspot heraus. Der Blick Richtung Allgäuer Hauptkamm hat was!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 02 Blick nach Süden auf Trettach- und Stlilachtal.jpg Ansichten: 0 Größe: 80,5 KB ID: 3025866
    Blick nach Süden auf Trettach- und Stillach-Tal

    Wir überqueren die Stillach und schon geht es wiedermal aufwärts. Hinauf zum Ortsteil Reute.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 03 Oberstdorf mit Nebelhorn, dem Rubihorn und den Sonnenköpfen.jpg Ansichten: 0 Größe: 85,6 KB ID: 3025867
    Oberstdorf mit Nebelhorn, dem Rubihorn und den Sonnenköpfen

    Reute ist nur ein Weiler aus 2 Häusern und 3 Hotels. Also sind wir schnell durch und wandern über Wiesen und Wälder auf der anderen Seite wieder abwärts zur Breitach.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 04 Auf Waldwegen geht es wiedermal abwärts.jpg Ansichten: 0 Größe: 179,4 KB ID: 3025868
    Auf Waldwegen geht es wiedermal abwärts

    Die Breitach ist schnell erreicht. An ihr wollen wir weiter gen Süden gehen um zur bekannten Breitachklamm zu kommen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 05 An der Breitach bei Weidach.jpg Ansichten: 0 Größe: 115,1 KB ID: 3025869
    An der Breitach bei Weidach

    Auch beim Blick nach Norden gibt es bekanntes zu sehen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 06 Die Breitach mit Rubihorn, Entschenkopf und Schnippenkopf.jpg Ansichten: 0 Größe: 125,7 KB ID: 3025870
    Die Breitach mit Rubihorn, Entschenkopf und Schnippenkopf (von rechts)

    An der Breitach entlang führt ein netter Weg bis zum Parkplatz der Breitachklamm. Hier ist der Teufel los! An der Kasse wird zwar behauptet die Besucherzahlen seien aufgrund von Corona um über die Hälfte zusammengebrochen aber die Warteschlangen sind doch recht lang. Aber sehr dicht steht man im Augenblick ja zum Glück nicht.
    So sind wir doch recht schnell auf dem Klammweg unterwegs.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 Tunnelpassage an der Breitachklamm.jpg Ansichten: 0 Größe: 324,2 KB ID: 3025871
    Tunnelpassage an der Breitachklamm

    Ein Vorteil hat Corona: Derzeit ist nur eine Richtung erlaubt. Damit kommt einem wenigstens keiner entgegen. Trotzdem werden die speziell ausgewiesenen Rast- und Überhol-Stellen benötigt.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 08 Die Breitach wird wilder.jpg Ansichten: 0 Größe: 338,7 KB ID: 3025872
    Die Breitach wird wilder

    Der Weg ist betoniert und schlängelt sich durch die Schlucht.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 09 Wilde Breitachklamm.jpg Ansichten: 0 Größe: 302,0 KB ID: 3025873
    Wilde Breitachklamm


    Wie tief sich der kleine Bach über die Jahrhunderte in den Fels gegraben hat kann man ganz gut an der kreuzenden Brücke über die Klamm erkennen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 10 Tiefe Breitachklamm.jpg Ansichten: 0 Größe: 153,1 KB ID: 3025874
    Tiefe Breitachklamm

    An einer besonders engen Stelle sind Hochwassermarken am Felsen angebracht auf der die höchsten Wasserstände der letzten Jahre markiert sind. Das ist sehr weit über unseren Köpfen.
    Die Klamm läuft recht schnell nach der extremen Engstelle aus. Der ganze Klammweg ist nur 2,5 Km lang. Schade eigentlich! So hätte es noch länger weitergehen können. Der Ausstieg erfolgt über österreichisches Staatsgebiet. Er führt uns zur B19 die von Oberstdorf ins Kleinwalsertal geht. Nach 500 Metern an der Straße zieht ein Weg wieder in die Wälder und zu der Brücke über die Klamm, die wir vorhin schon gesehen haben.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 11 Draufsicht auf die Breitachklamm.jpg Ansichten: 0 Größe: 239,3 KB ID: 3025875
    Draufsicht auf die Breitachklamm

    Nichts für Leute mit Höhenangst! Hier wälzen sich die Massen. Trotz Corona. Der Weg führt uns hinauf auf eine Schulter am Engenkopf zur Alpe Dörnach. Die ist zwar gut besucht aber der großartige Blick verleitet uns doch hier zum Mittagessen ein zu kehren.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 12 Idyllisches Allgäu bei der Alpe Dörnach.jpg Ansichten: 0 Größe: 96,2 KB ID: 3025876
    Idyllisches Allgäu bei der Alpe Dörnach

    Wir haben heute nicht mehr viel vor. Morgen soll das Wetter wieder schlechter werden. Daher lohnt ein weiterer Schlenker nicht. Und von hier bis Fischen ist es nicht mehr weit. Also lassen wir uns Zeit und genießen bei gutem Essen diese Aussicht.
    Das Weitergehen gestaltet sich zunächst etwas mühsam. Bis ich den vollen Bauch soweit im Griff habe dauert es etwas. Zum Glück geht es meist abwärts.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 13 Allgäuhof.jpg Ansichten: 0 Größe: 121,3 KB ID: 3025877
    Ein Allgäuer Bergbauernhof

    Wir nehmen den direkten Weg wieder hinunter zur Breitach, an der wir entlang bis Fischen wandern wollen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 14 Breitachklammkapelle.jpg Ansichten: 0 Größe: 159,3 KB ID: 3025878
    Breitachklammkapelle

    Den ersten Teil des Weges kennen wir schon vom Herweg. Es folgt ein recht dröger Teil an der Straße entlang bis wir die B19 kreuzen und wieder auf Wanderwege kommen. An der Breitach entlang geht es weiter bis zum Zusammenfluss von Breitach, Stillach und Trettach. Diese 3 Flüsse bilden ab hier die Iller.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 15 Hier entsteht die Iller aus Trettach, Stillach und Breitach.jpg Ansichten: 0 Größe: 150,9 KB ID: 3025879
    Hier entsteht die Iller aus Trettach, Stillach und Breitach

    Die letzten 4 Km ist ein Waldweg entlang der Iller. Mal direkt am Wasser und mal etwas tiefer im Wald. Landschaftlich nicht wirklich der Knaller aber ganz gut zu laufen. Wir müssen es auch etwas laufen lassen: Wir sind mit meiner Tante in Fischen zu einem Abschlussbier verabredet. Da haben wir aber die doch sehr ausgiebige Pause an der Alpe Dörnach nicht so lang berücksichtigt.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 16 Waldweg nach Fischen.jpg Ansichten: 0 Größe: 258,4 KB ID: 3025880
    Waldweg nach Fischen im Allgäu

    Je weiter wir uns von Oberstdorf entfernen desto leerer wird es. Sehr angenehm! Wir kommen aus dem Wald und gehen an einem Minigolfplatz entlang nach Fischen hinein. Es geht vorbei an Kneipanlagen zum Kurpark. Hier treffen wir meine Tante. Eine Lokation für eine Tasse Kaffee und ein Abschlussbier zu finden gestaltet sich wieder erstaunlich schwierig. Aber wir schaffen das! So genießen wir den Nachmittag in der letzten Sonne. Schade, dass wir heute nicht weiterwandern können. Aber morgen wird das Wetter richtig schlecht. Das sieht man jetzt schon. Und mehr Zeit haben wir nicht.
    So dauert es nicht lange und wir machen uns auf den Rückweg.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 17 Bei der Heimfahrt ab Fischen zieht wieder schlechtes Wetter auf.jpg Ansichten: 0 Größe: 84,4 KB ID: 3025881
    Bei der Heimfahrt ab Fischen zieht wieder schlechtes Wetter auf

    Damit ist zumindest diese Lücke am E5 geschlossen. Das noch nicht gegangene Stück von Zwieselstein nach Landeck/Zams werden wir dieses Jahr wohl nicht mehr schaffen. Die Coronasituation ist einfach zu unkalkulierbar und für die Überschreitung des Hauptkammes ist es jetzt eigentlich auch schon zu spät im Jahr. Also muss das bis nächstes Jahr warten.
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von Wafer; 03.03.2021, 20:05.

