[NO] Saltfjellet-Svartisen 2014: von Lonsdal nach Mo i Rana

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  • Zelos
    Erfahren
    • 13.05.2013
    • 112

    • Meine Reisen

    [NO] Saltfjellet-Svartisen 2014: von Lonsdal nach Mo i Rana

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Reisegebiet: Saltfjellet-Svartisen Nationalpark im Norden Norwegens

    Reisezeitraum: 05. August 2014 bis 19. August 2014




    Hier möchte ich euch von meiner 2-wöchigen Tour durch den Saltfjellet-Svartisen NP in Norwegen berichten. Nachdem ich im letzten Sommer auf dem Kungsleden meine erste Trekkingtour unternommen hatte und tolle Erfahrungen sammeln konnte, bekam ich natürlich Lust auf mehr. Bei meinen Reisevorbereitungen suchte ich ein relativ abgelegenes Gebiet mit Wildnis-Feeling aber dennoch recht guter Erreichbarkeit. Nach stundenlangem Stöbern in den Reiseberichten fiel mir zunehmend das Gebiet um den Saltfjellet-Svartisen und Junkerdalen NP auf. Diese beiden Nationalparks liegen in Norwegen (knapp nördlich des Polarkreises), bieten vielfältige Natur, sind weniger stark frequentiert als z.B. der Kungsleden in Schweden und sind per Auto oder Zug erreichbar.

    Die Reise unternahm ich aber nicht allein; als Reisepartner war mein Freund und Kommilitone Jan mit von der Partie.

    An dieser Stelle auch nochmal ein dickes Dankeschön für die Hilfe bei den Vorbereitungen!





    Unser Flug ging am 05. August von Berlin nach Oslo. Dort angekommen warteten wir erstmal auf unsere Rucksäcke. Als wir nach einer Stunde immer noch am Gepäckband warten, fragen wir eine Dame am Serviceschalter. Nach einigen Telefonaten konnte sie unser Gepäck dann schließlich doch ausfindig machen. Da wir die Rucksäcke in Schutzhüllen gepackt hatten, sind sie auf einem anderen Band gelandet.

    Mit dem Zug fahren wir am Nachmittag ins Zentrum der Hauptstadt, um letzte Besorgungen zu tätigen (z.B. Feuerzeuge, Gaskartuschen und Proviant für unterwegs). Den Großteil der Lebensmittel hatten wir schon von Deutschland aus mitgenommen, da die Preise in Norwegen erheblich teurer sind.









    Unser Zug Richtung Trondheim fährt erst kurz vor 23 Uhr. Also entschließen wir uns, die Stadt noch ein wenig zu erkunden und bestatten dem Opernhaus einen Besuch ab. Am Abend lassen wir es uns beim Burger King noch einmal schmecken. Der Zug ist ziemlich voll und das Schlafen fällt trotz der bequemen Sitze auch nicht leicht.


    Am nächsten Morgen steigen wir in Trondheim um und fahren weiter Richtung Norden. Während der Zugfahrt regnet es fast durchgehend. Am späten Nachmittag erreichen wir schließlich den Ausgangspunkt unserer Tour: Lonsdal.



    Viel mehr als ein paar Hütten und das Bahnhofshäuschen findet man hier nicht. Wir haben Glück mit dem Wetter - es ist zwar bewölkt, aber zumindest regnet es nicht und ab und zu lässt sich sogar die Sonne blicken.





    Der Wanderweg beginnt sozusagen direkt neben den Gleisen.









    Wir folgen dem Pfad noch wenige Kilometer Richtung Westen und schlagen am südlichen Ufer des Kjemavatnet unser Zelt auf. Am Abend genießen wir den Sonnenuntergang am See bei einem gemütlichen Lagerfeuer.










    Am nächsten Morgen folgen wir dem Weg weiter durch den lichten Birkenwald. Immer wieder öffnet sich der Blick auf die umliegenden Seen und Berghänge bis wir das offene Gelände erreicht haben.







