[D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

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  • Abt
    Lebt im Forum
    • 26.04.2010
    • 5726

    • Meine Reisen

    AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

    Sicher fällt es schwer, sich in derartige Situationen Anderer hineinzuversetzen, die derartig anders als die eigene ist: Ohne feste Basis, das was wir zu Hause nennen und überall nur mal Gast sein.

    Mich intressiert mal, welche Sprachen Christine spricht, wie viele Kilos ihr Rucksack ohne H²O schwer ist, wieviele Nahrungspausen sie täglich macht, ob es viele brenzlige Situationen gab, wie viele Pässe sie dabei hat.
    Wie ist die Gastfreundschaft in Amerika? Ehrlich oder werden Einladungen oberflächlich dahergelabbert?
    Entschuldigt, wenn die eine oder andere Antwort auf diese Fragen mir hier durch die Lappen gegangen ist.

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    • mazh
      Erfahren
      • 07.02.2010
      • 124

      • Meine Reisen

      AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

      OT:

      @ chrischian

      hmmm....hab jetzt nicht jedes Wort gelesen, aber für mich hat es sich so dargestellt als wäre
      Christine dafür, daß sie die Lieblingsregion eines /einer Andere als einfache Hügel gesehen hat
      ziemlich angemacht worden, ein psychoanalytischer Erklärungsansatz für ihre Langzeitwanderschaft
      wurde praktischerweise auch gleich mitgeliefert....

      Da glaube ich dann wiederum, daß man Christines Auffassung so stehen lassen sollte....oder in
      netterer Form seine eigene kundtun sollte, aber das ist auch nur meine Meinung.

      Gruß Michael

      Memo an mich selbst....aus solchen Diskussionen raushalten

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      • Gast-Avatar

        AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

        Zitat von Juno234 Beitrag anzeigen
        Ich wandere durchaus anders als Christine. Aber ich möchte mich hüten, ihre Heransgehensweise als richtig oder falsch zu beurteilen. Ihr Weg ist spannend und gibt Stoff zum Nachdenken.
        Ich habe jetzt 4 Seiten zurück gelesen. Mir ist kein Beitrag aufgefallen, in dem German Tourist verurteilt wurde.

        Zitat von mazh Beitrag anzeigen
        hmmm....hab jetzt nicht jedes Wort gelesen, aber für mich hat es sich so dargestellt als wäre
        Christine dafür, daß sie die Lieblingsregion eines /einer Andere als einfache Hügel gesehen hat
        ziemlich angemacht worden, ein psychoanalytischer Erklärungsansatz für ihre Langzeitwanderschaft
        wurde praktischerweise auch gleich mitgeliefert....
        Nun gut, das wird es wohl sein. Seine Meinung oder Sicht zu dem Thema. Andere sehen es wieder ganz anders.

        Zitat von mazh Beitrag anzeigen
        Memo an mich selbst....aus solchen Diskussionen raushalten
        Wie wahr.
        Zuletzt geändert von chrischian; 06.04.2013, 17:32.

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        • Atze1407
          Fuchs
          • 02.07.2009
          • 2425

          • Meine Reisen

          AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

          Zitat von Juno234 Beitrag anzeigen

          ... dass nicht mehr gefragt und/oder ergebnisoffen diskutiert wird, sondern geurteilt, ja fast verurteilt wird. Christine wird teilweise unter einen Rechtfertigungsdruck gesetzt,
          Zitat von chrischian Beitrag anzeigen
          Ich habe jetzt 4 Seiten zurück gelesen. Mir ist kein Beitrag aufgefallen, in dem German Tourist verurteilt wurde.
          Das hat auch niemand gesagt. Man sollte auch mal zwischen den Zeilen lesen.
          Wenn du den Charakter eines Menschen kennenlernen willst, gib ihm Macht.
          Abraham Lincoln

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          • mazh
            Erfahren
            • 07.02.2010
            • 124

            • Meine Reisen

            AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

            [OT]

            ok.... dann mal ein Beispiel

            du machst eine Tour und schreibst einen Bericht darüber, du interessierst dich für Geschichte
            und hast jeden Kilometer der Tour historisch aufgearbeitet, es macht dir Freude über jedes
            geschichtliche Ereignis ausführlich zu berichten

            jetzt liest das einer, der sich nur für den sportlichen Aspekt einer Tour oder z.B. nur für
            Fauna und Flora interessiert

            jetzt könnte er schreiben, daß

            a) deine Herangehensweise nichts für ihn wäre, weil ihn eben nur die körperliche Herausforderung
            bzw. die Tiere und Pflanzen reizen

            b) du ihm leid tust weil du anscheinend in der Vergangenheit lebst was vielleicht daran liegen
            könnte, daß du ein Problem mit deiner eigenen Geschichte hast

            sowas wie b muß für mich halt einfach nicht sein.

