Ost-West Route durch das Naturreservat Sjaunja

Einklappen

Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Vandulin
    Anfänger im Forum
    • 11.06.2022
    • 22
    • Privat

    • Meine Reisen

    #41
    Tag 2
    23.08.2025

    Es regnet die Nacht durch und hört auch während meiner Morgenroutine nicht auf. Ich entscheide mich noch etwas abzuwarten. Keine Lust das Zelt im Regen abzubauen und im Regen durch das Moorgebiet zu stapfen. Ich lege mich wieder hin und lasse mich vom Geräusch der Regentropfen auf dem Zelt in einen Dämmerzustand versetzen. Wie sehr ich das vermisst habe.

    Erst gegen Nachmittag scheint der Regen nachzulassen und ich gehe aus dem Zelt um mir ein Überlick zu verschaffen. Aus allen Richtungen höre ich, wie Wassertropfen von den Blättern auf dem Boden fallen.

    ​Es klart tatsächlich auf. Okay… soll ich jetzt wirklich die paar Stunden noch weitergehen oder gleich hier bleiben? Ich habe kein Wasser mehr… dann müsste ich schon wieder… Moment.
    Ich gehe wieder zum Bach und… tatsächlich. Er führt wieder Wasser. Kein Wasserproblem mehr.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_20250823_130842.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,81 MB ID: 3355779
    Meine neue Wasserquelle für heute ❤


    Das ist ein Zeichen. Trotz schlechten Gewissens entscheide ich mich heute hier zu bleiben. Ich habe genügend Essen dabei… alles gut. Und der Wetterbericht sieht für die nächsten Tage recht gut aus.


    Ich versuche mich zu entspannen und die Stimmung hier einzufangen. Wie friedlich, ruhig und wunderschön es hier doch ist. Zwei bis drei Stunden spaziere ich herum und genieße die Moorlandschaft bis es mir zu kalt wird und ich mich ins Zelt verkrieche.

    Ein entspannter Tag geht zu Ende.​


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_052.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,06 MB ID: 3355781



    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_053.jpg Ansichten: 0 Größe: 933,1 KB ID: 3355780



    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_20250823_101012.jpg Ansichten: 0 Größe: 641,8 KB ID: 3355783
    🐞❤

    Kommentar


    • Vandulin
      Anfänger im Forum
      • 11.06.2022
      • 22
      • Privat

      • Meine Reisen

      #42
      Tag 3
      24.08.2025

      ​Die Nacht war angenehm mit einigen, kleinen Schauern. Um ca. 09:00 Uhr beginne ich mit den üblichen, morgendlichen Vorbereitungen. Wie so häufig ist es kühl und feucht, aber es regnet nicht. Beim Packen denke ich an das Sumpfgebiet vor mir und frage mich, ob der Wasserstand nun deutlich höher ist durch den ganzen Regen.

      Als ich draußen weiter mein Rucksack packe, bemerke ich, wie eine sehr dunkle Wolke auf mich zukommt. Okay… die warte ich noch im Zelt ab. Gute Entscheidung. Für ca. eine halbe Stunde regnet es doch stärker als ich dachte.
      Kurz nachdem ich mit dem Zeltabbau begonnen hatte, passiert das gleiche nochmal. Echt jetzt… Tatsächlich baue ich das Zelt wieder auf und warte drinnen. Diesmal mäßig bis mäßig-starker Regen für fast eine Stunde. Wird ja interessant heute wenn das weiter so wechselhaft bleibt.

      Als es aufhört, beeille ich mich. Alles trocknen, einpacken, trinken, zu kleinen Poncho anziehen, und los. Es ist 12:30 Uhr. Ich muss echt früher aufstehen... Egal. Ich kenne den Weg… und es ist noch genügend Zeit bis Camp 2.

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_057.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,12 MB ID: 3355785
      Der "Eingang" ins Moorgebiet.


      Als ich ein paar Meter weiter im Sumpfbereich ankomme, entspanne ich mich. Sieht so aus wie letztes Mal. Und tatsächlich: Auch die Querung des Moores war absolut machbar. Irgendwie sogar einfacher als letztes Mal. Trotz des ganzen Regens habe ich das Gefühl, dass Sjaunja dieses Jahr deutlich trockener ist.

