Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

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  • Ditschi
    Freak

    Liebt das Forum
    • 20.07.2009
    • 11108

    • Meine Reisen

    #61
    AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

    Ist es, wie Torres feststellt, nicht überall so im Leben, daß ich verzichten muß, wenn ich mir etwas nicht leisten kann ?
    Ob " Feststellung" oder Drohung, das Wort ist mir egal. Was nicht passieren darf, ist, daß da legales Campen auf Naturlagerplätzen und illegales Wildcampen nebeneinander geschehen. Das wäre der Tod der Naturlagerplätze. Was sollen denn die zu so einer Ungleichbehandlung sagen, die -- ebenfalls nicht begütert-- brav buchen und bezahlen, während 10 m weiter jemand illegal sein Zelt aufschlägt und umsonst nächtigt? Und die Gegner der Naturlagerplätzen in den Interessenverbänden werden sagen: " Habe ich doch gleich gesagt. Das wird nicht angenommen".
    Umsonst wird es diese Plätze wohl nie geben, denn sie müssen nicht nur gebaut, sondern auch unterhalten werden. Und es wird immer welche geben, denen selbst ein Euro zuviel ist.
    Ditschi

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    • nimrodxx
      Fuchs
      • 10.03.2009
      • 1662

      • Meine Reisen

      #62
      AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

      Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
      IUnd es wird immer welche geben, denen selbst ein Euro zuviel ist.
      Und darüber sollte man reden können, ohne das einem gleich einer Neid oder Drohungen unterstellt der das anspricht!

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      • Ditschi
        Freak

        Liebt das Forum
        • 20.07.2009
        • 11108

        • Meine Reisen

        #63
        AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

        Ja, und ich denke, daß sich Dominik und seine Mitstreiter über den Preis Gedanken machen. Aber es gibt etwas zu bezahlen, und das muß eingespielt werden. Ich überschaue nicht, welcher Spielraum da konkret verbleibt.
        Und nochmal: wer sich, was immer das dann kostet, die Übernachtung nicht leisten kann, der muß halt verzichten.
        Scheinhelig finde ich aber dieses: "Hach, wie schön, was Ihr da macht und daß es das gibt; aber bezahlen? Illegales Wildcampen voher war schließlich umsonst." Die Diskussion, daß es einigen zu teuer ist, hätten wir bei jedem Preis.
        Prima, wenn Dominik mit 5,-€ auskäme. Und wenn nicht, sind es eben 10,-€. Wer die nicht hat, kann da nicht nächtigen.
        Ditschi

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        • sompio

          Erfahren
          • 25.04.2013
          • 264

          • Meine Reisen

          #64
          AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

          Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
          Umsonst wird es diese Plätze wohl nie geben, denn sie müssen nicht nur gebaut, sondern auch unterhalten werden.
          Für die BRD hast du da wohl recht. Z. B. in Finnland scheint man das Vorhalten dagegen für eine grundlegende Staatsaufgabe zu halten.

          Ich finde es toll, wenn es hier inzwischen auch ein paar Naturlagerplätze gibt und werde sie, falls ich in der Gegend unterwegs sein sollte, selbstverständlich auch nutzen. Ihr ganzes Potenzial würden sie für mich aber erst entfalten, wenn es sehr viel mehr davon gäbe (überall, wo es auch Wanderwege gibt) und das Erfordernis der Vorabbuchung entfiele. Das bleibt einstweilen ein ferner Traum. Aber jeden Schritt in dies Richtung befürworte ich.

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          • Igelstroem
            Fuchs
            • 30.01.2013
            • 1492

            • Meine Reisen

            #65
            AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

            Kurze Überschlagsrechnung. Bei einer Tour von 20 Tagen würde man für Übernachtungen in Pensionen ca. 600 EUR ausgeben; das wäre mir zu viel und war früher mal der erste Anlass, wieso ich bei ODS gelandet bin.

