Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

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  • MonaXY

    Fuchs
    • 30.08.2009
    • 1094

    • Meine Reisen

    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

    Zitat von Harry Beitrag anzeigen
    Wer weiss was die WAI Gang angestellt hat. Warte ja schon gespannt auf den Bericht.
    Ich will blauloke und seinem Bericht ja nicht vorgreifen - nur mit einem inhaltlich dazugehörenden Link 'nen kleinen Hinweis auf den Polizeischutz geben: http://www.frankenpost.de/nachrichte...rt2460,1364833

    Jedenfalls hatten wir allesamt keine Ahnung von dem, was sich da am Ausgangspunkt unserer Wanderung abspielen sollte...
    "Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur."
    Jean Paul

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    • Goettergatte
      Freak

      Liebt das Forum
      • 13.01.2009
      • 26737

      • Meine Reisen

      AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

      Das WAI auf einer antifaschistischen Gegendemo, das ist wahrhaft würdig und recht.
      Gutes WAI!!!
      "Wärme wünscht/ der vom Wege kommt----------------------
      Mit erkaltetem Knie;------------------------------
      Mit Kost und Kleidern/ erquicke den Wandrer,-----------------
      Der über Felsen fuhr."________havamal
      --------

      Kommentar


      • Harry
        Meister-Hobonaut

        Alter Hase
        • 10.11.2003
        • 4885

        • Meine Reisen

        AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

        Unser WAI war dabai
        Gruß Harry.
        Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen. (Johann Wolfgang von Goethe)

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        • blauloke

          Lebt im Forum
          • 22.08.2008
          • 7236

          • Meine Reisen

          AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

          30.10.2010

          Wunsiedel – Neusorg

          Teilnehmer: MonaXY, Manja, Tobby, blauloke,

          OT: Tobby hat seine Bilder zur Verfügung gestellt, die ich teilweise mit eingebunden habe. In seiner Galerie sind noch mehr Fotos und dort sind sie auch schärfer als hier.

          Nach den üblichen Verspätungen der Bahn konnten wir, an diesem herrlichem Oktobertag, vom Bahnhof Wunsiedel losgehen. Zunächst auf geteerten Ortsstraßen erreichten wir bald einen Feldweg, der uns durch ein romantisches Tal und am Waldrand entlang führte. Sonnenstrahlen fielen durch das Blätterdach.





          Bereits bei der Anreise war die große Zahl an Polizisten aufgefallen, die auf den Bahnhöfen kontrollierte. An der B 303 stand eine ganze Kolonne von Polizeifahrzeugen. Wir mussten am Ende der Kolonne vorbei. Es kamen auch gleich zwei kräftige, untersetzte Beamte auf uns zu und fragten ob wir zur Demonstration wollten. Wir verneinten und sagten, dass wir nur zur Luisenburg wandern. Auf unsere Nachfrage bestätigten sie unsere Vermutung. In Wunsiedel war wieder mal der braune Odel(bayrisch für Gülle) unterwegs. Die Stadt wehrt sich erfolgreich mit der Aktion „Wunsiedel ist bunt".
          Bildergalerie vom Gedenkmarsch



          Das kleine Bad Alexandersbad war unser erstes Ziel. An der Luisenquelle machten wir kurz Halt. Leider war die Leitung der Mineralquelle bereits abgesperrt, so konnten wir das Wasser nicht probieren. Quer durch die Kuranlagen verließen wir den Ort und gingen auf raschelnden Laubwegen durch den herbstlichen Wald Richtung Luisenburg.





