[DE] Weser-Radweg 2020

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    [DE] Weser-Radweg 2020

    Tourentyp
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    Mitreisende
    Radtour Weser 2020

    Prolog
    Ursprünglich geplant war eine Radtour in Dänemark. Dann kam Corona dazwischen und
gesundheitliche Probleme. Na, das passt gut zusammen. Also habe ich erst einmal alle Reisepläne auf Eis gelegt.
Im Frühsommer startete ich zu einer Testtour mit Rad und Zelt auf die Schwäbische Alb, um herauszufinden, ob Zelten überhaupt noch möglich ist, oder ob es mich beim Herausfädeln aus dem Unna
gleich hinlegt. Der Albtäler Radweg verlief problemlos. Alles gut soweit, aber immer mit Achtsamkeit.
Nach diesem Test regte sich eine Art von Vorfreude auf die kommende Radtour und so entschloss
ich mich, den Weser-Radweg zu fahren und je nach Lust und Laune zu erweitern.
Entweder ein Stück den Elbe-Radweg radeln oder, wenn alles super gut läuft, weiter an die Ostsee.
Letztendlich war ich “nur“ 2 Wochen unterwegs, mit kompletter Ausrüstung, damit ich unabhängig
bin. Das waren dann 4 Packtaschen am Rad. Viel Volumen, weniger Gewicht.
Unterwegs wurde ich des Öfteren gefragt warum ich so viel Gepäck dabei habe.
Das Packen verlief dieses Mal ohne großen Aufwand und Packliste.
Im September habe ich von meiner Chefin grünes Licht bekommen und konnte endlich 3 Wochen
„Urlaub“ realisieren.
Jetzt kann ich mich endlich um die Zugfahrkarte kümmern, 5 Tage vorher gehe ich zum Bahnhof in dem
Glauben, die Sommerferien sind jetzt vorbei und wer fährt jetzt noch größere Touren mit dem Rad.
Da hatte ich mich ordentlich getäuscht!
Mein von mir recherchtierter Zug nach Kassel, 8:06h, ein direkt fahrender ICE, war ausgebucht! Keine Fahrradstellplätze mehr
verfügbar. Bei den Zügen davor und danach die gleiche Aussage. Na super.
Nach einigem Suchen gab es dann doch noch ein Ticket für mich, um 6:08h, mit Umsteigen in Fulda, für mich.



    Samstag_5.9.

    Am 5. September ist es endlich soweit, die Radtour kann beginnen.
Das Wetter ist noch frisch so früh am Morgen, es ist 5:30 Uhr als ich durch den Park zum Bahnhof radle.
Junge Leuten stehen in Grüppchen herum, ich sehe zu, dass ich zügig durch komme.
Schön ist es so früh am Morgen, vor allem die Luft ist noch gut und es riecht nach Herbst.
An den Bahnsteigen ist schon viel Betrieb, es ist Wochenende. Im Zug bin bin die einzige mit Fahrrad und genieße
die Fahrt, während ich immer wieder das Display ansehe, wo Informationen gezeigt werden, auch
die Fahrtgeschwindigkeit. Maximal waren es 229 km/h. In Fulda muss ich Umsteigen, die Zeit ist knapp und ich finde das Fahrradabteil nicht. Eine Zugbegleiterin
steht einige Wagen entfernt und winkt, ich solle mich beeilen. Ich eile.
Zum Abladen der Packtaschen bleibt keine Zeit. Zum Glück hilft mir die Dame das schwere Rad samt Gepäck in das Abteil zu hieven. Ich zerre vorne am Rad, die Dame wuchtet von hinten. Hier bin ich dann nicht mehr alleine im Abteil.
Wie gesagt, es ist Wochenende und so stehen einige Räder im Wagen.
Von Kassel-Wilhelmshöhe bis zum Fulda-Radweg muss ich quer durch Kassel fahren, das sind etwa 8 Kilometer.
Beim Aussteigen bemerke ich, dass ich eine Hinterrad-Gepäcktasche nicht vom Rad bekomme. Die Packtaschen-Aufhängung hat sich in dem Verschluss der Ortlieb-Tasche verklemmt und ich kann das nicht reparieren. Blöd aber auch, und das gleich zu Beginn der Tour.
Während ich mich von Komoot durch Kassel lotsen lasse, komme ich zufällig an einem Fahrradladen vorbei.
Ich habe wieder Glück, der Ladenbesitzer bringt das Problem wieder in Ordnung.
Es ist kalt hier, brrr, ich ziehe meine Regenjacke an und radle weiter durch den Stadtpark Karlsaue an die Fulda.
Auf der Drahtbrücke über der Fulda treffe ich ein Radler-Paar auf dem Weg an den Bodensee.
Wir halten einen kurzen Schwatz und der Mann stellt mit Freude fest, dass wir beide ein TX 400 fahren.




    Brüderchen und Schwesterchen

    Dann radle ich weiter, den Einstieg zum Fulda-Radweg zu finden.
Das Wetter wird so langsam freundlicher und wärmer und es kommt die Freude des Unterwegsseins auf.
Auf dem Radweg ist nicht viel los, ich bin fast alleine unterwegs und so geht es entspannt weiter nach Hann.-Münden
auf den Campingplatz, der zentrumsnah an der Fulda liegt.


    An der Fulda

    Der Platz ist ok, die Zeltwiese liegt am anderen Ende des Platzes unweit der B496, die auf einer Brücke den Fluss und den Campingplatz
überquert. Hin und wieder sehe ich Menschen auf der Brücke stehen, die dem Treiben auf dem CP zuschauen.
Nachdem das Unna steht, mache ich mich zu Fuß auf den Weg, die Altstadt zu erkunden.


    Hann.-Münden

    CP Hann.-Münden

    Voll ist es hier! Trotz Corona.
Selbst für eine Currywurst muss ich minutenlang auf der Straße anstehen, der Hunger lässt mich ausharren, bis ich endlich meine
Bestellung aufgeben kann. Die Wurst verdrücke ich an einem kleinen Stehtisch. Anschließend schlendere ich ein wenig durch die Altstadt.
Zum Abschluss gönne ich mir in einem italienischen Eiscafé eine Waffel mit Vanilleeis und Sahne. Die Portion ist mir zu groß,
fast schaffe ich es nicht. Danach schaue ich noch kurz bei dem Weserstein vorbei. Auch hier sind viele Menschen, die 
warten, bis das Denkmal frei ist um ein Foto zu machen.
Amüsiert schaue ich mir die Variationen an, wie ein Urlaubsfoto arrangiert wird. Ich betätige mich auch einige Male als Fotografin.
Der Weserstein ohne Menschen, mit 1 Person, 2 Personen oder Grüppchen wird fotografiert.
Ein Rennradler stellt sein Rad an den Stein und fotografiert es.


    Der Weserstein. Von rechts kommt die Werra, von links die Fulda.


    Sonntag_6.9.


    Trotz des Rauschens der Fulda habe ich gut geschlafen. Als ich aus dem Zelt krieche ist alles klatschnass
und kalt ist es auch, 11°. Ich schlappe mit meinen Flip Flops durch das nasse Gras, unter der Brücke der Bundestraße durch
zum Sanitärgebäude. Danach wieder durch die nasse Wiese zum Zelt zurück. Ein paar Meter weiter stehen noch die Zelte 
von zwei Radler-Ehepaaren aus Rostock. Ich werde sie auf der Tour noch öfter treffen.
Bei den Nachbarn regt sich noch nichts. Ich warte ab, bis sich die Sonne zeigt, da ich keine Lust habe, das Unna schon
nach der ersten Nacht nass einzupacken. Nach einer halben Stunde ist die Sonne da! Freu!
Ich packe meine Sachen und radle los.


    Die ersten Kilometer.

    Die ersten Kilometer gehen unspektakulär an der Straße auf einem Radweg entlang, 
weiter durch kleine Ortschaften.
Nach dem Ort Gimte kommt besagte erste Steigung, die in fast jedem Weser Video gezeigt wird.
Anfangs geht es noch ganz gut. Ich kurble gemütlich auf dem relativ schmalen Radweg, während sich ein ganzer Trupp
Pedelec-Fahrer und Fahrerinnen in fortgeschrittenen Alter an mir vorbei schafft.
Diese Steigung ist die erste Herausforderung der Weser-Tour.
Am Ende der Steigung treffe ich alle bei einer Pause wieder.
Es geht weiter durch kleine Ortschaften bis ich endlich an der Weser bin. Schön ist es hier! 
Und das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite.







    Ich komme am Campingplatz Hemeln vorbei. Es ist Mittagszeit und Hunger habe ich auch. Dann lese ich, dass es hier frisch gebackene Pizza gibt, leider erst ab 17 Uhr. Ich unterhalte mich noch ein wenig mit der Platzbetreiberin,
mache ein paar Fotos von den Tieren des Platzes. Hier gibt es Hasen, Enten, Hunde und drei junge Mini-Schweine.
Ein sympathischer Platz, leider viel zu früh, um zu bleiben.