            Bei Nutzung von Naturlagerplätzen (vorausgesetzt es gäbe überall welche) hätte man Übernachtungskosten von 200 EUR, etwa dem Preis eines Schlafsacks entsprechend. Bei Campingplätzen wären die Kosten ähnlich. Wenn man sich das nicht leisten kann oder will (was ich für denkbar halte), findet man wahrscheinlich eine andere Lösung, wie bisher auch; die besteht aber nicht ernsthaft darin, dass man sein Zelt neben die Plattform stellt.

            Für mich ist das oben schon mal folgenlos angesprochene Problem des Buchungssystems und des daraus erwachsenden Planungszwangs allerdings das größere Hindernis. Das hat schon eine gewisse Dialektik. Denn einerseits sehe ich mich z.B. im Pfälzer Wald praktisch nicht in der Lage, die vorhandenen Lagerplätze zu nutzen, andererseits würde man mich jederzeit darauf verweisen können, dass es sie ja gebe. Wenn man eine strenge Etappenplanung ausschließt (was ich bei 20 Tagen jedenfalls tun würde), hat man also eventuell Gründe, Regionen zu meiden, in denen es Naturlagerplätze mit Buchungssystem gibt. Das war bisher für mich nur so ein Vorgefühl, von dem ich noch nicht wusste, ob es nicht eine Überproblematisierung ist; aber Torres hat das jetzt sozusagen explizit ausgesprochen: Wer mit diesem System von Naturlagerplätzen nicht klarkomme, könne ja in andere Regionen und andere Bundesländer fahren.

            Andererseits: Wenn man neben einem Bauernhof ein kleines Wiesenstück zum Zelten vorsieht, kann man vielleicht auf ein Buchungssystem verzichten, siehe den anderen Thread.
            Lebe Deine Albträume und irre umher

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            • Torres
              Freak

              Liebt das Forum
              • 16.08.2008
              • 27366

              • Meine Reisen

              #66
              AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

              @Dominik
              Ist eigentlich eine Art Geschenkgutschein geplant? Es wäre doch eine super Idee, wenn die Freunde zusammenlegen könnten, um denjenigen, die wirklich nicht das Geld haben, die Übernachtungsgebühren zu schenken.

              Und darüber sollte man reden können, ohne das einem gleich einer Neid oder Drohungen unterstellt der das anspricht!
              Selbstverständlich. Wenn aber auf die Tränendrüse gedrückt wird, um implizit denjenigen, die sagen, der Preis ist im Rahmen, zu unterstellen, sie würden eine Klassengesellschaft zementieren, dann finde ich das den Einstieg zu einer Neiddebatte, nach dem Motto: Nur für die Reichen. Daher die Wortwahl. Denn ich finde eine Unterscheidung in Die und Wir nicht förderlich.

              Ich habe jahrelang extrem wenig Geld gehabt und hätte mir noch nicht einmal die Anreise leisten können. Wenn mir aber etwas sehr wichtig war, habe ich solange gespart, dass es irgendwie ging. Also worüber reden wir? Heute kann ich mir die zehn Euro leisten, und ich wäre peinlich berührt, wenn ich jetzt eine Übernachtung subventioniert bekäme, weil ein paar Leute sich die zehn Euro nicht leisten können. Gerade weil ich weiß, wie es ist, kein Geld zu haben, versuche ich so viel wie möglich derartige Projekte zu unterstützen und finde es völlig in Ordnung, wenn andere ebenfalls dazu angehalten werden. Natürlich könnten man auch ein Spendensystem errichten, das wäre sicherlich besser. Mit freiweilliger Spendenbasis habe ich in diesem Land allerdings sehr schlechte Erfahrung gemacht. Diejenigen, die wenig Geld haben, sind meist großzügiger, als diejenigen mit einem gefüllten Bankkonto.

              Vielleicht können wir uns als ods aber überlegen, inwieweit wir dann Patenschaften übernehmen für Leute, denen wir diese Erfahrungen ermöglichen wollen und die es sich tatsächlich nicht leisten können.
              Ansonsten bleiben immer noch Brandenburg oder Schleswig-Holstein, wo ja - wie bekannt - wildcampen erlaubt ist. Ohne Plattformen.

