Kleine Fluchten vom Rheinland bis zum Mittelmeer

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  • StefanBoe
    Erfahren
    • 14.12.2020
    • 242

    • Meine Reisen

    #41
    11. Vom Trekkingcamp Billesweiher über Frankenstein und Elmstein zum Trekkingcamp Geiswiese (Pfälzer Wald) 32 km 12.04.2022

    https://www.komoot.de/tour/726111189...iZuGzQ&ref=wtd

    Gute Zeltnacht auf weichem Waldboden, geweckt vom lautesten Vogelgezwitscher aller Zeiten. Die Vogelschar scheint sich da unten im Schilfgürtel am Weiher sehr wohl zu fühlen. Welch schönes Plätzchen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 1.jpg Ansichten: 83 Größe: 5,30 MB ID: 3126775

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    Wir halten in Ruhe unser Frühstück ab und starten ca. 9:00 Uhr unsere Wanderung. Erstmal durch Wald zum Ortsrand von Enkenbach- Alsenborn, wo wir auf die ehemalige Wohnstätte von Fußballlegende Fritz Walter treffen. Ein Schaukasten erinnert an den Helden von 54, Franz Beckenbauer und Uwe Seeler grüßen.

    Zurück in den Wald und 100 hm rauf, um unter der lärmenden A 6 durchzuschlüpfen. Hier nun beginnt der eigentliche Pfälzer Wald. Kaum noch Siedlungen, dafür Wald hügelauf- und hügelabwärts - soweit das Auge reicht. Wir laufen langsam hinab in das langgezogene Glasbachtal. Eigentlich war hier für ca. 10 km entspannt-gelassenes Hinabgleiten angedacht, doch daraus wird nichts. Erst liegt ein umgestürzter Baum quer über den Weg, schon bald der nächste. Und dann hört es gar nicht mehr auf. Vor 3 Tagen hat ein Schneeunwetter hier zu massivem Schneebruch und Fallwinden geführt. Der nördliche Pfälzer Wald war besonders betroffen. Und nun treffen die Folgen uns mit unseren 18-kg-Rucksäcken. Statt Hinabgleiten höchst anstrengendes Klettern, Hindurchzwängen, Springen, Umwege am Hang suchen - und das bestimmt 50 mal. Es dauert und kostet richtig Saft - und manchmal fällt man auch noch in den Dreck.

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    Unzählige Bäume hat es umgehauen oder Äste abgerissen, ob Kiefer, Buche, Lärche oder Birke, ein erschreckender Anblick! Hier werden die Forstarbeiter noch Monate zu tun haben. Irgendwann entdecken wir links am Hang eine richtig schöne Quelle, die wir zum dringend benötigten Erholen nutzen.

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    Es folgen weitere vom Baumleichen-Überklettern geprägte Kilometer im Glasbachtal, bis rechterhand an der Burgruine Diemerstein zum ersten Mal der Pfälzer Buntsandstein so richtig ins Auge springt.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220412_125041 (3).jpg Ansichten: 80 Größe: 3,27 MB ID: 3126782

    Viel später als gedacht erreichen wir das kleine Dorf Frankenstein. Hier gibt es keine mondänen Restaurants, aber beim "Kalle" lässt sich auch wunderbar Pause machen.

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    Gar nicht so einfach, sich wieder aufzuraffen, hoch zur Burgruine Frankenstein. Micha kommt nur sehr schwer wieder in die Gänge - wir haben aber noch 17 km...

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    Hinter Ruine Frankenstein geht es hinab ins langgestreckte, unbesiedelte Lembachtal. Schön hier!

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    Dann hinauf über die Höhenrücken der Hohen Loog und des Eselsloher Berg zum aufgegebenen Wirtshaus "Schwarze Sohl". Hier heißt es Kilometerfressen in ausgedehnten Waldgebieten. Zum Glück halten uns nur ab und zu noch die umgefallenen Riesen auf.

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    Es ist schon fast Abend; endlich erreichen wir das Örtchen Elmstein. Wir brauchen dringend was Kühles für die Kehle und werden erst am Ortsausgang bei der Restauration des Minigolfplatzes fündig. Das Hefeweizen und die Pommes sind nach diesem langen Marsch eine echte Offenbarung. Die Bedienung berichtet uns, dass es hier nach dem Schneeunwetter vom letzten Freitag zwei Tage Stromausfall gab. Sie hätte tiefgekühlte Waren im Wert von 700 € entsorgen müssen.

    Um 18:36 Uhr fährt ein kleiner Bus von hier die 3 km ins nächste Dorf Iggelbach. Angesichts unseres abgekämpften Zustandes begehen wir das Sakrileg. Der Fahrer im vollkommen leeren Bus lächelt und verzichtet auf das Geld fürs Ticket. Jetzt noch 3 km - das schaffen wir noch! Beim letzten Haus des Ortes bestellen wir nochmals 3 l Wasser für den Abend und den Morgen, der große Kampfhund des Hauses schaut mürrisch zu, dann geht es oberhalb von Igelbach durch die Wiesen in den Wald. Das Örtchen liegt richtig nett.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220412_190205_HDR (2).jpg Ansichten: 80 Größe: 3,73 MB ID: 3126789

    Nun hinab ins unbesiedelte Waldtal, ein Stück noch am Bach entlang, und unser Ziel ist erreicht, das Treckingcamp "Geiswiese". Hier verschrecken uns glücklicherweise keine egomanischen Platzhirsche. Wir haben die großen, idyllischen Wiesen am Bach für uns allein - hätten sie natürlich aber auch gerne geteilt!