    Kurz bevor wir den Kjemabekken furten, treffen wir auf einen anderen Wanderer, der jedoch zügigen Schrittes schnell weiterläuft. Nachdem wir den Fluss nach ca. 2km bei leichtem Nieselregen erneut queren, wird das Gelände zunehmend steiniger.





    Wir laufen noch ein Stück weiter in der Hoffnung, einen halbwegs vernünftigen Zeltplatz finden zu können, doch schon nach kurzer Zeit befinden wir uns mitten in der Steinwüste - dem Steindalen. In den Reiseberichten hier im Forum konnte ich immer wieder lesen, dass man nur sehr schwer hier einen geeigneten Zeltplatz finden würde - für einen 3-Personen-Tunnel wie das Nordisk Nordland 3 also fast aussichtslos.

    Uns blieb also nichts anderes übrig als den Weg wieder ein Stück zurückgehen. Zuvor hatten wir bereits einen guten Zeltplatz ausgemacht, den wir dann nach ca. 1 Stunde auch erreichten. Kurz vor 22 Uhr zog dann Nebel auf und wir legten uns nach einem anstrengenden Tag schlafen.












    War das Wetter in den letzten Tagen eher durchwachsen gewesen, so zeigte es sich am nächsten Tag von seiner besten Seite. Bei Sonnenschein und blauem Himmel konnten wir die umliegende Landschaft beim Frühstück genießen.







    Das trockene Wetter war perfekt, um sich durch diese abweisende Gerölllandschaft zu schlagen. Zu unserer Linken passierten wir mehrere kleine Seen. Einen Zeltplatz hätten wir hier wahrscheinlich nie gefunden. Das Laufen auf den Geröllfeldern war ziemlich anspruchsvoll und wir hüpften quasi von Stein zu Stein. Immer wieder legten wir kleinere Pausen ein und aßen dabei ein wenig von unseren Müsliriegeln und Nüssen.











    Immer noch Richtung Westen laufend, stiegen wir nach einigen Kilometern ins nördliche Bjolladalen ab. Rechts von uns hatte man einen herrlichen Ausblick auf den See Bjollavatnet.











    Wir folgten dem Wegverlauf weiter bis wir die Saltfjellstua, eine für Wanderer nutzbare Hütte, erreichten. Die Hütte war jedoch bereits belegt. Nach einer kleinen Rast an der Hütte gingen wir weiter Richtung Nordwesten, wo wir an einem kleinen Tümpel (kurz vor Stallogropa) unser Nachtlager einrichteten.







    Fortsetzung folgt ...

  • Mika Hautamaeki
    Alter Hase
    • 30.05.2007
    • 3945

    • Meine Reisen

    #2
    AW: [NO] Saltfjellet-Svartisen 2014: von Lonsdal nach Mo i Rana

    Das läßt sich ja schon sehr gut an. Freue mich auf die Fortsetzung.
    So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
    A. v. Humboldt.

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    • evernorth
      Fuchs
      • 22.08.2010
      • 1497

      • Meine Reisen

      #3
      AW: [NO] Saltfjellet-Svartisen 2014: von Lonsdal nach Mo i Rana

      Ihr habt noch vergessen, eine Benutzergebühr für den Lagerplatz am Kjemmavatnet an uns zu überweisen; der war nähmlich UNSER!!!

      Sehr schön - weiter so.
      Zuletzt geändert von evernorth; 08.09.2014, 20:47. Grund: Fehler behoben
      My mission in life is not merely to survive, but to thrive; and to do so with some passion, some compassion, some humor and some style. Maya Angelou

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      • Echnathon
        Fuchs
        • 20.02.2012
        • 1270

        • Meine Reisen

        #4
        AW: [NO] Saltfjellet-Svartisen 2014: von Lonsdal nach Mo i Rana

        Hrhr, ich dachte mir auch: "Moment, die Birke kenne ich doch".

