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  1. [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #1
    Mitreisende: Libertist
    Land: Pakistan
    Reisezeit: September/Oktober 2016
    Dauer: 5 Wochen

    Die Idee dieser Reise entstand im Spätherbst 2015, als Sofia (die im Sommer 2016 leider arbeiten musste) und ich über zwei verschiedene Routen versuchten, in das Zentrum des Hindukuschs vorzudringen, aber aufgrund von starken Schneefällen scheiterten. Im Frühjahr 2016 bastelte ich mir dann meine Idealroute für die Durchquerung des pakistanischen Hindukuschs von West nach Ost zusammen, die wir im vergangenen Sommer tatsächlich umsetzen konnten:

    Yarkhun Valley – Thui Pass (4.500 m) – Yasin Valley – Darkot Pass (4.700 m) – Boroghil – Kurumber Pass (4.320 m) - Chateboi Glacier – Chilinji Pass (5.335 m) – Chipursan


    Im Boroghil-Tal an der Grenze zu Afghanistan stehen einige Ruinen herum, aber Menschen sieht man so gut wie keine. Nur ganz wenige Hirtenfamilien kommen mit ihrem Vieh im Sommer noch da hoch.


    Morgenstimmung am Kurumber Lake (4.290 m).


    Pause am stark verspalteten Chateboi-Gletscher.

    Ein Wort zu meinen beiden Reisepartnern: Lisa kenne ich aus Wien, sie hat mit meiner Schwester gemeinsam Diplomarbeit geschrieben. Lisa reist allgemein gern und oft, hatte bisher aber wenig Erfahrung mit anspruchsvollen Trekking- oder Wildnisreisen. Florian kenne ich über Vaude, er ist dort Produktmanager für Rucksäcke und hatte bereits vor Pakistan viel Trekking-Erfahrung. Mit Vaude verbinden mich übrigens Projekte in den Bereichen Produktentwicklung, Fotografie und Marketing, seitdem die Firma mich mal angeschrieben und nach einer Zusammenarbeit gefragt hatte. Hier übrigens zwei Bilder von stolzen Besitzern neuer Vaude-Schlafsäcke, die ich als Spende mit nach Pakistan nehmen und verschenken durfte.







    Die geplante Hindukusch-Durchquerung beinhaltete einige große Herausforderungen:
    • Überwinden von Militärkontrollen: Ich war mir sicher, dass die Polizei und das Militär in Chitral, im Yarkhun Valley, im Yasin Valley und in Boroghil alles tun werden, um uns von der Reise abzuhalten. In dieser Gegend gibt es praktisch keinen Tourismus, erst recht keinen Individualtourismus, und die Grenze zu Afghanistan ist sehr nah. Offizielle Genehmigungen zum Bereisen dieser Region gibt es nicht, allerdings gibt es auch kein offizielles Verbot (bis 2015 war das ober Yarkhun Valley und Chipursan nur mit Sondergenehmigung bereisbar, inzwischen ist das aber nicht mehr der Fall). Ich war darauf vorbereitet, lange Diskussionen mit den Verantwortlichen zu führen. Ich wusste, dass das Recht auf unserer Seite ist, was aber nicht heißt, dass uns das Militär die Tour nicht willkürlich aufgrund von „security reasons“ verweigern kann.
    • Dauer der Tour und Verpflegung: Es waren etwa 250 km zu gehen, allerdings mit enormen Höhendifferenzen. Ich plante sehr großzügig mit 25 Tagen. Wir wussten, dass wir nach dem ersten Drittel der Tour (nämlich im Yasin Valley) neu einkaufen konnten, allerdings waren in diesem Tal nur Basisnahrungsmittel wie Reis, Kekse, Süßigkeiten usw. zu erwarten. Deshalb entschieden wir uns, einen großen Teil der Verpflegung von Europa mitzunehmen, der für die gesamte Dauer der Tour reichen würde. Dazu zählten Fertiggerichte, Kartoffelpüree-Pulver, Salami, Milchpulver, Energie-Riegel und noch weitere Kleinigkeiten. Wenn man all das für 25 Tage dabei hat, sind die Rucksäcke insbesondere am Anfang natürlich entsprechend schwer. Mein Plan war, zu Beginn der Tour einen Teil der Verpflegung im Dorf zurückzulassen und nach fünf Tagen von zwei Trägern auf den ersten Pass (4.500 m) bringen zu lassen. Somit wurden die Rucksäcke zumindest für die erste schwierige Etappe erleichtert.
    • Akklimatisation: Bevor Lisa und Florian in Pakistan eintrafen, war ich ja bereits für einige Wochen mit Heinz im Himalaya und Karakorum unterwegs und damit bereits perfekt akklimatisiert. Meine beiden Mitreisenden natürlich nicht. Aus diesem Grund wollten wir uns für die erste Etappe (Yarkhun Valley bis Thui Pass) besonders viel Zeit lassen, nämlich eben genannte fünf Tage. Für die Hirten dieser Gegend ist die Strecke in etwa 8-10 Stunden zu bewältigen, aber die werden unterwegs ja auch nicht krank. Anstatt also während dieser 5 Tage einen gelangweilten Träger dabei zu haben, hatten wir vor, von zwei Trägern mit unserer Verpflegung erst am Thui Pass eingeholt zu werden.

    So viel zur Vorgeschichte, jetzt geht’s los.

    Wie schon aus manch anderen Berichten bekannt, ist es mir wieder gelungen, die Arbeit des Schreibens abzugeben, diesmal an Lisa. Lisa hat sich großzügigerweise bereit erklärt, aus ihren Tagebuchnotizen einen spannenden Reisebericht zu machen, mit dem meine Schilderungen ansonsten ganz sicher nicht mithalten könnten. Ich übergebe jetzt an Lisa. Nur die Fotos, Bildunterschriften und entsprechend gekennzeichnete Kommentare sind von mir.

    Auf geht’s in ein Abenteuer, dem ich seit Monaten entgegenfieberte und heute noch spüre: Morgens das Zelt aufzippend von der prächtigen Natur begrüßt werden, Gänsehaut beim Waschen im eiskalten Fluss, tagtägliche körperliche Anstrengung, die sich abends zu einem Gefühl der stolzen Zufriedenheit ausweitet, prächtige Sternenhimmel, spurenlose Hänge und Ebenen, einsame kleine Siedlungen und dazwischen nur die unsrige menschliche Präsenz im Norden Pakistans. Hindukush-Traverse in 25 Tagen: 3 Leute, 2 Zelte, 1 Siegers-Snickers.

    In Wien
    Die gesamte Planung der Tour wurde von Gabriel durchgeführt und keine Sekunde zögerte ich seinem Aufruf nach BegleiterInnen zu folgen. Gabriel stand mir beratend zur Seite, unterstütze mich in der Auswahl der richtigen Ausrüstung und in der Beschaffung dieser – basierend auf seiner Erfahrung und seinem rationalen Wesen fasste ich schnell Vertrauen in seine Expertise, sowohl vor der Reise, als auch in jeglichen Situationen in den Bergen und doch...

    Kurz vor dem Abflug tauchen neben der hellen Vorfreude mulmige Gefühle auf. Die Frage, ob ich physisch fit genug bin, mit zwei erfahrenen Wanderbuben in den wilden Bergen Pakistans mitzuhalten, taucht auf. Aber verflüchtigt sich schnell angesichts der noch größeren Sorge, dass ich kaum den gesamten Proviant in meinen 65+10L Rucksack bekomme: ausgebreitet ergibt der Vorrat nämlich für zwei Personen 50 exquisite Dinner-Portionen à la Knorr und 5kg Kartoffelpüree für ein köstliches Frühstück, denn „Täglich grüßt das Murmeltier“ schmeckt doch am besten. Raritäten wie Müsliriegel und Schokolade, sowie essentielle Gewürze, um die Speisen auch etwas abwechslungsreicher zu verfeinern, müssen daneben auch ihren Platz finden. Hinzu werden in Pakistan noch extra Nudeln, Nüsse, Kekse, sowie Trockenfrüchte für die kulinarische Versorgung untertags hinzukommen – kurz gesagt eine Menge. Schlussendlich wiegt mein Rucksack am Flughafen 24kg, mein mit Essen vollgefülltes Handgepäck 11kg und die oben genannten zusätzlichen Einkäufe werden unsere Rucksäcke nicht leichter werden lassen. Aber meine vorbereitenden Trainingseinheiten im Gewichteschupfen sollen sich ja auch bezahlbar machen. Nur noch einmal schlafen. In einem richtigen Bett, frisch geduscht, umgeben von den Annehmlichkeiten der modernen Welt.

    Anreise
    Ankunft in Islamabad um 4 Uhr morgens. Florian und ich legen eine klassische Touristenankunft hin und bezahlen für die Fahrt vom Flughafen zu unserem Schlafquartier das Vierfache des normalen Taxipreises, aber erhalten basierend auf der Unkenntnis unseres Fahrers sogleich eine Stadtführung, allerdings im Dunkeln, was die Sicht etwas bis ganz einschränkt. Erste Eindrücke der Stadt bestehen aus vielen architektonisch recht monotonen einstöckigen Wohnhäusern, viele davon unbewohnt und mitten im Bau unvollendet zurückgelassen, leere Straßen, die nur von den Polizisten in den vielen Checkpoints mit Leben gefüllt werden. In fast regelmäßigen Abständen hält unser schepperndes Mobil und bewaffnete Polizisten, Militärbedienstete oder Angestellte eines allein für das jeweilige Viertel rekrutierten Bewachungsteams blicken hinein. Wir werden stets weitergewunken und begrüßen in der Morgendämmerung einen verschlafenen Gabriel – das Team ist vollständig!