    Im nächsten Ort mache ich in einem Restaurant Café eine Kaffeepause mit hausgemachtem Zwetschgenkuchen.
Ich würde am liebsten ein weiteres Stück bestellen, so lecker ist das.
Zufrieden und glücklich radle ich weiter nach Bursfelde und mache hier einen Besichtigungsstopp, um die Klosterkirche,
erbaut im Jahr 1093, anzusehen. Ich bin begeistert und genieße die Stille und die schönen restaurierten Wandmalereien. 
Für einige Minuten bin ich alleine hier.
Ich kehre wieder zu meinem Rad zurück, das unweit des Eingangs parkt und sehe, dass noch zwei weitere Radler mit dickem Gepäck
auf der Bank an der Kirche sitze und vespern. Ich habe Lust auf einen Schwatz und sage hallo zu den beiden.
Außer einem knappen Hallo ist keine weitere Kommunikation möglich.


    Bursfelde




    Traumhaft zum Radeln.




    In Bodenfelde mache ich nur einen kurzen Fotostopp, um den Baron Münchhausen zu fotografieren. Lange halte ich mich hier nicht auf.
Unterwegs sehe ich immer wieder ein großes gelbes W in der Landschaft stehen. Was das wohl bedeutet? Wenige Kilometer weiter,
auf dem Weg zum nächsten Campingplatz, im Ort Würgassen, frage ich ein Ehepaar nach dem Weg. Wir kommen ins Gespräch und
unterhalten uns sehr nett. Dabei erfahre ich, dass das gelbe W für Würgassen und den Widerstand gegen das Endlager steht, das hier
geplant ist. Ich verfahre mich und lande in der Nähe des stillgelegten KKW, jetzt fühle ich mich doch unwohl. Zum Glück treffe ich
eine Familie mit Hund, die mir den richtigen Weg zum CP Axelsee erklärt. Nach dieser kleinen Irrfahrt finde ich den Campingplatz
und erwische gerade noch die Dame von der Rezeption, die mit ihrem alten Auto eben den CP verlassen will.
Sie ist so nett und und lässt mich einchecken und schenkt mir noch ein paar Kekse für das Frühstück. 
Auf der Zeltwiese steht noch das Zelt eines weiteren Radlers. Es ist ruhig hier, die Ferien sind vorbei.
Das Restaurant hat auf und zum Abschluss des Tages gönne ich mir das Tagesmenü: Gyrosbraten mit Pommes und Salat. Aus purer Neugier, was das ist, bestelle ich und es ist sehr lecker.


    Erstes Frühstück


    Zuletzt geändert von rockhopper; 26.12.2020, 13:56.

  • Voronwe
    Erfahren
    • 03.04.2008
    • 437

    • Meine Reisen

    #2
    AW: [DE] Weser-Radweg 2020

    Oh, da geht es gleich in die alte Heimat, da bin ich mal gespannt.
    Von dem Kloster höre ich zum ersten Mal, aber andererseits war für uns alles südlich des Sollings Terra incognita
    "We aren't lost! We only don't know where we are!" - Cartman

    Kommentar


    • lina
      Freak

      Vorstand
      Liebt das Forum
      • 12.07.2008
      • 36679

      • Meine Reisen

      #3
      AW: [DE] Weser-Radweg 2020

      da ist er ja, der Reisebericht!
      Ich freu mich auf mehr!

      Mir war bisher gar nicht klar, dass der Pilgerweg Loccum–Volkenroda die Weserradwegstationen so oft tangiert. Das Kloster Bursfelde fand ich auch außerordentlich schön, inkl. Umgebung, die auch per pedes hübsch ist.
      Zuletzt geändert von lina; 24.10.2020, 08:45.

      Kommentar


      • rockhopper
        Fuchs
        • 22.04.2009
        • 1025

        • Meine Reisen

        #4
        AW: [DE] Weser-Radweg 2020

        Montag_7.9.
        Ich krieche aus dem Zelt, es ist wieder alles nass, das Zelt und die Wiese.
Das soll auf der ganzen Tour so bleiben. Bis auf eine Nacht am Doktorsee. Um 10:45h komme ich endlich los.
Zum Frühstücken muss ich noch 2 Kilometer zum Rewe nach Lauenförde radeln. Gut, ich habe natürlich eine Notration dabei,
aber gemütlich im Trockenen an einem Tisch bei leckerem Brötchen und Kaffee zu sitzen, gefällt mir schon sehr!
Unterwegs steht die Ruine eines Gebäudes am Radweg, so etwas interessiert mich immer. Leider gibt es
keine weiteren Informationen dazu. So bleibe ich hier eine ganze Weile und mache Fotos. In der Zwischenzeit gesellt
sich noch ein Ehepaar dazu, das mir erzählt, dass dies ihre erste Radtour ohne Zelt ist.
Sie befragen mich ausgiebig über das Unterwegs sein mit Rad und Zelt und ich kann ihnen, hoffentlich, einige hilfreiche
Tipps geben. Zum Beispiel bei ODS auf die Seite zu gehen, um sich zu informieren.





        Den CP Himmelspforte erreiche ich nach 65 Kilometern. Wegen Corona ist die Kneipe geschlossen, es gibt nur Getränke zum Mitnehmen.
Ich suche mir meinen Platz direkt am Ufer der Weser. Schön ist es hier.



        Dienstag_8.9.
        Es ist am morgen wieder sehr frisch. Das Wetter bleibt stabil und es gibt keinen Regen.
Was will man mehr. Unterwegs treffe ich wieder ein nettes Ehepaar, er ist Schwabe, sie kommt aus dem Norden.
Der Mann ist total happy Schwäbisch reden zu können, während seine Frau mit mildem Lächeln daneben steht und 
vermutlich nicht alles versteht. Unterwegs geht mir der Strom von der Powerbank und vom Handy aus.
Am späten Nachmittag komme ich in Rinteln an und will mir hier ein Zimmer gönnen. In der Touristen information kann ich kurz
mein iPhone aufladen.
Ein Zimmer bekomme ich hier nicht, ist mir alles zu teuer. So radle ich noch ein paar Kilometer weiter zum CP
Doktorsee, ein 4 Sterne-Platz. Der Platz hat alles, was ein Radlerherz erfreut: Top Sanitäranlage, einen Shop mit Café
betrieb, ein Restaurant. Das Beste ist, es gibt eine Ladestation, Schließfächer, in denen Steckdosen vorhanden sind und alles
kostenlos. Hier kann ich die Powerbank über Nacht aufladen. Toll!



        Unterwegs komme ich an einer Radler Station vorbei, mit neugierigem Pferd.


        Paar

        Mittwoch_9.9.

        Die Nacht verläuft ruhig.
Bei dem kleinen Shop kann man draußen frühstücken. Ich ziehe noch die Powerbank vom Ladekabel
und los geht es.
        Erst viel später merke ich, dass ich das Kabel an der Steckdose stecken gelassen habe. In Bad Oeynhausen, in der Gaststätte Zum Alten Fährhaus, esse ich spontan sehr lecker zu
Mittag. Ich bestelle eine kleine Portion Matjes mit Bratkartoffeln. 6,80.-
Als mir der Teller serviert wird, bin ich überrascht. Ich frage noch einmal nach, ob das die kleine Portion ist.
Der Kellner bestätigt das. Bei der Rechnung, die ich anschließend bezahle, wird mir der Preis für die normale Portion 
berechnet. Naja, ich verputze alles, es schmeckt mir und so ist alles in Ordnung. So radle ich zufrieden und entspannt weiter. 
Unterwegs wird mir zu warm und ich ziehe die Regenjacke aus.
Den Rucksack stelle ich dazu kurz auf den Boden an der Seite des Radweges. Dann geht es bei Sonnenschein schön an 
der Weser weiter. Für einen Fotostopp halte ich an und muss, wie immer, den Rucksack herunternehmen, weil sich da die Kamera
drin befindet. Ich greife ins Leere! Schock! Der Rucksack ist weg! Ich kann mich nicht erinnern, wo ich den Rucksack zuletzt
abgenommen habe. Ja super! Hat man keine Abenteuer, macht man sich welche. Gedanken schießen mir durch den Kopf:
Im Rucksack befindet sich alles Wichtige: Ausweise, EC-Karte, Hausschlüssel, einiges an Urlaubsgeld und die Kamera.
Wenn ich den Rucksack nicht wieder finde, habe ich ein massives Problem.
OK, nachdem ich mich wieder beruhigt habe, radle ich die Strecke zurück, ein kleiner Schlenker wegen Verfahrens inklusive.
Frustriert radle ich die Strecke ab. Nach 2 oder 3 Kilometern, oder waren es mehr, sehe ich meinen Rucksack an
einem Zaun, direkt am Radweg hängen. Ich bedanke mich bei dem „Herrn da oben“ und bin erleichtert und glücklich.
Ich schaue kurz hinein, es fehlt nichts! In großer Dankbarkeit radle ich weiter. So eine Aufregung!