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  • Wafer
    antwortet
    Zitat von bananensuppe Beitrag anzeigen
    Das ist ein Wallfahrtsweg. Der Bildstock auf dem Mädelejoch (Wo bin ich) gehört auch dazu.
    Ich hatte schon von dem Wallfahrtsweg gehört aber noch nicht viel drüber gelesen. Daher vielen Dank für den Link! Ich habe gerade auch festgestellt, dass das Bild aus meinem "Wo bin ich?"-Rätsel keinen Eingang in meinen Bericht gefunden hat. Das sei bei der Gelegenheit an dieser Stelle nachgeholt:

    Dieses Materl wurde erst 2018 mit Bezug zu der von dir vorgestellten Wallfahrt erbaut. Als ich das letzte Mal dort war, dass war 1991, stand es auf jeden Fall noch nicht!

    Zitat von bananensuppe Beitrag anzeigen
    Wie immer toller Bericht mit schönen Bildern.
    Vielen Dank! Liest man immer wieder gerne! Man freut sich ja schon, wenn es gelesen wird. Das Sahnehäubchen ist aber, wenn es gefällt!

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  • bananensuppe
    antwortet
    Zitat von Wafer Beitrag anzeigen


    Wieder steht eine kleine Kapelle am Weg. Die Bergbewohner scheinen ein sehr gläubiges Volk zu sein.
    Das ist ein Wallfahrtsweg. Der Bildstock auf dem Mädelejoch (Wo bin ich) gehört auch dazu.
    Wie immer toller Bericht mit schönen Bildern.

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  • Wafer
    antwortet
    36. Tag: Von Stockach nach Oberstdorf
    Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.

    Freitag, 4. September 2020
    Strecke: 25 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.150 m, ↓ 1.400 m
    Gehzeit: 8 h

    Etappe: 25 Km
    Etappenhöhenmeter: ↑ 1.150 m, ↓ 1.400 m
    Etappengehzeit: 8 h

    Gesamtstrecke: 810 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 30.100 m, ↓ 29.825 m
    Gesamtgehzeit: 239 h 30

    Um kurz nach 6 Uhr fängt der Tag gut an:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: image_16804.jpg
Ansichten: 291
Größe: 89,1 KB
ID: 3022803
    Blick auf den Hahnenkamm

    Der Mond steht noch am Himmel aber es ist schon recht hell. Also los! Wir wollen schließlich den ersten Bus erwischen, der das Tal hinter fährt. Nach einem guten Frühstück stehen wir ein paar Meter weiter an der Bushaltestelle und der Bus bringt uns zurück nach Stockach (1.070 m). Wir entsteigen ihm genau an der Haltestelle, an der wir kürzlich den Bus nach Warth bestiegen haben.
    Entlang der Straße überqueren wir den Lech. Danach halten wir rechts den Berg hinauf. In der nächsten Spitzkehre des Waldweges soll ein Wanderweg weiter den Hang hinaufführen. Den wollen wie eigentlich nehmen. Wir finden ihn aber nicht. Eine Spur ist zwar da, die verliert sich aber schnell unter Zweigen und Ästen. Irgendwann geben wir auf und kehren zur Straße zurück. So haben wir eine gute halbe Stunde verloren.
    Auf dem Feldweg neben der Straße gehen wir nach Holzgau (1.114 m).

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16776.jpg Ansichten: 3 Größe: 105,8 KB ID: 3022760
    Holzgau voraus

    Wir gehen aber gar nicht erst bis ins Zentrum hinein. Über sonnige Südhänge steigen wir hinter den ersten Häusern des Dorfes auf.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16778.jpg Ansichten: 3 Größe: 129,5 KB ID: 3022762
    Holzgau im Lechtal

    Meine Herren, ist das warm! Gerade mal 9 Uhr und der Planet brennt vom Himmel – und das im September! Zumindest verspricht es ein schöner Tag zu werden.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16779.jpg Ansichten: 3 Größe: 160,6 KB ID: 3022763
    Aussichtsschutzhütte

    Auf halbe Höhe am Hang stehen ein paar alte Höfe. Der Weiler nennt sich Schiggen (1.245 m). Hier treffen wir auf den Weg, den wir eigentlich vorhin gesucht haben. Hier ist er bestens markiert und zu sehen.
    Wir sind nicht böse, dass wir kurz darauf in den Wald dürfen. Die Hängebrücke über die Höhenbachtalschlucht lassen wir aus. Da hätten wir eine Teerstraße aufsteigen müssen. Und mein Begleiter ist nicht ganz schwindelfrei ... Schade eigentlich!
    Am Cafe Uta treffen wir auf die geschotterte Fahrstraße, die zu diesem Cafe führt. Auf ihr verläuft der offizielle E5. Da hatten wir es schöner!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16774.jpg Ansichten: 3 Größe: 38,2 KB ID: 3022758
    Wilde Orchideen

    Nach einer ersten Pause im Schatten brechen wir wieder auf. Die Schotterstraße wird etwas kleiner, bleibt aber unser Weg das Tal hinter. Das soll sich ab der Unteren Rossgumpenalm (1.329 m) ändern. Die Alm bekommen wir recht zügig zu sehen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16777.jpg Ansichten: 3 Größe: 174,9 KB ID: 3022761
    Untere Rossgumpenalm

    Hier gefällt es uns und wir lassen uns zu einer weiteren Pause hinreißen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16781.jpg Ansichten: 3 Größe: 125,2 KB ID: 3022766
    Auf der Unteren Rossgumpenalm

    Irgendwie sind wir heute recht faul unterwegs. Oder liegt das an dem anstehenden Aufstieg? Egal – Hier ist es richtig schön!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16780.jpg Ansichten: 3 Größe: 111,5 KB ID: 3022764
    Die Untere Rossgumpenalm – Eine Alm wie aus dem Bilderbuch

    Als wir wieder aufbrechen ist es schon halb 12. Durch Latschenfelder führt uns der Weg aufwärts. Die Obere Rossgumpenalm (1.712 m) scheint bewirtschaftet zu werden. Zumindest stehen hier überall Kühe herum.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16782.jpg Ansichten: 3 Größe: 188,4 KB ID: 3022765
    Betreutes Aufsteigen bei der Oberen Rossgumenpalm

    Oberhalb der Alm wird es etwas flacher. An der nächsten Wegabzweigung stellt es aber gleich wieder auf. Es sei denn, wir wollten hinüber zum Großen Krottenkopf, dem höchsten Berg der Allgäuer Alpen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16783.jpg Ansichten: 3 Größe: 143,1 KB ID: 3022767
    Rückblick auf die Lechtaler Alpen

    Großartige Gegend hier oben - Zackige Gipfel inklusive!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16784.jpg Ansichten: 3 Größe: 165,3 KB ID: 3022768
    Der Muttlerkopf

    Die Latschen bleiben zurück und der Weg zieht hinauf in Richtung Mädelejoch (1.974 m).

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16785.jpg Ansichten: 3 Größe: 246,0 KB ID: 3022769
    Muttler- und Großer Krottenkopf auf dem Weg zum Mädelejoch

    Es dauert nicht mehr lange und wir sind oben. Das ging deutlich besser als vor 2 Wochen! Da waren das aber 1.000 Höhenmeter mehr! Der Übergang am Mädelejoch ist auch nicht ganz so hochalpin wie die Seescharte.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16786.jpg Ansichten: 3 Größe: 126,8 KB ID: 3022770
    Am Mädelejoch

    In einer Sache sind die Übergänge aber gut vergleichbar: Die nächste Hütte ist nicht mehr weit weg.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16787.jpg Ansichten: 3 Größe: 155,4 KB ID: 3022771
    Die Kemptner Hütte vom Mädelejoch

    Die Kemptner Hütte (1.844 m) ist sogar deutlich näher am Joch. Als wir näher kommen kommt Lärm das Tal herauf. Ein Hubschrauber nähert sich in einem gewagten Anflug der Hütte.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16788.jpg Ansichten: 3 Größe: 232,0 KB ID: 3022773
    Hubschraubereinsatz an der Kemptner Hütte

    So wie der das Tal hochkommt muss der die Materialseilbahn der Hütte unterflogen haben! Pfui – Sowas macht man nicht und verboten ist es auch!
    Die Kemptner Hütte überrascht uns mit sehr freundlichem Service und recht wenig Einschränkungen. Zumindest hier draußen auf der Sonnenterasse. Drinnen sieht es anders aus.
    Genau richtig um Mittagspause zu machen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16789.jpg Ansichten: 3 Größe: 169,4 KB ID: 3022772
    Mittagspause

