[DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

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  • lina
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    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    Hallo Ally, vielen Dank :-)

    Ich habe gerade nochmal nachgesehen und dabei festgestellt, dass ich offensichtlich all die kleinen Pfade schon fotografiert habe, da ich diese bevorzuge, also kann man die Ortslage ganz gut sehen

    Mit Gespann: Zu ca. 90% ja.

    Die schmalsten Wege waren im Anfangsbereich der Leine-Auen (siehe Fotos), nach Norden kann man beim beschriebenen Abzweig an den Heuballen auch ein Stück weiter geradeaus und dann an der Landstraße links abbiegen, die Heidepfade sind eigentlich auch ok (mit breiterem Gespann kommt man ggf. etwas mehr in den Sandbereich, das könnte am schwierigsten sein), das schmale Stück kurz vor Buchholz ist nicht lang, da ist man auch zu Fuß schnell durch, und am Ende von Meiers Park muss man eh schieben.

    Mit selbstfahrenden Kindern: sehe ich kein Problem, höchstens im Bereich Hamburg vor Überqueren der Elbe, aber wenn die Kinder Stadtradeln einigermaßen gewöhnt sind, geht’s, es zieht sich nur ein bisschen und bietet wenig Abwechslung (es sei denn, man steuert die Spielplätze in den Wohngebieten an). Aber auch als Erwachsener würde ich (obwohl ich Hamburg sonst wirklich gerne mag) lieber vor der Stadt abbiegen und die Elbe entlang gondeln, durch’s Alte Land zum Beispiel.

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  • Ally
    antwortet
    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    Hallo Lina,

    vielen Dank für den tollen Bericht.
    Wie sieht es aus, ist der Weg gut mit zweispurigen Anhänger befahrbar oder für selbstfahrende Kinder geeignet?

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  • Sturmkobold
    antwortet
    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    Hallo!

    Danke auch für diesen Tipp. Ich werde das bei der Planung berücksichtigen. Auch wenn es evtl. doch nicht der Leine-Heide-Radweg wird. Ist ja auch noch ein bisschen hin.

    Grüße aus der Lüneburger Heide
    Sturmkobold

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  • lina
    antwortet
    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    Alternativ könntet Ihr vielleicht noch bei den örtlichen Kanulagerplätzen auf der Strecke nachfragen, da darf man als Radler manchmal auch das Zelt aufstellen.

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  • Sturmkobold
    antwortet
    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    Ah, danke für den Tipp. Das werde ich mir mal ansehen.
    Da wir noch keine mehrtägige Tour gemacht haben, kann ich noch nicht so genau sagen, wie weit wir wohl so am Tag kommen.
    Sind gerade dabei, das auszutesten.

    Liebe Grüße aus der Heide
    Sturmkobold

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  • lina
    antwortet
    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    Hallo Sturmkobold,
    vielen Dank und herzlich Willkommen im Forum!

    Wie ist denn Eure beabsichtigte Etappenlänge?
    Nicht erschöpfend alle, aber dennoch sehr viele Campingplätze kann man finden, wenn man bei Archies Campings die Nordeuropa-POIs herunterlädt und aus Google Earth öffnet. Dort kann man dann verfügbare Plätze als gelbe Positionsmarker sehen und nachschauen, wie das dazu gehörende Gelände aussieht, um da hin zu kommen.

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  • Sturmkobold
    antwortet
    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    Hallo!

    Dein Bericht war wirklich eine sehr nette Lektüre und mit wirklichen netten Bildern garniert. Vielen Dank dafür. Für die nächsten Sommerferien haben wir (Mann, Frau, Kind) eine längere Radtour mit Übernachtung auf Campingplätzen geplant und haben uns noch nicht so recht entscheiden können, welche Route wir nehmen. Der Leine-Heide-Radweg bietet sich an, da wir keine 10km von Wilsede entfernt wohnen und nach deinen Schilderungen scheint er für uns Radwander-Neulinge auch geeignet zu sein. Ein wichtiges Kriterium ist eine gewisse Dichte an Campingplätzen. Kannst du evtl. dazu etwas sagen, ob in Kinder (9 Jahre, sportlich) geeigneten Etappen welche zu finden sind?

