[AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

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  • Taunuswanderer
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    12. September 2019, Dusty Roads & Cowboys
    Eine Panne vom Vorabend darf ich noch nachreichen. Nachdem ich mich noch etwas über den Tag aufgeregt hatte und ich gerade etwas unbequem liege mache ich einen hektischen „Move“ im Schlafsack, was mir der Reißverschluss damit quittiert, dass er auf halber Länge aufgeht. Der Schieber lässt sich jedenfalls nicht mehr bewegen und der Reißverschluss nicht mehr schließen...


    zuviel Energie, zu wenig Ruhe...

    Erste Reparaturversuche in der frühen Nacht schlagen fehl. Nevermind, noch ist draußen warm genug: ich drehe die Öffnung nach unten und nutze den Schlafsack als Quilt. Mit etwas Ruhe am nächsten Morgen lässt sich das ganze dann doch ganz leicht beheben (Notiz an mich selbst: In der Ruhe liegt die Kraft!).

    Morgens packe ich direkt zusammen und lege erst mal ein paar km zurück, um einen schöneren Platz fürs Frühstück zu finden...


    Ausblick vom Frühstücksplatz aus

    Nach dem Frühstück geht es dann gemächlich weiter. Heute stehen im Gegensatz zu gestern und vorgestern deutlich weniger Höhenmeter auf dem Programm. Zudem wandere ich fast ausschließlich auf einfachen naturbelassenen Feldwegen. Den ein und anderen kleinen Umweg durchs „Gemüse“ bescheren mir die zahlreichen Kuhherden unterwegs...


    vierbeinige Wegelagerer

    ...wenn das Gelände unübersichtlich ist, dann bin ich immer schon ganz vorsichtig bis gespannt unterwegs: wo ist er denn? Wo ist der Herdenschutzhund? Aber hier ist meist keiner dabei. Dafür Cowboys zu Pferde und ohne. Könnten problemlos in jedem Italowestern mitspielen. Besonders auffällig ist der Typ mit Goldgebiss und Schrotflinte. Ist aber gerade ganz harmlos am Hagebutten pflücken und grüßt grinsend und freundlich.

    Zur Mittagszeit erreiche ich den Chumov/Mirror Lake, welchen ich aufgrund der Umgehung einer weiteren Kuhherde etwas oberhalb anstatt näher am Ufer passiere...


    Blick auf den Spiegelsee Teil 1...


    ...und Teil 2

    ...nach dem Chumov Lake erlaube ich mir einen kleinen Abstecher zu einer in den Fels gehauenen kleinen Kirche...


    unterwegs zur Martirosants-Kirche

    Es gibt dort auch einen kleinen Picknickplatz und Brunnen. Letzterer ist trocken und hinterm Picknickplatz sieht es aus wie nach einer lauen Sommernacht am Frankfurter Mainufer . Ich mache trotzdem kurz Mittag hier....


    Eingang zu Martirosants mit Khachkar


    Altar


    in der Kirche/Kapelle

    ...und breche dann auf gen Martiros. Zuerst erreiche ich „Alt-Martiros“. Eine grüne Oase im sonst recht trockenen Umfeld. Hier wachsen sogar Birken. Unfreiwillig nehme ich eine Abkürzung über eine grüne saftige Wiese...


    grüne Oase Alt-Martiros

    ...bei der Rückkehr auf den Hauptweg kommt dann doch ein aggressiver Hund aus der Ecke eines Gehöfts gesprungen. Gottseidank gut angekettet. Ich kann leicht passieren. In dem neueren Teil von Martiros ist dan schon ein bisschen was los. Viele Leute unterwegs. Am örtlichen Brunnen fülle ich meine Wasservorräte voll auf (5,5 Liter). Muss jetzt auch ein Weilchen reichen. Bis Noravank am übernächsten Tag waren keine weiteren Brunnen/Quellen eingezeichnet (die Praxis sah dann nicht ganz so schlimm aus). Hinterm Ortsausgang von Martiros lege ich dann erst mal wieder ein Päuschen ein und genieße abermals die Aussicht...


    rund und um Martiros dominiert zum ersten Mal die Ackerwirtschaft gegenüber der Weidewirtschaft.

