Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

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  • blauloke

    Lebt im Forum
    • 22.08.2008
    • 7236

    • Meine Reisen

    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    26.11.2010

    Windischeschenbach – Schnaittenbach


    Wegen einer langen geraden Strecke durch einen Wirtschaftswald fuhr ich diesmal mit dem Fahrrad. Auch kam ich in meine direkte Heimat wo ich schon jeden Weg kenne.
    Die Nacht vorher hatte es geschneit, die Landschaft war in ein weißes Tuch gehüllt. Es war kalt und ich hatte mich entsprechend warm angezogen. Sonne und Wolken wechselten sich ab.

    Am Bahnhof von Windischeschenbach startete ich. Zunächst durch das Städtchen, fuhr ich bald auf einem Wanderweg, dem ich mit dem Rad folgte. Der Schnee lag nur ein paar Zentimeter hoch und ich kam gut vorwärts.
    An einer Kapelle, am Weg, vorbei erreichte ich bald das Gelände der Kontinentalen Tiefbohrung.



    Im dortigen Museum wird die Geschichte der Bohrung und der örtlichen Geologie gezeigt. Der Turm kann nur im Rahmen einer Führung bestiegen werden und ist immer noch der weltweit, höchste Bohrturm an Land. Die Bohrung endete bei 9001m. Die Erforschung des geologischen Untergrundes war nur der kleinste Teil. Das meiste Geld wurde in die Weiterentwicklung der Bohrtechnik gesteckt. So wurde hier das zielgenaue Bohren entwickelt, ohne dass die eingeschlossenen chilenischen Bergleute wahrscheinlich nicht gerettet hätten werden können. Früher sind die Bohrköpfe, in der Tiefe, in irgend eine Richtung abgewichen, wo gerade der geringste Widerstand im Gestein war.





    Auf schmalen Sträßchen fuhr ich weiter, kam durch Wildenreuth mit seinem Schloss. In vielen Dörfern stehen kleine Schlößchen oder Hammerherrensitze. Die Oberpfalz wird oft als das Ruhrgebiet des Mittelalters bezeichnet, weil hier viel Bergbau betrieben wurde.





    Durch weitere Dörfer erreichte ich einen Aussichtspunkt, von dem aus der Blick zum Parkstein frei war. Dieser markante Vulkanschlot ist der südlichste Ausläufer des Vulkangebietes, dass sich vom Egergraben in Tschechien bis in die Oberpfalz erstreckt. Der Ort Parkstein gruppiert sich ringförmig um den Schlot, auf dem sich Mauerreste einer alten Burg befinden. Auf der Spitze steht eine kleine Kirche.



    Da der Basalt früher abgebaut wurde sind die Säulen jetzt gut zu sehen. Auch der Übergang vom Schlot zum Rand ist deutlich sichtbar. Alexander von Humbolt bezeichnete den Parkstein bei seinem Besuch als schönsten Basaltkegel Europas.





    Zunächst stieg ich auf den Gipfel, besichtigte die Burgmauern und genoss die Aussicht. Gegen Süden erstreckt sich das große Waldgebiet dass ich anschliesend durchqueren musste.



    Inzwischen war es Mittag geworden. Ich kehrte im Bergstüberl an der Basaltwand ein. Hier bestellte ich mir einen Schweinebraten und ein Hefeweizen. Der Schweinebraten ist, hier in der Oberpfalz, das wichtigste Essen und wird dazu benutzt, festzustellen ob in einer Wirtschaft gut gekocht wird. Ist der Braten gut, ist die ganze Wirtschaft gut. Am Preis für den Schweinebraten sieht man ob das Gasthaus preiswert oder teuer ist. Hier schmeckte der Braten gut und mit 5,80 € war er günstig.



    Nach dem Mittagessen fuhr ich mit dem Rad auf einem breiten, langen Forstweg durch den großen „Manteler Wald“. Der Weg war natürlich nicht geräumt, es existierten nur Fahrspuren. Der Schnee lag auch etwas höher, so dass ich nicht so gut voran kam. Wie bereits erwähnt ein reiner Wirtschaftswald und ziemlich flaches Gelände. Unterwegs wunderte ich mich über gut Hundert aufgereihte Baumstämme, bis mich eine Tafel aufklärte, dass die Stämme für eine Versteigerung hier gelagert wurden. Es handelt sich um sogenanntes Wertholz, dass von verschiedenen Forstämtern angeliefert wurde.