        Campingplatz Lahde bei Petershagen.


        Zum CP in Lahde bei Petershagen ist am Radweg ein Hinweisschild. Toll, denke ich, da bin ich gleich da.
Das Dumme, ich muss ein Wehr überqueren und dazu 4 Treppenabschnitte passieren. Mit meinen 4 Packtaschen ist mir das zu mühsam
und ich radle deswegen außen herum über Petershagen. Diese Strecke ist natürlich nicht ausgeschildert und so verfahre ich mich
noch dazu. In der Zwischenzeit ist es trübe geworden und es sieht nach Regen aus. Beim Einchecken bietet mir der Betreiber an, oben
auf der kleinen Wiese neben der Rezeption zu zelten, da ist es lauter, oder „unten“, da sei es dafür feuchter.
Ich schaue mir beide Optionen an und entscheide mich für die Wiese neben der Rezeption. Auch weil da überdachte Bänke
stehen. Die beiden Radler-Paare, welche ich in Hann.-Münden zum ersten Mal getroffen habe, treffe ich hier jetzt zum dritten Mal.
In der Nacht regnet es. Der Geräuschpegel von dem angrenzenden Kanal hält sich in Grenzen.
Hier tuckern einige Lastkähne vorbei, dahinter befindet sich eine übel laute Straße.




        Weserbergland
        



        Zuletzt geändert von rockhopper; 20.12.2020, 16:21.

        Kommentar


        • ronaldo
          Moderator
          Lebt im Forum
          • 24.01.2011
          • 9400

          • Meine Reisen

          #5
          AW: [DE] Weser-Radweg 2020

          Oh sehr schön, wieder mal mitradeln können...
          Das letzte Foto ist das beste, Packtaschen in Reih und Glied, Ordnung muss sein.

          Kommentar


          • rockhopper
            Fuchs
            • 22.04.2009
            • 1025

            • Meine Reisen

            #6
            AW: [DE] Weser-Radweg 2020

            Zitat von ronaldo Beitrag anzeigen
            Oh sehr schön, wieder mal mitradeln können...
            Das letzte Foto ist das beste, Packtaschen in Reih und Glied, Ordnung muss sein.
            Ja, so geht das Packen schneller.

            Tag 6_10.9.

            Trotz des Lärms habe ich gut geschlafen.
Zum Frühstücken radle ich in den Ort Lahde. Das Wetter ist wieder sonnig.
Danach packe ich zusammen und radle weiter. Mal sehen, wo ich heute lande. Die Fachwerk-Architektur wird mittlerweile
von der Backstein-Architektur abgelöst und ich sehe immer mehr reetgedeckte Häuser.
Ich komme durch den sehr idyllischen kleinen Ort Buchholz und schaue mir die romanische Kirche an.
Viel kann ich innen leider nicht sehen, da ich den Lichtschalter nicht finde.
In Stolzenau möchte ich auf den Campingplatz gehen und einen Pausentag einlegen.
Auch deshalb, weil ich mich hier mit Lina von ODS treffen möchte. Ich bin schon in Vorfreude. 




            Buchholz

            Ev. Kirche St. Johannes Baptist, 12. Jahrhundert.


            Zeltplatz in erster Reihe.


            Weserblick, Corona Regeln für das Waschhaus.

            Tag 7 und 8 mit Pausentag_11.9.


            Morgenstimmung an der Weser



            Besucher

            Heute Abend ist mein Treffen mit Lina.
Wir haben per SMS Kontakt und sie kündigt an, in etwa 1 Stunde da zu sein. Ich gehe an die Rezeption und reserviere
den Platz auf der Wiese neben meinem Zelt.
Das ist so gegen 17 Uhr. Wer nicht kommt, ist Lina. Mmmh wo bleibt sie denn? Sie will mit dem Auto kommen und hat
etwa 30 Kilometer Anfahrt. Der Platzbetreiber wird so langsam unruhig, da er zum Abendessen gehen möchte.
Irgendwann kommt wieder eine SMS, sie stehe am Eingang. Wegen einer Umleitung ist sie sozusagen mit der „Kuh ums Dorf“ gefahren.
Der direkte Anfahrtsweg wäre nur mit dem Fahrrad möglich gewesen.
Jetzt ist sie da und ich freue mich über unser Kennenlernen.
Nachdem sie ihr Allak aufgebaut hat, gibt es selbst gebackenes Brot von Lina
und Biokäse vom Hofladen. Das Abendessen ist perfekt. Danke nochmal für die leckeren Sachen!
Wir haben uns viel zu erzählen und lassen den Abend bei Sonnenuntergang ausklingen.




            Selbst gebackenes Brot, lecker!

            Tag 8 _12.9.



            Es gibt super guten Kaffee.

            Als ich aus dem Zelt krieche ist Lina schon wach und bereitet das Frühstück vor. Geht’s mir gut!
Das Beste, ich bekomme Kaffee, frisch gemahlen und zubereitet in der Aeropress. Wow, schmeckt der Kaffee
lecker! Jetzt bin ich am überlegen, mir so ein Teil zuzulegen. Dabei habe ich mir vor gar nicht allzu langer Zeit
den Bialetti Kaffeekocher zugelegt. Wir frühstücken ausgiebig zusammen und Lina ist total happy über den schönen
Sonnenaufgang heute morgen an der Weser.
Lina muss wieder zurück, ich trödle noch ein wenig, bis ich losfahre.



            Unsere beiden Hillebergs.

            Unterwegs passiere ich einen Bauernhof mit Café betrieb, da komme ich nicht daran vorbei.
Zu idyllisch hier. Ich bereue es nicht hier zu bleiben, der Kuchen ist wunderbar.
Als ich zum Rad zurückgehe, sehe ich auf dem Hof in etwa 100 m Entfernung ein paar Leute stehen die sicher zum Bauernhof gehören.
Und es sind noch 3 Hunde dabei, 2 ganz große und ein kleiner, alle ohne Leine.
Ich denke noch, gut, dass die soweit weg sind. Vor fremden Hunden, vor allem wenn sie groß sind, habe ich Respekt.
Oha, der große Schwarze steuert direkt auf mich zu, ruhig bleiben, ich rühre mich nicht von der Stelle.
Leichtes Herzklopfen. Der Hund kommt zu mir, stupst mich kurz am Handrücken an, dreht um und geht
genau denselben wieder Weg zurück. Der wollte nur Hallo sagen. Im Nachhinein freut mich diese Begegnung.
Ich steuere die nächste Zeltmöglichkeit beim Wassersportverein Drakenburg an. Ich bin überrascht, dass so viele Radler
auf dem Wiesenstreifen direkt an der Weser ihre Zelte aufgeschlagen haben. Am Ende der Wiese finde ich noch
ein Plätzchen für mein Unna. Es gibt zwei separate Gästeduschen, die ziemlich klein ausfallen . Bei 7€ Platzgebühr
darf man sich nicht beschweren. Ich bin zufrieden Eine übrig gebliebene Kabanossi und drei Scheiben Lina-Brot
retten mein Abendessen. Gute Nacht.



            Campingplatz Drakenburg

            Tag 9 _13.9.


            Ich habe super geschlafen und ziehe ohne Frühstück weiter. Insgesamt zähle ich 8 Radlerzelte. Nach 25 Kilometern finde ich endlich ein Café, in dem ich frühstücken kann. Heute ist mein nächstes Etappenziel der CP Drosselhof
in Langwedel. Die Strecke verläuft ganz schön durch kleine Dörfer und etwas langweilig über Felder.



            Über Felder und Dörfer



            Zufahrt zum CP Drosselhof

            Der Campingplatz Drosselhof hat eine Gaststätte, super. Am Abend esse ich hier eine Mega Currywurst mit Pommes und Mayo auf der Terrasse.
Gesund geht anders. Der Campingplatz-Hund Tommie liegt in der Abendsonne und chillt. Ich unterhalte mich noch ein wenig mit dem
Ehepaar am Nachbartisch und verkrieche mich relativ früh in mein Zelt.




            Mega Currywurst, Tommie.


            Tag 10_14.9.