        Jetzt bin ich gespannt wie ihr weiter gegangen seid.

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        • Antracis
          Fuchs
          • 29.05.2010
          • 1267

          • Meine Reisen

          #5
          AW: [NO] Saltfjellet-Svartisen 2014: von Lonsdal nach Mo i Rana

          Schön, noch ein Saltfjellet-Bericht, unserer ist auch schon in Arbeit. Tolle Fotos.

          Wann wart ihr denn in der Saltfjellstua ? Wir haben 10/11.08 in der alten Hütte gekuschelt.

          Gruß
          Sascha

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          • OttoStover
            Fuchs
            • 18.10.2008
            • 1076

            • Meine Reisen

            #6
            AW: [NO] Saltfjellet-Svartisen 2014: von Lonsdal nach Mo i Rana

            Yes nice pictures, I'm also looking forward to the continuing story. Btw nice evening pictures form Kjemåvatn. I was there in mid july, and have already booked the JFF hut at the end of september in a weekend.
            Ich lese und spreche Deutsch ganz OK, aber schreiben wird immer Misverständnisse.
            Man skal ikke i alle gjestebud fare, og ikke til alle skjettord svare.

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            • Zelos
              Erfahren
              • 13.05.2013
              • 112

              • Meine Reisen

              #7
              AW: [NO] Saltfjellet-Svartisen 2014: von Lonsdal nach Mo i Rana

              Danke für die netten Kommentare. Freut mich.

              Zitat von Antracis Beitrag anzeigen
              Wann wart ihr denn in der Saltfjellstua ? Wir haben 10/11.08 in der alten Hütte gekuschelt.
              Wir kamen am 8. August an der Hütte an. ;) Sind dann aber noch ein Stückchen weitergelaufen und haben gezeltet.

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              • Borealisaurora
                Neu im Forum
                • 13.09.2012
                • 8

                • Meine Reisen

                #8
                AW: [NO] Saltfjellet-Svartisen 2014: von Lonsdal nach Mo i Rana

                Toller Bericht.....schöne Fotos......gefällt mir sehr gut....bitte mehr davon.....
                Bin mal gespannt was ihr für ein Wetter hattet, bei meinem besuch in der Gegend vom 19.8 bis 29.8 hatten wir Sommerliches Wetter mit nur einem Regenschauer. Auch die Flusspegel und Seewasserstände in der Region schienen mir eher zu niedrig, muss wohl ein extremst trockener Sommer gewesen sein.....
                und nie vergessen.........
                Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters!

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                • Zelos
                  Erfahren
                  • 13.05.2013
                  • 112

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: [NO] Saltfjellet-Svartisen 2014: von Lonsdal nach Mo i Rana

                  Auch der nächste Tag sollte großartiges Wetter versprechen. Nach einem ausgiebigen Frühstück und dem obligatorischen Zeltabbauen und Rucksack packen folgten wir dem Pfad in nordwestlicher Richtung durch das Riebivagge. Verlief der Weg gestern noch über ein nicht enden wollendes Geröllfeld, so ging es heute durch zunehmend flacheres Gebiet. Das Tal durch das wir liefen war von kleinen Seen und einer Vielzahl von Gewässern sowie Sumpfgebieten nahezu übersäat.







                  Zu unserem Glück sahen wir auch die ersten Rentiere auf der Tour - so macht das Wandern doppelt so viel Spaß. Nach einigen Kilometern ließen wir das offene Gelände hinter uns und gelangten in bewaldeteres Gebiet, indem leider auch die Mückendichte zunahm. Die überall blühenden Blumen ließen den Birkenwald in einer Farbenpracht erleuchten.












                  Durch das Tolladalen folgten wir dem Flussverlauf des Bukkhagosen in Richtung der frei zugänglichen Hütte Bukkhaugbua. Um zur Hütte zu gelangen, musste man den Fluss überqueren, was sich dank einer Holzbrücke auch nicht allzu schwierig herausstellte.