          Die Luisenburg ist ein großes Felslabyrinth und hat mit einer Burg nichts zu tun. Nur die wie Bauklötze übereinander gestapelten Steine erinnern an Burgen oder andere Bauten. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Entsprechend fiktiv sind die Namen, die die einzelnen Felsgebilde erhielten. Auch sind in vielen Felsen Inschriften eingemeißelt, die anzeigen wer in früheren Jahren das Gebiet besucht hat. Angefangen von Königen über Schriftstellern (Goethe – wo war der eigentlich nicht? Auf dem Ochsenkopf hatte ich auch eine entsprechende Tafel gesehen.) bis zu heute unbekannten Personen war alles hier, was Rang und Namen hatte.
          Hier in der Gegend lernt man die Luisenburg normalerweise als Kind durch seine Eltern kennen und scheucht später seine Kinder ebenfalls durch oder man begeht sie im Rahmen eines Schulausflugs.
          An einem Sommerwochenende ist das Gelände normal überlaufen und es macht keinen Spaß in ihr rumzugehen. So spät im Jahr waren nur wenige andere Besucher unterwegs. Einige kleine Kinder kletterten begeistert zwischen den Felsen herum.
          Nach der Entrichtung des Eintritts erforschten auch wird das Steingewirr, das durch Treppen erschlossen ist und in dem farbige Pfeile bei der Orientierung helfen. Immer wieder mussten enge Passagen durchquert werden und steile Treppen führen zu Aussichtspunkten empor. Künstlich angelegte Ruinen vervollständigen das Bild von einer Märchenlandschaft.











          Grüne Schrankwände passen hier nicht durch.





          Weil wir zur Köseine wollten, erkundeten wir das Labyrinth nur halb und verließen die Luisenburg am oberen Ende, ohne alles gesehen zu haben. Unterwegs zum Berg passierten wir noch mehrere Felsenbastionen, unter anderem den Burgsteinfelsen. In diesem Ausflugsgebiet sind die Felsen meistens durch Treppen erschlossen. Der ausgewiesene Weg zur Köseine führte größtenteils über Wurzeln und Steine und war sehr abwechlungsreich.





          Nach einem letzten steilen Aufstieg erreichten wir das Köseinehaus, wo wir leider sehr lange auf unser Essen warten mussten, weil zwei größere Wandergruppen kurz vor uns angekommen waren. Das Haus war regelrecht überfüllt an diesem sonnigen Tag. Die Zeit vertrieben wir uns mit einer ausführlichen Begutachtung des Inhalts der WAI-Dose. Natürlich durfte auch ein Seidel Bier des Hönicka-Bräu aus Wunsiedel nicht fehlen.



          Wegen der langen Wartezeit mussten MonaXY und Manja auf einem kürzeren Weg absteigen und wir trennten uns kurz nach dem Köseinegipfel. Tobby und ich marschierten weiter den Hang abwärts Richtung Neusorg. Irgendwo im Wald überquerten wir die Grenze zur Oberpfalz. Auf unserem Weg kamen wir am Wackelstein vorbei. Dieser ca 1000 Zentner schwere Felsen wurde dann auch von Tobby zum Wackeln gebracht. Wir staunten gemeinsam was die Natur alles zu bieten hat.



          Anschließend legten wir noch einen Zahn zu um rechtzeitig am Bahnhof Neusorg anzukommen. Dort trennten wir uns, weil jeder in eine andere Richtung fuhr. Ich musste in Marktredwitz umsteigen. Beim Einsteigen in den Zug bemerkte ich knapp zwanzig Polizisten und freute mich schon, dass das WAI heute so gut beschützt wurde. Bis ich feststellte, dass die Polizisten nicht auf das WAI, sondern auf ein halbes Dutzend Fussballfans aufpassten.

          Das WAI wurde trotzdem sicher nach Hause gebracht.
          Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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          • Atze1407
            Fuchs
            • 02.07.2009
            • 2425

            • Meine Reisen

            AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

            Einfach herrlich, schöne Tour und Fotos.

            Gruß
            Atze 1407
            Wenn du den Charakter eines Menschen kennenlernen willst, gib ihm Macht.
            Abraham Lincoln

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            • Cattlechaser
              Dauerbesucher
              • 04.08.2010
              • 847

              • Meine Reisen

              AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

              Wirklich wunderschöne Bilder und eine ebenso schöne Tour. Ich muss dringend einmal die Luisenburg besuchen, wenn ich in die Nähe eurer Gegend komme.