    Grüße aus der Heide
    Sturmkobold

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  • lina
    antwortet
    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    @MonaXY: Ebenfalls dankesehr! :-)

    @Christian J.: Hehe Und ich fahre da einfach so vorbei!
    Die Gegend am anderen Brückenende sah wirklich sehr einladend aus. Sollte ich da nochmal vorbei kommen, werde ich auf jeden Fall ein Kaltgetränk ernsthaft in Betracht ziehen!

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  • Christian J.
    antwortet
    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    Zitat von lina Beitrag anzeigen
    Ach, da werde ich doch glatt nostalgisch: EXAKT gegenüber Deines Standplatzes residierte mal die coolste Kletterer-WG nördlich der Alpen und die abgebildete Brücke war unser Boulder- und Seilbahnbau-Revier. Auf der Bank ganz links hab ich auch so manches Kaltgetränk genossen und den Zügen auf einer der meistbefahrensten Trassen Deutschlands gelauscht.

    Christian

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  • MonaXY
    antwortet
    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    Danke nochmals für deinen sehr informativen Bericht!

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  • lina
    antwortet
    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    Fazit:

    Der Leine-Teil des Leine-Heide-Radwegs ist gut zu befahren – teilweise fast zu gut Er eignet sich somit prima als Trainingsstrecke für Anfänger zur Vorbereitung auf eine größere Tour. Wenn man in Leinefelde beginnt, geht die Linie auf dem Höhendiagramm tendenziell bergab, in Gegenrichtung logischerweise tendenziell bergauf – man kann also wählen. So richtig merkt man die Tendenz jedoch nicht, Hügel gibt’s in beide Richtungen.

    Was den Weg als Versuchsstrecke außerdem qualifiziert, ist die Nähe zur Bahnlinie. Zumindest zwischen Hannover und Leinefelde kann man jederzeit kurzfristig eine Bundesbahn-Haltestelle erreichen. Die Bahn stört nicht wirklich, ab und zu rauscht eben mal ein Zug vorbei, aber das merkt man fast gar nicht. Als störender empfand ich die Abschnitte entlang gut befahrener Straßen. Hier war ich froh, dass ich mit dem Rad unterwegs war und nicht zu Fuß. Die Gegend an sich ist aber durchaus hübsch und abwechslungsreich. Es könnte sich deswegen lohnen, auf Karten nach alternativen Seitenwegen Ausschau zu halten.

    Die Güte der Beschilderung wechselt. Sehr oft war oft kein Schild zu sehen, und ohne den track auf dem Navi wäre ich mehr am Suchen gewesen. Andererseits können, s.o. Umwege auf der Strecke sehr reizvoll sein. Also je nach Wunsch ...

    *

    Zum Heide-Teil ein Fazit zu schreiben, fällt mir ein wenig schwer. Das liegt daran, dass das „Naturerlebnis“ je nach Streckenabschnitt sehr unterschiedlich ausfällt.

    Bis zur und durch die Heide radeln ist wunderbar, aber ab ungefähr Buchholz macht sich die Nähe der Großstadt stark bemerkbar, d.h. wenn man Ruhe & Landschaft sucht, ist man dort eher falsch – gerade wenn man an Wochenenden unterwegs ist. So schön ich Hamburg sonst finde – auch durch Häfen und über die Elbe zu fahren ist toll wäre ich, im Nachhinein betrachtet, lieber in einem weiteren Radius drumherum gekurbelt, damit der Tour-Rhythmus nicht so stark von Ampelschaltungen dirigiert wird – das beginnt ja schon in den Vorstadtbezirken. Alternativ also z.B. in Richtung Westen am Elbdeich entlang durch's alte Land, etc. Geht ja, heißt dann aber nicht mehr Leine-Heide-Radweg (möchte man weiterhin Fernradwegen folgen, dann bietet sich hier der Elbe-Radweg an, alternativ die North Sea Cycle Route).