    In der Pause buche ich online mein Hotel in Areni für den übernächsten Tag. Areni war von vornehmeren als behauster Zwischenstopp mit Proviantnachfüllmöglichkeiten eingeplant. Jetzt da ich einschätzen kann wann ich dort sein werde, buche ich schon mal meine Unterkunft vorab. Im übrigen ist mobiles Internet die letzten Tage hier überhaupt kein Problem. Fast überall gab es 3G - nur in manchen abgelegenen Seitentälern nicht...
    ...weiter geht es auf ziemlich staubigen Feldwegen. Der TCT ist auf diesem Abschnitt auch nicht mehr markiert....
    ...mir begegnet derweil die nächste Kuhherde. Ohne Schutzhund. Ohne Cowboy. Aber die Kühe scheinen den Weg zu kennen...


    Kühe mit Ziel

    Die Gegend wird zunehmend trockener...


    Blick zurück


    Dusty Roads ahead

    ...es tauchen erste sandige, steppenartige Flächen auf, deutlich geprägt von Bodenerosion...



    ...dazwischen Acker- und Weideflächen, getrennt von teils recht tiefen Erosionsfurchen, welche um die Jahreszeit kein Wasser mehr führen (in OSM aber gern mal mit Bach ausgewiesen sind)...



    ...auf der Suche nach einer Campstelle begegnet mir dann noch ein weiter Cowboy mit Hund im Schlepptau. Der kleine Vierbeiner bleibt in gebührendem Abstand vor mir stehen, der Cowboy reitet weiter. So langsam wird der Hund ungeduldig und fängt an zu knurren. Ich weiche zwei Meter vom Weg. Er schaut ziemlich kritisch traut sich aber nicht vorbei. Ich gehe weitere 3-4 Meter weg vom Weg. Jetzt packt er seinen ganzen Mut und rennt seinem davonreitenden Herrchen hinterher, der kleine Schi**er...

    Meine Zelt schlage ich dann ein paar hundert Meter weiter nicht weit abseits des Weges auf einem abgeernteten Feld auf. Eigentlich sah es 1-2 km weiter zunächst besser (geschützter) aus, aber da logiert gerade eine Kuhherde. So nehme ich halt die recht offene und gut durchlüftete Fläche, da kann ich schnell noch den Regenponcho (zehn Tropfen außen, einen Viertel Liter Schweiß innen ) trocknen...


    Zeltplatz zwischen Nagerlöchern im Feld und Pferdeäpfeln...

    Abends: Business as usual. Kochen, Abendtoilette und möglichst zum Sonnenuntergang schon ab ins Zelt. Letzteres, da es bereits zu Dämmerung deutlich abkühlt und meist kräftiger Wind aufzieht. Generell sind die Tag-Nacht-Temperaturunterschiede hier deutlich größer als in Mitteleuropa. Die kontinentalen Einflüsse auf das sind deutlich zu spüren.

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  • Taunuswanderer
    antwortet
    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    11. September 2019, Pleiten, Pech und Pannen rund um Kapuyt und Gomk
    In der Nacht gibt es hin und wieder Wetterleuchten. Regen quasi keinen. Das ist auch gut so - schließlich liege ich in einer leichten Senke, eigentlich mehr in einer flachen Rinne. Bei einem Platzregen wäre es wohl etwas feucht geworden. Aber es blieb ja trocken.

    Schon nach ein paar hundert Metern verliere ich das erste mal den Wanderweg, finde ihn aber recht schnell wieder. Irgendwie könnten in diesem Abschnitt die Markierungen etwas besser sein. Gerne sind sie etwas eingewachsen/durch Gestrüpp verdeckt und erst spät oder auf den zweiten Blick zu erkennen. Und so kommt es, dass ich etwas später im Unterholz lande, da ich einem Pfad folge, welcher wohl ein Wildwechsel ist...