      Nach dem Sumpf erkenne ich etwas sehr buntes auf einem kleinen Hügel.



      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_058.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,59 MB ID: 3355786



      Okay… damit habe ich grade in dieser Moorgegend nicht gerechnet… und letztes Jahr war hier definitiv kein Zelt. Keine Anzeichen von Menschen in der Nähe. Eventuell haben die’s hier einfach stehen lassen(?)

      Ich kümmere mich nicht weiter drum und gehe weiter. Das Wetter bleibt wechselhaft; mal sonnig, mal leichter Regen, mal beides zusammen. Eigentlich ganz angenehm mit dem Poncho. Die meisten Gebiete erkenne ich vom letzten Jahr sofort wieder.


      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_059.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,65 MB ID: 3355792
      Auf der Anhöhe im Moorgebiet ist der Weg wieder gut erkennbar.



      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_062.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,33 MB ID: 3355790
      Auf der Anhöhe sind die Aussichten auf die Moorebene mit dem Sonnenschein echt cool...



      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_065.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,05 MB ID: 3355787
      ... und geben das typische Landschaftsbild Sjaunjas wieder.




      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_066.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,62 MB ID: 3355791




      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_070.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,35 MB ID: 3355789
      Ca. 300m vor dem Gussajohka.



      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_072.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,55 MB ID: 3355794
      Der Gussajohka mit (noch) funktionierender Brücke...



      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_073.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,62 MB ID: 3355795
      ... und das umliegende Ufergebiet.



      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_075.jpg Ansichten: 0 Größe: 1.008,6 KB ID: 3355793
      Typische Landschaft entlang des noch erkennbaren Weges.




      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_080.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,09 MB ID: 3355788



      Gegen 14:30 Uhr erreiche ich den Rovvojohka und mache dort wie letztes Jahr eine Trinkpause. Keine 10 Minuten nach Pausenbeginn, sehe ich wie in ca. 20m Entfernung auf der gegenüberliegenden Uferseite ein Elchbulle ganz seelenruhig von links aus dem Wald kommt, den Weg kreuzt und wieder rechts im Wald verschwindet. Wow, hat er mich überhaupt bemerkt? Ein magischer Moment mit dem Nieselregen im Sonnenschein und dem Geräusch des Flusses… der Elch erinnert mich direkt an den Waldgott aus Prinzessin Mononoke. Ich wünschte, ich hätte hiervon ein Foto gemacht.


      Gegen kurz vor 3 breche ich wieder auf. Nur wenige hundert Meter weiter löst sich, wie erwartet, der Weg auf und ich gehe weglos weiter Richtung Nordwesten über einige kleine Hügelketten, die, wie letztes Mal, schöne Ausblicke ermöglichen.



      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_082.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,25 MB ID: 3355799
      Weiter geht es über einige kleine Hügelketten mit viel Moosbewuchs...


      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_084.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,03 MB ID: 3355798
      ... die teils wirklich schöne Ausblicke auf Sjaunja ermöglichen.

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_089.jpg
Ansichten: 435
Größe: 1.011,2 KB
ID: 3355800
      🌈

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_090.jpg Ansichten: 0 Größe: 997,7 KB ID: 3355797
      Es geht abwärts in Richtung Ostflanke des Áraoaivi.


      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_091.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,02 MB ID: 3355801
      Der Áraoaivi rückt näher...


      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_093.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,59 MB ID: 3355802
      ... und gegen 16:15 Uhr überquere ich den Duolbbukjohka mit seinem schönen Ufergebiet.


      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_095.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,53 MB ID: 3355803
      Meine Freundin sagte zu dem Bild, die Brücke könnte von einem Horrorfilm stammen.



      Wie letztes Jahr entscheide ich mich zwischen beiden Flüssen (Duolbbukjohka & Árajohka) zu campen. Ich beeille mich mit dem Aufbau und verkrieche mich im Zelt, bevor schon der nächste Schauer über mich einbricht. Alles einigermaßen trocken… sogar die Füße. Und die Strecke wie geplant geschafft. Ein befriedigendes Gefühl.

