[D] Vier Tage Weserradweg

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    • 23.02.2021
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    • Meine Reisen

    [D] Vier Tage Weserradweg

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    Mitreisende
    4 Tage Weserradweg

    Nachdem wir schon mal den Emsradweg gefahren sind (im August 2015) bot sich der Weserradweg als nächster Fluss an, wenn nun auch mit einer zeitlichen Lücke (2021). Von Hannoversch Münden bis Cuxhaven, 522 km: Es war klar, dass die gesamte Länge für mich in den zur Verfügung stehenden 4 Tagen nicht zu schaffen war.

    Um nach Hannoversch Münden zu kommen musste ich allein vier Züge nehmen, alles Nahverkehr, 3,5 Stunden Fahrzeit, und das Wunder passierte: Alle Züge waren mehr oder weniger pünktlich, alle Bahnsteigaufzüge funktionierten. Im Internet konnte ich allerdings kein Ticket für das Rad kaufen und löste es nach mit der freundlichen Hilfe des Schaffners („Nehmen Sie das Tagesticket DB, das passt“).

    Hannoversch Münden dann erstaunlich viele Berge (für den Norden), enge Täler, viel Fachwerk. Und kein Schild für das Foto, um den Beginn des Weserradwegs zu knipsen. Vielleicht gibt es irgendwo dieses Schild, aber nicht am Bahnhof. Irgendwie holperte ich über Brücken und an vierspurigen Straßen entlang, verfuhr mich, es begann heftigst zu regnen. Kein toller Start. Irgendwann dann neben mir ein Fluss, offenbar die Weser, immerhin schon so breit, dass Paddelboote auf ihr treiben konnten.

    Die ersten 20 Kilometer eher durchwachsen, es geht immer an einer Landstraße entlang, zwar auf einem Radweg, aber wenig erhebend. Am Horizont bauen sich immer neue Wolken auf, es ist kalt, der Wind in den engen Biegungen des Flusses böig. Und es geht nicht schön bergab, wie gehofft, sondern immer 20 Höhenmeter hinauf, dann wieder hinab. Der Weg ist irgendwie wellig, führt zur Straße hinauf, dann wieder hinab zu einem Feld. Das strengt an.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20210518_134803.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,97 MB ID: 3050942

    Ich hatte zwar das E-Bike, den Schalter jedoch auf kleinste Stellung, denn ich wollte nun doch 100 km schaffen pro Tag. Interessant, dass diese kleinen Steigungen den Akku weitaus schneller leer saugen als Gegenwind. Bei Gegenwind (den ich am dritten Tag zur Genüge hatte), fährt man einfach langsamer, aber die Steigung muss man mit Kraft hinauf treten (oder absteigen, was ich auch tat. Eine Steigung hatte 25%).

    Es war absolut nichts los auf dem Weg. Ein paar Tagesradler, aber insgesamt sah ich bis zur Nordsee exakt 5 Personen mit Packtaschen. Teilweise ging es kilometerweit geradeaus und niemand vor mir oder hinter mir.
    Die ersten 50 km in den gewundenen Tälern sind für viele Radler sicher schön, mir gefiel es ab Beverungen besser (km 55). Das Tal weitet sich etwas, die Berge werden flacher, man kann etwas den Blick schweifen lassen. Überall Rapsfelder in vollem Gelb und intensivem Duft. Und immer wieder dicke Regenschauern.

    Überraschend für mich, dass es zwar immer mal Unterstände gibt (in denen teilweise das Gras kniehoch stand, und das in der Zeckensaison), aber wenig überraschend, dass die Unterstände immer zum falschen Zeitpunkt kamen. Und keine öffentlichen Toiletten. Deutschland ist das Land ohne öffentliche Toiletten. Reichlich gibt es Ausflugslokale, alle Corona-geschlossen. Auch Supermärkte, Bäckereien und so weiter eher rar gesät. Die Suche nach Proviant und einem Kaffee war nicht wirklich schwierig, aber die kleinen Ortschaften haben kaum noch Infrastruktur.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20210518_164016.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,81 MB ID: 3050948