    Tag 1 Von Rawalpindi nach Chitral
    Ein klappriges, ungedämpftes Mini-Taxi bringt uns nach Rawalpindi, die kleine Schwester Islamabads, die alles auffängt und beherbergt, was nicht der Kategorie „modern“ entspricht und somit aus Islamabad verbannt wurde: motorisierte Rikschas, freilaufende Kühe, unüberschaubares Straßenchaos, Männer mit Ziegen an der Leine, Straßenhändler, Mini-Garküchen und gleich wird eines bemerkbar: das Straßenbild ist durch und durch männlich geprägt. Während meine zwei Begleiter sofort neugierig begrüßt und ausgefragt werden, stehe ich zwar angestarrt aber nicht angesprochen werdend daneben. Etwas enttäuscht meine ich, höchstens ¼ von den Gesprächen mitzubekommen.

    Die nächste Herausforderung besteht allerdings darin, Bustickets zu bekommen, nicht weil die Busse zur Fülle belegt wären, sondern weil wir ausländische Touristen sind. Auf dem Weg von Rawalpindi nach Chitral werden einige militärische Checkpoints passiert und die Befragung von Touristen heimst den Bussen zeitliche Verspätungen ein, was uns in diesem Fall eher zu unbeliebten Fahrgästen macht. Verkauft wird uns diese Tatsache allerdings eher als „security thread“ und mit der klaren Ansage, dass es unmöglich sei, uns mitzunehmen. Doch Gabriel mit seinem Charme singt beim Tee- und Kekskränzchen im Büro des Chefs Lobeslieder auf Pakistan und wir bewundern bald mit den Tickets in den Händen und dem ersten pakistanischen Street-food (mit dezenten Auswirkungen) im Bauch die unglaubliche Packkunst der Pakistani. Der Mini-Bus wächst zur doppelten Höhe heran: Kisten, Pakete, Essen, Taschen, Teppiche, sogar Motorräder werden auf dem Dach gestapelt und mit Seilen professionell verschnürt. Die Maximallast des Wagens dürfe bei Weitem überschritten sein, das verrät nicht nur später das äußerst erschöpfte Schneckentempo des Wagens bei jeglichem Anstieg. Die etwa 14-stündige kuschelige Nachtfahrt kann beginnen. Schlafen können wir tatsächlich wenig, wie vorhergesagt werden wir bei den Checkpoints aus dem Bus geholt, müssen uns ausweisen, Fragen zu uns und unserer Reise beantworten. Security ist das Wort des Tages.

    Tag 2 Begleitschutz in Chitral
    Zusammengefaltet und müde kommen wir in Chitral, der Hauptstadt des Distrikts Chitral im Norden Pakistans an, rasten lieblich auf den mit Wanzen behausten Betten, besorgen die letzten Nahrungsmittel und Benzin zum Kochen für unsere Knorr-Gourmet-Happen und erfahren zugleich die kontaktsuchende Art der Pakistani kennen, deren nationales Hobby das Beobachten zu sein scheint; befinden sich denn regelmäßig fremde Männer in unserem Hotelzimmer(chen), die neugierig Fragen stellen oder uns einfach beim Packen zusehen.

    Erneut benötigen wir Gabriels Charme und Beharrlichkeit, denn die lokale Polizei verwehrt uns den Start unserer Trekkingtour ohne polizeiliche Begleitung – „security needed“, wie immer. Für die Hindukush-Traverse wird keinerlei behördliche Erlaubnis benötigt, auch das Chipursan Valley wurde letztes Jahr geöffnet, doch die Sorge, dass Touristen etwas in dieser Region zustoßen könnte und die damit einhergehende Verschlechterung der ohnehin angeknacksten Reputation Pakistans, führt die Polizei weiterhin zu besonderer Vorsicht. Wir sitzen in der lokalen Polizeistation – ein wunderbares Bild: unordentlich liegen riesige vergilbte Wälzer umher, in denen noch alles handschriftlich festgehalten wird, Computer gibt es keine, mindestens 8 Beamten in makellosen Uniformen „kümmern“ sich um unser Anliegen, bringen uns Nüsse und Äpfel – Gabriels Lächeln zieht, der Polizeichef gibt klein bei, wir dürfen aufbrechen, die morgige Jeepfahrt werden wir trotzdem mit einem bewaffneten Guard antreten.

    Auf der Straße fühle ich erneut die für mich ungewohnten starrenden Blicke der Passanten. Weiterhin sind keine Frauen auf der Straße zu sehen und beim Bezahlen des Abendessens in einer der kleinen Küchen, nimmt der Kassier nur unter sichtlicher Verunsicherung, fast Überwindung, Geldscheine von mir in Empfang. Eine für mich neue und zugegebenermaßen gewöhnungsbedürftige Erfahrung.

    Tag 3 Mit dem Jeep von Chitral nach Gazin
    10-stündige Jeepfahrt. Holprig. Sehr holprig. Derb werden wir durchgeschüttelt, wir können uns aber zwischendurch, dank einer großen Steinlawine, die die Straße versperrt, etwas in der Sonne erholen, bis alles freigeräumt und die Straße wieder passierbar ist. Das letzte Dorf der Straße empfängt uns liebevoll, die Kinder helfen unser Gepäck zu tragen und führen uns bei Einbruch der Dunkelheit wie selbstverständlich zu dem Haus ihrer Familie, bei der wir übernachten können. Wir bewundern ihre Gastfreundschaft, die Selbstverständlichkeit mit der uns Essen serviert wird und uns ein ganzer, mit unzähligen Teppichen ausgekleideter Raum für die Nacht überlassen wird. Davor sitzen wir mit allen männlichen Mitgliedern der Familie, dem Lehrer, unserem Polizisten und weiteren Männern zusammen und schaffen es trotz riesiger Sprachbarriere und unzähligen Versuchen des Erklärens – verbal, pantomimisch, zeichnerisch - zu vereinbaren, dass uns zwei Dorfbewohner in fünf Tagen unseren Proviant auf den Thui-Pass bringen werden, sodass wir die nächsten Tage der Akklimatisation etwas leichter bepackt antreten können.

    Morgen geht es endlich los, mich kribbelt es in den Füßen, ich will endlich raus aus den von Menschen besiedelten Gebieten - wie lange wir für die Tour brauchen werden? Naja ein paar „palao“ eben. (palao scheint ein universal einsetzbares Wort für jegliche Angaben zu Ort, Zeit, Person zu sein...etwas verwirrend und dadurch eine Diskussion erschwerend, aber nur ein bisschen…)

    Tag 4 Now it starts
    Wir starten den Tag mit einem typischen pakistanischen Frühstück: eine Brotflade, aus der beim Zusammendrücken buchstäblich das Öl hinaustropft, begleitet von einem Milchtee mit einer exorbitanten Ladung Zucker darin. Good Morning healthy lifestyle!




    Endlich bewegen wir uns, gehen begleitet von einer wilden Horde kichernder Kinder aus dem Dorf hinaus, gemütlich an Steinhüttchen vorbei, queren über filigrane Holzbrücken den Fluss und bewegen uns kontinuierlich die geplanten 500Hm bergauf. Die Vegetation um uns herum bleibt weiterhin recht grün, vereinzelt treffen wir auf weidende Kühe und leerstehende Hirtenhäuser, deren „Vorgärten“ uns auch einen idealen Zeltplatz mit hauseigener Wasserquelle beschert. Ich klatsche mir freudig das eiskalte Wasser auf meinen Körper und fühle jetzt schon das belebende Gefühl, welches ich von Tagen in der Natur gepaart mit einem reduzierten Lebensstil kenne und liebe. Auf den ersten schönen Tag in der Natur, folgt allerdings eine unruhige Nacht: bakterielle Eindringlinge feiern mit Übelkeit, Bauchschmerzen, Diarrhoe und Emesis in unseren Därmen. Gefühlte 2 Stunden geschlafen.







    Tag 5 - 8 Übelkeit bestimmt den Tag
    Wir schreiten erneut 500 Hm hinauf, langsam, mit ausgedehnten Pausen. Nicht nur die notwendige Akklimatisierung sondern auch unsere Gesundheitszustände (die Bakterien feiern nicht nur eine Party, sondern ein mehrtägiges Festival) verlangen viel Ruhe, die wir im kaum vorhandenen Schatten auch finden. Ich fühle mich elendig, orthostatisch instabil, gebrechlich und bewundere fassungslos meine Begleiter, die anscheinend noch Kraft besitzen, um in den Pausen miteinander zu reden, wofür ich mich definitiv zu schwach fühle. Die Landschaft wird karger, das lichte Grün des Tales verblasst, die wenigen Dornenbüsche verschwinden gänzlich, nur mehr vereinzelt erinnern die Kühe an die zurückgelassene Zivilisation - und eine erste Runde Snickers (eine Schatz-ähnliche Süßigkeit hier in den Bergen), die wir zu Ehren Florians Geburtstags genießen.