    Durch Mantel und Weiherhammer fahrend erreichte ich schlieslich den Markt Kohlberg. Der Ort hat eine sehenswerte alte, evangelische Wehrkirche. In der katholischen Kirche ist im Advent immer eine große Krippe aufgebaut. Leider war ich dafür zu früh dran.



    Nun musste ich das Rad den Kohlbühl hinauf schieben. Oben besuchte ich noch die „Alte Buche“. Für mich ein Wunder der Natur. Von dem Stamm steht nur noch ein ca 15cm starkes Stück von einem Drittel des ursprünglichen Umfangs. Trotzdem treibt dieser Rest des Baumes jedes Jahr neu aus, und dass seit Jahrzehnten.



    Nach dem Besuch der „Alten Buche“ schob ich das Rad noch eine kurze Strecke durch den winterlichen Wald. Nach dem Erreichen der Straße rollte ich den Kohlbühl auf der anderen Seite hinab nach Schnaittenbach. Das WAI ist auf seiner Reise nun bei mir zu Hause angekommen.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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    • November
      Freak

      Liebt das Forum
      • 17.11.2006
      • 10897

      • Meine Reisen

      AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

      Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
      Auf jeden Fall habe ich heute die kürzeste Tagesetappe mit dem WAI gemacht. Es waren 1,53 km. Diesen Rekord will ich behalten.
      Das ist wirklich eine Zwergenetappe. Selbst unser Stadtspaziergang durch Dresden war länger. Jetzt wird sich aber sicher Jemand angesprochen fühlen, deinen Rekord zu unterbieten.

      Schön, daß das WAI nach vielen Monaten Pause wieder Schnee zu sehen bekommen hat; das weiß steht ihm gut.
      Wer sich nicht in Gefahr begibt, kommt darin um.

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      • blauloke

        Lebt im Forum
        • 22.08.2008
        • 7236

        • Meine Reisen

        AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

        Zitat von november Beitrag anzeigen
        Das ist wirklich eine Zwergenetappe. Selbst unser Stadtspaziergang durch Dresden war länger.
        Die kurze Etappe war kein Problem. Schnaittenbach nennt sich zwar Stadt, ist aber nur ein etwas größeres Dorf.


        Habe das WAI an Mephisto übergeben. Er ist jetzt damit unterwegs nach Amberg.
        Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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        • Gast-Avatar

          AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

          Also hast du jetzt deine große WAI-Wanderung beendet? Wirklich schöne Fleckchen hast du uns und ihm gezeigt. Auch das letzte Stück wieder war sehr interessant. Da bin ich ja mal gespannt, wie sich Meph als WAI-Träger macht. ;)
          lg - Kathi

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          • blauloke

            Lebt im Forum
            • 22.08.2008
            • 7236

            • Meine Reisen

            AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

            Freut mich wenn ich einigen ein paar schöne, unbekannte Ecken zeigen konnte.

            Die Berichte von meinen beiden letzten, kurzen Etappen werde ich vermutlich am Montag fertig haben.
            Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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            • Pylyr

              Fuchs
              • 12.08.2007
              • 1936

              • Meine Reisen

              AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

              Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
              Freut mich wenn ich einigen ein paar schöne, unbekannte Ecken zeigen konnte.

              Die Berichte von meinen beiden letzten, kurzen Etappen werde ich vermutlich am Montag fertig haben.
              Da hast du schon die Latte ganz schön hoch gehängt für die Nach-Dir-Laufenden...
              Danke noch mal für deinen Einsatz und die schönen Berichte!
              Wenn dir etwas gefällt, analysiere es nicht, sondern tanze dazu.
              Tex Rubinowitz

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              • Mephisto

                Lebt im Forum
                • 23.12.2003
                • 8496

                • Meine Reisen

                Zitat von blauloke
                Habe das WAI an Mephisto übergeben. Er ist jetzt damit unterwegs nach Amberg.
                bin jetzt endlich in Amberg. Zum Glück hatte ich Schneeschuhe dabei. Jetzt erstmal ne Pause






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                • Stephan Kiste

                  Lebt im Forum
                  • 17.01.2006
                  • 6730

                  • Meine Reisen

                  AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                  Zitat von Mephisto Beitrag anzeigen
                  bin jetzt endlich in Amberg. Zum Glück hatte ich Schneeschuhe dabei. Jetzt erstmal ne Pause