              Für mich bleibt dieses Projekt der erste Schritt, um vielleicht irgendwann ein System zu haben, wie es Finnland kennt. Natürlich ist Finnland viel viel weniger stark besiedelt und kämpft in den Ballungsräumen inzwischen ebenfalls mit Vandalismus. Wichtig ist doch, in den Köpfen der Tourismusmanager und Nationalparkverwalter erst einmal zu verankern, dass es Menschen gibt, die anders Outdoor sein wollen und auch bereit sind, sich an Regeln zu halten und ein Gewinn (Empfehlungsmarketing) für die Regionen sind.
              Ach wie flüchtig, ach wie nichtig, ist der Menschen Leben. Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet. (Franck 1652 / Bach 1724, Leipzig)

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              • Waldhexe
                Alter Hase
                • 16.11.2009
                • 2520

                • Meine Reisen

                #67
                AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

                Zitat von sompio Beitrag anzeigen
                Für die BRD hast du da wohl recht. Z. B. in Finnland scheint man das Vorhalten dagegen für eine grundlegende Staatsaufgabe zu halten.
                Das finde ich ist ein sehr wichtiger Punkt! Auch Wanderwege, Bänke, Grillplätze und öffentliche Grünanlagen kosten viel Geld, es wird aber von den Gemeinden als notwendige Infrastruktur angesehen. Vorsorge für die Kurzzeiterholung (Feierabend/Wochenende) ist eine Pflichtaufgabe und ist Argument im "Kampf" um Einwohner und Fachkräfte.

                Ein weiterer Aspekt liegt in der Vermeidung von Verkehr, hier speziell der Freizeitverkehr. Wenn man sich auch "vor der Haustür" oder mit ÖPNV gut und schnell erreichbar erholen kann, fährt man nicht weißwohin.
                Hinzu kommt, dass Wandern und Trekken als "sanfter Tourismus" und nachhaltiger Tourismus (der z.B. Kultur und Infrastruktur vor Ort stärkt) nach wie vor sehr stark im Aufschwung ist, meiner Meinung nach völlig zu Recht!

                Außerdem wird der soziale Aspekt durchaus gesehen, dass sich nicht jeder teure Ausflüge oder Kurzurlaube auf Malle oder in der Toskana leisten kann und gerade die einkommensschwache Bevölkerung von diesen Anlagen am meisten profitiert. Nicht umsonst wird (zum Beispiel bei mir in der Region Stuttgart) viel Fördergeld in die Landschaftsparkkonzepte (Link auf "meinen", Seite ist nicht ganz aktuell) gesteckt.
                Die Kommunen haben also ein starkes Interesse an "grüner Infrastruktur" und sanfter Freizeitnutzung der Landschaft vor Ort. Ich finde, man sollte das nach und nach durchaus auf Naturlagerplätze übertragen!

                Das Ziel wäre - nachdem das Netz an solchen Plätzen zunimmt - dass in geeigneten Landschaften Naturlagerplätze so selbstverständlich werden wie der Wanderparkplatz oder die Grillstelle - deren Benutzung übrigens kostenlos ist und deren Einrichtung und Unterhalt die Kommunen auch sehr viel Geld kostet...

                Gruß,

                Claudia

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                • Flachlandtiroler
                  Freak
                  Moderator
                  Liebt das Forum
                  • 14.03.2003
                  • 25203

                  • Meine Reisen

                  #68
                  AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

                  Ich finde die zehn Euro angemessen. Eine Konkurrenz zu kommerziellen Unterkünften ergibt sich m.M.n. nicht, da die Zielgruppe "ich schleppe mein ganzes Zeug selber" eine völlig andere und im übrigen zahlenmäßig belanglos ist.
                  Wer aus dieser Zielgruppe den Zehner nicht hat, spart auch den Fünfer und beruft sich auf das elfte Gebot...

