[RU] Rückkehr aufs Putorana-Plateau. Ein Wildnisabenteuer.

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  • sibirier
    antwortet
    Zitat von Robtrek Beitrag anzeigen
    Aber es gibt im Putorana die von dir erwähnten jüngere Touristen, die mit nur 1 Rucksack in 3-4 Wochen solo große Distanzen zurückgelegt haben. Darunter wirklich beeindruckende Routen, die vorher noch nie jemand so gemacht hat, z.B. von Kirill oder Andrei.
    Genau die Beiden meinte ich u.a. Mit Kirill unterhalte ich mich ab und zu im Whtasapp. Und es gibt bestimmt mehrere solche Typen,die nicht so breit und weit bekannt sind,aber auch so eine Art zu reisen betreiben.

    Zitat von Robtrek Beitrag anzeigen
    Du kennst mit Sicherheit die Videos von Ermakov, das wäre dann ein Beispiel sozusagen für "pre-old school".
    Ob ich ihn kenne ...
    Vor ein paar Jahren,als ich im hochen Norden gearbeitet habe,aus lauter Langeweile hab ich 2 seiner ältere Filme hier für das ODS so grob übersetzt,die gab es in meinem Thread
    https://www.youtube.com/watch?v=n5mJLlhOqkQ
    https://www.youtube.com/watch?v=WOyF2K7Lbk0

    Und ja,Dir bekannte Boroda63 hat dich(mit deinen 2 Rücksäcken) mal eben mit Sergej Jermakow mit seinen Lasten vergliechen
    Robert Robtrek,die deutsche Version vom russischen S.Jermakow.

    Zitat von Robtrek Beitrag anzeigen
    nach deinem Post fühle ich mich definitiv um 10 Jahre gealtert!
    Ich weiss nicht,ob ich mich entschuldigen muss So ist halt das Leben.Ich,mit meinen fast 42,bin auch für irgendjemanden eine alte Schrottkiste mit Knochen...die jetzige TikTok-Generation ist absolut anders. Das muss man schon irgendwie einnehmen. ABER!!! Ich bin auch froh darüber,dass ich älter werde...ich nähere mich so langsam der Zeit wo ich eben den Zugang zu dieser ZEIT bekomme!!! Kinder werden immer selbsständiger,Frau kluger,Umstände und Probleme erledigter(auf russisch mag ich es auch neue, bisher unbekannte Wörter auszudenken)... Ich träume doch,Dich Robert, mal einzuholen

    Und das noch )))) https://www.outdoorseiten.net/vb5/fo...64#post3010064

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  • Robtrek
    antwortet
    Zitat von Ljungdalen Beitrag anzeigen
    ...Polizei hatte er schon angerufen, aber die wollte auch erstmal abwarten...
    Das erinnert mich an etwas: so um den 1.9., ich war schon einige Tage allein auf dem Kochechumo unterwegs, kam im satellite messenger eine Nachricht von meiner Frau, dass sie eine E-Mail von der Polizei aus Tura erhalten hatte. Sie wurde aufgefordert, dort anzurufen und Auskunft zu geben, wo sich unsere Gruppe befindet, ob jemand verschwunden ist, und warum unsere Tour nicht registriert wäre. Wie das?

    Als Sergei und Lena am Horon verschwunden waren, hatte sich Lenas Tochter am 1.8. an den russischen Rettungsdienst gewandt. Sie konnte aber schon einen Tag später Entwarnung geben, nachdem wir uns an der Hütte wiedergefunden hatten. Doch die Suchmeldung nahm anscheinend ihren bürokratischen Lauf.

    Der Rettungsdienst antwortete wohl, dass bei verschwundenen Personen die Polizei zuständig ist. Lenas Tochter wandte sich dann anscheinend an ihre örtliche Polizei und musste angeben, wer die Verschwundenen zuletzt gesehen hatte. Also ich, als Kontaktadresse hatte sie die E-Mail meiner Frau.

