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    Lebt im Forum
    • 22.08.2008
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    • Meine Reisen

    [DE] Harz - Einmal im Leben

    Tourentyp
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    Mitreisende
    --------
    Harz - Einmal im Leben


    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_14836.jpg Ansichten: 2 Größe: 202,0 KB ID: 3016618
    Übersichtskarte

    Dies ist die Fortsetzung meiner Wanderungen
    2016, vom Fichtelgebirge zu den Saalestauseen
    2017, Thüringen Ost; vom Wasser zum Himmel
    2019, Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee


    Anreise-------- 19.7.2018-----------Memleben, Kaiserpfalz---------

    Ich fahre 1. Klasse! Nachdem das Ticket nur 10 € teurer war als das 2. Klasse Ticket habe ich mir das gegönnt. Mein Regionalzug, der mich nach Nürnberg bringt, hat zwar genau die zehn Minuten Verspätung, die ich zum Umsteigen habe, jedoch wartet der IC, bis ich von einem Bahnsteig zum anderen gehetzt bin. Der IC bringt mich nach Naumburg, von dort ein Regionalzug nach Nebra, dann ein Bus nach Memleben. Dort steige ich am Kloster/Kaiserpfalz aus und meine Wanderung kann losgehen.

    Aber zuerst gehe ich in das gegenüberliegende Cafe und stürze wegen der Hitze eine Apfelschorle hinunter. Als ich mich etwas erholt habe, gehe ich zum Kloster, das schon von außen beeindruckend ist. An der Kasse gebe ich meinen Rucksack ab und streife rund zwei Stunden durch die Anlage. Die Bauten sind eindrucksvoll, jedoch gibt es relativ wenige Ausstellungsstücke. Das meiste wird nur auf Schautafeln erläutert. Zur ottonischen Zeit war Memleben eine bedeutende Kaiserpfalz, die dann an Bedeutung verlor und heute nur noch ein kleines Dorf ist.


    Ruine der Klosterkirche


    Eindrucksvoll die "Schattenbilder"; es sind nur noch die Umrisse der abgebildeten Personen zu erkennen.


    Der Klostergarten

    Nach der Besichtigung wandere ich durch das lang gestreckte Dorf an das andere Ende, wo sich der Wasserwanderplatz befindet. Auf diesem habe ich letztes Jahr meine Wanderung beendet. Dort sitzen nur zwei Kajakfahrer, die Pause machen, heute aber noch ein Stück fahren wollen. Nachdem ich mein Zelt im Schatten eines kleinen Baumes aufgestellt habe, mache ich einige Fotos von der Unstrut, die dieses Jahr tief in ihrem Bett fließt. Letztes Jahr um die selbe Zeit hatte sie gute zwei Meter Hochwasser und den Zeltplatz fast überschwemmt.
    An der Sitzgruppe koche ich mein Abendessen und betrachte dabei das Idyll das mich umgibt. Auf der Unstrut schwimmt eine Schwanenfamilie und einige Enten, am gegenüberliegenden Ufer hoppeln Hasen über den Grasstreifen.
    Danach gehe ich ins Dorf zum "Storchennest", dem Wirtshaus am Dorfplatz. Dort habe ich meine Wanderung im vergangenen Jahr bei einem Weizen symbolisch beendet und hier beginne ich die jetzige Wanderung ebenfalls mit einem Weizen.


    Schwanenfamilie mit hässlichen Entlein


    Wasserstand Unstrut 19.7.2018, rechts der Wasserwanderplatz


    zum Vergleich: Unstrut am 27.7.2017 von der selben Brücke aus


    Wasserwanderplatz an der Unstrut bei Memleben


    1.Tag-------- 20.7.2018-----------süße Früchte---------31,0 km

    Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.
    Da es heiß wird und ich eine lange Tagesetappe vor mir habe, breche ich bereits um sechs Uhr auf. Bis Wohlmirstedt kann ich auf einem Radweg wandern. Die Temperatur ist noch angenehm, die Schatten sind lang. Zum nächsten Ort, Zeisdorf, verpasse ich die Abzweigung in den geplanten Feldweg und muss auf der Teerstraße einen Hang hoch laufen, nur um vor dem Dorf wieder ab zu steigen. Der Feldweg wäre gleich im Tal geblieben. Es wird bereits wärmer und ich bin froh über den schattigen Wald, der nun folgt und auf die Hohe Schrecke führt.
    Auf dem Weg sitzt ein junger Vogel der noch nicht fliegen kann. Seine Schwanzfedern sind noch zu kurz, er hat offensichtlich erst vor kurzem das Nest verlassen. Normal wachsen die Federn jetzt schnell und in ein, zwei Tagen hat er diese gefährliche Zeit überstanden. Ich wünsche ihm alles Gute und gehe weiter.
    Mein Wasser habe ich größtenteils beim Frühstück verbraucht. So gehe ich in das Dorf Lossa und frage nach Wasser. Ein Mann sagt, ich kann es gerne haben, führt mich in einen Schweinestall mit nur einer Sau und ich kann an einem Hahn meine Flasche auffüllen. Dankbar gehe ich weiter.