    Wir können weiterhin dank eines Hirtenpfades neben der wüst aussehenden Moräne über relativ stabiles Geröll voranschreiten. Und dann holt uns das liebe Wort „security“ erneut ein: zwei Männer aus dem Dorf kommen in Begleitung von drei Polizisten uns nachgehechtet und möchten uns gerne aus ihrem Gebiet wissen, natürlich charmant formuliert: „You are our very special guests. Due to security thread you have to leave immediately! We will guard you to the top of the pass – you have to leave today!“ Nach den harten Worten trinken wir aber mal eine Runde Tee. Eile gibt es hier nicht, einen wirklich durchdachten Plan aber auch nicht. Die schützende Begleitung, die uns gesandt worden ist, besteht aus zwei mageren, unbewaffneten, bergunerfahrenen Buben – hätten sie uns wohl boxend vor der allseits lauernden Gefahr verteidigt?! Nach ewigem Diskutieren und sogar einem Telefonat (die Signalherstellung mit seinem alten Handy ist noch immer wunderlich) mit dem uns bekannten Offizier aus Chitral folgt das übliche Procedere, welches Florian mit meisterlicher Expertise nun schon verinnerlicht hat: Wir schreiben eine Notiz, dass wir keinen Schutz benötigen. Unsere Besucher sind zufrieden und steigen ab, wahrschlich wussten sie selbst auch nicht so recht, wofür sie hier hochgestiefelt sind.


    Florian nimmt sein Geburtstagsgeschenk entgegen: Ein Müsliriegel mit Salami. Bei der Kerze haben wir ein bisschen improvisiert...










    Wir ziehen die nächsten Tage (und für mich schlaflosen Nächte) weiter - zuletzt auf einem Schneefeld hinauf zu unserem ersten Pass: Thui Pass ~ 4500m. Dort werden wir auch von unseren Trägern aus dem Dorf eingeholt, die uns den zurückgelassenen Proviant überreichen. Zur Belohnung erhalten sie Geld und den 40-Liter großen Vaude-Rucksack, an den sie sich beim Aufstieg bereits gewöhnt hatten.

    Wir übernachten für eine optimale Akklimatisierung direkt hinter dem Pass inmitten von Geröll und die atemberaubende Aussicht auf unser nächstes Tal wird auch mit einer ersten durchgeschlafenen Nacht ohne Bauchkrämpfe gefeiert.











































    Tag 9 Hinab mit euch!
    1200 Höhenmeter über Schiefer, Schutt, Geröll, Eis, Moräne. Ich habe heute Untergründe passiert, deren Überwindung ich nicht für möglich gehalten habe. Etwa eine Gletscherspalte hinabsteigen, um elegant über den darin tosenden Gletscherstrom zu springen, ohne dabei auf der anderen Seite auf dem Eis auszurutschen, wohl wissend, dass ein Hineinfallen in den wilden Strom, ein nicht aufzuhaltendes Weggespültwerden in dieser eisigen Bobbahn bedeutet, welches schließlich im Verschwinden in einer der metertiefen Löcher enden würde. Aber jegliche Sorge wird durch die absolut fokussierte Aufmerksamkeit während der Durchführung hinfort getrieben. Das übrige Geröll spricht unaufhörlich gefährliche Worte – knarrt und rutscht unter den Schuhen. Wird es unser Gewicht tragen oder seinem Namen alle Ehre machen, zu rollen beginnen und uns ungefragt mitziehen? Es geht vorbei an tiefen Gletscherspalten, die einen so anziehenden Sog nach Unten verströmen, umringt von weißen Gipfeln und Gletscherzungen, die jederzeit zu rutschen drohen – trotz meines immensen Aufregungsschweißes wunderschön!











    Ja, hier mussten wir kurz mal runter.

    Zum krönenden Abschluss dieses abwechslungsreichen Abstieges erwartet uns eine Flussdurchquerung. Bis zu den Oberschenkeln umspült uns eiskaltes Gletscherwasser, spürbar wie tausend Messerstiche, die fast eine leichte Übelkeit auslösen. Am anderen Ufer angelangt, stellt sich die Frage, wie mit den Schmerzen in den Füßen umgegangen werden soll – schreien, springen, amputieren? – aber nach kurzem Verharren und Starren auf die krebsroten Beine, verklingt das Unangenehme und der Spaß am wilden Wasser und der Herausforderung überwiegt und so wird dieser gelungene Tag mit einem Lagerfeuer im erneut grünen, saftigen und warmen Tal mit (illegal eingeführten) österreichischem Rotwein beendet. C’est parfait! Nur Florians Rückenschmerzen werden immer bedenklicher…










    Tag 10 – 13 Die trostlose „Stadt“ Daus
    Nach weiteren 1 ½ Tagen Abstieg auf gut begehbaren Hirtenpfaden, durch wunderschöne grüne Wäldchen, vorbei an unbewohnten Steinhäusern, sowie Laubbäumen im leicht gelblichen Herbstkleid und entlang an kleinen geschwungenen Bächen, kommen wir wieder in der Zivilisation an.


































    Bald finden wir in einem der Dörfer des Yasin Valleys eine Mitfahrgelegenheit nach Hundur. Es gibt „Burger“, nur ohne Fleisch und all den Bestandteilen, die einen Burger ausmachen, ein Internetcafe ohne Internet, dafür ein Schuhgeschäft, und abends Gespräche über die (freie) Liebe mit den ortsansässigen Männern – eine Frau habe ich hier wiedermal nicht gesehen, was wohl auch die Problematik der Beziehungsführung in Pakistan widerspiegelt. Wie sollen Schmetterlinge im Bauch zum Leben erweckt werden, wenn die Objekte der Begierde nie sichtbar sind, man sich nicht alleine in einem Raum unterhaltend über die jeweilige Passung klar werden kann? Beziehungen vor der Eheschließung, wenn überhaupt vorhanden, werden meist ausschließlich über Social Media geführt, die Wahrnehmung des Geruchs oder die prickelnde Berührung der Haut des Anderen hat nie stattgefunden. Die Männer dieser Runde zeigen sich mit dieser Tradition einverstanden.

    Weiter geht es nach Daus, die Stimmung unserer Truppe zeigt sich leicht gedrückt...nicht nur schwappt die trostlose, verstaubte, windige Atmosphäre des Dorfes über uns, sondern Florian quälen Rückenschmerzen – Tigerbalsam, selbstgebastelte Faszienrollen und „Aushängestangen“ kommen zum Einsatz, trotzdem ist sein Weiterziehen fraglich.

    Wir brechen dennoch zu dritt nach Darkot auf. Im Auto setze ich mich neben den Fahrer - das merkbare Unbehagen des Fahrers und die unfassbaren Blicke der Passanten lassen schließen, wie ungewöhnlich dies hier sein muss. Wieder werden wir von den Offizieren aufgehalten – same „security procedures“ und polizeiliche Begleitung bis zum Dorf.

    Dort erwarten uns Kinder und Frauen – viele Frauen (endlich!!) - die fleißig in ihren bunten Kleidern ein extravagantes Mahl für das stattfindende Eid-Fest zubereiten und uns erneut in ihrer großzügigen Gastfreundschaft ein ganzes Zimmer im Hause des Englisch-Lehrers namens Namdad anbieten, das wir noch liebevoll „Zelle“ nennen werden. Wir werden zur Teilnahme an der Festaktivität eingeladen und erhalten ein Stück der geschlachteten Ziege, welche an die Opferbereitschaft Ibrahims erinnert und zu einem jährlichen Zusammentreffen der ganzen Familie führt. Es herrscht reges Treiben im Haus und in zeitlichen Abständen werden die anderen Dorfbewohner empfangen, wobei die älteren männlichen Nachbarn auch in unsere Zelle geführt werden, Kinder und Frauen müssen draußen bleiben. Wir lernen Hamid kennen, einen Lehrer, der sich besonders für pädagogische Konzepte sowie fortschrittliche Förderung der Kinder interessiert und für seine Weiterbildung regelmäßig mehrere Stunden in die Stadt Gilgit fährt, um dort das Internet zu benutzen. Er zeigt uns außerdem einen Brief eines britischen Jungens (mittlerweile wohl Erwachsenen), welcher vor Jahren Darkot besucht hat und ihm danach diesen Brief inklusive eines Fotos geschickt hat. Hamid konnte ihn bis heute nicht ausfindig machen aber seine freudige und detailreiche Erinnerung verdeutlicht die Abgeschiedenheit des Dorfes und die Besonderheit des Austausches mit Touristen, weil dieser in dieser Gegend kaum stattfindet.

    Tag 14 Warten auf Godot
    Wir verbringen den Tag über in Darkot, dem letzten Dorf im Yarkhun-Tal, rasten uns in unserer „Zelle“ aus – ein kleiner, unmöblierter Raum mit einem winzigen Fenster, welches so weit oben ist, dass ein Hinausschauen unmöglich ist. Ab und an geht die Tür auf und eines der Familienmitglieder bringt uns Essen, Brot und Tee.