    Es verging nur 1 Monat, bis die zuständige Polizeibehörde in Tura meine Frau anschrieb, um den Stand der Dinge herauszufinden. Und registriert war unsere Tour beim Rettungsdienst in Krasnojarsk, der Behörde, die auch für Suchaktionen in Tura verantwortlich wäre.

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  • Robtrek
    antwortet
    Zitat von sibirier Beitrag anzeigen
    ...was Robert beschreibt ist nicht die "russische Herangehensweise",das nennt sich einfach - Old school.Und die meisten seiner Begleiter gehören ja eher zu der Schule.
    Sibirier, nach deinem Post fühle ich mich definitiv um 10 Jahre gealtert! ☹ Denn du hast absolut recht, meine Mitfahrer auf den Touren waren hauptsächlich Russen so ab 45J. Von den jüngeren kann sich ja auch kaum einer so lange freinehmen. Aber selbst wenn sie könnten - zwei Monate Wildnis "new school", d.h. im Stil mehr Richtung UL und nur 1 Rucksack, dürfte schwer werden. Da müsste man m.E. voll ins Risiko gehen und Verpflegung aus der Natur fest mit einplanen. Den Gegenbeweis hat, soweit mir bekannt, noch niemand erbracht. Taigajäger - ja, die schaffen das. Aber die benutzen ja erst recht keine Touristenausrüstung, sondern schwere Army-Camouflage, Lastenkraxe und eine Plastikplane statt Zelt.

    Aber es gibt im Putorana die von dir erwähnten jüngere Touristen, die mit nur 1 Rucksack in 3-4 Wochen solo große Distanzen zurückgelegt haben. Darunter wirklich beeindruckende Routen, die vorher noch nie jemand so gemacht hat, z.B. von Kirill oder Andrei. Die haben moderne Ausrüstung und sind bei den technischen Navigationsmitteln voll auf der Höhe der Zeit, machen dazu noch super Fotos. Die Outdoorszene in den USA ist definitiv der Trendsetter, an dem man sich orientiert und deren Ideen man übernimmt, z.B. die verschiedenen russischen Packraft-Hersteller aus den letzten Jahren.

    Am anderen Ende der Skala stehen die Solofahrer, die wirklich für 2 Monate am Stück mit einem Metallofen, 1 Sack Zucker und 1 Sack Mehl in die totale Wildnis gehen und nebenbei in hüfthohen Gummistiefeln auf 3000m hohe Gletscher steigen. Du kennst mit Sicherheit die Videos von Ermakov, das wäre dann ein Beispiel sozusagen für "pre-old school". Ich denke, der Trend geht wie du gesagt hast überall in Richtung kürzere Touren mit mehr Fokus auf moderne Technik/Ausrüstung. Es wird teurer, vielleicht auch besser.

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  • fhvdrais
    antwortet
    Eigentlich bin ich eher zufällig hier gelandet ...
    Aber was für ein großartiger Bericht - danke!

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  • Ljungdalen
    antwortet
    Zitat von sibirier Beitrag anzeigen
    Gegenwärtige russische Touristen...
    Kleine Anmerkung dazu: im Russischen steht das Wort "Tourist" (турист -> turist), neben der - wie auch im Deutschen - allgemeinen Bedeutung auch als fester Begriff speziell für Leute, die Outdoortouren machen (Tour -> Tourist, klar). Das ist hier sicher gemeint.

