[PL] Paddeltour auf San und Weichsel, Juli 2021

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    • 24.01.2011
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    [PL] Paddeltour auf San und Weichsel, Juli 2021

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    Die Sommerferien 2021 ging es für uns - Corona sei Dank - wieder mal nur nach Polen. Letztes Jahr waren wir im Nordosten des Landes unterwegs, dieses Jahr ging es auf Dörtes dringenden Wunsch hin in den Südosten, in die Bieszczaden und auf den San. Mich hat der Fluss jetzt nicht besonders gereizt, aber ok. Eher noch wollte ich mal auf den Mittellauf der Weichsel, in die der San mündet. Die Weichsel ist dort bekannt für ihre ausgedehnten Sandbänke, auf denen man sehr schön lagern kann.

    Die Bieszczaden standen immerhin vor >40 Jahren schon mal auf meinem Wunschzettel. Damals war es in meiner Vorstellung eines der abgelegensten Gebirge, die man als Ossi theoretisch erreichen konnte. Nur die Kommunisten setzten aus Angst vor der Solidarność auch dorthin einen Riegel vor und ließen mich seit Beginn der 80er Jahre nicht mehr frei nach Polen reisen.
    Ich fuhr aber auch vorher sowieso lieber nach Süden und Südosten (CS, HU, ROU, BG). Die Polen waren mir damals irgendwie suspekt, da man sie idR nur als Schmuggler wahrnahm, welche die DDR leerkaufen wollten (die Tschechen waren da ganz anders, Zahlen dazu).

    Zurück zum Heute: Die Corona-Lage sah in Polen während und auch noch viele Wochen nach dem Urlaub sehr entspannt aus (während der Rest Europas schon wieder mit 3. oder 4. Wellen zu kämpfen hatte). Die Inzidenzen lagen in Deutschland zu Beginn des Urlaubs 4x höher als in Polen, zum Ende hin 8x höher. Als Geimpfter hatte man schon seit Juni keinerlei Probleme bei Ein- und Ausreise, weder nach Polen rein noch raus bei der Rückkehr nach Deutschland. Einzig ein Impfnachweis musste mitgeführt werden (aber ich kann gleich sagen, dass der kein einziges Mal überprüft wurde).


    Berlin - Czernichów
    Sa 10. Juli 2021, 🚗607km


    Kurz vor 11 tuckern wir los, bis Breslau auf mautfreier Autobahn, ab da geht es 175km an Oppeln vorbei bis Gleiwitz übers Land auf meist schönen kleinen Landstraßen, und durch Kattowitz wieder auf der Autobahn.
    Um 9 Uhr abends, die Sonne ist bereits untergegangen, gelangen wir nach Czernichów, einem Dorf in der Nähe der Weichsel, 20km vor Krakau. An der Weichsel gibt es einen geeigneten Platz zum Übernachten, den ich schon von meiner Donaudelta-Tour 2008 her kenne. Kaum steigen wir aus dem Auto, überfallen uns die Mücken. Schnell mal runter zum Fluss, dann Zelt aufbauen und ab ins Bett.


    Czernichów - Krakau - Humniska
    So 11. Juli 2021, 🚗228km, 🥾8km


    Bei Tageslicht sehen wir uns die Weichsel noch mal genauer an und kochen unseren Morgenkaffee:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5059kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,03 MB ID: 3072220

    Der Fluss ist stark eingetieft, von Deichen gefesselt, der Flussgrund kiesig. Spuren von Pferdewagen und Quad-Spielchen auf der Kiesbank.
    Man könnte die Weichsel auf jeden Fall auch schon ab hier paddeln. Andere machen das regelmäßig. Seit 1999 wird die Nationale Kanu-Rallye auf der Strecke Czernichów-Krakau veranstaltet (Link 2020).

    Kurz vor 10 machen wir uns auf nach Krakau, wo wir ½11 in der Nähe der Weichsel parken. Zwar ist jeder Parkplatz hier als Bezahlparkplatz ausgewiesen (Map), aber am Sonntag ist das Parken frei.
    Wir spazieren am Weichselufer entlang in Richtung der Burg auf dem Wawel, der ehemaligen Residenz der polnischen Könige von 1040 bis 1795. Unter anderem wurden dort, von den polnischen Adligen gewählt, auch der sächsische Kurfürst Friedrich August zum Polnischen König gekrönt (1697), und eine Generation später sein Sohn Friedrich August II. (1734).

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5070kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,57 MB ID: 3072221

    Wir kennen den Wawel bereits von früheren Besuchen der Stadt und lassen ihn heute aus.

    Stattdessen wenden wir uns gleich dem Ring zu, dem großen Marktplatz im Zentrum der Altstadt mit dem imposanten Rathausturm und den Tuchhallen in der Mitte:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5069kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,55 MB ID: 3072218

    Der Platz wurde im 13.Jhdt angelegt und ist mit einer Fläche von 4ha (200 x 200m) einer der größten mittelalterlichen Marktplätze in Europa. Die Architektur ist wie in vielen Städten in ganz Polen im Mittelalter vom damals deutschen Bürgertum geprägt. Krakau war nach Magdeburger Recht organisiert und sogar Mitglied der Hanse.

    Wie überall in Polen ist die Stadt in den letzten 3 Jahrzehnten nach Ende des Kommunismus umfassend saniert worden und glänzt in frischen Farben. Unmengen Touristen bevölkern die Stadt, von Corona kaum eine Spur. Zwar scheint es in Innenräumen einen Maskenzwang zu geben, aber die Hälfte der Leute trägt ihre Maske unterm Kinn, die andere Hälfte verzichtet ganz. Nur wir Deutschen sind wie immer artig und fallen damit auf, dass wir unsere FFP2 korrekt auf dem Gesicht sitzen haben.
    Im Übrigen sind weit über 99% der Touristen Polen, Ausländer bemerken wir extrem selten (das war vor Corona ganz anders).

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    Während die Kutschen auf Touristen warten, sitzen zumeist attraktive Damen auf den Kutschböcken. Sobald sich Kunden gefunden haben, steigen sie ab und lassen alte Männer die Pferde lenken.

    Wir schlendern eine ½h durch die Tuchhallen, Andrea kauft ein Paar Opanken.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5062kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,90 MB ID: 3072219

    Anschließend besuchen wir kurz die Marienkirche mit dem berühmten Veit-Stoß-Altar, dem größten gotischen Hochaltar Europas. Dann geht es für 2h ins Czartoryski-Museum. Andrea möchte unbedingt die Hauptattraktion dieses Museums, das Gemälde “Die Dame mit dem Hermelin” sehen, eines von 4 Frauenportraits von Leonardo da Vinci:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_20210711_150054.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,62 MB ID: 3072216

    Die übrigen Frauenportraits von Leonardo hängen im Louvre in Paris und in der National Gallery of Art in Washington.

    Aber auch die übrige Ausstellung ist interessant, zeigt sie doch vieles aus der Welt des polnischen Hochadels. 1796 wurde dieses älteste Museum Polens von Fürstin Izabella Czartoryska geb. Gräfin von Flemming im Palast der Adelsfamilie Czartoryski in Puławy eingerichtet, den ich bereits 2007 besuchen konnte.
    Das heutige Museumsgebäude in Krakau wurde vor 1½ Jahren umfassend saniert und auf den neuesten Stand gebracht.

    ¾4 setzen wir uns noch neben den Posamentiererturm auf ein Bier. Andrea schreibt Postkarten und hat anschließend Schwierigkeiten, einen Briefkasten zu finden. Die Zeit der Postkarten ist einfach vorbei, muss man mal einsehen.
    Immerhin kam sie noch deutlich vor unserer Rückkehr nach Deutschland bei meinen Eltern an.

    Kurz nach 5 tuckern wir aus der Stadt. Es ist ja noch eine ganze Weile hell, da schaffen wir es noch bis in die Bieszczaden. Unterwegs heftige Gewitterschauer, die auch einmal die Autobahn lahmlegen - 30min bzw 5km stockender Verkehr. Auf der Gegenfahrbahn sah es noch übler aus. Aber das ist alles nichts gegen die gewöhnlichen Staus in Westeuropa. "Der hohe Anteil an Auto-Urlaubern 2021 schlägt sich auch in den ADAC Stauzahlen nieder: In den Monaten Juli und August zählte der ADAC 169.000 Staus mit einer Gesamtlänge von rund 244.000 Kilometern. Gegenüber dem Vorjahr ergibt sich bei der Zahl der Staus ein Plus von rund 50 Prozent. Auch im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 stieg die Zahl der Staus um rund 25 Prozent" (ADAC).

    An der Ausfahrt Dębica Wschód verlassen wir die Autobahn und fahren auf bergigen Landstraßen nach Südosten ins Gebirge, in die Ausläufer der Bieszczaden. Oberhalb von Bresen/Brzozów versuchen wir auf Waldwegen einen Platz zum Schlafen zu finden. Aber die wenigen Wege sind so tief von Traktoren zerfahren worden, dass unser kleiner Daihatsu keine Chance hat und umkehren muss. Hier in Ostpolen ist es oft recht schwierig, geeignete Wildcampingstellen zu finden.
    Nun ist es schon dunkel und wir steuern das nächstbeste Hotel an. Das “Gasthaus unter der Linde” liegt noch 5km weiter hinter Humniska direkt an der Landstraße (Map) und hat gerade noch ein einziges Zimmer frei. Glück gehabt. Für 150 Złotych (~33€) bekommen wir einen stickigen Raum im Dachgeschoß. Zum Glück gehen die Fenster aufzumachen. Aber ansonsten weiß ich schon, warum ich lieber draußen schlafe.

    Auf jeden Fall sind wir schon mal in den Bieszczaden angekommen. Morgen werden wir den San zum ersten mal sehen, ihn an möglichen Einsatzstellen inspizieren, und uns abends mit Dörte treffen, die erst morgen von zu Hause abfahren möchte.
    Zuletzt geändert von Spartaner; 14.09.2021, 13:43.

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    #2
    Humniska - Sanok - Lesko - Wetlina
    Mo 12. Juli 2021, 🚗91km, 🥾9km


    Der große Frühstücksraum hat den Charme der späten 80er Jahre, obwohl das ganze Objekt sicher erst in den letzten 10 Jahren renoviert oder gar neu gebaut wurde. Das Frühstück war weder üppig noch besonders gut, Heißgetränke hat man sich aus einem elektrischen Samowar abgefüllt.

    ½10 fahren wir ab in Richtung Sanok, unserem ersten möglichen Einsatzort am San. Eine ½h später stehen wir kurz unterhalb der alten, schmalen Straßenbrücke zum Biała Góra am Ufer:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5075kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,22 MB ID: 3072734

    Gegenüber sind Schlauchbootverleiher stationiert. Bei ihnen frage ich nach der Befahrbarkeit des San auf dem oberhalb liegenden Abschnitt von Lesko bis Sanok nach. Sie hätten den Abschnitt in diesem Jahr bereits befahren, wollen sich aber bezüglich der derzeitigen Befahrbarkeit nicht festlegen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5099k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,48 MB ID: 3072744

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    Trotzdem einige flache, steinige Stellen erkennbar sind, sieht es für mich erst einmal nicht so schlecht aus. Klar, an einigen Stellen muss man wahrscheinlich treideln, aber im Großen und Ganzen kommt man durch.