    Es ist zwar schon 14 Uhr als wir aufbrechen aber um hier zu übernachten ist es uns noch zu früh. Wir haben diesmal nichts reserviert. Irgendwas werden wir schon finden.
    Der Abstiegsweg führt uns ähnlich wie vor 2 Wochen durch ein Bachtal entlang nach Norden.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16790.jpg Ansichten: 3 Größe: 227,4 KB ID: 3022774
    Abstieg von der Kemptner Hütte

    Durch den Sperrbachtobel entlang verlieren wir unsere ganzen schönen Höhenmeter. Und es kommen uns wahre Menschenmassen entgegen. Selber schuld, wenn wir den E5 auch falsch herum laufen! Vieles sind geführte Wandergruppen mit teilweise sehr unterschiedlicher Ausrüstung und Kenntnisständen. Da dürften einige geführte E5-Touren dabei sein.
    Kurz vor einer Steilstufe verlässt der E5 den Tobel und zieht zu einer kleinen Kapelle auf einer Felsnase hinauf.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16791.jpg Ansichten: 3 Größe: 159,9 KB ID: 3022775
    Pause bei Maria am Knie

    Maria am Knie (1.368 m) ist eigentlich nur ein Marterl. Mit einer grandiosen Aussicht! Also machen wir hier nochmal eine Pause.
    Der weitere Abstieg zieht sich dann ganz schön. Bei ca. 1.100 Höhenmetern wird es ebener und wir erreichen die Talstation der Materialseilbahn zur Kemptner Hütten hinaus. Ab hier gibt es einen geteerten Weg, der an der Trettach entlang nach Norden führt.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16793.jpg Ansichten: 3 Größe: 298,0 KB ID: 3022777
    Das Tettachtal vor und zurück

    An der Seilbahnstation stehen jede Menge Räder. Das scheint ein sehr beliebtes Tal bei Radlern zu sein.
    Bis zur nächsten Tankstelle ist es auch nicht mehr weit: Die Alpe Oberau lädt zu einer Jause ein.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16792.jpg Ansichten: 3 Größe: 146,2 KB ID: 3022778
    An der Alpe Oberau

    Wieder steht eine kleine Kapelle am Weg. Die Bergbewohner scheinen ein sehr gläubiges Volk zu sein.
    So langsam merke ich, dass es mir für heute reicht. Hier an der Alpe gibt es aber keine Übernachtungsmöglichkeiten. Aber ein paar Meter weiter liegt Spielmannsau. Das ist bereits ein Ortsteil von Oberstdorf. Erstaunlicherweise ist auch hier alles voll.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16795.jpg Ansichten: 3 Größe: 138,5 KB ID: 3022779
    Nächste Tankstelle Spielmannsau

    Ich beginne mal langsam mit dem Handy zu suchen. Aber alles folgenden Möglichkeiten – und das sind einige! – sind ausgebucht. Oberstdorf ist zwar eine beliebte Wanderdestination aber auf kurzfristige Nächtigungen sind die hier nicht wirklich gut vorbereitet.
    So tapern wir in aller Ruhe das Tal vor in Richtung Oberstdorf. So langsam wird es immer später.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16794.jpg Ansichten: 3 Größe: 81,0 KB ID: 3022776
    Die Sonne verlässt das Trettachtal

    An so manchem Hotel können wir zwar auf ein Radler einkehren aber ein Zimmer bekommen wir nirgends. Ich suche über die Touristeninformation und bekomme noch ein Zimmer mitten in Oberstdorf. So weit wollten wir heute eigentlich gar nicht mehr.
    Das Tal ist eigentlich sehr hübsch. Und man kann den Teerstraßen eigentlich recht gut aus dem Weg gehen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16797.jpg Ansichten: 3 Größe: 409,9 KB ID: 3022781
    Im Trettachtal auf dem Weg nach Oberstdorf

    Wir werden noch von ein paar Radlern überholt aber sonst ist hier Ruhe eingekehrt. Immer an der Trettach entlang wandern wir auf Oberstdorf (813 m) zu. So langsam sind die Füße ganz schön durchgelaufen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16796.jpg Ansichten: 3 Größe: 94,8 KB ID: 3022780
    Nebelhornblick an der Trettach

    Irgendwann nach 19 Uhr kommen wir in Oberstdorf an. Hier an der Mühlenbrücke stößt auch der E5 wieder zu uns. Er war meist auf Teerstraßen hierher geführt worden. Die Talstation der Nebelhornbahn ist eine große Baustelle. Wir schauen auf der Karte wo unsere Unterkunft liegt und halte uns in Richtung Fußgängerzone. Bei einem Italiener am Weg setzen wir uns und nehmen ein reichliches Abendessen zu uns.
    Unser Zimmer in einer kleinen Pension ist sehr gut ausgestattet. Mit riesigem Balkon und Liegestühlen. Wir besorgen und noch ein Weizenbier als Absacker und genießen das im Liegen unter klarem Sternenhimmel. Erst als es kalt wird gehen wir ins Bett.
    Wir sind heute viel weiter gekommen, als wir eigentlich geplant hatten. Bis Fischen sind es jetzt nur noch wenige Kilometer. Geschätzt so ca. 7 oder 8. Da werden wir uns morgen was zu einfallen lassen müssen. Aber das kommt morgen. Jetzt bin ich richtig müde! Gute Nacht!
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von Wafer; 20.02.2021, 19:54.

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  • Wafer
    antwortet
    Löcher stopfen zum Zweiten
    Anfang September wird das Wetter zum Wochenende nochmal richtig gut. Und Zeit haben wir auch. Da wollen wir das kleine Loch zwischen Stockach und Fischen stopfen. Für das große zwischen Zwieselstein und Zams reicht es leider nicht. Mit dem Schienenersatzverkehr um Kempten herum, den recht knapp bemessenen ÖPNV-Möglichkeiten in der Grenzregion und den verfügbaren Zeiten kommt nur eines in Frage: Anreise am Donnerstagabend mit dem Auto bis Kempten, mit der Bummelbahn bis Reute und mit dem ersten Bus am Morgen das Lechtal hinter nach Stockach. Etwas aufwendig aber machbar. So kommen wir recht zügig nach Feierabend am Donnerstag nach Kempten. Der Bahnanschluss nach Reute ist zwar vorhanden aber dem Gefühl nach wären wir schneller gewesen, wenn wir gelaufen wären! In Reute werden wir freundlich empfangen und gehen auch noch was essen.

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  • Wafer
    antwortet
    Zitat von MLO Beitrag anzeigen
    Sehr schön, gerade in Lockdown-Zeiten diesen Bericht zu lesen! Danke!
    Gerne! Man sollte ja glauben, dass schreiben sollte jetzt schneller gehen. Aber irgendwie schaffe ich es kaum.


    Epilog
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    Das war jetzt nicht ganz das, was wir geplant hatten. Am Abend haben wir im Radio dann von sintflutartigen Regenfällen mit Murenabgängen in großen Teilen Tirols gehört. Aber auch von Föhn in Oberstdorf. Zuhause habe ich dann noch festgestellt, dass sich ein Schnitt auf der Fußsohle, der fast verheilt war und mit Compeed zugeklebt war, entzündet hatte. Ich habe nichts davon bemerkt, weil in Compeed ja Schmerzmittel enthalten sind. Auf diese Entzündung habe ich dann mal meine Konditionsschwäche geschoben. Aber das wollen wir dieses Jahr auf jeden Fall nochmal ausprobieren, wenn wir den Rest von Stockach nach Fischen im Allgäu wandern.
    Die Tour selber hat uns sehr gut gefallen! Der Aufstieg von Zams zur Memminger Hütte ist zwar lang und hat viele Höhenmeter aber landschaftlich ist er sehr schön und gut zu gehen. Die Memminger Hütte hat uns nicht wirklich überzeugen können. Wie damals schon vor 20 Jahren. Da hat sich nicht viel geändert. Der Abstieg bis zur Talstation der Materialseilbahn war jetzt nicht der Brüller aber war OK. Der Weg das Tal vor entlang der Teerstraße dann weniger. Und das zieht sich ganz ordentlich. Ob wir bei dem Wetter und den Konditionsmängeln noch ohne Probleme bis zur Kemptner Hütte gekommen wären vermag ich nicht zu sagen. Ich denke es war richtig abzubrechen und das Stopfen des Lochs bis nach Fischen im Allgäu auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.
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    Zuletzt geändert von Wafer; 06.02.2021, 20:27.

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  • MLO
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    Sehr schön, gerade in Lockdown-Zeiten diesen Bericht zu lesen! Danke!