    Ein Spaziergang vermittelt ein enorm friedliches Gefühl: umgeben von schneebedeckten Gipfeln und Gletschern beherbergt das Dorf drei Schulen, weshalb auch ein wunderschöner quirliger Elan von den spielenden und lachenden Kindern ausgeht, die an diesem Feiertag der Familie bei der Ernte helfen und uns mit einem breiten Lächeln begrüßen. Außerdem ist klitzeklein ein moderner Charme zu spüren, den das dorfeigene „Shoping Centre“ versprüht: ein winziger Raum, voll mit Zuckerl, einem Computer ohne Anschluss, Plastikschuhen, hautfarbenen Büstenhalter, ... alles da.

    Abends werden wir in die Wohnküche eingeladen, um gemeinsam mit der Familie zu essen und mir die Fähigkeit des Brotbackens beizubringen. Dieser Versuch führt zu lautem Gelächter und zu dem Resultat, dass meine durchlöcherte Flade nicht den Ansprüchen der präzise arbeitenden Frauen genügt und im Mist landet. Da müssen alle gleich noch mehr lachen. Schön warm ist es beim Ofen, die ganze Familie sitzt in einem Kreis auf dem mit Teppich ausgelegten Boden, Männer bzw. wir als Besucher auf der einen Seite, Frauen und Kinder auf der anderen Seite. In dieser Reihenfolge wird auch das Essen verteilt, bevor sich die gesamte Familie von etwa zwölf Personen gemeinsam in diesem einen Raum schlafen legt. Wir packen auch wieder und trotz einem starken Müdigkeitsgefühl resultierend aus der Anstrengung der ersten Etappe, sehne ich mich schon wieder nach der stillen und menschenleeren Natur.








    Fast alles zu haben, im „Shoping Centre.





    Lisa bäckt Brot und alle schauen zu.


    Erntezeit in Darkot.




    Tag 15 – 16 Abschied
    Aus dem zivilen Umfeld hinauswandern, steigen wir in die Mini-Siedlung Rawat auf, welche aus vier kleinen Steinhäusern besteht, um wiederum einen Tag später in einer heißen Quelle mit 1a Panoramablick ein erstes ausgiebiges Bad nach 2 Wochen Katzenwäsche zu nehmen – herrlich, herrlich!! Danach geht es steil bergauf und wiedermal finden die Buben, zu meiner ständigen Überraschung, zwischen all den Felsen, zerklüfteten Gesteinsformationen und Unebenheiten in all ihrer Pracht einen passenden Zeltplatz. Florian sieht sich zu 90% am nächsten Tag wieder absteigen – sein Rücken schmerzt, seine Beweglichkeit ist dadurch eingeschränkt und ein Abstieg nach dem bevorstehenden Pass in ein anderes Tal wäre prinzipiell möglich, würde jedoch einige Tage in Anspruch nehmen und das Absteigen von uns allen bedeuten. Wir beobachten an diesem Abend etwas sentimental (ich zumindest), wie der runde Vollmond hinter einer Bergkuppe emporsteigt und das gegenüberliegende schneebedeckte Bergmassiv in einem wunderschönen Weiß erstrahlen lässt und mit den unzähligen Sternen am tiefschwarzen Himmel in der Kategorie Glitzer- & Leuchtleistung wetteifert – ein Bild, eine Erinnerung, die nur weitab jeglicher zivilisatorischer Lichteinflüsse entstehen kann.

    In den dicken Schlafsack eingepackt, hoffen Gabriel und ich bis zum nächsten eiskalten Morgen, dass Florian doch mit uns hinaufzieht, aber Ende Gelände. Zum Glück ist es so kalt in der Früh, dass wir uns schnell verabschieden, um der Kälte mit unserer wärmeproduzierenden Bewegung zu begegnen. Wir bekommen noch Florians geile Proteinbars, Snickers und eine Portion seiner köstlichen Pasta; dann umarmen wir uns.

    Anmerkung Libertist: Florian hat also entschieden, die Tour aufgrund seiner Rückenschmerzen abzubrechen und eher heimzufliegen, was für alle ein tragischer Moment war, weil wir uns als Gruppe wirklich sehr gut verstanden haben. Wie Lisa bereits anmerkte, war dieser Morgen die letzte sinnvolle Möglichkeit zur Umkehr: Am Mittag würden wir bereits am stark vergletscherten Darkot Pass stehen, von dort aus wäre es zu gefährlich, allein zurückzugehen, wir hätten im Falle eines Abbruchs also gemeinsam umkehren müssen. Da, wo wir jetzt waren, gab es jedoch keine weiteren Schwierigkeiten: Einfach dem Pfad wieder nach unten folgen, vorbei an der heißen Quelle, am Dorf Rawat und bis nach Darkot. Dort am nächsten Morgen in das Sammeltaxi nach Gilgit steigen (fährt einmal täglich) und von Gilgit mit dem Bus nach Islamabad. Ich war trotzdem nervös und habe mich erst wieder entspannen können, als Sofia mir übers Satellitentelefon mitteile, dass Florian sicher in Islamabad angekommen sei und schon am nächsten Morgen heimfliegt.














































    Tag 17 Der weiße Darkot Pass
    Der (nicht vorhandene) Weg wird noch steiler, noch anstrengender als die Tage zuvor, es bläst ein eiskalter, starker Wind und mein keuchender Atem taktiert wie ein Metronom meine langsamen und kleinen Schritte. Bereits in der ersten Pause verlangt mein Körper nach einem ordentlichen Kaloriennachschub, den ich mit meinen kalten Fingern nur mühsam aus der Verpackung bekomme, bevor wir allmählich den Gletscher mit zugeschneiten Spalten erreichen. Auf der Hut vor Spalten gibt Gabriel seine skills im „Stochern“ zum Besten und wir bewegen uns langsam aber sicher aufwärts zu unserem zweiten Pass: Darkot-Pass (4.700 m).

    Und wieder einmal, wie nun schon seit zwei Wochen, wird uns eine wunderschöne Aussicht garniert mit feinstem Kaiserwetter serviert! Keine einzige Wolke trübt die strahlende und glitzernde Kraft der reflektierenden Sonnenstrahlen auf dem Gletscher. Wir drehen uns auf dem höchsten Punkt im Kreis – nur spurenloses Weiß und kräftiges Blitzblau!
    Der Abstieg erweist sich leichter als angenommen, denn die Gletscherlandschaft hat sich in den letzten 30 Jahren (da entstand nämlich das von uns mitgeführte Kartenmaterial) deutlich verändert – zu unseren situationsbedingten Freuden, aber zum traurigen Leid der rasant kleiner werdenden Eisbestände.
















    Wir steigen bis zur Dämmerung ab und finden einen passenden Zeltplatz direkt neben dem Fluss. Diesmal muss der Platz auch nur für ein Zelt reichen - Florian fehlt uns sehr. Es fehlt seine offene, lustige und ehrliche Art, die auch die Dynamik der Gruppe verändert. Hatte ich bisher innerhalb der Dreier-Konstellation das angenehme Gefühl bei Unterhaltungen bloßer Zuhörer werden zu können (und die beiden Buben stundenlang über Frauen und Bergsport reden oder über den weiteren Weg fachsimpeln zu lassen), sind Gabriel und ich nun die einzigen Komponenten eines Gespräches. Gleichzeitig sind wir mittlerweile sehr eingespielt, die gemeinsamen Handgriffe beim täglichen Zeltab- und –aufbau sitzen, die Aufteilung der „Hausarbeit“, welche Kochen (Gabriel) und Abwaschen (ich) umfasst, ist längst besprochen. Die größte räumliche Distanz zwischen uns besteht tagsüber aus ein paar Meter Abstand, die Gabriel mit seinem schnelleren und gämsen-haften Schritt schafft. Der einzige Kontakt nach Außen besteht aus kurzen Nachrichten via Sattelitentelefon an Sofia, um unser Wohlergehen mitzuteilen oder Organisatorisches zu erfragen – hier einen herzlichen Dank für deine Unterstützung, liebe Sofia!













    Geändert von Libertist (08.12.2016 um 21:10 Uhr)
    Tägliche Updates auf Facebook: Outventurous || Galerie und Weltkarte gibt's auf der gleichnamigen Webseite.