                  Zu unserer Überraschung war die Hütte nicht belegt: Wir konnten es uns also in der Hütte gemütlich machen! Am Fenster hing ein Thermometer - fast unglaubliche 30°C zeigte es an. Am Nachmittag kamen noch ein paar Angler vorbei, die hier ihr Glück mit dem Fischfang versuchen wollten. Nach einem (wenn auch kurzem) Bad im Fluss und dem Waschen von Kleidung ließen wir den Abend in der Hütte mit einer warmen Mahlzeit ausklingen.











                  Als wir uns schon im Halbschlaf befanden, rieß jemand plötzlich die Hüttentür auf, sagte ein oder zwei Worte und war genau so schnell wieder verschwunden wie er gekommen war.


                  Fortsetzung folgt.

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                  • Zelos
                    Erfahren
                    • 13.05.2013
                    • 112

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: [NO] Saltfjellet-Svartisen 2014: von Lonsdal nach Mo i Rana

                    Da wir uns heute das Zeltabbauen sparen konnten und man in der Hütte seine sieben Sachen einfach schneller zusammenpacken kann, sind wir schon ziemlich früh am Morgen unterwegs. Auf uns wartet ein ziemlich steiler Aufstieg ins Skogfjellet. Zunächst verläuft der Weg noch unterhalb der Baumgrenze, doch je höher wir kommen, desto spärlicher wird der Pflanzenwuchs bis wir schließlich offenes Terrain erreichen. Es ist noch ziemlich frisch draußen und es weht ein recht starker Wind. Während des Aufstiegs sichten wir eine Menge Rentiere, die das Gelände mit Leichtigkeit auf der Suche nach Futter durchstreifen.









                    An einem halbwegs windgeschützten Platz hinter einem Felsen suchen auch wir nach Futter und greifen zu unserem Proviant. Trotzdem die Sonne zunehmend Oberhand gewinnt, kühlen wir durch den starken Wind in den Pausen doch recht schnell aus. Nachdem wir an einigen kleineren Gewässern vorbeigelaufen sind, geht auch schon wieder den Berg hinunter.



                    Der Abstieg zieht sich ein ganzes Stückchen hin. Wieder an der Baumgrenze angelangt, folgen wir dem Flussverlauf des Tverraga. Auf unserer Karte sind zwar einige Hütten abseits des Weges eingezeichnet (z.B. Reinhagen), doch zu unserer Überraschung kommen wir direkt am Weg an einigen Hütten vorbei, die wir nicht auf der Karte finden bzw. zuordnen können. Wir vermuten, dass es sich um privat genutzte Hütten handelt.












                    Da es jetzt wieder durch vegetationsreicheres Gebiet geht, ist es auch nicht mehr so windig und wir können bei schönstem Sonnenschein das Tverradalen durchlaufen. Immer wieder passieren wir riesige Ameisenhaufen.







                    Nach einiger Zeit kommen wir an einer zerfallenen Hütte vorbei, die anscheinend einem Brand zum Opfer gefallen ist - Bjorkholmen. Von dort aus ist es dann auch nicht mehr weit zu einer Brücke, an der wir den Fuss queren und Richtung Beiarstua gelangen. Sogar an der Brücke kann man sich in ein Buch eintragen, das das Besucheraufkommen erfasst.

                    An der Beiarstua angekommen, finden wir uns fast schon wieder in Zivilisationsnähe wieder. Kein Wunder, denn es gibt hier Straßenanschluss und Handyempfang. Wir sind ziemlich erschöpft, legen eine längere Pause ein und suchen nach einem geeigneten Zeltplatz, da die Hütte verschlossen ist und wir keinen Schlüssel bei uns haben.