    Dann wandern wir eine Runde durch die Stadt, besuchen das Sanoker Königsschloss und die Altstadt, beides hoch auf dem Berg. Saanig/Sanok scheint schon wieder eine deutsche Gründung oder im Mittelalter zumindest wirtschaftlich durch Deutsche dominiert gewesen zu sein.

    In der Wikipedia finden sich diese Fußnoten: “... vom Sanoker Flachland an bis nach Gorlice, Szymbark und Pilzno wurde durch Sachsen kolonisiert und noch heute nennt das Volk diese Gegend ‚na Głuchoniemcach‘.“ In: Geographisches Lexikon des Königreiches Polen. Band II, Warszawa, 1889, S. 612” und “Das deutsche Stadtrecht hatte in Polen, mit wenigen Ausnahmen, von Anfang an für deutsche und polnische Bürger gegolten. In Rotreußen hatte es 1339 Georg II. bei der Gründung von Sanok den "Ungarn, Deutschen, Polen und Rotreussen" gewährt. [...] " 1376 legte er (Oppelner Wladislaus II.) westlich Sanok eine deutsche Stadt an." In: Walter Kuhn: Geschichte der deutschen Ostsiedlung in der Neuzeit. Teil 2”.

    Mir ist das neu, dass so weit im Osten (Sanok gehörte anfangs noch zur Kiewer Rus) die bedeutenderen Orte auch oft von Deutschen gegründet und zu Städten erhoben wurden, die sich dann unter dem Magdeburger Recht oft gut entwickeln konnten.

    Am Marktplatz erwischt uns ein kräftiger Gewitterschauer, der aber unterm Terassenschirm beim Mittagessen schnell weiterzieht:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5093kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,23 MB ID: 3072736
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5095kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,87 MB ID: 3072735

    Zum Schluss möchten wir das große Freiluftmuseum besuchen, den Skansen:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5100kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,25 MB ID: 3072742

    Das Freilichtmuseum wurde im Jahre 1958 errichtet und gehört zu den größten in Polen. Es zeigt einige Dutzend originale und rekonstruierte Gebäude aus den Gebirgsgegenden Niedere Beskiden, Sanoker Flachland und dem polnischen Teil der Bieszczaden. Der ethnografische Park des Museums zeigt traditionelle Lebens- und Arbeitsweisen der polnisch-ruthenischen Bevölkerung der Karpatenvorlandes, außerdem der Walddeutschen, Lemken und Bojken. Bauernhäuser, Speicher, Windmühlen, Wirtschaftsgebäude, ein Wirtshaus und eine Kirche in Holz- bzw. Blockhüttenbauweise können besichtigt werden. Alle Gebäude sind mit entsprechender Ausstattung und teilweise mit Haustieren versehen, so dass das Landleben vergangener Zeiten nachvollzogen werden kann.

    Allerdings haben wir das Pech, das am Montag bereits um 12 Uhr geschlossen wird. Also wird es nichts mit einem Besuch und wir fahren ½3 zum Kaufland und 1h später weiter nach Lesko.
    Lesko empfängt uns mit 1.2km Stau. Wir parken unterhalb der Stadt und besichtigen die Brücke über den San sowie den damals noch in der OSM eingezeichneten Campingplatz. Einen Campingplatz entdecken wir nicht, aber der Weg dahin ist ausgeschildert. Mittlerweile (August 2021) ist er auch von der OSM gelöscht worden.
    Danach schlendern wir kurz durch die auf dem Berg gelegene Altstadt.

    Denkmal “Zum Gedenken an die [polnischen] Gefallenen und Ermordeten in den Kämpfen mit der Ukrainische Aufstandsarmee in den Jahren 1944-1947”:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5109kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,68 MB ID: 3072743

    Pegel Lesko an der Straßenbrücke:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5107kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,57 MB ID: 3072741
    Die aktuellen Werte dieses Pegels lassen sich im Netz abrufen (ebenso wie Sanok, Dynów, Przemyśl und weitere).

    Blick von der Brücke über den San in Lesko:
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5103kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,33 MB ID: 3072740
    Auch hier sieht der Fluss befahrbar aus und ich beschließe, dass wir hier unsere Paddeltour starten werden.

    Aber noch ist es nicht soweit. Zunächst wollen wir ja in den Bieszczaden wandern gehen. So fahren wir ½6 weitere 53km rein ins Gebirge bis auf den Campingplatz Stare Sioło kurz vor Wetlina. Auf Google Maps heißt er Pole namiotowe Nad Rzeką (“Zeltplatz am Fluss”, Map, Fotos, Preisliste).
    Er hat keine Rezeption, sondern man muss sich vorher telefonisch anmelden. Das haben wir mit Hilfe der freundlichen Dame in der Touristeninformation am Marktplatz in Sanok auch gemacht. Man zahlt für die Übernachtung 20Zł/Person und 10Zł fürs Auto, also in Summe für uns beide 50Zł (~11€). Dafür gibt es einen schönen Naturcampingplatz mit Wiese, Badestelle, Feuerstellen, Trockentoilette, aber ohne Strom und ohne Wasser und natürlich auch ohne WLAN. Fast schon wie Wildcampen. Uns gefällt es hier (und echtes Wildcampen ist in dieser touristisch erschlossenen und naturgeschützten Gegend zumindest mit Auto nahezu unmöglich).

    Sehr spät am Abend stößt noch Dörte zu uns. Sie ist erst heute früh im Brandenburgischen aufgebrochen und ist in einem Rutsch durchgedüst bis hier in die Bieszczaden.
    Zuletzt geändert von Spartaner; 22.08.2021, 18:35.

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      #3
      Wetlina - Tarnica - Wetlina
      Di 13. Juli 2021, 🚗51km, 🥾11.4km


      Heute möchten wir die Tarnitza/Tarnica besteigen, mit 1346m der höchste Berg der Bieszczaden.
      Wir verbringen einen sehr ausgedehnten, ruhigen Vormittag auf dem Zeltplatz, mit ausgedehntem Frühstück, baden etc. Das heißt, ruhig sind eigentlich nur die beiden Damen. Ich würde lieber früh loswandern, denn die letzten beiden Tage haben dieses typische sommerliche Wetterschema gezeigt: schöne Vormittage, und Gewitter am Nachmittag.

      Unser Zeltplatz:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5147kc.jpg Ansichten: 471 Größe: 2,97 MB ID: 3073195
      Wir haben die Autos in Zeltnähe, Platz ohne Ende, eigene Feuerstelle und mit der Sitzgruppe ein bisschen Infrastruktur. Kann man sich das auf einem deutschen Campingplatz vorstellen?

      Blickrichtung Fluss:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5140kc.jpg Ansichten: 470 Größe: 2,90 MB ID: 3073191
      Klar, das monströse Zelt, das uns vom Immobilienmakler und seiner Familie am Morgen in der Sichtachse zum Wasser aufgebaut wurde, ist jetzt nicht so toll, aber so ist das nun mal bei grenzenloser Freiheit.

      Badestelle im Fluss:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5144kc.jpg Ansichten: 469 Größe: 2,90 MB ID: 3073194

      Der Hund einer polnischen Familie war ganz vernarrt ins Wasser. Er war ständig baden, tauchte auch gerne mit dem Kopf unter, und wenn die Kinder mal nicht mehr mitspielen wollten, bellte er sie zurück ins Wasser.

      Der Tannenhäher lässt seinen typischen Ruf hören:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5240kc.jpg Ansichten: 466 Größe: 1,68 MB ID: 3073192
      Nicht ganz so markant wie der Sibirische Tannenhäher im Ural, aber ich habe ihn sofort erkannt.

      ¾11 starten wir endlich in Richtung Tarnitza. Wir fahren mit Dörtes Auto, in meinem ist die Rückbank ausgebaut.

      Zu Beginn stoppen wir noch mal 8min am kleinen Laden in Stare Sioło (Map). Hier bezahlen wir den Campingplatz. Den Adressaten des Geldes haben wir nie gesehen. Aber die Chefs der Pfadfinder auf unserem Campingplatz haben uns erklärt, wie das funktioniert. Die Verkäuferin hat eine Geldkassette, in die wir das Geld passend in bar hineinstecken. Sie gibt es dann weiter an unseren Vermieter. Eine Quittung gibt es nicht, das läuft alles auf Vertrauensbasis.

      Die Summe rechnen wir selbst aus: 3*20zł/Person/Nacht, dazu 2 Autos a 10zł/Nacht, also in Summe 160Zł=35.31€ für 2 Nächte.

      Nach insgesamt 25km Autofahrt landen wir in Wołosate, dem Ort, von wo aus der kürzeste Weg hinauf auf die Tarnitza führt. Schon in dem Ort davor, in Ustrzyki Górne, sehen wir Unmengen Autotouristen, die die ausgewiesenen Bezahlparkplätze füllen.

      Noch vor dem Ortseingang von Wołosate stehen wir im Stau. Alle wollen auf die Parkplätze, aber diese sind bereits gefüllt. So müssen wir 1¼h warten, bis wieder genügend Leute davongefahren sind.

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5110kc.jpg Ansichten: 462 Größe: 1,67 MB ID: 3073181

      So ist es bereits ½1, als wir endlich starten. Zunächst geht es 700m die Straße entlang durch das Dorf. Dahinter befindet sich ein Eingangsbereich mit Kassenhäuschen und Toilette. Huch, tatsächlich muss man hier für den Wanderweg bezahlen. Der Eintritt kostet 8ZłpP (~1.75€).

      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5135kc.jpg Ansichten: 462 Größe: 2,24 MB ID: 3073193

      Wir befinden uns im Nationalpark und so ist alles außer wegegebundenes Wandern am Tage verboten:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5134kc.jpg Ansichten: 461 Größe: 2,57 MB ID: 3073190
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5113kc.jpg Ansichten: 465 Größe: 2,26 MB ID: 3073183

      Massen von Leuten aller Alters- und Fitnessklassen wandern den Berg hoch (und da es so spät ist auch schon viele wieder runter). Krass finde ich die Mütter, die den Kleinen auf dem Arm tragen und den “großen” 4-Jährigen an der Hand halten. Es ist ja doch oft recht steil. Ausgewiesen sind die Wegstrecken mit 2h hoch und 1:10h runter. Der Höhenunterschied zwischen Startpunkt und Gipfel beträgt 620m. Der Weg ist ausgebaut (Treppen, zT Geländer), oft ziemlich ausgelatscht, bietet dann auch Möglichkeiten zum Überholen.

      An einem schönen Rastplatz auf 870m Höhe entscheidet sich Andrea, nicht weiterzugehen. Ihr schmerzen bereits die seit der Jugend lädierten Knie. Sie möchte hier warten, bis wir zurückkommen.
      Ab hier laufen wir jeder in unserem eigenen Tempo. Ich möchte noch vor dem erwarteten Nachmittagsgewitter oben ankommen, und Dörte möchte sich wie in Sibirien langsam nach oben bewegen.

      An der Baumgrenze, Blick hoch zum Sattel links und zur Tarnitza rechts:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5116kc.jpg Ansichten: 454 Größe: 1,85 MB ID: 3073182

      Blick vom Sattel in Richtung Nordost:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5118kc.jpg Ansichten: 466 Größe: 1,36 MB ID: 3073185
      Zu sehen sind ganz links der Krzemień, mit 1335m der zweithöchste Berg der Bieszczaden, dann links der Bildmitte die Kopa Bukowska 1320m, rechts der Mitte der Halicz, mit 1333m dritthöchster Berg der Bieszczaden, und rechts der Rozsypaniec 1280m (Panorama UDeuschle). Ein Kartenausschnitt der Compass-Wanderkarte zeigt den hier gezeigten Kernbereich des Bieszczady-Gebirges im Maßstab 1:50000.

