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    • Meine Reisen

    [DE][CH][AT][LI] Von Konstanz am Bodensee nach Locarno am Lago Maggiore

    Tourentyp
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    Mitreisende
    Erste Etappe
    Warum ich wiedermal ohne Fotoapparat unterwegs bin, weiß nur der Himmel. Ich lerne es einfach nicht!

    1. Tag: Konstanz - Widihorn
    Freitag, 24. April 2009
    Strecke: 29 Km - Gesamtstrecke: 29 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 85 m, ↓ 85 m
    Gehzeit: 4,5 h
    Es ist Ende April und der Sommer gibt einen ersten Vorgeschmack auf das was da noch so kommen mag. Auf den Bergen liegt zwar noch Schnee aber für den Bodensee hat der Wetterbericht sehr gutes Wetter vorausgesagt.
    Ich schaffe es gegen 13:45 Uhr in Reutlingen weg zu kommen und lasse das Auto in Singen um mit der Bahn nach Konstanz zu fahren. Um kurz nach 4 komme ich dann am Bahnhof Konstanz auch tatsächlich los. Auf den Straßen von Konstanz begegnen mir sehr viel mit Eis und kurzen Kleidern.
    Dieses Mal nehme ich den Weg am See entlang und komme so nach Kreuzlingen in der Schweiz. Sehr schnell verlässt der Uferweg Urbane Zonen und es geht am Seeburger Hafen und am Hafen von Schlössli vorbei in Richtung Münsterlingen. Der Weg hält sich immer direkt am See und es ist überraschend wenig los. Der Freizeitwert der Gegend ist klar erkennbar: Es geht an Campingplätzen und Häfen vorbei meist zwischen See und Radweg über Seedorf, Ruederbomm und Zollershus nach Kesswill. Die Grundstücke und Häuser direkt am See haben eines gemeinsam: Meist großzügig ausgelegt und häufig unbewohnt. Die typischen Sommerresidenzen, die derzeit noch nicht genutzt werden. Der Weg führt weiter über Uttwil nach Romanshorn hinein. Am noch geschlossenen Freibad vorbei geht es über Yacht- zum Fährhafen.
    Ich finde keine Unterkunft die mir zusagt und so ziehe ich weiter obwohl der Abend doch schon deutlich erkennbar ist. Über Egnach geht es meist parallel zum Radweg zwischen Gleisen und See weiter in Richtung Arbon. Bei Widihorn kehre ich im Landgasthof Seelust ein – an dem Hinweisschild auf das Spargelmenü mit Fisch kam ich einfach nicht vorbei. Da die auch Zimmer haben ist die Unterkunftsfrage auch sehr schnell erledigt.

    2. Tag: Widihorn – Hohenems
    Samstag, 25. April 2009
    Strecke: 46 Km - Gesamtstrecke: 75 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 450 m, ↓ 410 m
    Gehzeit: 9,75 h
    Das Wetter ist heute einfach der Hammer! Der Blick auf und über den See beim Frühstück entsprechend einladend. Eigentlich schon fast zu heiß zum Wandern. So komme ich kurz nach 8 Uhr weg und gehe nach Arbon. Wieder begrüßt mich ein geschlossenes Freibad und der Yachthafen – die Standardausstattung eines jeden Ortes hier. Die Orte Steinach und Horn schließen sich durch Promenaden direkt aneinander – so dann natürlich auch ein Yachthafen an den anderen. So erreiche ich Rorschach. Hier ziehen sich die Berge des Appenzeller Landes bis an den See heran. Ich halte mich erst entlang der Zahnradbahn nach Heiden hinauf und ziehe dann aber über Buechen und das Schloss Greifenstein den Buechberg entlang zu ‚Steiniger Tisch‘. Hier bietet sich eine grandiose Aussicht auf den See und in Richtung Rheintal. Man kann fast nach Österreich spucken.
    Durch Weinberge zieht ein kleiner Steig hinab nach Thal und Rheineck. Hier ist es windstill und es herrschen Temperaturen von meist 30°C. Der Wanderweg führt mich unter den Gleisen und der Autobahn hindurch direkt an den Alten Rhein. Den geht es nun entlang in Richtung Süden. Auf der anderen Rheinseite kann man Gaißau und Höchst in Österreich liegen sehen.
    Bei Lustenau quere ich den ‚neuen‘ Rhein und bin in Österreich. Über die flachen Felder immer mit dem Bregenzer Wald im Blick geht es nach Dornbirn. Hier steigt sehr schlagartig der Bregenzer Wald aus der Ebene an. Kleine Wanderwege und Radwege die sich immer direkt am Fuße des Bregenzer-Wald-Gebirges entlangziehen bringen mich über Unter- und Oberklien nach Hohenems.
    Der Gasthof Hirschen mit Biergarten und Gästezimmern nimmt mich sehr freundlich auf. Der Abend klingt im Biergarten direkt neben dem Grill mit sehr netten – meist einheimischen – Gästen aus.