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  • Wafer
    antwortet
    35. Tag: Von der Memminger Hütte nach Stockach
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    Samstag, 22. August 2020
    Strecke: 15 Km
    Höhenmeter: ↑ 100 m, ↓ 1.250 m
    Gehzeit: 4 h 30

    Etappe: 31 Km
    Etappenhöhenmeter: ↑ 2.000 m, ↓ 1.675 m
    Etappengehzeit: 13 h

    Gesamtstrecke: 785 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 28.950 m, ↓ 28.425 m
    Gesamtgehzeit: 231 h 30

    Als ich in der Nacht mal zur Getränkerückgabe muss fällt mir der grandiose Sternenhimmel hier in den Bergen auf. Ich schnappe mir die Kamera und begebe mich nach draußen. Hinter der Hütte mit den Winterräumen gibt es nicht so viel Streulicht von der Hütte. Hier versuche ich das mit der Kamera ein zu fangen. Aber dazu habe ich wohl mal wieder das falsche Objektiv dabei.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_15328.jpg Ansichten: 3 Größe: 422,8 KB ID: 3018132 Die Milchstraße über dem Seekopf

    Nach über einer Stunde bin ich wieder im Bett. Trotzdem stehen wir nach einem kargen, aber dafür teuren, Frühstück um 6 Uhr 30 vor der Hütte.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_15324.jpg Ansichten: 3 Größe: 91,7 KB ID: 3018128 Die Bergspitzen bei der Memminger Hütte in der Morgensonne

    Die Nacht war sehr laut, hell und das Lager war voll! Jedes Bett wurde belegt und alle 2 Matratzen war wegen Corona ein Brett mit ca. 80 cm Höhe zwischen die Schlafenden gestellt worden. Dafür wurde die Tür offengelassen, damit es gut lüftet. Ich hatte mir etwas mehr Abstand gewünscht. Aber ich hatte Corona ja schon. Also kann es mir eigentlich egal sein! Aber so fällt der Abschied wenigstens nicht schwer!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_15325.jpg Ansichten: 3 Größe: 112,6 KB ID: 3018129 Abschied von der Memminger Hütte

    Wir wandern los. Nicht ohne uns nochmal an zu sehen, wo wir gestern über die Berge gekommen sind.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_15326.jpg Ansichten: 3 Größe: 85,2 KB ID: 3018130 Unser gestriger Weg durch die Seescharte

    Die Seescharte ist die mit der hellen Wolke dahinter.
    Der Weg führt uns mit gleichmäßigem Gefälle abwärts.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_15327.jpg Ansichten: 3 Größe: 97,0 KB ID: 3018131 Abstieg von der Memminger Hütte

    Die Sonne kommt so langsam raus. Die Bergspitzen rund um die Hütte werden beleuchtet. Leider können wir aber auch beobachten, wie von Norden her eine Front das Lechtal heraufzieht.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_15329.jpg Ansichten: 3 Größe: 95,2 KB ID: 3018134 Bewölkung zieht von Norden her auf

    Aber es soll das Wochenende gut bleiben. Behalten wir das mal im Auge!
    Der Weg führt uns ganz nett an einem Wasserfall entlang.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_15330.jpg Ansichten: 3 Größe: 99,6 KB ID: 3018133 Ein Wasserfall am Abstiegsweg

    So langsam kommt die Sonne immer höher. Aber sie erreicht uns nicht mehr. Wir steigen immer weiter ab. Und als die Sonne endlich hoch genug ist, ist die Wolkenfront aus dem Norden da. So kommen wir ohne viel Schwitzen an der Talstation der Materialseilbahn (1.436 m) der Memminger Hütte an.

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Ansichten: 465
Größe: 127,6 KB
ID: 3018135 Am Parseierbach

    Ab hier fährt ein Bus. Aber wer mich kennt, der weiß, dass ich sowas nicht so bevorzuge. Der erste Bus soll bereits gegen 8 Uhr 30 fahren. Das ist aber eh noch eine halbe Stunde bis dahin. Sehr viele geführte Gruppen nutzen diesen Service um innerhalb einer Woche möglichst weit am E5 gen Süden zu kommen.
    Wir tapern das geschotterte Sträßchen entlang. Das zieht sich ganz schön! Und viel ist nicht zu sehen. Von dem kleinen Weiler Madau (1.318 m) sehen wir nix weil die Straße unten an der Almwiese im Wald vorbeiführt. Hinter Madau soll eigentlich ein Wanderweg von der Straße abzweigen. Den bin ich vor ca. 20 Jahren auch schon mal gegangen. Nur scheint es den Weg nicht mehr zu geben. Dafür gibt es ja jetzt den Bus, der uns in der Gegend vom Alperschonbach überholt.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_15333.jpg Ansichten: 3 Größe: 371,4 KB ID: 3018138 Der Alperschonbach auf den letzten Metern

    So wird das ein übler Talhatsch eine geteerte Straße entlang. So hatte ich das nicht in Erinnerung. Unterwegs machen wir mal eine kurze Pause.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_15334.jpg Ansichten: 3 Größe: 189,0 KB ID: 3018139 Pause am Putzbrinnle

    Auch heute, obwohl es nur abwärts geht, geht bei mir nicht viel. Das ist dann schon sehr verwunderlich! Mein Freund zieht immer weiter weg. Normalerweise bin ich von uns der Schnellere. Irgendwas macht mir tierisch zu schaffen!
    Am Anfang des Alperschontals liegt ein kleiner Friedhof mit Kapelle. Da bekommt man einen guten Überblick, wie dicht das Tal besiedelt ist!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_15332.jpg Ansichten: 3 Größe: 170,1 KB ID: 3018137 Waldfriedhof mit Klotzkapelle

    Gegen 10 Uhr 30 können wir endlich die Teerstraße verlassen. Leider haben wir damit auch Einblick ins Lechtal und dessen Wetter. Und das ist gar nicht so gut wie vom Wetterbericht versprochen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_15335.jpg Ansichten: 3 Größe: 61,1 KB ID: 3018140 Es zieht zu über der Jöchelspitzbahn

    Wir kommen an die Lechtaler Bundesstraße und halten auf Holzgau zu. Über Unterstockach kommen wir nach Stockach. Die Wolken werden immer dichter und die Luftfeuchtigkeit nimmt immer mehr zu. So machen wir in einer Pizzeria Mittagspause und beraten mit der Wirtin, wie es weiter gehen könnte. Ich bin schon wieder ziemlich fertig. Weiß der Geier warum!
    Als wir aufstehen fallen erste Regentropfen und ein Bus kommt um die Ecke. Wir nehmen das mal als Zeichen und besteigen den Bus. Die Gipfel hängen schon in hässlichen Regenwolken. Was wollen wir da auf einem Pass?
    Mit Umsteigen in Warth kommen wir mit dem Bus bis an den Bahnhof in St. Anton. Unterwegs schüttet es aus Kübeln. Zum Glück sitzen wir im Trockenen. Mit der Bahn kommen wir zum Auto zurück.
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    Zuletzt geändert von Wafer; 03.02.2021, 11:38.

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  • Wafer
    antwortet
    34. Tag: Von Zams zur Memminger Hütte
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    Freitag, 21. August 2020
    Strecke: 14 Km
    Höhenmeter: ↑ 1.900 m, ↓ 425 m
    Gehzeit: 8 h

    Etappe: 16 Km
    Etappenhöhenmeter: ↑ 1.900 m, ↓ 425 m
    Etappengehzeit: 8 h 30 Minuten

    Gesamtstrecke: 770 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 28.850 m, ↓ 27.175 m
    Gesamtgehzeit: 227 h

    Beim morgendlichen Fensterkontrollblick gibt es zufriedene Gesichter: Die Bergspitzen werden von den ersten Sonnenstrahlen beleuchtet. Der Himmel ist wolkenlos. Das verspricht ein schöner Tag zu werden!
    Wir schauen genau auf die Schlucht, die hier in Zams als Zammer Loch endet.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_14021.jpg Ansichten: 3 Größe: 464,1 KB ID: 3013963
    Morgensonne über dem Lötzbachtal

    Als raus aus den Betten und die Sachen packen! Nach einem guten Frühstück stehen wir pünktlichst gegen halb 8 vor dem Haus (770 m) und tigern los. Erstmal durch das Städtle. Oder sollte ich lieber Dorf sagen? Aber die haben ja immerhin einen Bahnhof! Aber so groß ist Zams dann doch nicht.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_14020.jpg Ansichten: 3 Größe: 406,0 KB ID: 3013964
    Start in Zams mit Blick auf das Tal des Lötzbaches

    Nach dem Überqueren von Inn und Autobahn geht es in etwa auf dem Dach des Zammer Autobahntunnels gen Nord-Osten. So hört man von der Autobahn nix und die Umgebung ist schon sehr grün. In lichtem Wald führt ein kleiner Pfad vom Tal weg den Hang hinauf. 8 h zur Memminger Hütte steht dran. Und es soll heute richtig schön warm werden! Wer hatte nur die Schnapsidee im Hochsommer so eine Tour in südlich exponierter Lage zu machen?