            Die Nacht war ruhig. Ich krieche aus dem Unna, alles ist wieder nass, die Wiese und das Zelt.
Am Abend vorher nutzte ich die Gelegenheit ein Frühstück für 5€ zu bestellen. Jetzt bin ich gespannt, was mich erwartet.
Im Gastraum ist für eine Person eingedeckt. Ok, sonst niemand da, außer Hund Tommie, der mir Gesellschaft leistet.
Dann kommt die Platzbetreiberin vorbei mit der Ankündigung: Das Ei kommt gleich. Ich bereite mich in Gedanken auf ein
schönes, weich gekochtes Ei vor. Das werde ich auch noch schaffen, so meine Überlegung.
Der Tisch ist reichlich gedeckt: 1 Kännchen Kaffee, 3 Brötchen, Wurst- und Käseaufschnitt und reichlich Butter und ein Glas
Orangensaft. Ich sehe, dass das viel zu viel für mich ist. Dann kommt das Ei, es ist ein Spiegelei!
Das esse ich normalerweise nicht zum Frühstück. Bin gar nicht gefragt worden, ob ich das möchte.
Vegetarier und Veganer habe da schlechte Karten. Mir schmeckt’s und Tommie leistet mir
weiterhin treu am Tisch Gesellschaft, in der
Hoffnung, dass er etwas ab bekommt. Er bekommt nichts, denn das ist nichts für einen Hundemagen. Nach dem Frühstück
bezahle ich. Die Frau ist so freundlich und verkauft mir noch aus ihrem Privatbestand eine Rolle Klopapier. 
Wirklich sehr nett.



            Dazu wurde über Nacht noch meine Powerbank geladen. Gratis. Das alles für 15 €.
Ich kehre zum Zelt zurück. Es ist immer noch nicht trocken genug zum Einpacken. Es dauert, bis ich endlich losfahre.
Heute wird es eine etwas längere Etappe geben, da ich Bremen passieren muss.


            Unterwegs

            Richtung Bremen



            Fähre bei Bremen

            Das Wetter ist traumhaft und so ist in Bremen
an der Uferpromenade der Bär los. Ich sehe zu, dass ich hier zügig durch komme. Hier gibt es für Radler ein eigenes Wege-System.
Da ich das so nicht kenne, ist es schwierig, mich einzufügen und so stehe ich manchmal etwas orientierungslos im Weg herum.
Weiter geht es nicht so spannend, mal auf dem Deich, mal unten am Deich entlang.


            Auf dem Deich


            Dann verpasse ich einen Abzweig, stehe nach knapp 2 Kilometern an einem Werkstor und muss umkehren.
Mir ist das zu blöd und ich schaue zu Fuß nach, ob es hinter dem Deich weiter geht. Ja, tut es. Vorsichtig schiebe ich das
voll bepackte TX diagonal nach oben auf den Deich und auf der anderen Seite wieder hinunter. Ich bin mir nicht sicher,
ob das erlaubt ist. Nach 76 Kilometern checke ich auf dem CP Juliusplate ein. Ich darf auf die Zeltwiese mit Tisch und Bank.
Prima. Hinter dem Zaun steht ein Leuchtturm, davor weiden Kühe. Sehr idyllisch!
Ich gehe früh schlafen, da ich doch etwas erledigt bin.





            Tag 11_15.10.

            Ich habe nicht so gut geschlafen, da die Schiffe nachts zu hören sind. Ein paar Meter weiter sehe ich, dass 
am späten Abend noch ein Radler sein Mini-Zelt aufgebaut hat. Ich habe das nicht mitbekommen.
Normalerweise wache ich bei sowas auf. An der Rezeption kann ich Kaffee bekommen und darf die Tasse 
mit zum Zelt nehmen. So kann ich gemütlich auf der Bank mein Frühstück genießen.
Irgendwann taucht mein Nachbar auf, ein junger Mann, der von Düsseldorf an die Nordsee radelt, um einen Freund zu besuchen.



            Packtisch

            Dann packe ich meine Sachen zusammen, was ewig dauert, weil das Zelt morgens immer nass ist und ich das Unna
am liebsten einigermaßen trocken einpacke.
Heute weiß ich nicht, wie weit ich kommen werde.


            Ich beerdige mal wieder ein Tier. (Schleiereule) Danach radle ich etwas traurig weiter.



            Ich komme an dem Segelschulschiff Grossherzogin Elisabeth vorbei und an diesem Kirchturm (?)


            Ein Deichschaf

            Irgendwann entscheide ich mich, den CP in Nordenham anzusteuern.
Mit Komoot kein Problem. Blöd ist es nur, wenn der Campingplatz falsch markiert ist. Und zwar von mir.
So lande ich zuerst am verschlossenen Eisentor des privaten Campingplatzes der Weserfreunde, der etwas Abseits an einem 
Waldstück an der Weser liegt.
Die Zufahrt führt auf einer Holperpiste durch den Wald. Frustriert kehre ich um und nehme den nächsten Abzweig.


            Verfahren

            Das sieht schon eher nach der Rezeption eines Cps aus. Leider auch falsch, ich bin jetzt beim Kleintierzüchter-Verein gelandet.
Jetzt bin ich stinksauer auf Komoot. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, dass das mein Fehler ist. 
Ich kehre wieder zu der Straße zurück, von der ich gekommen bin und sehe nach ein paar Metern
eine Jugendherberge. Hier könnte ich fragen. Die Juhe ist eine Baustelle. Zum Glück finde ich einen Bauarbeiter. den ich
fragen kann. Gut, ich muss noch 2 Kilometer weiter radeln, dann würde ich es schon sehen.
Erleichtert checke ich ein. Sehr netter Empfang. Die Platzbetreiberin geht mit, um mir den Platz zu zeigen.
Es hat sogar einen Tisch und zwei Stühle dabei. Auf dem einen Stuhl liegt einsam ein Rucksack. Das kommt mir bekannt vor. Grins.
Hoffentlich merkt derjenige bald, dass er seinen Rucksack liegen gelassen hat.


            CP Nordenham

            Hier kann ich auch meine Wäsche waschen 
und es gibt einen Trockner!
Ganz happy stopfe ich meine Wäsche in die Waschmaschine, auch das Handtuch.
Ganz wichtig ist, den Trockner zu benutzen, weil die Wäsche wegen der Feuchtigkeit nicht über Nacht trocken wird. Super.
Was jetzt nicht so geschickt von mir ist, dass sich mein Handtuch auch in der Waschmaschine befindet.
Die Frau meint: Kein Problem, sie leiht mir ein Handtuch. Ich glaube, sie hat mir eine Art Vorhang gebracht so riesig, 
auch vom Webmuster her passt das nicht.
Beim Abtrocknen in der Dusche muss ich echt aufpassen, dass ich mich nicht in dem Riesenteil verheddere.
Der „Vorhang“ tut seine Dienst und ich bin zufrieden.
Ich mache eine Schnellwäsche und die Frau ist so nett und stellt mir noch den Trockner ein. 
Ich kenne mich mit solchen Geräten nicht aus.
Als die Wäsche fertig ist, stehe ich vor dem Trockner und suche den Knopf zum Öffnen, ich finde nichts. Mmh.
Vorsichtig ziehe ich an der Türe nichts. Ich will ja nichts beschädigen, nicht dass ich nachher die Türe in der Hand habe.
Super, was mache ich jetzt. ich versuche über das Internet eine Bedienungsanleitung zu finden. Ich werde nicht fündig.
Dann habe ich die Idee: ich schicke Freunden ein Foto von dem Gerät, vielleicht bekommen sie etwas heraus.
5 Minuten später bekomme ich eine WhatsApp Nachricht: Ich solle mal einfach an der Trommeltüre ziehen.
Nicht so zaghaft. Peinlich, peinlich. Glücklich mit meiner trockenen Wäsche kehre ich zum Zelt zurück.



            Tag 12_16.9.

            Am Morgen ist wieder alles klatschnass, die Wiese und das Zelt.
Dicker Nebel hängt über der Weser, die man nur erahnen kann. Das heißt, warten bis der Nebel sich lichtet und die Sonne hervor kommt. In der Zwischenzeit frühstücke ich gemütlich an der Rezeption. Hier gibt es Tische und Bänke.
Meine süßen Teile habe ich am Abend zuvor an der Rezeption bestellt. Ein Schoko Croissant und ein etwas trockenes 
Rosinenbrötchen. Als Alternative zu der von mir gewünschten Schneckennudel, die hier im Norden unbekannt ist.
Erstaunt werde ich gefragt: Was ist das denn? 
Wie ich so sitze, setzt sich ein Radler mit seinem Kaffee zu mir. Wir unterhalten uns sehr ausgiebig über unsere Ausrüstung.
Ottmar, ein Lehrer a.D. aus Franken, in meinem Alter etwa, ist erstaunt, was ich so alles weiß. In dem Zusammenhang mache 
ich wieder Werbung für ODS, das er noch nicht kennt. Mittlerweile ist es schon12:30h! als ich endlich losfahre.
Es geht weiter nach Bremerhaven. Ottmar erzählte mir, dass die Hafendurchfahrt etwa 45 Minuten braucht.
Ich bin gespannt. Bikeline schreibt, dass man sehr aufpassen soll, wegen der LKW’s.