    Zitat von sibirier Beitrag anzeigen
    Fast jeder Pilzsammler oder Jäger in Russland,hat z.Z. ein Garmin in der Tasche und 20 Schichten Landkarten drauf,um sich im,sozusagen... Stadtpark nicht zu verlaufen ))).
    Du wirst lachen (im Nachhinein haben auch alle gelacht, aber so lustig war das im Grunde gar nicht)... die Tante meiner Frau, also Russin, und ihr Freund, beide um 80, *haben* sich tatsächlich beim Pilzesammeln verlaufen, nicht in Sibirien, sondern Moskauer Umgebung, bei Dmitrow, also relativ dicht besiedelt, Sommerhäuser (Datschas) ringsherum, quasi "Stadtpark"... Herbst, Temperatur dann nahe Null, und letzendlich auch aus einem Graben, den sie bereits im Dunklen überqueren wollten, nicht wieder rausgekommen... Da hat sie dann am nächsten Morgen ihr Bruder (also mein Schwiegervater... ok, Verwandschaftsgrade hier egal ), wenig jünger, gefunden. Polizei hatte er schon angerufen, aber die wollte auch erstmal abwarten, bis es hell wird.

    Genau, ältere Generation... ohne Garmin. Handy hatten sie zwar, aber kein Smartphone/Navi, und zudem keinen Empfang. (Generell Handyempfang in Russland vielerorts OK, oft besser als in ländlichen Gebieten in D... aber ausgerechnet dort halt nicht. Auch ziemlich hügelige Gegend, der "Klin-Dmitrower Höhenzug", vielleicht waren sie gerade in einer Senke.)

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  • sibirier
    antwortet
    Zitat von Robtrek Beitrag anzeigen
    Wir haben hier im Forum ja einen echten "sibirier", der auch in Deutschland gelebt hat. Der kann diese unterschiedlichen Herangehensweisen an Outdoor-Touren vielleicht besser beschreiben als ich. Interessantes Thema, finde ich, danke für die Frage.
    Das sehe ich etwas anders. Die oben genannte "Unterschiede" liegen mMn eher an den unterschiedlichen Generationen.Nicht an Staatsangehörigkeit )))
    Robert's Begleiter sind meistens Rentner so ab 55-60 Jahre alt. Sie haben ja diese Sagen umwobene ZEIT. Und das diese Leute eine andere, sowjetische,würde ich sagen, Herangehensweise haben,das kann ich bestätigen. Neulich,als ich die Chaja runterpaddete,hatte ich solche Gefährten.
    Ich,41
    Noch ein Paar +/-50
    Und 3 Leute ab 60.
    Je nach Alter,hatten wir absolut verschiedene Arten,die entstehende Probleme zu lösen.
    Je länger dauert eine solche Tour, desto älter wird so ein durchschnittlicher Tourist. Daher Robert's Anmerkungen

    Gegenwärtige russische Touristen unterscheiden sich kaum von den europäischen,was ausgerechnet touristische Herangehensweise betrifft,finde ich. Dass Russen generell ANDERS als Europäer sind,das kann wohl sein )))
    Aber wir sind ja alle "Kinder der USA"
    Backpacking
    Packrafting
    Bikerafting
    Die ganzen UL- Geschichten und noch ein Dutzend Wörter mit -ing Endung.
    Das kommt ja alles von dort. Dank Instagram )))

    Fast jeder Pilzsammler oder Jäger in Russland,hat z.Z. ein Garmin in der Tasche und 20 Schichten Landkarten drauf,um sich im,sozusagen... Stadtpark nicht zu verlaufen )))
    Es gibt viele moderne Touristen,und das wird immer still-modischer,UL - "rumzulaufen" ))) So ungefähr eine 4-5 Wochen-Wildnistour mit 30 kg Rucksack,von denen 10 Kilo Fotoapparatur oder ein Quadrocopter mit 3 kg Akkus einnehmen. Und nur 20 kg Ausrüstung + was zu knabbern + Packraft
    Selbst Robert wurde Mal erwähnt bei so einem Thread im russ.Forum (er und seine mutige Vormarsche sind bei uns sehr bekannt und werden respektvoll betrachtet ),es ging um seine 2 Rucksäcke ))) Ein schmunzelndes Lächeln )))

    Deswegen ist meine Einschätzung,was Robert beschreibt ist nicht die "russische Herangehensweise",das nennt sich einfach - Old school.Und die meisten seiner Begleiter gehören ja eher zu der Schule.
    Zuletzt geändert von sibirier; 18.04.2021, 06:39.