    Weg oder Unterholz, so richtig lässt sich das heute früh nicht immer unterscheiden

    ...weiter geht es durch den bewaldeten Hang, welcher immer wieder schöne Lichtungen bietet...



    ...allerdings muss man höllisch auf den Riesenbärenklau aufpassen, der hier überall wächst. Nach dreieinhalb Kilometern ist dann Schluss mit Wald und ich folge Wirtschaftsweg in einem kleinen v-förmigen Tal. Wasser zapfe ich mir direkt aus der noch nicht fertig installierten Leitung, welche hier gerade vergraben wird...



    Sicherheitshalber filtere ich dieses Mal...



    ...etwas weiter oben bietet sich mir dann der Blick ins nächste Seitental Richtung Kapuyt und Gomk. Sieht viel felsiger aus als die Gegend aus der ich gerade komme. Kein Wald mehr, nur noch Buschwerk und Gras...



    Die Gegend rund um Kauyt und Gomk bietet jede Menge neu erschlossene und wieder reaktivierte Wanderwege. Hier begegnet mir auch der einzige andere Wanderer auf dem gesamten Abschnitt zwischen Ughedzor und Areni. Wir begrüßen uns per Handschlag. Er ist allerdings nur auf einer Tagestour unterwegs. Hat sein Auto irgendwo weiter unten in einem Ort abgestellt, dessen Name er vergessen hat.


    reaktivierter alter Weg


    frisch angelegter Single Trail

    Beim steilen Bergabgehen zwickt dann mein Knie ein wenig. Fängt ja gut an...
    ...denn nur wenig später „fährt“ mein Trekkingstock ein und ich liege auf dem Hosenboden. War wohl nur lasch verriegelt...



    Fast 500 Höhenmeter ging es jetzt auf wenigen Kilometern runter. Während die ausgewiesenen Quellen weiter oben um diese Jahreszeit nicht sehr ergiebig waren Matschlöcher), sieht es hier ganz anders aus. Allerdings gibt es hier auch ziemlich viel Landwirtschaft. Ich warte mal mit dem Auffüllen...



    ...lasse den Felstorbogen rechts liegen...


    Blick von gegenüber auf den Felstorbogen

    ...und durchquere eine Wüstung...



    ...bis ich schließlich das Dörfchen Kapuyt erreiche. Die beiden Trinkwasserquellen lasse ich auch aus. Schließlich möchte ich das Wasser nicht bergauf schleppen und am Ortsausgang von Gomk, etwa 4-5 km von hier, ist auch auch noch ein Brunnen eingezeichnet. Den nehme ich...

    ...zwischendurch genieße ich die schöne Landschaft...


    Blick auf Kapuyt

    ...bevor ich Gomk und an dessen Ortsausgang den Brunnen erreiche...



    ...nun ja. Ziemlich trocken. Wasser bekomme ich hier aber gleich. Allerdings anders als gewünscht. Regen setzt ein. Ich kämpfe mich mit Rucksack unter meinen Poncho. Ich habe irgendwie Zuviel Kram am Rucksack außen dran, das ist jetzt irgendwie . Nach dem fünften oder sechsten Versuch (hinsetzen, Poncho über den Rucksack und dann Rucksack samt Poncho anziehen) klappt es irgendwie.
    NB: Den Poncho mustere ich nach meiner Tour dann aus. Zukünftig setze ich wieder auf Regenjacke... .
    Ich schwitze schon unterm Poncho und es fehlt immer noch eine Entscheidung: zurück ins Dorf und nach Wasser fragen oder weiter bergauf und hoffen, dass der eine oder der andere Bachlauf Wasser führt? Ich nehme Tor Nummer zwei. Nach ein paar hundert Metern stoße ich auf einen extrem trockenen Bachlauf. Daneben ein Rohr. Das Wasser wird wohl weiter oben direkt für das Dorf abgezwackt. Also weiter über die Kopfsteinpflasterroute. Wenigstens hat es aufgehört zu regnen und ich werde den -Poncho wieder los. Hinter der nächsten Kurve erscheint eine größere Landwirtschaftliche Anlage mit Kuhställen und Kuhtränken. Betrieb ist hier aktuell keiner, dafür läuft das Wasser. Puh. Geschafft...