    3. Tag: Hohenems – Buchs (SG)
    Sonntag, 26. April 2009
    Strecke: 32 Km - Gesamtstrecke: 107 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 360 m, ↓ 440 m
    Gehzeit: 6 h
    Nach dem Frühstück zahle ich ca. 1/3 von gestern. Die Lage direkt am See und dann noch in der Schweiz wirkt sich im Gegensatz zu einem rustikalen aber ebenso schönen Gasthof ohne Seeanschluss doch sehr deutlich aus.
    Wieder bin ich kurz nach 8 Uhr weggekommen und ich bleibe immer am Fuße der Berge und ziehe über Götzis und St. Arbogast nach Klaus, Sulz und Rankweil. Die Architektur hat sich im Vergleich zu der am Schweizer See sehr deutlich verändert. Auf Waldwegen komme ich nach Feldkirch.
    Zünftige Blasmusik führt mich in den Garten eines Klosters, die heute ein Jubiläum feiern. Die Brüder grillen und schenken ein selbstgebrautes Bier aus.
    Der weitere Weg führt mich durch die sehr schöne Altstadt entlang der Landstraße hinaus nach Tisis wo ich in Schaanwald die Grenze nach Lichtenstein überquere. Leider gibt es hier nicht so schöne Wanderwege wie in Österreich. So ziehe ich entlang der Straße über Nendeln nach Schaan. Da ich nur dieses Wochenende zur Verfügung habe und ich noch eine aufwändigere Rückreise antreten muss neigt sich hier diese erste Etappe leider viel zu schnell dem Ende zu.
    Ich überquere mal wieder den Rhein und komme nach Buchs (SG) wo mich am Bahnhof der nächste Zug mitnimmt. Wieder nutze ich die Gelegenheit mit der Bahn Großteils entlang der gewanderten Strecke entlang zu fahren. So fahre ich das Rheintal hinab über Altstätten und St. Margareten nach Rorschach. Die S-Bahn bringt mich dann über Arbon und Romanshorn nach Kreuzlingen zurück. Hier empfängt mich die Deutsche Bahn mit deutscher Verspätung und bringt mich wieder nach Singen.

    Zweite Etappe
    Auch dieses Mal habe ich den Fotoapparat sinnigerweise zu Hause gelassen. Gerade im Domleschg oder auf der Südseite des Hauptkamms ist das sehr schade! Ich bin zwar eigentlich für mich unterwegs aber gerade auch für solche Berichte sind Fotos eigentlich unerlässlich.
    Ich gelobe Besserung!

    4. Tag: Buchs (SG) - Chur
    Donnerstag, 13. Mai 2010
    Strecke: 45 Km - Gesamtstrecke: 152 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 550 m, ↓ 400 m
    Gehzeit: 8,5 h
    Dieses Jahr nutze ich Christi Himmelfahrt um an meiner Seen-Route weiter zu gehen. Dieses Mal stelle ich das Auto in Winterthur am Bahnhof unter. Die Bahn bringt mich dann über Zürich und dann entlang der wunderschönen Seen Zürisee, Obersee und Walensee nach Sargans und weiter zu meinem letzten Endpunkt nach Buchs (SG).
    Gegen 9 Uhr starte ich am Bahnhof und halte mich immer am Rhein entlang nach Süden. Bei Vaduz quere ich nach Lichtenstein hinüber um dann immer zwischen den Bergen und dem Rhein weiter zu wandern. In Balzers verlasse ich den Rhein und gehe nach St. Luzisteig hinauf. Hier halte ich auf schönen Wanderwegen die Höhe und ziehe durch Bergdörfer und Gehöfte die sich ihr Geld durch die Heidi-Geschichte verdienen. Jeder zweite Hof will der Ursprung der Geschichte sein. Über Jenins geht es durch Weinberge nach Malans und Landquart. Die Orte Igis uns Zizers sind nicht der Bringer. Also schlage ich mich wieder etwas weiter von Autobahn und Rhein durch die Landschaft. Über Molinära komme ich nach Trimmis und wandere durch den Wald nach Chur.
    In der Altstadt komme ich im Stern unter.