              Gruß
              Ulf
              Magie ist Physik durch Wollen. www.uhempler.de

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              • Tobby
                Erfahren
                • 22.07.2007
                • 370

                • Meine Reisen

                AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                12 Points for Germany Vielen Dank, ist nen schöner Bericht geworden
                Der größte Reichtum ist der Mangel an Bedürfnissen

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                • MonaXY

                  Fuchs
                  • 30.08.2009
                  • 1094

                  • Meine Reisen

                  AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                  Zitat von Tobby Beitrag anzeigen
                  12 Points for Germany Vielen Dank, ist nen schöner Bericht geworden
                  Dem kann ich mich nur anschließen - 3 Smilies für blauloke!
                  "Gehe nicht, wohin der Weg führen mag, sondern dorthin, wo kein Weg ist, und hinterlasse eine Spur."
                  Jean Paul

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                  • Harry
                    Meister-Hobonaut

                    Alter Hase
                    • 10.11.2003
                    • 4885

                    • Meine Reisen

                    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                    Aaaaah das Wai ist unterwegs. Schön. und tolle Fotos habt ihr gemacht unter Polizeischutz.
                    So zeigt Ihr Bayern dem WAI vor der Zugspitzbesteigung noch ein schönes Stückchen von eurem Ländle.
                    Gruß Harry.
                    Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen. (Johann Wolfgang von Goethe)

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                    • blauloke

                      Lebt im Forum
                      • 22.08.2008
                      • 7236

                      • Meine Reisen

                      AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                      Das WAI hat die nächste Etappe geschafft und ist jetzt virtuell am Bahnhof Wiesau.
                      Nächste Woche geht es in einer Talwanderung nach Windischeschenbach.
                      Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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                      • Pfad-Finder
                        Freak

                        Liebt das Forum
                        • 18.04.2008
                        • 11699

                        • Meine Reisen

                        AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                        Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
                        Das WAI hat die nächste Etappe geschafft und ist jetzt virtuell am Bahnhof Wiesau.
                        Nächste Woche geht es in einer Talwanderung nach Windischeschenbach.
                        Blauloke, Du bist unser Held. Ich habe mir das Regenradar angeguckt und gedacht, vielleicht ist er ja so vernünftig und kneift.

                        Viele Grüße

                        Pfad-Finder
                        Schutzgemeinschaft Grüne Schrankwand - "Wir nehmen nur das Nötigste mit"

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                        • Torres
                          Freak

                          Liebt das Forum
                          • 16.08.2008
                          • 28306

                          • Meine Reisen

                          AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                          Ja, Blauloke, das ist alles sagenhaft - hast Du überhaupt noch Freizeit? Ich finds toll, was Du leistet. Vielen, vielen Dank.
                          Ach wie flüchtig, ach wie nichtig, ist der Menschen Leben. Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet. (Franck 1652 / Bach 1724, Leipzig)

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                          • blauloke

                            Lebt im Forum
                            • 22.08.2008
                            • 7236

                            • Meine Reisen

                            AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                            Mit dem WAI habe ich einen Grund raus zu gehen, sonst würde ich bei dem Wetter nur hinterm Ofen sitzen.
                            Der Regen von oben macht mir nichts, dafür habe ich meinen Hut.
                            Nur neue Wanderschuhe bräuchte ich mal, meine sind schon lange nicht mehr dicht.
                            Ich gehe aber sehr gut in denen, darum trenne ich mich so schwer von ihnen. Bekomme nach ein paar Tagen gehen höchstens mal eine kleine Blase am rechten kleinen Zeh. Die stört aber immer nicht besonders.
                            Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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                            • Pylyr

                              Fuchs
                              • 12.08.2007
                              • 1936

                              • Meine Reisen

                              AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                              Zitat von Torres Beitrag anzeigen
                              Ja, Blauloke, das ist alles sagenhaft - hast Du überhaupt noch Freizeit? Ich finds toll, was Du leistet. Vielen, vielen Dank.
                              Dem schließe ich mich an...und bin ein bischen neidisch.

                              (Die Zehensocken, die es gerade beim outdoorbroker gibt, sollen gegen Blasen helfen.)
                              Wenn dir etwas gefällt, analysiere es nicht, sondern tanze dazu.
                              Tex Rubinowitz

                              Kommentar


                              • blauloke

                                Lebt im Forum
                                • 22.08.2008
                                • 7236

                                • Meine Reisen

                                AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                                6.11.2010

                                Neusorg – Wiesau


                                OT: Der Steinwald Link zur Steinwaldseite, da steht alles drin. Im Text spar ich mir die Verlinkungen.