                    Nach einer Weile entschließen wir uns, noch ein Stück dem Straßenverlauf zu folgen und etwas abseits an einem Forstweg an einem See zu zelten. Das Wasser sieht zwar nicht sehr klar aus, doch zum Kochen reicht es allemal aus. Es dauert nicht lange, bis wir es uns in den Schlafsäcken gemütlich machen.





                    Am nächsten Morgen wollten wir dem Waldpfad wieder Richtung Straße folgen. Der Pfad führte uns schließlich zu einer sich im Bau befindlichen Hütte sowie einem alten PKW und endete danach abrupt im dichten Nadelwald. Durch den dichten Nadelwald hätte der PKW niemals zur der Hütte gelangen können. Also liefen wir ein Stück zurück und schlugen uns durch den Dickicht, wo man sehr alte Fahrspuren noch rudimentär zu erkennen waren.





                    Glücklicherweise führte uns der Weg auch zur Straße. War es im Wald noch halbwegs kühl, so wurde es entlang der Straße durch den starken Sonnenschein immer wärmer. Es sollte einer der heißesten Tage der Tour werden. Heute liefen wir fast ausschließlich an der Straße, wo wir zwischendurch immer wieder an ein paar Siedlungen und landwirtschaftlich genutzten Flächen vorbeikamen.







                    Nach einiger Zeit des Asphaltlaufens in der prallen Sonne brannten die Füße förmlich in den Schuhen. Ich spürte erste Anzeichen einer Blasenbildung am Fuß. Der Straßenabschnitt war ziemlich lang und nur gelegentlich kamen einige Fahrzeuge vorbei. Die Straße endete schließlich an einem Privatweg, wo ein Schild vor Ziegen warnte. Zu Fuß konnte man aber trotzdem weitergehen und nach kurzer Zeit gelangten wir zu den besagten Ziegen, die sich nur zu gerne streicheln ließen.





                    Das Laufen wurde zunehmend zur Qual, da sich die Anzeichen der Blasenbildung verschlimmert hatten. Irgendwann erreichten wir dann endlich einen Parkplatz, von wo aus es wieder in den Nationalpark Richtung Neverneshytta ging. Gegen eine Nacht in einer Hütte hätten wir nichts einzuwenden, lag die Hütte doch nur wenige Kilometer vom Parkplatz entfernt. Wir machten uns aber nicht allzu große Hoffnungen, da ein Auto auf dem Parkplatz stand. Als wir ankamen, war die Hütte natürlich belegt. Wir schlugen unser Zelt also kurzerhand ein paar Meter neben der Hütte auf. Vielleicht könnten wir ja am nächsten Tag einen Ruhetag einlegen, um die Füße zu erholen und dann eine Nacht in der besagten Hütte verbringen.






                    Fortsetzung folgt ...

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                    • Antracis
                      Fuchs
                      • 29.05.2010
                      • 1267

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: [NO] Saltfjellet-Svartisen 2014: von Lonsdal nach Mo i Rana

                      Bin gespannt wie es weitergeht.

                      Krass finde ich schon die geringen Wasserstände dieses Jahr. Die Tverraga sah 2011 so aus.





                      Aber wir haben dieses Jahr auch jede in der Karte eingezeichnete Furt trockenen Fußes überquert.

                      Und einmal hatte ich meinen Schlafsack sogar halb geschlossen, so kühl war es.

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                      • Zelos
                        Erfahren
                        • 13.05.2013
                        • 112

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: [NO] Saltfjellet-Svartisen 2014: von Lonsdal nach Mo i Rana

                        Als wir am nächsten Morgen zur Hütte gingen, war sie leer und wir konnten uns dort einquartieren. Wir beschlossen, einen Ruhetag einzulegen. Meiner Blase am Fuß würde das sicherlich auch etwas helfen. Das Wetter war nicht mehr so warm und sonnig wie am Vortag. Der Tagesablauf bestand größtenteils aus Relaxen, Wäsche waschen und die Zeit am Lagerfeuer totschlagen.