            Und für mich macht es einen großen Unterschied, ob du eine Landschaft oder Region abqualifizierst,
            oder über einen Menschen sprichst, wobei das Erste einen natürlich auch treffen kann....



            Memo.....halt endlich die Klappe

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            • Chouchen
              Freak

              Liebt das Forum
              • 07.04.2008
              • 19012

              • Meine Reisen

              AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

              Zitat von mazh Beitrag anzeigen
              Memo.....halt endlich die Klappe
              Nö, passt schon, mach ruhig weiter.
              "I pity snails and all that carry their homes on their backs." Frodo Baggins

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              • German Tourist
                Dauerbesucher
                • 09.05.2006
                • 853

                • Meine Reisen

                AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

                @mazh:
                Vielen Dank für Deinen letzten Post. Du hast meinen Eindruck und meine Einstellung hierzu exakt auf den Punkt gebracht.

                @abt:

                Zitat von Abt Beitrag anzeigen
                Mich intressiert mal, welche Sprachen Christine spricht, wie viele Kilos ihr Rucksack ohne H²O schwer ist, wieviele Nahrungspausen sie täglich macht, ob es viele brenzlige Situationen gab, wie viele Pässe sie dabei hat.
                Wie ist die Gastfreundschaft in Amerika? Ehrlich oder werden Einladungen oberflächlich dahergelabbert?
                Sprachen: Ich spreche neben Deutsch Englisch und Spanisch fliessend, Französisch sosolala, und ein paar Brocken Japanisch.
                Rucksackgewicht: Mein Rucksackgewicht ohne Verbrauchsgüter (Base Weight) beträgt im Sommer knapp 6 kg und im Winter für Touren in gemäßigtem Klima um die 7 kg. Eine Ausrüstungsliste findest Du hier auf meinem Blog.
                Pausen: Ich mache täglich eine lange mindestens einstündige Mittagspause. Ausserhalb der Zivilisation koche ich auch Mittags, in Europa koordiniere ich das oft mit einem Supermarktbesuch und einer dort gekauften "Brotzeit". Während des Tages mache ich viele kleine Pausen und ich laufe auch eher langsam, dafür aber sehr viele Stunden.
                Brenzlige Situationen: Es gibt fast auf jeder langen Tour irgendwelche brenzligen Situation, vor allem in den eher zivilisationsfernen Gegenden in Nordamerika und Australien, wie z.B. Begegnungen mit Grizzlybären und Klapperschlangen oder Unterkühlung. In der Regel sind diese Situationen zwar potentiell bedrohlich, aber das Risiko einer schweren Verletzung oder gar Lebensgefahr aber dennoch sehr gering. Ich hatte bisher glücklicherweise nur einen wirklich schweren und leider überhaupt nicht vorhersehbaren Wanderunfall in Australien, als ich völlig unerwartet in eine unterirdische Höhle eingebrochen bin. Die Geschichte ist allerdings mit einer tiefen Schnittwunde, einem Schock und zerrissenen Klamotten sehr glimpflich ausgegangen.
                Ausweis: In Europa habe ich nur einen Personalausweis dabei, in allen anderen Ländern natürlich einen Reisepass.
                Gastfreundschaft: Die Gastfreundschaft in Amerika ist unglaublich und fast immer ehrlich und aufrichtig gemeint. Ich habe so viele interessante Leute kennengelernt und einige langanhaltende Freundschaften geschlossen.
                Zuletzt geändert von German Tourist; 07.04.2013, 09:36. Grund: und vergessen
                http://christinethuermer.de/ 53.000 zu Fuß, 30.000 km per Fahrrad, 6.500 km im Boot

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                • azaun
                  Erfahren
                  • 06.04.2009
                  • 167

                  • Meine Reisen

                  AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

                  Vielen Dank Christine, dass du hier offen deine Erfahrungen teilst.