    Ab 18:00 Uhr habe ich immer Ausschau gehalten nach einem Campingplatz. Da zeigte der Akku auch nur noch den letzten Balken. Nach 110 km auf dem Weserradweg kam ein Camping bei Rühle (Camping Rühler Schweiz). Ich konnte nachweisen, dass ich in Niedersachsen wohnte, hatte einen Corona-Testbericht und mein Akku wurde in der Rezeption über Nacht geladen. Im strömenden Regen baute ich das Zelt auf, beobachtet von den Nachbarn in den Vorzelten sitzend, legte mich hinein und wusste nicht recht, ob der erste Tag nun ein Erfolg ist oder nicht. Ich entschied mich, dass alles gut gelaufen sei. Duschen, in den Schlafsack, lesen und gute Nacht.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20210519_070856.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,34 MB ID: 3050943

    Am nächsten Morgen dichter Nebel. Die Nacht war kalt gewesen (ich hatte Pullover und Jogginghose gegen 1 Uhr nachrüsten müssen. 4 Grad Außentemperatur und ich im Mountain Equipment Classic 500, Komforttemperatur angeblich 0 Grad) und nun war alles richtig nass, nicht nur die Packtaschen im Zelt, sondern wirklich alles. Schneller Aufbruch mit Handschuhen und Mütze.

    Und der Wind frischte auf, blöderweise aus West. Auf der Karte ist zu sehen, dass die Weser bis Porta Westfalica einen ziemlich Bogen nach Westen macht. Gegenwind ist nicht nur quälend, sondern auch laut. Immerhin blieb es weitgehend trocken, nur wenige Schauern diesmal. Die Landschaft weitete sich, Holzminden, Hameln, Hessisch Oldendorf, alles Orte, die ich zuvor überhaupt nicht einordnen konnte. Ein Atomkraftwerk am anderen Ufer (mir fiel erstmals auf, dass alle Atomkraftwerke in Deutschland entlang der Flüsse platziert waren: Ems, Rhein, Weser, Elbe, Donau), aber keine E-Bike Ladestation. In das Welterbe Corvey darf man nicht mit dem Rad hinein fahren, verboten. Okay, auch diese Kirche nicht besuchen.

    Treten, treten, treten. Mehr war nicht. Freihändig fahren ging nicht (der Lenker schlug sofort), Handy immer mal in der rechten Hand für die Navigation (der Weg ist gut ausgeschildert, aber nicht sehr gut). Die Wege eher öde, fand ich. Rund 90% Asphalt, was gut ist, aber eben schnurgerade Wirtschaftswege durch Rapsfelder. Die Weser konnte man immer mal sehen, aber meist ging es kreuz und quer im rech-ten Winkel durch Felder, der Wind penetrant von vorne.

    Porta Westfalica kannte ich schon von oben und sah nun den Kaiser auch mal von unten von der Weser-brücke.

    Wenige Kilometer bis Minden und bis zur Küste bleibt es nun flach. Zu meiner Überraschung in Minden ein Schiffshebewerk. Schiffe aus dem Norden kommend (auf der Weser) werden in den Mittellandkanal gehoben (natürlich in einer Schleuse, nicht mit einem Kran). Foto im Regen, viel Stahl und schönes Klonk-klonk-klonk der Schiffsdiesel. Die Weser schien mir auch hinter Minden nicht wirklich breit, aber ab nun kurbelten richtige Frachtschiffe durch die Bögen, wenn auch nicht viele.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20210518_155233.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,64 MB ID: 3050944

    In Petershagen dann die Mutter aller Regengüsse, den ich erfreulich unter dem Vordach einer Bäckerei verbringen konnte. Die Apfeltaschen waren DLG-prämiert, wie ein Schild sagte und der Kaffee sehr gut. Auf meinen Hinweis „wenig Steckdosen für E-Bikes hier in der Gegend“ ging die Verkäuferin leider nicht näher ein.
    Das tat dann aber ein Landwirt, den ich beim nächsten Schauer fragte, ob ich mich in seiner Scheune unterstellen dürfte. Er bot mir sofort seine Steckdose an, vor uns kam ein Unwetter runter mit Blitz und Donner (er schickte die drei Kinder lieber ins Haus, nachdem wir zuvor in der Scheune auf die Torwand geschossen hatten). Wir unterhielten uns über die Dürre 2018-2019, den Rapsanbau (er holte eine Tüte mit Rapskugeln, sehr guter Ertrag dieses Jahr), die Baustoffknappheit (keine Festpreise mehr für Dach-stühle, außerdem Wartezeit), Schule (sein Kleinster war in der ersten Klasse) und Internet (er hat 1MBit/Sek. Leistung). Nach einer Stunde fuhr ich weiter, ich vermute, der Bauer wollte auch bald zum Abendessen.