  2. AW: [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #2
    Tag 18 + 19 Detour nach Kurumber Lake
    Nach dem gestrigen Abstieg gelangen wir heute an die landschaftlich wohl schönste Stelle: Boroghil Valley. Hier führen drei Täler zu einem breiten, majestätischen Tal zusammen, welches mit seiner leichten Gebirgskette die Grenze zum afghanischen Wakhan bildet. Der Himmel blitzt erneut in seinem strahlenden Blau und stellt die rötlich-braunen bis taupe-grauen Berghänge noch besser zur Schau. Wir passieren erneut vereinzelt zerfallene Ruinen und erblicken weidende Yaks in der Ferne. Unsere weitere Strecke auf der anderen Seite des Tales scheint so nah, vielleicht ein Stündchen entfernt, und doch zwingt uns der wilde Fluss zu einem mehrstündigen Umweg über den Anfang des Gletschers – mühsamste Moräne. Geröll, das unter den Schuhen knirscht und knarrt, bei keinem Schritt bleibt ein Stein auf dem anderen. Es ist dennoch faszinierend wie effizient die Sinne den Untergrund abtasten, in kürzester Zeit eruieren, wohin der nächste Schritt in diesem wackeligen Chaos gesetzt werden soll. Die pure Konzentration löst die Erschöpfung und die Gedanken an die schwere Last am Rücken ab. Im Schein unserer Stirnlampen kochen wir abends mit einem Bärenhunger, bevor wir am nächsten Tag erneut die bunte Pracht der Natur bewundern, nur diesmal noch durch das Leuchten der roten und orangen Gewänder der Hirtenfrauen zur farblichen Perfektion verfeinert. Mitten in der grünen Wiese, neben den grauen Steinhäusern und dem türkisen See, umringt von ockerfarbenen Berghängen, deren weiße Gipfel und Gletscherzungen sich in der Sonne räkeln, sitzen vier Frauen in bunten Kleidern und ihre Kinder laufen fröhlich quietschend um sie herum. Wir lachen uns an, schütteln Hände und machen Fotos – alles non-verbal aber an Herzlichkeit nicht zu überbieten und wohl eines der idyllischsten Erinnerungen dieser Reise.































    Abends fragen wir uns, welche Gedanken die wenigen Bewohner in dieser Höhe in den Sommermonate beschäftigt, welcher Input sie geistig nährt, worüber sie in den kleinen Verbänden reden; unser Besuch wird wohl zu den seltenen, abwechslungsreichen Ereignissen zählen.



















    Tag 20 Schwimmen im Kurumber Lake
    Wir erreichen stetig bergauf schreitend gegen Mittag den herausragend schönen Kurumber Lake auf 4300m, welcher zugleich der dritte Pass unserer Tour ist. Wie gewöhnt sichern wir uns bei strahlendem Sonnenschein ein feines Plätzchen direkt am See. Was gäbe es denn nun Schöneres zu tun, als ein wenig im eiskalten See plantschend zu lesen? Meine Durchblutung wird bei etwa 6 Grad Wassertemperatur und dem Anblick der Schneeberge ordentlich angekurbelt. Und auf Grund unserer frühen Ankunft fühlt sich der restliche „freie“ Nachmittag wie ein Rasttag an, Wäsche wird gewaschen, Gabriel fotografiert, um 17h gibt es Abendessen und um 20h (spätestens!) folgt, wie jeden Abend, die Nachtruhe.




























    Tag 21 + 22 Endlich mal keine Sonne
    Das erste Mal nach über 20 Sonnentagen zeigt sich ein Wetterumschwung: tiefhängende Wolken verwandeln das Tal in eine mystisch wirkende Landschaft. Die Gipfel sind nicht mehr zu erblicken, dennoch liefern die herbstlichen Farben der Flora und Fauna in Kombination mit den grau-weißen Wolken ein stimmiges, verschlafenes Bild. Außerdem kommen wir durch leichten Schneefall in den Genuss des Tragens unserer Regenkleidung, die wir irgendwo in den Tiefen unserer Rucksäcke abgelegt haben.

    Wir treffen auf zwei bewohnte Hirtenhäuser und bekommen von der ersten Familie Tee angeboten. Ich werde zu den Frauen, der Mutter und der Ehefrau, ins Haus geladen: ein großer Raum mit einer Feuerstelle zum Kochen und Heizen in der Mitte. Rundherum dicke Decken als Sitz- und Schlafmöglichkeiten auf dem Boden – ein Allzweckraum für drei Menschen. Eines gibt es in Pakistan wirklich immer: Naan und Milchtee, beides ist eine gelungene Abwechslung zu unserer gleichbleibend monotonen Ernährung der letzten Wochen, diesmal sogar mit Yak-Butter verfeinert. Ich biete im Gegenzug Kekse an, die der Hausherr allerdings nicht, wie von mir erwartet, mit seinen Frauen teilt...

    Wir kommen, den gesamten Trek betrachtend, sehr zügig und problemlos voran und es wird bereits ersichtlich, dass bei gleichbleibenden Bedingungen die Traverse um einige Tage kürzer als geplant dauern wird. Aber noch sind wir nicht über den höchsten Pass und den schwierigsten Gletscher. Der Chateboi-Glacier, vor dessen imposanter Erscheinung wir an Tag 22 leider ein wenig zu spät für eine Überquerung stehen. Der gigantische Gletscher blockiert das gesamte Tal, ein direktiver Hirtenpfad ist nicht zu erkennen – mein ungeschultes Auge sieht ohnedies nur Schluchten, Spalten, Löcher und führt zu der Frage, wie dieses Monster denn überwunden werden soll?!

    Um nicht zu riskieren, dass wir bei Einbruch der Dunkelheit wegsuchend auf dem Gletscher festsitzen, schlagen wir zwischen all dem Geröll unser Zelt neben dem Ungetüm gegen Mittag auf. Zum Wasserholen steigen wir etwas näher zu dem Gletscher ab und die riesige Eiswand verbreitet eine Gänsehaut-schaffende Stille, welche ich noch nie erfahren habe und die nur durch zeitweiliges laut donnerndes Geröllrutschen unterbrochen wird. Das erste Mal habe ich das Gefühl, dass die Stimmung im Zelt gedrückt ist. Gabriel studiert immer wieder die Karte, wir überlegen angespannt, ob wir es schaffen, die Tour früher zu finalisieren und früher heimfliegen können.































    Tag 23 Der Gletscher
    Ein Hoch auf Gabriels Bauchgefühl und Erfahrung, den Gletscher nicht gestern Nachmittag in Angriff genommen zu haben: riesige Spalten, vereiste „Brücken“ über metertiefe dunkle Löcher erschweren eine Routenfindung enorm. Wir sitzen mitten am Gletscher fest, um uns herum ist es rutschig, mir ist mulmig. Gabriel streift aus, um einen Weg zu finden, ich bleibe starr auf meinem Rucksack sitzen, um in keine der Spalten zu schlittern und eruiere, ob ich Bergauf- oder Bergabgehen auf dem Eis schrecklicher finde. Dann endlich „der Weg“, markiert durch alle paar Meter vereinzelt herumliegenden Yak- und Ziegenkot, und die sagenhaften Worte: „Ich habe nicht geglaubt, dass ich Scheiße mal so lieben werde“ (Gersch, 2016). Und auch ich bin überglücklich ob der immensen Häufigkeit der Ausscheidung der Herdentiere.










    Dennoch wird der Weg nicht einfacher, es folgt erneut Moräne, die diesmal auch unter ihrem dunklen Geröll vereist ist - wir rutschen bei jedem Schritt – ich kann keine Steine mehr sehen. Dann weitet sich das Tal und wir können in einem ausgetrockneten Flussbett entlangwaten, bis wir uns einzelnen Laubbäumen nähern und zu dem Gebetshaus gelangen, bei dem Gabriel und Sofia auf ihrer Tour vor einem Jahr eingeschneit wurden und neben dem es einen kleinen Bach gibt, denn es ist wieder mal Zeit für eine Haarwäsche!
















    Tag 24 Chilinji Part I
    Der letzte Anstieg unserer Tour beginnt, wobei Gabriels ursprünglich geplante Route beim Anblick des enorm steilen Berghanges, der daneben verlaufenden Schlucht und der Unwissenheit ob dieser Weg nach dem ersten steilen Stück tatsächlich weiter passierbar ist, ins Wanken gerät. Die mitgeführte, alte Karte zeigt einen Hirtenpfad an einer anderen Stelle, jedoch scheint deren Anstieg noch drastischer zu sein. Wir probieren Option 1 und bereits nach ein paar Schritten floriert bei den herausfordernden Geländeverhältnissen meine Unsicherheit und wir entscheiden uns für den Versuch der Option 2, auch wenn es weiterhin unsicher bleibt, ob diese Variante möglich ist. Die letzte Option wäre schließlich der Abstieg nach Ishkoman und sollte nur unsere allerletzte Ausweichmöglichkeit sein.

    Kurz vor unserem Anstieg Richtung Chilinji Pass werden wir das dritte Mal zur Querung des Kurumber Rivers gezwungen. Hier gab es eine kleine Siedlung namens „Chilinj“, in der eine oder zwei Familien den Sommer verbrachten. Die Querung hätte eigentlich durch eine „Pulley“ ersetzt werden können, wobei sich der Lastenkorb auf der anderen Uferseite befindet. Drei Knaben kommen angetrabt und anstatt uns zu deuten, dass die Tage des Pulleys (wie ziemlich offensichtlich) längst gezählt sind, versuchen sie bemüht das kaputte Teil mit Schwung zu bewegen und uns im Korb stehend zu demonstrieren, wie das Ding zu benutzen wäre. Aber die Rolle am oberen Teil des Pulleys war völlig kaputt. Es war klar, dass die Bemühungen der Jungs vergebens sind, daher krempeln wir erneut die Hosen auf und waten durch das kalte Nass, direkt, bevor der Fluss in dem riesigen Chilinji Glacier verschwindet, welcher das gesamte Tal blockiert. Auf der anderen Seite empfängt uns eine Gruppe Frauen mit Kinder und wir schaffen es Medikamente gegen Salz zu tauschen, bevor es neben dem Gletscher auf Ziegenpfaden steil bergauf geht. Der sich wild auffächernde Gletscher spaltet das Tal in zwei Teile und scheint nach Gabriels Nachforschungen unpassierbar zu sein, zumindest im unteren Teil. Die Dynamik des Eises zeigt sich erneut, denn einige Hütten, die Sofia und Gabriel letztes Jahr gesehen haben, sind scheinbar vom Gletscher weggeschoben bzw. vergraben worden und nicht mehr aufzufinden.