                  Es stellt sich allerdings schon die Frage, ob so ein fürderungswürdiges Projekt sich grundsätzlich auf Dauer selbst finanzieren muss.
                  Meine Reisen (Karte)

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                  • Freierfall
                    Fuchs
                    • 29.06.2014
                    • 1003

                    • Meine Reisen

                    #69
                    AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

                    Ich teile Igelstroems Bedenken und finde gerade solche Aussagen wie von Ditschi (dann müssen wir halt petzen dass da mehr Kontrolliert wird) erschreckend. Zuerst habe ich mich über das Entstehen von solchen Naturlagerplätzen gefreut, weil ich erhofft habe dass ich dadurch mehr Möglichkeiten haben werde, meine Touren anzugehen.
                    Da ich aber auch idR. nicht vorher weiß, wo ich übernachten werde, würden Übernachtungen auf solchen Lagerplätzen völlig andere Touren erfordern, die auch interessant sind, aber für mich lediglich eine seltene Alternative der gesamten Wochenendplanung. Nicht wegen des Preises, sondern der Unflexibilität. Die Naturlagerplätze Konurrieren mMn nicht mit Wildzelten, sondern mit Campingplätzen, wobei sie durch die mangelnde Flexibilität (wenige Stellplätze) den Campings sogar stellenweise unterlegen sind.
                    Zu Wildzelten kann man jetzt unterschiedlich stehen, aber zuvor gabs wenigstens das Argument, dass es einfach keine anderen Möglichkeit gab, es gab ja keine legalen Zeltplätze, von sehr wenigen Campingplätzen abgesehen. Jetzt denjenigen, die gerne Spontan unterwegs sind (auch während einer Tour) mit dem moralischen Zeigefinger zu kommen, das dürften sie jetzt in der Eifel noch viel weniger als ohnehin schon, da gäbs ja jetzt die Naturlagerplätze, finde ich da völlig überzogen und unangebracht. Es sind einfach keine realistischen Alternativen für eine bestimmte Art zu Reisen/Wandern. Und (zum Glück) ist die Eifel groß.
                    Zuletzt geändert von Freierfall; 06.04.2016, 11:43.

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                    • Flachlandtiroler
                      Freak
                      Moderator
                      Liebt das Forum
                      • 14.03.2003
                      • 25203

                      • Meine Reisen

                      #70
                      AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

                      Ist halt grundsätzlich eine zweischneidige Sache:
                      Soll man "funktionierende" Grauzonen erhalten oder lieber regulieren?

                      Wenn man reguliert, gibt es halt einen legalen Weg und alles andere ist dann nicht mehr grau, sondern automatisch illegal.
                      Da der Bekanntheitsgrad mit der Veröffentlichung steigt, ist es mit dem "funktionieren" dann womöglich auch vorbei...

                      OT: Ziemlich vergleichbare Diskussionen gibt es, wenn Klettergebiete öffentlich gemacht oder breitenwirksam abgesichert werden. Da kommen dann sogar mitunter radikale Kletterer selber und sabotieren die Einrichtung, weil sie die Öffentlichkeit und die damit verbundenen Massen (Sportklettern ist ja Trendsport geworden) nicht wollen.
                      Meine Reisen (Karte)

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                      • Dominik

                        Vorstand
                        Moderator
                        Lebt im Forum
                        • 11.10.2001
                        • 9169

                        • Meine Reisen

                        #71
                        AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

                        Spannende Diskussion!
                        Grundsätzlich kann in Bezug auf die Nationalparkregion Eifel gesagt werden, dass es hier mittlerweile kaum noch Grauzonen gibt. Wird man beim Wildcampen erwischt darf man sich in der Regel über ein Bußgeld ärgern. Das gilt noch mehr für den Nationalpark selbst. Der Konflikt zwischen Wildcampern und Flächenbesitzern besteht hier schon seit einiger Zeit. Von daher ist eine Alternative in meinen Augen und in Bezug auf diese Region sinnvoll. Man kann hier auch von Besucherlenkung oder Konfliktvermeidung sprechen.