    Ich wurde dann richtig nass. Es schüttete weiter aus Kübeln, dazu Wind. Ich kam an diesem zweiten Tag bis zum Camping in Stolzenau (244 km ab dem Start), wo der Regen auch aufhörte. Der Campingwart war nur über Telefon zu erreichen, ich legte Coronatestbericht und Geld in der Rezeption ab und stieg in mein Zelt. Irgendwann kam der Campingwart noch, aber da war ich schon im Schlafsack. Übrigens ein toller Platz, sehr zu empfehlen.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20210519_185924.jpg Ansichten: 0 Größe: 4,41 MB ID: 3050945

    Nachts schrie erst ein Käuzchen über Stunden hinweg, dann läuteten die Kirchenglocken alle Viertel-stunde und es kreiste irgendwo ein Hubschrauber. Aber am nächsten Morgen schien die Sonne. Zwar nicht auf mein Zelt, aber die Weiterfahrt war schon angenehmer ohne Regen. Die Landschaft nun flach, viele Kieswerke, Hecken neben dem Weg, weiter viel Raps, keine Fachwerkhäuser mehr, sondern roter Backstein, riesige Trecker. Einige Dörfer sehr hübsch und wie aus der Zeit gefallen, andere erschreckend herunter gewirtschaftet.

    Sehr nett ist Nienburg an der Weser. Ich musste einen neuen Corona-Test machen lassen (problemlos im Testcenter), brauchte Kettenfett, da mein Kette nach dem Regen quietschte (super freundlicher Rad-laden am Rathaus, wo mir der Mann mit etwas Fett aushalf. Er betrachtete mein Rad nachdenklich, schaute eine Spur zu lange auf meine Leinentaschenkonstruktion für zwei Wasserflaschen am Lenker und war überrascht, dass ich Campingausstattung dabei hatte). Und Bäckereien mit Kaffee gab es auch. Nienburg war der Ort, der mir wohl am besten auf der gesamten Route gefallen hat.

    Hinter dem Ort dann aber mal wieder eine kleine Fähre, bei der keine Fährfrau oder Fährmann weit und breit zu sehen war. Eine Stunde Mittagspause, sagte das Schild. Das hieß Umweg fahren zur nächsten Autobrücke. Ich habe keine einzige Fähre benutzt, schade, aber im Sommer sind sie eventuell regelhafter in Betrieb.
    In Hoya dann ein Supermarkt direkt an der Route, und davor der Hähnchenprinz (heißt wirklich so), der aus seiner Bude heraus Pommes verkaufte. Meine erste und letzte warme Mahlzeit auf der Route.

    Die Weser wendet sich wieder nach Westen, und am dritten Tag frischte der Wind merklich auf. Schade. Das war teilweise wirklich anstrengend gegen den Wind zu treten. In einer Pause kalkulierte ich durch, dass ich an dem Abend noch bis Bremen kommen würde, den nächsten (meinen letzten verfügbaren) Tag dann allerdings zwischen Bremen und Bremerhaven radeln würde, was wir teilweise schon kannten und mir weniger interessant schien als die letzten Kilometer am Meer entlang nach Cuxhaven.

    Also nahm ich am Stadtrand von Bremen eine S-Bahn (das Rad drei Treppen hinauf schleppen mit Gepäck, Danke, liebe Bundesbahn) nach Bremerhaven, wo ich mir schnell ein Hotel buchte über booking. Einen Camping gab es dort nicht in der Stadt. Ich landete im B&B Hotel, direkt am Auswanderermuseum, sogar mit einem Radkäfig, ein sehr freundliches Hotel. Im Zimmer baute ich das Zelt zum Trocknen auf, etwas hohe Luftfeuchtigkeit, zum Glück sprang der Rauchmelder nicht an. Und abends Licht! Ich las, bis mir die Augen zufielen.