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ID: 3013967
    Durch lichten Wald geht es stetig aufwärts

    Der Weg führt mitten durch die Steilwand, die wir seit heute Morgen rechts des Zammer Lochs sehen. Zackige aber gleichmäßige Steigung. So eine Tour wie heute ohne vorheriges Training sollte verboten werden! Der Schweiß fließt in Strömen – trotz der noch recht frühen Stunde.

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ID: 3013965
    Landeckblick

    Die Talsohle bleibt zurück und der Blickwinkel verändert sich zügig. Der Weg hier rauf ist der Traum! Einfach schön angelegt und menschenleer.

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ID: 3013966
    Es geht weiterhin nur aufwärts

    Irgendwann biegt der Weg in das Lötzbachtal nach Norden ab. Ab hier hatten wir gehofft, dass es nicht mehr so steil weitergeht. Das war ein Irrtum! Immer am Hang gewinnt der Weg weiter an Höhe. Irgendwo müssen die fast 2.000 Höhenmeter, die heute auf dem Programm stehen, ja auch herkommen!

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ID: 3013968
    Am steilen Hang geht es entlang - aufwärts - was sonst?

    Zum Glück jetzt auch mal im Schatten! Seit 2 h sind wir nun schon unterwegs und es ging nur aufwärts.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_13996.jpg Ansichten: 3 Größe: 405,0 KB ID: 3013987
    Rückblick auf das Inntal mit Landeck

    Das Inntal ist schon recht weit weg und entschwindet langsam unserem Blick. Der Weg ist gut ausgebaut. Die Lechtaler Alpen sind ein sehr beliebtes Wanderrevier!
    Nach 3 Stunden haben wir die ersten 800 Höhenmeter hinter uns, der Wald lichtet sich und wir kommen zum Branntweinboden.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_13997.jpg Ansichten: 3 Größe: 480,6 KB ID: 3013989
    Der Branntweinboden mit der Spießrutenspitze

    Tollen Namen haben dir hier! Da könnte man was draus machen!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_14001.jpg Ansichten: 3 Größe: 503,9 KB ID: 3013988
    Die Untere Lochalm

    Auf diesen lichten Wiesen liegt die untere Lochalm (1.571 m). Leider nicht bewirtschaftet. Kein Grund eine Pause aus zu lassen.
    Hier an der Alm zweigt der Weg zum Württemberger Hause ab. In 2 h Stunden soll man dort sein. Wir haben noch ein paar Stunden mehr vor uns. So dauert es auch nicht lange und wir ziehen weiter.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_14000.jpg Ansichten: 3 Größe: 543,9 KB ID: 3013990
    Der Lötzbach wird überquert

    Kaum zu glauben, dass dieser kleine Bach so ein gewaltiges Tal gegraben hat!
    Irgendwie läuft es heute nicht: Wir sind recht ungleichmäßig unterwegs und der Aufstieg strengt und sehr an. Ich bin mal gespannt wie es weiter oben wird. Auf diesem Teil des Weges ist er mal nicht ganz so steil. Das kommt uns sehr entgegen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_13998.jpg Ansichten: 3 Größe: 437,1 KB ID: 3013991
    Rückblick auf die Silberspitze mit Silbersattel

    Der Wald lichtet sich immer weiter und bald sind wir in der prallen Mittagssonne unterwegs. Aber Abkühlung ist zum Glück nicht weit weg!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_13999.jpg Ansichten: 3 Größe: 486,3 KB ID: 3013992
    Aufstieg am Lötzbach entlang

    Der Weg führt direkt am Lötzbach entlang. Der Wald liegt hinter uns. Nur noch vereinzelt stehen Bäume am Weg. Direkt vor uns sehen wir den steilen Hang, den uns der Weg noch hinaufführen wird. Nicht sehr motivierend! Aber zu sehen gibt es hier eh genug!

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ID: 3013969
    Bergblumenpracht am Wegesrand

    Und endlich wird das Tal etwas weiter und der Weg etwas flacher. Der Lötzbach fließt hier durch zunehmend mehr Weiden, die sich am Bach entlang winden und dann in die Hänge übergehen, die in felsigen Spitzen enden. Hat etwas von den Dolomiten!

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ID: 3013971
    Da oben zieht sich der Lechtaler Höhenweg hindurch

    Vielleicht hätten wir doch vorher etwas mehr trainieren sollen? Ziemlich fertig kommen wir an der recht kleinen Oberen Lochalm (1.810 m). Zeit für eine ausgiebige Mittagspause!

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ID: 3013972
    Die Obere Lochalm

    Hier gibt es ein rustikales Vesper und genug zu trinken. Wie das ganze Zeug hier rauf kommt ist mir nicht ganz klar. Entweder auf dem Rücken von Tieren oder mit dem Helikopter. Das ist mir im Augenblick ziemlich egal: Hauptsache es steht vor mir auf dem Tisch!
    Je mehr ich gegessen haben umso mehr nehme ich diese großartige Umgebung dieser Alm wahr: Einfach grandios hier!

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ID: 3013974
    Mittagspausenblick auf der Oberen Lochalm

    Erst nach über einer Stunde kann ich mich von diesem Anblick losreißen. Also wenn die Betten hätten ... ich würde sofort hier übernachten! Aber das haben sie nicht. Also müssen wir weiter und mindestens noch bis zur Memminger Hütten kommen. Da liegen aber noch gute 800 Höhenmeter dazwischen. Aufwärts wohl bemerkt!

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ID: 3013970
    Dort müssen wir noch hinauf und über die Seescharte

    Neben dieser großartigen Landschaft wird uns auch noch diese einzigartige Bergflora präsentiert. Noch so ein Grund, warum es heute nicht recht voran geht.

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ID: 3013973
    Silberdistel

    Wir verlassen die Weiden dieses schönen Tals und machen uns an den weiteren Aufstieg. Zunächst durch Latschenhänge geht es steil aufwärts. In kleinen Kehren geht es durch diese stark duftenden Gehölzer. Hier steht die Luft und voller Südlage. Wir kämpfen beide mit unserem Rhythmus und versuchen gleichmäßig durch diesen Teil des Weges zu kommen. Aber irgendwie klappt das heute überhaupt nicht. Meine Fotopausen werden immer länger. Trotzdem kommt mein Freund nicht näher. Ihm geht es nämlich ähnlich.
    Weiter oben bleiben die Latschen immer weiter zurück und endlich weht auch mal wieder ein Lüftchen.

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ID: 3013976
    Der Talschluss mit der Kleinbergspitze

    Als der Weg gefühlt mal etwas flacher wird machen wir nochmal Pause. Selten hat mich ein Aufstieg so angestrengt!
    Aber so bleibt mir auch wieder Zeit mich in der direkten Umgebung um zu sehen. Toll, was hier alles Blüht!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_14009.jpg Ansichten: 3 Größe: 571,7 KB ID: 3013980
    Noch mehr Berglumen

    Ich kenne mich mit Bergblumen leider nicht sehr gut aus. Aber sie gefallen mir! Mit Namen stand ich aber schon immer auf Kriegsfuß.
    Noch gute 200 Höhenmeter liegen vor uns: Also los! Sonst kommen wir heute nicht mehr an. Wir verlassen das Tal uns steigen linker Hand die Wiesen immer weiter hinauf.