    5. Tag: Chur - Andeer
    Freitag, 14. Mai 2010
    Strecke: 43 Km - Gesamtstrecke: 195 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 1.400 m, ↓ 1.125 m
    Gehzeit: 9,5 h
    Der Morgen begrüßt mich mit leichtem Regen. Gestern war es zwar schon die ganze Zeit bewölkt aber wenigstens trocken. So starte ich in Regenkleidern gegen 8 Uhr und ziehe nach Domat (570 m). Ich quere den Golfplatz und steige im Wald hinauf um dann immer oberhalb des Rheins durch die Wälder zu ziehen. Auf der anderen Talseite kann ich die Dörfer sehen und die Eisenbahnlinie die sich in Schlangenlinien durch die Landschaft zieht. Gegenüber von Rhäzüns schwenkt der Weg (695 m) von westlicher auf mehr südliche Richtung und es geht nach Rothenbrunnen (625 m). Damit bin ich im Domleschg. Hier herrscht wohl schon immer ein besonderes Wetter. Dieses Tal steht heute unter Föhneinfluss und hinter Rorthenbrunnen reißt es auf und die Sonne zeigt sich. Damit war in Chur nicht zu rechnen. In kurzem Hemd geht es das Tal hinter über Fürstenau nach Sils i.D. (685 m). Die Wirtin im sehr guten Gasthaus Post klärt mich während des Mittagessens über die Wetterbesonderheiten des Tals auf. Frisch gestärkt nehme ich den Aufstieg in Angriff. An Burg Ehrenfels – grandios gelegen und heute eine Jugendherberge – geht es vorbei immer aufwärts zur Ruine von Burg Hohenrätien (950 m). Ab hier ist der Weg nur für Geübte zu empfehlen: Es geht meist direkt am Abgrund entlang in einem steten auf und ab mal über Felder mal durch Wälder. Der Traversiner Steig führt sehr gewagt über 2 Hängebrücken zur berühmten Via Mala (864 m). Das macht sich durch sehr viele Bustouristen bemerkbar. Die sind aber schnell wieder in ihren Bussen und ich wieder alleine auf dem Waldweg hinauf nach Reischen (1.040 m) und weiter nach Zillis (945 m).
    Hier ist die touristische Erschließung deutlich an den Preisen ab zu lesen: Das Radler kostet hier 5,30 CHF im Gegensatz zu 3 CHF in Sils. Die etwas harsche Wirtin hat mich dann bewogen doch noch etwas weiter zu ziehen. Über einen sehr schönen Lehrpfad am Hinterrhein entlang erreiche ich Andeer (980 m).
    Das Piz Vizan und seine Wirtsleute sagen mir da schon eher zu. Und für heute reicht es auch. Also bleibe ich in diesem kleinen Dorf mit seinen alten Steinhäusern.