    ...ne halbe Stunde vor Sonnenuntergang. Jetzt wird es Zeit ein Camp zu suchen. Von den Höhenlinien auf der Karte sieht es hier gut aus oder aber wieder in drei Kilometern. Das ist mir zu weit. Etwas außerhalb der Anlage an einem terrassierten Hang finde ich zweieinhalb Quadratmeter Fläche für mein Zelt. Nicht ganz eben, aber dafür ohne Kuhfladen...



    ...schnell wird das Zelt aufgebaut und gekocht und husch husch ab ins Zelt. Der nächste Regen kommt...

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  • Taunuswanderer
    antwortet
    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    Kapitel eins: Die Vayots-Dzor-Tour von Ughedzor nach Areni

    Ich frühstücke noch gemütlich im Hotel und anschließend besorge ich mir über die Rezeption ein „Taxi“, welches mich von Vayk zum Trailhead nach Ughedzor bringen soll. Die Verständigung im Hotel läuft ganz gut. Die Dame am Empfang spricht ziemlich gut Englisch. Nur den Namen des Dorfes Ughedzor bekomme ich wohl nich gut genug ausgesprochen. Mit Zeigen auf der Karte, welche im Offline-modus freundlicherweise auch die armenischen Schriftzeichen anzeigt, ist das aber kein Problem. Allzu bekannt scheint das Dorf aber nicht zu sein.
    Der Taxi-Fahrer, Albert („wie Einstein“ sagt er), kann ein paar wenige Worte deutsch, da er zu Sowjet-Zeiten in Roßlau an der Elbe stationiert war und dort zwei Jahre dienen durfte.
    Nach knapp 30 km ist das Ziel erreicht. Zumindest möchte Albert mit seinem Golf nicht weiter. Wir sind am Ortseingang von Ughedzor. Es wird schlammig. Dabei habe ich mich schon gewundert, dass er überhaupt soweit da reingefahren ist. Nach der gut ausgebauten Nationalstraße ging es direkt auf einen holprigen Feldweg mit tiefen Spurrillen, aber Albert hat das bestens gemeistert.
    Bei der Verabschiedung fragt er noch wo ich hin möchte. Ich antworte: Areni, zu Fuß. Er ist erstaunt, dass ich hier wandern möchte und das auch noch mehrere Tage am Stück...

    10. September 2019, kurz vor zehn Uhr: Start in Ughedzor
    ...es geht endlich los. Albert fährt zurück...


    Blick vom Ortseingang Ughedzor in Richtung Yerevan-Meghri-Highway

    ...und ich stehe alleine vor einem halb verlassenen, halb verfallenen Ort am Rande von Vayots Dzor...


    Industrieruine am Ortseingang von Ughedzor

    ...vereinzelt sind ein paar Bauern zu sehen. Der Wanderweg fängt am anderen Ende des Dorfes an und ist erst mal nicht ausgezeichnet. Dazu kommt ein kleines wegloses Stück Wiese (nicht allzu steil) bis man auf einem Bergsattel steht, wo etwas weiter oben ein paar Ruinenreste (Andranik’s Fortress) gerade noch so zu erkennen sind...


    Andranik‘s Fortress

    ...auf dem ersten Bergsattel (ca. 2400 m.ü. NHN) habe ich sowohl einen schönen Blick zurück...


    Blick zurück von Andranik’s Fortress in Richtung Ughedzor und Vorotan Pass

    ...als auch einen guten Ausblick in Richtung Artavan...