    Rasch ist das Zelt aufgebaut - und dann sitzen wir noch lang am Feuer.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220412_203646 (3).jpg Ansichten: 78 Größe: 3,28 MB ID: 3126788


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    Zuletzt geändert von StefanBoe; 22.04.2022, 12:38.

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    • Wafer

      Lebt im Forum
      • 06.03.2011
      • 7031

      • Meine Reisen

      #42
      Hallo Stefan.

      Ich lese hier immer interessiert mit. Schön, dass es weitergeht! Ihr seid da auf einer Strecke unterwegs, die mir bisher gänzlich unbekannt ist. Aber den Bildern nach eine lohnende Sache! Vielen Dank für's Mitnehmen!
      Ich schaue immer wo ihr gerade seid. Habt ihr GPX-Tracks von eurer Tour? Wenn ich das richtig verstehe, dann habt ihr die in Komoot abgelegt. Wenn ihr die hier mit dazupackt und dann in den Bericht einfügt, wird an der Stelle eine Karte mit dem Track angezeigt. So entstehen die Karten bei meinen Berichten.

      Angenehme Tour noch! Viele Grüße

      Wafer

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      • StefanBoe
        Erfahren
        • 14.12.2020
        • 242

        • Meine Reisen

        #43
        Hallo Wafer,
        ich bin deinem Tipp gefolgt und habe die Links zu den Komoot-Tracks jetzt direkt bei den jeweiligen Tagesberichten eingefügt. Vorher waren sie alle auf Seite 1 des Berichts, aber ich glaube jetzt ist besser. Leider klappt es nicht, dass man die Karten so wie bei deinen Berichten direkt sieht. Aber sie öffnen sich, sobald man den Komoot-Link öffnet,

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        • StefanBoe
          Erfahren
          • 14.12.2020
          • 242

          • Meine Reisen

          #44
          12. Vom Trekkingcamp Geiswiese über Rinnthal nach Darstein (Pfälzer Wald) 30 km 13.04.2022

          https://www.komoot.de/tour/728522593...JjSfXA&ref=wtd

          Trekkingplatz Geiswiese im Pfälzer Wald: Sehr idyllisch! Wir verbringen hier eine schön entspannte Nacht und einen ebensolchen Morgen.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 1.jpg Ansichten: 83 Größe: 4,42 MB ID: 3127377

          Dann heißt es Schühchen schnüren. In diesem Fall, ist es das letzte Mal: Die lieben alten Dinger haben fertig. Große Risse und Löcher an den Nähten, in der Rückwand löst sich der Schaumstoff auf. Auf dem Foto sieht man es ihnen gar nicht an ...

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 3.jpg Ansichten: 81 Größe: 765,4 KB ID: 3127378
          Wir starten um 9:00 und wollen um 13:00 in Rinnthal sein, wo wir Konrad, Michas Sohn, am Bahnhof erwarten. Bis dahin 16 km Strecke. Im Pfälzer Wald, dem größten geschlossenen Waldgebiet Deutschlands, natürlich durch Wald. Die ersten Kilometer auf anregendem Pfad, dann vornehmlich auf breiten Pisten, auf denen echte Kilometerfresser-Mentalität gefragt ist. Dabei helfen auch gemeinsame Sing- und Instrumental-Sessions (Bass und Gitarre/ Saxophon).

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220413_110319_HDR (2).jpg Ansichten: 77 Größe: 4,67 MB ID: 3127379
          Hinter dem Landauer Forsthaus "Taubensuhl" verlaufen wir uns auf den gleichförmigen Mittelgebirgskämmen um einige Kilometer nach West. Wenn ich es nicht irgendwoher leise im Urin gehabt und auf unserer Komoot-App unseren Standort gecheckt hätte, hätten wir uns vermutlich um viele weitere Kilometer verfranst.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220413_111311 (2).jpg Ansichten: 77 Größe: 5,18 MB ID: 3127380
          Unterhalb des Almersberges gelangen wir ins Tal des Flüsschens Queich und erreichen pünktlich um 13:00 die Ortschaft Rinnthal, ein Nachbarort des bekannteren Ortes Annweiler. Michas Sohn hat den ersten Zug verpasst und der, in welchem er sitzt, hat ordentlich Verspätung, d.h. er erreicht Rinnthal erst um 15 oder 16 Uhr.