      Auf den letzten 400m vom Sattel bis zum Gipfel der Tarnitza kommen mir die meisten Wanderer schon wieder entgegen:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5119k.jpg Ansichten: 460 Größe: 2,14 MB ID: 3073184

      Kurz nach 2 erreiche ich den Gipfel. Für die letzten 476 Höhenmeter habe ich 53min gebraucht. Ich unterhalte mich erstmal ½h mit einem Studentenpärchen aus Łańcut, ruhe mich anschließend auf einer Bank am Ende des Plateaus aus und genieße die Aussicht.

      Gipfelplateau der Tarnitza, Gipfelkreuz:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5120kc.jpg Ansichten: 489 Größe: 1,55 MB ID: 3073180

      Die Fernsicht ist ganz gut, und von den befürchteten Gewittern gibt es keine Spur.
      Habe ich also meinen Schirm nicht umsonst mitgeschleppt (alte Weisheit: nimm den Schirm mit, dann regnet es nicht).

      Man kann ~50km weit in die Ukraine schauen, Blickrichtung Süd:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5129kc.jpg Ansichten: 467 Größe: 1,29 MB ID: 3073187
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5125kc.jpg Ansichten: 460 Größe: 1,28 MB ID: 3073188

      Der erste “Hügel” im Bildvordergrund ist der Menczuł, 1008m hoch. Auf bzw hinter ihm verläuft die ukrainische Grenze, gut sichtbar auf dem Sattel rechts vom Menczuł. Die Wiesen darauf sind polnisch, der Wald dahinter ukrainisch. Die übrigen Berge befinden sich damit alle in der Ukraine.
      Die fernsten heute sichtbaren Berge sind links die Lutańska Holica/Лютанська Холіца, 1374m hoch und 25.5km entfernt, und in Bildmitte die Гора Маковица östlich von Ungwar/Ужгород, 978m hoch und 47.2km entfernt (Panorama UDeuschle).

      Der Ursprung des San ist von der Spitze der Tarnitza aus 13.5km entfernt:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5123k.jpg Ansichten: 449 Größe: 1,62 MB ID: 3073186
      Man kann aber nicht direkt dorthin blicken, da die Bergmassive Kińczyk Bukowski mit 1251m und Stinśka/Стінська mit 1212m zu hoch davor aufragen (Panorama UDeuschle). Da bleibt mir nur, morgen mal direkt dort vorbei zu schauen.

      An richtig klaren Tagen könnte man von hier bis zur Hohen Tatra schauen (190km entfernt), zu den höchsten Bergen der ukrainischen Waldkarpathen (Wielka Sywula 120km, Howerla 165km), und bei perfekten Bedingungen sogar bis Rumänien (Rodna-Gebirge, 230km entfernt).

      Um 3 Uhr erreicht auch Dörte den Gipfel. Wir rasten noch für eine ½h und steigen dann ab. Andrea hat sich gut erholt, und so erreichen wir kurz nach 5 das Auto. Zurück am Zeltplatz wird erst einmal gebadet. Eine heiße Brühe möbelt wieder auf. Das Wasser dafür mache ich auf der Glut eines erloschenen Lagerfeuers der Nachbarn heiß. Es war schon etwas anstrengend für mich, wo ich Wanderungen im Gebirge nicht mehr gewöhnt bin.

      Haben wir uns also heute in den Massentourismus gefügt. Aus heutiger Sicht würde ich eine Wanderung auf die Tarnitza anders angehen. Ich würde nur bis Ustrzyki Górne fahren, das Auto dort parken (kostet genau dieselben 18Zł/Tag wie in Wołosate), und von dort über den Szeroki Wierch den Fernwanderweg E8 zur Tarnica wandern. Von dort dann runter nach Wołosate, und von da mit den oft fahrenden Kleinbussen zurück zum Auto in Ustrzyki Górne. Oder gleich eine größere Runde über die Bukowe Berdo (Połonina Dźwiniacka) und den Krzemień.

      Am Abend beobachten wir neben unserem Lager die Pfadfinder bei ihren Ritualen:
      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5138kc.jpg Ansichten: 459 Größe: 2,35 MB ID: 3073189
      Dort herrscht ein gewisser Drill, es werden patriotische Lieder gesungen und anscheinend so etwas wie ein Aufnahmeritual durchgezogen. Ältere Jugendliche, die schon gewisse Positionen bekleiden, versuchen sich in Reden, die den Zusammenhalt der Rotten beschwören. “Die Sonne wird mich immer wieder trocknen und mir den Weg weisen … ” ... “Allein bist du klein ….” und so in dem Stil.
      Am Ende läuft alles sehr diszipliniert ab und wir erleben keine Störung der Nachtruhe.
      Zuletzt geändert von Spartaner; 13.09.2021, 10:11.

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      • November
        Freak

        Liebt das Forum
        • 17.11.2006
        • 10694

        • Meine Reisen

        #4
        Zitat von Spartaner Beitrag anzeigen
        Aus heutiger Sicht würde ich eine Wanderung auf die Tarnitza anders angehen. Ich würde nur bis Ustrzyki Górne fahren, das Auto dort parken (kostet genau dieselben 18Zł/Tag wie in Wołosate), und von dort über den Szeroki Wierch den Fernwanderweg E8 zur Tarnica wandern. Von dort dann runter nach Wołosate, und von da mit den oft fahrenden Kleinbussen zurück zum Auto in Ustrzyki Górne. Oder gleich eine größere Runde über die Bukowe Berdo (Połonina Dźwiniacka) und den Krzemień.
        Als ich deine Routenbeschreibung gelesen habe, hatte ich dir so was in der Art vorschlagen wollen, aber letztlich bist du ja von selber drauf gekommen. Gleicher Weg hin und zurück muss ohnehin nicht sein und wo Shuttlebusse fahren, sollte man sie auch nutzen.
        Wir waren im Herbst 2019 in den Bieszczady: deutlich weniger voll als während der Sommerferien, allerdings auch etwas weniger Infrastruktur.

        Wer sich nicht in Gefahr begibt, kommt darin um.

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        • Spartaner
          Alter Hase
          • 24.01.2011
          • 2991

          • Meine Reisen

          #5
          Euren schönen Bericht hatte ich mir gestern Abend noch einmal durchgelesen. Jetzt, nachdem man selber dort war, versteht man ja gleich viel besser, wo es jeweils entlangging. Es liest sich sozusagen wie ein neuer Bericht.

          Ein paar eurer Bildmotive vom 29. September werde ich beim meinem nächsten Tag auch einbauen.

          Nur eins funktioniert jetzt auch nicht mehr: in Edge und Opera werden eure Bilder auch nicht mehr angezeigt (in Chrome sowieso nicht). Nur mein TOR-Browser macht keine Probleme damit. Ich würde ja vorschlagen, die Bilder doch noch hier auf ODS hochzuladen. Der Bilder-Upload funktioniert mittlerweile, ich habe es schon oft genug probiert.
          Zuletzt geändert von Spartaner; 28.08.2021, 08:54. Grund: Opera ergänzt

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          • Spartaner
            Alter Hase
            • 24.01.2011
            • 2991

            • Meine Reisen

            #6
            Wetlina - Ursprung des San - Wetlina
            Mi 14. Juli 2021, 🚗112km, 🥾25km


            Heute früh zieht es sich die Morgenroutine nicht ganz so lang wie gestern und so fahren wir bereits ¾10 vom Platz. Unser Wanderziel ist der Ursprung des San, in der südöstlichsten Ecke der Bieszczaden und direkt auf der Grenze zur Ukraine gelegen.
            Zunächst geht es auf guten Straßen über Ustrzyki Górne und Stuposiany bis Tarnawa Niżna, und ab da auf einer einspurigen, im Zerfall befindlichen Teerstraße weiter. Die letzten 3½km sind Schotterstraße bis zum Waldparkplatz “Parking Bukowiec” (Map):

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5149kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,25 MB ID: 3073535

            Bis 1946 gab es hier das Dorf Bukowiec. Weiter darf man mit Auto im Nationalpark nicht fahren. Heute befinden sich hier ein Kassenhäuschen und Toiletten. Wieder zahlen wir 8ZłpP Eintritt, und Andrea kauft sich noch ein Paar Wanderstöcke in der Hoffnung, damit ihre Knie entlasten zu können. Immerhin liegen bis zum Ursprung des San ~11km und 328 Höhenmeter vor uns.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5148kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,96 MB ID: 3073539

            ½12 wandern wir los. Der Weg ist heute viel weniger steil als gestern und schlängelt sich mehr oder weniger nah an der Grenze zur Ukraine dahin, die hier vom San gebildet wird.

            Die ganze Gegend wurde während der Aktion Weichsel von den polnischen Kommunisten vollständig entvölkert und die Dörfer dem Erdboden gleichgemacht. Die Ukrainer, Lemken und Bojken wurden einzelfamilienweise in die ehemaligen deutschen Ostgebiete umgesiedelt, wo die deutsche Bevölkerung vollständig vertrieben war und massenweise Häuser leer standen. Dort sollten sie sich in neuer polnischer Umgebung assimilieren.

            Entlang des San sieht man die Dorfstellen an den Inseln im Wald, die heute noch Wiesen sind. Von den damals üblichen Holzhäusern ist keine Spur übriggeblieben, nur von einzelnen Kirchenbauten sind manchmal steinerne Reste sichtbar.
            Die Reste der Besiedlung werden heute als touristische Attraktionen geführt, gepflegt und zT mit erklärenden Schautafeln bestückt.

            Alter Grabstein am Wegesrand:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5151kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,73 MB ID: 3073540

            Weg durch Wiesenlandschaft:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5158kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,37 MB ID: 3073537
            Warum dieser Weg hier gesperrt sein soll, können wir nicht herausfinden. Wir lassen uns davon jedenfalls nicht vom Weg abbringen.

            Admiral (Vanessa atalanta):
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5194k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,77 MB ID: 3073550

            Große Schillerfalter (Apatura iris):
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5152kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,52 MB ID: 3073536

            Wolfslosung:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5157kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,66 MB ID: 3073538

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5159kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,11 MB ID: 3073543

            Wieder ein vereinzelter alter Gedenksteine am Wegesrand:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5162kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,92 MB ID: 3073545

            Es wandert sich schön durch diese Landschaft:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5168kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,97 MB ID: 3073542

            Premium-Wanderweg:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5174kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,18 MB ID: 3073549

            Die Vegetation auf den Wiesen wuchert auffällig dicht und hoch, offenbar perfekte Wachstumsbedingungen. Ich finde es schade, dass die Wiesen nicht mehr beweidet werden.

            Unterwegs quert man eine Kette kleiner Teiche, die der Biber angelegt haben soll.
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5235kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,63 MB ID: 3073578

            Blick von Beniowa in Richtung Westen:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5169k.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,13 MB ID: 3073541
            Man sieht von links nach rechts die Gipfel von Rozsypaniec, Halicz, Wołowy und ganz klein am rechten Rand die Kopa Bukowska (Panorama UDeuschle). Der Halicz ist, wie bereits mal erwähnt, mit 1333m dritthöchster Berg der Bieszczaden.

