[DE, CH, IT] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Pforzheim nach Süden

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  • Wafer

    Lebt im Forum
    • 06.03.2011
    • 5717

    • Meine Reisen

    #41
    25. Tag: Gotthardpass - Airolo
    Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.

    Donnerstag, 16. Juli 2020
    Strecke: 8 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 25 m, ↓ 975 m
    Gehzeit: 2 h

    Etappe: 77 Km
    Etappenhöhenmeter: ↑ 2.825 m, ↓ 2.125 m
    Etappengehzeit: 21 h

    Gesamtstrecke: 584 Km
    Gesamthöhenunterschied: ↑ 15.625 m, ↓ 14.625 m
    Gesamtgehzeit: 142 h

    Der Morgen kommt wie der Abend gegangen ist: Wolkenverhangen. Ich schaue mir diverse Wetterberichte an. Leider sind sich alle ziemlich einig: So richtig prickelnd wird das heute nicht! Aber am Vormittag soll es zumindest mal nicht ständig regnen. So gehe ich frühstücken und warte dann darauf, dass es aufhört. Irgendwann zwischen 8 und 9 Uhr ist es dann so weit: Ich ziehe los.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 01 Das Albergo San Gottardo.jpg Ansichten: 335 Größe: 364,3 KB ID: 3004837
    Das Albergo San Gottardo

    Eigentlich geht es heute nur abwärts. Zunächst verhalten, später recht zügig. Ein schöner Wanderweg zieht etwas abseits der alten Via Tremola nach Süden.
    Wie alt der Weg ist kann man recht gut erkennen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 02 Bruecke ueber den Foss an der Via Tremola.jpg Ansichten: 320 Größe: 543,6 KB ID: 3004834
    Brücke über den Foss an der Via Tremola

    Der Wanderweg verläuft neben den Darmschlingen der Via Tremola recht direkt in Richtung Süden. Da es heute mir der Sicht nicht so weit her ist fährt hier heute kaum einer. Die meisten nehmen wohl die neue Straße, die nicht so ganz den direkten Weg am Foss entlang nimmt. Und Wanderer treffe ich heute gar keine. So genieße ich die Ruhe und die Aussicht.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 03 Airolo kommt in Sicht.jpg Ansichten: 309 Größe: 386,0 KB ID: 3004835
    Airolo kommt in Sicht

    Irgendwie ist heute nicht mein Tag: Neben dem schlechten Wetter habe ich wohl irgendwas an der Kamera verstellt und merke es nicht. So wird fast alles unscharf. Aber so viel gibt das mit dem Wetter heute eh nicht her. Über schöne Wiesenwege komme ich erst an Kasernen vorbei und dann von oben nach Airolo hinein. Am Ortsrand beginnt es schon wieder zu tröpfeln. So schlage ich mich zunächst durch die Gassen auf der Suche nach einem schönen Café für ein zweites Frühstück.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 04 Chiesa Santi Nazario e Celso in Airolo.jpg Ansichten: 308 Größe: 276,6 KB ID: 3004836
    Chiesa Santi Nazario e Celso in Airolo

    Direkt am Bahnhof gibt es reichlich Möglichkeiten dafür. Auf einer überdachten Terrasse wird von mir meine weitere Planung überdacht. Die Meinung der diversen Wetterberichte wird immer schlechter. Und die Aussicht zunehmend auch: Die Bergspitzen verschwinden in Wolken und vom Pass her ziehen weitere Wolken ins Tal. In einem Regenloch erhasche ich nochmal einen Blick auf meinen bisherigen Abstiegsweg.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 05 Abschiegsblick vom Bahnhofvorplatz in Airolo hinauf in Richtung Gotthardpass.jpg Ansichten: 307 Größe: 379,2 KB ID: 3004838
    Ausblick vom Bahnhofvorplatz in Airolo hinauf in Richtung Gotthardpass