    Der letzte Tag startete mit Sturm und Regen. Es ging durch den Hafen von Bremerhaven, da ist viel Luxus gebaut worden, todschick alles, dann der Industriehafen, wo offenbar Millionen von Autos ver-schifft werden. Unglaublich. Auch dutzende Airstream-Wohnwagen, alte Bundeswehrfahrzeuge, Mähdrescher, alles kommt aufs Schiff (oder vom Schiff), dazu natürlich irre Mengen von Neuwagen. Neben Nienburg der interessanteste Teil des Weserradweges!

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20210521_084727.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,37 MB ID: 3050946

    An der Küste sieht man nicht viel vom Wasser, meist geht der offizielle Weg innen am Deich entlang. Und der Wind hatte für den letzten Tag sehr schön perfekt auf Südwest gedreht und nochmals erfreulich aufgefrischt. Die letzten 60 km waren so einfach zu fahren, dass ich mittags schon in Cuxhaven war.

    Was für ein Wechsel der Landschaften, von Fachwerk und Bergen hin zu Kite-Surfern und Wattenmeer. Cuxhaven sicher eine nette Stadt (auch Hochhausblocks mit Meerblick), aber der Witz ist, dass die letzten Meter des Weserradwegs für Räder gesperrt sind. Zu der Kugelbarke auf der Landspitze darf man nicht, um das Abschlussbild zu machen. Konsequenterweise gibt es auch kein Schild, dass der Weserradweg dort endet (der Elberadweg endet dort wohl auch, was mich irgendwie verwirrte).

    Insgesamt bin ich die ersten 370 km des Weserradweges gefahren, dann die Lücke der S-Bahnfahrt nach Bremerhaven (Kilometer 470, also 100 km übersprungen), und am Ende nochmals die 50 Kilometer bis Cuxhaven. Wenn man es ganz genau nehmen will, bin ich noch weiter zum Bahnhof in Cuxhaven gera-delt (10 km) und daheim zum und vom Bahnhof. Rund 440 km in vier Tagen. Und insgesamt acht Züge. Mir tat der Hintern semi weh, etwas gespürt habe ich die Knie.

    Fazit:
    • Kleines Gepäck ist gut für 4 Tage. Ich hatte das Zelt in einer kleinen Rolle auf dem Gepäckträ-ger, den Schlafsack in einer Packtasche und einen Ersatzpullover und Jogginghose in der ande-ren Packtasche. Regensachen und Kleinkram im Rucksack. Kein Werkzeug, keine Luftpumpe. Im Notfall hätte ich zuhause anrufen müssen.
    • Und E-Bike ist okay. Der Akku (400er Bosch) hielt immer bis abends, war dann aber auch leer. Sehr steile (kurze) Steigungen habe ich geschoben, da sie irre viel Strom kosten. Meist habe ich so getreten, dass ein Balken Strom benötigt wird. Bei Gegenwind etwas mehr. Am letzten Tag mit gigantischem Rückenwind war der Akku selbst nach 60 Kilometern natürlich noch voll. Ge-stört hat mich, dass man mit E-Bike schon etwas die Etappenlänge planen muss und nicht so fährt, wie es passt. Auch dass es kaum Ladestellen gibt auf einem bekannten Radweg, fand ich blöd (ich habe zwei gesehen, dazu eine Steckdose in einer Toilette eines Schlosshofes, die ei-gentlich für den Heizlüfter im Winter gedacht war). Aber unterwegs nachzuladen ist eigentlich auch zu zeitintensiv. Eine Stunde Laden bringt nahezu nichts. Immerhin: Ohne E-Bike hätte ich die Etappen wohl nicht geschafft, zumindest nicht auf diesem Rad.
    • Camping war überraschend gut. Ich hatte mir bei Amazon eine Billig-Ausrüstung gekauft (Zelt 110 Euro von Naturehike, 2 Kilo; aufblasbare Iso-Matte 40 Euro, 450 Gramm). Das war völlig okay. Das Fahren selbst war besser als befürchtet (ohne Füßlinge, die Socken haben derbe gerochen am Ende der Tour).
    • Der Emsradweg hatte mir damals aber insgesamt besser gefallen als der Weserradweg (mehr Blicke auf den Fluss, mehr Abwechslung), aber das kann auch verklärt sein, da damals die Kinder dabei waren (und das Wetter besser). Insgesamt scheint der Weserradweg eine Möglichkeit, mal vier Tage die Gedanken kreisen zu lassen.
    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 20210521_113421.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,79 MB ID: 3050947