                  Sent from my iPhone using Tapatalk
                  Da hat Dir der Wirt aber was falsches verkauft,
                  das sind keine Schneeschuhe, nichtmal einer

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                  • Stephan Kiste

                    Lebt im Forum
                    • 17.01.2006
                    • 6730

                    • Meine Reisen

                    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                    Kollege Blaulocke,

                    meine größte Hochachtung,
                    ich verneige mich vor Ihren waitastischen
                    Fähigkeiten

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                    • blauloke

                      Lebt im Forum
                      • 22.08.2008
                      • 7236

                      • Meine Reisen

                      AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                      3.12.2010

                      Schnaittenbach



                      Heute stand nur eine kurze Überführungsetappe an, von mir zu Hause zur Bushaltestelle am Rathaus in Schnaittenbach. Damit wollte ich Mephisto erparen den Weg zweimal gehen zu müßen, wenn er das WAI übernimmt.
                      Zunächst genoss das WAI noch den Ausblick von meinem Balkon und stärkte sich für die kommenden Anstrengungen mit einem Zoigl.



                      Anschließend ging ich gemütlich mit dem WAI los und hatte bald einen leicht diesigen Blick zum Monte Kaolino.



                      Nach ein paar Minuten hatte ich bereits das Zentrum erreicht. Das Rathaus ist die Hausecke links im Bild. Der Parkplatz mit den paar Autos ist unser Marktplatz. Da schreib ich jetzt lieber nichts dazu



                      Die ganze Tagesetappe war 1,53km lang. Wird diese Strecke unterboten bin ich mit demjenigen beleidigt. Das kann dann nur mit einer Flasche Freibier für mich, beim Abschlusstreffen des WAI, behoben werden.


                      7.12.2010

                      Schnaittenbach – Monte Kaolino
                      Land der weißen Erde


                      Weil Mephisto am Wochenende nicht gehen konnte hatte ich das WAI immer noch und habe das ausgenutzt um doch noch die Winterbesteigung des Monte Kaolino zu machen. Ich startete am Rathaus in Schnaittenbach und entschloss mich, statt auf dem geräumten Radweg entlang der Straße, über die Felder nach Hirschau zu wandern. Es war ein nebelieger Tag. Im, noch spurlosen, Schnee sank ich bis zu den Unterschenkeln ein. Morgens hatte es auf den Schnee geregnet und es bildete sich eine Eisschicht. Bei jedem Schritt drückte das Eis gegen die Schienbeine und am Schluss war meine Haut aufgeschürft.



                      Unterwegs wunderten sich einige Pferde über den einsamen Wanderer der sich da durch den Schnee quälte.



                      Die von außen unscheinbare, den vierzehn Nothelfern geweihte, Kirche am Friedhof in Hirschau birgt einen sehenswerten Akanthusaltar. Akanthusaltäre sind eine Altarform die auf architektonische Bauteile verzichtet und das Blattwerk der Akanthuspflanze als Ornament nachbildet. Diese Ältäre findet man nur in Böhmen und der Oberpfalz.



                      Hirschau verfügt über einen langgezogenen, typisch neuböhmischen Marktplatz auf dem das Rathaus, mit seinem Treppengiebel, steht. Die „Goldene Straße“ verband im Mittelalter Nürnberg mit Prag und führte durch den Ort.



                      Auf dem Weg zum Monte Kaolino passierte ich die Tagebaugruben aus denen das Kaolin gefördert wird. Kaolin wird zur Porzellanherstellung und bei der Papierproduktion verwendet. Es wird auch in der Lebensmittel und Kosmetikindustrie verwendet. Wenn ihr euch die Zähne putzt habt ihr immer etwas Erde aus meiner Heimat im Mund.

                      Weil der Quarzsandanteil in der Lagerstätte zu groß ist wurde der überzählige Sand zu einer 150m hohen Halde aufgeschüttet. Bereits seit den 1950er Jahren wird an dem Berg im Sommer mit Ski gefahren. Inzwischen ist daraus der Freizeitpark „Monte Kaolino“, mit Lift, Freibad, Sommerrodelbahn und Hochseilgarten, entstanden. Im Sommer ist hier immer viel los.
                      Jetzt liegt das Gelände im Winterschlaf. Der Nebel verhüllte das Gipfelplateau als ich mich an den Aufstieg über die Kletterstrecke machte. Wieder machte mir die Eisschicht auf dem Schnee zu schaffen. Wenigstens rutschte ich nicht , wie im Sommer im Sand, bei jedem Schritt wieder die halbe Strecke zurück.