    Als ich den nächsten Supermarkt zum Vorräte Auffrischen ansteuern will werde ich erstmal richtig nass. Also zurück ins Café und ein drittes Frühstück bestellen. Das mit dem Regen wird aber nicht besser. Da ich jetzt nur noch wenige Tage bis zu einem Geburtstag in der Familie habe, macht es wenig Sinn auf Wetterbesserung zu warten. Die soll zwar kommen aber zu spät. So überquere ich bei nächster Gelegenheit die Straße und steige in den nächsten Zug in Richtung Norden.
    Auf der Rückfahrt kann ich vom trockenen Platz im Zug aus genau verfolgen, wo ich die letzten Tage unterwegs war. Schön, dass die Züge hier nicht so rasen können! Da sieht man wenigstens etwas.
    Erstaunlich schnell, aber mit recht viel Umsteigen, komme ich in Waldshut an und laufe noch bis zu meinem Auto. Hier stelle ich fest, dass ich richtig Glück gehabt habe: Der Parkplatz soll ab morgen wohl für ein Fest über das nächste Wochenende gesperrt werden und nicht entfernte Autos werden kostenpflichtig abgeschleppt. Das stand vor 10 Tagen da noch nicht dran! Ohne weiteres Umsteigen komme ich recht zügig nach Hause.
    Schön war’s!!!
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    Zuletzt geändert von Wafer; 28.12.2020, 18:33.

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    • German Tourist
      Dauerbesucher
      • 09.05.2006
      • 847

      • Meine Reisen

      #42
      Das ist ja lustig! Ich war auf derselben Strecke exakt eine Woche nach Dir unterwegs. Den Bericht habe ich aber erst jetzt entdeckt, weil ich dann noch bis Sizilien weitergelaufen bin ...

      Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
      Direkt an der Autobahnraststätte wird eine neue Brücke über die Reuss gebaut. Wohl damit die Wanderer, die auf dem Wanderweg unterwegs sind, zur Raststätte hinüber können. Warum man dazu den ganzen Wanderweg sperren muss ist mir allerdings ein Rätsel.
      Hier hättest Du Dir den Umweg übrigens sparen können. Nachdem mir hier Radfahrer entgegengekommen sind, bin ich einfach auf dem gesperrten Weg weitergelaufen - war kein Problem.

      Im Gegensatz zu Dir hat mich der Autobahnlärm aber wahnsinnig genervt. Außerdem war ich wildzeltend unterwegs und hatte in diesem Abschnitt massiv Probleme einen ebenen, diskreten und ruhigen Zeltplatz zu finden. Ich habe den E1 durch die Schweiz eigentlich nur gewählt, weil ich so sehr zügig mit nur einem Pass durchgekommen bin. Berge hatte ich dann danach auf dem E1/Sentiero Italia in 3,5 Monaten Italien noch mehr als genug ...

      Und falls Du noch durch Italien weiterlaufen willst, kann ich Dir vom E1 nur abraten. Ab Mittelitalien existiert er dort mehr auf dem Papier als denn in der Landschaft. Mit dem Sentiero Italia bist Du dort besser bedient.
      http://christinethuermer.de/ 53.000 zu Fuß, 30.000 km per Fahrrad, 6.500 km im Boot

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      • Wafer

        Lebt im Forum
        • 06.03.2011
        • 5717

        • Meine Reisen

        #43
        Hallo German Tourist.

        Schön von dir zu lesen! Ich fand das eine tolle Gegend und will da noch weiter wandern. Auf jeden Fall bis Italien!
        Zitat von German Tourist Beitrag anzeigen
        Und falls Du noch durch Italien weiterlaufen willst, kann ich Dir vom E1 nur abraten. Ab Mittelitalien existiert er dort mehr auf dem Papier als denn in der Landschaft. Mit dem Sentiero Italia bist Du dort besser bedient.
        Wie weit ist für dich "Mittelitalien"? Ich will mitten durch den Appenin, und da scheint der E1 doch zumindest durch zu führen. Ab wann verliert sich der Weg bzw. ab wann wäre der Sentiero besser? Das kann aber noch etwas dauern bis ich dort hinkomme. Du kennst meinen Wandermodus? Ich bevorzuge Betten und viel Kontakt zur Bevölkerung!
        Im Falle dieser Wanderung war der E1 für mich auch nur "Ausweichstrecke". Wobei er mir wirklich gut gefallen hat und ich auf jeden Fall noch weiter gehen will.