    Nach dem kurzen weglosen Stück ist ab hier der Weg für die kommenden Tage ausgezeichnet und zum Teil auch schon etwas bearbeitet...


    erste Wegemarkierung


    frisch angelegter Single Trail

    Nach zweieinhalb Stunden mache ich dann erst mal Mittagspause...


    alles bestens beschildert hier

    ...bei bester Aussicht...


    bei so einer Aussicht möchte ich eigentlich gar nicht weiter wandern...

    ...jetzt wurde ich schon ein paar mal durch flatterndes Viehzeugs aufgeschreckt habe ich schon ein paar mal die Hühner aufgescheucht, bevor ich das erste wenigstens eine Kuckucksdame vor die Linse bekomme...


    leider kein ausreichendes Tele dabei...

    Etwas später treffe ich auf ein paar Menschen, welche am Mirabellen (oder so etwas ähnliches) pflücken sind. Mir wird eine Mitfahrgelegenheit angeboten, welche dankend ablehne.

    Gegen drei Uhr erreiche ich dann das nächste Dorf: Artavan, wo ich gleich mal eine weitere Einladung ausschlage...


    Ortseingang Artavan


    Khachkare und andere alte Steine

    ...am Brunnen fülle ich dann meine Wasservorräte auf...


    Brunnen in Artavan

    ...und folge dem ausgezeichneten Wanderweg. Nach 200m vibriert meine Uhr: „Routenabweichung!“. Ich schaue auf die Karte (App). Tatsächlich bin ich einen anderen ausgezeichneten Wanderweg entlanggegangen. Ich gehe zurück und komme an der Post vorbei...


    Post in Artavan

    ...das müsste jetzt stimmen. Tut es auch. Am Ortsausgang kommt dann die nächste Einladung auf einen Vodka. Ich möchte allerdings heute noch ein paar Kilometer schaffen, daher lehne ich erneut dankend ab. Eine halbe Stunde später mache ich dennoch eine kurze Pause...


    Blick auf einen bewaldeten Berghang

    Die Stärkung kommt zum richtigen Zeitpunkt, denn es folgen gut zugewachsene und somit etwas anstrengende Abschnitte...


    rechts Abbiegen sagt die Markierung...


    wo ist mein Weg?

    Das Wetter wird wechselhafter. So suche ich mir nach gut 18 km Tagesdistanz meine Campstelle etwas früher und geschützter aus. Nachdem das Zelt steht kommen auch ein paar Tropfen runter. Aber noch vor Sonnenuntergang strahlt wieder alles in vollem Sonnenlicht...


    Camp für die erste Nacht

    War jetzt gar nicht so leicht ein passendes Stückchen Land für mein Zelt zu finden. Im Wald viel Wildschweinspuren. Die ursprünglich ausgemachte Wiese zu exponiert für das Wetter. Die Wiese hier noch mit hohem Gras. Da möchte ich ja eigentlich dem Bauern das Gras nicht plattliegen. Allerdings scheint diese Wiese aktuell landwirtschaftlich eh nicht genutzt zu werden. Zu uneben...dafür hat jetzt der Adler das Nachsehen, weil ich in seinem Revier liege. Er kreist kurz ein paar mal über mir und ist dann weg. Dafür gibt es hier Fliegen...


    lästig und DEET-resistent, aber nur dämmerungsaktiv und stechen auch nicht.

    Ich esse früh zu Abend und liege kurz nach Sonnenuntergang um halb acht dann im Bett...


    viertel nach sieben in Armenien...
    Zuletzt geändert von Taunuswanderer; 12.11.2019, 22:29. Grund: falscher Vogel

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  • tikro
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    Ah was für ein Zufall, ich bin im September mit meiner Freundin auch den TCT in Vayotz Dzor gelaufen. Genauer gesagt von Areni nach Ughedzor. Wann warst du genau dort? Wir haben keine anderen Wanderer getroffen, nur eine Gruppe von polnischen Bikepackern.

    edit: ach das Datum steht ja oben, dann waren wir wohl etwa zwei Wochen später da.
    Zuletzt geändert von tikro; 10.11.2019, 20:29.