  • LihofDirk
    Freak

    Liebt das Forum
    • 15.02.2011
    • 13731

    • Meine Reisen

    #2
    Da werden Erinnerungen wach.
    Als meine Frau 98 in die Pfalz gezogen war, sind wir von zu Hause nach Schleswig gefahren. Natürlich auch die Weser längs (und das es ab Beverungen besonders schön ist kann ich bestätigen, wir haben Omma besucht, die damals noch zwischen Beverungen und Höxter wohnte, und sich tierisch über Besuch freute, und dass ich (wie Oppa auch) mir eine Frau in Hamburg geangelt hatte).

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    • Lofwyr
      Erfahren
      • 05.04.2020
      • 136

      • Meine Reisen

      #3
      Tolle Tour und schöne Impressionen. Der Weserradweg steht auch auf meiner To-Do-Liste. Danke für deinen Bericht. Da bekomm ich richtig Lust mal die Planung anzugehen.

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      • mariusgnoedel
        Erfahren
        • 11.05.2017
        • 446

        • Meine Reisen

        #4
        Toller Bericht.

        Bei mir werden auch Erinnerungen wach, ich bin da mal mit meinen Eltern vor vielen Jahren lang gefahren.

        Kommentar


        • Belge
          Erfahren
          • 23.02.2021
          • 231

          • Meine Reisen

          #5
          Danke für das Feedback, wirklich eine gute Tour. Ich habe vergessen, ein Bild des Rades einzustellen. Das ist ein ganz normales Rad ohne Schnickschnack, nur eben als E-Bike mit Bosch-Motor.

          Als Gepäck hatte ich Mini-Packtaschen von Lidl und darauf eine kleine Rolle für das Zelt und Matte. Am Lenker einen Leinenbeutel mit zwei Wasserflaschen und im Rucksack das Essen für den Tag. Ging recht gut.


          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

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Ansichten: 561
Größe: 3,41 MB
ID: 3051098

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          • rockhopper
            Fuchs
            • 22.04.2009
            • 1070

            • Meine Reisen

            #6
            Schöner Bericht! Interessant, wie unterschiedlich der Weser Radweg empfunden wird.
            Du hattest aber auch mehr Regentage als ich. Meine Tour fand im September 2020 statt. Mir hat der hügelige Abschnitt im Weserbergland zum Beispiel am besten gefallen. Ja, der Campingplatz in Stolzenau war auch der schönste Platz auf meiner Tour. Grüße von rockhopper

            Kommentar


            • basstardo
              Erfahren
              • 04.12.2013
              • 255

              • Meine Reisen

              #7
              Danke für Deinen Bericht, hat mich dann ein wenig beeinflusst .

              Da ich dieses Jahr von Stein am Rhein über Lindau nach Cuxhaven gefahren bin, stand ich in Kassel auch vor der Frage, ob ich über Göttingen an der Leine entlang fahre und somit auch durch die Lüneburger Heide oder eben ab Hann. Münden an der Weser lang. Hab mich dann aus Verbundenheit zu Bremen (meine Mutter kommt dort her) für den Weser-Radweg entschieden.

              Für mich war der Weg ok, auch wenn wirklich schön erst ab Porta Westfalica. Wegebeschaffenheit war ok, wenn auch oft sehr holpriger Asphalt 🙃. Erschreckend waren die zu spürende Abwanderung in den sehr ländlichen Gegenden, wo teils ganz Höfe und Häuser am verwahrlosen sind. Im Grunde wird der Weg meiner Meinung nach erst wirklich spannend, wenn man sich auch die Zeit für die jeweiligen Sehenswürdigkeiten nehmen will/kann.