    Die Beschilderung des Heide-Teils ist sehr unterschiedlich. Die Schildchen mit dem bunten Icon sind nur noch sehr selten zu sehen. In der Heide gibt es nahezu gar keine mehr, hier musss man wissen, wie der nächste Ort heißt und nach gravierten Steinen Ausschau halten. Aber auch in den Ansiedlungen sind nicht viele Schilder zu finden. Karte und/oder track für's Navi sind hier unbedingt empfehlenswert.

    *

    Insgesamt betrachtet war mir aber generell oft zu viel Betrieb auf der Strecke. Zweigte man kurz mal ab oder verfuhr sich, wurde es sofort ruhiger, das fiel richtig auf Natürlich liegt eine hohe Besucherfrequenz auch am generellen touristischen Potential einer Gegend – so sind Bad Heiligenstadt und die Lüneburger Heide einfach beliebte Ausflugsziele, die auch ausgiebig genutzt werden, besonders bei schönem Wetter.

    Zudem schien mir, dass der Verlauf des Radwegs oft auch (mit Ausnahme einiger Streckenteile vor Hamburg) hinsichtlich eines möglichen Befahrens mit schmaleren Reifen konzipiert wurde. Hierfür am besten geeignet sind natürlich glatte, asphaltierte Wege, und die verlaufen oft auf Radspuren neben viel befahrenen Straßen. Auf den Karten sind aber dennoch häufig zusätzliche Feldwege zu finden, auf welchen eine Wegführung eventuell angenehmer wäre. Außerdem ist natürlich auch klar, dass es für Radfernwege unterschiedliche Erwartungen und Ansprüche gibt.

    Da es diese zusätzlichen (Feld-)wege gibt, werde ich künftig wohl wieder auf Karten und naviki zurück greifen und Streckenverläufe selbst zusammenbasteln. Und mich noch viel öfter einfach mal „verfahren“
    Zuletzt geändert von lina; 30.09.2012, 14:31.

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  • lina
    antwortet
    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    Holm Seppensen – Hamburg Hansaplatz
    ca. 53 km

    Am nächsten Morgen blinzelt die Sonne reichlich auf die stationäre CP-Sitzgruppe in Vorgarten-Nähe des nächstgelegenen Wohnmobils, die sich prima zum Kaffeekochen nutzen lässt. Ich brutzle die am Vorabend gekauften, aber nicht mehr verarbeiteten Pilze zum Frühstück, sie in die Packtasche zu stopfen würde ihnen nicht gut bekommen. Kaum frischt etwas Wind auf, wird der Topf gerade mal nur knapp verfehlt von heftigem Eichel-Bombardement von oben: Das erinnert mich doch stark an meine letztjährige Kurz-Radlreise mit dem WAI – mal wieder bin ich also unterwegs in dieser Jahreszeit, wo man beim Zelt-Aufstellen auf die Baumsorte der darüber hängenden Zweige achten sollte. Die sonstigen Platzbewohner flanieren samt Hunden um den See, lassen kleine Segelboote schwimmen und treffen sich zum Kaffee oder alles zusammen oder nacheinander. Umschnattert wird das Ganze von einigen Enten, die die umliegende Grasfläche unermüdlich nach Essbarem absuchen und mein Zelt durchaus interessant finden – ich schließe lieber mal den Innenzelt-Reißverschluss ...

    In der Sonne trocknet meine Behausung schnell, langsam lichtet sich das Gepäckchaos, und meine Habseligkeiten verschwinden wieder in den Packtaschen.

    Zurückkehrend zu der Stelle, an der ich am Abend vorher abgebogen war, stelle ich fest, dass ich das Kopfsteinpflaster dort völlig vergessen habe und auch dass ich eigentlich erst später wieder auf den Weg treffen wollte. Das Rad müsste das zwar abkönnen, und das hat bis jetzt auch geklappt, aber man weiß ja nie ... Zum Glück ist das Geholper jedoch bald vorüber, und der Weg führt hübsch durch Felder, Wiesen bis Seppensen, teilweise später auch über kleine Pfade



    Ein weiterer Reiseradler überholt mich und erzählt in bayerischem Akzent, er sei auf dem Weg nach Dänemark. Schöner Gedanke, irgendwann mal möchte ich da auch nochmal mit dem Rad hin, und am liebsten eigentlich gleich anschließend