          Wir machen erstmal richtig Pause. Da es überhaupt keine Gastronomie in Rinnthal gibt, nutzen wir ein Bushäuschen für unsere Entspannungs- und Verköstigungsrituale. Auch nicht schlecht.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220413_131226_HDR (2).jpg Ansichten: 77 Größe: 1,05 MB ID: 3127381

          Dann heißt es doppelt Abschied nehmen. Einmal von Micha, da der noch 2 Tage dranhängen kann und mit seinem irgendwann eintreffenden Sohn noch weiterzieht. Und schließlich von meinen lieben Wanderschuhen. Sie waren viele Jahre sehr lieb zu mir: Bequem, weich, ohne jede Blase. Beerdigung ganz stilvoll in einer mit rosa ausgelegten Straßenmülltonne.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220413_141228 (2).jpg Ansichten: 79 Größe: 356,7 KB ID: 3127382

          Ich ziehe mir meine Trekkingsandalen an und möchte noch ein paar Stunden Wanderzeit nutzen, denn erst hier ab Rinnthal kommt man in die reizvolle Buntsandsteinzone des Südlichen Pfälzer Waldes, bekannt als "Dahner Felsenland". Auf schönen Pfaden steige ich hinauf zu den Buchholzfelsen, die direkt ein tolles Intro bieten.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220413_143829 (2).jpg Ansichten: 77 Größe: 2,12 MB ID: 3127384

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220413_143951_HDR (2).jpg Ansichten: 77 Größe: 4,30 MB ID: 3127385

          Der Pfad verläuft spannend unterhalb der Felsen und später auf dem Kamm selber mit schönen Durchblicken nach Norden und Süden.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220413_142353_HDR (2).jpg Ansichten: 76 Größe: 4,57 MB ID: 3127383
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220413_145318 (2).jpg Ansichten: 75 Größe: 5,57 MB ID: 3127386

          Nach einigen anregenden Kilometern erreiche das hübsche Dorf Spirkelbach, ziehe aber gleich weiter ins Dorf Lug. Zwischendurch ein schöner Blick Richtung Hauenstein.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220413_162843 (3).jpg Ansichten: 77 Größe: 1,86 MB ID: 3127391
          Nun geht es in das abgelegen in einem Seitental gelegene Dörfchen Dimbach, welches eine verwunschene Ruhe ausstrahlt.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220413_171744 (2).jpg Ansichten: 76 Größe: 1,37 MB ID: 3127387
          Ich habe Vielversprechendes vom "Dimbacher Buntsandsteinpfad" gehört, dem ich zum Abschluss noch für ein paar Kilometer folgen möchte. Und das macht richtig Freude.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220413_174525_Burst01.jpg Ansichten: 77 Größe: 2,88 MB ID: 3127389
          Einige solch verwegener Türmchen stehen am Wegesrand.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220413_173537_HDR (2).jpg Ansichten: 79 Größe: 4,11 MB ID: 3127388

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20220413_181007_HDR (2).jpg Ansichten: 77 Größe: 3,09 MB ID: 3127390

          Über den Häuselstein erreiche ich das Dorf Darstein, wo meine Tour für heute endet. Um 18:36 kommt der Bus nach Annweiler, von wo mich die DB gut nach Hause bringt.
          Zuletzt geändert von StefanBoe; 11.06.2022, 13:44.

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          • StefanBoe
            Erfahren
            • 14.12.2020
            • 242

            • Meine Reisen

            #45

            Nachtrag zur Pfälzer Wald- Etappe:

            Von Freund Micha erreichte mich abends dieses verstörende Bild aus Hauenstein, wo eigentlich eine Nacht auf dem "Trekkingcamp Hauenstein" mit seinem Sohn fest geplant war.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: signal-2022-04-13-18-01-04-764.jpg Ansichten: 0 Größe: 197,5 KB ID: 3127393
            Bildunterschrift: "Wenn der Antreiber fehlt ..."

            Wenigstens kam am nächsten Abend ein trekkinggemäßes Übernachtungsortbild vom Naturzeltplatz "Reinighof" (zwischen Dahn und Bruchweiler).

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: signal-2022-04-15-08-09-21-090-1 (2).jpg Ansichten: 0 Größe: 232,4 KB ID: 3127395
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: signal-2022-04-13-19-15-52-694.jpg Ansichten: 0 Größe: 280,7 KB ID: 3127396
            Hauptsache, Vater und Sohn verstehen sich und haben Spaß!

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            • StefanBoe
              Erfahren
              • 14.12.2020
              • 242

              • Meine Reisen

              #46
              13. Von Darstein nach Bundenthal (Pfälzer Wald) 14 km 07.06.2022

              https://www.komoot.de/tour/737215859?ref=wtd

              Ich musste ja noch ein nicht allzu großes Stück nachziehen, damit Mischa und ich demnächst von Bundenthal im südlichen Pfälzer Wald gemeinsam nach Frankreich in die Nordvogesen weiter wandern können. Also ziehe ich für einen Tag los, den ich trotz der langen An- und Rückfahrt (DB) genieße.

              Im Dorf Darstein spuckt der Kleinbus mich, den einzigen Fahrgast, freundlich aus. Ich ziehe los und freue mich wieder in der grünen, reich bewaldeten und stillen Hügellandschaft des Pfälzer Waldes zu sein.