        Wir werden sehen .... und ich ich hoffentlich auch bei einem Reisebericht deinerseits!

        Bis hoffentlich bald mal wieder!

        Wafer

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        • German Tourist
          Dauerbesucher
          • 09.05.2006
          • 847

          • Meine Reisen

          #44
          Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
          Hallo German Tourist.
          Wie weit ist für dich "Mittelitalien"? Ich will mitten durch den Appenin, und da scheint der E1 doch zumindest durch zu führen. Ab wann verliert sich der Weg bzw. ab wann wäre der Sentiero besser? Das kann aber noch etwas dauern bis ich dort hinkomme. Du kennst meinen Wandermodus? Ich bevorzuge Betten und viel Kontakt zur Bevölkerung!
          Der E1 und der Sentiero Italia verlaufen weitgehend parallel und streckenweise sogar gleich. Die große Ausnahme ist die Poebene. Während der SI den kompletten Alpenbogen durchläuft, kürzt der E1 durch die Poebene ab. Hier bin ich den E1 gelaufen - leider mitten im Hochsommer, wovon ich dringend abrate. Die Hitze in Kombination mit der hohen Luftfeuchtigkeit sind mörderisch. Hier war der E1 einmal sogar durch einen Zaun mit Videoüberwachung abgesperrt ...
          Danach geht es für den E1 und den SI mehr oder minder deckungsgleich bzw. parallel auf die Alta Via dei Monti Liguri und die Grande Escursione Appeninnica. Hier hast du keine Probleme, wenn du dich einfach an diese populären Wege hältst. Sobald die GEA endet, würde ich immer den SI vorziehen, der schon Stand heute mehr oder minder durchgängig markiert ist, wenn auch manchmal ziemlich überwachsen. Aber der SI wird ständig weiter bearbeitet und verbessert, während ich beim E1 nur Verfall des ohnehin nicht durchgängig existierenden Weges feststellen konnte. Es gibt kaum dezidierte E1-Markierungen und oft existierten nicht mal die Pfade, auf denen er verlaufen sollte.

          Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
          Wir werden sehen .... und ich ich hoffentlich auch bei einem Reisebericht deinerseits!
          Ich habe von unterwegs täglich auf FB auf Deutsch gepostet - das kann man sich auch ohne Anmeldung bei FB anschauen.
          http://christinethuermer.de/ 53.000 zu Fuß, 30.000 km per Fahrrad, 6.500 km im Boot

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          • Wafer

            Lebt im Forum
            • 06.03.2011
            • 5717

            • Meine Reisen

            #45
            Zitat von German Tourist Beitrag anzeigen
            Der E1 und der Sentiero Italia verlaufen weitgehend parallel und streckenweise sogar gleich. ...
            Danke für die Infos! Ich habe inzwischen auch deinen Bericht über den Sentiero Italia gelesen. Ich denke mit den Informationen komme ich die nächste Zeit auf dem E1 weiter!

            Epilog 4. Etappe
            Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.