    Die Gegend wird langsam hügeliger, da kann man für DK ja schon mal testen

    In Buchholz dann ist gerade Stadtfest, es gibt sehr viele kleine und große Besucher, und einige bugsieren große Bleche und weitere Behältnisse für den Kuchen-Nachschub an die zahlreich aufgebauten Stände. Nach einer kleinen Runde durch's sonnenbeschienene Festgelände inklusive Test-Pflaumenkuchen (lecker ) zum zweiten Kaffee des Tages nehme ich dann aber doch zügig Reißaus durch den beträchtlich ruhigeren Teil des nächsten Stadtparks.

    Auf dem weiteren Weg sind gar nicht so wenige weitere Radler unterwegs – allerdings fast ausnahmslos auf MTBs, mit Federgabeln, Stollenreifen und allen Schikanen. Es sei gar nicht so flach hier, erzählt mir eine Radlerin, die gerade an einer der zahlreich aufgestellten Bänke Pause machte, und eine abwechslungsreiche Gegend zum Radeln – stimmt!

    Offensichtlich verläuft der Weg hier auch auf den Spuren des E1 – das ist ja mal praktisch


    Hiernach kommt erstmal nix mehr

    Eintauchen in den Stuvenwald



    Die Holunderbeeren sind hier wesentlich weniger weit als in Thüringen, fast alle noch grün. Springkraut gibt's auch, zum Glück die gelb blühende Sorte, die weniger intensiv riecht, leider aber sind keine Pilze zu entdecken.

    Lange, lange geht's dann geradeaus durch den Wald, dazwischen wird die Autobahn A1 überquert. Dahinter liegt eine Stück fieses Kopfsteinpflaster ohne Ausweichmöglichkeiten,



    die Strecke wird aber bald wieder besser befahrbar und geht pfeilgerade weiter. Libellen schnurren durch die Sonnenflecken. Es hügelt und im Grün hinter dem gemähten(!) Waldbodenstreifen blitzen ab und zu Him- und Brombeeren :-)



    Nach dem Abzweig zum Forstamt Rosengarten geht's dann erfreulich bergab, nur gebremst von einer Schranke – die auch notwendig ist, so wenige Meter vor einer viel befahrenen Straße

    An dieser liegt dann auch eine Gaststätte mit gut besuchtem Sonnengarten. Es duftet nach Kaffee, ich probiere zum zweiten Mal in meinem bisherigen Leben Schmorgurken (gegen diese Alternative kommen die mitgenommenen Tütensuppen nicht wirklich an ), und der Dialekt vom Nebentisch entpuppt sich nach einigem Rätseln als Plattdeutsch: Zwei perfekt ondulierte Damen fortgeschrittenen Alters tauschen sich ausgiebig aus über Pro und Contra bezüglich der Betreuung ihrer Enkel und genießen dabei in großer Gemütsruhe jede ein riesiges Tortenstück. Nein, man bekommt nicht nur Kännchen hier draußen

    Eigentlich sollte es, laut Höhenmeter-Diagramm, in Richtung Hamburg so langsam eher abwärts gehen, das tut's aber erst später.



    Beim Freilichtmuseum am Kiekeberg, das der Weg passiert, finde ich die Ursache der zahlreichen Traktoren, die auf den Straßen der Umgebung stolz hin- und her gefahren wurden: Das diesjährige große Dampf- und Traktorentreffen.

    Dann nochmal Flitzen über den relativ glatten Belag des Hamburger Stadtwegs, der sich hinter Ehestorf durch den Naturpark Harburger Berge zieht. Stärker bergauf geht es in Gegenrichtung, aber ich bin trotzdem stolz, dass ich das letzte Stück vor der Straße ohne Absteigen schaffe – so langsam rappelt sich die Kondition also doch wieder Es folgen einige konzentrierte Höhenmeter in Meiers Park vor Heimfeld – hier habe ich aber keine Chance, ohne MTB und mit dem ganzen Gepäck hoch zu kommen. Auf den teilweise sehr sandigen Waldwegen wuseln außerdem zahlreich die von den dortigen Auslaufmöglichkeiten begeisterten Vierbeiner der sich dort offensichtlich öfter treffenden Spaziergänger – aber absteigen muss man sowieso, der Sand ist stellenweise viel zu tief, um vorwärts zu kommen.