            Bremerhaven

            Hafengebiet Bremerhaven


            Ich empfinde das Durchfahren des Hafengebietes als nicht so spannend. Es ist wenig Verkehr auf den Straßen.
Nach einigen Kilometern befinde ich mich plötzlich wieder im Grünen. Es ist geschafft.
Bei mächtigem Gegenwind kurble ich hinter dem Deich Richtung Wremen.
Das macht mir so gar keinen Spaß. Kalt ist es dazu auch noch. Ich habe keine Lust mehr zu Zelten.




            Hinterm Deich

            Ich komme am Zeltplatz Wremer Tief vorbei und halte erst gar nicht an, sondern fahre weiter in den Ort,
in der Hoffnung, hier ein Zimmer zu bekommen.
Viel ist hier nicht los, Es ist 16:30h. Suchend radle ich durch die Straßen, bis eine Frau mich anspricht,
ob sie mir helfen könne. Oh, es ist alles belegt hier, außer der Herr X vermietet manchmal Zimmer an Radler.
Ich solle es da versuchen. Mit Komoot finde ich die Adresse und ich habe Glück! Ich bin der einzige Gast und habe
den oberen Stock für mich alleine. Mein Vermieter klärt mich noch auf, dass die Weser bei Wremen endet, danach
kommt die Außenweser und die gehört eigentlich schon zur Nordsee.
Er ist so nett, und reserviert mir in dem Fisch Restaurant Wremer Fischerstube einen Tisch um 19 Uhr.
Ich mache mich rechtzeitig auf den Weg, man weiß ja nie, verlaufen ist bei mir vorprogrammiert.
Noch bei Tageslicht erreiche ich das Restaurant. Sicherheitshalber zeichne ich den Weg mit Komoot auf.
Das Essen ist lecker! Bei Dunkelheit mache ich mich auf den Rückweg, etwa 2,4 Kilometer. Boah, ist das dunkel hier
und keine Menschenseele unterwegs. Straßenbeleuchtung gibt es natürlich, aber ich bin von Stuttgart andere Beleuchtung gewöhnt.



            Wremen

            Ich bin wirklich froh, den Weg aufgezeichnet zu haben. Erleichtert komme ich zu meinem Übernachtungsort zurück.
Als ich den Schlüssel in das Schloss der Haustüre stecken will, geht er nicht rein. Stress!
Was ist denn jetzt wieder los? Nach einigen Sekunden fällt mir wieder ein, dass meine Eingangstüre zum Hof liegt,
also noch ein paar Meter um’s Eck gehen. Gute Nacht.



            Tag 13_17.9


            Deich bei Wremen

            Am Morgen mache ich mich auf den Weg zur Bäckerei im Ort, die auch ein kleines Café betreibt, um dort
zu frühstücken. 
Beim Verabschieden gibt mir Herr X den Tipp, mit dem Zug nach Stade zu fahren, das sei eine wunderschöne Stadt.
Dazu gibt er mir den Tipp zu einem Hotel, in der Nähe des alten Krans in der Altstadt, das sei auch nicht so teuer und 
sie haben Fahrradabstellplätze. Ich nehme die Infos gerne an. Mir ist es nun doch zu kalt und zu feucht zum Zelten.
Ursprünglich wollte ich bei Anja13 vorbei schauen. Trotzdem noch einmal lieben Dank für das Angebot, bei euch auf der 
Wiese zelten zu können.
Am Bahnhof angekommen, möchte ich mir das Niedersachsenticket raus lassen.
Das ist gerade nicht möglich, da der Fahrkartenautomat repariert wird. Das kann dauern, sagt der Monteur zu mir.
Ich habe noch knapp eine Stunde Zeit, und hoffe, dass er die Reparatur noch rechtzeitig hinbekommt.
Ich tigere am Bahnhof herum, spannend ist es hier nicht. Es gibt auch nur ein Gleis, prima, dann gibt es das Problem,
welches ich nehmen muss, schon mal nicht. Nach gefühlter Ewigkeit läuft der Apparat wieder und der Monteur ist so nett und
lässt mir meine Fahrkarten raus. So ist das Suchen, wo sich die Fahrradkarte versteckt, auch aus der Welt geschafft.
In Cuxhaven muss ich umsteigen. Nun zwickt es mich doch, zur Kugelbake zu radeln, das sind etwa 
5 Kilometer vom Bahnhof aus. Die Wegführung ist gut ausgeschildert und führt auch durch das Hafengebiet.
Bei einem Hafenbecken sehe ich ein schönes Fotomotiv. Ein Schiff liegt am Kai, gestützt durch massive Stahlträger und 
abgesichert durch einen Bauzaun. Ich frage einen älteren Herrn, der am Zaun steht, und das Schiff begutachtet,
und er erzählt mir die Geschichte zu dem Schiff:
Der Eigner, ein älterer Herr, hat das Schiff an einen Niederländer verkauft und zur Übergabe in den Hafen gefahren.
Dort ist es abgesoffen und auf Grund gelaufen, Darauf hin trat der Käufer vom Kauf zurück.
So liegt das gute Schiff solange an Land bis klar ist, wer die Kosten für die Bergung, die sich sicher auf einige tausend Euro
belaufen, bezahlt.






            Ich befinde mich jetzt auf dem Elbe-Radweg. Man merkt dass die Kugelbake ein Hotspot ist, zu dem viele hinwollen.
Dementsprechend sind einige Radler unterwegs. Je näher ich der Kugelbake komme, um so mehr Menschen sind unterwegs.
Endlich sehe ich das Objekt der Begierde! Ok. Am liebsten würde ich sofort wieder zurückfahren, weil mir hier viel zu viele 
Menschen unterwegs sind.


            An der Kugelbake

            Kugelbake


            Hier tummelt sich alles, was 2 Beine oder Räder hat, oder auch 4 Räder (Rollatoren) 
Ich bleibe ein paar Minuten und lasse das alles auf mich wirken. Am spannendsten finde ich es, als ein riesiger Frachter
vorbei fährt und man schön die Größenverhältnisse von Menschen, Kugelbake und Containerschiff beobachten kann.
Nach ein paar Fotos radle ich wieder zurück zum Bahnhof, um weiter nach Stade zu kommen.
Vom Bahnhof Stade frage ich mich zur Altstadt durch. Oh, ist das schön hier! Ich bin ganz begeistert. Das Hotel
finde ich auch sofort, denn es liegt direkt am Fischmarkt. Weniger begeistert bin ich beim Einchecken, als mir der
junge Mann an der Rezeption den Übernachtungspreis sagt: 85 €! Gut, mit Frühstück.
Ich sage ihm, dass das meinen Etat übersteigt. Zum Glück gibt er mir einen Nachlass von 10€ und ich nehme das
Zimmer, weil ich sowieso eine Vorliebe für alte Fachwerkhäuser habe. Das Gebäude ist über 300 Jahre alt und steht
unter Denkmalschutz. Ich bin total gespannt, wie mein Zimmer aussieht und bin begeistert! Nur..... groß darf man hier nicht sein.
Das Zimmer ist so breit, wie das Bett lang ist, etwa 2, 20m. Ich schätze das Zimmer ohne das kleine Bad auf 8 -10 qm.
Dann erkunde ich die Altstadt und verfalle in einen Fotografier-Rausch. Es ist so schön hier!



            Mein Hotel

            Hotelzimmer


            Tag 14_18.9.
            Ich habe super gut geschlafen, frühstücke, und gehe anschließend zur Touristen-Information. Hier erhoffe ich gute Tipps für
die Strecke nach Lüneburg. Bei meiner Recherche bezüglich der Rückfahrt sieht es schlecht aus. Von Hamburg gibt es keine Fahrkarten mehr, für Tage ausgebucht. Ich denke, von Lüneburg wird es kein Problem sein
zurückzukommen.


            So entschließe ich mich noch ein wenig an der 
Elbe entlang zu fahren, mit einer Übernachtung am Elbe-Radweg. Wieder zurück im Hotel packe ich und suche den 
Radweg. Boah, ist das kalt heute morgen. Zum ersten Mal ziehe ich die Winter Radhandschuhe an.
Leider bekomme ich unterwegs wenig von der Elbe zu sehen.

Dafür komme ich am Fischrestaurant, Der Elbfischer, vorbei und gönne mir ein
extrem leckeres Matjes Brötchen, das extra für mich gerichtet wird. Ich verzehre es auf dem Parkplatz vor dem Restaurant,
da ich nur eine kurze Pause machen will und keine Lust habe mich schon wieder zu registrieren.




            Die Strecke verläuft entlang der Straße durch nicht enden wollende Ortschaften. Meistens ohne Radweg.

Ab Borstel und Cantz beginnen die Vororte von Hamburg. 
Ein Stück Radweg finde ich hier, er verläuft auf einem Damm oberhalb der Hauptstraße.
Dieser ist so uneben und schmal, dass es mir keinen Spaß macht dort zu fahren. Bei nächster Gelegenheit gehe ich 
vom Damm wieder auf die Straße. Wobei hinter den Häusern, etwa auf Dachhöhe zu radeln einen gewissen Charme hat.