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Ansichten: 538
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ID: 3013975
    Auch hier oben blüht es noch

    Dafür, dass wir hier auf einem der bekanntesten Wegstücke des E5 unterwegs sind, ist der Weg gar nicht mal so groß!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_14010.jpg Ansichten: 3 Größe: 427,3 KB ID: 3013977
    Alpenpanorama vom Feinsten am E5

    Je höher wir kommen, desto gewaltiger wird der Blick ins Tal! Kurz bevor der Weg zwischen Felsen verschwindet hat man nochmal einen tollen Blick auf die Obere Lochalm. Die liegt schon ganz schön weit unter uns!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_14013.jpg Ansichten: 3 Größe: 426,0 KB ID: 3013978
    Die obere Lochalm liegt uns zu Füssen

    Die kleinen Pausen werden immer länger. Was ist nur heute los? Ich komme kaum noch vorwärts. So kenne ich mich gar nicht. Und ausgerechnet an so einem Tag haben wir uns untrainiert so einen Aufstieg vorgenommen. Und diesem Stück des E5 habe ich schon viel gehört. Meist allerdings im Abstieg. Und da ist der Haupttenor: Der Weg endet einfach nie! Genau das Gefühl habe ich heute auch!
    Aber irgendwann haben wir es geschafft: die letzten Meter vor der Seescharte (2.599 m) liegen vor uns.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_14014.jpg Ansichten: 3 Größe: 455,4 KB ID: 3013979
    Die Seescharte mit 2.599 Metern ist erreicht

    Hier liegen Stahlseile zur Sicherung drin. Gleich mehrere, vermutlich damit die Aufsteigenden sich mit den Absteigenden nicht ins Gehege kommen!
    Seit der Lechtaler Höhenweg vom Württemberger kurz vor der Scharte zu uns gestoßen ist, führt hier auch noch der E4 Alpin entlang. Auf dem bin ich auch schon viel unterwegs gewesen! Auch so ein toller, hochalpiner Weg!
    Bedingt durch den Lechtaler Höhenweg, den E4 und den E5 zählt die Memminger Hütte, zu der wir heute noch wollen, zu den meistbesuchten Hütten der Alpen.
    Und dann wir sie endlich sehen, unser Tagesziel für heute: Die Memminger Hütte!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_14012.jpg Ansichten: 3 Größe: 417,6 KB ID: 3013981
    Der Allgäuer Hauptkamm mit der Memminger Hütte liegt vor uns

    Die Nordseite der Seescharte hat einen völlig anderen Charakter als die Südseite, über die wir aufgestiegen sind: Hier liegen ein paar Seen in der Landschaft und die Bergflanken sind bei weitem nicht so grün.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_14015.jpg Ansichten: 3 Größe: 432,0 KB ID: 3013985
    Oberer Seewisee mit Memminger Hütte

    Wir machen uns gleich an den Abstieg. Denn obwohl es doch schon deutlich Nachmittag ist, kommen uns hier einige Wanderer entgegen. Und so breit ist es hier nicht. Über den Mittleren Seewisee steigen wir in Ruhe ab in Richtung der Memminger Hütte. Schwer geschlaucht komme ich an dem Unteren Seewisee (2.230 m) an.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_14019.jpg Ansichten: 3 Größe: 396,7 KB ID: 3013982
    Das Seeköpfle spiegelt sich im Unteren Seewisee

    Mein Freund will hier baden. Denn mit den Coronabeschränkungen auf der Hütte wird es dort kaum Duschen geben. So packen wir unsere Sachen auf die Wiese und machen ein paar 100 Meter vor der Hütte unsere letzte Pause für heute.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_14016.jpg Ansichten: 3 Größe: 307,0 KB ID: 3013986
    Bergflora und -Fauna

    Ich vertage das mit dem Baden mal. Mir reicht es für heute! Ich will nur noch auf die Hütte. So raffe ich mich doch recht schnell wieder auf und gehe die letzten Meter zur Memminger Hütte (2.242 m).
    Corona hat hier einige Spuren hinterlassen! Vor der Hütte steht ein großes Zelt in dem Biertischgarnituren stehen. Vor der Hütte muss man die Stiefel ausziehen und die Rücksäcke ablegen. Ich diskutiere heute nicht lange und mache alles mit. Endlich habe ich die Füße unter einem Tisch in der Abendsonne und ein Bier oben drauf und genieße den späten Nachmittag. Langsam ziehen die Schatten an den Bergen entlang auf das Seeköpfle zu.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_14018.jpg Ansichten: 3 Größe: 437,3 KB ID: 3013984
    Chillen an der Memminger Hütte

    Das Abendessen der Halbpension ist erstaunlich mager. In der Größe meiner Suppentasse bekomme ich normalerweise Kaffee serviert. Frechheit! Aber das ist leider auf vielen Hütten so, die an viel begangenen Wegen liegen. So bin ich schon schneller wieder raus aus der Hütte um den Abend in Ruhe vor der Hütte zu genießen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_14017.jpg Ansichten: 3 Größe: 304,2 KB ID: 3013983
    Mondaufgang über der Freispitzscharte

    Endlich kühlt es auch entsprechend ab. Die Hitze bei dem heutigen Aufstieg hat mir schon ziemlich zugesetzt. Wir lassen den Abend in Ruhe an uns vorüberziehen und sind zur Hüttenruhe im Bett. Gute Nacht! Bis Morgen!
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    Zuletzt geändert von Wafer; 19.01.2021, 12:35.

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  • Wafer
    antwortet
    Löcher stopfen zum Ersten

    Ende August ist es wieder soweit: Wir haben beide Zeit und Lust auf dem E5 zu wandern. Und es soll im Bereich der Alpen sein. Auch das Wetter passt! Nur: Da reichen die freien Tage nicht um alles von Zwieselstein bis Fischen zu gehen. Es steht aber immerhin schon mal ein verlängertes Wochenende zur Verfügung. Das sollte reichen um von Landeck / Zams nach Fischen zu kommen. Damit wird das mit dem Auto noch eine Herausforderung aber auch die werden wir meistern. Wie es aussieht haben wir auch mit den Hütten Glück: Das Reservieren klappt zum Glück noch recht kurzfristig. Das machen wir noch unter der Woche. Und jetzt müssen wir auf Donnerstagnachmittag warten. Da wollen wir los ...

    33. Tag: Von Landeck nach Zams
    Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.

    Donnerstag, 20. August 2020
    Strecke: 2 Km
    Höhenmeter: ↑ 0 m, ↓ 0 m
    Gehzeit: 30 Minuten

    Etappe: 2 Km
    Etappenhöhenmeter: ↑ 0 m, ↓ 0 m
    Etappengehzeit: 30 Minuten

    Gesamtstrecke: 756 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 26.950 m, ↓ 26.750 m
    Gesamtgehzeit: 218 h 30

    Die Anfahrt wird spannend: Das Auto wollten wir eigentlich nach Lindau stellen. Die Bahnstrecken rund um Lindau werden aber aktuell mit Schienenersatzverkehr bedient. Na Prima! Während mein Freund fährt versuche ich zu ermitteln ab wo die Bahn wieder fährt. Das scheint der letzte österreichische Bahnhof zu sein: Lochau – Hörbranz.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: 01 Bahnhof Lochau-Hoerbranz direkt am Bodenseeufer.jpg
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ID: 3010785
    Bahnhof Lochau-Hörbranz direkt am Bodenseeufer

    Dieses Bild stelle ich noch schnell bei „Wo bin ich?“ ein. Da habe ich auf der Bahnfahrt wenigstens noch was zu tun!
    Als wir in Landeck ankommen ist es schon dunkel. Die ganz langen Tage sind halt auch schon vorbei! Leider beginnt es aber auch noch zu regnen. So tapern wir bei leichtem Regen vom Bahnhof Landeck-Zams an der Talstation der Venetbahn vorbei nach Zams hinein. Dort haben wir ein Doppelzimmer reserviert.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: 02 Naechtlicher Blick vom Zimmerbalkon.jpg
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ID: 3010784
    Nächtlicher Blick vom Zimmerbalkon

    Die Restaurants haben jetzt schon zu. Nur in einer Pizzaria wird uns noch die Karte gereicht. Das reicht uns – und Pizza ist immer gut! So sind wir dann auch beizeiten im Bett. Morgen gibt es vom Fleck weg einen heftigen Aufstieg. Das sollen über 2.000 Höhenmeter werden. Und der Wetterbericht spricht von sommerlichen Temperaturen. Das kann ja heiter werden!
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  • Wafer
    antwortet
    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    Hallo Weitwanderer.

    Zunächst sende ich dir ein herzliches Willkommen hier im Forum! Schön, dass du den Weg zu uns gefunden hast!

    Zitat von Weitwanderer Beitrag anzeigen
    Hallo und erstmals danke für deinen schönen Bericht! Deine ausgiebige Wanderungen hast du sehr schön mit Fotos dokumentiert.
    Vielen Dank!