                  Wenn wir schon bei Einstellungen und der usa sind, hätte ich dahingehend die Frage, inwieweit es in us (oder anderswo) Unterschiede in der Hikerscene gibt.
                  Sind Menschen wie du, die hiken als ihren Lebensinhalt betrachten und es nicht nur hobbymäßig betreiben in den Staaten verbreiteter und wie ist ihre gesellschaftliche Stellung im allgem. Kontext.
                  In Europa scheint es mir dafür (noch?) keinen Signifikanten zu geben. Oder ist das weltweit so zu betrachten?

                  lG und schönen, frühlingshaften, sonnigen Sonntag (jedenfalls hier in w-germany)

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                  • German Tourist
                    Dauerbesucher
                    • 09.05.2006
                    • 853

                    • Meine Reisen

                    AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

                    Der grosse Unterschied zwischen USA und Deutschland besteht schon mal darin, dass es in USA überhaupt eine "hiker scene" oder "trail community" gibt, während sowas in Deutschland so gut wie nicht existiert. Das hat mehrere Gründe:
                    Während man in Europa eigentlich fast überall auf allen möglichen Wegen Langstrecke laufen kann, beschränkt sich das in den USA auf die bestehenden National Scenic Trails wie AT, PCT und CDT sowie einige kürzere Trails. Die "thruhiker" laufen also alle diesselben Strecken, jahreszeitlich bedingt auch meist zu ähnlichen Zeiten, d.h. man trifft sich zwangsläufig öfter.
                    Zudem ist in den USA die Infrastruktur auch sehr beschränkt, d.h. in Ermangelung von öffentlichem Transport und Unterkunftsmöglichkeiten springen die sogenannten "trail angels" ein. In Europa ist man nicht so sehr auf Helfer angewiesen. Während ich in den USA sehr häufig auch von Fremden eingeladen worden bin, passiert das Europa sehr selten - wird hier aber auch nicht so oft benötigt. Trail angels gibt es in Europa nicht.
                    Als Resultat entsteht in den USA eine Community, die über Mailinglisten (z.B. PCT-l), Websites (whiteblaze) und Treffen (z.B. The Gathering, Trail Days) sehr gut vernetzt ist. Man kennt sich entweder direkt oder über andere. In Europa gibt es diese zentralen Einrichtungen nicht. Websites und Treffen sind nur national oder sogar regional und beschäftigen sich eher mit Outdoor allgemein denn mit Langstreckenwandern.
                    Menschen, die sich sozusagen "Vollzeit" mit Wandern beschäftigen, gibt es sowohl in den USA als auch in Europa nur sehr, sehr wenige. Die thruhiker in den USA sind in der Regel entweder relativ jung und laufen zwischen College und Einstieg ins Berufsleben einen oder mehrere Trails. Oder aber es sind (Vor-)ruheständler, die einen grossen Teil ihrer Zeit mit Wandern zubringen, aber noch eine homebase und Familie haben. Alles dazwischen geht zwischen den Trails immer mal wieder für einige Monate oder Jahre arbeiten.
                    Da es nur so wenige und so völlig unterschiedliche Vollzeit-Wanderer gibt, kann man diese schwer generalisieren oder Unterschiede zwischen den Ländern festmachen.
                    Ein thruhike des AT oder PCT ist in den USA ähnlich akzeptiert wie eine lange Pilgerwanderung in Europa. Sowohl beim AT/PCT oder bei den Pilgerwegen hat die breite Bevölkerung durch Medienberichte ein Bild von dieser Wanderung und den Beteiligten, d.h. der thruhiker oder Pilger kann sozusagen eingeordnet werden.
                    http://christinethuermer.de/ 53.000 zu Fuß, 30.000 km per Fahrrad, 6.500 km im Boot

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                    • Abt
                      Lebt im Forum
                      • 26.04.2010
                      • 5726

                      • Meine Reisen

                      AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

                      Zunächst sage ich mal danke für deine ausführliche Beantwortung meiner Fragen hier.
                      Hat mich doch ein wenig überrascht, mit wie wenig Kilos du unterwegs bist, Aber das verdeutlicht wie nötig die Hilfe der Trailsangels ist.
                      Jeder erfüllte Wunsch hat Junge, als nutze ich nochmals die Möglichkeit, bevor du wieder auf Achse bist:

                      Sind die Trail-Helfer irgendwie organisiert und registriert oder bekommst du die Anschriften ausschließlich übers Tablo heraus? Ist deren Einladung stets kostenlos, da zu duschen, übernachten, und zu speisen? Sorry, ich habe da keine rechte Vorstellung davon, finde es nur Klasse.
                      Ebenso intressiert mich noch mal der für die US-Trails angebotene elektronische Schnickschnack.Schließlich fatal, wenn sich die nicht so Geübten da in der Pampa verlaufen. setzt man da Kopfhöhrer auf, Musik von AC/DC, Led Zeppelin volle Pulle auf und ab. Wenn zu weit nach rechts machts piepiep, zu langsam brummm, falsch nach links donggggg ...also voll überwacht,-oder wie kann ich mir das vorstellen? Natürlich der Blick auf GPS, aber ist man da mit dem Service enien Schritt weiter?
                      Lasse dann hier wieder andere weiterfragen und wünsche dir ne gute Tour.
                      Zuletzt geändert von Abt; 07.04.2013, 13:20.

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                      • German Tourist
                        Dauerbesucher
                        • 09.05.2006
                        • 853

                        • Meine Reisen

                        AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

                        @Abt

                        Also, Du hast schon interessante Vorstellungen von den amerikanischen Trails....

                        Erst mal haben die trail angels keinerlei Einfluss auf mein Rucksackgewicht. Ich würde mit oder ohne trail angels genausoviel oder wenig mit mir herumtragen.
                        Die trail angels sind nicht organisiert, aber man findet sie entweder in den entsprechenden Führern, Internetforen oder durch Information der Organisationen, die den jeweiligen Trail unterhalten.
                        Die trail angel bieten ganz unterschiedliche Hilfe an. Für einen shuttle sollte der Wanderer mindestens Benzingeld anbieten, obwohl das oft vom trail angel abgelehnt wird. Manche trail angels beherbergen die Wanderer. Das geht vom Zelten im Garten bis hin zur Unterkunft im Haus mit Waschmaschinen- und Duschbenutzung. Hierfür verlangen sie in der Regel kein Geld, aber manchmal gibt es eine Spendenbox, in der man je nach eigener finanzieller Lage einen Obulus hinterlässt. Verpflegung gibt es meist nicht - das wäre auf den grossen Trails aufgrund der Masse der Wanderer nicht machbar. Andere trail angels helfen den Wanderern, indem sie in trockenen Gebieten Wassercaches aufstellen. Oder indem sie auf dem trail an einigen Tagen Verpflegung anbieten. Das ist dann allerdings eher eine Überraschung und nicht regelmäßig.
                        Viel hängt davon ab, wie viel der Trail begangen wird. Auf den großen Trails wie dem AT oder PCT kommen pro Saison schon mal 300 und mehr Wanderer bei einem trail angel durch und da gibt es dann natürlich keine Verpflegung oder extra shuttles. Auf den unbekannteren Trails bin ich allerdings schon oft abgeholt, verpflegt und im Gästezimmer untergebracht worden - aber da war ich dann auch der einzige Wanderer in der Saison.
                        Was Du mit "elektronischem Schnickschnack" meinst, entzieht sich allerdings völlig meinem Vorstellungsvermögen. In USA wandert man wie auch hierzulande nach Karte und Markierung und ggf. GPS, wobei man letzteres auf dem AT oder PCT nun wirklich nicht braucht.
                        http://christinethuermer.de/ 53.000 zu Fuß, 30.000 km per Fahrrad, 6.500 km im Boot

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                        • azaun
                          Erfahren
                          • 06.04.2009
                          • 167

                          • Meine Reisen

                          AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

                          Ah, danke, dass erhellt einiges. Der us Trail im Vergleich zum europäischen pilgern.

                          Gerade in Spanien fand ich (im Gegensatz zu D oder A) den unterschied vom Pilgern zum Fernwandern gravierend.
                          Ersterer völlig akzeptiert und immer gerne geholfen, ist zweiterer ein Unikum und eher suspekt. Je nach dem auf welchen Weg du dich befindest (Pilgerroute oder normaler Fernwanderweg).
                          Das Erbe der europ. Kultur. Eigentlich schade wie ich finde (aus egozentrischen Beweggründen).