    Anmerkung Libertist: Hier ein Bild vom Chilinji Glacier, das ich im letzten Jahr gemacht habe. Um zum Pass zu gelangen muss man links entlang des Gletschers gehen und dann einmal steil links hoch ziehen.

    Wir wandeln durch den Hexenwald, wie ich ihn liebevoll nenne: ein trockenes Flussbett mit morschen, kleinen Bäumen, deren goldgelbe Blätter zumeist schon auf dem Boden liegen. Hexenwald deswegen, weil die unnatürliche Stille eine unheimliche Wirkung verströmt. Nichts ist zu hören und die dichten kargen Äste trüben die Sichtverhältnisse. Da wir aber scheinbar das Glück gebucht haben, kommen uns zwei Männer aus der eben passierten Siedlung nach, die uns den richtigen Anstieg zum Pass zeigen, sogar von einer Möglichkeit zum Zelten nach etwa 1000Hm reden und uns zu einem guten Zeltplatz neben einer Quelle geleiten. Gabriels Freude, Chilinji doch bezwingen zu können, leuchtet in seinen Augen – der Traverse scheint nichts mehr im Wege zu stehen!





    Hier wollte ich ursprünglich hochgehen, aber die Passage zu Beginn war dann doch zu steil.








    Hier verschwindet der Kurumber River im Chilinji Glacier, welcher das gesamte Tal blockiert.


    Die Jungs wollten erst den Pulley für uns in Bewegung bringen, aber das war aussichtslos.





    Eine sommerliche Hirtenunterkunft.










    Tag 25 Chilinji Part II – es wird steil
    Es wird wirklich steil. Zuerst geht es noch heitere 250Hm pro Stunde bergauf, danach klettere ich (zeitweise fühlt es sich auch wie Kriechen an) Gabriel über die großen Steine eines trockenen Flussverlaufes hinterher, mal ist der Spaß instabiler, mal rutschiger. Gabriels Rucksack hoch über mir vermittelt mir stets das vertrauensvolle Gefühl, dass der Anstieg möglich ist und nach sechs am Steilhang verbrachten Stunden gelangen wir zu unserer Übernachtungsstelle auf 4.800 m. Gabriel juckt es wie wild gleich weiter auf den Pass hochzuziehen und exploriert mit einer bewundernswerten Ausdauer die Gegend, während ich erschöpft meinem Körper unaufhörlich Kekskalorien zuführe. Die Sonne geht rasch unter und es wird eiskalt, gegessen wird daher im Zelt und das atemberaubende Bergpanorama im Mondschein nur bei den blitzschnellen Toilettengängen bewundert.


    Am Anfang sah’s recht einfach aus...


    … war’s aber nicht immer.








    Da oben lag der Pass. Die letzten 500 Höhenmeter waren wahrlich kein Vergnügen.




    Tag 26 Chilinji Part III
    Frühstück im Zelt. Eiskalt ist es und ich habe sogar das Gefühl, dass die Eisklumpen namens Finger beim morgendlichen Stopfen des Rucksackes einfach abzubrechen drohen. Die dezente Frische macht sich auch beim Abwasch bemerkbar, denn das Wasser, zum Reinigen des Geschirrs gedacht, fiert einfach zu einem flächendeckenden Eisfilm; das nasse Schwämmchen wird zu einem Eisklumpen.

    Es wird Zeit, dass wir wegkommen. Die letzten 530Hm – wie lange könnte dies schon dauern? Zunächst macht sie die eisige Kälte bezahlt, da wir auf verfrorenen Mure schnell hinaufgelangen, aber so einfach bleibt es nicht. Es folgt abwechselnd rutschendes Geröll und rutschiger Schnee und gipfelt in einem Gustostückerl der Mühsamkeit – feines Schiefer-Geröll. Da heißt es Stöcke in den Boden jagen, einen großen Schritt nach oben setzen und wieder einen Teil der Schrittlänge zurückrutschen, immer den steilen Abhang im Augenwinkel sehend und sich fragend, ob man bei einem etwaigen Abrutschen jemals wieder Halt finden oder gleich ganz bis zu den mit Medikamenten vollgepumpten Frauen im Tal des Vortages rutschen würde? Nach etwa 6 ½ Stunden grinst mich Gabriel an. Eine aufregende Freude verdrängt die angestrengte Miene und breitet sich zu einer dankbaren und stolzen Ekstase aus – wir sind oben: Chilinji Pass, 5.330 m!
















    Ein mit einer spurenlosen Schneedecke überzogener Pass liegt vor uns, fast kitschig strahlt uns die Sonne am wolkenlosen Himmel entgegen. Es ist wunderschön! Die Gipfel um uns herum scheinen unzählig, auch jene im nicht fernen Afghanistan. Es ist ein geniales Gefühl, all die Anstrengungen und Bemühungen mit diesem Augenschmaus belohnt zu bekommen. Alle Last der letzten Stunden fällt augenblicklich von den Schultern und heiter rutschen wir im Slalom den unberührten Schneehang auf der anderen Seite in Richtung Chipursan Valley hinunter. Auch der auf uns wartende Gletscher bietet keine Hürden und so steigen wir bis zur Dämmerung ab. Ein sehr guter Tag.


































    Tag 27 Ein letzter Tag in der Wildnis
    Der Tag beginnt ausgezeichnet mit einem vorzüglichen Geburtstagsessen: der tägliche Kartoffelbrei wird mit getrockneten Pilzen aufgepeppt. Danke Gabriel, für diese kulinarische Überraschung!

    Anmerkung Libertist: Die Pilze hat Sofia gedörrt und mir mit auf die Reise gegeben.

    Danach geht es stundenlang bergab, dank eines Hirtenpfades erstaunlich leicht an Gletscher und Moräne vorbei, wobei mir die Anstrengung der letzten Tage noch in den Knochen zu stecken scheint und meine Nerven bei jeglicher Instabilität des Gerölls kurzweilig blank liegen. Die Landschaft verändert sich erneut, es wird wärmer und grüner, die Berghänge leuchten in Rottönen und wir überqueren kleine Holzbrücken – die Zivilisation rückt Schritt für Schritt näher und begrüßt uns in der Ferne mit einer Häuseransammlung, welche auf eine Militärstation tippen lässt. Wir entscheiden uns noch eine letzte Nacht in der Wildnis zu verbringen und trinken zu Ehren meiner 27 Lenze den mitgeschleppten Marillenschnaps. Der Alkohol fährt nach der langen Abstinenz auch feierlich ein, wir haben es geschafft: die Hindukusch-Traverse wird morgen ein Ende nehmen. 250km, 25 Tage, 24 Mal Sonnenschein, 4 Pässe, 1 Bad im Kurumber Lake, 4kg Kartoffelpüree, 5 Sonnenaufgänge schneller als geplant und 1 auf uns wartendes Siegers-Snickers, das unser Gefährte Florian bei seinem Abschied an uns abgetreten hat.






















    Tag 28 Menschen, Menschen, Menschen
    Wir schlendern gemütlich zur nahen Militärstation, welche neben einer Bestattungsstelle eines Suffi auch Ausgangs- bzw. Handelspunkt für Hirten mit ihren schwerbepackten Yak-Herden, welche zwischen Pakistan, Afghanistan und Tadschikistan wandern, ist. Nach einer freundlichen Begrüßung werden wir einem stundenlangen Verhör unterzogen. Die Soldaten sehen uns dabei meist ratlos an, denn Touristen kommen hier eigentlich nie vorbei und schon gar nicht solche, die sich zuletzt vor 25 Tagen im 250km entfernten Chitral abgemeldet haben. Da wird sogleich das Wichtigste erhoben: Name, Name des Vaters & wie gefällt euch Pakistan.

    Wir dürfen schließlich weiterziehen und machen uns auf ins nächste Dorf, welches über eine infrastrukturelle Anbindung verfügen soll, ungenau wissend, wie lange wir dafür brauchen werden, denn von 2 bis 6 Stunden wird uns jegliche Dauer genannt, aber immerhin mit dem aufbauenden Kommentar, dass diese Strecke auch Frauen schaffen. Aja, thank you.


    Verhör im Open-Air Büro der Militärstation.







    Dann treffen wir sie: eine Männerbande, die an dem heutigen Feiertag einen gemeinsamen Ausflug unternehmen und uns in ihrem Kombi auf ihrem Heimweg über holprige Schotterwege bis nach Karimabad mitnehmen. Wir fühlen uns vom Glück geküsst, ein wenig später nur mehr vom Glück angelächelt, denn unsere hitchhiker-buddies nehmen es in Kauf 40 Tage lang keine Moslems zu sein, schütten sich mit chinesischem Fusel die Birne zu und stellen unter Einfluss von reichlich Haschisch ihre Verkehrstüchtigkeit unter Beweis. Nach 5 Stunden im Kofferraum sitzend kommen wir vom Lallen unserer Gefährten etwas genervt, aber ohne Unfall, im Haider Inn in Karimabad an.
    Strom! Lauwarmes Wasser! Ein Klositz! Ein Bett! Wifi! Entspannung und die Wanderschuhe können mal eine Runde lüften.