      Nach ca. einer halben Stunde ist der Schauer vorüber und ich kann mein Abendessen sogar draußen vorbereiten und genießen. Hier fühlt es sich irgendwie richtig wild an… cool! Immer mal wieder schwirrt der Boogeyman Bär in meinem Kopf herum.

      Ein schöner Tag geht zuende. Das leise Plätschern des Duolbbukjohka begleitet mich im Zelt durch die Nacht.


      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_096.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,28 MB ID: 3355805
      Camp 2



      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_101.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,60 MB ID: 3355806





      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Sjaunja_2025_107.jpg Ansichten: 0 Größe: 939,5 KB ID: 3355804
      Zuletzt geändert von Vandulin; 09.12.2025, 05:44.

      Kommentar


      • Robtrek
        Fuchs
        • 13.05.2014
        • 1074
        • Privat

        • Meine Reisen

        #43
        Schöne Bilder!

        Zitat von Vandulin Beitrag anzeigen
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht Name: Sjaunja_2025_058.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,59 MB ID: 3355786
        Okay… damit habe ich grade in dieser Moorgegend nicht gerechnet… und letztes Jahr war hier definitiv kein Zelt. Keine Anzeichen von Menschen in der Nähe. Eventuell haben die’s hier einfach stehen lassen(?)
        Da es ein Ofenrohr hat, vermutlich eine mobile Sauna oder ein Fischerzelt? Vielleicht von Jägern, falls die Saison schon eröffnet war. Jagen und Fischen ist in bestimmten Teilen Siaunjas erlaubt.

        Zitat von Vandulin Beitrag anzeigen
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht Name: Sjaunja_2025_095.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,53 MB ID: 3355803
        Meine Freundin sagte zu dem Bild, die Brücke könnte von einem Horrorfilm stammen.
        Gandalf vor dem Schloss des Nekromanten! Spätestens an dieser Stelle wären jetzt viele umgekehrt.

        Kommentar


        • sompio

          Erfahren
          • 25.04.2013
          • 312
          • Privat

          • Meine Reisen

          #44
          Zitat von Robtrek Beitrag anzeigen
          Da es ein Ofenrohr hat, vermutlich eine mobile Sauna oder ein Fischerzelt? Vielleicht von Jägern, falls die Saison schon eröffnet war. Jagen und Fischen ist in bestimmten Teilen Siaunjas erlaubt.
          Definitiv als Fischerzelt gedacht: https://www.korpimetso.com/product/1...al-extreme-xxl

          Schön, dass es hier wieder weitergeht! 😀

          Kommentar


          • Vandulin
            Anfänger im Forum
            • 11.06.2022
            • 22
            • Privat

            • Meine Reisen

            #45
            Danke für Eure lieben Nachrichten und Eure Geduld! ❤ Während der Weihnachtszeit werde ich versuchen hier häufiger weiterzuschreiben! Euch allen wünsche ich bei dieser Gelegenheit noch weiterhin frohe Weihnachten und schöne Feiertage! Ich hoffe, ihr könnt die Zeit ungefähr so verbringen, wie ihr es möchtet!


            Tag 4
            25.08.2025​


            Ich komme um ca. 09:30 Uhr aus dem Zelt und trödele noch herum, bevor ich erst um 11:30 Uhr weitergehe. Es ist kühl und leicht bewölkt. Mein heutiges (Minimal)-Ziel ist Camp 3 aus dem letzten Jahr. Wie letztes Mal wandere ich dafür Richtung Nordwesten vorbei zwischen dem Áraoaivi und dem Árasáiva und nordöstlich vorbei am See 540.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_110.jpg
Ansichten: 247
Größe: 1,04 MB
ID: 3358000
            Südlich des Árasáiva, kurz vor der Furt seines kleinen Zuflusses. Im Hintergrund von rechts nach links: Der Šišká mit den Windrädern (Distanz: ~22km), der Gámasčearuhuortnáš (Distanz: ~10km)...