            Gerne wäre ich wenigstens noch bis Bellinzona gekommen. Dort bin ich seinerzeit auf meinem Alpencross über den San Bernadino vom Bodensee zum Lago Maggiore durch gekommen. Das wäre von der Zeit her noch drin gewesen. Aber nachdem ich die letzten 10 Tage auf dem E5 und dem E1 so schönes Wetter hatte verschiebe ich diese Aussichtsetappen lieber auf ein anderes Mal mit besserem Wetter. Vielleicht klappt es ja dieses Jahr noch?
            Der Weg war durchgehend sehr gut markiert. Das hatte ich in der Schweiz auch erwartet. Die sind in der Richtung vorbildlich ausgestattet! Bis auf den Teil von Fluelen nach Amsteg war der Weg wirklich schön! Damit hatte ich nicht gerechnet weil ich über diesen Teil des Weges schon recht viel gelesen habe und eigentlich eher schlechtes gehört habe. Der Teil von Fluelen nach Amsteg ging fast ausschließlich an der Reuss und der Autobahn entlang. Hier wäre es schön, wenn man sich mal eine Alternative überlegen würde. Vielleicht kennt ja jemand eine?
            Klar, das ist kein Weg mit alpinen Herausforderungen und Gipfeln aber als Fernwanderweg erstaunlich abwechslungsreich und mit vielen Höhenmetern behaftet. Da zeigt der E1, dass er einiges zu bieten hat! Mit dem Gotthardpass und seinen 2.106 Höhenmetern ist der höchste Punkt des E1 erreicht. Damit bin ich genau genommen auch auf der Alpensüdseite angekommen. Hier werden mir noch einige Landschaftsveränderungen bevorstehen. Daher ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ich das in den nächsten Jahren noch weiter verfolgen werde. Mal sehen was die Zeit so bringt. Vor allem wann wir das Corona-Thema so weit hinter uns haben, dass es keine Probleme mit Unterkünften oder Quarantäne mehr gibt.
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            • vergissminet

              Erfahren
              • 08.06.2009
              • 303

              • Meine Reisen

              #46
              Bekommt Ihr Benachrichtigungen nun auch mit einem etwas längerem Betreff?

              "Neuer Beitrag in deinem Forum Abschicken Abonnement: [DE, CH, IT] Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Pforzheim nach Süden"

              Ich schaue jedenfalls weiterhin gleich nach, wenn es hier etwas neues im Forum Abschicken Abonnement gibt.

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              • Wafer

                Lebt im Forum
                • 06.03.2011
                • 5717

                • Meine Reisen

                #47
                Prolog 5. Etappe
                Corona geht mir so langsam richtig auf den Senkel! Als Genesener, der aber mehr als 6 Monate genesen ist, fällt man irgendwie durchs Raster. Aber was hilft das Schimpfen? Nix! Also lassen wir es! Das Wetter ist höchst instabil, aber im Süden des Alpenhauptkamms soll es stabiler sein. Also rein in den Zug und ab nach Süden. Unterwegs merke ich dann, was ich alles vergessen habe. Na, hoffentlich geht das nicht so weiter! Irgendwie bin ich beim Packen wohl etwas außer Übung! Das muss dringend geändert werden.
                So trudle ich am späten Abend in Flüelen ein und komme in einem einfachen Gasthaus unter. Die Planung ist morgen nach Airolo hinauf zu fahren und ab dort die nächsten Tage gen Süden zu wandern bis Lust, Zeit oder gutes Wetter ausgehen.
                Am Morgen stehe ich auf und blicke aus dem Fenster: Eine herbe Enttäuschung! Man sieht einfach garnix! Nach einem kurzen Frühstück mache ich mich auf in Richtung Bahnhof. Von dort hat man einen Blick über den See. Da sieht es allerdings noch nicht wesentlich besser aus.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: 00 Regen und Wolken über dem Vierwaldstätter See.jpg
Ansichten: 207
Größe: 48,7 KB
ID: 3063363
                Regen und Wolken über dem Vierwaldstätter See

                Der erste Interregio bringt mich über die alte Bahnlinie hinauf nach Göschenen und durch den Gotthard-Scheitel-Tunnel.

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                • Wafer

                  Lebt im Forum
                  • 06.03.2011
                  • 5717

                  • Meine Reisen

                  #48
                  26. Tag: Airolo - Anzonico
                  Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.