              Da ich schon ahnte, dass die Rückreise bzgl. Hochwasser kompliziert werden könnte und meine Frau Geburtstag hatte, habe ich den Abschnitt Weser-Radweg genossen, aber auch Tempomässig eher runter gerockt. Wetter hatte ich in dem Abschnitt einen Regentag, sonst solide gutes Wetter. Der Weg war ausser in Hann. Münden und Cuxhaven überschaubar besucht. Hat mir persönlich natürlich gefallen.

              Meine Einteilung der Etappen war:

              Kassel über Hann. Münden - Holzminden 114 Km
              Holzminden - Porta Westfalica 97 Km
              Porta W. - Verden 133 Km
              Verden - Nordenham 130 Km
              Nordenham - Cuxhaven 73 Km

              Gruss,
              Westi
              :: FlickR ::
              :: Stein am Rhein nach Cuxhaven ::

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              • danobaja
                Alter Hase
                • 27.02.2016
                • 2864

                • Meine Reisen

                #8
                auch von mir und vielen dank!

                zwischendrin klingst du schon ein bischen unglücklich. schön, dass du es doch als gute tour empfindest. freut mich für dich.

                warum sind start- und ende-schild so wichtig für dich? ich will immer nur fahren und leute treffen. aus kultur mach ich mir so wenig wie aus städten, war in corvey und wusste nicht, dass man da mitm rad nicht rein darf. habs aber sowieso nicht besuchen wollen, das kulturerbe dort.

                ich freu mich schon auf deinen nächsten reisebericht!
                danobaja
                __________________
                resist much, obey little!

                Kommentar


                • Christoph P.
                  Erfahren
                  • 26.09.2008
                  • 210

                  • Meine Reisen

                  #9
                  Vielen Dank für Deinen Bericht! Ich stamme von da, "wo die Weser einen großen Bogen nach Westen macht". Wer eines Startfotomotivs in Hann. Münden bedarf, kann im Kastanienschatten auf dem Tanzwerder vor dem Weserstein posieren, da "wo Werra sich und Fulda küssen" und den Anfang der vierten und letzten Zeile seiner Inschrift mit dem Datum seiner Einweihung in historische Deckung bringen.

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                  • Belge
                    Erfahren
                    • 23.02.2021
                    • 231

                    • Meine Reisen

                    #10
                    Danke für das Feedback. Freut mich, wenn jemand daraus etwas zieht für die eigene Planung (ob nun pro oder contra des Weges). So ein Start- und Ende-Schild an Wander- und Radwegen finde ich immer ganz nett. Kostet die Gemeinde nicht viel und man hat das Gefühl, etwas abgeschlossen zu haben. In England stehen die Schilder häufig im Ortskern. Da freut sich auch der Bäcker nebenan über den zusätzlichen Umsatz.

                    Und ja, richtig kennen lernt man den Weg erst, wenn man sich mehr Zeit nimmt, mit den Leuten ins Gespräch kommt und Gegenden wirklich versteht in ihren Nöten und Plänen. Das ist immer eine Frage der Möglichkeiten. Diesmal hatte ich diese Zeit leider nicht. Allen eine gute Fahrt.

                    Vielleicht als technischen Nachsatz: Mein E-Bike ist inzwischen zusammen gebrochen. Die nächste Tour (Nordseeküste) hat der Bosch-Motor nach 6000 km mit Fehlercode 500 quittiert. Der neue Motor kostete schlappe 900 Euro. Evtl. steige ich doch wieder auf MTB ohne Motor um, scheint langfristig billiger. 🤔


                    Kommentar


                    • Flachlandtiroler
                      Freak
                      Moderator
                      Liebt das Forum
                      • 14.03.2003
                      • 24935