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                          • Atze1407
                            Fuchs
                            • 02.07.2009
                            • 2425

                            • Meine Reisen

                            AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

                            Ehrlich, ich komme mir vor wie nach einen dieser vieler Orts von diversen Abenteuerern angebotenen Lichtbildervorträgen.

                            Christine du solltest auf keine Frage mehr eingehen, ohne Hinweis auf Dein Konto!
                            Es geht ja gar, wie Du dein Innerstes nach Aussen kehren musst. Und zu guter letzt dich vielleicht auch noch dafür entschuldigst, das Du eben ein etwas anderes Leben führst.

                            Ich für meinen Teil, finde Deine Touren und mit dem dazu entsprechenden Leben äußerst interessant und spannend. Du kannst mir glauben, wenn ich nicht so gebunden wäre, wäre ich der erste, der sein Ränzlein schnüren würde um loszuziehen. Was gibt es schöneres als sich auf die Abenteuer des Lebens einzulassen. Da gibt es jedoch dieses kleine Wörtchen Aber. Und dieses ja Aber, hört man mehr als es einen lieb ist. Mehr noch, es ist im Grunde nichts weiter als ein Schutz, um all jene Gründe aufzuzählen, warum man dieses oder jenes nicht machen kann. (Ich schließe mich hierbei nicht aus.) Ich höre jetzt schon den Aufschrei,-der hat ja gut Reden. Was wird aus mein Beruf, was aus meiner Ehe,was aus meiner Rente, mein Haus und Hof, etc...

                            Wenn ich an meiner letzten Tour im vergangenen Jahr zurück denke, so habe ich viele Menschen kennen lernen dürfen, die es Toll fanden, das es solch "verrückte" Leute gibt, die mal eben rund 1400 Km durch die Lande wandern.(ich weiss, ich bin nur ein kleines Licht)Die Wärme und Herzlichkeit die ich dabei erfahren durfte war und ist für mich ein unvergessliches
                            Erlebnis. Die Palette reichte von Einladungen nach Hause, bis zum Kaffe und Kuchen am Küchenfenster, oder man wird auf der Strasse mit Leckereien versorgt. Man muss sich nur einlassen und auf die Menschen auch zugehen können. Ich glaube es ist völlig egal wo man auf dieser Welt ist, ob Deutschland, Europa oder am Ende dieser Welt. Die Menschen sind so Unterschiedlich nicht. Man muss es nur machen. Ja Christine, ich kann Dich verstehen und Nachvollziehen.

                            Wenn ich dann hier lese wie einen vorgeworfen wird, man verstehe nicht wie man dieses oder jenes nicht mag und warum man sich nicht für deren Geschichte interessiert, da habe ich dann nur Kopfschütteln übrig. Als ich den Rennsteig entlang gewandert bin, fielen mir unsere Rennsteigläufer ein, die in 3 Tagen die 168 Kilometer gelaufen sind.Ich habe dafür eine Woche gebraucht. Oder die "Verrückten" die den Harzer Hexenstieg innerhalb von 24 Stunden hinter sich ließen. Nein, dass wäre nicht mein Ding. Liegt vielleicht auch etwas an mein Bäuchlein mit den etwas zu kurz geratenen Beinen daran, das ich solche Sachen für mich ausschließe und über solche "Verrücktheit" nur den Kopf schüttel. Die Wahrheit wird jedoch sein, eigentlich bin ich im Innern nur Neidisch. Ob diese Sportgewaltigen nun sich die Zeit nahmen, und die Schöhnheit der sie umgebenen Natur aufzunehmen, weiss ich nicht. Aber eines weiss ich genau, ich habe Ehrfurcht vor solchen Leistungen.(Auch wenn ich es nicht so zugebe.) Und weil ich gerade beim Rennsteig bin, während er für die einen das Non plus Ultra
                            darstellt, gilt auch für dessen Geschichte, ist er für mich nichts weiter als eine, im wahrsten Sinne des Wortes, Wanderautobahn. Die von A nach B führt und für mich keinerlei Highlights
                            hat. Bin ich deshalb verachtenswert, nur weil ich meine Meinung/Sichtweise dazu sage?