                  Freitag, 9. Juli 2021
                  Strecke: 30 Km
                  Höhenunterschiede: ↑ 1.250 m, ↓ 1.450 m
                  Gehzeit: 9 h 30

                  Etappe: 30 Km
                  Etappenhöhenmeter: ↑ 1.250 m, ↓ 1.450 m
                  Etappengehzeit: 9 h 30

                  Gesamtstrecke: 586 Km
                  Gesamthöhenunterschied: ↑ 16.875 m, ↓ 16.075 m
                  Gesamtgehzeit: 141 h 30

                  Pünktlich um 8 Uhr kommt mein Zug aus dem Tunnel und hält eine Minute später am Bahnhof von Airolo. Die Sonne scheint – Na also, geht doch! Mit mir steigen etliche Outdoorfans aus: Radfahrer, Mountenbiker, Wanderer und Kletterer. Es scheint sich rumgesprochen zu haben, dass die nächsten Tage hier gut werden sollen.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 01 Der Gotthardpass sieht aus wie das letzte Mal.jpg Ansichten: 0 Größe: 76,3 KB ID: 3064298
                  Der Gotthardpass sieht aus wie das letzte Mal

                  Ein jeder macht sich fertig und zieht los. Ich tue es ihnen gleich. Der Wegabschnitt, dem ich heute und die nächsten Tage folgen will, nennt sich Strada Alta und ist der Höhenweg entlang der Leventina hinunter bis Biasca. Diesem Weg folgt der Swiss Trail, auf den Schildern überall als Nummer 2 markiert, und damit der E1.
                  Der Start ist gehörig teerlastig! Sonst sind die Schweizer doch ganz gut im Wanderwege bauen, aber hier haben sie sich in dieser Richtung nicht mit Ruhm bekleckert! Die Straße führt mich am Friedhof vorbei.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 02 Auf dem Friedhof von Airolo ist es sonnig.jpg Ansichten: 0 Größe: 101,5 KB ID: 3064299
                  Auf dem Friedhof von Airolo ist es sonnig

                  Airolo ist erstaunlich groß. Es zieht sich ganz schön am Hang entlang. Und an so manchem Haus ist klar erkennbar, was die Region die letzten Jahrzehnte und fast schon Jahrhunderte geprägt hat.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 03 Die Eisenbahnvergangenheit lebt in Airolo.jpg Ansichten: 0 Größe: 79,4 KB ID: 3064300
                  Die Eisenbahnvergangenheit lebt in Airolo

                  Man sieht dem Weg schon an, dass er nicht der Bahnlinie und der Autobahn folgen will. Das ist auch gut so! Die beiden produzieren hier in dem engen Tal einiges an Lärm.
                  Über einen Bach, der aufgrund des wohl auch hier recht feuchten Wetters der letzten Tage recht voll ist, geht es nach Madrano hinüber.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_29468.jpg Ansichten: 3 Größe: 95,6 KB ID: 3064304
                  Über Wiesenwege wie hier geht es von Ortsteil zu Ortsteil

                  In Madrano glaube ich dem lokalen Wanderzeichen und lande wieder auf einer Straße anstelle der Wiesenwege, auf denen der GPX-Track entlang wollte.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_29467.jpg Ansichten: 3 Größe: 127,5 KB ID: 3064303
                  Klare schweizer Markierung

                  Als ich dann an die Stelle komme, an der der GPX-Track auch wieder auf die Straße kommt weißt der Wegweiser, der den Swiss Trail andersherum beschildert, genau über diese verpassten Wiesenwege. Noch dazu sehen die Wege sehr ansprechend aus! Auf jeden Fall besser als die Straße, die ich hier raufgekommen bin!

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_29466.jpg Ansichten: 5 Größe: 86,9 KB ID: 3064301 Eigentlich hängt nur der Hauptkamm in den Wolken

                  Aber jetzt geht es von der Straße runter. Auf einem schönen Höhenweg geht es stetig aufwärts.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_29470.jpg Ansichten: 3 Größe: 142,2 KB ID: 3064306
                  Schattiges Plateauwandern zwischen Airolo und Brunasco

                  Der Weg will wohl einen möglichst großen Abstand zur Verkehrsinfrastruktur schaffen.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_29469.jpg Ansichten: 3 Größe: 100,1 KB ID: 3064305
                  Infrastrukturtal Leventina