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  • Baciu
    antwortet
    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    Sehr schön, da wollen wir nächstes Jahr hin. Bin mal gespannt und werde den Bericht aufmerksam verfolgen.

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  • Taunuswanderer
    hat ein Thema erstellt [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus.

    [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus
    Drei kleine Trekkingtouren zwischen Kultur und Natur in Armenien im September 2019...
    ...(meist) entlang des Transcaucasian Trails
    .


    Kapitel eins: Die Vayots-Dzor-Tour von Ughedzor nach Areni


    Kapitel zwei: die Geghama-Gebirgstour von Orbelians Karawanserei bis zum Tempel von Garni


    Kapitel drei: Eine kleine grüne Abschlussrunde mit viel Erholung im Dilijan Nationalpark


    Die Vorgeschichte
    Im Vorfeld wurde ich von Bekannten und Verwandten ja oft gefragt, wie ich denn ausgerechnet auf Armenien komme? Wo liegt das überhaupt? Wie weit Weg? Wie groß? ist es da nicht gefährlich? ...
    ...nun denn: der Kaukasus stand nun schon länger auf meiner Wunschliste und so war ich 2018 auch in Swanetien (Georgien) unterwegs. Auch wandernd - allerdings in einer organisierten Gruppenreise und mit Gepäcktransport. Mein Bedarf an organisierten Reisen ist nun auch wieder für eine Dekade oder zwei gedeckt. Beweggrund damals war hauptsächlich die Sprachbarriere, da ich weder die Georgisch noch Russisch spreche. Vor Ort sah dann doch alles sehr machbar aus, auch mit keinen Sprachkenntnissen kommt man da schon irgendwie durch. Aber viel wichtiger: die Landschaft, die Kultur und das Land gefielen mir so gut, dass ich alsbald gerne mal wieder den „Balkon Europas“ (geografisch schon Asien) besuchen möchte. Der Kaukasus blieb also auf meiner Wunschliste...
    ...just zurück in Deutschland wurde ich auf eine Crowdfunding-Kamagne von Cartisan und http://transcaucasiantrail.org aufmerksam, welche eine Wanderkarte für den Dilijan Nationalpark und den Transcaucasian Trail dort produzieren möchten (Crowdfunding auf Indigogo). Die Kampagne ist erfolgreich und kurze Zeit später bin ich einen kleinen dreistelligen Betrag ärmer, Mitglied bei Transcaucasiantrail.org und werde bald eine Wanderkarte für den Dilijan Nationalpark in Händen halten...
    ...alright...Armenien, ein Land so groß wie Brandenburg, wird mein Urlaubsziel für den Spätsommer 2019. Die Flüge am 8.9.2019 und zurück am 29.9.2019 sind alsbald gebucht. Die Planung kann beginnen...


    Ende März 2019: die Wanderkarte ist da.

    Die Planung
    Der Dilijan Nationalpark ist sicherlich gut für eine Woche Trekking, aber es müssen noch weitere Ziele in Armenien her: Geghama-Gebirge. Klingt gut. Dafür gäbe es auch schon einen TCT-GPS-Track. In Vayots Dzor gibt es auch den ein oder anderen Wanderweg. Im Juli 2019 wird dann, quasi just-in-time ein weiterer TCT-GPS-Track veröffentlicht. Das Khosrov-Waldreservat klingt ebenfalls spannend. Aber es gibt dort Guide-Zwang mit Vorausbuchungspflicht. Das passt mir nicht so recht in die flexible Ausgestaltung meiner Tour. Dann gibt es noch jede Menge Kulturdenkmäler im Land. Da würde ich mir ja schon gerne das ein oder andere erwandern und anschauen...
    ...vor dem Abflug sieht das dann ungefähr so aus:
    Erste Woche Vayots Dzor, zweite Woche Geghama-Gebirge und dritte Woche Dilijan Nationalpark. Immer schön auf dem TCT. Das ganze als Trekkingtour mit Zelt, aber auch mit der ein oder anderen Übernachtung in Gästehäusern/Hotels. Für einen „Thruhike“ wird es vermutlich nicht ganz reichen. Auf der Streichliste steht der Abschnitt zwischen Sevan und Dilijan Nationalpark. Auf eine „guided“ Tour im Khosrov-Waldreservat verzichte ich.