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_111.jpg
Ansichten: 248
Größe: 1,09 MB
ID: 3358001
            ... und der Gámasčearru (Distanz: ~10km).

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_116.jpg
Ansichten: 251
Größe: 1,05 MB
ID: 3358002
            Moorgebiete und kleiner See nordöstlich des Áraoaivi.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_117.jpg
Ansichten: 249
Größe: 1,03 MB
ID: 3357997
            Nordflanke des Áraoaivi mit kleinem namenlosen See nordöstlich des Berges...

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_118.jpg
Ansichten: 245
Größe: 1,12 MB
ID: 3357999
            ... und die Richtung aus der ich gekommen bin.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_120.jpg
Ansichten: 245
Größe: 879,1 KB
ID: 3357998
            Moorgebiete nördlich des Áraoaivi...

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_123.jpg
Ansichten: 245
Größe: 881,1 KB
ID: 3358004
            ... und ungefähre Marschrichtung mit dem Mákkak ("spitzer" Berg im Bild, Distanz ~9km) als Orientierungspunkt.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_129.jpg
Ansichten: 246
Größe: 1,37 MB
ID: 3358005
            Ein weißes (junges?) Rentier habe ich in Schweden noch nicht gesehen. Leider habe ich kein besseres Bild parat.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_131.jpg
Ansichten: 244
Größe: 585,4 KB
ID: 3358003
            Denen bin ich dafür umso häufiger begegnet. 🐛❤



            Am See von Camp 3 angekommen, fühl ich mich direkt wieder heimisch. Endlich.


            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_132.jpg
Ansichten: 243
Größe: 968,2 KB
ID: 3358009
            See bei Camp 3...

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_139.jpg
Ansichten: 245
Größe: 886,9 KB
ID: 3358008
            ... und hier in Ufernähe mit dem Áraoaivi im Hintergrund.


            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_143.jpg
Ansichten: 246
Größe: 1,50 MB
ID: 3358010
            Diesmal setze ich mein Camp weiter in den Wald um nicht direkt dem Wind ausgesetzt zu sein.





            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_145.jpg
Ansichten: 242
Größe: 1,66 MB
ID: 3358011





            Zum Abend gibt es heute Kartoffelpüree mit Gemüse, Sojaschnetzel und Co. Ich setze mich auf einem Stein und genieße das Essen und die Umgebung. Es wird merklich kälter, aber die abendliche Sonne strömt in den offenen Wald hinein und wird manchmal im kurz aufkommenden Nieselregen gespiegelt.

            Plötzlich höre ich rechts von mir ein Schnaufen. In meinem Kopf geht es schnell – Bär? Elch? Nein. Eine Rentierkuh, die mich aus 15m Entfernung anschaut. Nach einigen Sekunden merkt sie, dass ich keine Gefahr bin und spaziert weiter langsam umher, sodass ich sie mit meinem Handy einfangen kann.​




            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_Rentier.jpg
Ansichten: 244
Größe: 1,68 MB
ID: 3358012




            Schön sie hier in Freiheit zu sehen… und dass sie sich trotzdem entscheidet, mir noch etwas Gesellschaft zu leisten. #ArtgerechtIstNurDieFreiheit


            Die Tiere haben meinen allergrößten Respekt. Ich bin hier mit meiner High-End Ausrüstung für ein paar Tage unterwegs… und die haben rein gar nichts und müssen ihr ganzes Leben hier draußen klarkommen.

            Nach ein paar Minuten verschwindet sie langsam im Wald.​

            Auch ich mache mich langsam bettfertig. Im Zelt nutze ich den noch vorhandenen Handyempfang und halte meine Liebsten auf dem neuesten Stand.

            Vor mir liegt (größtenteils) unbekanntes Gebiet und ich habe das Gefühl, dass morgen ein anstrengender Tag wird. Insbesondere habe ich etwas Respekt vor der Furt des Oallajohka. Im Gegensatz zur Durchquerung von Sumpfgebieten sind Flussüberquerungen für mich immer noch etwas stressiger. Naja… das Wetter scheint für die kommenden Tage aber ganz gut zu werden.