                  Viel zu schnell geht es wieder auf die Straße um zum nächsten Ort zu führen. Auch nach Brunasco geht es auf der Straße entlang. Da müssen die sich unbedingt was einfallen lassen! Vor Altanca verlasse ich die Straße wieder für ein Stück ganz hübschen Weg. Der quert eine der steilsten Standseilbahnen der Schweiz: Die Bahn hinauf zum Lago Ritom.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_29471.jpg Ansichten: 3 Größe: 321,8 KB ID: 3064307
                  Die Standseilbahn zum Lago Ritom - Eine der steilsten der Schweiz

                  Das Zugseil wird neben der Strecke ins Tal geführt, wo der Antrieb liegt. Interessante Konstruktion!
                  Weiter geht es auf Altanca zu.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_29472.jpg Ansichten: 3 Größe: 430,7 KB ID: 3064308
                  Begegnungen auf dem E1 bei Altanca

                  Was mir hier auffällt: Man hört die Bahnlinie und die Autobahn hier oben recht deutlich. Beim Aufstieg durch das Reusstal habe ich das nicht so laut empfunden. Hier werden die aber auch mehr am Talgrund und weniger im Berg oder in tieferen Spalten geführt. Aber vielleicht ist das auch nur subjektiv.
                  In Altanca mache ich dann die erste Pause.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 11 Pause in Altanca.jpg Ansichten: 5 Größe: 97,9 KB ID: 3064316
                  Pause in Altanca

                  Als Animation werden mir diverse Hubschraubermanöver geboten, die vermutlich durch die Baustelle bei der Erneuerung des Ritom-Kraftwerkes verursacht werden. Schon wild, wie die mit diesen Lasten am langen Seil durch die engen Täler fliegen!
                  Hinter Altanca geht es wieder auf der Straße entlang. Dafür ist der gebotene Blick echt schön. Das wäre ein wirklich schönes Tal wenn hier nicht die Hauptschlagader des Transalpinen Verkehrs durchgehen würde!

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 12 Die Leventina.jpg Ansichten: 6 Größe: 88,0 KB ID: 3064313
                  Die Leventina

                  Über Ronco und Deggio geht es meist auf der Straße nach San Martino. Hier wird die Straßen erstmals für längere Zeit verlassen. Der höchste Punkt mit ca. 1.400 Metern liegt jetzt auch schon hinter mir. Über Wiesen geht es langsam aufwärts durch die einzelnen Höfe von San Martino.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 13 Hilfreiches und Schönes am Wegesrand.jpg Ansichten: 6 Größe: 220,0 KB ID: 3064310
                  Hilfreiches und Schönes am Wegesrand

                  Auf diesen Höfen scheinen auch ein paar kreative Menschen zu wohnen, die sich wohl auch mit anderen Kulturen beschäftigt haben.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 14 Ich bin nicht alleine auf dem Weg.jpg Ansichten: 6 Größe: 268,5 KB ID: 3064312
                  Ich bin nicht alleine auf dem Weg

                  Überhaupt ist hier recht wenig los. Heute Morgen an der Bahn hatte ich schon schlimmes befürchtet aber ich habe bisher weder Radler noch Wanderer getroffen.
                  Mit Lurengo ist der letzte Ort auf diesem Teil des Plateaus erreicht. Damit hört auch die Straße auf und es geht auf Feld- und Wiesenwegen weiter. Immer noch sehr nass zieht der Weg weiter grob nach Süd-Ost und führt mich auf einen Wald zu.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 15 Feuchte Wiesenwege hinter Lurengo.jpg Ansichten: 6 Größe: 115,6 KB ID: 3064314
                  Feuchte Wiesenwege hinter Lurengo

                  Im Wald wird es angenehm: So langsam wird es nämlich richtig warm! Das Tal macht hier eine Stufe abwärts. Die Autobahn macht das in Tunneln, die Bahn in Kehrtunnels und der Wanderweg führt mich durch bewaldetes Felsengelände abwärts. Schöne Pausenplätze inklusive!