            Das wir hier nicht alleine unterwegs sind, merken wir spätestens am ehemaligen Friedhof von Beniowa, einem beliebten Pausenplatz. Etliche Wanderer sowie Fahrradfahrer besuchen den historischen Ort. Eine zweiteilige Schautafel erklärt die Geschichte des Ortes. Was die Linde im Bild oben bereits alles erlebt hat, ist zB hier dargestellt:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5172kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,21 MB ID: 3073544

            Die ersten Erwähnungen von Beniowa gehen auf das 16. Jahrhundert zurück. In der Blütezeit von Beniowa gab es ua Wassermühlen, Sägewerke, eine Fassfabrik, eine Brauerei und sogar eine Glasfabrik und zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine Schmalspurbahn! in der Zwischenkriegszeit gab es hier etwa 100 Häuser. 482 Einwohner waren griechisch-katholisch, 25 römisch-katholisch und 85 jüdisch.

            Am 2. Juni 1946, bereits vor der eigentlichen Aktion Weichsel, wurden die Einwohner im Rahmen eines von den polnischen und sowjetischen Kommunisten ausgehandelten Deportationsprogrammes in die Sowjetunion vertrieben (nach Stryj/Стрий, ethnische Polen in der Sowjetunion mussten von der SU nach Polen, Ukrainer und ähnliche Volksgruppen von Polen in die SU gehen). Im Frühjahr 1947 wurden die Gebäude auf der polnischen Seite vollständig niedergebrannt. Heute ist Beniowa nur noch von einigen wenigen Familien auf der ukrainischen Seite bewohnt, die polnische Seite wurde von der Natur übernommen und ist bis heute unbewohnt.

            Hier stand einmal die Orthodoxe Kirche von Beniowa, der Stein mit dem Fisch ist wahrscheinlich der Sockel des Taufbeckens:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5171kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,20 MB ID: 3073546

            Alter sowjetischer Nahverkehrszug auf der ukrainischen Seite der Grenze:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_32648.jpg Ansichten: 2 Größe: 2,17 MB ID: 3073547
            Alternativbild aus Ukrillisch-Polen: Elektritschka

            Und hier die Schilderung einer Fahrt auf der Strecke, geschildert von 2 jungen Eisenbahn-Enthusiasten.

            Unten in der Senke fließt der San. Manchmal sind es nur wenige Meter hinunter zum Fluss:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5175kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,06 MB ID: 3073551
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5180kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,68 MB ID: 3073552
            Das andere Ufer ist Ukraine.

            Der Fluss führt sehr wenig Wasser und es sind bereits einige der typischen diagonal verlaufenden Felsrippen erkennbar, die den San in seinem Ober- und Mittellauf auszeichnen:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5184k.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,44 MB ID: 3073553
            Ergänzend diese Bilder aus Ukrillisch-Polen, San bei Niedrigwasser: Bild1 (Map), Bild2 (hier oder da?).

            Kaulquappen und Köcherfliegenlarven im San:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5181kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,15 MB ID: 3073548

            Einer der Rastplätze am Wanderweg:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5187kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,06 MB ID: 3073554

            Folgt man den Wegweisern weiter in Richtung Sianki, gelangt man zu den Ruinen des Stroiński-Gutshauses. Früher war es der große Gutshof der Besitzer von Sianki. Die Gebäude bestanden aus einem Herrenhaus und mehreren Wirtschaftsgebäuden, die allesamt aus Holz gebaut waren. Außerdem gab es eine Kapelle. Die steinernen Fundamente der Gebäude wurden vor kurzem freigelegt.

            Ehemalige Hofstellen in Sianki:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5197kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,81 MB ID: 3073556
            Die Gegend war doch damals ziemlich dicht besiedelt.

            Der Biber hat eine große Weide gefällt und uns damit eine Brücke in die Ukraine geschaffen:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5200kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,07 MB ID: 3073557
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5198kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,72 MB ID: 3073555

            San:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5202kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,10 MB ID: 3073562
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5203kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,41 MB ID: 3073560

            Neu errichtete Kapelle in der ehemaligen Dorflage von Sianki (Gróbowiec Hrabiny):
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5204kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,15 MB ID: 3073561

            Hier gibt es ebenfalls einen Rastplatz, und weil Andrea wieder die Knie schmerzen und der Weg schwieriger wurde, bleibt sie hier, während wir noch die restlichen 2.2km bis zum Ursprung des San wandern.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5228kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,17 MB ID: 3073573

            An einem Aussichtspunkt unterhalb des Wierszek (871m) kann man rüberschauen auf das ukrainische Sianki und den Uschok-Pass:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5206kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,15 MB ID: 3073558
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5209kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,02 MB ID: 3073559

            Maulwurf:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5210kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,65 MB ID: 3073563

            Das war nicht der einzige tote Maulwurf auf dieser Wanderung. Neben einem weiteren Maulwurf fanden sich auch etliche tote Spitzmäuse.

            Weißer Germer (Veratrum album)
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5229kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,84 MB ID: 3073572
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5231kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,47 MB ID: 3073575
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5232kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,33 MB ID: 3073576
            Das erfahrene Großvieh rührt diese stark giftige Pflanze nicht an, doch gehen an ihr immer wieder Kälber, Schafe und Ziegen zugrunde.

            Orchidee:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5233kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,89 MB ID: 3073577
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5234kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 865,6 KB ID: 3073574

            Buchenmischwald in der Nähe der San-Quelle:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5211kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,03 MB ID: 3073565

            Um ½4 erreiche ich den offiziellen Ursprung des San:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5212kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,35 MB ID: 3073566
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5217kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,84 MB ID: 3073569

            Wir haben den Beginn des Flusses erreicht, den wir in den nächsten Tagen paddeln möchten. Von hier aus schlängelt er sich 460km durch den äußersten Südosten Polens, entwässert den größten Teil der Biszczaden, bis er unterhalb von Sandomir/Sandomierz in die Weichsel mündet (Map).

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5213kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,36 MB ID: 3073567

            Auf dem Obelisken sind zwei Metallplaketten angebracht. Die oben angebrachte kleine polnische Plakette behauptet, der offizielle Ursprung des San befindet sich hier in der Nähe bei 49°00'19.3"N 22°52'43.5"E (Map). Zugleich aber steht in Klammern dazu “Linker Nebenfluss”.

            10 Meter weiter südöstlich findet sich genau auf der Grenze und genau bei den angegebenen Koordinaten tatsächlich eine kleine Quelle:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5220kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,72 MB ID: 3073570
            Das ist die Quelle, die auf der polnischen Plakette benannt ist (“Umowne źródło Sanu”).

            Auf der großen ukrainischen Plakette steht, dass sich der Ursprung des San auf N49°00’10”, E22°52’30” befindet (Map). Das wäre 400m südwestlich vom Obelisken und 130m tief in der Ukraine. Tatsächlich weist die Openstreetmap dort in der Nähe den wahren Ursprung des San aus (“Неузгоджений витік Сяну”).

            Ganz so weit trauen wir uns nicht in die Ukraine, wer weiß, wo die Grenzer lauern und ich habe heute nicht einmal einen Ausweis oder Pass dabei.
            Die Ukrainer sehen das mit ihrer Grenze und dem Grenzgebiet nicht so absolut locker, wie wir 2010 am Mittelpunkt Europas in der Nähe der rumänischen Grenze erfahren konnten.

            Nur mit der довжина, der Länge des Flusses, vertun sie sich kräftig. Mit 444km wird sie 16km zu kurz angegeben. Wahrscheinlich wurde die Länge damals noch auf kleinmaßstäbigen Generalstabskarten ausgemessen, wo die kleinen Mäander besonders im Oberlauf schnell mal unterschlagen werden.

            10m hinter der Grenze steht auf der ukrainischen Seite eine Infotafel, die aber leider schon so weit verblichen ist, dass man nichts mehr lesen kann:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5216kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,39 MB ID: 3073564

            Freigehauener Grenzsicherungsstreifen auf polnischer Seite:
            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5219kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,97 MB ID: 3073568

            Die Grenze hier ist EU-Außengrenze, aber es gibt hier weder böse Zäune wie in Ungarn oder an der Südgrenze der USA, noch gibt es gute Zäune wie sie derzeit in Litauen und 500km nördlich von hier in Polen gebaut werden.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5225kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,31 MB ID: 3073571

            Nach dem obligatorischen Ich-war-hier-Beweisfoto machen wir uns auf den Rückweg, sammeln Andrea ein und sind um 7 zurück am Auto, welches jetzt ganz alleine auf dem Parkplatz auf uns wartete. Das GPS zeigt mir 25 gewanderte Kilometer an.

            Auf dem Rückweg zum Zeltplatz möchte Dörte noch in der “Wilcza Jama”, der “Wolfshöhle” vorbeischauen und dort Abendbrot essen gehen (Map). Sie kennt dieses Hotel und Restaurant schon von ihrem Besuch im letzten Herbst und fand das Essen dort sehr lecker.
            Aber leider stellt sich heraus, dass das Restaurant schon geschlossen hatte. So fahren wir weiter zu einem Hofladen in der Nähe, der Ziegenkäse aus eigener Produktion anbietet, Bieszczadzka Koza. Die beiden Damen packen sich jeweils ein halbes Kilo verschiedener Käsesorten ein, und ich lasse 2 unserer 6L-Wasserflaschen auffüllen.

            Von dort soll es eigentlich nach Hause gehen, aber als wir nach weiteren 7km am “Caryńska Resort & SPA” vorbeikommen, möchte Dörte doch noch mal versuchen, etwas zu essen zu bekommen.
            Wir setzen uns draußen auf die gut besuchte Terrasse, wo uns ein polnisches Paar bereitwillig einlädt, an ihrem Tisch mit Platz zu nehmen, sie seien bald fertig. Die Kellnerin wollte uns überreden, doch lieber reinzugehen, aber wir bestanden darauf, draußen zu sitzen. Dann passierte erst einmal seitens der Bedienung etliche Minuten nichts mehr. Andere Tische werden leergeräumt, aber eine Bestellung können wir nicht aufgeben.
            Wir unterhalten uns mit den beiden Polen. Sie kommen aus Łańcut und machen hier ein paar Tage Urlaub.
            Und dann stellt sich heraus, es ist nach 9 Uhr und damit Küchenschluss. Wir bekommen hier nichts mehr zu essen. Dörte ist sehr betrübt. Ich erzähle das nur deshalb so ausführlich, weil uns 10 Tage später fast genau das gleiche passiert ist, ziemlich genau dasselbe Schema. Ob der frühe Küchenschluss jetzt speziell Corona-bedingt war oder ganz normal, dass weiß ich nicht.

            Jetzt geht es tatsächlich zurück auf unseren Campingplatz Stare Sioło. Kurz nach ½10, es ist schon ziemlich dunkel, kommen wir an, waschen uns den Schweiß des Tages im Fluss runter und lassen den Abend bei 1, 2 Bieren ausklingen.
            Zuletzt geändert von Spartaner; 02.09.2021, 10:37.

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            • EbsEls
              Erfahren
              • 23.07.2011
              • 416

              • Meine Reisen

              #7
              Danke für die Schilderung dieser Wanderung zur Quelle des San. Mich fasziniert diese Gegend.
              In 2009 stand ich an der Mündung des Wołosaty in den San.
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: image_32690.jpg
Ansichten: 456
Größe: 4,14 MB
ID: 3073644
              Da wollte ich in diese äußerste Ecke der Bieszczady fahren. Das Wetter gab es nicht her.
              Deine Impressionen wecken wieder Lust für die Gegend.
              Viele Grüße aus Thüringen (oder von Sonstwo)
              Eberhard Elsner

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              • Spartaner
                Alter Hase
                • 24.01.2011
                • 2991

                • Meine Reisen

                #8
                Wetlina - Lesko
                Do 15. Juli 2021, 🚗57km, 🥾4km


                Heute fahren wir nach Lesko, unserem Startpunkt der Paddeltour. In meiner naiven Vorstellung fahren wir zur Einsatzstelle, bauen die Boote auf, und paddeln heute unsere erste Etappe auf dem San.