                        Nach einer Nacht in der Neverneshytta folgten wir dem Weg Richtung Süden, um zu den Gletscherseen Litle Bogvatnet und Bogvatnet zu gelangen. Zunächst ging es durch dichten Dickicht, der unsere Kleidung schnell durchnässte. Als wir den Wald hinter uns ließen, erwartete uns eines der anstrengendsten Wegstücke der gesamten Tour: der Pfad führte über einen sehr steilen Berghang hinauf. An einigen Stellen musste man quasi hochklettern, um weiter voran zu kommen. Belohnt wurden wir mit einer herrlichen Aussicht auf das hinter uns liegende Tal. Nach und nach wurde es immer sonniger. Oben angekommen, legten wir eine Pause am Litle Bogvatnet ein.











                        Der Weg verlief nun am nördlichen Ufer des Bogvatnet. Bei einem Blick auf der Karte würde man vermuten, dass sich dieses Teilstück recht einfach laufen ließe. Dem war leider nicht so, denn das Ufer führte direkt am steilen Hang entlang. Die permanente Schräglage beim Laufen und das steinige Ufer erschwerten somit das Vorankommen. Zwischendurch mussten immer wieder ein paar kleinere Bäche überquert werden, die in den Gletschersee mündeten.











                        Am Nachmittag erreichten wir schließlich eine Art Wasserschleuse (wie nennt man so etwas?!), in der das Seewasser vermutlich zur Energiegewinnung abgezweigt wird. Direkt dort konnte man auch das übrig gebliebene Rinnsaal des Seeabflusses überqueren. Es war ein mulmiges Gefühl, aus der Ferne das donnernde Wasserrauschen zu hören mit Zweifeln, den Seeabfluss überhaupt queren zu können und am Ende läuft man quasi durch einen kleinen Bach unterhalb des Bauwerks.



                        Eigentlich hatten wir vorgehabt, schon hier in der Nähe zu zelten. Wir konnten jedoch keinen ebenen Zeltplatz ausmachen. Dank Blasenpflaster lief es sich einigermaßen besser, doch ein wenig Ruhe hätte meinem Fuß wohl besser getan. Nichtsdestotrotz folgten wir dem Trail weiter Richtung Süden. Um ca. 18 Uhr querten wir den Blakkadalen.



                        Nachdem wir den Fluss durchwatet hatten, verlor sich jegliche Spur des weiteren Wegverlaufes: selbst nach fast zweistündigem Suchen konnten wir keine rote Wegmarkierung finden. Nur durch Zufall entdeckten wir eine ausgeblichene Markierung an einem zertretenen Busch. Wir folgten nun der Wegmarkierung wieder ein Stück - konnten aber immer noch keinen Zeltplatz in dieser recht sumpfigen Gegend finden. Nach einer weiteren Flussüberquerung verlor sich der Wegverlauf erneut. Wir wussten aber in etwa wo wir waren und folgten einfach der groben Richtung des Wegverlaufs in der Hoffnung, irgendwann wieder eine rote Markierung anzutreffen. Es war zwar mittlerweile schon ziemlich spät (ca. 21 Uhr), aber wir zogen in Erwägung, heute noch bis zur Blakkadalshytta zu laufen, die wahrscheinlich noch ca. 6-7 km entfernt lag. Immerhin hatten wir tolle Ausblicke auf die umliegenden Gletscher Fingerbreen und Lappbreen bei untergehender Sonne.





                        Nachdem wir Storhaugen zu unserer Rechten passiert hatten, setzte zunehmend die Dämmerung ein. Auch unsere Konzentration ließ nach und wir waren ziemlich müde. Also suchten wir uns den nächstbesten Zeltplatz und legten uns vor Erschöpfung einfach nur noch schlafen.


                        Unter dem Geräusch von prasselndem Regen erwachten wir am Vormittag im Zelt. Wir hatten nur wenig Lust im Regen zu laufen zumal wir sehr gut im Zeitplan lagen und die Hütte auch nur noch 3-4 km entfernt war. Somit harrten wir eine Weile im Zelt aus und beobachteten eine Herde von fast 30 Rentieren, die sich in der Nähe des Zelts aufhielten.