    6. Tag: Andeer – San Bernardino
    Samstag, 15. Mai 2010
    Strecke: 38 Km - Gesamtstrecke: 233 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 1.240 m, ↓ 625 m
    Gehzeit: 8 h
    Das Wetter am Morgen begrüßt mich sehr durchwachsen. Gegen 8 Uhr komme ich in Andeer (980 m) weg und wandere über das E-Werk und Stausee Bärenburg und einen Hügel zur Roflaschlucht (1.090 m). Dann – häufig parallel zur Straße – auf dem Wanderweg Via Splugia immer Bergan. Teilweise führt der Weg auf dem Dach der Lavinenverbauung der Straße entlang: Wendeltreppen hinauf und über einen schönen Steig das Tal hinter. Am Festungsmuseum Crestawald (1.333 m) kann man die Strategie des Schweizer Militärs im Wandel der Zeit erkennen: Hier steht eine Bunkeranlage, die einst über 100 Personen Schutz geboten hätte und heute nicht mehr benötigt wird. Das schützende Flak-Geschütz steht noch!
    Der weitere Weg führt hinauf nach Sufers (1.428 m) und weiter nach Splügen (1.457 m). Langsam zieht es etwas zu und es tröpfelt wieder ab und zu. Der Weg über Medels führt mich nach Nufenen (1.596 m). Im Supermarkt lädt mich die Kassierer beim Baterienkauf zu Kaffee und Kuchen ein: Heute ist hier der Wähetag – Ein Tag an dem das ganze Dorf im Sägewerk feiert. Was genau konnte mir keiner so genau sagen.
    Da hier die Straße eine Großbaustelle ist nehme ich die südliche Rheinseite um weiter das Tal hinter zu wandern. Hier liegt dann aber teilweise noch recht viel Schnee und das Tauwasser bildet große Seen. So wird der weitere Weg doch recht abenteuerlich – kreuz und quer durch den Wald und über Wiesen. Kurz vor Hinterrhein zieht es dann immer mehr zu. Als ich über die Dorfalp aufsteige setzt Schneetreiben ein. Bei 1.826 m komme ich auf die Passstraße. Die ist – im Gegensatz zur der am Splügenpass – noch nicht eröffnet. Es gibt ja auch den Tunnel. Kurz vor der Passhöhe bei ca. 2.040 m muss ich dann doch leider umkehren. Die 2 Meter hohen Schneepfosten am Rande der Straße sind teilweise nicht mehr zu erkennen und ich breche bei fast jedem Schritt bis Kniehöhe oder weiter ein. Die Passhöhe mit 2.065 m ist zwar nicht mehr weit aber wenn man nicht erkennen kann wo die Straße entlangführt ist das nicht so prickelnd – zumal da ein See direkt daneben ist. Und wer will schon bei dem Wetter mal schnell im See verschwinden? Also steige ich die Nordrampe wieder ab und lasse mich durch den Tunnel mitnehmen.
    Der Unterschied der Dörfer nördlich und südlich dieses Passes ist schon enorm. In San Bernardino (1.629 m) herrscht die Italienische Architektur vor. In Hinterrhein war es eher die Schweizer. Aber auch hier liegt noch reichlich Schnee. Die Skisaison ist beendet und die Sommersaison hat noch nicht begonnen. So ist hier sehr viel geschlossen. In einem Kaffee frage ich nach einer Unterkunft und bekomme den Schlüssel von einem ganzen Apartment in die Hand gedrückt – zum Preis von einem Einzelzimmer.

    7. Tag: San Bernardino - Bellizona
    Sonntag, 16. Mai 2010
    Strecke: 48 Km - Gesamtstrecke: 281 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 100 m, ↓ 1.625 m
    Gehzeit: 9 h
    Morgens zeigt der Himmel schon blaue Flecke aber auf dem Weg zum Lago d’Isola bläst es richtig kalt und es fällt noch leichter Schnee. Der Wanderweg ist noch völlig zugeschneit. Also geht es entlang der alten Straße bis Forcola (1.628m). Hier steige ich quer Feldein über die Wiesen bzw. Schneefelder ab. Jeden Meter den ich weiter runter komme kann ich an der Vegetation erkennen: Erst fast nur Schnee, dann liegt das Gras gerade unter dem Schnee vorgekommen, ein paar Meter weiter unten sprießt das erste frische Grün und schon stecken kleine Blumen ihre bunten Köpfe gen Himmel. In jeder Kehre wo ich auf die Straße treffe kommt der Frühling näher. Ein paar Kehren weiter blüht schon Löwenzahn und die Bäume schlagen aus. In Pian San Giacomo (1.170 m) ist dann schon deutlich Frühling. Auch das Wetter wird zunehmend besser – Nordföhn wie ich später erfahre. Ich folge der Markierung der Via Alpina, einem wunderschönen Wanderweg, ins Tal hinab. Der Verkehr auf der Bundesstraße stört zwar das Bild aber lässt sich ignorieren. Auf schönen Trampelpfaden geht es hinunter nach Mesocco (790 m) zu einer Vesperpause. Die Cafés sind hier deutlich italienisch angehaucht und es ist nicht selbstverständlich, das noch deutsch gesprochen wird.
    Ab hier führt der Wanderweg auf einer stillgelegten Eisenbahntrasse entlang immer gleichmäßig abwärts. Die alten Brücken bieten eine grandiose Aussicht das Tal rauf und runter. Meist führt die alte Trasse durch Wälder hinab nach Soazza (628 m) bis dann bei 520 Höhenmetern der Talgrund erreicht wird. Dann führt der Weg mal an der Moesa, das ist der Fluss im Tal, entlang und mal über Felder und durch Wälder über Cabbiolo (446 m) nach Lostallo (421 m). In einer Osteria gibt es bei hochsommerlichen Temperaturen auf der Terrasse mit mehreren Motorradfahrern ein typisch italienisches Mittagessen. Hier habe ich neben den ersten Echsen auch schon eine Palme – allerdings im Kübel – gesehen. Zwei der Motorradfahrer nehmen dann auch den Apartmentschlüssel mit hinauf nach San Bernardino den ich aus Versehen mitgenommen habe.
    Bei 25°C geht es dann über Cama (344 m), Leggia und Grono nach Roveredo (314 m). Hier gibt es dann fast überall diese netten kleinen Grottos in denen man meist sehr gut essen und noch besser trinken kann.
    Die Autobahntunnelbaustelle um Roveredo ist leider noch nicht ganz fertig. So geht es etwas konfus um diese drum rum weiter über einzelne Höfe südlich des Flusses das Tal weiter abwärts. Bei Lumino (267 m) war zwar wieder ein sehr schönes und gut besuchtes Grotto aber die Unterkunft daneben war ein Motel. Also ziehe ich doch nochmal weiter bis ich bei Arbedo (240 m) auf das Tal der Leventina stoße. Am Ufer des Ticino geht es dann entlang weiter bis ich nach Bellinzona (231 m) komme. Die Unterkunftssuche gestaltet sich recht schwierig. Beim dritten Anlauf komme ich dann in einem Zimmer direkt über einer Pizzeria mit Holzofen unter.
    Der Abend verfliegt bei südlichem Flair, gutem Essen und italienischem Wein. Eigentlich sollte ich heute noch heimfahren. Aber das Wetter und die Möglichkeit morgigen Tag noch an zu hängen verleiten mich den Sommer im Tessin noch etwas zu verlängern.