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  • Robtrek
    antwortet
    Zitat von thedancingdragon Beitrag anzeigen
    Mich würde noch interessieren wie du das Essen transportiert hast.
    Den Bildern nach scheinst du ja Plastikflaschen verwendet zu haben.
    Hast du auch noch was anderes verwendet ?
    Ich verwende immer nur diese Plastikflaschen mit weitem Hals. Im Supermarkt normalerweise bei den Fruchtsäften zu finden. Bei den Flussfahrten sind die Lebensmittel so absolut wasserdicht verpackt und können auch außerhalb eines hermetischen Packsacks mitgeführt werden. Auch beim Trekking hat sich das bewährt. Man holt abends die fürs Kochen jeweils benötigten Flaschen aus dem Rucksack, feuchtes Gras, Regen usw. spielt keine Rolle. Das Dosieren aus den Flaschen ist sehr bequem. Und wenn die Flaschen sich mit der Zeit leeren, kann man sie stark zusammendrücken, so dass sich auch das Volumen verringert und der Rucksack deutlich kleiner wird. Insgesamt finde ich es eine einfache und praktische Lösung.

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  • thedancingdragon
    antwortet
    Hallo,

    vielen Dank für deinen spannenden Bericht.
    Mich würde noch interessieren wie du das Essen transportiert hast.
    Den Bildern nach scheinst du ja Plastikflaschen verwendet zu haben.
    Hast du auch noch was anderes verwendet ?

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  • Robtrek
    antwortet
    Zitat von Mortias Beitrag anzeigen
    .
    ...echt Zeit, dass die blöde Corona-Pandemie bald mal zu Ende geht. Einfach damit Du wieder nach Russland zurückkehen und uns mit so tollen Berichten versorgen kannst.
    Hm, sogar wenn die Einreise im Sommer offiziell möglich ist... Lange Flüge, Fahrten mit Zügen oder Minibussen sind ja unvermeidlich, bis man da irgendwo in der Wildnis angekommen ist. Dazu die niedrige Impfquote in Russland, offiziell relativ geringe Infektionszahlen aber gleichzeitig >320.000 Übersterblichkeit seit Beginn der Pandemie... das wirft schon die Frage auf, ob man jetzt ausgerechnet dorthin reisen möchte, wenn man selber noch keine Impfung hat. Wird wohl noch länger dauern.

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  • Mortias
    antwortet
    Mein lieber Herr Gesangsverein, was für ein genialer Bericht. Wahrhaftig abenteuerlich. Unglaublich traumhafte Landschaftsbilder und extrem spannend geschrieben. Da hast Du ja echt so einiges erlebt. Auch wenn ich grundsätzlich auch gerne mal solche geilen Wildnislandschaften durchstreifen möchte, so bin ich dann wohl doch nicht bereit die ganzen damit verbundenen Entbehrungen und gefährlichen Situationen mit in Kauf zu nehmen.

    Fand übrigens auch den letzten Abschnitt mit den mit den anderen Hüttenbewohnern echt interessant. Ist wirklich mal spannend zu lesen wie so Leute drauf sind, die in dieser Einsamkeit leben und welche Damen sich dabei entwicklen können. Und übrigens sehr interessant durch Deinen Bericht mal ein bisschen von der russischen "Herangehensweise" ans Outdoorleben kennenzulernen. Da konnte ich echt einiges hinzulernen.

    Nur wirklich sehr schade, dass Dein Bericht jetzt zu Ende ist. War die letzten Monate immer ein Highlight wenn ich gesehen habe, dass Du wieder ein Update gepostet hast. Von daher wird es echt Zeit, dass die blöde Corona-Pandemie bald mal zu Ende geht. Einfach damit Du wieder nach Russland zurückkehen und uns mit so tollen Berichten versorgen kannst.