                                Die Wolken hingen tief auf dem Steinwald, den ich mit dem WAI heute überqueren wollte.
                                Zunächst verließ ich Neusorg auf schmaler Teerstraße, vorbei an einem typischen Wegkreuz. Auch der Armesberg, ein erloschener Vulkan, steckte in der Wolkendecke.





                                Zwei kleine Dörfer weiter kam ich in den Wald und besuchte zunächst die „Huberfelsen“. Das sind rund ein Dutzend Felstürme die zwischen den Bäumen aufragen und nicht erschlossen sind. Sie sind auch nicht freigestellt oder zugänglich gemacht und im Sommer wegen dem Bodenbewuchs schlecht erreichbar.
                                Mal auf breiten Waldwegen, mal auf schmalen Pfaden wanderte ich zu weiteren Felstürmen. Diese sind teilweise durch Steiganlagen erschlossen, bzw wurden die nahen Bäume gefällt um sie frei zu stellen. An den Füßen der Felstürme schließen manchmal Blockhalden an. Weil die Felsen wegen der feuchten Witterung rutschig waren bin auch nicht darauf herum geklettert. Der Steinwald hat noch mehr Felsbastionen. Ich habe nur einen kleinen Teil besichtigt.


                                Huberfelsen


                                Zipfeltannenfelsen


                                Zipfeltannenfelsen


                                Steinpilz am Wegrand


                                Blockhalde am "Hohen Saubadfelsen"

                                Auf dem Weg zum höchsten Punkt des Steinwalds erreichte ich die Wolkenuntergrenze und marschierte dann in den Wolken weiter. Links und rechts vom Weg waren immer wieder Felsen zu sehen. Auf der Platte, dem mit 946m höchstem Punkt der nördlichen Oberpfalz, war der Aussichtsturm im Nebel. So ging ich gleich weiter auf dem Kamm Richtung Burgruine Weißenstein. Unterwegs kommt man an der Dreifaltigkeitskapelle vorbei, vor der eine alte Steinmarter steht.
                                Alte Leute erzählen, dass bis vor wenigen Jahrzehnten aus der näheren und weiteren Umgebung Steine hier heraufgetragen wurden, weil man glaubte, dadurch Vergebung von Sündenstrafen zu erlangen.
                                Heutzutage werden an der Marter von den Wanderern Steinmänchen gebaut.



                                Bald erreichte ich die Ruine Weißenstein, die ich ausführlich durchstreifte. Während der Besichtigung begann es das erstemal an diesem Tag zu regnen. Auf dem Turm merkte ich auch den starken Wind, vor dem ich im Wald geschützt war. Die Burg wurde zwischen einige Felstürme eingebaut, so dass sich Mauerwerk und Felsen immer wieder abwechseln. Um die Ruine vor dem endgültigen Verfall zu retten wurde sie vor ein paar Jahren vom Verein „Steinwaldia“ (Extralink für Göga) gesichert.








                                Was diese Dame hier im Burggelände soll hat sich mir nicht erschlossen.

                                Auf der europäischen Hauptwasserscheide entlang gehend besichtigte ich noch die „Basaltpferdchen“. Das sind zwei Magmaschlote an denen die, bei der Abkühlung entstehenden, Basaltsäulen im Querschnitt zu sehen sind. Wie hoch der Vulkan früher war kann nicht mehr festgestellt werden.



                                Inzwischen war es Mittag geworden und ich machte einen Umweg zum „Markredwitzer Haus“ wo ich essen wollte. Zu meiner Endtäuschung war wegen Betriebsurlaub geschlossen. Am Tag vorher hatte ich noch auf die Homepage geschaut, da war kein Hinweis zu lesen. So verpflegte ich mich aus meinem Rucksack. Wie üblich hatte ich, ohnehin, wieder zu viel zum Essen dabei.

                                Als nächstes überstieg ich den schmalen, langen Kamm des Plößberg. Diese Überschreitung mache ich immer wieder gerne.Das ist der höchste Vulkanberg hier in der Gegend. Davon gibt es kein Foto weil er ebenfalls mitten zwischen Bäumen steht und nicht fotogen ist.

                                Auf dem Weg zum „Hackelstein“ traf ich einen Holzfäller, mit dem ich mich kurz unterhielt. Er war der einzige Mensch den ich heute im Wald sah. Der „Hackelstein“ ist ebenfalls durch eine Steiganlage erschlossen, der daneben stehende „Augsburger Fels“ besitzt sogar einen Klettersteig. Ich kletterte nur auf der Blockhalde etwas herum. Die Felsen waren wegen des Regens zu glatt.