                      Das vereiste Kletterseil half nur bedingt beim Aufstieg.



                      Auf dem Gipfel angekommen war die Aussicht, wie erwartet, gleich Null. Dafür hatte ich den Monte für mich alleine und genoss das Gipfelbier zusammen mit dem WAI.





                      Der Abstieg war um einiges einfacher. Auf dem Weg zum Übergabepunkt kam ich noch am Beginn des Geoparks vorbei der das Kaolinrevier erläutert.



                      Das war meine letzte Tour mit dem WAI und ich wünsche ihm eine gute weitere Wanderschaft.
                      Zuletzt geändert von blauloke; 29.08.2011, 10:01.
                      Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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                      • blauloke

                        Lebt im Forum
                        • 22.08.2008
                        • 7236

                        • Meine Reisen

                        AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                        Zitat von Pülür Beitrag anzeigen
                        Da hast du schon die Latte ganz schön hoch gehängt für die Nach-Dir-Laufenden...
                        Danke noch mal für deinen Einsatz und die schönen Berichte!
                        Jeder hat seinen eigenen Stil zum Wandern und Schreiben. Da habe ich überhaupt keine Latte gehängt.
                        Die einzige Latte die ich gehängt habe ist eine "Limbo" - Latte, bei 1,53km.
                        Ansonsten hat mir das Wandern mit dem WAI Spaß gemacht und auch die Berichte habe ich gerne geschrieben.
                        Danke an alle die mich mit ihren Kommentaren ermutigt haben weiter zu machen. Wenn ich euch meine eher unbekannte Heimat etwas näher bringen konnte freut mich das.
                        Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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                        • MonaXY

                          Fuchs
                          • 30.08.2009
                          • 1094

                          • Meine Reisen

                          AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                          Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
                          Wenn ich euch meine eher unbekannte Heimat etwas näher bringen konnte freut mich das.
                          Wir sind stolz auf dich!!!
                          "Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur."
                          Jean Paul

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                          • Gast-Avatar

                            AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                            @ Locke
                            nuja, irgendwas muss Meph ja ängstigen, dass er nicht mit seinem Bericht fertig wird....

                            ne, wirklich fein, was du uns alles gezeigt hast, das hat echt Spaß gemacht zu verfolgen, wo du dich alles herumtreibst.

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                            • Mephisto

                              Lebt im Forum
                              • 23.12.2003
                              • 8496

                              • Meine Reisen

                              AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                              Ich fürchte mich vor gar nix
                              Hab nur keine Zeit

                              Die erste Etappe von mir, von Hirschau auf Amberg, war ganz nett, nur ab der Hälfte wars dunkel. Ich gehe am 27. weiter und werde dann am 28. das WAI in Hersbruck übergeben.

                              Danach gibts den kompletten Bericht

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                              • Hebi19
                                Erfahren
                                • 29.08.2010
                                • 268

                                • Meine Reisen

                                AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                                Das WAI ist in Hersbruck angekommen !!

                                Vor einer 1/2 Stunde hat Mephisto das WAI an mich übergeben und ist zurück nach Amberg gefahren. Sicherlich berichtet er noch von der Etappe ausführlich.

                                Das WAI schläft heute hier: 49.512212 N , 11.419912 E
                                Entweder morgen, spätesten übermorgen gehts dann weiter Richtung Nürnberg.

                                Wer kann/will es dann in Nürnberg übernehmen ??

                                Hebi

                                Kommentar


                                • Mephisto

                                  Lebt im Forum
                                  • 23.12.2003
                                  • 8496

                                  • Meine Reisen

                                  AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                                  Hallo,

                                  heute schreib ich nix mehr. Müde ;)


                                  Edith sagt, das hier ist jetzt ein Platzhalter
                                  Zuletzt geändert von Mephisto; 07.01.2011, 20:14.