                Lesko liegt bereits unterhalb des einzigen großen Stausees im San, dem Solina-Stausee/Jezioro Solińskie. Dieser Stausee ist mit 22km² der größte von Polen und speist ein Pumpspeicherkraftwerk mit 200MW. Gleich unterhalb liegt noch der in den 20er Jahren gebaute Stausee Jez. Myczkowieckie, der die starken Durchflussschwankungen durch das Pumpspeicherkraftwerk des Solina-Stausees dämpft, und 7 Fluss-km weiter liegt dann die Kleinstadt Lesko.

                In Lesko angekommen suchen wir den Ort, der in der OSM direkt am San als Zeltplatz ausgewiesen war bzw in Google Maps immer noch ausgewiesen ist. Wenn man von der Landstraße DW893 kommt ist am Abzweig in die Straße Turystyczna ein Hinweis auf den Campingplatz zu sehen.

                Aber vor Ort erkennt man nichts. Auch nachfragen bei den Anwohnern bringen keine neuen Erkenntnisse. Allmählich kristallisiert sich heraus, dass man wohl einfach so im Park bzw. auf der Wiese übernachten kann. Einziges Stück Infrastruktur sind zwei Dixiklos.

                Während wir uns so umsehen, ziehen langsam dunkle Wolken auf. Die Frauen wollen auf Nummer sicher gehen und heute nicht mehr abfahren. Sie bauen unter den alten Bäumen am Ufer die Zelte auf und richten das Lager ein. Kurz darauf fängt es an zu regnen, begleitet von Blitz und Donner. Wir wettern eine Weile unterm Tarp ab und entschließen uns dann, hochzufahren in die Stadt.

                ¾2 fahren wir los und parken am oberen Rande des Parkes am Rande der Altstadt. Gerade wollen wir aussteigen, da fängt es so richtig zu schütten an, nicht nur fette Regentropfen, sondern auch richtig große Hagelkörner prasseln aufs Auto. Na schön, im Boot wäre das jetzt nicht so angenehm gewesen.

                ½3 spazieren wir dann los durch die Stadt. Nach wenigen Minuten entdecken die beiden ein Restaurant im ersten Stock eines Eckhauses und wir kehren ein. Zwei Polen am Nachbartisch verzehren gerade jeder ein riesiges Schnitzel und raten uns, uns einen Teller zu teilen. Das machen wir (Andrea und ich) sowieso gerne und die Kellnerin sieht darin auch kein Problem. Wir wollen ja nicht fett werden.

                Von der Freiterrasse des Hotels aus haben wir einen guten Blick über die Straße, wo die Feuerwehr gerade dabei ist, ein Fischgeschäft und einen Angelladen leerzupumpen, die während des Starkregens vollgelaufen sind.

                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_20210715_144351.jpg Ansichten: 0 Größe: 5,63 MB ID: 3073680
                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20210715_143905.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,03 MB ID: 3073679

                2h später gehen wir dann noch eine kleine Runde durch die Stadt, fahren anschließend Tanken und Einkaufen (ua bekomme ich simple Trockenmilch bei Tesco) und sind ¼7 zurück bei den Zelten.

                Der “Campingplatz” hat sich derweil tatsächlich noch etwas gefüllt. Etwas weiter weg auf der Wiese campieren mehrere Familien, und nahe bei uns hat sich ein polnisches Wohnmobil plaziert. Wenig später kommt noch ein junges Paar in einem ausgebauten Sprinter aus Kiel dazu. Sie sind auf ihrer ersten Reise durch Polen und haben bereits viel vom Land gesehen.

                ½8, Abendstimmung am San:
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                In Lesko geht die Sonne übrigens heute 50min eher unter als in Berlin und 61min eher als in Aachen (alle MESZ).
                Zuletzt geändert von Spartaner; 28.08.2021, 16:42.

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                • AlfBerlin
                  Alter Hase
                  • 16.09.2013
                  • 4316

                  • Meine Reisen

                  #9
                  Zitat von Spartaner Beitrag anzeigen
                  ... In Lesko geht die Sonne übrigens heute 50min eher unter als in Berlin ...
                  Krass, wie man sich das antun kann. Da bleibe ich lieber in Brandenburg. Aber interessant zu lesen.

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                  • 51069Swing2
                    Anfänger im Forum
                    • 11.01.2021
                    • 23

                    • Meine Reisen

                    #10
                    Dafür darf man in Lesko auch 50 Minuten früher als in Berlin sein Bettchen am Morgen verlassen; Kann ja auch von Vorteil sein, je nach dem, mit wem man am Vorabend schlafen gegangen ist .....

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                    • Spartaner
                      Alter Hase
                      • 24.01.2011
                      • 2991

                      • Meine Reisen

                      #11
                      Der morgendliche Vorteil beträgt wegen der südlicheren Lage nur 22 Minuten, aber egal, ich hatte nie das Bedürfnis, den von dir postulierten Vorteil zu nutzen.

                      Kommentar


                      • AlfBerlin
                        Alter Hase
                        • 16.09.2013
                        • 4316

                        • Meine Reisen

                        #12
                        Zitat von 51069Swing2 Beitrag anzeigen
                        Dafür darf man in Lesko auch 50 Minuten früher als in Berlin sein Bettchen am Morgen verlassen ...
                        Das macht es nicht besser, sondern noch schlimmer.

                        Aber trotzdem bin ich auf die Fortsetzung der Geschichte gespannt ...

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                        • Spartaner
                          Alter Hase
                          • 24.01.2011
                          • 2991

                          • Meine Reisen

                          #13
                          Lesko - Postołów
                          Fr 16. Juli 2021, 🚗3km, 🥾2km, 🛶8km


                          Wir künzeln unser Frühstück mit den gestern unterm Tarp vor dem Starkregen geretteten Zweigen Totholz und unterhalten uns ein Weilchen mit dem Paar aus Kiel nebenan.

                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_32790.jpg Ansichten: 1 Größe: 2,79 MB ID: 3074103
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                          Dörte hatte ihr Boot bereits gestern abend aufgebaut. Ich weiß, dass sich der Morgen noch ewig hinziehen wird und baue erst jetzt am Vormittag auf.
                          Gegen 12 ist es dann endlich soweit: ich kann die Autos hoch in die Stadt fahren und dort am Rande des Zentrums parken. Hier unten möchte ich sie nicht tagelang unbeobachtet abstellen.

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                          ¾1 geht es dann tatsächlich los: Wir paddeln unsere ersten Meter auf dem San. Zusammen mit der Strömung kommen wir auf 3 bis 7km/h, im Schnitt ~5.3km/h.

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                          Auf den ersten 6km haben wir 7 mal sehr flache, steinige und felsige Flussabschnitte zu überwinden. Das Wasser ist nicht so klar wie von Roland "versprochen" und so sind die Hindernisse unter Wasser auch nicht besonders gut zu erkennen.

                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5276kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,01 MB ID: 3074111
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                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5283kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,35 MB ID: 3074113

                          20min Pause auf einer kleinen Kiesbank:
                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5286kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,40 MB ID: 3074116

                          Ein ¼h nach Ende der Pause ziehen dunkle Wolken auf, es donnert in der Ferne und die beiden Damen möchten an Land abwettern. Wir bauen also in Windeseile das Tarp auf, decken die Boote ab und warten auf den befürchteten Regen.

                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5289kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,58 MB ID: 3074115

                          Der will aber nicht so richtig kommen. Stattdessen kommt uns der Bauer besuchen, dem diese Wiese gehört. Er ist gerade beim Mähen und befürchtet, wir könnten über Nacht hier bleiben. Er bereitet nämlich diesen Platz als Treffpunkt für Hovercrafts, wie er sagt, vor, also für Luftkissenboote.

                          Als es 2½h später dann auch für die Skeptiker so aussieht, als wenn es jetzt nicht mehr regnen würde, möchten wir den Bauern nicht länger ärgern und fahren weiter.
                          Weit kommen wir aber nicht, denn jetzt ist schon längst die Zeit erreicht, wenn Dörte das Lager aufbauen möchte. Lagerplätze zu finden ist schwieriger als erwartet. Überall wuchert hohe krautige Vegetation, und nur, wo der Mensch gemäht hat, findet sich ein freier, zugänglicher Fleck. Oftmals stehen dann aber auch gleich dahinter Ferienhäuser und die meisten von denen sind zZ auch bewohnt.

                          800m unterhalb unseres Pausenplatzes ist dann aber eine gemähte Fläche zu sehen, hinter der nicht gleich ein Haus aufragt. Wir legen an und kämpfen uns einen schmalen steilen Pfad durch hohe Brennesseln und Brombeergestrüpp hoch auf die angrenzende Wiese. 250m entfernt ist ein Haus zu sehen und ich gehe fragen, ob wir hier unten übernachten dürfen. Das Haus ist allerdings noch nicht fertig ausgebaut und zur Zeit ist es unbewohnt. Na gut, hoffen wir, das heute Abend die Besitzer nicht doch noch vorbeikommen. Besonders wohl ist mir nicht dabei, aber andernseits ist es wohl auch so wie bei uns, dass der unmittelbare Uferstreifen eigentlich der “Wasser- und Schifffahrtsverwaltung” untersteht und sich von den Grundstücksbesitzern zusätzlich angeeignet wurde. Oben am Rande der Wiese sind jedenfalls Grundstücksgrenzmarkierungen zu sehen, die diesen Schluss nahelegen.

                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5290kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,26 MB ID: 3074118
                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5294kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,25 MB ID: 3074117

                          Am Abend kommt die Sonne wieder heraus und wir können den Sonnenuntergang in bester Stimmung genießen. Einziges Manko ist die nervige “Bumm-Bumm-Musik”, die zeitweise irgendwo wenige 100m südwestlich von uns erschallt.

                          Nicht einmal ganz 8km haben wir heute auf dem Fluss zurückgelegt und ich ahne schon, dass wir in diesem Tempo wohl niemals auf dem San bis zur Weichsel gelangen werden. :-(
                          Zuletzt geändert von Spartaner; 01.09.2021, 07:20.

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                          • Flachlandtiroler
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                            Liebt das Forum
                            • 14.03.2003
                            • 24630

                            • Meine Reisen

                            #14
                            Zitat von Spartaner Beitrag anzeigen
                            Aus heutiger Sicht würde ich eine Wanderung auf die Tarnitza anders angehen. Ich würde nur bis Ustrzyki Górne fahren, das Auto dort parken (kostet genau dieselben 18Zł/Tag wie in Wołosate), und von dort über den Szeroki Wierch den Fernwanderweg E8 zur Tarnica wandern. Von dort dann runter nach Wołosate, und von da mit den oft fahrenden Kleinbussen zurück zum Auto in Ustrzyki Górne.
                            Ich glaube genau so haben wir es seinerzeit auch gemacht, außer dass wir zum Schluß die elende Landstraße bis Ustricki Gora zurück gelatscht sind... vielleicht ist es eh' eine bessere idee, den zweit höchsten Berg zu bewandern als diese Touri-Attrktion. War schon damals alles niedergetrampelt und recht überlaufen -- vor fast dreißig Jahren.