            Irgendwann finde ich wieder ein Stück Radweg, das etwas im Wald, parallel zur Straße liegt. Entspannt fahre ich weiter.
Dann endet der Weg abrupt an einer riesigen Kreuzung. Ich bin mit meiner Navigation auf Kriegsfuß und 
bekomme es nicht gebacken, herauszufinden, in welche Richtung ich weiter muss. Ich versuche fast 15 Minuten lang,
alle Möglichkeiten zu checken. Nix passt. Dann komme ich auf die Idee, näher in die Karte hineinzuzoomen und siehe da,
ich muss doch nach rechts abbiegen. Ich ärgere mich über mich selbst. Nun geht es an einer großen Straße
mit Radweg weiter. Ein Flugzeug befindet sich im Landeanflug und überfliegt die Straße. Ich muss mich wohl in der Nähe von Hamburg
befinden.



            Der Verkehrslärm geht mir auf die Nerven! Ich radle auf großen Straßen
irgendwo südlich an Finkenwerder vorbei. Kurz tangiere ich das Airbus-Werk und radle ein paar hundert Meter daran entlang.
Laut Komoot müsste ich jetzt die Straße, die einen ziemlichen Autoverkehr hat überqueren. Ich bin nicht lebensmüde und fahre auf dem
Radweg weiter, bis sich eine bessere Gelegenheit bietet zu queren. An einer großen Kreuzung mit Fußgängerampeln
schiebe ich über die Straßen. Dann wird es für ein paar Kilometer ruhiger und ich radle entspannt im Grünen.
In Harburg komme ich zu einer Mega-Kreuzung, ich schiebe, mir ist das alles zu viel. Außerdem habe ich wieder den
Überblick verloren, wo ich lang muss. Kurz vor der riesigen Kreuzung ist die Polizei wegen eines Auffahrunfalls vor Ort.
Meine Rettung! Ich passe einen geschickten Moment ab und frage dann eine Polizistin nach dem Weg und zeige ihr meinen Track
auf dem Handy. Völlig ohne Stress schaut sie die Karte an und erklärt mir, wo ich lang muss: Links über die Brücke, 
(Walter-Dudek-Brücke?) über die ich schiebe, dann immer geradeaus, weiter schön durch’s Moor. 
Ich nehme den holprigen Gehweg, weil mich der Autoverkehr nervt.
So langsam komme ich in die Nähe der Elbe, wobei ich sie nicht zu sehen bekomme,
da ich hinter dem Deich fahre. Nicht so spannend. Dafür gönne ich mir im Hofladen-Café in Over eine Kaffeepause
mit einem super guten hausgemachten Apfelkuchen und Sahne.



            Am späteren Nachmittag komme ich in Hoopte an einem Gasthof vorbei. Auf der Terrasse sitzen einige Radler.
Ich könnte hier mal fragen, ob es auch Zimmer gibt. Ich habe Glück, sie haben ein Zimmer für mich zum moderaten Preis von 40€
Dazu gönne ich mir noch ein Frühstück zu 5€. Perfekt.
Am Abend belohne ich mich noch mit einem ausgezeichneten Schnitzel mit Pommes und Salat.
Erledigt vom Radeln und Essen falle ich ins Bett.



            Tag 15_19.10.
            Heute gibt es eine kurze Etappe von knapp 35 Kilometern nach Lüneburg.
Über Winsen, Rottdorf und Bardowick geht es meistens schnurgerade und etwas langweilig, zum Glück mit Radweg, auf einer
verkehrsreichen Bundesstraße nach Lüneburg.


            25 Kilometer geradeaus.

            Unterwegs amüsiere ich mich über ein Ortsschild: Radbruch.


            Schönes Waldstück neben der Straße.

            In Lüneburg angekommen, es ist bestes Sonnenscheinwetter, begebe ich mich zuerst zum Bahnhof, um die Rückreise
für morgen, Sonntag, zu organisieren. Meine naive Vorstellung: Fahrkarte kaufen müsste kein Problem sein.
Wer fährt denn schon von Lüneburg in den Süden nach Stuttgart. Am Fahrkartenschalter werde ich schnell meiner Illusionen beraubt.
Die Fernzüge sind alle ausgebucht, auch am Montag. Ich muss ziemlich frustriert geschaut haben, so bietet mir die Dame 
am Schalter die Möglichkeit eines Quer durchs Land Tickets an. Mit Fahrradkarte 50€, da freut sich die Schwäbin!
Außerdem habe ich das so noch nicht gemacht. Bin gespannt.
So kaufe ich das Ticket und studiere die Fahrzeiten. Ok..... 4 mal Umsteigen, Fahrzeit 11 Stunden. Ich erinnere mich, früher
in den 80-igern 44 Stunden im Zug nach Athen verbracht zu haben. Da sind 11 Stunden machbar. Dazwischen liegen aber über
35 Jahre oder noch mehr.
Dann studiere ich die Umsteigezeiten. In Neudietendorf muss ich Umsteigen. 6 Minuten sind zu knapp, sage ich zu der Dame 
am Schalter. Das Gleis liegt gegenüber, das müssten sie schaffen. O.K.
Zur Sicherheit lasse ich mir noch die Verbindungen einen Zug später ausdrucken. Das wären dann gleich 2 Stunden später.
Keine Ahnung wo Neudietendorf liegt.

Mit den Fahrkarten in der Tasche schiebe ich ins Zentrum von Lüneburg.
Es ist Samstag, die Sonne scheint und die Stadt ist voll mit Menschen. Heute ist Markt und die Straßencafés sind gut besetzt.
Die ersten Hotels, die mir begegnen, werden optimistisch nach einem Zimmer angefragt. Keine Chance, alles belegt.
Ok, dann gehe ich zur Touristeninformation. Es ist schwierig, an diesem Wochenende ein Zimmer zu bekommen.
Es ist Heideblüte, schönen Wetter und Wochenende ist auch noch.....irgendwann findet sich noch ein Zimmer
in einem Hotel am Rande der Altstadt. 105 € mit Frühstück. Ich bin geschockt. Ich nehme das Zimmer und relativiere den
Preis, indem ich die Ersparnis der Zugfahrkarte dagegensetze.
Ich checke im Hotel ein und binde mein Fahrrad mit etwas mulmigen Gefühl in der Tiefgarage des Hotels
an einem Gitter fest. Danach mache ich mich auf den Weg, die Altstadt von Lüneburg zu erkunden.
Ich fotografiere ohne Ende! 





            Am späten Nachmittag, bekomme ich Hunger und ich entdecke eine Pizzeria mit Außengastronomie.
Da alle Tische besetzt sind, gehe in das Lokal hinein und werde eben innen essen. Hier ist auch mächtig viel
Betrieb. Die Bedienungen eilen mit und ohne Tabletts an mir vorbei ohne mich wahrzunehmen.
Ich stehe im Eingangsbereich, weil ich fragen möchte, wo ich mich hinsetzen darf, wegen Corona.
Irgendwann nimmt sich eine junge Bedienung Zeit für mich, dabei schaut sie mich abschätzig von oben
bis unten an. Das muss ich jetzt aushalten. Gut ich bin im Radler Outfit unterwegs, mit drei viertel langer Radhose.
Auf meine wiederholte Frage, wo ich mich nun hinsetzen soll, weißt sie mir einen Tisch neben einem Ehepaar mit Hund
zu. Sie sind in Freizeitkleidung unterwegs. Die meisten in Straßenkleidung. Wäre ich nicht so hungrig gewesen,
hätte ich die Pizzeria wieder verlassen.
Zum Glück werde ich von jemand anderem bedient und ich kann meine Bestellung: eine Pizza, von 50 cm Länge 
bestellen. Da bin ich gespannt, was da kommt. In der Zwischenzeit unterhalte ich mich sehr nett mit meinen
Tischnachbarn. Als die Pizza serviert wird, bin ich überrascht über die Dimension. Die Pizza nimmt fast die ganze Tischbreite ein.
Dazu gibt es eine Pizzaschere, das kannte ich so bisher auch noch nicht. Ich finde das toll, weil ich lieber die Pizza aus der Hand esse.
Alternativ gibt es noch normales Besteck dazu. Zum Glück ist die Pizza hauch dünn und ich schaffe es gerade so,
das ganze Stück zu vertilgen. Danach gehe ich wieder zum Hotel zurück. Es ist mittlerweile wieder frisch geworden.
Müde und satt falle ich in das viel zu weiche Bett.