                                Mein nächstes Ziel war das Denkmal der Holzschlacht von Fuchsmühl“. 1894 wurden 2 Bewohner des Ortes, von angefordertem Militär, niedergestochen und mehrere andere schwer verletzt.



                                Im Dauerregen erreichte ich den Ort Fuchsmühl. Gleich am Ortseingang stand die Wallfahrtskirche „Maria Hilf“. In diese trat ich ein und besah mir besonders die Votivtafeln in der Gnadenkapelle.



                                Wie es in Bayern guter Brauch ist ging ich nach dem Kirchenbesuch in die nächstgelegene, bodenständige Wirtschaft. Dort setzte ich der Feuchtigkeit von außen, Feuchtigkeit von innen entgegen und trank deshalb ein Seidel Helles von der Schlossbrauerei Reuth.


                                Stillleben mit Hut, WAI und Bier

                                Frisch gestärkt marschierte ich den Hang des Steinwalds hinab. In Wiesau legte ich das WAI auf einer Bank am Bahnhof zur Ruhe und fuhr mit dem Zug nach Hause.
                                Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

                                Kommentar


                                • blauloke

                                  Lebt im Forum
                                  • 22.08.2008
                                  • 7236

                                  • Meine Reisen

                                  AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                                  Nach einem perfekten Wandertag hat das WAI heute Windischeschenbach erreicht.
                                  Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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                                  • Gast-Avatar

                                    AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                                    Der Steinwald ist ja echt sehr interessant, Locke. Das erinnert mich an die sächsische Schweiz. Ich beneide dich wirklich wegen deiner ausgiebigen Wanderungen. Hast du denn dein selbstgewähltes Los auch bereits einmal verflucht?? Ich hoffe die Restbayern entlasten dich bald mal etwas mehr, es muss doch noch ein paar mehr Bayern hier geben, als die paar Männekens, die bisher durch die Gegend strolchten. hm.

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                                    • blauloke

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                                      • 22.08.2008
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                                      • Meine Reisen

                                      AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                                      Verflucht habe ich mein Los noch nicht. Schlieslich wollte ich es so. Vieleicht schaffe ich noch heute den Bericht vom letzten Wochenende, dann erfährst du auch den Grund für den großen Bogen.
                                      Ich bin gerade mit Mephisto dabei einen Ausflug des WAI nach Berlin zu organisieren. Mal schaun ob es klappt.
                                      Danach mache ich noch zwei Wochenenden, dann muss wer anderes das WAI weitertragen.
                                      Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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                                        • 22.08.2008
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                                        • Meine Reisen

                                        AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                                        14.11.2010

                                        Wiesau – Windischeschenbach

                                        Bei perfektem, sonnigen, leicht kühlen Wanderwetter, ging ich in Wiesau mit dem WAI im Rucksack los. Zunächst musste ich den Ort durchqueren, der nichts besonderes bietet. Auf einer Teerstraße erreichte ich bald das Dorf Kornthan.
                                        Es wird geprägt durch den großen Kornthaner Teich. Hier, im Landkreis Tirschenreuth, gibt es tausende Fischteiche in denen hauptsächlich Karpfen gezüchtet werden. Die Teiche gruppieren sich immer wieder zu Teichpfannen oder Teichketten, die die Landschaft gestalten. Damit das Wasser sich schneller erwärmt sind die Teiche sehr flach. Die Fische wachsen bei warmen Wasser schneller. Im Oktober beginnt das Abfischen und jetzt ist die beste Zeit fürs Karpfen essen. Im ganzen Landkreis stehen die bunt bemalten Karpfen, die auf die Bedeutung der Fischzucht hinweisen.


                                        Im Hintergrund ist der Kamm des Steinwalds den das WAI vor einer Woche überschritt

                                        Nach Kornthan führte der Weg zunächst über Felder, mit Aussicht auf den Steinwaldkamm. Bald erreichte ich den Wald in dem die Muckenthaler Weiher liegen. Dort ging der Weg teilweise über die Weiherdämme.