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  • Igelstroem
    antwortet
    Zitat von Robtrek Beitrag anzeigen
    Bei solchen exotischen Gegenden wie Sibirien ist immer etwas zweifelhaft, wie interessant das überhaupt für die anderen im Forum ist.
    Also für mich war es rasend interessant. Ich würde selbst so etwas nie machen, aber ich würde zum Beispiel auch nie jemanden töten und bin trotzdem leidenschaftlicher Krimileser. Zudem war Sibirien ein abstraktes Sehnsuchtsziel meiner Jugend, schön viel Landschaft und schön kalt. Hier ist mir jetzt extensiv gezeigt worden, wie es wirklich aussieht, wie man sich dort praktisch zurechtfindet und wer da sonst noch so ist. Ich fand das äußerst erholsam, bin also gewissermaßen neidlos dankbar für den Bericht. Und dann ist die Schreibweise so schön uneitel und unpathetisch.

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  • Robtrek
    antwortet
    Zitat von Bambus Beitrag anzeigen
    ...du hattest also keine Ersatzplomben usw. dabei?
    Mein Zahnarzt hat mir netterweise eine kleine Tube mit Paste gegeben, die ich in den Zahn hineinschmieren kann, falls er beschädigt ist. Habe das aber noch nie probieren müssen.
    Zitat von Bambus Beitrag anzeigen
    ...das man so auch in unwegsamem Gelände gut Strecke machen kann, also Gegenden erkunden kann, die einem sonst aus Zeitgründen verschlossen bleiben.
    Ganz genau, in der Wildnis sind die Flüsse wie Straßen, daran hat sich seit der Eroberung Sibiriens durch die Kosaken nichts geändert. Auch im Winter kommt man auf den zugefrorenen Flüssen gut voran, viele ice roads (in Russland heißen die "zimnik") machen sich das ja zu nutze.

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  • Bambus
    antwortet
    Zitat von Robtrek Beitrag anzeigen
    Meine Apotheke wiegt insgesamt ca. 700g, da kann man schon einiges mitnehmen. Ich habe zwei verschiedene Breitbandantibiotika dabei. Bei Zahninfektionen würde ich Amoxicillin nehmen, trat zum Glück aber noch nie auf. Auf der hier beschriebenen Tour hatte ich aber was anderes, in den ersten 5 Wochen eine eitrige Entzündung an der Nase. Das fing gerade am letzten Tag auf dem Jenissei-Schiff an. War alles wochenlang sehr stark angeschwollen, das Amoxicillin und eine Tube Fucidine-Salbe sind dafür komplett draufgegangen. Das war kein gutes Gefühl, Entzündungen im Kopfbereich sind immer potentiell gefährlich. Als wir uns dem Kochechumo näherten, bekam ich ein Kompliment von Lena: "Endlich siehst du wieder normal aus."
    Danke für die Info, du hattest also keine Ersatzplomben usw. dabei? Muß ich mich das nächste Mal vorher mit den Zahndoc zusammensetzen.
    Breitbadantibiotika sind auch die Mittel, die ich für Entzündungen dabei habe. Und ein Schmerzmittel, das bei stärkeren Zahnschmerzen noch wirkt.

    PS. Zum Wasser - Es ist nur z.T. das Wasser selber, für mich schlägt auch das "eingesperrt sein" und mangelndes Vertrauen in meine Fähigkeiten in dem Medium zu. Umgekehrt ist es schon sehr verlockend das man so auch in unwegsamem Gelände gut Strecke machen kann, also Gegenden erkunden kann, die einem sonst aus Zeitgründen verschlossen bleiben.
    Zuletzt geändert von Bambus; 14.04.2021, 16:07.