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ID: 3135063
              Anfang Juni steht alles in frühsommerlichem Saft.

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Ansichten: 382
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ID: 3135064
              Ich folge keinem bestimmten Weitwanderweg, sondern lass mich wie gehabt von der Komoot-App durch die Landschaft führen mit einem erfreulich hohen Anteil schöner Wald- und Wiesenpfade. Kein Mensch außer mir wochentags unterwegs. Unterhalb des Häselsteins, des Heßlerberges und des Löffelsberges gelange ich auf die weiten Wiesen oberhalb des Dorfes Busenberg. Links im Bild die Burgruine Drachenfels.

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ID: 3135065
              Nach Querung der Landstraße nach Dahn geht's in Serpentinen ca. 150 hm hinauf auf den Heidenberg vorbei an einem ausgesprochen hübschen Felstürmchen (Heidenturm).

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ID: 3135066

              Hier im "Dahner Felsenland" stehen überall auf den Bergkämmen solche Gebilde aus rötlichem Bundsandstein oft unvermittelt in den Wäldern herum. An der südöstlichen Ecke des Heidenberges trete ich aus dem Kiefernwald auf ein kleines Felsplateau hinaus und darf ein echtes landschaftliches Highlight erleben: Den Schlüsselfels mit seiner spektakulären Aussicht über die weite, hügelige Waldlandschaft. Ich bin allein an diesem Platzerl und höre außer leisem Windzug in den Bäumen nichts.

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ID: 3135067

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ID: 3135069
              Hier habe ich wirklich den Eindruck in einer weitläufigen Naturlandschaft zu sein. Vorne an der Kante geht es volle 50 m senkrecht abwärts.

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ID: 3135070

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ID: 3135071

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ID: 3135068

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ID: 3135072

              Von diesem Aussichtsplatz kann ich mich nur schwer trennen... Zum Trost geht es auf extraschönem Weg dem Kamm entlang weiter. Wer gerne auf Pfaden statt auf breiten Forstwegen wandert, findet im südlichen Pfälzer Wald ein gutes Revier.

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ID: 3135074
              Unterhalb der Buchkammerfelsen geht's hinab und weiter durch stille Wälder und Wiesen ins Tal des Flüsschen Wieslauter.

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ID: 3135075

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ID: 3135077

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ID: 3135076
              Im Dorf Bundenthal ist für heute Schluss. Luftlinie sind es nur noch 3 km bis France.


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              • Flachlandtiroler
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                • 14.03.2003
                • 26995

                • Meine Reisen

                #47
                Meine Reisen (Karte)

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                • StefanBoe
                  Erfahren
                  • 14.12.2020
                  • 242

                  • Meine Reisen

                  #48
                  14. Von Bruchweiler über Schönau und Obersteinbach nach Dambach (Nordvogesen) 27 km 26.08.2022
                  https://www.komoot.de/tour/910604642

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 1 (2).jpg Ansichten: 0 Größe: 549,0 KB ID: 3151421

                  Auf diesem Indianerzeltplatz (Reinighof südlich von Dahn im Pfälzer Wald) hat Freund Micha ganz allein den Abend und die Nacht seines 60. Geburtstag verbracht. In guter und versöhnlicher Stimmung, wie er meinte. Wir treffen uns am nächsten Morgen im kleinen Dorf Rumbach, von wo unsere Tour du Sud weitergehen soll. Zuvor war ich in aller Herrgottsfrühe mit dem Zug in den Pfälzer Wald gerauscht, dann mit dem Bus nach Dahn und mit dem Trampdaumen bis nach Bruchweiler-Bärenbach gekommen, also in unmittelbare Nähe zu Bundenthal, wo ich beim letzten Male aufgehört hatte. Von Dahn aus nehmen mich 3 freundliche Albaner mit. Unvergesslich der Gesichtsausdruck der jungen Frau auf dem Rücksitz, als sie hört, dass ich freiwillig und ohne Not mit diesem Rucksack mehrere Tage durch die Landschaft laufe: Eine unnachahmliche Mischung aus angewidert und mitleidig. Wenn sie wüsste, was ihr entgeht ...

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                  Obwohl bereits Ende August ist es immer noch heiß und das Land vollkommen ausgedörrt. Die Toskana ist bis in deutsche Lande vorangekommen.

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                  Ich laufe 3 km bis ins Dorf Rumbach, wo der nunmehr 60jährige Freund wie vereinbart vor der Kirche sitzt. Sieht man ihm sein hohes Alter an? Nein! Erstmal gibt's ein zweites Frühstück aus dem Rucksack mit lecker Nescafe vom Gaskocher.

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                  Dann wandern wir ein paar Kilometer hinauf zur Ruine der Wegelnburg (571 m). Es geht zwar durch schattige Wälder, dennoch fließt bei schwül-heißer Luft der Schweiß in Strömen. Die Burgruine ist wegen Bauarbeiten abgesperrt, doch wir mogeln uns hinauf, damit uns die zu recht berühmte Aussicht über die weite Pfälzer Wald- Landschaft nicht entgeht. Zu unserer Freude sehen wir, wie erste Gewitterschauer nördlich und südlich von uns niederprasseln.