    Die Informationen und Beschreibungen auf Transcaucasiantrail.org sind sehr gut und hilfreich und die GPS-Tracks enthalten auch Wasserquellen/Brunnen, welche in OSM noch nicht enthalten sind. Darauf aufbauend plane ich meine Versorgungslogistik. Noch etwas die Klimadiagramme und weitere Wetterinfos studiert und entsprechend eine Packliste aufgesetzt und ein paar Tage vor Abflug mal geschaut, ob das alles auch funktioniert...


    Packchaos

    ...kurz vor Abreise ersetze ich dann noch das kurzärmelige Wanderhemd durch ein langes und es kommt jetzt noch ein zusätzliches leichtes Softshell-Jacket mit. Für die erste Woche ist nämlich eine Kaltfront in Aussicht.

    Die Anreise - 8./9. September 2019
    Die Anreise erfolgt mittels Flieger von Frankfurt über Wien, mit ein paar Stunden Aufenthalt...



    ...und dann weiter nach Yerevan...



    ...wo ich früh morgens ankomme und erst mal frühstücke und durch die Stadt streife. Denn ich muss noch etwas Zeit (gut fünf bis sechs Stunden) überbrücken, bis ich Gaskartuschen besorgen kann. Nach kurzer Zeit habe ich Begleitung in Form von streunenden Hunden...



    ...zuerst einer, dann zwei, dann ein halbes Dutzend. Wie werde ich diese wieder los? . Bis auf zwei, darunter mein treuer Begleiter auf dem Foto, werde ich die durch Gesten los, welche ich mir bei den Einheimischen abgeguckt habe. Aber die beiden sind echt hartnäckig. Ich geh in den Supermarkt noch etwas Proviant und Feuerzeuge kaufen. Lasse mir extra viel Zeit. Wer wartet draußen? Ich mache Pause, wechsele die Straßenseite. Hilft alles nix. Als ich Pause am Sasuntsi David Platz mache, verteidigt mich der Hund sogar gegen einen Taxi-Fahrer, welcher mir gerade ungefragt ein Angebot unterbreiten wollte. Der Taxi-Fahrer gibt auf...
    ...da hilft nur eins: Metro fahren. Da wird aufgepasst, dass kein Streuner mit reinkommt...

    Nach einem weiteren Frühstück schaue ich dann um zehn Uhr bei HIKEArmenia vorbei. Dort erhalte ich nicht nur aktuelle Infos, sondern auch meine Gaskartuschen. Sie verkaufen welche, aber sie haben auch übriggebliebene von anderen Wanderern für lau. Ferner gibt‘s die Visitenkarte von Tamara, der Office-Managerin, mit dem Angebot dort tagsüber auch anrufen zu können, wenn es Übersetzungsprobleme unterwegs gibt (bspw. bei den B&Bs in Vayots Dzor). Klasse Service und superfreundliche Leute dort. Eine unbedingte Empfehlung für Armenienbesucher, welche outdoors unterwegs sein möchten.

    Nach dem Besuch von HIKEArmenia buche ich mir dann ein Taxi für die 140km-Fahrt nach Vayk in der Provinz Vayots Dzor...



    Da ich vom Nachtflug ohne Schlaf noch ziemlich gerädert bin, übernachte ich dort im Hotel und es geht erst am nächsten Tag auf den Transcaucasian Trail...
    Zuletzt geändert von Taunuswanderer; 25.11.2019, 17:03. Grund: Titelbild ergänzt
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