    Tag 29 – 32 Wifi, Wifi, Wifi
    Ausschlafen, entspannen, duschen, essen & Handy-addiction, inmitten der Gesellschaft von Gabriels alten Bekannten, Mr. Haider, Shabbir und Essakahn im idyllischen grünen Hunza Valley.


    Shabbir ist einer meiner engsten Vertrauten in Pakistan, ohne seine Unterstützung bei der Planung dieser Route wären wir vielleicht nie am Ziel angekommen.

    Die Gegend um Karimabad im hohen Norden Pakistans zeichnet sich durch eine vergleichsweise üppige Landschaft aus, grün & bebaut, da der Tourismus hier floriert. Hunza lockt durch sein angenehmes Klima im Sommer viele (pakistanische) Reiselustige an und friert im Winter. Aber noch ist Reisezeit und wir sehen Paare, Familien, Frauen auf der Straße, sogar ohne Kopftuch, welche die alten Festungen besuchen und in einem der vielen Restaurants speisen. Dass das Abenteuer bereits vorbei ist, realisiere ich nicht, ich wache morgens sogar mit einer lustvollen Bereitschaft auf, den Rucksack wieder zu schultern und langweile mich an der Inaktivität, wenngleich mein Körper hundemüde ist. Aber Zeit zum Rasten gibt es genug, denn eine gemütliche 20-stündige Busfahrt vorbei am Nanga Parbat und entlang des Karakorum-Highways, ein Teil der Seidenstraße, bringt uns wieder zurück nach Islamabad. Wir befinden uns abermals im Haus der drei unverheirateten Männer und Betreiber eines illegalen Wettbüros, in dem unser Abenteuer vor über einem Monat begonnen hat und rasten wie die Maden im Speck: essend & schlafend.

    Tag 33 – 34 Rawalpindis Charme
    Den letzten Tag vor unserer Heimreise, verbringen wir bei Gabriels Freund Sher Akbar und seiner wundervollen Familie, die uns mit Köstlichkeiten und Spieleinheiten versorgt. Wir streifen durch Rawalpindis Gassengewirr, welches aus unzähligen Rikschas, Mopeds, Autos, Kühen und Ziegen besteht. Es scheint für jeden Gebrauch oder Gegenstand ein eigenes Geschäft, fast schon eigenen Gassenabschnitt zu geben: die Knopf-Allee, die Teehäferl-Straße, der Tierkadaver-Weg, der Juwelier-Platz. Dazwischen brutzeln Hühner auf Grillstangen, schreiten Männer in ihrer Freundschaft Händchen haltend durch das Chaos und verführt der Duft nach frischgebackenem Naan.

    Noch einmal erfahren wir die starke Differenzierung des Geschlechts: Im lokalen Mini-Bus verwechselt mich ein männlicher Fahrgast (vermutlich wegen meines nun athletischen Körpers) mit einem Jungen und setzt sich beschwingt neben mich, was sogleich zu hellem Aufschreien der anderen Fahrgäste (die sehr wohl meine feminine Seite entdeckt haben) im Bus führt - denn Männer und Frauen sitzen streng getrennt voneinander, vorne die Damen, hinten die Herren. Mit hochrotem Kopf zwingt sich der Beschämte auf die letzte Bank und ich habe wieder mal das Gefühl, dass alle Blicke unaufhörlich auf mir lasten, nicht nur des Faux-Pas wegen.

    Nachdem wir zum großen Unverständnis aller Pakistani ein für Männer geschneidertes, weil wunderschönes, Shalwar Qamiz für mich gekauft haben, fahren wir (irgendwie noch immer von den letzten Wochen leicht verdreckt und etwas riechend) zum Flughafen – es geht zurück nach Wien! Das verrät unter anderem der gute Rotwein und die hautenge Kleidung der geschminkten Frauen im Flugzeug, denen ich als Sinnbild der wieder überall sichtbaren Weiblichkeit mit leichtem Damenspitz fasziniert hinterherschaue.


    Resümee
    Ich bin beeindruckt von der herzlichen Gastfreundschaft, durchlöchert von den starrenden Blicken, berauscht von dem quirligen urbanen Chaos, fasziniert von der landschaftlichen stillen Schönheit, aufgeladen und gewachsen an der körperlichen Herausforderung des Trekkings.

    Obwohl ich das letzte Jahr hauptsächlich reisend, auch in muslimisch geprägten Ländern, unterwegs war und neben meiner persönlichen Anerkennung bestehender geschlechtsbezogener Unterschiede, was nicht den Bedarf der Gleichstellung unterbindet, habe ich diese Unterschiede in der zwischenmenschlichen Begegnung jedoch noch nie zuvor so drastisch erfahren wie in Pakistan. Und ich kann sagen, dass mir persönlich ein Umgang damit nicht einfach fiel, sowohl eine Akzeptanz walten zu lassen, dass mit meinen Begleitern aber nicht mit mir geredet wird, als auch mich innerhalb dieser Tradition zu orientieren oder passend zu verhalten. Nicht zu wissen, wem man nun als Frau die Hand reichen, oder neben wem man sitzen darf, verwirrte und strengte mich an, wenngleich mir keine Erlebnisse wirklich unguter Art während der Reise passiert sind.

    Bezogen auf das Trekking erfüllte dies vollkommen meine Erwartungen hinsichtlich des Ablaufs und der Anstrengung und ich fühlte mich sicher an Gabriels Seite. Ich habe intensive Eindrücke gewonnen, nicht nur durch den Anblick der gigantischen Berge und der vielfältigen Farbenpracht, sondern auch durch die Schönheit des simplen Lebens, wenn alles Notwendige in einen Rucksack auf dem Rücken passt. Und wiedermal zeigten mir metaphorisch die täglich schwierigen Wegpassagen und Anstrengungen motivierend und Mut stiftend: Wir meistern unsere Vorhaben und Visionen, wenn wir sie meistern wollen. Also seid aktiv, packt es an, macht es.


    Schlussbemerkungen von Libertist: Ich bin total froh darüber, dass wir diese Tour so erfolgreich durchziehen konnten, nach all dem, was dabei hätte schiefgehen können. Landschaftlich und kulturell ist der Hindukusch eine sehr spannende Gegend – sicher nicht jedermanns Sache, aber für mich ein absolutes Highlight, wenn ich auf meine Reisen der letzten Jahre zurückschaue. Nach insgesamt etwa fünf Monaten im Norden Pakistans habe ich nun den Eindruck, dass ich die Gegend ziemlich gut kenne… und auch erstmal gesättigt bin. Nicht nur von Pakistan, sondern aktuell auch ein bisschen von der islamischen Kultur. 2017 geht’s mal wieder in andere Länder.

    Grandios war das Wetter, das wir im Hindukusch hatten. So viel Sonnenschein hatte ich schon lange nicht mehr erlebt – nach dem tagelangen Schneetreiben am Snow Lake im August und dem daraus resultierenden Tour-Abbruch kam dieses Sonntagswetter allerdings nur verdient. Die Landschaftsfotos wirken bei so wolkenlosem Himmel natürlich immer etwas langweilig, aber das hab ich gern in Kauf genommen.

    Na gut, das war’s erstmal von uns, wir sind gespannt auf eure Fragen und Kommentare. Lisa liest natürlich mit und freut sich bestimmt auch über Feedback.
    Geändert von Libertist (06.12.2016 um 21:46 Uhr)
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  3. AW: [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #3
    Übrigens, inzwischen halte ich doch ab und zu mal einen Reisevortrag, mitunter auch in Deutschland. Wer darüber auf dem Laufenden gehalten werden möchte, darf gern ab und zu mal bei Outventurous reinschauen.
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  4. Freak Moderator
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    AW: [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #4
    Schon der erste Überflug über die Bilder ist überwältigend, was für ein Rausch der Farben!
    Danke!
    Meine Reisen (Karte)

  5. AW: [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #5
    Sehr schön geschrieben, dazu wunderschöne Fotos.... Klasse Bericht, vielen vielen Dank!

  6. AW: [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #6
    Fantastische Fotos, ich liebe Deine Porträtfotos. Und die Berichterstatterinnen, die einem zeigen, wie strapaziös der Weg zu den tollen Landschaften ist. Ich hoffe, Florians Kreuzschmerzen waren nichts ernsthaftes?

  7. AW: [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #7
    Tolles Abenteuer. Vielen Dank für den Bericht.

    Das Foto mit der Ziege hat es mir angetan Gibt es das auch in grösser ... ?

    @Lisa Hast Du das Buch im bestimmt sehr warmen See länger als 15 Sekunden gelesen? *fg*
    Geändert von Shades (07.12.2016 um 22:34 Uhr)

  8. Anfänger im Forum

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    AW: [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #8
    Wahnsinn!! Auf die Gefahr hin, dass ich das überlesen habe.. Mit welcher Kamera warst du da unterwegs? Die Bilder sind einfach unglaublich!!