                            Zum San-Stausse sind wir auch extra gefahren (mit ÖPNV...), denn im San war mit Schwimmen sonst nicht viel mangels Wasserstand. Aber wie es scheint hat es ja mit Euren Booten gepaßt.
                            Meine Reisen (Karte)

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                            • Pfad-Finder
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                              Liebt das Forum
                              • 18.04.2008
                              • 11494

                              • Meine Reisen

                              #15
                              Klüger ist es, die Tour umzudrehen und morgens mit einem der vielen Kleinbusse von Ustrzyki Gorne nach Wolosate zu fahren und dann über Tarnica (oder E8 mit Halicz) über den Szeroki Wierch nach Ustrzyki Gorne zurückzulaufen. Nachmittags fahren nämlich nur noch ganz wenige Kleinbusse von Wolosate nach Ustrzyki Gorne, und der letzte Linienbus fährt so gegen 15:00 Uhr (Stand 2019).
                              So haben wir es jedenfalls gemacht, nachdem wir beim ersten Mal in Wolosate gestrandet waren und nur dank Daumentaxi um die Latscherei rumgekommen waren, siehe Die Reise nach Ukrillisch-Polen.
                              Schutzgemeinschaft Grüne Schrankwand - "Wir nehmen nur das Nötigste mit"

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                              • Spartaner
                                Alter Hase
                                • 24.01.2011
                                • 2991

                                • Meine Reisen

                                #16
                                Zitat von Pfad-Finder Beitrag anzeigen
                                Nachmittags fahren nämlich nur noch ganz wenige Kleinbusse von Wolosate nach Ustrzyki Gorne, und der letzte Linienbus fährt so gegen 15:00 Uhr (Stand 2019).
                                Das hängt sicherlich stark von der Nachfrage bzw dem Andrang auf dem Gipfel ab. Als wir nach dem Gipfel gegen 17 Uhr zurück am Auto waren, haben wir noch mehrere Kleinbusse fahren sehen, die auch immer wieder Leute aufnahmen.
                                Und wir waren an einem Dienstag in den Sommerferien da, ihr an einem Sonntag im Herbst. Vielleicht schätzen ja sogar die geschäftstüchtigen Fahrer ein wenig ihre Sonntagsruhe?

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                                • Spartaner
                                  Alter Hase
                                  • 24.01.2011
                                  • 2991

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  Postołów - Sanok (Olchowce)
                                  Sa 17. Juli 2021, 🥾10km, 🛶13km


                                  Heute schaffen wir es bereits kurz nach ½9 aufs Wasser. Das liegt daran, dass es hier um den gemähten Uferbereich kein leicht erreichbares Künziholz gibt. Das Kraut neben dem gemähten Bereich ist so dicht und hoch gewuchert, dass wir uns nicht bis zu den Bäumen durchschlagen wollen.

                                  Der Morgennebel verfliegt:
                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5296k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,40 MB ID: 3074618

                                  Ohne Frühstück paddeln wir erst einmal los, bis wir eine ¼h später einen angenehmen Rastplatz entdecken, und zwar am rechten Ufer direkt in der Ortslage Łukawica (Map). Auch hier wurde der Uferbereich gemäht und es gibt bereits eine Feuerstelle. Aber der Platz ist nicht direkt einem Grundstück zuzuordnen, sondern dient wahrscheinlich als öffentlicher Anglerplatz. Die Häuser liegen ein paar dutzend Meter oberhalb des Steilhangs und es führt ein öffentlicher Fahrweg runter ans Ufer. Auf dem Satellitenbild ist erkennbar, dass die Bauern hier mit ihren Treckern wohl auch öfter mal den San durchqueren, um auf ihre Wiesen, Felder und Obstplantagen am anderen Flussufer zu gelangen. Der Flussgrund ist felsig und zeigt wieder die bekannten Querrippel.

                                  Künziholz ist viel verfügbar, aber alles trieft vor Nässe. Zum Glück habe ich immer auch eine Tüte Vorrat trockenes Holz dabei, so dass das Feuer leicht zu zünden ist. Die feuchten Zweige lassen sich dann gut an den Seiten des Künzis aufgestapelt vortrocknen und brennen dann ganz normal.

                                  Nach einer knappen Stunde geht es weiter:
                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5298k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,38 MB ID: 3074621

                                  Die Sonne hat sich mittlerweile durchgesetzt. Auch jetzt gibt es immer wieder Flachwasserbereiche, in denen man ganz genau schauen muss, wo man durchkommt. Oft muss man auch kurz aussteigen, um eine Felsrippe zu überqueren. Im Kanu macht sich das schnell und einfach, im Kajak ist es schon aufwändiger.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5299kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,45 MB ID: 3074619

                                  Eisenbahnbrücke Zagórz:
                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5301kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,60 MB ID: 3074620

                                  Sie verband über 93km Schienenweg den kleinen Eisenbahnknoten Zagórz und die heute ukrainische Stadt Sombor/Самбір. So wie sie aussieht stammt die Brücke wohl aus K.u.K.-Zeiten und wurde 1872 als Teil der Ersten Ungarisch-Galizischen Eisenbahn in Betrieb genommen. Die Fahrzeit von Zagórz nach Sambor betrug vor 77 Jahren 2h22min, während man heute mit ÖPV auf Umwegen mindestens 10h einplanen muss.

                                  700m weiter erreichen wir das erste Wehr auf dem San uh Lesko (Map). Wozu das hier gebaut wurde ist nicht klar ersichtlich. Vielleicht wurde oder soll damit ein Kleinwasserkraftwerk betrieben (werden). Möglicherweise ist es links auch befahrbar, aber die Fallhöhe beträgt ~1m, die Wellen sehen heftig aus und so untersuchen wir das nicht näher. Die Beschilderung ist jedenfalls eindeutig und zeigt den Umtrageweg am rechten Ufer. Dieser ist mit nur 70m Länge kurz und gut begehbar.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5302kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,88 MB ID: 3074623
                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5303kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,28 MB ID: 3074624
                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5304kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,10 MB ID: 3074625

                                  Eine erste Gruppe von Leihboot-Paddlern holt uns ein. Sie sind heute Vormittag in Lesko gestartet:
                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5305kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,97 MB ID: 3074626

                                  Eine ½h benötigen wir für die Umtrage, dann geht es weiter. Die Osława bringt leider kein spürbares Plus an Wasser für den San (Map).

                                  Wieder einmal Gänsesäger:
                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5326kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 967,9 KB ID: 3074622

                                  7km weiter auf Höhe von Olchowce, einem der Vororte von Sanok, lädt uns am rechten Ufer wieder einer der raren freigemachten Uferbereiche zum Pausieren ein (Map). Der Platz sieht so groß aus, dass wir zunächst denken, dass hier die Gemeinde für einen großen öffentlichen Platz sorgt.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5329kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,83 MB ID: 3074629

                                  Kurz davor fahren wir uns noch einmal fest. Hier sieht man den felsigen Grund unter Wasser:
                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5328kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,92 MB ID: 3074627
                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5330kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,95 MB ID: 3074630

                                  Im Schatten der Weiden lässt es sich sehr gut ruhen. Später künzeln wir uns noch Kaffee.

                                  Im Laufe des Nachmittags passieren mehr als 100 Leihboot-Paddler unseren Pausenplatz:
                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5331kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,03 MB ID: 3074628

                                  Viele von ihnen fahren sich hier vor unserem Pausenplatz auch fest und es ist interessant zu beobachten, wie sie mit der Situation umgehen. Groß Rücksicht auf das Boot nimmt jedenfalls keiner.

                                  Für mich ist es natürlich jetzt um 2 oder 3 Uhr noch viel zu früh, um schon wieder Feierabend zu machen. Aber Dörte ist so geschafft vom Ein- und Aussteigen an den Flachstellen, dass sie nicht mehr weiter kann und auch die Nacht hier verbringen möchte.

                                  Der Platz ist an sich sehr gut, bietet Sitzgelegenheiten, Feuerstelle, genug Feuerholz, und sogar eine Kühlmöglichkeit in dem fließenden klaren Wasser einer austretenden Quelle.

                                  Morgen ist Sonntag, und nachdem wir uns eine Weile ausgeruht haben, gehe ich um ½5 zum Einkaufen nach Sanok. Morgen soll Kaufland angeblich geschlossen sein, da sichere ich mir lieber heute schon den dort erhältlichen koffeinfreien löslichen Kaffee. Aber natürlich habe ich noch eine lange Einkaufsliste mit den Wünschen der Damen abzuarbeiten.

                                  4½km sind es bis zum Kaufland zu laufen. Auf der Brücke der Landstraße DK28 (Map) erwische ich dieses Raft:
                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5333k.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,05 MB ID: 3074631

                                  Auf dem Foto sieht man auch wieder sehr schön die Eigenart des San oberhalb von Sanok: sein über die gesamten 100m-Flussbreite oft sehr gleichmäßig flaches, felsig-steiniges Flussbett.

                                  Um ¼8 bin ich wieder zurück. Die Damen haben unterdessen die Zelte im Abendlicht aufgebaut:
                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5338kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,94 MB ID: 3074632

                                  Das Bier und der Joghurt werden im kalten Quellwasser versenkt:
                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5341kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,37 MB ID: 3074633

                                  Abends kommen noch Mutter, Großmutter und eine große Kinderschar ans Ufer, gehen dann aber schnell wieder nach Hause. Mittlerweile glaube ich, dieser Platz ist doch privat angelegt, denn es gibt keinen richtigen Zugang vom Dorf hierher.

                                  In der Dämmerung piesacken uns nicht nur Mücken, sondern hier auch so etwas wie Kriebelmücken und Gnitzen, so dass wir wieder schnell im Zelt verschwinden. Die Larven der Kriebelmücken finden auf den gut überströmten Steinen des Flussbettes allerbeste Bedingungen sich festzuheften und Nahrung aus der Strömung zu filtern.
                                  Zuletzt geändert von Spartaner; 03.09.2021, 08:47.

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                                  • Spartaner
                                    Alter Hase
                                    • 24.01.2011
                                    • 2991

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    Sanok (Olchowce) - Diabla Góra
                                    So 18. Juli 2021, 🛶17km


                                    Schöner sonniger Sommermorgen am Ufer des San:
                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5339kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,96 MB ID: 3075291

                                    Andrea hat einige Kriebelmückenbisse abbekommen, auf die sie allergisch reagiert. Die Fußgelenke schwellen an, zu spät eingenommenes Cetirizin sorgt für langsame Besserung. Aber es bleibt schon noch ein paar Tage geschwollen.

                                    Heute morgen zieht es sich wieder sehr und wir kommen erst gegen ¾12 aufs Wasser.

                                    Wieder sind einige Flachstellen zu überwinden:
                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5350kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,21 MB ID: 3075294

                                    Wir finden eine fahrbare Rinne, Dörte hat sich ein Stück verfahren und treidelt ein längeres Stück.

                                    Eine Stunde später wettern wir im Stadtgebiet von Sanok einen einzelnen kleinen Gewitterschauer ab:
                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5351kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,72 MB ID: 3075292

                                    Dörte möchte hier in Sanok die Tour unterbrechen und sucht nach dem nebenan eingezeichneten Campingplatz. Dieser ist jedoch bereits aufgegeben, eventuell wegen Corona. Das Gelände wächst zu.