            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_149.jpg
Ansichten: 245
Größe: 802,6 KB
ID: 3358006




            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_154.jpg
Ansichten: 245
Größe: 871,8 KB
ID: 3358007
            Wieder sehe (und höre) ich zwei Singschwäne auf dem See. Ob es dasselbe Pärchen vom letzten Jahr ist?

            Kommentar


            • Robtrek
              Fuchs
              • 13.05.2014
              • 1074
              • Privat

              • Meine Reisen

              #46
              Wieder sehr stimmungsvolle Bilder, die die Schönheit von Sjaunja toll rüberbringen. Weiße Rentiere sind gar nicht sooo selten, ich bekomme eigentlich jedes Jahr welche zu Gesicht - anscheinend werden die sogar gezielt gezüchtet. Es sind wirklich ganz erstaunliche Tiere, sie klettern schwierige Steilwände hoch und schwimmen durch extreme Stromschnellen. Auch die Anpassungsfähigkeit ihrer Augen in der arktischen Nacht ist bemerkenswert.

              Du hast nichts darüber geschrieben, aber gerade der im letzten Post durchquerte Streckenabschnitt ist mir als ziemlich anstrengend in Erinnerung geblieben. Sehr weicher Untergrund durchsetzt mit Sumpfhöckern, auf dem das Vorankommen besonders viel Krafteinsatz erforderte.

              Kommentar


              • Vandulin
                Anfänger im Forum
                • 11.06.2022
                • 22
                • Privat

                • Meine Reisen

                #47
                Zitat von Robtrek Beitrag anzeigen
                Wieder sehr stimmungsvolle Bilder, die die Schönheit von Sjaunja toll rüberbringen. Weiße Rentiere sind gar nicht sooo selten, ich bekomme eigentlich jedes Jahr welche zu Gesicht - anscheinend werden die sogar gezielt gezüchtet. Es sind wirklich ganz erstaunliche Tiere, sie klettern schwierige Steilwände hoch und schwimmen durch extreme Stromschnellen. Auch die Anpassungsfähigkeit ihrer Augen in der arktischen Nacht ist bemerkenswert.

                Du hast nichts darüber geschrieben, aber gerade der im letzten Post durchquerte Streckenabschnitt ist mir als ziemlich anstrengend in Erinnerung geblieben. Sehr weicher Untergrund durchsetzt mit Sumpfhöckern, auf dem das Vorankommen besonders viel Krafteinsatz erforderte.
                Danke Dir für die Infos und die spannenden Links! Die meisten Sachen wusste ich so noch gar nicht. 🙂
                Und ja, das kann ich absolut bestätigen! Irgendwie war der Streckenabschnitt auch anstrengender als ich es vom letzten Jahr in Erinnerung hatte. Aber es sollten noch Abschnitte kommen, die ich als noch beschwerlicher empfand. Hängt aber natürlich auch immer von der aktuellen, körperlichen Verfassung ab.​




                Tag 5
                26.08.2025​

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_Camp3_4.png
Ansichten: 103
Größe: 1,61 MB
ID: 3358960
                Begangene Route von Camp 3 bis Camp 4. (Lantmäteriet, CC0 1.0)


                Die Nacht verläuft ruhig… auch wenn ich immer wieder an den Oallajohka und die umliegenden Sumpfgebiete denken muss. Entsprechend bin ich etwas nervöser als sonst und will nicht allzu viel Zeit verlieren. Gleichzeitig freue ich mich aber unbekanntes Gebiet zu sehen.

                Ich starte mit meiner Morgenroutine „schon“ gegen 07:30 Uhr und gehe gegen 10:30 Uhr Richtung Nordwesten los. Unglaublich wieviel Zeit ich immer brauche um alles vorzubereiten. Egal, jetzt geht es nur noch vorwärts.
                Es ist kühl und bewölkt.