    Jetzt endlich ein Blick auf's Wasser, im beginnenden Hafengebiet



    Ein Stück noch durch Heimfeld – der Weg geht vorbei am Harburger Rathaus und durchquert etwas später das ausgedehnte weitere Hafengebiet Süderelbe mit seinen vielen Kneipen und Außensitzplätzen. Wenn man sich nicht verfährt, überquert man anschließend die Süderelbe auf der schönen alten & autofreien Süderelbe-Brücke.





    In Wilhelmsburg wähle ich dann die westlicher gelegene Parallelstrecke, zu der mir ein Besucher des Campingplatzes geraten hatte: die Original-Wegführung wäre derzeit erschwert durch Baustellen. Aber auch so zieht sich die Strecke durch scheinbar unendlich viele aneinandergebaute mehrstöckige Häuserblöcke ziemlich lange hin.

    Ich erreiche den Spreehafen und biege ab in den Stadtteil Veddel, von wo aus es über die Neue Elbbrücke in die Hamburger Innenstadt geht. Spannend, diese Strecke mal nicht aus der Auto-Perspektive zu sehen.



    Auf den Radwegen liegen an diesem Tag viele in der Abendsonne glitzernde Glaspartikel, aber ich erreiche sicher den Bahnhof und den Hansaplatz.



    Geschafft!
    Zuletzt geändert von lina; 01.10.2012, 15:18.

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  • lina
    antwortet
    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    Schneverdingen – Holm Seppensen
    ca. 43 km

    Radabteile sind spannend, hier trifft man, gerade am Wochenende, oft Leute, die ebenfalls ihr Radl mit Gepäck beladen haben, und tauscht sich aus, woher und wohin, wie und natürlich: womit

    Auch diesmal schien die Anreise überraschend kurz zu sein, obwohl man ab Hannover doch einige Zeit unterwegs ist und außerdem auch noch meine Zugverbindung erst mit einer Stunde Verspätung klappte. Im Abteil war diesmal ein junges Pärchen, das recht spontan durch die Heide fahren wollte, dann außerhalb des Naturparks zu zelten vorhatte, und alles dabei hatte außer Isomatten. Nun ist Improvisieren im Moment schon noch möglich, auch ist die Gegend gut unter anderem mit Heuhotels versorgt, aber ich habe während des Wochenendes noch öfter an die beiden gedacht.

    In Schneverdingen angekommen kann ich es kaum erwarten, loszufahren – das Wetter ist ideal, gerade richtige 14/15°C und leicht bewölkt – und verfranse mich erst einmal kräftig in den kleinen Straßen

    Schließlich hat's aber doch geklappt, und das ersehnte Schild war in Sicht: Autoverkehr untersagt



    Wenige Meter dahinter beginnt dann tatsächlich die Heidelandschaft – so einen abrupten Wechsel hatte ich nicht erwartet,



    eigentlich ist das Fahrrad hier ein sehr geeignetes Fortbewegungsmittel



    und irgendwann, so während des Dahingondelns, fält mir auf, dass ich hier ja gar nicht auffalle: Mein T-Shirt hat die Farbe einer dieser vielfältigen Erika-Schattierungen – das hatte ich auch noch nie



    Kurz vorher hatte wohl das legendäre alljährliche Heideblütenfest oder so ähnlich stattgefunden, jedenfalls waren einige Leute unterwegs, um sich die blühenden Heideflächen anzusehen. Sie verliefen sich aber in der Weitläufigkeit des Geländes – jedenfalls noch ...

    Es geht an einem (Picknick-)see vorbei, und ab ins nächste Wäldchen – hier komme ich nicht umhin, für Karliene zu bremsen



    So wenig ist hier gar nicht los?