    Zitat von Weitwanderer Beitrag anzeigen
    Dies erfrischt meine Erinnerung an die diesjährige Wanderung auf dem Via degli Dei in Italien von Bologna nach Florenz. War zwar meine erste Weitwanderung, dennoch bin ich schon ein großer Fan von Italien und das Wandern in diesem wunderbaren Land.
    Vor allem gutes Essen und schönes Wetter macht das Wandern in Italien zum Vorteil. Auch die verschiedenen Mentalitäten zwischen der verschiedenen Regionen waren sehr schön zu beobachten.
    Ist es euch auch so ergangen?

    Liebe Grüße und bis zur nächsten Wanderung !
    Das Wandern in Italien ist schon eine besondere Sache! Das Wetter ist deutlich wärmer als bei uns nördlich der Alpen. Damit ist der Hochsommer aber schon zu heiß! Für mich ist Wandern in Italien im Frühjahr und Herbst ideal. Die Kultur, das Essen, die Landschaften, ... Italien hat einem Weitwanderer schon einiges zu bieten! Ich hoffe, ich kann das noch feststellen! Wenn ich z.B. auf dem Europäischen Fernwanderweg E1 von der Schweiz her nach Italien reinkomme. So weit bin ich aber aktuell noch nicht. Dazu muss ich noch durch das Tessin wandern. Aber das hat ja auch schon einen Touch von Italien.
    Zu deinem Wanderweg Via degli Dei gibt es hier im Forum noch nicht viel zu finden. Hättest du nicht Lust ein paar Eindrücke von deiner Wanderung hier zu hinterlassen? Also mich hättest du als Leser schon gewonnen!

    Viele Grüße

    Wafer

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  • Weitwanderer
    antwortet
    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    Hallo und erstmals danke für deinen schönen Bericht! Deine ausgiebige Wanderungen hast du sehr schön mit Fotos dokumentiert.
    Dies erfrischt meine Erinnerung an die diesjährige Wanderung auf dem Via degli Dei in Italien von Bologna nach Florenz. War zwar meine erste Weitwanderung, dennoch bin ich schon ein großer Fan von Italien und das Wandern in diesem wunderbaren Land.
    Vor allem gutes Essen und schönes Wetter macht das Wandern in Italien zum Vorteil. Auch die verschiedenen Mentalitäten zwischen der verschiedenen Regionen waren sehr schön zu beobachten.
    Ist es euch auch so ergangen?

    Liebe Grüße und bis zur nächsten Wanderung !

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  • Wafer
    antwortet
    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    Epilog 5. Etappe
    Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.




    Den Weg am Rhein entlang finde ich erstaunlich abwechslungsreich und angenehm zu wandern. Zumindest auf der Schweizer Seite. Leider passt hier die Infrastruktur zum Essen und Übernachten nicht mehr sehr gut. Durch die vielen Rheinbrücken kann man aber fast jederzeit für diese Zwecke auf die deutsche Seite ausweichen. Da dort die Wanderwege meist eher auf Fahrradwegen geführt werden kehre ich aber immer sehr gerne möglichst schnell wieder in die Schweiz zurück.
    Ab Basel ändert sich der Charakter des E5 dann völlig: Vom Rhein mit seinen permanenten Bademöglichkeiten geht es weg und tendenziell aufwärts. Die Schweiz ist dann schnell verlassen und der Sundgau in Frankreich ist ein großartiges Wandergebiet! Die Deutsche Sprache zieht sich hier noch bis Pfetterhouse hinein. Danach habe ich niemanden mehr deutsch sprechen hören. Ich hatte aber auch nur noch sehr wenig Gelegenheit dazu. Aber auch dort hatten die Orte frühe auch deutsche Namen. Mangels Übernachtungsalternativen habe ich die Tour hier dann abgebrochen. Zu Coronazeiten scheint mein Wanderkonzept in dieser Region nicht ganz zu passen.
    Auf dem Weg zu meinem Auto lasse ich mir genau diesen Zusammenhang noch etwas durch den Kopf gehen. Ich habe noch Zeit und das Wetter ist gut. Wo würde diese Kombination passen? Mir fällt dazu der E1 ein. Durch die Schweiz ab dem Vierwaldstädter See hört man immer wieder, dass der Weg dort zu infrastrukturlastig wäre. Das ist jetzt aber genau das, was in Coronazeiten mit meinem Wanderkonzept zusammen noch passen sollte. Also reserviere ich mir in Brunnen am Vierwaldstädter See ein Zimmer und steige in Basel um in Richtung Brunnen. Dem E1 bin ich bisher auf dem Westweg und dem Querweg gefolgt. Ab Dingelsdorf war ich damals auf meinem Jakobsweg bis Brunnen auf dem E1 unterwegs – wie ich später festgestellt habe.
    Gegen 23 Uhr komme ich in Brunnen an und ziehe damit von meiner Wanderrute einfach nur 4 ab: Ich wechsle vom E5 auf den E1. Details dazu können im Reisebericht [DE, CH, IT] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Pforzheim nach Süden nachgelesen werden, sobald sie dort aufgetaucht sind .
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von Wafer; 01.12.2020, 22:55.

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  • MLO
    antwortet
    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    "complications" - o je! Aber schöne Eindrücke unterwegs!

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  • Wafer
    antwortet
    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    OT: So, das "Allgemeines Outdoor-Fotorätsel" ist gelöst und ich kann hier weiter schreiben.


    32. Tag: Von Ferrette nach Joncherey
    Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.

    Sonntag, 12. Juli 2020
    Strecke: 32 Km
    Höhenmeter: ↑ 575 m, ↓ 775 m
    Gehzeit: 7 h 20

    Etappe: 157 Km
    Etappenhöhenmeter: ↑ 2.000 m, ↓ 2.000 m
    Etappengehzeit: 36 h

    Gesamtstrecke: 754 Km
    Gesamthöhenmeter: ↑ 26.950 m, ↓ 26.750 m
    Gesamtgehzeit: 218 h

    Der Morgen begrüßt mich wieder mit blauem Himmel. So muss es gewesen sein: Das Leben von Gott in Frankreich! Ich mache mich reisefertig und schon klappert die Dame des Hauses in der Küche. Nach einem einfachen aber guten Frühstück gehe ich los. Hier hat es mir richtig gut gefallen! Es fällt mir schon fast schwer hier los zu laufen.


    Der untere Teil von Vieux Ferrette

    Die Sonne steht schon am Himmel. Zum Glück geht es gleich in den Wald. Hinter den Häusern geht es wieder aufwärts. Schöne Wanderwege führen mich auf den Rossberg.


    Schöne Wanderwege im Wald

    Ab und zu hat man trotz des recht dichten Waldes mal einen Ausblick auf das Dorf.


    Morgendliches Vieux Ferrette mit dem Chateau

    Oben auf dem Rossberg erwartet mich dann ein Turm: Der Rossbergturm. Genau so heißt auch ein Turm bei mir zuhause an der Albkante.


    Der Rossbergturm

    Ich bin heute noch recht frisch. Also hinauf! Die Stufen gehen recht steil aufwärts. Von Oben kommt mir ein Wanderer entgegen. Der letzte Teil ist dann eine senkrechte Leiter. Da macht es Sinn den Rucksack unten zu lassen.
    Oben ist die Aussicht dann einfach toll: Die Vogens im Nord-Westen, der Schwarzwald im Nord-Osten, der Jura im Süden und die Ausläufer des Sundgaus im Westen.


    Rossbergturmpanoramen

    Gefällt mir hier oben! Hätte ich den Rucksack mit hoch gebracht würde ich hier Pause machen. So steige ich aber doch recht schnell wieder hinunter. Dabei fällt auf, dass der Turm nichts für Leute mit Höhenangst ist!


    Luftige Konstruktion des Rossbergturms

    Der E5 führt mich durch den Wald auf Durlinsdorf zu. Alles sehr ordentlich hier: Gepflegte Waldwege und neue Unterstandshütten. Und der Weg ist hier noch sehr hügelig. Völlig unerwartet muss ich kurz vor dem Ort nochmal anständig rauf.


    Durlinsdorf - Ein typisch französischer Ortsname

    Am Ortsrand empfängt mich eine kleine Kapelle. Auch hier ist ganz vorbildlich alles offen.


    Die kleine Kapelle am Ortsrand von Dulinsdorf

    Etwas fantasielos geht es direkt an der Landstraße entlang zum nächsten Ort. So kann ich aber in die sprachlichen Grabenkämpfe der Region Einblick nehmen, die sich auch auf den Orts- und Straßenschildern niederschlagen.