            Tag 16_20.10. Rückreise


            Trotz „Watte“-Bett habe ich gut geschlafen. Nach dem Frühstück gehe ich mit etwas bangem Gefühl 
in die Tiefgarage des Hotels. Hoffentlich ist mein Fahrrad noch da. Natürlich ist es noch da und es stehen sogar noch
weitere Fahrräder davor. Die Packtaschen sind schnell angehängt und ich brause durch die Straßen von
Lüneburg zum Bahnhof. Am Sonntag ist so früh nichts los auf den Straßen und so bin ich überpünktlich am Bahnsteig.
Das ist gut so. So bin ich eine der Ersten, die das Fahrradabteil entert, als der Zug ankommt.
Oha, das Abteil ist schon ziemlich voll. Ich habe Glück und bekomme noch einen Stellplatz, wo die Räder längs geparkt
werden können. Dann kommen immer mehr Fahrräder in das Abteil, die meisten mit Gepäck. Der Zugbegleiter kommt vorbei,
schaut kurz, sagt mir, dass ich eine der hinteren Packtaschen abnehmen muss, damit man noch durchkommt.
5 Minuten später kommt eine Durchsage, dass alle Radler in das Abteil kommen sollen. Mittlerweile ist es proppen voll.
Einige Fahrräder müssen umgestellt werden, damit noch weitere Räder Platz haben. Ich bin froh, dass ich richtig stehe.
Letztendlich zählt der Zugbegleiter 32 Fahrräder.



            Mein erster Umsteigebahnhof ist Hannover, hier habe ich über eine Stunde Zeit, bis der Zug nach Göttingen abfährt.
Zum Glück gibt es hier einen Aufzug. Alles entspannt.
In Göttingen angekommen habe ich 20 Minuten Zeit zum Umsteigen. Das Fahrradabteil ist immer noch gut belegt. 
Ich mache mir Sorgen, ob ich es schaffen werde, rechtzeitig aus dem Abteil zu kommen. Zum Glück
stehe ich mit dem Rad in der Nähe der Türe. In Göttingen gibt es keinen Aufzug, ja toll, und ich bin nicht die Einzige mit Rad, 
die hier umsteigen muss. Ich lade in Eile meine Packtaschen ab und renne damit hektisch zwei Mal die Treppen rauf und runter.
Dann muss ich noch das TX nach unten bringen. Vor mir zerrt eine Frau ihr Rad in ziemlicher Schräglage die Treppe hinunter,
langsam, Stufe für Stufe. Ich werde nervös und drängle, dabei schubse ich sie etwas. Die Frau ist empört.
Vor lauter Stress vergesse ich mich zu entschuldigen und sage ihr nur, dass ich noch meinen Zug erwischen muss.
In der Unterführung werden die Packtaschen schnell wieder angehängt und ich hetzte weiter zu meinem Bahnsteig.
Wie ein Wiesel renne ich wieder mit den Packtaschen nach oben, als ich das TX nach oben trage, merke ich
die Anstrengung und komme etwas außer Atem. Zum Glück habe ich eine gute Kondition. Umstieg zwei ist also
auch geschafft. Mein nächster Umsteigebahnhof ist Neudietendorf. Der Zug hat Verspätung, super, ich stelle mich 
in Gedanken schon darauf ein, hier 2 Stunden Aufenthalt zu haben.
Jetzt schaue ich doch mal nach, wo der Ort liegt, bei Erfurt. Da schlage ich einen ordentlichen Haken mit dem Zug.
In Neudietendorf steige ich deshalb relativ entspannt aus dem Zug. Ich schaue, wo Gleis 4 ist, ja toll, es liegt nicht genau
gegenüber, es ist noch ein Gleis dazwischen, also muss ich doch durch die Unterführung. 
Dann bemerke ich, dass der Zug nicht da steht und einige Leute auf dem Bahnsteig warten.
Ich wittere eine Chance den Zug doch noch zu bekommen und hetze zu dem Aufzug, rase unten durch,
mit dem Aufzug wieder nach oben. Völlig außer Atem komme ich am Bahnsteig an, der Zug hat Verspätung,
mein Glück. Die Umsteigezeit ist nun noch knapper und das Fahrradabteil befindet sich am Ende des Zuges, wo mir die Zugbegleiterin schon zuwinkt, ich solle mich beeilen. Was bin ich jetzt froh, im Zug zu sitzen und muss hier nicht 2 Stunden am A...der Welt auf den nächsten Zug
warten. Auf jeden Fall weiß ich jetzt, wo Neudietendorf liegt, für immer. Bei Erfurt.
In Würzburg, meinem vierten Umsteigebahnhof, habe ich wieder genügend Zeit und so freue ich mich,
dass ich gegen 21 Uhr in Stuttgart ankommen werde, statt gegen 23 Uhr.



            Der Zug kommt pünktlich am Stuttgarter Hauptbahnhof an. Von hier aus sind es noch knapp 2 Kilometer
nach Hause zu fahren. Ich wundere mich, dass es so still auf den Straßen ist, auch keine Menschen sind zu sehen.
Habe ich in den 2 Wochen in denen ich weg war etwas verpasst, wegen Corona oder andere Katastrophen?
Merkwürdig. Als ich am Palast der Republik vorbeikomme, bin ich beruhigt. Hier sitzen, wie fast immer,
die jungen Leute um die kleine Kneipe, nur mit Außengastronomie, herum und trinken ihre Getränke.
Der Palast der Republik hier in Stuttgart ist Kult. Eine ehemalige Toilettenanlage, die umgebaut wurde.
Zwischenzeitlich war es auch ein Kiosk, in dem Zeitschriften und Bücher verkauft wurden.
Zuhause packe ich schnell meine Sachen aus und falle ins Bett. Die Zugfahrt war doch anstrengend.



            Kleines Fazit

            Die Radtour war toll, wobei ich rückwirkend das Gefühl habe, einiges an Sehenswürdigkeiten verpasst zu haben.
Am besten hat mir der Abschnitt im Weserbergland gefallen.
Der September ist nicht so mein Radtouren-mit-Zelt Monat. Das Zelt war bis auf einmal jeden Morgen nass und es 
dauerte ewig, bis es einigermaßen trocken war. Ab Bremen fand ich es nicht mehr so spannend. 
Der Abschnitt durch das Hafengelände war nicht aufregend, wie erwartet. Bikeline schreibt von gefährlichen Passagen,
vielleicht habe ich nur Glück gehabt.


            Zuletzt geändert von rockhopper; 26.12.2020, 14:09.

            Kommentar


            • Itchy ST
              Fuchs
              • 10.06.2009
              • 1046

              • Meine Reisen

              #7
              AW: [DE] Weser-Radweg 2020

              Danke für diesen schönen Bericht. Verrückt, die meisten Orte kenne ich, davon einige sehr gut, weil ich lange in der Gegend gewohnt habe. Bin auch immer noch regelmäßig dort unterwegs. Doch dass Stade so schön ist, war bisher völlig an mir vorbei gegangen.

              Das nächste Mal wird ein Abstecher dorthin gemacht.

              Kommentar


              • rockhopper
                Fuchs
                • 22.04.2009
                • 1025

                • Meine Reisen

                #8
                AW: [DE] Weser-Radweg 2020

                Zitat von Itchy ST Beitrag anzeigen
                Danke für diesen schönen Bericht. Verrückt, die meisten Orte kenne ich, davon einige sehr gut, weil ich lange in der Gegend gewohnt habe. Bin auch immer noch regelmäßig dort unterwegs. Doch dass Stade so schön ist, war bisher völlig an mir vorbei gegangen.

                Das nächste Mal wird ein Abstecher dorthin gemacht.
                Stade ist absolut sehenswert! Eine wunderschöne alte Hansestadt.

                Kommentar


                • ronaldo
                  Moderator
                  Lebt im Forum
                  • 24.01.2011
                  • 9400

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: [DE] Weser-Radweg 2020

                  Stade, Cuxhaven, ja da kann man schön n bisschen rumtrödeln, ne Fischsemmel oder son Krabbendings essen...
                  Witzig die Sache mit dem Trockner, kann ich mich voll mit identifizieren! Aber man muss sich halt zu helfen wissen und mit Hilfe der modernen Kommunikationstechnik geht das irgendwie. Sehr cool. Übrigens, für Technikdeppen wie uns gibts da einen netten Begriff im Norden: Töffel.

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                  • blauloke

                    Lebt im Forum
                    • 22.08.2008
                    • 5986

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: [DE] Weser-Radweg 2020

                    Der Weserradweg liegt bei mir als Plan in der Schublade. Nach deinem interessanten Bericht werde ich ihn höher einsortieren, damit er nicht zwischen all den anderen Plänen verschwindet, die ich noch habe.
                    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

                    Kommentar


                    • rockhopper
                      Fuchs
                      • 22.04.2009
                      • 1025

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: [DE] Weser-Radweg 2020

                      Zitat von ronaldo Beitrag anzeigen
                      Stade, Cuxhaven, ja da kann man schön n bisschen rumtrödeln, ne Fischsemmel oder son Krabbendings essen...
                      Witzig die Sache mit dem Trockner, kann ich mich voll mit identifizieren! Aber man muss sich halt zu helfen wissen und mit Hilfe der modernen Kommunikationstechnik geht das irgendwie. Sehr cool. Übrigens, für Technikdeppen wie uns gibts da einen netten Begriff im Norden: Töffel.
                      Töffel klingt sympathisch. Lüneburg ist auch ganz toll!