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                  Beim Waldabstieg hinunter zum Dorf Schönau treffen uns erste Tropfen. Endlich! Kühlung! Wasser! Alle Pflanzen, Tiere und Menschen atmen auf! Just als wir einen Regentanz beginnen wollen, verdichtet sich der zarte Niederschlag jäh zu einer Schwalldusche, in die sich immer mehr Hagelkörner mischen. So viel muss es doch auch nicht gleich wieder sein. Wir sind mitten im Wald, es gibt nichts zum Unterstellen. Im Nu sind wir durchnässt. Der Hagelschlag wird immer heftiger und die Geschosse tuen auf dem Kopf und den Füßen richtig weh. Für ca. 15 min suchen wir Schutz, indem wir uns an einen Baumstamm kauern. Hier werden wir zwar geduscht, aber der Hagel trifft uns nicht so arg. Unsere Rucksäcke scheinen uns unter ihren Planen sicher zu sein. Als das Gewitter nachlässt, laufen wir weiter. Der Waldweg ist abschnittsweise weiß vom Hagel oder ein knöcheltiefer, lauwarmer, rotfarbener Bach. Pfälzer Buntsandstein. Wir patschen uns bis Schönau, das letzte Dorf vor der Grenze nach Frankreich. Die Dorfstraße ist ein Flüsschen, die örtliche Feuerwehr im Einsatz, aber der Regen hat aufgehört und bald schon kann Entwarnung gegeben werden.

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                  Ein warmes Plätzchen mit Kaffee und Kuchen wäre jetzt wohltuend, aber das Dorfcafe schließt just als wir kommen. Öffnungszeiten wegen Personalmangel reduziert. Also weiter noch die paar Kilometer bis Wengelsbach, das erste französische Dorf auf unserer Route.

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                  Am Dorfeingang singen wir die Marseillaise. Was für ein nettes, abgeschiedenes Dörfchen. Von Deutschland aus nur auf Wanderweg zu erreichen, von Frankreich aus nur auf kleiner Stichstraße. Mitten im Dorf das nicht-geschlossene Cafe-Restaurant "Au Wasigenstein" mit gemütlicher Terrasse, charmanter Kellnerin, köstlichem Pflaumenkuchen und Cafe au Lait. Welch ein Empfang: Vive le France!

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                  Auch was die Wanderwege betrifft sind wir rasch angetan. Die waren auf deutscher Seite ja auch schon meist schick, aber die GRs in Frankreich bieten offenbar noch durchgängiger das Vergnügen auf Wanderpfaden statt auf Forststraßen zu laufen. Hier ist es der GR 53, der uns gleich zu Beginn schon viel Freude macht.

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                  Das Chateau de Wasigenstein lassen wir rechterhand im Wald liegen und gelangen in das schöne Dorf Obersteinbach. Das Drumherum besteht immer noch aus bewaldeten Hügeln mit Buntsandsteinfelsen, heißt jetzt aber Nordvogesen und nicht mehr Pfälzer Wald. Die Schilder und Autokennzeichen sind französisch, die meisten Leute reden untereinander aber elsässisch, ein schwer zu verstehender deutscher Dialekt.

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                  Wir sind schon ganz schön müde gelaufen, wollen aber noch weiter bis Dambach. Also nochmal für 1 1/2 Stunden mit dem GR 53 durch den Nordvogesenwald und vorbei an den Burgruinen von Wineck.

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                  Das Dorf Dambach ist so eine Mischung aus schön-abgeschieden und trostlos. Durchgangsstraße, kein Restaurant, kein Laden, nichts. Aber neben einem großen Sportplatzgelände findet sich am Waldrand ein einfacher Camping Municipal. 3 Wohnmobile, 2 Zelte, 1 Sanitärhäuschen, ansonsten viel Platz unter den Kiefern und das Ganze für 5 € die Nacht. Und als wahrhaft unbezahlbare Goldstücke stellen sich unsere Zeltplatznachbarn aus der Pfalz heraus: Als sie hören, dass wir müde und durstig im Dorf nichts zu kaufen fanden, stellen sie uns erstmal einen halben Kasten Bier neben das Zelt. Für umsonst, Ehrensache. Später, als wir entsetzt feststellen müssen, dass die Gewitterdusche doch einen Weg in unsere Rucksäcke gefunden und fast alle Anziehsachen samt den Schlafsäcken durchnässt hat, stellen sie uns ohne zu zögern zwei flauschige Wolldecken zur Verfügung. So können wir unbesorgt Trekkingmeal mit Geburtstagsbier und die Aussicht auf eine fröstelfreie und trockene Nacht genießen. Sehr herzlichen Dank!

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                  Zuletzt geändert von StefanBoe; 03.09.2022, 14:14.