                            Was mich aber ganz besonders ärgert sind jene User, die aus dem Dunkeln auftauchen. Wenn man bei denen unter ihren Profil den Knopf nach den Reiseberichten drückt, kommt meist eine gähnende Leere. Und da muss man sich schon wundern, wie der eine oder andere auf den "Putz"haut. Da kann ich nur sagen, nachmachen und schreibt einen Reisebericht, damit man diejenigen auch Einschätzen und Beurteilen kann.


                            Danke Christine,
                            danke dafür, das Du uns ein Stück an deinen Leben hast Teilnehmen lassen. Ich wünsche Dir vom ganzen Herzen die Kraft und Gesundheit für weitere Abenteuer, sowie für kommende Reiseberichte.

                            LG
                            Atze
                            Wenn du den Charakter eines Menschen kennenlernen willst, gib ihm Macht.
                            Abraham Lincoln

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                            • blauloke

                              Lebt im Forum
                              • 22.08.2008
                              • 5898

                              • Meine Reisen

                              AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

                              @Atze:
                              Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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                              • Gast-Avatar

                                AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

                                @GT Danke für den Bericht und die damit verbundene Beschreibung des Lebensmodells!

                                "Keine homebase: Ich habe seit fünf Jahren keine eigene Wohnung mehr. Meine Outdoorsachen sind in einem Lager eingelagert. Wenn ich wie jetzt für ein paar Monate in Deutschland bin, muss ich mir eine Wohnung oder ein WG-Zimmer befristet anmieten. D.h. im Klartext, ich kann zwischen zwei Touren nicht einfach mal kurz in die Heimat zurück. Wenn ich einmal mein befristetes WG-Zimmer aufgebe, müssen alle anschließenden Touren durchgängig durchgeplant sein, denn ich habe dann keine homebase mehr."

                                Mich würde insoweit noch interessieren (falls Du darauf antworten magst), ob DU mit dem inzwischen nicht mehr ganz neuen Lebensmodell zufriedener bist als vorher (= gut bezahlte Arbeit, wenig Zeit, kurze Urlaube) oder ob sich die Pros und Cons z.B. ungefähr die Wage halten.

                                @alle

                                Einige haben so einen Ausstieg ja offenbar schon angedacht und finanziell durchkalkuliert. Ich gehe davon aus, dass keiner ohne Rente im Alter auskommen möchte (wenn es z.B. mit der körperlichen Fitness vielleicht nicht mehr so gut steht). Enja hat davon gesprochen, dass sie 10 Jahre länger gespart hat als GT.

                                Mich würde interessieren, wie Ihr hier ungefähr kalkuliert (monatl. Budget für das "Wanderleben", Geldpolster bzw. Rentenansprüche für das Alter). Danke.

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                                • Werner Hohn
                                  Freak

                                  Liebt das Forum
                                  • 05.08.2005
                                  • 10862

                                  • Meine Reisen

                                  AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

                                  Zitat von Bergtroll Beitrag anzeigen
                                  ...
                                  @alle

                                  Einige haben so einen Ausstieg ja offenbar schon angedacht und finanziell durchkalkuliert. Ich gehe davon aus, dass keiner ohne Rente im Alter auskommen möchte (wenn es z.B. mit der körperlichen Fitness vielleicht nicht mehr so gut steht). Enja hat davon gesprochen, dass sie 10 Jahre länger gespart hat als GT.

                                  Mich würde interessieren, wie Ihr hier ungefähr kalkuliert (monatl. Budget für das "Wanderleben", Geldpolster bzw. Rentenansprüche für das Alter). Danke.
                                  Die Frage ist, worauf würdest du schon jetzt verzichten, um ein Geldpolster aufzubauen, damit du eventuell früher oder für ein paar Jahre zwischendurch losziehen kannst. Oder wenn es dann mal soweit ist im Alter, sitzt der ein oder andere auf einem oft zu großen Haus. Verkaufen, damit man 10 Jahre vor der Rente weg kommt? Macht doch keiner. Würdest du?
                                  .

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                                  • Gast-Avatar

                                    AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

                                    Werner, ich denke die individuellen Situationen sind verschieden. In der von Dir kursorisch beschriebenen Situation würde ich das Haus vermutlich nicht verkaufen. Etwas anderes mag es sein, wenn Du Dein bisheriges Leben bei einer Investmentbank gearbeitet und 5 Mio. in bar und Wertpapieren auf dem Konto hast (was auf mich leider nicht zutrifft ;). Nochmal andere sagen sich vielleicht: "Ich möchte JETZT Leben" und vertrauen dann im Alter zur Not auf die Sozialhilfe.