                                  Kommentar


                                  • hotdog
                                    Freak

                                    Liebt das Forum
                                    • 15.10.2007
                                    • 16106

                                    • Meine Reisen

                                    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                                    Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
                                    Die ganze Tagesetappe war 1,53 km lang. Wird diese Strecke unterboten bin ich mit demjenigen beleidigt. Das kann dann nur mit einer Flasche Freibier für mich, beim Abschlusstreffen des WAI, behoben werden.
                                    [krümelkacker] Manchmal bin ich ja etwas kleinlich, aber die kürzeste aufgezeichnete Tagesetappe waren die 40 Meter, die bergzwerg61 und Doncato geklettert sind. Gut, jetzt könnte man sagen, es ist dann eben die kürzeste Wanderetappe. Da nun aber die 1,53 km vom 3.12. als Teil der 10,2 km langen 56. Etappe gerechnet wird (die Fortsetzung am 7.12. erfolgte auf die gleiche Fortbewegungsart von der gleichen Anzahl und Zusammensetzung von Personen), kann ich leider auch das nicht gelten lassen. Jedenfalls nicht offiziell. Zum Trost, lieber blauloke, gebe ich dir aber gerne bei nächster Gelegenheit ein Bier aus. [/krümelkacker]
                                    Arrivederci, farewell, adieu, sayonara WAI! "Ja, wo läuft es denn? Wo läuft es denn hin?"

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                                    • blauloke

                                      Lebt im Forum
                                      • 22.08.2008
                                      • 7236

                                      • Meine Reisen

                                      AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                                      Verdammt.
                                      Diese Kletteretappe hatte ich ganz übersehen, bzw gar nicht danach gesucht. Ich bin einfach davon ausgegangen, dass noch niemand eine kürzere Etappe gemacht hat.

                                      @hotdog: Hättest du damit nicht noch eine Woche warten können. Jetzt wird es nichts mit meinem Freibier beim Stammtisch am Wochenende.
                                      Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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                                      • hotdog
                                        Freak

                                        Liebt das Forum
                                        • 15.10.2007
                                        • 16106

                                        • Meine Reisen

                                        AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                                        Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
                                        @hotdog: Hättest du damit nicht noch eine Woche warten können. Jetzt wird es nichts mit meinem Freibier beim Stammtisch am Wochenende.
                                        Na gut, ich gebe dir zwei Bier aus
                                        Arrivederci, farewell, adieu, sayonara WAI! "Ja, wo läuft es denn? Wo läuft es denn hin?"

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                                        • Hebi19
                                          Erfahren
                                          • 29.08.2010
                                          • 268

                                          • Meine Reisen

                                          AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                                          So, ich habe entdeckt, dass Mephisto einen Platzhalter für seinen Bericht bereits geschaffen hat - dann stell ich meinen jetzt hier her:

                                          WAI-Etappe Hersbruck -> Nürnberg

                                          Nachdem Mephisto mir das WAI am 28.12.2010 am Bahnhof Hersbruck links der Pegnitz übergeben hatte, habe ich es auf meiner Etappe in 3 Abschnitten nach Nürnberg getragen:

                                          1. Abschnitt - 29.12.2010 Hersbruck links d. Peg. nach Ludwigshöhe

                                          Bereits am nächsten Tag war das Wetter so schön (wenn auch winterlich und kalt), dass gleich den ersten Abschnitt gelaufen bin.
                                          Übergabe und Start war am Bahnof Hersbruck links der Pegnitz:


                                          Die Pegnitz ist neben dem Rhein der ZWEITE Fluß in Deutschland (mehr gibts dann nicht mehr !!), welcher auf jeder Flußuferseite je eine Bahnlinie hat. "links" und "rechts" zählt mit Blickrichtung flußabwärts. Hersbruck kommt so zu 2 Bahnhöfen, die ca 1,5 km auseinander liegen.

                                          Vom Bahnhof Hersbruck links geht es durch die Kastanienallee zum Wahrzeichen von Hersbruck, dem Wassertor:


                                          Es heißt Wassertor, weil direkt davor die Pegnitz vorbei fließt.

                                          In der Altstadt läuft das WAI dann durch die "Prager Straße". Diese war bereits im Mittelalter Bestandteil der "Goldenen Straße", welche die damaligen Metropolen Prag, Nürnberg, Speyer und später Paris miteinander verbunden hat (Kaiser Karl IV.). Heute ist auf der alten Route ein Wanderweg und ein Radweg ausgeschildert. Der Wanderweg von Nürnberg bis zur tschechischen Grenze, der Radweg als "Pan Europa Radweg" komplett zwischen Prag und Paris. Aufgrund der Schneelage war dieser Radweg unsere Hauptroute.