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                  • StefanBoe
                    Erfahren
                    • 14.12.2020
                    • 242

                    • Meine Reisen

                    #49
                    15. Von Dambach über Lichtenberg nach Wimmenau/ Englishberg (Nordvogesen) 26 km
                    https://www.komoot.de/tour/911253708

                    Mollige Zeltnacht unter den Wolldecken der Nachbarn. Dafür aber ein brotloses Frühstück, da ich das Brot zu Hause liegen gelassen habe. Immerhin Nescafe mit Zucker, dazu Nüsse und Käse pur. Wir vertrauen uns wie gestern dem GR 53 durch die nordvogesischen Wälder an und erreichen nach 1 1/2 Stunden das Dorf Philipsbourg.

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                    In der Dorfboulangerie gibt's ein zweites Frühstück. Leben wie Gott in Frankreich.

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 1.jpg Ansichten: 0 Größe: 592,7 KB ID: 3151715 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 2.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,60 MB ID: 3151729

                    Hinter Philpsbourg geht es weiter auf dem GR 53. Ein total schönes Wegstück durch abwechslungsreiche Wälder mit Buchen, Eichen, Kiefern, Tannen, Birken und stellenweise auch Kastanien. Überwiegend Pfade, die dank des sandigen Bodens und nur mäßiger Steigungen sehr angenehm zu laufen sind.

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 6.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,96 MB ID: 3151717

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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 9.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,66 MB ID: 3151718
                    Am Rothbach ist es Zeit für eine längere Mittagsrast. Die Sonne kommt durch und wir können Schlafsäcke, Isomatten, Klamotten und das Zelt zum Trocknen auslegen.

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 10 (2).jpg Ansichten: 0 Größe: 3,70 MB ID: 3151719
                    Weiter Richtung Lichtenberg.

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 14.jpg Ansichten: 0 Größe: 653,4 KB ID: 3151720
                    Nach 18 Kilometern führt uns der GR 53 durch die Ortschaft Lichtenberg, um gleich danach wieder in die Wälder einzutauchen.

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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 16.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,90 MB ID: 3151721

                    Müde erreichen wir nach 24 km das Straßendorf Wimmenau. Hunger, Durst - aber kein Restaurant, kein Cafe, kein Laden, tote Hose. Wir wollen schon davontrotten, als wir hinter einer Hausecke doch so etwas wie Gastronomie erspähen. Ein Spezial-Antiquitätenhändler für Mopeds, Autos, Räder, Metall, Gartengeräte und Zubehör hat in seinem komplett unsortierten und vollgestopften Hinterhof zwei Tische und Stühle für Gäste stehen. Wir bekommen was Erfrischendes für sofort und auch noch zwei Bier (Kronenbourg) zum Mitnehmen für unseren Abend am Zelt. Der Inhaber unterhält sich ein wenig mit uns und meint, die Franzosen könnten die Elsässer nicht gut leiden. Sie wären ihnen zu deutsch.

                    Noch 3-4 Kilometer und wir haben unser Tagesziel erreicht, den sog. Englishberg, nur knapp 400 m hoch, aber mit richtig feiner Aussicht über die verwunschen wirkende Nordvogesenwaldlandschaft.

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 19.jpg Ansichten: 0 Größe: 841,3 KB ID: 3151725
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                    Hier finden wir, dass unser Zelt heute Nacht stehen sollte. Der Platz reicht gerade so, ist aber weich und einfach geil gelegen!

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                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 22.jpg Ansichten: 0 Größe: 771,6 KB ID: 3151726

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 30.jpg Ansichten: 0 Größe: 481,3 KB ID: 3151727
                    Wir kochen unser Trekking-Meal, trinken erst Kronenbourg, später Tee, und lassen uns mit Musik vom Handy (Joni Mitchell) versonnen durch den Abend treiben.

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                    Zuletzt geändert von StefanBoe; 05.09.2022, 17:12.

                    Kommentar


                    • StefanBoe
                      Erfahren
                      • 14.12.2020
                      • 242

                      • Meine Reisen

                      #50
                      16. Von Wimmenau/ Englishberg über Neuwiler nach Saverne (Nordvogesen) 24 km 28.08.2022
                      https://www.komoot.de/tour/657119892

                      Gut geschlafen auf dem Englishberg, jedoch früh raus, da wir zeitig um kurz nach 3 unser Etappenziel Saverne erreichen müssen, um mit dem Zug noch nach Hause zu kommen.

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                      Frühstück auf Belvedere. Anschließend zügigen Schrittes auf dem schönen GR 53 weiter. Hinab in den Ort Sparsbach und hinauf auf den Pfannenfelsen (415 m).

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ID: 3151782
                      Über den Col de la Tete du Crist durch ausgedehnte Wälder zu den Ruinen von Chateau du Herrenstein oberhalb von Neuwiler, dann langsam hinab zum Flüsschen Zinsel, wo wir den GR 53 verlassen. Wir laufen nun am Vogesenrand auf das Städtchen Ernolsheim zu, linkerhand die ausgedörrten Felder und Wiesen der oberrheinischen Ebene.