                        Am Mittag ließ der Regen allmählich nach und wir packten unser Zeug zusammen. Das nasse Zelt könnten wir später in der Hütte trocknen. Da wir immer noch nicht auf eine rote Wegmarkierung gestoßen waren, suchten wir weiter. Wir folgten der groben Richtung und gelangten zum Vardoggasjahka, der ziemlich steil den Berghang runter schoss. Eine Überquerung bei solch einem steilen und nassen Steinufer schien uns zu riskant. Ein Ausrutscher genügt hier und man würde vom Fluss den ganzen steilen Hang hinunter gespült werden. Wir gingen den Hang etwas hinab und im Augenwinkel konnte ich eine Art Wegweiser erkennen, der nicht in das natürliche Umfeld zu passen schien. Wir liefen also dorthin und entdeckten auch wieder den Pfad. Der Pfad führte unmittelbar unter dem Holzkonstrukt durch - Arctic Circle stand mit schwarzen Buchstaben darauf.







                        Wir waren ziemlich froh und erleichtert, den Pfad wiedergefunden zu haben, denn nun war die Flussquerung nicht mehr so riskant wie sie weiter oben zu sein schien. Der Weg führte uns gegen Nachmittag endlich zur Blakkadalshytta.





                        Die Hütte war riesig und ziemlich komfortabel eingerichtet - und sie war nicht belegt. Wir hingen das Zelt zum Trocknen im Nebenraum auf, kochten uns eine warme Mahlzeit und ließen die durchnässten Schuhe und Kleidungsstücke am Ofen trocknen.





                        War es draußen knapp 10°C "warm", so schwitzten wir bei 30°C in der Hütte. Nach einer weiteren warmen Portion Nudeln gingen wir am Abend in einen Nebenraum schlafen.




                        Fortsetzung folgt.

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                        • Echnathon
                          Fuchs
                          • 20.02.2012
                          • 1270

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: [NO] Saltfjellet-Svartisen 2014: von Lonsdal nach Mo i Rana

                          Zitat von Zelos Beitrag anzeigen



                          Eigentlich hatten wir vorgehabt, schon hier in der Nähe zu zelten. Wir konnten jedoch keinen ebenen Zeltplatz ausmachen. Dank Blasenpflaster lief es sich einigermaßen besser, doch ein wenig Ruhe hätte meinem Fuß wohl besser getan. Nichtsdestotrotz folgten wir dem Trail weiter Richtung Süden. Um ca. 18 Uhr querten wir den Blakkadalen.
                          Westlich von der Wasserfassung hätte es iirc gute Zeltplätze gegeben.
                          Die Fläche ist auf der Karte mit der Höhe 664 gekennzeichnet.


                          Einen schönen Bericht, den du hier ablieferst.
                          Und die Bachüberquerungen sind dort wirklich nicht von schlechten Eltern.
                          Bin gespannt wie es weiter geht.

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                          • Zelos
                            Erfahren
                            • 13.05.2013
                            • 112

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: [NO] Saltfjellet-Svartisen 2014: von Lonsdal nach Mo i Rana

                            Unsere Route führte uns am nächsten Tag weiter Richtung Süden. Als wir morgens aufbrachen, ging es bei leichtem Regen durch eine Menge nassen Gestrüpps. Der Weg war zudem durch den gestrigen Regen dermaßen aufgeweicht, dass unsere am Ofen getrockneten Schuhe in kürzester Zeit wieder nass waren. Solange sich die Nässe nur "oberflächlich" auf dem Leder befindet läuft es sich noch ganz angenehm. Irgendwann waren unsere Schuhe aber so durchnässt, dass auch die Socken davon nicht verschont blieben.