                                    Mein Eindruck ist, dass man - wenn man die letzte von mir genannte Variante vermeiden will - entweder ganz schön viel Geld haben muss, um z.B. mit 45 aussteigen zu wollen oder SEHR SEHR sparsam sein muss.

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                                    • German Tourist
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                                      • 09.05.2006
                                      • 853

                                      • Meine Reisen

                                      AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

                                      Zitat von Bergtroll Beitrag anzeigen
                                      Mich würde insoweit noch interessieren (falls Du darauf antworten magst), ob DU mit dem inzwischen nicht mehr ganz neuen Lebensmodell zufriedener bist als vorher (= gut bezahlte Arbeit, wenig Zeit, kurze Urlaube) oder ob sich die Pros und Cons z.B. ungefähr die Wage halten.
                                      Als ich vor mittlerweile über 5 Jahren umgestiegen bin, war ich recht "ergebnisoffen". Ich wollte mindestens 2 oder 3 Jahre Wandern gehe, hatte aber nicht ausgeschlossen, danach wieder zu arbeiten. Eigentlich hatte ich erwartet, dass mir das Outdoorleben bald langweilig werden würde oder mir die Ideen ausgehen. Bisher ist keiner der beiden Fälle eingetreten - im Gegenteil. Im Moment habe ich eher zuviele Ideen und weiss gar nicht, wann ich welche Tour machen soll.

                                      Deine Frage ist für mich persönlich aber dennoch sehr schwierig zu beanworten. Ich war mit meinem früheren Lebensmodell "Karriere und Geldverdienen" nämlich auch sehr zufrieden. Ich habe sehr gerne gearbeitet und mir hat mein Job sehr viel Spass gemacht. Ich bin also nicht aus Frust oder Unzufriedenheit umgestiegen, sondern einfach, weil ich das Outdoorleben eben auch sehr attraktiv fand. Angesichts der begrenzten Ressource Lebenszeit bin ich dann halt schon relativ früh auf Outdoor umgestiegen. Mir war das Risiko zu gross, den Wechsel immer wieder z.B. bis zum Rentenalter hinauszuschieben, um dann aufgrund von eventuellen gesundheitlichen Problemen nicht mehr oder nur sehr begrenzt wandern zu können.

                                      Ich habe diesen Umstieg nie bereut - im Gegenteil! Ich finde aber mein jetziges Outdoorleben nicht besser als mein früheres Berufleben. Alles hat halt seine Zeit. Ich bin sehr froh über mein früheres Berufsleben. Ich bin aber jetzt genauso froh über meine "Outdoorkarriere" und kann mir zur Zeit nicht vorstellen, wieder ins "normale" Leben zurückzukehren. Seit vielen Jahren ist das "Draussen" leben für mich eindeutig attraktiver geworden, vor allem weil sich dadurch auch meine persönlichen Wertvorstellungen verschoben haben.
                                      http://christinethuermer.de/ 53.000 zu Fuß, 30.000 km per Fahrrad, 6.500 km im Boot

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                                      • faule socke
                                        Dauerbesucher
                                        • 27.04.2004
                                        • 898

                                        • Meine Reisen

                                        AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

                                        danke an GT für all die interessanten antworten in diesem thread und natürlich auch für den feinen reisebericht!
                                        weil du alles so ehrlich und ausgewogen beschreibst, kann man sich wirklich ein gutes bild machen!

                                        alles gute unterwegs weiterhin von der faulen socke, die schon weiss, warum sie nur ab und zu aus ihrer homebase ausbricht (sofa! Bücher! Dusche!...) ;) und daher gerne bei dir und anderen virtuell mitwandert.

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                                        • faule socke
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                                          • 27.04.2004
                                          • 898

                                          • Meine Reisen

                                          AW: [D] [FR] [ES]: 4.500 km zu Fuss durch Westeuropa

                                          weil sich hier ja etliche fragen, wieviel geld braucht man für so einen lebensstil:
                                          die im thread erwähnten 5 mio sicherlich nicht, ist zwar nett und damit ist man sicher gegen alles gewappnet, aber mit geringerem sicherheitsbedürfnis geht es auch mit weniger. um wieviel weniger? das hängt von dir ab und von deinen ausgaben!
                                          aber wie man das berechnet (grob und auf einfache weise), das kann ich gerne zeigen. das sollte sowieso jeder der sich ev. selbständig machen will, achwas, überhaupt jeder, mal durchrechnen.