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                      In Ernolsheim gibt's ein geöffnetes Restaurant. Micha ist clever und bestellt Tarte. Elsässer Spezialität, schmeckt hervorragend. Ich bin blöde und bestelle Pizza. Keine Elsässer Spezialtät, versinkt in Käse und Öl, schmeckt grauslich und macht Bauchschmerzen. Der Abfahrtszeit des Zuges ist es geschuldet, dass wir nun für einige Kilometer auf die Landstraße wechseln. Da wir als gelernte Pfadfinder genug Wanderlieder kennen, jagen uns ein paar Kilometer Landstraße aber keinen Schrecken ein. Pünktlich um 3 erreichen wir Saverne.

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                      • StefanBoe
                        Erfahren
                        • 14.12.2020
                        • 242

                        • Meine Reisen

                        #51
                        17. Von Saverne über Wangenbourg zum Refuge du Schneeberg (Nordvogesen) 26 km 12.11..2022
                        https://www.komoot.de/tour/649762590

                        Zu unserer nicht unerheblichen Freude ist doch noch ein Wander-Wochenende im November drin. Freitagnachmittag nach der Arbeit los zur Bahnfahrt über Straßburg nach Saverne. Pünktlich um 21 Uhr erreichen wir gerade noch rechtzeitig vor Schließung der Rezeption die Auberge de Jeunesse, die im Flügel eines ehemaligen Schlosses untergebracht ist. Ein junger Mann weist uns freundlich ein. Wir sind die einzigen Gäste. Die wahre Jugend hält die Jugendherberge hoch.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 1 (3).jpg Ansichten: 0 Größe: 237,3 KB ID: 3166072
                        Am nächsten Morgen früh um 8 startklar. Ein nebliger Herbsttag. Wir laufen durch die elsässische Kleinstadt Saverne bis zum hügeligen Stadtrand. Endlich können wir den Asphalt mit einem anregenden Waldpfad tauschen. Und siehe da, es ist wieder der GR 53. Schöner Mischwald, Buchen, Ahorn, Kastanien, Tannen. Hier in den unteren Lagen auf Höhe der Rheintalebene tragen die Bäume noch erstaunlich viel Laub für Mitte November.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 12.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,06 MB ID: 3166074
                        Nach ca. 1 Stunde laufen wir unterhalb der mächtigen Burganlagen von Chateau Haut-Barr durch.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 2 (3).jpg Ansichten: 0 Größe: 324,3 KB ID: 3166073
                        Etwas später passieren wir die Burgruinen von Grand und Petite Geroldseck. Dann wieder vernebelter Herbstwald. Bis auf zwei, drei Joggern begegnen wir niemandem.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 8 (2).jpg Ansichten: 0 Größe: 1,29 MB ID: 3166075

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 10.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,53 MB ID: 3166079

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 11.jpg Ansichten: 0 Größe: 4,54 MB ID: 3166080

                        Pause am Rocher du Brotsch. Noch ist die Landschaft vernebelt.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 6.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,03 MB ID: 3166077

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 9.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,39 MB ID: 3166078

                        Der GR 53 schenkt wieder richtig Wanderfreude. Auch wenn in der Nähe teils breite Forstwege entlang führen, verläuft der französische Weitwanderweg meist auf attraktivem Pfad. Nach einigen weiteren Kilometern erreichen wir auf dem Geissfels die 600 hm- Marke und gelangen tatsächlich über die geschlossene Hochnebeldecke des Rheintales hinaus. Wow - wie schön. Caspar-David Friedrich hätte seine Freude.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 15.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,07 MB ID: 3166081

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 14 (2).jpg Ansichten: 0 Größe: 255,9 KB ID: 3166082

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 16 (2).jpg Ansichten: 0 Größe: 2,97 MB ID: 3166083
                        In der Ferne lugt die Burg von Dabo aus dem Nebelmeer.

                        Wir genießen eine Weile die warme Herbstsonne, bevor wir beim Abstieg nach Wangenbourg wieder in das trübe Grau eintauchen müssen. In Wangenbourg Kaffee und Kuchen in einem Gasthof mit original angestaubten 50er-Jahre-Flair. Im oberen Ortsteil finden wir zum Glück einen kleinen Laden, in dem wir uns mit Wasser, Bier und Knabbergebäck für den Abend eindecken können. Nun noch der Schlussaufstieg zum Schneeberg von 400 hm auf 960 hm am Ende eines höhenmeterreichen (ins. 1200 hm) Wandertages.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 18 (2).jpg Ansichten: 0 Größe: 3,70 MB ID: 3166084

                        Doch die Anstrengung lohnt sich so richtig, kommen wir doch nochmals über das Nebelmeer hinaus, welches in der Abenddämmerung einen besonderen Anblick bietet.

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                        Auf 900 hm kurz unterhalb des Schneebergs in wunderbarer Lage liegt das kleine Refuge du Schneeberg des Vogesen-Clubs. Es ist offen und steht Wanderern zur Übernachtung zur Verfügung. Es besteht aus einem Raum mit Tisch und Bänken und einem per Leiter zu erreichenden Dachstuhl, wo man Isomatte und Schlafsack ausbreiten kann. Kein Strom, kein fließend Wasser, dafür Kerzenschein und große Abgeschiedenheit. Was will man mehr?