                                          die Prager Straße ist aber auch nur eine Innenstadtstraße:


                                          Das WAI und ich sind also auf dem Radweg Goldene Straße (oder auch Pan Europa Radweg) weitergelaufen. Als nächsten Ort haben wir unspektakulär Reichenschwand durchlaufen und kamen nach 13 km zum Marktplatz nach Lauf, wo wir eine Pause machten:



                                          Bei der großen Gebietsreform 1972 wurden die Landkreise Hersbruck, Lauf und Altdorf zum neuen Landkreis "Nürnberger Land" zusammengefasst. Die Ämter wurden zwischen den Städten aufgeteilt. Hersbruck bekam Amtsgericht und Finanzamt, Lauf bekam das Landratsamt. Dies hatte die fatale Konsequenz, dass es im Landratsamt Lauf nur Autonummern mit LAU gab !! Die Hersbrucker mussten zukünftig auf ihr bewährtes HEB verzichten, das es inzwischen nur noch an einigen alten Treckern, einem einzigen VW-Käfer und einem alten Daimler gibt.
                                          (wo doch schon der Psalmdichter schreibt "weil du aber LAU bist will ich dich ausspeien aus meinem Munde....")

                                          Der erste Abschnitt hat das WAI und mich noch ein wenig über Lauf hinaus geführt bis zum Haltepunkt "Ludwigshöhe" (Bahnlinie RECHTS der Pegnitz), einem Ortsteil von Rückersdorf. Hier hat das WAI virtuell auf den zweiten Abschnitt gewartet.


                                          2. Abschnitt - 31.12.2010 Ludwigshöhe - Erlenstegen

                                          Von Ludwigshöhe aus führt der Weg erstmal ziemlich trist die Straße entlang bis nach Behringersdorf. Hier haben wir die Bahnlinie unterquert und sind in den Sebalder Reichswald eingetaucht. Bis kurz vor Lauf liefen wir durch die Herbrucker Schweiz mit Kalkgestein. Hier sind wir aber inzwischen in einem Sand und Sandsteingebiet. Der magere Sand führt zu den von Nürnbergern "Steckeleswald" genannten Kieferwäldern. Nürnberg wuchs im Mittelalter in der Hauptsache aus den zwei Stadtteilen St. Lorenz und St. Sebald zusammen. Jeder Stadteil hatte einen eigenen Reichswald, nicht nur zur Honigproduktion für die schon damals bekannten Lebkuchen.

                                          Survivalhund SINA hat im übrigen alle Abschnitte begleitet (WAI-Begleithund)

                                          Im Reichswald gibts einige interessante geologische Aufschlüße - waren aber alle verschneit, so dass das WAI nicht so richtig was davon hatte:


                                          Nach dem Reichswald erreichten wir in und mit Erlenstegen die Stadtgrenze von Nürnberg und das WAI hat die Nürnberger Straßenbahn bestaunt.




                                          3. Abschnitt - 02.01.2011 Erlenstegen - Hauptmarkt

                                          Im neuen Jahr hat das WAI dann den letzten Abschnitt meiner Etappe zurück gelegt. Vom Haltepunkt Erlenstegen ging es zunächst einige km die "Pegnitzwiesen" entlang. Diese durchziehen Nürnberg, und später auch Fürth - nahezu komplett. Lediglich 1 1/2 km durch die Alststad ist die Pegnitz "eingemauert" - den Rest kann man die Stadt "komplett im Grünen" durchwandern.
                                          (aktuell natürlich "im Weißen")

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                                          vor der Alstadt erweitert sich die Pegnitz zum Wöhrder See

                                          Seit 1981 ist der See fertig. Hier wird die Pegnitz aufgestaut und entlastet die Altstadt bei Hochwasser.

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                                          Um die ganze Alstadt zu überblicken wollte das WAI natürlich auf die Kaiserburg getragen werden. Hier hat es den abendlichen Blick über Nürnberg genossen:

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                                          Zum Abschluß ist das WAI mit mir noch zum Schönen Brunnen abgestiegen, wo unsere Etappe nach immerhin 35,8 km (GPS-gemessen) endete. Die nächste Etappe machte dann die "Stammtischrunde Franken/Oberpfalz" mit Start am schönen Brunnen

                                          Grüße vom jetzt "ehemaligen" WAI-Träger Hebi

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