    8. Tag: Bellizona - Locarno
    Montag, 17. Mai 2010
    Strecke: 23 Km - Gesamtstrecke: 304 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 100 m, ↓ 150 m
    Gehzeit: 4 h
    Das Wetter ist Sensationell! Kaum zu glauben, dass ich vorgestern gegen Schneesturm angekämpft habe.
    Ich komme trotzdem erst etwas später als üblich weg – der Wein war doch sehr gut – und streune noch durch die Altstadt. Ich muss mir auch dringend noch eine stärkere Sonnencreme besorgen: Mit Hochsommer hatte ich nicht gerechnet! Der Ticino führt mich dann weiter das Tal hinunter. Bei Gudo wechsle ich auf die Nordseite des Ticino und halte mich ‚frei Schnauze‘ in Richtung auf den See zu. Hier wird die (vielleicht schon zweite?) Heuernte eingefahren. Gestern Morgen war noch überall Schnee! So schlendere ich durch die Magadino-Ebene bis mich der See zwingt an den Nordrand der Berge heran zu rücken. Über Minuso geht es nach Muralto. Die tolle alte Tratoria del Lago hat ein ansprechendes Mittagsangebot. Direkt am See verfliegt die Zeit. Als ich dann doch endlich die Tratoria verlasse stelle ich dann am Bahnhof fest, dass der Zug nach Zürich gerade abgefahren ist. Der nächste lässt mir noch 2 Stunden Zeit. Die nutze ich mit einem Besuch auf der Madonna del Sasso. Der Blick über den See ist einfach einzigartig! Viel zu schnell sind die zwei Stunden rum und ich fahre mit dem Zug zurück. Auf der alten Trasse hinauf zum Gotthard hänge ich am Fenster und fahre mit jedem Höhenmeter wieder zurück zu Frühling und Winter. Auf der Nordseite ist dann von dem Sommerwetter wenig zu sehen. Trübes Wetter mit wenig Sicht empfängt mich am Nordportal des Tunnels. Der Abschied vom Sommer ist rasch und schmerzhaft.
    Eines ist sicher: Im nächsten Frühjahr werde ich wieder im Tessin sein!
    Zuletzt geändert von Wafer; 25.12.2011, 10:25.

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    #2
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    Hallo.

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    Und: Ich war übrigens dieses Frühjahr wieder in der Gegend. Das Tesin ist es zwar nicht ganz geworden aber fast! Siehe den Bericht [IT] Auf den Monte dei Pizzoni - Am Lago di Lugano

    Gruß Wafer
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    Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 20:22.

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