                Meine Erinnerungen vom kleinen Abfluss des Sees im vergangenen Jahr sind noch sehr präsent und ich versuche daher den Bach etwas weiter flussaufwärts zu furten. Und tatsächlich: Die Furt und das direkte Ufergebiet sind deutlich machbarer… doch die Gegend drumherum auch viel sumpfiger mit teils dichter, brusthoher Vegetation.​

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_158_Panorama_small.jpg
Ansichten: 101
Größe: 545,3 KB
ID: 3358961
                Ein Bild vom anstrengenden, sumpfigen Part fehlt leider. Hier lediglich das Moorgebiet direkt vor dem Oallajohka. Links im Panorama ist ca. Nordwesten, also die Richtung in der ich wandere.



                Schon bald höre ich den Oallajohka und bin schon nervös, wie breit und tief er sein wird. Ich überlege sogar, ob nicht jemand in der Zwischenzeit eine Brücke installiert hat. Als ich den ersten Blick erhaschen kann, beruhige ich mich. Das sieht machbar aus.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_161.jpg
Ansichten: 100
Größe: 1,10 MB
ID: 3358962
                Der Oallajohka flussabwärts mit der immer noch zerstörten Brücke.


                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_163.jpg
Ansichten: 99
Größe: 1,12 MB
ID: 3358963
                Der Oallajohka flussaufwärts und die Stelle, an der ich ihn gefurtet habe.



                Ich nutze eine Stelle, wo der Fluss durch eine kleine Insel aufgeteilt wird. Die Furt des ersten, breiten Teil des Flusses ist sehr einfach, doch danach wird es recht mühsam wenn man kein Wasser in die Schuhe bekommen will. Nach einigem Hin und Her und ein paar Stellen am anderen (sehr unwegsamen) Ufer, wo ich fast auf allen Vieren unterwegs war, war das auch geschafft. Sogar einigermaßen trocken.

                Nach ein paar Metern weiter stand ich dann schon vor dem etwas größeren Moorgebiet am Hávgajávrráš. Ich überlege, ob es sich lohnt es westlich zu umgehen, doch ich entscheide mich für den direkten Weg.​


                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_165_Panorama_small.jpg
Ansichten: 100
Größe: 387,1 KB
ID: 3358964
                Moorgebiet westlich des Hávgajávrráš (rechts im Bild) und der Mákkak (spitzer Berg) in der Mitte des Panoramas.


                Eine gute Entscheidung. Bis auf ein oder zwei Stellen war die Durchquerung problemlos. Nach dem Moorgebiet mache ich eine kurze Pause, esse einen Riegel und checke, wieviel Wasser in die Schuhe gekommen ist. Alles mehr oder weniger trocken, sehr gut. Die Sonne kommt langsam raus und die Mücken lassen mich einigermaßen in Ruhe. Ich genieße die Aussicht auf das Moorgebiet. Schön hier… und war im Endeffekt gar nicht so schwer. Eventuell ist das Ganze für mich ja doch schaffbar.

                Ich gehe weiter Richtung Nordwesten entlang der bewaldeten Ostflanke des Soagáš und frage mich, ob ich auf den Pfad stoßen werde, der mir für ein paar Kilometer einfaches Wandern Richtung Westen bescheren würde. Und tatsächlich: Gegen 13 Uhr stoße ich auf ihn.​


                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_169.jpg
Ansichten: 99
Größe: 1,67 MB
ID: 3358965
                Der klar erkennbare Pfad nach Westen, der in Richtung Osten nach Serrujávri führt.



                Doch schon bald löst sich der Pfad wieder auf (oder ich bin so doof und verliere ihn aus den Augen). Ich gehe also weiter weglos bergauf in Richtung Westen durch Wald und einigen Hügelketten. Ich habe ungewöhnlich viel Durst und merke, wie ich etwas schwächer werde… Zeit für eine kurze Trinkpause am nahe gelegenden Soagášjohka. Die Sonne heizt die Umgebung hier ganz schön auf.