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  • Robtrek
    antwortet
    Zitat von Bambus Beitrag anzeigen
    Wasser ist jetzt nicht soooo mein Element (kann schwimmen, paddeln usw, aber fester Grund unter den Füßen ist mir 100x lieber als so ne dünne Plastikfolie)
    Das mit der dünnen Plastikfolie kann ich nachvollziehen, das trifft aber v.a. auf Packrafts zu. Die haben ja üblicherweise keinen aufblasbaren Boden. Ich fahre schon auf einem klassischen doppelwandigen Schlauchboot. Das ist etwas schwerer als ein Packraft und hat in der Bootshülle zwei aufblasbare Schläuche, einen davon am Boden. Zwischen mir und dem Wasser ist also etwas mehr als nur eine Nylonfolie. Wobei diese Bodenfolie bei guten Packrafts ziemlich widerstandsfähig ist, so schnell pikst ein hochstehender Ast im Fluss da kein Loch rein.

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  • ApoC
    antwortet
    Zitat von Robtrek Beitrag anzeigen
    Vielen Dank an dich, stellvertretend für alle, die hier ihr Feedback geben. Das Feedback ist auch wichtig, denn es ist ja klar, dass die wenigsten hier in Sibirien unterwegs waren oder das planen. Wenn man was über Skandinavien schreibt, können sofort Dutzende Forumsteilnehmer aus eigener Erfahrung kommentieren, da ist gleich eine gemeinsame Basis für die Diskussion da. Bei solchen exotischen Gegenden wie Sibirien ist immer etwas zweifelhaft, wie interessant das überhaupt für die anderen im Forum ist.
    Du führst uns hier aber so gut an die Thematik heran, dass wir dir auch ohne Sibirienkenntnisse folgen können! Von daher ist das für uns interessant.

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  • Robtrek
    antwortet
    Zitat von Bambus Beitrag anzeigen
    ...was hattest du in petto für den Fall von schwereren Zahnschmerzen, evtl. sogar eitrig?
    Meine Apotheke wiegt insgesamt ca. 700g, da kann man schon einiges mitnehmen. Ich habe zwei verschiedene Breitbandantibiotika dabei. Bei Zahninfektionen würde ich Amoxicillin nehmen, trat zum Glück aber noch nie auf. Auf der hier beschriebenen Tour hatte ich aber was anderes, in den ersten 5 Wochen eine eitrige Entzündung an der Nase. Das fing gerade am letzten Tag auf dem Jenissei-Schiff an. War alles wochenlang sehr stark angeschwollen, das Amoxicillin und eine Tube Fucidine-Salbe sind dafür komplett draufgegangen. Das war kein gutes Gefühl, Entzündungen im Kopfbereich sind immer potentiell gefährlich. Als wir uns dem Kochechumo näherten, bekam ich ein Kompliment von Lena: "Endlich siehst du wieder normal aus."

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  • Bambus
    antwortet
    Zitat von Robtrek Beitrag anzeigen
    .... Bei solchen exotischen Gegenden wie Sibirien ist immer etwas zweifelhaft, wie interessant das überhaupt für die anderen im Forum ist.
    Jetzt stapelst du aber sehr tief - alleine die Landschaftsbilder sind ein Augenschmaus und die Beschreibung der Personen, besonders bei den letzten Tagen sehr informativ.
    Die Tour ist eine Traum, besonders auch die Bilder vom Wasser aus. Auch wenn das für mich jeweils einen Nervenkitzel auslöst ... Wasser ist jetzt nicht soooo mein Element (kann schwimmen, paddeln usw, aber fester Grund unter den Füßen ist mir 100x lieber als so ne dünne Plastikfolie), die Eindrücke sind toll.
    Eine Frage aus geg. Anlaß , was hattest du in petto für den Fall von schwereren Zahnschmerzen, evtl. sogar eitrig?

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  • rumpelstil
    antwortet
    Gerade darum ist es doch hochinteressant! Ich werde in meinem Leben wohl kaum nach Sibirien kommen, es ist auch nicht meine grosse Sehnsucht. Aber durch das Lesen deines Berichtes kann ich Eindrücke von diesem ERlebnis und dieser Gegend bekommen. Das ist grossartig!