                                          1. aufgabe: geldbedarf pro monat
                                          wieviel brauchst du pro monat?
                                          das herauszukriegen ist die anfangshürde, je nach deinem überblick über dein ausgabenverhalten ist sie höher oder niedriger.

                                          hilfen dazu gibts z.b. hier:
                                          http://www.helpster.de/monatliche-ko...altsplan_96495
                                          http://www.beobachter.ch/geld-sicher...h-plan-laeuft/

                                          der einfachheit halber sagen wir mal, wir wollen als einzelperson jeden monat 1000EUR zum leben haben. --> x12 = 12000 EUR pro jahr brauchen wir. das ist sowieso was mittleres, nicht üppig, schon sparsam, aber noch über harz-niveau (nein, gar nicht so weit darüber wie du jetzt vielleicht denkst, zu den harz-sätzen kommt ja noch miete und krankenkasse dazu. kenn mich damit aber nicht aus (zum glück)).

                                          so, ab jetzt wird es einfacher. wir müssen zwar rechnen, aber es gibt hilfsmittel dafür.

                                          2. aufgabe: wie hoch muss dein kapital sein, damit du deinen geldbedarf daraus erwirtschaften kannst?
                                          dafür gibt es die schönen renten-tools, z.b. dieses:

                                          http://www.zinsen-berechnen.de/entnahmeplan.php
                                          hier wählst du kapitalvermögen berechnen und ewige rente (wer weiss wie alt du wirst?) und gibst bei monatliche entnahme unsere angenommenen 1000 EUR ein.
                                          dann siehst du, dass dein kapital dafür 406.500 EUR sein müsste. viel geld, klar, aber doch weit von den im thread erwähnten 5 mio weg!
                                          bei der konservativen, aber ich sage mal auch eher realistischen annahme (ausser das geldsystem bricht zusammen, wieder börsenkrach, etc. etc.), dass du 3% zinsen pro jahr darauf erwirtschaftest, nach steuer. da bist du aber schon nicht schlecht bei der verwaltung und anlage deiner 400000EUR.
                                          wenn wir optimistisch sein wollen und 5% zinsen als erwirtschaftet annehmen, hoppla, da brauchen wir plötzlich nur noch 246.500 EUR. zinseszinseffekt. schön, nicht wahr? aber riskant als annahme. und über 5%? da wärst du ein sehr versierter börsencrack, bzw. eher ein zocker, bzw. wahrscheinlich ein kapital-verzocker. damit rechnen wir lieber mal nicht.

                                          3. aufgabe: wie lang dauert es bis du dieses kapital beisammen hast, damit es eben die 12000/jahr erwirtschaften kann?
                                          das hängt natürlich wieder von dir ab, bzw. von deiner sparrate, wieviel du pro monat auf die hohe kante legen kannst.
                                          dafür gibt es die ganzen sparrechner tools, z.b. dieses:

                                          http://www.zinsen-berechnen.de/sparrechner.php
                                          hier wählen wir ansparzeit berechnen, geben unsere 406500 ein und spielen mal mit der sparrate.
                                          bei 500 pro monat auf der hohen kante, brauchen wir 37 jahre, bis wir die 406000 beisammen haben. uups, jetzt wissen wir, wieso das da oben rentenrechner geheissen hat und wieso die meisten erst im rentenalter mit arbeiten aufhören können.
                                          wenn wir uns bei der sparrate mehr ins zeug legen und 1000 pro monat sparen können, sind wir schon bei 23 jahren. bei 5% zinsen sind es schon knapp unter 20 jahre.
                                          hoffnungslos lange? naja, müssen wir den gürtel enger schnallen und 2000 weglegen. macht 12 jahre bei 5%.

                                          vielleicht brauchst du ja auch keine 1000/monat. christine müsste ohne homebase vermutlich darunter liegen. oder jemand arbeitet weiter das halbe jahr hindurch, dann muss das kapital z.b. nur noch 500/monat abwerfen.

                                          wollte ja hiermit nur die grundprinzipien veranschaulichen, jetzt kannst du anhand deiner situation deine zahlen in die rechnung einsetzen.

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