                        Langfristig würd ich mir persönlich natürlich auch ein Jedermannsrecht wünschen und ich glaube sogar, dass soetwas - mit klaren Regeln - auch in bevölkerungsstarken Ländern wie Deutschland funktionieren kann. Davon sind wir aber momentan noch sehr weit entfernt. Die sozialpflichtigkeit des Eigentums (hier: Wald inkl. Wegerecht etc.) wird momentan ja heiß diskutiert. In Bezug auf das Thema draußen übernachten sind wir sogar eher in der Position beweisen zu müssen, dass diese Form von Outdoorsport unproblematisch ist. Empfehlenswert ist es, wenn die Möglichkeit besteht, an Entscheidungsgremien teilzunehmen. Da wird dann ganz schnell deutlich, dass ein Jedermannsrecht in Deutschland momentan leider in weite Ferne gerückt ist.
                        Offizieller Ansprechpartner: Naturlagerplätze - Eifel

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                        • Ditschi
                          Freak

                          Liebt das Forum
                          • 20.07.2009
                          • 11108

                          • Meine Reisen

                          #72
                          AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

                          Zitat Freierfall:
                          Die Naturlagerplätze Konurrieren mMn nicht mit Wildzelten, sondern mit Campingplätzen,
                          Da ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Nein, Naturlagerplätze sind legales (kostenpflichtiges) Wildcampen und werden in der Absicht errichtet, das illegale Wildcampen zu legalisieren. Sie konkurrieren nicht mit dem Wildcampen, sie verdrängen es. Für letzteres bleibt dann wirklich kein Raum, denn sonst bekommen wir da eine Zweiklassengesellschaft, die keiner will: die Dummen., die auf Naturlagerplätzen legal wildcampen und dafür sogar noch zahlen; und die "Schlauen", die sich in die Büsche schlagen.

                          Zitat Flachlandtiroler:
                          Wenn man reguliert, gibt es halt einen legalen Weg und alles andere ist dann nicht mehr grau, sondern automatisch illegal
                          Stimmt. Und dann sogar noch illegaler als illegal.
                          Ich habe nicht zum Petzen aufgefordert, sondern wollte klarmachen, daß illegales Wildcampen nicht kostenlos ist und daß das Bußgeld die Kosten eines Naturlagerplatzes bei weitem übersteigt. Die Wildcamper spekulieren darauf, daß die Ordnungsbehörden das nicht machen, wofür sie bezahlt werden: nämlich tatsächlich einmal zu kontrollieren.

                          Dänemark hat ein gemischtes System: Flächendeckend Naturlagerplätze, teils kostenlos, teils kostenpflichtig, und zum Teil frei gegebene Wälder zum Zelten. Dafür sind die Strafen empfindlich für alle, die das System nicht nutzen und trotzdem noch illegal wild campen. Und vor allen Dingen steht die Bevölkerung hinter dem System. Wer sich dort nicht daran hält, hat nichts zu lachen.

                          Ja, die Diskussion ist spannend, weil erst jetzt einigen klar wird, daß es neben einem System von legalen Naturlagerplätzen keinen Raum mehr geben kann für die Rechtfertigung von illegalem Wildcampen. Wenn es sie denn je gab?

                          Ditschi

                          Kommentar


                          • Igelstroem
                            Fuchs
                            • 30.01.2013
                            • 1492

                            • Meine Reisen

                            #73
                            AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

                            @Ditschi: Du ignorierst das von FreierFall und mir aufgeworfene Problem.