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  • Robtrek
    antwortet
    Zitat von Mancunian Beitrag anzeigen
    Für mich war das die beste Reiseerzählung des letzten Jahres.
    Vielen Dank an dich, stellvertretend für alle, die hier ihr Feedback geben. Das Feedback ist auch wichtig, denn es ist ja klar, dass die wenigsten hier in Sibirien unterwegs waren oder das planen. Wenn man was über Skandinavien schreibt, können sofort Dutzende Forumsteilnehmer aus eigener Erfahrung kommentieren, da ist gleich eine gemeinsame Basis für die Diskussion da. Bei solchen exotischen Gegenden wie Sibirien ist immer etwas zweifelhaft, wie interessant das überhaupt für die anderen im Forum ist.

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  • Robtrek
    antwortet
    Zitat von Kyanin Beitrag anzeigen
    Was hältst du von der Vorbereitung deiner Begleiter? An einigen Stellen (Gewicht am Anfang, Navigation, Zeitplan) habe ich mich gefragt, wie der Plan der beiden dort ohne dich ausgesehen hätte.
    Also die waren auf ihre Art schon ziemlich gut vorbereitet. Sie waren früher schon mal im Putorana und auf einigen anderen schweren Touren gewesen. Lena kannte sich bei Pilzen aus und Sergei sehr gut beim Angeln, so hatten sie z.B. einen realen Vorteil ggü. mir, was die Ernährung unterwegs aus der Natur angeht.

    Ihr ursprünglicher Plan war, unserer Tour von 2016 zu folgen, über die sie im russischen Internet gelesen hatten. Also von Vladimirs Hütte aus ein weiter Umweg nach Nordosten ins Herz des Putorana zum Quellgebiet des Kotui. Dann 150 km den Kotui hinab bis hinter den Kharpicha-See. Dort hätten sie unsere damalige Route verlassen und wären nochmal 150 km weiter bis hinter den Dyupkun-See gefahren, wo der Kotui dem Kochechumo am nächsten kommt. Vom einen Fluss zum anderen wäre es dann nochmal ein schwieriger 70 km Marsch.

    Sergeis Zeitplan für diese noch viel längere Tour war m.E. sehr optimistisch. Sie hätten Tura erreicht, da bin ich mir sicher, aber mit Verspätung. Karten hatten sie für die Tour dabei, GPS leider nicht - das würde ich als schwächsten Punkt bei ihrer Vorbereitung ansehen. Aber man merkte an vielen Einzelheiten (wie sie schwere Lasten tragen, wie schnell sie das Lager auf- und abbauen und gleichzeitig das Kochen erledigen...) - das waren Leute mit Erfahrung. Ich finde, wir haben uns gut ergänzt, denn ohne sie hätte ich allein diese Route auf keinen Fall angetreten, das wäre mir zu riskant gewesen. Nicht OK finde ich ihre Entscheidung, ohne mich vorauszufahren, als wir uns am Horon verloren hatten. Das haben sie aber auch akzeptiert.

    Insgesamt würde ich ihre Herangehensweise an diese Wildnistour als einigermaßen typisch für viele russische Touristen bezeichnen. Billige no-name Ausrüstung, sehr schwere Rucksäcke, weniger detaillierte Planung, unterwegs erstaunliche Leidensfähigkeit und gekonnte Improvisation. Im russischen Internet sind viele solche Solo- wie Gruppentouren beschrieben, die in unserem Forum hier wahrscheinlich Aufsehen erregen würden. Unsereins arbeitet sich mit den Jahren vielleicht von den Alpen über Lappland und Patagonien nach Kanada vor, während die von klein auf sozusagen in Alaska unterwegs waren, wenn auch nicht mit perfektionierter Ausrüstung. Wir haben hier im Forum ja einen echten "sibirier", der auch in Deutschland gelebt hat. Der kann diese unterschiedlichen Herangehensweisen an Outdoor-Touren vielleicht besser beschreiben als ich. Interessantes Thema, finde ich, danke für die Frage.

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