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 16 Ein toller Pausenplatz hoch über Freggio.jpg Ansichten: 5 Größe: 112,2 KB ID: 3064318
                  Ein toller Pausenplatz hoch über Freggio

                  Wie ich später erfahre wird an den Felsen, durch die der Wanderweg hier führt, recht viel geklettert. Dadurch wird die Wegführung auch deutlich interessanter als bisher!

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 17 Schöne Wege nach Freggio.jpg Ansichten: 5 Größe: 287,0 KB ID: 3064323
                  Schöne Wege nach Freggio

                  Freggio ist ein kleiner Weiler, der das nächste Plateau einläutet.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 18 Freggio.jpg Ansichten: 5 Größe: 117,3 KB ID: 3064320
                  Freggio

                  Die haben auch eine sehr schöne Kirche: San Bernardo. Ein Blick lohnt sich! Schon erstaunlich, was diese kleinen Weiler am Ende der Welt für Kirchen bauen!
                  In der prallen Mittagssonne geht es über Wiesen den Südhang hinauf nach Osco. Hier wird gleich am Ortseingang für ein Restaurant geworben, das auch Unterkünfte anbietet. Das hatte ich eigentlich für heute als Tagesziel ins Auge gefasst. Es ist aber gerade mal 13 Uhr als ich auf der Terrasse des Restaurants sitze. Der Mittagstisch ist ein Kalbsbraten mit Polenta und Rotweinsauce. Zum Menü gehört noch ein Salat und eine Creme Karamell.
                  Was mache ich jetzt mit dem Rest vom Tag? Irgendwie habe ich noch keine rechte Lust hier schon für heute Schluss zu machen. Also packe ich meine Sachen nach dem Mittagesse nochmal zusammen und mache mich wieder auf den Weg.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 19 Osco wird verlassen.jpg Ansichten: 5 Größe: 100,2 KB ID: 3064321
                  Osco wird verlassen

                  Die nächste Unterkunft soll aber erst in Anzonico sein. Aber da kommen wieder einige Weiler, die alle über einen Busanschluss verfügen. Wenn ich keine Lust mehr habe steige ich einfach in den nächsten Bus und fahre nach Faido hinunter oder nach Cari hinauf. Und morgen wieder zurück. Plan B steht also. Da kann ich unbeschwert weiter.
                  Der Weg verläuft hier nur noch selten über Teer. Dafür mehren sich die Stellen, an denen das Wasser zeigt, was es kann.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20 Wilde Wasser stürzen zu Tal.jpg Ansichten: 5 Größe: 156,1 KB ID: 3064325
                  Wilde Wasser stürzen zu Tal

                  Regelmäßig muss man hier über Bäche, die derzeit viel Wasser führen. Der Weg ist jetzt richtig schön! Warum nicht gleich so?

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 21 Genusswandern zwischen Osco und Anzonico.jpg Ansichten: 5 Größe: 312,8 KB ID: 3064335
                  Genusswandern zwischen Osco und Anzonico

                  Im nächsten Ort Calpiogna steht ein ganz cooler Brunnen: Er hat in der Mitte 2 Wasserarme in 2 Richtungen und ein Dach drüber. Überhaupt scheint Wasser hier in der Gegend keine Mangelware zu sein. Jeder Ort hat mindestens einen Brunnen mit Trinkwasser. Meistens mehr.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 22 Brunnen in Calpiogna.jpg Ansichten: 5 Größe: 100,0 KB ID: 3064327
                  Brunnen in Calpiogna

                  Der Wanderweg auf diesem Plateau führt mich wieder von Weiler zu Weiler. Aber eben nicht über die Straßen. Schön hier! So merke ich kaum, dass ich immer weiter komme. Auf Figgione folgt Rossura und Tengia. Und als Kontrast zum lupenreinen Sommer hier auf dem Plateau gibt es auf der anderen Talseite so manche bezuckerte Bergspitzen zu sehen.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 23 Letzte Nacht muss es oben geschneit haben.jpg Ansichten: 5 Größe: 125,8 KB ID: 3064329
                  Letzte Nacht muss es oben geschneit haben