                                    Dörte ist es zuviel geworden mit dem mehrfachen Aussteigen wegen der Flachstellen. Sie möchte einen Tag unterbrechen, sich den weiteren Verlauf vom Auto aus anschauen und dann entscheiden, wo sie wieder mit uns weiterpaddeln will.

                                    Ich bin mir relativ sicher, dass der schwierigste Abschnitt jetzt überwunden sein muss, aber sie lässt sich von meinen Vermutungen nicht überzeugen. Nicht ohne Grund starteten alle uns bekannten deutschen Reiseberichte erst in Sanok, und nicht bereits in Lesko. Wir haben ja, erkennbar am trüben Wasser des Sans, doch schon einen leicht erhöhten Wasserstand wegen vorhergehender Niederschläge und so war es aus meiner Sicht recht unkompliziert, den Abschnitt von Lesko bis Sanok zu befahren.
                                    Der Pegelstand in Lesko betrug während unserer 3-Tage-Tour bis Sanok (Langzeit-Rekord für diese 24km Flussstrecke!) immer zwischen 170 und 178cm, der Durchfluss entsprechend zwischen 12 und 20m³/s. In Olchowce (Sanok) betrug der Pegelstand zwischen 138 und 145cm, der Durchfluss entsprechend zwischen 12 und 22m³/s.

                                    Bei wirklichem Niedrigwasser wäre die Befahrung für Faltboote aber wohl nahezu unmöglich. Bei diesem Fluss zählt im Niedrigwasserbereich wirklich jeder Zentimeter!

                                    Nach einer ¾h Abwetterns paddeln wir weiter bis hinter den Biała Góra, da wo die Raft-Verleiher ihr Geschäft betreiben. Hier ist ein weiterer Zeltplatz eingezeichnet. Dörte und Andrea gehen ihn suchen, während ich eine ½h bei den Booten warte.

                                    Erfolg haben sie keinen, zelten ist wohl zZ hier nicht möglich. So lässt Dörte ihr Boot mit allem Gepäck am Ufer zurück und holt ihr Auto aus Lesko. Mal sehen, wo wir uns wiedersehen.

                                    Wir zwei übriggebliebenen starten ½3 wieder aufs Wasser. Fast wie erwartet (naja, sicher war ich mir nicht), ändert der Fluss schlagartig seinen Charakter. Anstatt durchgehend felsigem Grund ist er jetzt zu einem ganz normalen “voralpinem” Schotterfluss mutiert. Damit gibt es regelmäßig Kiesbänke an den Ufern, und den typischen Wechsel von ruhiger fließenden Abschnitten und Kiesbankschwellen. Dort findet man oft schöne V-Strömungszungen und manchmal geht es turbulent zu bis Wildwasser WW1. Sicher, ab und zu ragt auch hier mal eine Stein oder eine Felsrippe aus dem Wasser, aber viel seltener als oberhalb von Sanok.

                                    San unterhalb von Sanok:
                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5352kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,21 MB ID: 3075290
                                    Links “am höchsten” die Horodyszcze, 429m, Mitte der Kopacz, 541m und 4km entfernt, und rechts der Pillnik, 473m hoch (Panorama UDeuschle). Der Fluss liegt hier ~280müNN.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5356kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,83 MB ID: 3075293
                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5353kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,16 MB ID: 3075296

                                    Kurze Pause am Ufer:
                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5361kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,10 MB ID: 3075295
                                    Auch hier gibt es nur selten Zugang zum Ufer, alles ist hoch von Vegetation überwuchert. Ein paar Meter landwärts ist auch ein offizieller Pausenplatz für die Rafter. 2 Leute sind an einem provisorisch überdachten Lager, die Frau brät eine große Menge Hühnerkeulen für die bald erwarteten Rafter.

                                    Eindrucksvoll türmen sich die Wolken am Nachmittagshimmel, manchmal grummelt es auch schon:
                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5362kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,52 MB ID: 3075299

                                    Einer der Endpunkte für die Rafter (ZielonyPonton.pl):
                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5363kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,89 MB ID: 3075297

                                    Kurz vor ½5 beginnt es dann auch bei uns zu regnen. Wir flüchten schnell auf einen weiteren Endpunkt der Rafter (Map), machen das Boot am Ufer fest und wettern im Schutze der überdachten Tische ab. Rings um uns blitzt und donnert es. Ganz SO-Polen, die Westukraine, die gesamte Slowakei und große Teile des Balkans erfreuen sich heute dieser Sommergewitter. Ich mag das sehr, dieses Modell-Sommerwetter, welches viel Sonne am Vormittag und viel Wasser am Nachmittag kombiniert. Perfektes Wachstumswetter und wohl eine Erklärung für die so dicht und hoch gewachsene Vegetation entlang der Ufer und auch sonst überall hier im Land.

                                    Blick über den Fluss:
                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5365kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,84 MB ID: 3075300

                                    Es schüttet ordentlich und nach 1h steht diese Pfütze auf der Spritzdecke:
                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5369kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,22 MB ID: 3075298

                                    Sie ist schön dicht, unsere selbstgenähte Spritzdecke, und so müssen wir nur wenig Wasser aus dem Boot wischen.

                                    Wir warten dann noch fast 1h ab, bis wir selber weiterpaddeln. Zwischenzeitlich passieren uns die einzigen 3 Paddler heute:
                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5372kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,54 MB ID: 3075301

                                    Im Laufe des Nachmittags hatten wir Kontakt zu Dörte und einigen uns telefonisch auf den Treffpunkt Campingplatz Diabla Góra auf Höhe des Dorfes Mrzygłód (Map).

                                    Am späten Nachmittag kommt nach Abzug der Gewitter noch einmal die Sonne hervor und taucht die Landschaft in ein warmes Licht:
                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5377kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,43 MB ID: 3075303
                                    Gleich hinter der Brücke liegt unser Tagesziel, der Campingplatz.

                                    ¾7 landen wir an. Fast 17km haben wir heute geschafft, was man schon fast als normal bezeichnen könnte.
                                    Der Campingplatz macht einen guten Eindruck. Ich arbeite mich bis zur Rezeption hoch und vereinbare für uns einen Platz nah am Wasser im Sektor C (Luftbild).

                                    Perfekt! Kurzgemähte Zeltwiese, man hat die Wahl, ob man unter Bäumen oder auf freier Wiese zelten möchte, die ersten direkten Nachbarn sind ~50m entfernt, eine überdachte Sitzgruppe für uns alleine, 30m entfernt ein größerer überdachter Bereich mit Feuerstelle, Koch- und Abwaschgelegenheit sowie Kühlschrank. Die Sanitärcontainer sehen sehr neu aus, fast alles funktioniert, sie werden regelmäßig gereinigt und das Duschwasser ist warm. Für uns 2 mit kleinem Zelt kostet es Σ28Zł/Nacht (~6.14€).

                                    Dörte stößt etwas später dazu. Das Faltboot, ein alter Poucher E65, hatte sie in aufgebautem Zustand auf dem Dach transportiert.

                                    Unser Zeltplatz:
                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5410kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,04 MB ID: 3075302
                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5416kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,96 MB ID: 3075306

                                    Der Campingplatz ist zZ nicht ausgebucht, alle haben viel Platz:
                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5415kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,16 MB ID: 3075307

                                    Großer überdachter Bereich mit großer Feuerstelle in der Mitte:
                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5414kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,96 MB ID: 3075309

                                    Kühlschrank und Kochgelegenheit mit Flüssiggas, alles zur freien Benutzung:
                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5413kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,04 MB ID: 3075304

                                    Sanitärcontainer mit Toiletten und Duschen:
                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: SanitaercontainerDiablaGora.png Ansichten: 0 Größe: 505,4 KB ID: 3075305

                                    Wie schon bei den Touristen in den Städten beobachtet sind auch hier fast alle Camper Einheimische. Neben uns sind die einzigen Ausnahmen eine westdeutsche Familie mit 2 Kindern im Campingbus, ein Paar aus Potsdam mit neu erworbenem kleinen Wohnwagen und ein älteres Paar mit Wohnwagen aus Holland.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20210718_194322k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,84 MB ID: 3075308

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                                      #19
                                      Diabla Góra - Holzarchitektur - Sanok - Diabla Góra
                                      Mo 19. Juli 2021, 🚗55km, 🥾6km


                                      Dörtes Wetterbericht sagt für heute erhebliche Regenmengen voraus, so um die 30 - 50mm, wenn ich mich nicht irre. So entscheiden wir uns für einen Paddel-Ruhetag und wollen, wo wir nun schon mal das Auto hierhaben, die historischen Holzkirchen der Umgebung besuchen, die hier allerorten gepriesen werden.

                                      Die hölzernen Architekturdenkmäler sind entlang von 9 verschiedenen Trassen des Szlak Architektury Drewnianej (województwo podkarpackie) erreichbar. Wir besuchen die Holzkirchen in Hłomcza, Łodzina, Ulucz, Dobra und Tyrawa Solna. Sie liegen allesamt auf Trasse II, der Sanok-Dynów-Route.

                                      ¼12 fahren wir los. Erste Station ist Hłomcza. Die Kirche liegt auf einem Hügel im Ort:
                                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5385kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,76 MB ID: 3075598

                                      Die erste Erwähnung der Gemeinde stammt aus dem Jahr 1400. Die Kirche wurde 1859 erbaut. Vor dem Zweiten Weltkrieg war sie eine griechisch-katholische Kirche der Geburt der seligen Jungfrau Maria.

                                      1945 wurden die Bewohner von Hłomcza, darunter der letzte griechisch-katholische Priester, Pater Mikołaj Aronc, in die ukrainische Region Ternopil umgesiedelt, also in die Sowjetunion vertrieben.
                                      Anschließend besiedelten einige polnische Familien die freigewordenen ukrainischen Gehöfte und die Kirche wurde von ihrer römisch-katholischen Gemeinde übernommen.
                                      Dann kamen die Partisanen der UPA zum Zuge, die diesen Ort mehrfach überfielen und 1946 niedergebrannt haben.
                                      1947 wurde dann von den polnischen Kommunisten mit der “Aktion Weichsel” begonnen, das Problem UPA final zu lösen. Im Unterschied zu den Dörfern im Quellgebiet des San wurden die Dörfer hier aber nicht vollständig dem Erdboden gleichgemacht und die Gegend vollständig entsiedelt. Hier gab es auch damals schon immer auch ein paar polnische Familien, die von den Umsiedlungen nicht betroffen waren, vielleicht auch polnische Zuzügler (die waren 1945-46 das Angriffsziel der UPA).

                                      Hinein kommen wir in die Kirche nicht, der Eingang ist verschlossen. Dafür begeistern uns die uralten Eichen rund um die Kirche:
                                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5386kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,46 MB ID: 3075600

                                      800 Jahre alte Eiche:
                                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5387k.jpg Ansichten: 0 Größe: 930,2 KB ID: 3075597

                                      Jede Kirche war von einem Kranz aus Bäumen, entweder Linden oder Eichen, umgeben. Diese Tradition geht auf heidnische heilige Haine zurück, in denen eine Linde das weibliche Element und die Gesundheit symbolisierte, während eine Eiche das männliche Element und die Stärke darstellte.