    Während ich mich der Pilzbestimmung zu widmen versuche, tausche ich mich en passant und mitten im Wald, mit unterschiedlichen weiteren Radlern ausgiebig aus über die Schönheit und den Wegzustand polnische Küstenradwege und Radwege entlang der Memel aus und bekomme, durch das übernächste vorbeiradelnde Paar, dann doch noch Hilfe für die Identifizierung der fraglichen Schwammerl: Birkenpilze. Essbar, ja. Manche ja nur einmal, aber diese, doch, ja ... ups ...

    Bis Niederhaverbeck ist der Weg wirklich schön zu fahren.
    Dann ein Restaurant mit großer Wiese, viele Autos, eine Straße zu überqueren. Und in Richtung Wilseder Berg geht es – wieder autofrei – hügelaufwärts.

    Irgendwo in der Hügelmitte beschließe ich, dass mein Proviantpaket zu groß ist für die augenscheinlichen Höhenmeter und schreite zur Reduktion desselben. Dabei entdecke ich, dass ich die Werkzeugschatulle zuhause vergessen habe: kein Messer, kein Spork dabei, ... doch, das klitzekleine Taschenmesserchen am Schlüsselbund – uff, erstmal gerettet

    Während ich da so auf meiner Bank sitze und in-die-Landschaft-guckend mit der ULisierung meiner Gepäckbestandteile beschäftigt bin, steigert sich auf einmal der Geräuschpegel: Um die Kurve kommen mehrere Pferdekutschen mit jeweils über 20 Passagieren plus Hunden – stimmt, irgendwie muss man ja ohne Auto in ein Museumsdorf gelangen können. Dann erstmal keine Menschenseele mehr – ist da eben ein Touristenbus angekommen?

    Eine kleine Runde drehe ich durch's nahe Museumsdorf – da sind sie alle wieder – dann weiter, und einen Abzweig später ist alles wieder still. Die kleinen Wege sind gut zu befahren, und an den Wegrändern blitzen doch noch ein paar Blaubeeren, zwar schwer zu erkennen, weil die Blätter mittlerweilen gesprenkelt sind, aber die gefunden Exemplare sind süß, aromatisch und, da echte Blaubeeren, blau färbend



    Teilweise sehr sandig wird es nun, also absteigen. Auch gibt es inzwischen keine Schilder mehr, und ich bin riesig froh um die pinkfarbene Linie auf meinem Navi-Display (die Wegweisung übernehmen hier mit Ortsnamen gravierte Steine – man muss alternativ also wissen, wie das nächste Ziel heißt).

    Eine Wegkreuzung später, auf einem breiteren Pfad, dann wieder dieser Heidenlärm: Neue Pferdekutschen in Sicht. Die sandigen Wege sind teilweise stark aufgewühlt von den schweren Anhängern, aber daneben gibt es zum Glück immer noch begehbare Pfade. Ich bugsiere das Radl an zwei fotografierenden Japanern vorbei, die zu Fuß unterwegs sind, und darf kurze Zeit später wieder auf einen schmaleren Weg abbiegen.


    Blick zurück, laut Schildern ist Hunde Heide pflücken verboten

    Weiter oben dann der Abzweig nach Undeloh, danach weiter auf hübschen kleinen ruhigen Wegen,



    und später wieder auf straßenbegleitenden Radwegen und kleinen Nebenstraßen



    nach Holm Seppensen, wo ich auf dem Campingplatz unweit der alten Mühle



    mein Zelt am dortigen See aufstellen kann (hier hatte auch schon mal eins der ersten Hamburger ods-Stammtischtreffen stattgefunden ).

    Es ist schon dunkel, bis ich dazu komme, die noch kurz vorher im nahen Laden gekauften Kartoffeln zu kochen, die dann zusammen mit den in Undeloh im Vorbeifahren erworbenen Heideheringen(!)-in-Gelee verspeist werden (mit Hilfe des kleinen Porzellanlöffels aus der Grabbelkiste eines Ladens auf dem Wilseder Berg – ein Messer zum Schnitzen hatte ich ja auch nicht wirklich mit). Egal
    Zuletzt geändert von lina; 03.10.2012, 13:25.