                      • Meine Reisen

                      #11
                      Zitat von Belge Beitrag anzeigen
                      Vielleicht als technischen Nachsatz: Mein E-Bike ist inzwischen zusammen gebrochen. Die nächste Tour (Nordseeküste) hat der Bosch-Motor nach 6000 km mit Fehlercode 500 quittiert. Der neue Motor kostete schlappe 900 Euro. Evtl. steige ich doch wieder auf MTB ohne Motor um, scheint langfristig billiger. 🤔
                      ACK, lieber mit gutem Wetter und Rückenwind planen
                      Bremen - Cuxhafen war bei mir ähnlich, ich hätte noch'n kleineres Ritzel gebraucht und segelte nur so dahin...
                      Nach gemütlichem Frühstück begleitet Uli mich bis an die Route zur Wümme, dies ist die vorteilhafteste Ausfallroute im Bremener Norden. Es ist neun Uhr, heiter bis wolkig und recht warm. Ab Garlstedt stoße ich auf die alte Bundesstraße sechs, die gut zu fahren ist – durchgehender Radweg, keine Halte zur Orientierung, recht wenig Verkehr. Bis Bremerhaven sind es der Beschilderung zufol-ge etwa 65km; die Skyline ist sehr beeindruckend. Während der Fischereihafen sehr touristisch auf-gemacht ist (die echten Fischbuden finden sich an der langen „Lunedeich“), liegen gleich neben den Hochhäusern der Innenstadt zahlreiche alte Schiffe – Segler, kleine Schiffe und ein U-Boot – im Museumshafen, überragt von einem futuristischen Hotelneubau zwischen Schiffsbrücke und Burj Al Arab. Nach kurzer Pause und Rückfrage biege ich in den Überseehafen ein, kilometerlang geht es dort zwischen Großparkplätzen, Autotransportern und –frachtern hindurch. Abrupt endet der Spuk in Weddewarden, einem beschaulichen Dorf hinter dem Deich. Dort führt auch der Radweg entlang, links der Grashang und rechts Kühe... immerhin dreht der Wind auf Westsüdwest und ich kann die Segel setzen; „Kette links“, ein zehntes Ritzel wäre gut. In Dorumer Neufeld werfe ich ein Stüttchen ein und tanke Apfelschorle nach, zuletzt geht es auf einem Schotterweg nach Sahlenburg. Um 14 Uhr komme ich an dem gelben Hotelkasten an, fünf Stunden für gut über hundert Kilometer.
                      Meine Reisen (Karte)

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                      • Homer
                        Freak

                        Moderator
                        Liebt das Forum
                        • 12.01.2009
                        • 15254

                        • Meine Reisen

                        #12
                        OT:
                        Zitat von Christoph P. Beitrag anzeigen
                        Wer eines Startfotomotivs in Hann. Münden bedarf, kann im Kastanienschatten auf dem Tanzwerder vor dem Weserstein posieren, da "wo Werra sich und Fulda küssen" ...
                        läuft
                        #staythefuckhome Orgy-porgy

                        Kommentar


                        • basstardo
                          Erfahren
                          • 04.12.2013
                          • 255

                          • Meine Reisen

                          #13
                          Da bis zur "Kugel" nur ohne Fahrrad und mit Eintritt ging, blieb es bei diesem Bild:

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                          • Belge
                            Erfahren
                            • 23.02.2021
                            • 231

                            • Meine Reisen

                            #14
                            Ha, ha. Genau. Wo jeder andere Ort ein Instagram-Event basteln würde, machen wir einen Loriot-Moment draus. Deutsche Radwege muss man wirklich mit Humor nehmen.

                            Ich bin beeindruckt von deiner professionellen Ausrüstung. Da ist man nochmals anders unterwegs.


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                            • basstardo
                              Erfahren
                              • 04.12.2013
                              • 255

                              • Meine Reisen

                              #15
                              Vielen Dank, ist halt minimalistisches, leichtes Set-Up. Für die trockenen Nächte Schlafsack und Hängematte (hier würde ich aber in Zukunft wieder mehr auf Zelt setzen), sonst Klamotten die man während der Fahrt trägt, Abends wäscht und die am Abend für gemütlich rumlungern. Hier paar Impressionen: https://www.flickr.com/photos/westbi...57719543053021
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