                                      Die beiden Eichen werden von den Einheimischen Kyrill und Method genannt. Im Jahr 1939 wurden die Hłomcza-Eichen von Lemberger Dendrologen untersucht, die zu dem Schluss kamen, dass die Kyrill-Eiche an der San-Seite 800 Jahre alt sein könnte, während die Eiche am Glockenturm 700 Jahre alt ist!
                                      1939-41, als die deutsch-sowjetische Grenze entlang des Flusses San verlief, wurde die Eiche mit dem Namen Kyrill von den Deutschen als Ausguck für einen Wachposten genutzt.

                                      Neben der Eiche steht der Glockenturm mit 3 Bronzeglocken, eine davon von 1668, die anderen beiden von ~1800.

                                      Unten im Dorf gibt es ab und zu auch noch alte Gehöfte in traditioneller Holzbauweise:
                                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5382kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,58 MB ID: 3075599

                                      Viele der alten Gehöfte sind aber auch bereits verschwunden oder sind im Zerfall begriffen. In den letzten 20 - 30 Jahren wurde sehr viel neu gebaut und ältere Häuser modernisiert. Die Zersiedelung der Landschaft schreitet weiter schnell voran.

                                      ¾12 sind wir an der nächsten Kirche. Sie liegt nur 3km entfernt in Łodzina oben am Rande der Höhen (Map).

                                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5390kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,89 MB ID: 3075601

                                      Auch diese Kirche ist abgeschlossen. Als es anfängt zu regnen, wir sind fast schon wieder am Auto, kommt uns ein alter Mann entgegen und lädt uns ein, die Kirche von innen zu besichtigen. Er hat uns vom Fenster seines Hauses aus gesehen und schließt uns jetzt auf.

                                      Die Kirche ist erheblich älter als die vorhergehende und wurde 1743 erbaut. Im Inneren ist eine komplette Ikonostase erhalten geblieben:
                                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5391kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,23 MB ID: 3075605

                                      Auch in Łodzina wurden 1945 alle Ukrainer in die Sowjetunion vertrieben, der allergrößte Teil der Dorfbevölkerung. 1946 hat die UPA dann ähnlich agiert wie in Hłomcza.

                                      Während wir die Kirche besichtigen, schüttet es draußen wie aus Eimern:
                                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5394kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,05 MB ID: 3075602

                                      Zum Glück haben wir unsere Schirme dabei und kommen halbwegs trocken wieder zum Auto.

                                      Nächste Station ist die Kirche in Ulucz:
                                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5400kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,92 MB ID: 3075608
                                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5395kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,92 MB ID: 3075603

                                      Sie gehört zu den attraktivsten und am schönsten gelegenen Kirchen in Polen. Bis 1744 befand sich hier ein Kloster. Die Kirche soll in den Jahren 1510-1517 erbaut worden sein. Andererseits haben dendrochronologische Analysen ergeben, dass die gesammelten Holzproben aus dem Jahr 1659 stammen. Die Kirche wurde mehrmals renoviert und umgestaltet.

                                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5396kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,41 MB ID: 3075604

                                      Die Kirche liegt hoch oben auf einem steilen, hohen Hügel und ist von hohem Buchenwald umgeben.
                                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20210719_125555k.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,76 MB ID: 3075614

                                      Es regnet durchgängig, wenn auch nicht mehr ganz so stark wie in Łodzina. Zurück wandern wir einen anderen Weg und bleiben unten fast in der hohen, nassen Vegetation stecken. Der “Weg”, der in der OSM eingezeichnet ist, wird offenbar kaum noch benutzt. Zum Schluss muss auch noch ein Bach gefurtet werden. Aber Luft und Wasser sind sommerlich warm, wir haben nur kurze Hosen und Tevas an, und so gibt es kein Problem.

                                      Letzte Station heute vormittag ist die Kirche in Dobra:
                                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5401kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,87 MB ID: 3075606

                                      Die Kirche wurde 1879 gebaut. Der freistehende Glockenturm mit Tor wurde um 1600 erbaut und um 1700 umgebaut:
                                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5402kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,01 MB ID: 3075610

                                      Türme dieser Art sind in Polen eine Seltenheit.

                                      Nun ist es bereits ½2 und wir beschließen, zum Einkaufen und Essen nach Sanok zu fahren. Am Markt angekommen checkt Dörte nach ihren Kriterien 3, 4 Restaurants, die aber offenbar nicht zufriedenstellend sind, bis wir in einem Hinterhof bei leicht abgesenkten Erwartungen fündig werden (Map). Hier kann man unter einem transparenten Dach auch bei Regen auf der Terasse sitzen und von hoch oben auf dem Berg ins Tal schauen.
                                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5404kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,09 MB ID: 3075607

                                      Gegen ½3 hört der Regen langsam auf. Wir kaufen noch Lebensmittel im Kaufland Sanok ein und fahren wieder zurück in Richtung Zeltplatz. Kurz davor machen wir in Tyrawa Solna noch einen Schlenker zur letzten Kirche heute. Mir ist es bereits etwas viel Kultur und so verzichte ich auf Bilder.

                                      Aber im Prinzip haben wir den Regentag optimal genutzt. Auf dem Wasser wäre das kein Vergnügen geworden. An der Wetterstation in Lesko, ~15 - 20km entfernt von unseren heutigen Aufenthaltsorten, wurden heute 29mm Niederschlagssumme gemessen. Ich bin sicher, dass es auf den Höhen wie zB in Łodzina auch deutlich mehr gewesen sein könnten.

                                      Wir hatten auch diesmal das Boot nicht umgedreht, sondern nur die Spritzdecke geschlossen. Auf der sammelte sich natürlich wieder eine ganze Menge Regenwasser, ein Teil drückte auch durch ins Boot. Trotzdem finde ich es wieder erstaunlich, wie dicht die selbstgenähte Spritzdecke hält.

                                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5407kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,42 MB ID: 3075612
                                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5408kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,16 MB ID: 3075611
                                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5409k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,37 MB ID: 3075613

                                      Das Flusswasser hat seine Farbe gewechselt und ist jetzt hellbraun bis ocker und sehr trübe. Jeder Seitenbach trägt deutlich sichtbar dieses Schlammwasser ein.


                                      Dörte macht Abends noch eine Pilzexkursion hoch auf den Diabla Góra, den Teufelsberg, und bringt reiche Ernte heim:
                                      Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20210720_094108.jpg Ansichten: 0 Größe: 28,5 KB ID: 3075609
                                      Zuletzt geändert von Spartaner; 11.09.2021, 06:32.

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                                      • Spartaner
                                        Alter Hase
                                        • 24.01.2011
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                                        #20
                                        Diabla Góra - Dąbrówka Starzeńska
                                        Di 20. Juli 2021, 🛶31km


                                        Auch heute Morgen kommen noch ab und zu leichte Schauer herunter. Es wird wieder umfangreich gekocht. Lange dauert es auch, bis die Zelte getrocknet sind. Letztlich sind wir erst ¼2 auf dem Wasser.

                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5419kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,21 MB ID: 3075927

                                        Wir haben heute einen leicht erhöhten Wasserstand, die Fließgeschwindigkeit ist etwas höher, aber das Wasser ist immer noch sehr trübe:
                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5420k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,20 MB ID: 3075926

                                        Der Pegelstand betrug gestern Abend in Sanok (Olchowce) maximal 172cm (~67m³/s) und ist bis heute um 10 Uhr auf 159cm gefallen (~44m³/s+). Der Pegel Olchowce liegt ~15.5km oberstrom von Diabla Góra.

                                        Wasserstand (links) und Durchfluss (rechts) in Sanok (Olchowce):
                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: WQSanokOlchowce20Juli2021.png Ansichten: 0 Größe: 389,7 KB ID: 3075947

                                        Dörte hat sich von den verbesserten Verhältnissen auf dem Fluss überzeugt:
                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5417kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,97 MB ID: 3075929

                                        Schwemmholz vor der Straßenbrücke zwischen Hłomcza und Dobra:
                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5421kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,64 MB ID: 3075930

                                        Silberreiher sind öfter zu sehen:
                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5427kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,73 MB ID: 3075928
                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5439kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,80 MB ID: 3075933
                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5448kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,99 MB ID: 3075935

                                        Graureiher natürlich auch, aber die fotografiere ich seltener.

                                        Die Ufer sind weiterhin hoch zugewachsen und bieten nur dort Anlandemöglichkeiten, wo von Menschen gemäht oder sonstwie freigemacht wurde:
                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5429kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,50 MB ID: 3075932
                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5432kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,20 MB ID: 3075934
                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5464kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,43 MB ID: 3075945
                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5431kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,18 MB ID: 3075931

                                        Die 2010 neu gebaute Fußgängerbrücke bei Witryłów wird nicht nur solar, sondern auch mit Windenergie beleuchtet:
                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5453kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 942,7 KB ID: 3075936

                                        Um 3 machen wir eine ¾h Mittagspause an einem gemähten Anglerplatz:
                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5455kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,31 MB ID: 3075937
                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5456kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,03 MB ID: 3075938
                                        Man könnte an dieser Stelle gut zelten, Feuerstelle gibt es auch, aber heute dürfen wir doch noch ein Stück weiter paddeln.

                                        Eine der Brücken war bei näherer Betrachtung keine Fußgängerbrücke, sondern hier wurde Kies mit einem Förderband über den Fluss transportiert (Map):
                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5459kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,40 MB ID: 3075939
                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5461kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,27 MB ID: 3075943
                                        Entlang unserer heutigen Paddelstrecke gibt es ~10 Auenbereiche, in denen Kies abgebaut wurde oder immer noch wird. Übrig blieben bisher ~70 Restgewässer, die mehr oder weniger schnell renaturieren (Beispiel).

                                        Seilfähre zwischen Jabłonica Ruska und Krzemienna (Map):
                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5458kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,82 MB ID: 3075940

                                        Solche Seilfähren gab es mehrfach entlang des San. Aber es werden immer weniger.
                                        Am linken Ufer lädt das Gasthaus "Wiking" zur Rast ein.

                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5462kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,31 MB ID: 3075941

                                        Ein nirgendwo eingezeichneter privater Campingplatz bei Niewistka (Map):
                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5463kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,36 MB ID: 3075942

                                        Diese Fußgänger-Hängebrücke über den San verbindet Siedliska mit Wara:
                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5466kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,35 MB ID: 3075944

                                        ½6 beginnen wir mit der Suche nach einem Lagerplatz. 3 mal inspizieren die Damen potentielle Plätze, die aber immer wieder an Details scheitern. Schließlich landen wir ½7 nach 31km Paddeln an einem offiziellen Rastplatz nahe des Dorfes Dąbrówka Starzeńska an.
                                        Hier gibt es eine große gemähte Wiese, oben am Fahrweg auch Tische und Bänke sowie eine Schutzhütte mit einer großen, aber verdreckten Feuerstelle. Unter der Schutzhütte liegt trockenes Brennholz bereit.

                                        Ein Angler sitzt am Ufer, und als er unsere Unschlüssigkeit bezüglich einer geeigneten Ausstiegsstelle bemerkt, macht er uns seinen Platz frei, wo man relativ gut an Land kommt.

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                                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: _SNY5475kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,03 MB ID: 3075946
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                                        Kurz nach uns kommen mehrfach einzelne Motorradfahrer aus den umliegenden Dörfern vorbei, die den Platz checken. Ich vermute, sie wollten sich hier versammeln, lassen das aber aus Rücksicht auf uns bzw weil sie hier eigentlich auch ungestört sein wollten.
                                        Zuletzt geändert von Spartaner; 12.09.2021, 09:34.

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