                            @Dominik: Weiß nicht, ob ich in Deutschland für ein Jedermannsrecht plädieren würde. – Mir scheint es pragmatisch wichtig, dass bei den Naturlagerplätzen die Nutzungsschwelle bewusst niedrig gehalten wird. Es müsste z.B. (meinetwegen nur für angemeldete ›Systemkunden‹) möglich sein, ad hoc am leeren Lagerplatz (oder kurz vorher) zu buchen und sich dann ggf. durch eine SMS als Buchungsbestätigung auszuweisen.
                            Lebe Deine Albträume und irre umher

                            Kommentar


                            • Dominik

                              Vorstand
                              Moderator
                              Lebt im Forum
                              • 11.10.2001
                              • 9169

                              • Meine Reisen

                              #74
                              AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

                              Es müsste z.B. (meinetwegen nur für angemeldete ›Systemkunden‹) möglich sein, ad hoc am leeren Lagerplatz (oder kurz vorher) zu buchen und sich dann ggf. durch eine SMS als Buchungsbestätigung auszuweisen.
                              Das funktioniert bereits jetzt ähnlich - zwar keine SMS aber per eMail und Smartphone. Die Netzabdeckung ist an den Lagerplätzen grundsätzlich okay (je nach Vertrag).

                              Kostenlos wäre sicherlich charmant. Ich betrachte das persönlich aber als Fernziel .
                              Offizieller Ansprechpartner: Naturlagerplätze - Eifel

                              Kommentar


                              • Abt
                                Lebt im Forum
                                • 26.04.2010
                                • 5726

                                • Meine Reisen

                                #75
                                AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

                                Natürlich bin ich begeistert, dass ihr das Tabu-Thema angeht. Immerhin so viele Leute zu aktivieren, ist eine Leistung.
                                Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass so etwas wie Wildcampen ohne Zahlung und Voranmeldung über die Bühne gehen kann.

                                Ihr errichtet mit das Klohäuschen und den Bretterboden aber wieder etwas zusätzliches künstliches in einem Stück Natur, wo es eigentlich nichts zu suchen hat. Paar über Kreuz gelegte Baumstämme als Sitzgelegenheiten um die Feuerstelle langen doch vollkommen und sind für Vandalen nicht so die Begierde der Erfüllung. Auch sollte sich ein etwas eben hergerichtetes Fleckchen für paar mehr Zelte finden. Mensch, machts bitte nicht so kompliziert.
                                Zweimal im Jahr dort den Müll einholen, sollte ok sein. Ob das unbedingt im NP liegen muss, kann ich von hier aus natürlich nicht überschauen. Ok wenn die NP-Verwalung mitmacht... in großen NP ist es sicher gut, den Camp vor Ort einzurichten.
                                Auch mit der Bekanntgabe der Plätze verstehe ich die Geheimhaltung nicht, entweder man will oder man will nicht.
                                Aber, das sind meine ganz privaten Gedanken dazu, jeder darf auch eine andere meinung haben. Aber ich würde kein unbekanntes Klo im Walde aufsuchen wollen, und mir auch keinen Bretterboden als Zeltunterlage aussuchen wollen. Wenn ich campen in der Natur will, dann bitte ohne Verwaltugsaufwand.

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                                • Freierfall
                                  Fuchs
                                  • 29.06.2014
                                  • 1003

                                  • Meine Reisen

                                  #76
                                  AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

                                  Da ist der Wunsch der Vater des Gedankens. Nein, Naturlagerplätze sind legales (kostenpflichtiges) Wildcampen und werden in der Absicht errichtet, das illegale Wildcampen zu legalisieren. Sie konkurrieren nicht mit dem Wildcampen, sie verdrängen es.
                                  Ein Angebot wird nur dann genutzt, wenn es einen Mehrwert bietet.
                                  Der ist bei einem Naturlagerplatz wie hier gegenüber einem Campingplatz dass man Ungestört ist und ggf. in schöner Landschaft zelten kann. Zudem Teilweise die Lage, Teilweise sind da einfach keine Campingplätze. Der Nachteil ist das Fehlen von Infrastruktur (in unserem Fall zu vernachlässigen) und die Spontanität, die durch Vorbuchung und insb. Platzmangel eingeschränkt wird. Auf nem CP ist fast immer noch Platz für ein weiteres kleines Zelt.
                                  Bei einem Naturlagerplatz gegenüber Wildzelten ist der "Vorteil" zum einen die berechenbaren Kosten (10€ vs. ???€*geringe % erwischt zu werden, zumindest außerhalb des Nationalparks) zum anderen aber dass ich weiß, ich kann da in Ruhe und ohne verjagt zu werden Zelten, der Ebene, geeignete Untergrund und das Klohäuschen. Der Nachteil wieder bei der Flexibilität.