  9. AW: [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #9
    Danke euch!

    Zitat Zitat von qwertzui Beitrag anzeigen
    Ich hoffe, Florians Kreuzschmerzen waren nichts ernsthaftes?
    Das hoffe ich auch sehr. Als wir im November gesprochen haben, meinte er, es ginge schon wieder viel besser.


    Zitat Zitat von Shades Beitrag anzeigen
    @Lisa Hast Du das Buch im bestimmt sehr warmen See länger als 15 Sekunden gelesen? *fg*
    Naja, so lange, wie ich für mein Foto brauchte. Das kann schon mal etwas Zeit in Anspruch nehmen.


    Zitat Zitat von Riffy09 Beitrag anzeigen
    Wahnsinn!! Auf die Gefahr hin, dass ich das überlesen habe.. Mit welcher Kamera warst du da unterwegs? Die Bilder sind einfach unglaublich!!
    Ich hatte dieselbe Ausrüstung dabei, mit der ich jetzt schon seit Jahren unterwegs bin:

    Nikon D800E
    Nikon AF-S 14-24 mm 1: 2,8G ED
    Nikon AF-S 24-70 mm 1: 2,8G ED
    Nikon AF-S 70-200 mm 1:2,8G ED VR II
    Dazu Stativ und weiterer Kleinkram.

    Das 14-24/2,8 würde ich am liebsten gegen eine Festbrennweite eintauschen, aber der Markt bietet da leider nicht viel. Ein 14mm f4 würde völlig ausreichen.

    Und das 70-200/2,8 würde ich am liebsten auch eintauschen, nämlich gegen das neue Nikon 105/1,4E - für Portraits kann ich mir eigentlich nichts besseres mehr vorstellen - und das Nikon 300/4,0E für Tierfotografie. In Zentralasien würde ich dann nur das 105er mitnehmen, da mit wilden Tieren sowieso nicht zu rechnen ist, während ich in Gegenden wie Alaska hingegen kaum Portraits mache und dann nur das 300er für Tierfotos dabei hätte.

    Mit dem 70-200/2,8 kann ich halt beides einigermaßen abdecken, aber besser wären die beiden Festbrennweiten. Leider ist gerade das 105/1,4E so unverschämt teuer...

    Ich gehe außerdem davon aus, dass Nikon im nächsten Jahr ein neues Gehäuse auf den Markt bringt, das mich interessieren könnte...
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  10. AW: [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #10
    Ich hatte bisher nur Zeit für die Bilder, die sind wie immer großartig, besonders auch die Portraits. Danke
    Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.

  11. Anfänger im Forum

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    AW: [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #11
    Einfach Klasse !

    Alleine die Eindrücke welche die phantastischen Bilder vermitteln sind schon großes Kino und ich beneide Euch für die gemachten Erfahrungen.

    Ein ganz dickes Lob für die Planung, die Umsetzung und als Kür auch noch einen so schönen Bericht.

    Da nimmt man sich gerne die Zeit um alles ganz genau zu lesen und die Bilder aufzusaugen.

    Danke !

  12. AW: [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #12
    Danke für das Lob!


    Zitat Zitat von Shades Beitrag anzeigen
    Das Foto mit der Ziege hat es mir angetan Gibt es das auch in grösser ... ?
    Oh, die Frage hatte ich ganz überlesen... Klar, das Foto gibt's in 36 MP. Schreib mir eine Nachricht, wenn du ernsthaft Interesse hast.
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  13. AW: [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #13
    echt coole Route! Mich fasziniert immer wieder wie spektakulär die pakistanische Gebirgslandschaft ist

  14. Moderator
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    AW: [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #14
    Atemberaubende Landschaften!

    Aber so, seilfrei über den Gletscher? Die waren ja nicht alle aper. Oder ist das in der Gegend normal? Mein Bergsteigerherz würde da schon eher zittern, aber ich kann die Gegend nur von den Fotos nicht wirklich einschätzen.

    Und sonst, die übliche ignorante Frage: angesichts der ganzen militärischen Konflikten in der Ecke, wie "safe" ist so was?
    "Niemand hört den Ruf des Meeres oder der Berge, nur derjenige, der dem Meer oder den Bergen wesensverwandt ist" (O. Chambers)

  15. Freak Moderator
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    AW: [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #15
    Zitat Zitat von Vegareve Beitrag anzeigen
    Aber so, seilfrei über den Gletscher? Die waren ja nicht alle aper. Oder ist das in der Gegend normal?
    Diese Steigerung war ja schon in einem der letzten Reiseberichte angekündigt worden
    Zu zweit und mit viel Gepäck ist das aber so oder so ein Späßle, Seil hin oder her.
    Meine Reisen (Karte)

  16. AW: [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #16
    Zitat Zitat von Vegareve Beitrag anzeigen
    Aber so, seilfrei über den Gletscher? Die waren ja nicht alle aper. Oder ist das in der Gegend normal? Mein Bergsteigerherz würde da schon eher zittern, aber ich kann die Gegend nur von den Fotos nicht wirklich einschätzen.
    Ja, ein Risiko war natürlich dabei, deshalb sind wir bei den Passagen entsprechend langsam und nur stochernd vorangekommen. Aber es gab keine frisch verschneiten Spalten - beide Pässe, bei denen die Gletscher von Schnee bedeckt sind, sind dauerhaft verschneit. Das heißt, potentielle Spalten sind sowieso ordentlich mit Schnee zugesetzt, so dass man da eigentlich nicht hineinfallen kann. Oder wie siehst du das?


    Zitat Zitat von Vegareve Beitrag anzeigen
    Und sonst, die übliche ignorante Frage: angesichts der ganzen militärischen Konflikten in der Ecke, wie "safe" ist so was?
    Ich finde die Frage ganz und gar nicht ignorant, sie ist nur sehr schwer zu beantworten. Orientiert man sich an der Zahl der Anschläge der letzten Jahre in dieser Gegend, scheint es nicht allzu gefährlich zu sein: tatsächlich passiert da oben kaum mal etwas, am wenigsten in den Bergen. Viel eher mal in den Städten, Peshawar zum Beispiel. Dazu grenzt der Hindukusch an den Wakhan-Korridor, der (relativ zum Rest Afghanistans) als ziemlich sicher gilt.

    Ich habe ein paar gebildete und gut informierte Freunde in Pakistan, mit denen ich über sowas spreche. Die waren der Meinung, dass Chitral sicher sei, anders als beispielsweise Belutschistan. Man kann Reisen in diese Gegenden halt nur so gut wie möglich planen und es dann darauf ankommen lassen - wenn es kurzfristig zu irgendeinem Anschlag kommt, sperrt das Militär sowieso alles ab und man muss umplanen.

    Für uns selber habe ich gar keine Gefahr gesehen. Da oben in den Bergen gibt's nur ein paar Hirten, keine Taliban. Die einzige tatsächliche "Gefahr" besteht meiner Ansicht nach darin, dass alle Planung nicht aufgeht, weil das Militär eine Region kurzfristig abgeriegelt hat.
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  17. Moderator
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    Avatar von Vegareve
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    AW: [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #17
    Ok, damit könnte ich leben. Ich dachte eher an Entführungen, mit dem üblichen internationalen tam-tam, Verhandlung, Du weisst schon. Da muss man seiner Regierung nicht zusätzlich Stress verschaffen, als Touri. Scheint aber eure Gegend nicht zu betreffen, zum Glück.
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  18. AW: [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #18
    Zitat Zitat von Vegareve Beitrag anzeigen
    Da muss man seiner Regierung nicht zusätzlich Stress verschaffen, als Touri.
    Da gebe ich dir vollkommen Recht. Im Übrigen gibt es noch weitaus sicherere Gebiete im Norden Pakistans. Hunza, Skardu, das Karakorum überhaupt... dort gehen ja auch die meisten Bergsteiger hin, wenn sie in Pakistan was unternehmen. Der Hindukusch ist dagegen schon sehr exotisch. Es gibt zwar lokale Trekking-Agenturen, die geführte Touren in das Gebirge ausschreiben, aber diese Touren kommen aus Ermangelung an Käufern tatsächlich nie zustande, hab ich mir sagen lassen.
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  19. AW: [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #19
    Sehr beeindruckend. Man ist hin- und hergerissen. Aif der einen Seite denke ich, muss man ausgerechnet da trekken. Auf der anderen Seite denke ich auch, ja warum denn nicht?!

    Danke,
    Rainer

  20. AW: [PK] Pakistan 2016 (2/2): Hindukusch Traverse

    #20
    Zitat Zitat von Rainer Duesmann Beitrag anzeigen
    Man ist hin- und hergerissen. Aif der einen Seite denke ich, muss man ausgerechnet da trekken. Auf der anderen Seite denke ich auch, ja warum denn nicht?!
    Ja, warum denn nicht? Ist doch schön da.

    Falls du auf die Sicherheitslage anspielst, naja, das ist meiner Ansicht nach wirklich nicht so kritisch, wie viele vielleicht glauben. Da hab ich mich in Myanmar unsicherer gefühlt...
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