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  • lina
    antwortet
    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    Ahlden – Schneverdingen
    ca. 70 km


    Frrrrüüüühstück!!

    Weiter geht‘s, über die nächste Brücke, in Richtung Hodenhagen (hier gibt's wieder flexiblere Proviantergänzungsmöglichkeiten)



    wo in einem der folgenden Waldstücke Anfang Juli echte Wild-&Wald-Heidelbeeren zu finden sind



    Per Brücke wird die Autobahn A7 überquert, man fährt vorbei am Strandbad Düshorn und rein in viel Landschaft (am südlichen Ortsrand von Ellinghausen/Düshorn führt bikeline einen weiteren Campingplatz auf)





    Walsrode lässt der Weg links liegen, dafür wird Bad Fallingbostel durchquert. Hier ist wieder mehr Betrieb, aber bald wird's wieder ruhiger – man kann die Autobahn hören, aber sieht sie nicht. Manche Wege werden nun schon sandiger, aber nicht bis zu der Tiefe, bei der Manövrieren mit nicht allzu breiten Reifen schwierig wird.



    Dabei boten zu meiner Reisezeit (hier Anfang Juli) die nicht mehr beernteten Spargelfelder einen leicht skurrilen Anblick



    ebenso erstaunte diese Turm-Ansammlung in Mengebostel



    Die Waldstücke werden größer, die Hauptwege ziemlich sandig – aber es gibt gleich daneben besser befahrbarem Radweg-Streifen (einen weiteren CP gibt's in Imbrock (kurz vor Soltau) direkt am Radweg)







    Noch kann man über den Mais drüber gucken, und die Pflanzen auf den Kartoffelfelder bilden weiße und rosa Blütenmeere



    und schließlich folgt wirklich Wald, mit Sandwegen und richtiger Heide





    Beim sogenannten Heidschnuckendorf-incl.-Schäferhof Neuenkirchen war, also ich vorbei fuhr, leider kein einziges Schnucki zu sehen, vielleicht auch weil der Himmel beträchtlich nach mehr Wetter aussah.

    Es folgen lange, leicht hügelige Abschnitte parallel zur wenig befahrenen Straßen, die sich aber prima auf und ab sausen lassen


    Blick zurück

    Dann noch ein bisschen Zickzack durch Felder



    und schließlich Schneverdingen, wo der Leine-Heide-Weg praktischerweise direkt am Bahnhof entlang führt – hier geht's bei nächster Gelegenheit weiter



    *

    Ein bisschen Logistik: Campingplätze sind im bikeline-Faltheft überraschend viele eingezeichnet, können aber auch nicht vorhanden sein (der zwischen Amedorf und Mandelsloh z.B. ist mir noch immer ein Rätsel ). Schutzhütten gibt es dagegen sehr wenige, und wenn, dann liegen diese sehr nahe an Straßen und/oder befahrbaren Wirtschaftswegen.
    Zuletzt geändert von lina; 27.04.2016, 18:46. Grund: Links repariert

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  • lina
    antwortet
    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    Teil 2: Nach Norden

    Neustadt – Ahlden
    ca. 50 km

    Am Abzweig nach Norden befinden wir uns noch immer in der Region Hannover „Land“, und es wird nun noch ländlicher als zuvor. Das heißt, es gibt hauptsächlich Wiesen, dazwischen das eine oder andere kleine Dorf, hie und da ein Feld oder ein Wäldchen – und sonst nix

    Im Neustädter Industriegebiet, das man gleich passiert, kann es deswegen empfehlenswert sein, noch kurz die Vorräte auffüllen, denn danach gibt‘s lange nur noch Landschaft (und damit – aber auch nur manchmal – Dorfläden mit eingeschränkten Öffnungszeiten, für deren Besuch man oft den Radweg verlassen und später wiederfinden muss. Allzu kompliziert ist das nicht, und auch streckenmäßig überschaubar, aber für alle, die gerne einfach weiterfahren wollen, erwähne ich das mal. Den nächsten größeren Supermarkt findet man wieder in Schwarmstedt)



    Bis Basse verläuft der Weg östlich der Leine, diese wird dann aber, kurz vor Mariensee (hier steht eine große Klosteranlage), überquert.