    Bunte sprachliche Mischung auf Beschilderungen

    Liebsdorf hat sogar ein Hotel mit einem Restaurant. Das hatte ich bisher gar nicht auf dem Schirm. Hier wird aber gerade ein Familienfest vorbereitet. So fülle ich nur rasch etwas Schorle nach und mache mich wieder auf den Weg. Direkt gegenüber liegt die Kirche. Die heilige Messe läuft gerade bzw. liegt in den letzten Zügen. Kein Wunder, der Ort wirkt wie ausgestorben.


    Gläubiges Liebsdorf

    Am Ende der nächsten Querstraße geht es aus dem kleinen Weiler schon wieder hinaus. Und dann sehe ich ein Seltenheit bisher auf dem Weg: Der E5 ist direkt ausgewiesen.


    Was jetzt - Kilometer 0 oder Kilometer 2,3?

    Es geht an einen Bachlauf, an dem sich ein kleiner See an den anderen reiht. An manchen stehen kleine, gepflegte Wochenendhäuschen.


    Auf dem Weg zum Kilometer Null

    Ein paar Meter weiter wird der Weg dann kleiner und mutiert zum Trampelpfad. Das dürfte daran liegen, dass ich nochmal direkt an der Grenze zur Schweiz entlang wandere. Der kleine Bach ist hier für wenige hundert Meter Grenzfluss. Ein alter Betonbunker auf französischer Seite erzählt davon, dass es hier nicht immer so friedlich war.


    Deutscher und Schweizer Bunker aus dem Ersten Weltkrieg

    Das mit den Bunkern kenne ich ja schon ganz gut. Allerdings waren die am Rhein entlang jüngeren Datums: Die waren aus dem Zweiten Weltkrieg, diese hier aus dem Ersten.
    Über eine kleine Brücke betrete ich mal wieder die Schweiz.


    Grenze zur Schweiz

    Auf der Schweizer Seite steht dann der nächste Bunker. Und ich werde auf einen Schweizer Wanderweg aufmerksam, der mit ein paar Hinweisschildern auf die Bedeutung dieser Region im Ersten Weltkrieg aufmerksam macht. Hier, am „Kilometer Null“ begann die Kriegsfront im ersten Weltkrieg und reichte bis an die Nordsee. Die Spur des Ersten Weltkrieges hatte ich am Beginn der Tour ja auch schon mal aufgenommen.


    Verschiedene Versionen des Grenzstein 111 - Km Null der Westfront

    Hier stehen mehrere Grenzsteine 111 aus verschiedenen Epochen. Und auch heute noch direkt auf der Grenze.


    Kilometer Null

    Direkt dahinter führt ein kleiner Pfad mich wieder nach Frankreich hinüber. Wieder ein kleiner See, eine Mühle, ... – in heutigen Zeiten zum Glück eine sehr friedliche Gegend. Hoffentlich bleibt das noch ein paar Jahre so!


    Die Obere Mühle

    Im weiteren Verlauf wird der E5 auf einer ehemaligen Bahntrasse geführt. Auch wieder genau auf der Grenze. So überschreite ich heute ungezählte Male Landesgrenzen. Auch hier hat ein Alter Eisenbahnwagon eine Rolle gespielt. Erinnert mich irgendwie an den Wald von Compiegne.
    Teilweise im Wald und teilweise am Waldrand führt der kleine Wanderweg auf Pfetterhouse, ehemals Pfetterhausen, zu.


    Grenzwege

    Direkt an der Grenze zwischen den Schweizer Gemeinden Bonfol und Bournevesin liegen ein paar Findlinge, an denen dieser Sachverhalt festgehalten wurde.


    Grenzdörfer

    Der weitere Weg kreuzt direkt am alten Zollhaus die Straße zwischen Pfetterhouse (F) und Beurnevesin(CH). Ich mache einen kleinen Abstecher nach Pfetterhouse weil es direkt am Ortseingang eine Pizzaria gibt. Dort will ich Mittagessen und die Übernachtung planen.
    Ich habe gestern beim Abendessen eine Nummer eines Chambre D’Hotes in Rechesy bekommen. Zudem soll es in Suarce eine Pension geben. Dann habe ich noch 2 Nummern von B&B’s in Delle. Die telefoniere ich alle ab. Und nirgends ist was zu kriegen. Entweder machen die Leute gerade selber Urlaub, weil während Corona eh keiner kommt, oder die haben deswegen ganz zu. Oder ich erreiche niemand. Unbefriedigend! Aber es gibt ja noch eine Pension mit Restaurant in Rechesy.
    Mit etwas Bauchweh mache ich mich aber erstmal auf den Weg. Am Sportplatz vorbei geht es über die Wasserscheide zurück auf den Weg.


    Landesgrenze an der Wasserscheide

    Meist direkt auf der Grenze geht es nach Westen. Ich verlasse hier übrigens auch die Region Grand Est und betrete Bourgogne-Franche-Comte. Hier steht eine Schutzhütte mit dem Kilometerstein 146 davor: Der „Borne des Trois Puissances“. Fairerweise muss ich zugeben, dass ich das aber erst später im Rahmen eines „Allgemeines Outdoor-Fotorätsel“ festgestellt habe. Da war ich gedanklich wohl zu sehr mit der Quartiersuche beschäftigt!
    In Rechesy hat die Pension dann zu. In Suarce erreiche ich endlich jemanden aber die haben keinen Platz mehr für mich. Das wäre der offizielle Verlauf des E5 gewesen. Also halte ich auf Delle zu. Dort gibt es eine Bahnlinie. An Bahnlinien gibt es meistens auch kleine Hotels.


    Rechesy oder Röschlitz

    Ab Rechesy versuche ich dem Bachtal der La Vendeline zu folgen. Klappt aber nicht immer! Der Weg am Bach hört unvermittelt auf. Also halte ich mich an die Straße. Das zieht sich etwas. Über Courtelevant komme ich nach Florimont.


    Abflug

    Ab Faverois versuche ich es noch nebenher mit trampen. Ist aber leider erfolglos. Schon recht fertig komme ich nach Joncherey. Hier gibt es einen Bahnhof. Aber kein Hotel und keine Pension. Und keinen Zug mehr vor 23 Uhr 43. Also stelle ich mich an die Straße in Richtung Belfort. Das nächste Auto nimmt mich gleich mit. In den nächsten Dörfern entlang der Bahnlinie gibt es auch nichts zum Übernachten. Am TGV-Bahnhof von Belfort-Montbeliard gibt es dann endlich ein Hotel. Und einen Halt des Regionalzuges, mit dem ich morgen nach Joncherey zurück kann. Passt doch! Zumindest einigermaßen. An der Rezeption wird mir dann beschieden, dass das Hotel voll sei. Nun ist meine Geduld aber so langsam zu Ende. Zumal morgen eine ähnlich schlechte Unterkunftslage zu erwarten ist. Danach wird es wieder besser. Da bleibt mir nicht mehr viel übrig: In die Stadt Belfort will ich eigentlich nicht noch weiter fahren. Wer weiß ob es da besser wird? Ich denke diesen Teil der Tour muss ich zuhause mal besser vorplanen oder nicht zu Corona-Zeiten wandern. Der nächste TGV, der einfährt nimmt mir die Entscheidung fast ab: Er fährt nach Basel! Also schieße ich mir schnell ein Ticket mit dem Handy und steige ein.
    Damit endet meine E5-Tour hier leider etwas sehr ungeplant. Aber das ist der E5 von mir nun ja schon gewöhnt! Ich hoffe, dass ich das in nächster Zeit nochmal mit einer etwas optimierten Planung wieder aufnehmen kann.
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 22:03.

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  • Wafer
    antwortet
    AW: [IT, AT, DE, CH, FR] Unterwegs auf dem E5: Verona - Bozen - Bodensee - ?

    Zitat von MLO Beitrag anzeigen
    Wunderbarer Bericht!
    Wafer, ich lese deine Schilderungen plus Fotos immer mit großem Genuss!
    Sowas liest man immer wieder gerne! Danke!

    Zitat von MLO Beitrag anzeigen
    Im mehrdeutigen Sinne; denn bei dem Essen wäre ich gerne dabei gewesen.
    Tu dir keinen Zwang an! Das Kulinarische gehört für mich genauso zum Reisen und Erleben wie das Wandern selber oder der Kontakt zur Bevölkerung. Aber: Alleine essen ist ja ganz nett - aber nicht alleine ist netter! So meditativ das Wandern alleine ist - Abends im Restaurant ist es etwas eintönig! Und so gut, dass ich im Restaurant Anschluss an Einheimische finde, ist mein Französisch dann auch wieder nicht.

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