                                  Sie konkurrieren nicht mit dem Wildcampen, sie verdrängen es. Für letzteres bleibt dann wirklich kein Raum, denn sonst bekommen wir da eine Zweiklassengesellschaft, die keiner will: die Dummen., die auf Naturlagerplätzen legal wildcampen und dafür sogar noch zahlen; und die "Schlauen", die sich in die Büsche schlagen.
                                  Um etwas zu verdrängen, muss es erstmal die selbe Nachfrage bedienen. Tut es, aus den geschilderten Gründen mMn aber nicht.
                                  Zuletzt geändert von Freierfall; 06.04.2016, 13:37.

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                                  • Markus K.

                                    Lebt im Forum
                                    • 21.02.2005
                                    • 7452

                                    • Meine Reisen

                                    #77
                                    AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

                                    Zitat von Dominik Beitrag anzeigen
                                    Spannende Diskussion!
                                    Grundsätzlich kann in Bezug auf die Nationalparkregion Eifel gesagt werden, dass es hier mittlerweile kaum noch Grauzonen gibt. Wird man beim Wildcampen erwischt darf man sich in der Regel über ein Bußgeld ärgern. Das gilt noch mehr für den Nationalpark selbst. Der Konflikt zwischen Wildcampern und Flächenbesitzern besteht hier schon seit einiger Zeit. Von daher ist eine Alternative in meinen Augen und in Bezug auf diese Region sinnvoll. Man kann hier auch von Besucherlenkung oder Konfliktvermeidung sprechen.
                                    [...]
                                    Hervorhebung durch mich.

                                    Einigen hier ist entgangen, dass es sich hier um einen Nationalpark handelt. AFAIK (lasse mich gerne berichtigen und aufklären) war es bisher nicht möglich in Naturparks, Nationalparks und sonstigen geschützten Gebieten legal im Zelt zu nächtigen. Die Ranger nehmen, das entnehme ich einigen Berichten und Anekdoten hier aus dem Forum, ihre Aufgabe sehr ernst. Und das hat nichts mit verpetzen oder anzeigen zu tun, wie hier gerne anderen unterstellt wird.

                                    Dafür wurden mit u.a. Dominiks Engagement die erste Stufe erklommen. Wie sich das Bezahlmodell bewährt, wird sich zeigen.

                                    @Dom
                                    Habt ihr verschiedene Bezahlmodelle durchgespielt bzw. ist das eine Option neben Direktbuchung der Übernachtungsplätze, eine Art Permit (nach US Vorbild) für den Nationalpark für einen Zeitabschnitt (Monat, Jahr, etc.) oder gar ein Bezahlsystem nach Norwegischem Hüttenvorbild (Schlüssel für die Hütten, vielleicht könnte Zwimon hier ein paar Auskünfte erteilen?)


                                    Folgende Punkte möchte ich noch gerne zur Diskussion stellen:

                                    Auf meiner Wanderung in NFL auf dem East-Coast-Trail bin ich einigen solchen Plattformen begegnet. Mir war damals nicht bewusst, dass ich mein Zelt (Helsport Fjellheimen Camp 2) eigentlich auf die Plattform stellen sollte, da es nicht selbstständig steht, sondern durch erst durch die Schnüre Stabilität erhält. Hinweistafeln vor Ort finde ich daher eine gute Sache.