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                        So ein Spätherbstabend ist nach Sonnuntergang noch ganz schön lang. Nach dem Abendessen sitzen wir bis spät draußen am Feuer - und erinnern uns an unser erstes gemeinsames Lagerfeuer als kleine Pfadfinder im Sauerland.

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                        Zuletzt geändert von StefanBoe; 17.11.2022, 08:24.

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                        • StefanBoe
                          Erfahren
                          • 14.12.2020
                          • 242

                          • Meine Reisen

                          #52
                          18. Vom Refuge du Schneeberg über den Rocher du Mutzig nach Wisches (Nordvogesen) 22 km 13.11.2022
                          https://www.komoot.de/tour/980701321

                          Gleich nach dem Erwachen dieser Anblick:

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ID: 3166138
                          Die Hochnebeldecke hat sich über Nacht konserviert und ist brav in den Tallagen geblieben. Scheint ein prächtiger Tag werden zu wollen.

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ID: 3166140

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ID: 3166141
                          Ca. 150 m entfernt am Wegrand gibt es eine kleine Quelle. Man braucht zur Übernachtung also nicht literweise Wasser mit hinaufschleppen, so wie wir es getan haben.

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ID: 3166142
                          In ca. 15 min sind wir oben auf dem Schneeberg (961 m) mit seinem breiten Gipfelplateau aus Buntsandsteinfelsen. Früh am Morgen sind wir hier allein und genießen eine magische Stimmung. Oberhalb der Nebeldecke ist die Luft warm, trocken und glasklar. Der Blick geht hinüber die endlos lange Kette des Schwarzwaldes entlang bis zum Feldberg und weiter ... ja, tatsächlich, ganz fern und ganz klein im Süden eine gezackte Kette von Gipfeln: Das müssen Schweizer Alpengipfel in ca. 200 km Entfernung sein!

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ID: 3166143

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ID: 3166144
                          Ziemlich berauscht wandern wir dem GR 53 nach Süden folgend über ein ausgedehntes Tannenwaldplateau. Schließlich fällt der Weg steiler ins Tal und in die Nebelzone hinab. Zuvor steigern bunte Buchenwälder aber nochmals den Herbstrausch.

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ID: 3166145
                          Wir tauchen in die Nebel ein und passieren die Cascades du Nideck, die höchsten Wasserfälle des Elsass, die über eine Stufe aus härterem Vulkangestein (Rhyolith) in eine dicht bewaldete Schlucht fallen.

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ID: 3166146
                          Am Ende der Schlucht wartet das Auberge du Nideck auf uns. Es öffnet just als wir zum zweiten Morgenkaffee antreffen. Dazu gibt's lecker Apfelkuchen. Richtig nett hier!

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ID: 3166147
                          Auch die gemütlichste Gaststätte soll verlassen werden, denn wir müssen-wollen weiter. Unsere Komoot-App führt uns in langen Schlaufen hinauf auf den Rocher du Mutzig, den ersten 1000er unserer Tour, den wir uns wegen seiner gerühmten Aussicht nicht entgehen lassen wollen. Dabei kommen wir auch wieder durch die Nebel zurück in die Sonne.

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ID: 3166148

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ID: 3166149
                          Nach oben öffnet sich immer mehr der Weitblick. Zuerst Richtung Norden zurück zum Schneeberg, von dem wir kommen.

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ID: 3166150

                          Und oben am Gipfelplateau des Rocher du Mutzig (1010 m) dann in alle Richtungen. Besonders schön der Blick nach Süden, wo Sonnenstrahlen und der Nebel in den Tälern richtig Glanz verbreiten.

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ID: 3166151

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ID: 3166152

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ID: 3166153
                          Eine wunderbare Gipfelrast!

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ID: 3166154
                          Schließlich müssen wir uns losreißen, denn wir müssen ja noch zurück ins Rheinland und demnach rasch hinunter ins Tal von Schirmeck, um den Zug (Abfahrt 16:09) pünktlich zu erwischen. Wir sputen die Hänge hinab und die Kämme entlang, vorbei an den "Jardin des Fees", dabei immer der bange Blick zur App (noch 8 km, noch 6 km, noch 4 km...) und zur Uhr (noch 80 min, noch 60 min, noch 40 min...).

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ID: 3166155
                          Gut getimt. Um 16:00 Uhr erreichen wir den Bahnhof in Wisches. Wir freuen uns auf die Fortsetzung von hier aus im nächsten Jahr.

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ID: 3166156


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                          • Flachlandtiroler
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                            Moderator
                            Liebt das Forum
                            • 14.03.2003
                            • 26995

                            • Meine Reisen

                            #53
                            Meine Reisen (Karte)

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                              • 06.03.2011
                              • 7031

                              • Meine Reisen

                              #54
                              Ganz großes Kino! Wirklich tolle Bilder! War sicher ein Erlebnis. Danke fürs mitnehmen auf diese tolle Herbsttour!
                              Bei diesem Thema freue ich mich immer auf eine Fortsetzung!

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