                                        Nachdem ich die Geleise der Eisenbahn überquert hatte musste ich mich ein Stück durch einen Wald kämpfen, in dem Harvester gewütet hatten. Danach ging es auf breiten Wegen weiter. Vor Seidlersreuth erreichte ich wieder Felder und hatte schöne Aussichten über die Oberpfalz. Hinter dem Dorf konnte ich noch etwas beim Abfischen zusehen. Hier wurden Zander geerntet. Entlang einer Weiherkette kam ich schließlich nach Falkenberg.





                                        Die Burg ist noch bewohnt und nur mit Führung zu besichtigen. Ich betrachtete sie nur von außen. An den Granitfelsen auf denen die Burg steht wurde der Begriff der „Wollsackverwitterung“ erstmals benutzt. Dann folgte ich dem kurzen Wanderweg der um die Burg führt. Am dortigen Wackelstein musste ich natürlich wackeln.






                                        Nach dieser Anstrengung hatte ich mir mein Mittagsessen redlich verdient und kehrte im Gasthof „Zum roten Ochsen“ ein. Das Gebäude stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist seit 500 Jahren ein Gasthof. Ich bestellte mir einen „Karpfen blau“ und trank dazu das erste Zoigl des Tages.







                                        Frisch gestärkt wanderte ich weiter ins Waldnaabtal. Der Wanderparkplatz am Beginn des eingeschnittenen Tales stand, an diesem sonnigen Sonntag, voller Autos. Entsprechend viele Leute waren unterwegs. Der Weg war zunächst ein schmaler Pfad, der am Ufer entlang führte. Später verbreiterte er sich zu einem Forstweg. Das Tal ist mehrere Kilometer lang, in der Mitte ist eine Blockhütte die bewirtschaftet ist. Das Waldnaabtal ist ein beliebtes Ausflugsziel. Im Fluss liegen öfters Felsen die umströmt werden, an den Hängen des Tals stehen hohe Felsen die Namen tragen, wie Kammerwagen, Tischstein und Ambos. Der Fluss wechselt ständig zwischen wilden Stellen, wie dem Butterfass, und ruhigeren Abschnitten. In früheren Zeiten standen auf den Felsen am Talrand verschiedene Burgen wie z. B. Altneuhaus. Von dieser ist nur mehr der Halsgraben erkennbar. Nach diesem Gebiet hat sich die "Altneihauser Feierwehrkapell'n“ (Fastnacht in Franken; ca 25 min) benannt.


                                        Nur ein Beispiel. Felsen habe ich euch inzwischen genug gezeigt.



                                        Schlieslich erreichte ich Neuhaus, einen Ortsteil von Windischeschenbach. An der Burg Neuhaus, mit dem markanten, Butterfass, genannten Turm vorbei erreichte ich endlich eine Zoiglstube.
                                        Das Zoigl ist das Kultbier der Oberpfalz und Windischeschenbach die Hauptstadt dieses Bieres. Diese Bier wird reihum von den berechtigten Bürgern im Kommunbrauhaus gebraut und anschliesend in der hauseigenen Zoihlstube ausgeschenkt. Wer gerade mit dem Zoigl an der Reihe ist sieht man am Zoiglstern, der entsprechend am Haus hängt. Jedes Zoigl schmeckt etwas anders, weil jeder sein eigenes Rezept hat. Die Zoiglstuben sind relativ klein und immer gut besucht. Alleine hatte ich aber kein Problem einen Platz zu finden. Man rutscht einfach am Tisch etwas zusammen und unterhält sich.



                                        Hier trinke ich gerade mein letztes Zoigl des Tages. Leider musste ich zu schnell weiter, weil mein Zug fuhr.

                                        OT: Jetzt wisst ihr auch warum ich den Bogen über das Fichtelgebirge machte. Ich wollte einfach auf einer vernünftigen Strecke zum Zoigl kommen.
                                        Zuletzt geändert von blauloke; 29.08.2011, 09:48.
                                        Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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                                          AW: Die Schnecke kriecht - Das Tourtagebuch

                                          Morgen übergebe ich das WAI an Mephisto, der es mit nach Berlin nimmt. Da können es dann alle bestaunen die es noch nicht gesehen haben und die bisherigen Träger können in Erinnerungen schwelgen.
                                          Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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