                                    Userin Meerberge ist den Trail vor mir gelaufen und teilte mir ihre Erfahrungen mit. So sind diese Plätze teilweise immer etwas müllig, und es sammelen sich allerhand Objekte an. In Zeiten von Einweggrills und monströsen Lebensmittelverpackungen würde ich in der Saison mit einer Entsorgung alle zwei Wochen rechnen.

                                    Und nicht nur Müll wird gerne in der Natur verteilt, sondern auch die Mülltonnen selbst, werden gerne mal an andere Plätze gestellt. (Am Korker Baggersee müssen die Blechtonnen mit Ketten an Betonblöcken befestigt werden, damit die Tonnen samt Inhalt nicht im Wasser landen.)


                                    Hier mal ein paar Beispielbilder:



                                    Die Toiletten waren immer ein paar Meter abseits der Lagerplätze. Schwarzbären gibt es aber auf der Avalonhalbinsel keine.




                                    Da das Meer nur ein paar Meter entfernt ist, meistens hohe Klippen, findet sich eben Bootsausrüstung.




                                    Die Platform ist natürlich ideal um bei feuchten Bedingungen seinen Krempel durchsortieren zu können.




                                    Wurde hier vergessen, deponiert, entsorgt?




                                    Auch damit muss gerechnet werden: dass die Wanderer Leinen spannen, um die Klamotten und Ausrüstung zu trocknen.
                                    Zuletzt geändert von Markus K.; 07.09.2016, 13:00.
                                    "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur das falsche Fell!"

                                    -Samson und Beowulf- Als Hunde sind sie eine Katastrophe, aber als Menschen unersetzbar.

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                                    • Gast-Avatar

                                      #78
                                      AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

                                      Zitat von Abt Beitrag anzeigen
                                      Zweimal im Jahr dort den Müll einholen, sollte ok sein.
                                      Ich bezweifle, dass das reichen wird.

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                                      • Freierfall
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                                        • 29.06.2014
                                        • 1003

                                        • Meine Reisen

                                        #79
                                        AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

                                        Einigen hier ist entgangen, dass es sich hier um einen Nationalpark handelt. AFAIK (lasse mich gerne berichtigen und aufklären) war es bisher nicht möglich in Naturparks, Nationalparks und sonstigen geschützten Gebieten legal im Zelt zu nächtigen. Die Ranger nehmen, das entnehme ich einigen Berichten und Anekdoten hier aus dem Forum, ihre Aufgabe sehr ernst. Und das hat nichts mit verpetzen oder anzeigen zu tun, wie hier gerne anderen unterstellt wird.
                                        Ich kenne das von den meisten, die in der Region unterwegs sind so, dass sie aus den von dir genannten Gründen nicht im Nationalpark übernachten. Ich kenne die genaue Lage der Naturlagerplätze nicht, es scheint auf der Vorliegenden Karte aber so, dass einer im Nationalpark liegt (oder dicht am Rand) und einer in unmittelbarer Nähe. Die anderen beiden sind ein kleines Stück und ein sehr großes Stück entfernt.
                                        Naturschutzgebiet ist in süd-NRW so ziemlich alles, was keine Stadt oder kein Bauernhof ist.

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                                        • Markus K.

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                                          • 21.02.2005
                                          • 7452

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                                          #80
                                          AW: Naturlagerplätze in der Eifel: outdoorseiten.net e.V. ist dabei

                                          Zitat von Freierfall Beitrag anzeigen
                                          Naturschutzgebiet ist in süd-NRW so ziemlich alles, was keine Stadt oder kein Bauernhof ist.
                                          Auch Landwirtschafts-, Forst-, und sonstige Flächen? Naturschutzgebiet ist ein recht undefinierter Begriff. Wasserschutzgebiet, Bannwald, Nationalpark, etc. grenzen das schon enger ein.
                                          "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur das falsche Fell!"

                                          -Samson und Beowulf- Als Hunde sind sie eine Katastrophe, aber als Menschen unersetzbar.

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