                            Wir wurden immer gleichgültiger und wollten nur noch voran kommen. Der Weg schlängelte sich am Hang entlang, der stellenweise direkt am steilen Abgrund vorbeiführte. Dem Flussverlauf des Blakkada folgend, gelangten wir gegen Nachmittag zu einer Schotterpiste, auf der wir den Nationalpark verließen und die Straße erreichten.





                            Wir wollten nur noch aus den nassen Schuhen raus und hielten Ausschau nach einem Zeltplatz. Wir folgten der Straße ein kleines Stück und schlugen uns zum sandigen Flussufer durch, wo wir schließlich das Zelt aufstellten. Die Heringe beschwerten wir mit Steinen, damit sie im sandigen Untergrund besseren Halt fanden. Kaum stand das Zelt, ließ sich auch die Sonne wieder blicken und wir breiteten die nassen Sachen zum Trocknen aus.





                            Unsere Schuhe würden bis morgen bestimmt nicht mehr trocknen - wir zogen in Erwägung, den Straßenabschnitt bis Skonseng oder sogar bis Mo i Rana zu trampen.




                            Gesagt, getan: nach nicht einmal einer halben Stunde des Straßenlaufens und 4 Fahrzeugen (darunter 2 Wohnmobile) hielt ein älterer Norweger mit seinem Jeep an. Er hatte Holz geladen uns nahm uns bis nach Mo i Rana mit. Sein Englisch war zwar nur lückenhaft (unser Norwegisch auch ), doch für Unterhaltung war gesorgt. In Mo i Rana angekommen, zeigte er uns noch den Supermarkt und den Bahnhof. Wir bedankten uns recht herzlich bei ihm und gingen erst mal in den Supermarkt einkaufen. Anschließend suchten wir Tourist-Informationen, mussten aber leider feststellen, dass diese am Wochenende leider geschlossen hat.



                            Unser Zug nach Oslo würde erst übermorgen fahren, wir hatten also noch genügend Zeit. Wir machten uns auf die Suche nach einem halbwegs abgelegenen Zeltplatz. Wir liefen zum bewaldeten Ortsrand und fanden einen Zeltplatz an einer Skischanze. Gelegentlich kamen einige Spaziergänger und Jogger vorbei; sie schien es aber nicht zu stören, dass wir hier zelteten. Bevor wir schlafen gingen, erkundeten wir die Skischanze noch ein wenig und hatten einen tollen Ausblick auf Mo i Rana.






                            Den verbliebenen Puffertag nutzten wir zur Stadterkundung von Mo i Rana. Das Wetter war erneut bestens. Bei Sonnenschein und Temperaturen, die sicherlich wieder fast an die 30°C reichten verbrachten wir die Zeit bei einem guten Eis. Vormittags hatten wir am Hafen einen noch geschützteren Zeltplatz gefunden.









                            Abends errichteten wir dort unser Zelt. Etwas nachteilig war dann nur der Lärm des LKW-Verkehrs, der nur wenige Meter weiter früh morgens Richtung Hafen donnerte.






                            Am nächsten Tag packten wir unsere Rucksäcke ein letztes Mal und traten schließlich am Nachmittag die Abreise per Zug Richtung Trondheim an. Wie schon bei der Hinreise regnete es wieder fast durchgehend während der Zugfahrt. In Trondheim stiegen wir spät abends in den Zug Richtung Oslo um, von wo aus unser Rückflug nach Berlin ging.



                            Das war's auch schon von meiner diesjährigen Tour. Ich hoffe, euch hat der Bericht gefallen und vielleicht hilft es auch anderen User bei ihrer Tourenplanung in die Gegend um den Saltfjellet NP. Ich fand die Tour jedenfalls sehr abwechslungsreich und spannend - auch mit dem Wetter hatten wir ziemlich Glück. Fragen werden natürlich gerne beantwortet.

                            Ich wünsche viel Spaß beim Lesen und bedanke mich recht herzlich für die netten Kommentare.

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