                Weiter westlich geht es durch teils dichte Vegetation und sumpfige Bereiche. Mit meiner aktuellen körperlichen Verfassung recht anstrengend. So langsam sollte ich doch die Baumgrenze erreichen…

                Erst um ca. 14:30 Uhr erreiche ich sie und bekomme eine freie Sicht aufs Fjäll. Endlich. Jetzt sollte es hoffentlich etwas einfacher werden. Ich mache nochmal eine Pause am Soagášjohka, bevor ich weitergehe.​


                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_171.jpg
Ansichten: 101
Größe: 1,38 MB
ID: 3358966
                Blick aufs offene Fjäll zusammen mit dem Boarkkajávri und dem Soagášjohka.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_174_Panorama_small.jpg
Ansichten: 100
Größe: 486,7 KB
ID: 3358967
                Panorama mit dem Mákkak und dem Boarkkajávri nach der Furt seines kleinen, südlichen Abflusses um ca. 15 Uhr. Rechts die Richtung, aus der ich gekommen bin.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_177.jpg
Ansichten: 99
Größe: 1,15 MB
ID: 3358968
                Im Fjäll ist der Pfad wieder erkennbar.


                Nach dem Boarkkajávri geht es weiter in Richtung WNW entlang der Nordost-Flanke des Boarka. Das einfache Wandern und die freie Sicht tun zur Abwechslung sehr gut. Umkehren müssen aus irgendwelchen Gründen würde ich jetzt nur noch sehr ungerne.

                Manchmal mache ich kurz Halt und schaue, ob es nicht doch irgendwelche Menschen hierher verschlagen hat… aber nein. Keiner da.


                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_178_Panorama_small.jpg
Ansichten: 99
Größe: 388,2 KB
ID: 3358969
                Im Fjäll gegen 15:30 Uhr.


                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_182.jpg
Ansichten: 101
Größe: 945,4 KB
ID: 3358970
                Der kleine See westlich des Boarkkajávri mit einigen Schwänen(?)...



                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_187.jpg
Ansichten: 100
Größe: 958,0 KB
ID: 3358971
                ... und hier nochmal beide Seen gegen 16 Uhr.



                Es ist bemerkenswert still hier. Das Rauschen der Blätter in den Bäumen fehlt aufeinmal. Zusammen mit den weiten Ausblicken bringt das eine Stimmung mit sich, die man nur schwer beschreiben kann. Demütig lasse ich die Bilder auf mich wirken.




                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_188.jpg
Ansichten: 101
Größe: 791,0 KB
ID: 3358972





                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_189.jpg
Ansichten: 100
Größe: 840,0 KB
ID: 3358973




                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_190.jpg
Ansichten: 99
Größe: 1,03 MB
ID: 3358974
                Ungefähre Marschrichtung gen WNW gegen 16 Uhr.



                Eine Stunde später gegen 17 Uhr finde ich auf der Nordseite des Boarka eine gute Campstelle mit einem kleinen Bach in der Nähe, der nicht auf der Karte verzeichnet ist. Der Ausblick in Richtung des Kaitumälven ist wirklich wunderschön.



                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_195.jpg
Ansichten: 100
Größe: 876,7 KB
ID: 3358978
                Der Kaitumälven gegen 17 Uhr von der Nordseite des Boarka aus aufgenommen.




                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_196.jpg
Ansichten: 101
Größe: 908,4 KB
ID: 3358979





                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_20250826_171315.jpg
Ansichten: 100
Größe: 1,20 MB
ID: 3358975





                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_20250826_171320.jpg
Ansichten: 99
Größe: 1,19 MB
ID: 3358977





                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_20250826_172543.jpg
Ansichten: 98
Größe: 926,4 KB
ID: 3358976




                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Sjaunja_2025_198.jpg
Ansichten: 99
Größe: 1,25 MB
ID: 3358980
                Camp 4 gegen 18 Uhr.



                Es beginnt schon bald etwas zu regnen und deutlich kälter hier oben zu werden. Ein anstrengender, aber wirklich wundervoller Tag geht zu Ende.

                Kommentar


                • Goldi

                  Erfahren
                  • 11.09.2022
                  • 352
                  • Privat

                  • Meine Reisen

                  #48
                  Sehr schön, dass es weitergeht. Und noch dazu mit so tollen Bildern, die die Weite der Landschaft schön zur Geltung bringen.

                  Kommentar


                  • Blahake

                    Vorstand
                    Fuchs
                    • 18.06.2014
                    • 2136
                    • Privat

                    • Meine Reisen

                    #49

                    Kommentar

                    Lädt...
                    X