                  Tengia ist der letzte Ort mir Busanschluss vor Anzonico. Da telefoniere ich mal nach einem Quartier. Ich bekomme in Anzonico ein Einzelzimmer. Das sind zwar noch ein paar Meter aber ich habe ja noch Zeit.
                  Was ich übersehen habe: In Tengia endet dieses Hochplateau und Anzonico liegt auf einem anderen. Und dazwischen muss ich nochmal anständig hoch.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 24 Wasserfall nach Tengia.jpg Ansichten: 5 Größe: 151,6 KB ID: 3064331
                  Wasserfall nach Tengia

                  Bei so schönen Wegen aber kein unüberwindliches Problem! Die Bäche werden hier unter grandiosen Wasserfällen gequert. Ich denke mit weniger Wasser nicht halb so schön. Neben so manchem Fall haben sich Einheimische niedergelassen und lesen Zeitung. An ein paar richtig schönen Almen geht es dahin. Die Sonne wird schon recht Nachmittäglich.
                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 25 Wandern nach Calonico.jpg Ansichten: 5 Größe: 132,2 KB ID: 3064333
                  Wandern nach Calonico

                  Beim Queren eines Baches vor Calonico fehlt die Brücke bzw. der Steg. Ich brauche ziemlich, bis ich da drüber bin. Umso fahrlässiger durchwate ich die Furt beim nächsten ohne recht aufzupassen. Prompt läuft mir das Wasser oben in die Schuhe. Das ist jetzt schon fast eine Garantiekarte für Blasen. So mache ich etwas langsamer und komme nach Calonico.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 26 Die Kirche von Calonico.jpg Ansichten: 6 Größe: 91,1 KB ID: 3064311
                  Die Kirche von Calonico

                  Hier lege ich meine Füße trocken und ziehe die Hüttenschuhe an. Nun kann ich aber nicht mehr auf diesen schönen kleinen Wegen wandern.
                  So halte ich mich diesmal von mir aus an die Straße und wandere die letzten 3 Km mit sporadisch toller Sicht nach Anzonico.
                  Die kleine Osteria am Ortseingang ist wirklich klasse: Nette Leute, gutes Essen, schöne Zimmer, ... So richtig genießen kann ich das aber nicht. Ich bin ganz schön fertig. Ich wollte doch eigentlich kürzere erste Tage machen. Aber wiedermal habe ich das nicht geschafft. Aber ich fühle mich gut und bin früh im Bett.
                  So kann es gerne weiter gehen! Ich freue mich auf Morgen! Gute Nacht!
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                  Zuletzt geändert von Wafer; 21.07.2021, 18:41.

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                  • dominik_bsl
                    Erfahren
                    • 13.02.2006
                    • 206

                    • Meine Reisen

                    #49
                    Die Kirche von Calonico (San Martino) sieht man sehr schön, wenn man auf der Autobahn gen Süden fährt. Und darunter gibts ein paar nette Kletterrouten.

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                    • Wafer

                      Lebt im Forum
                      • 06.03.2011
                      • 5717

                      • Meine Reisen

                      #50
                      Hallo Dominik.
                      Zitat von dominik_bsl Beitrag anzeigen
                      Die Kirche von Calonico (San Martino) sieht man sehr schön, wenn man auf der Autobahn gen Süden fährt. Und darunter gibts ein paar nette Kletterrouten.
                      Ich habe mir das daraufhin mal in Google-Street-View angesehen. Von unten sieht das ja völlig anders aus! Auf meinem Bild kann man ja erahnen, dass die Wiese da nicht so ganz eben ist, aber die Kirche steht ja auf dem letzten Eck und da geht es mal richtig runter! Auch zwischen diesen beiden Wiesenstücken, die man hier sieht.

                      Gruß Wafer

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