    In Mandelsloh kann man, nach dem überstandenen Stück historischen Kopfsteinpflasters, die Kirche St. Osdag besuchen, danach geht es wieder ins Jrüne (zur Holunderblühzeit am besten die Zutaten für Pfannkuchenteig und eine passende Bratpfanne nicht vergessen )







    Kamille und Klee duften intensiv in der Sonne



    und wenn man Glück hat, ist man zur Zeit der reifen Kirschen unterwegs


    Vogelkirschen am Waldrand kurz vor Niedernstöcken

    Nach erneutem Queren der Leine per Brücke auf einer ruhigen Landstraße, und dem Abbiegen in Richtung Felder und Wald, ist der (momentan) richtige Abzweig tatsächlich der erstmögliche: Auf Höhe der Heuballen oben am Hügel



    geht‘s nach links







    und kurze Zeit später (noch vor Grindau) findet man dann sogar eine funkelnagelneue Schutzhütte am Leine-Ufer (2 Bänke, 1 Tisch, eine Längs- und eine Schmalseite geschlossen) mit ungefähr dieser Aussicht:



    Kurz vor einem weiteren Überqueren von Leine und Aller führt der Weg dann weiter südlich der Leine entlang, zunächst an einer ruhigen Landstraße



    und hinter der Bothmer Mühle wieder über lange Feldwege.

    Zweigt man vor Hodenhagen ab, dann findet man (in Ahlden an der Alten Leine) einen kleinen Campingplatz, wo man manchmal ganz nah am Wasser das Zelt aufschlagen kann







    und in der Dämmerung



    ein beeindruckendes Froschkonzert geboten bekommt (sie geben wirklich alles! )
    Zuletzt geändert von lina; 27.04.2016, 18:12. Grund: Links repariert

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  • lina
    antwortet
    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    @Enja: Mach ich ja, z.B. auf dem E1 oder auch sonst oft.
    Aber Radfernwege sind dafür nicht so geeignet, weil deren Verlauf, wir mir scheint, auch für Räder mit schmaleren Reifen konzipiert wurden – die kommen mit Trampelpfaden weniger gut klar, also gibt's mehr Asphalt.

    @MonaXY: Herzlichen Dank! *freu*

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  • MonaXY
    antwortet
    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    Schöner -Bericht mit super Bildern (die vielen mir bei dir aber schon öfter auf...). Danke!

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  • Enja
    antwortet
    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    Oder versuch es mal zu Fuß. Dann werden die Eindrücke noch intensiver.

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  • lina
    antwortet
    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    Danke :-)

    Es erstaunt mich selbst auch immer wieder, was auf unbekannten Strecken 40 km an Eindrücken bieten können, da das ungefähr die Kilometerzahl meiner sonstigen Abendradelrunden ist, die man mal so eben kurz fährt.

    Gerade als ich jetzt mit dem Zug die Strecke nochmals entlang fuhr, habe ich wieder Vieles entdeckt, was ich unterwegs gar nicht gesehen hatte – das heißt, eigentlich ist man mit dem Rad immer noch zu schnell. Vielleicht sollte man sich wirklich mal die Zeit nehmen, nicht nur einfach den Schildern zu folgen, sondern auf jeden Fall noch den einen oder anderen Umweg zu erkunden?

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  • Enja
    antwortet
    AW: [DE] Auf dem Leine-Heide-Radweg gen Süden und gen Norden

    Ich mag deine Berichte. Nicht nur, weil deine Wege durch meine unmittelbare Heimat führen und dadurch ein hoher Wiedererkennungseffekt entsteht. Die Entdeckung der Langsamkeit mit Tagesetappen um die 40 km. Die Routenführung durch die Banalität des Alltags. Die Höhenmeter in der norddeutschen Tiefebene.....da muss man gar nicht nach Afrika. Das Abenteuer liegt vielleicht gerade im Banalen. Warum in die Ferne schweifen? Du gewinnst deinem und meinem alltäglichen Umfeld völlig neue Blickwinkel ab.

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