                      Kommentar


                      • Wafer

                        Lebt im Forum
                        • 06.03.2011
                        • 5354

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: [DE] Weser-Radweg 2020

                        Hallo Rockhopper.

                        Zunächst mal vielen Dank für deinen Bericht! Das war heute meine Morgenlektüre. Sehr schön und tolle Fotos dabei! Man hört immer so viel vom Weserradweg. Das soll ja einer der schönsten Radwege in Deutschland sein.

                        Zitat von rockhopper Beitrag anzeigen
                        ... wobei ich rückwirkend das Gefühl habe, einiges an Sehenswürdigkeiten verpasst zu haben.
                        Genau so geht es mir auch immer! Da ich im Vorfeld wenig plane und mich meist einfach treiben lasse und schaue wohin es mich verschlägt passiert mir das regelmäßig! Aber so hat man auch wieder einen Grund die Gegend mal wieder zu besuchen.

                        Viele Grüße

                        Wafer

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                        • Waldlaeuferin
                          Erfahren
                          • 11.03.2013
                          • 201

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: [DE] Weser-Radweg 2020

                          Hi, danke für den Bericht! Schöne Bilder, die eine oder andere Ecke kenne ich. In Wremen hast Du, glaube ich, das Hotel Deichgraf fotografiert. Da wollte ich gerne mal übernachten, aber jetzt ist es geschlossen worden.
                          Und das mit dem Trockner kam mir bekannt vor: Hatte ich neulich original so mit der Waschmaschine meiner Eltern. Wollte nicht zu sehr dran ziehen, kriegte Tür nicht auf. Musste per Telefon Rat einholen: Einfach mit viel Kraft an der Tür ziehen. Tja.
                          Liebe Grüße
                          Waldläuferin
                          Es ist immer zu früh, um aufzugeben.

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                          • Meer Berge
                            Fuchs
                            • 10.07.2008
                            • 2312

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: [DE] Weser-Radweg 2020

                            Prima Bericht, schöne Tour!
                            Danke sehr!
                            Ins Weserbergland wollte ich diesen Herbst auch, aber wandern - hat sich leider, wie so viele Pläne dieses Jahr, aufgelöst ...
                            Jo, Deich ist auf Dauer ganz schön öde. Und hinterm Deich ist noch schneller noch öder.
                            Da gibt es schönere Wege hier im Norden.

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                            • rockhopper
                              Fuchs
                              • 22.04.2009
                              • 1025

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: [DE] Weser-Radweg 2020

                              Vielen Dank für eure Kommentare!
                              Schön, dass es noch einige weitere Technik "Töffels" gibt.
                              Bei uns nennt man das auch Dubbel.

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                              • rockhopper
                                Fuchs
                                • 22.04.2009
                                • 1025

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: [DE] Weser-Radweg 2020

                                Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
                                Prima Bericht, schöne Tour!
                                Danke sehr!
                                Ins Weserbergland wollte ich diesen Herbst auch, aber wandern - hat sich leider, wie so viele Pläne dieses Jahr, aufgelöst ...
                                Jo, Deich ist auf Dauer ganz schön öde. Und hinterm Deich ist noch schneller noch öder.
                                Da gibt es schönere Wege hier im Norden.
                                Hallo Meer Berge,

                                welche Radwege kannst Du um den Großraum Hamburg empfehlen?
                                Die Umfahrung von HH fand ich teilweise mühsam.

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                                • lina
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                                  Vorstand
                                  Liebt das Forum
                                  • 12.07.2008
                                  • 36679

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: [DE] Weser-Radweg 2020

                                  Hallo rockhopper,

                                  vielen Dank für’s Weiterschreiben. Unser kleines ODS-Treffen war klasse und super, dass es geklappt hat!
                                  Wohl immer ein Rätsel bleiben wird mir, wie das zustande gekommen ist, dass ich genau zur richtigen Zeit zum Angucken des von Dir am Vorabend empfohlenen Sonnenaufgangs mit Nebeln über der Weser aufgewacht bin und aus dem Zelt geschaut habe – so ein Sonnenaufgang geht ja ratzfatz Außerdem kenne ich jetzt noch einen hübschen Zeltplatz in angenehmer Radel-Distanz Aber am allerliebsten wäre ich gleich mit weitergeradelt!

                                  Das Reisen auf und hinter dem Deich fand ich anlässlich des Meerwegs ebenfalls gewöhnungsbedürftig und zu philosophischen Überlegungen verleitend:

                                  Zitat von lina Beitrag anzeigen

                                  Können sich Schafe eigentlich langweilen?
                                  und vermute: Man muss die Landschaft und den Gegenwind wahrscheinlich schon vorher mögen
                                  Die Gegend um Hamburg habe ich mal auf dem Leine-Heide-Radwegs erkundet (um den Kiekeberg herum) und fand es dort eigentlich recht hübsch. Das ist aber eher südlich/südwestlich von Hamburg.
                                  Zuletzt geändert von lina; 29.10.2020, 18:39.

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                                  • Meer Berge
                                    Fuchs
                                    • 10.07.2008
                                    • 2312

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    AW: [DE] Weser-Radweg 2020

                                    Zitat von rockhopper Beitrag anzeigen
                                    Hallo Meer Berge,

                                    welche Radwege kannst Du um den Großraum Hamburg empfehlen?
                                    Die Umfahrung von HH fand ich teilweise mühsam.
                                    Moin rockhopper!

                                    Wenn du HH südlich umgehen willst, hältst du dich am besten ein wenig davon entfernt.
                                    Harburger Berge - Lüneburger Heide - Wendland sind sehr schöne Gegenden.
                                    Falls du noch einmal in den Norden kommst, melde dich ruhig!

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                                    • rockhopper
                                      Fuchs
                                      • 22.04.2009
                                      • 1025

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      AW: [DE] Weser-Radweg 2020

                                      Zitat von lina Beitrag anzeigen
                                      Hallo rockhopper,

                                      vielen Dank für’s Weiterschreiben. Unser kleines ODS-Treffen war klasse und super, dass es geklappt hat!
                                      Wohl immer ein Rätsel bleiben wird mir, wie das zustande gekommen ist, dass ich genau zur richtigen Zeit zum Angucken des von Dir am Vorabend empfohlenen Sonnenaufgangs mit Nebeln über der Weser aufgewacht bin und aus dem Zelt geschaut habe – so ein Sonnenaufgang geht ja ratzfatz Außerdem kenne ich jetzt noch einen hübschen Zeltplatz in angenehmer Radel-Distanz Aber am allerliebsten wäre ich gleich mit weitergeradelt!

                                      Das Reisen auf und hinter dem Deich fand ich anlässlich des Meerwegs ebenfalls gewöhnungsbedürftig und zu philosophischen Überlegungen verleitend:



                                      und vermute: Man muss die Landschaft und den Gegenwind wahrscheinlich schon vorher mögen
                                      Die Gegend um Hamburg habe ich mal auf dem Leine-Heide-Radwegs erkundet (um den Kiekeberg herum) und fand es dort eigentlich recht hübsch. Das ist aber eher südlich/südwestlich von Hamburg.
                                      Denken widerkäuende Kühe ? Was denkt ein Pferd, wenn es einen ansieht, oder auch Esel und Ziegen.
                                      Solche Gedanken tauchen immer wieder auf. Deshalb spreche ich auch manchmal zu den Tieren.
                                      Morgenstimmungen am Wasser haben schon etwas besonderes.
                                      Der CP Stolzenau war der schönste Platz auf der Tour.

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                                        Fuchs
                                        • 22.04.2009
                                        • 1025

                                        • Meine Reisen

                                        #20
                                        AW: [DE] Weser-Radweg 2020

                                        Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
                                        Moin rockhopper!

                                        Wenn du HH südlich umgehen willst, hältst du dich am besten ein wenig davon entfernt.
                                        Harburger Berge - Lüneburger Heide - Wendland sind sehr schöne Gegenden.
                                        Falls du noch einmal in den Norden kommst, melde dich ruhig!

                                        Copyright: rockhopper

                                        Das war meine Route von Stade nach Hoopte. Es gibt wahrscheinlich bessere Alternativen. Ich wollte eben die von Bikeline empfohlenen Strecke durch Hamburg nicht nehmen. Vielleicht wäre die Strecke von Bikeline die schönere Variante gewesen.
                                        Sollte ich noch einmal in die Gegend kommen melde ich mich gerne.
                                        Ich habe immer noch die Dänemark Tour im Kopf.
                                        Zuletzt geändert von rockhopper; 06.11.2020, 17:25.

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