    morgendliche, lange Schatten


    erster Waldweg, moderater Aufstieg zur Hohen Schrecke


    junger Vogel, frisch aus dem Nest geflogen

    Bald zweigt eine lange, gerade Kopfsteinpflasterstraße ab. Nach einiger Zeit sehe ich Büsche und Bäume an denen gelbe Früchte hängen. Ich habe keine Ahnung, was das für Obst ist, probiere vorsichtig und stelle fest, dass es saftig und süß schmeckt. Da es Zeit für eine Pause ist, bleibe ich gleich hier, zupfe etliche Früchte ab und lasse sie mir schmecken. Im Wald gegenüber sehe ich die Ruine eines Hauses. Da staple ich ein paar Steine aufeinander damit ich mich setzen kann und im Schatten bin.
    Beim weiterwandern begleiten mich die Bäume mit den gelben, teilweise auch roten Früchten. Ich pflücke eine Hand voll, gehe weiter und wenn ich diese verspeist habe, steht der nächste Baum am Weg. So geht das eine ganze Weile. Die Früchte sind unterschiedlich reif. Teilweise hängt der ganze Baum noch voll, teilweise liegen die meisten bereits auf dem Boden. Das Kopfsteinpflaster ist inzwischen zu Schotter geworden. An einem Unterstand schlafe ich einige Zeit auf der Bank - ich merke, dass ich früh aufgestanden bin.


    übervoller Baum


    süße, saftige Früchte


    langer, gerader Waldweg

    Am Kammerforst, einem großen Rastplatz mit Grillhütte, nehme ich diese als Schutzhütte für unser Wiki auf. Hier ist auch der Übergang von der Hohen Schrecke zur Schmücke, zwei mit Laubwald bedeckte Höhenzüge die aneinander grenzen.
    Im Wald wachsen Himbeeren am Weg, von denen ich mich jetzt bediene. Neben den Himbeeren steht ein Strauch mit schwarzen Beeren. Ich vermute es sind Tollkirschen, deshalb lasse ich sie hängen. An dieser Stelle zweigt ein Waldweg vom Schotterweg ab, dem ich nun folge.
    Inzwischen ist Mittag bereits vorbei. Am nächsten Unterstand mache ich eine Siesta von zwei Stunden. Gut erholt gehe ich weiter. An einer Kreuzung wird der Weg zum Pfad, der bald an der oberen Kante eines steilen Abhangs entlang verläuft. Damit habe ich nicht gerechnet, dass es hier so weit abwärts geht. Ein schönes Stück Weg.

    Weiter durch den Laubwald in den sich Kiefern mischen. Plötzlich endet der Wald und ich habe einen weiten Blick in das Thüringer Becken. Vor mir ist der Höhenzug der Schmücke kahl, nur noch mit Gras und einzelnen Bäumen bewachsen. Die Sonne brennt nun unbarmherzig vom Himmel. Ich habe jetzt eine offene Strecke vor mir, die an eine Steppe erinnert. Einige Tafeln erklären die Pflanzen und Tiere dieser besonderen Steppenlandschaft.
    Diesen Höhenweg auf der Schmücke kann ich guten Gewissens empfehlen.


    der Schotterweg wird zum Waldweg


    und schließlich zum Pfad entlang eines Abhangs


    nach dem Wald Steppenlandschaft auf der Schmücke

    Schon bald biege ich vom Höhenweg ab, durch schattigen Wald abwärts Richtung Heldrungen. Unten muss ich ein Stück auf einer Teerstraße gehen, bis ich auf einen ruhigeren Weg abbiegen kann und den Ort erreiche. Hier muss ich erst mal nach dem Weg fragen, um zur mächtigen Wasserburg von Heldrungen zu kommen. Da ich von der Rückseite auf sie stoße, gehe ich am Wassergraben entlang um die Festung herum. Der Zugang ist ein eindrucksvoller Torbau, im Inneren stehen einige Gebäude. Lange sehe ich mich nicht um, es wird Zeit, dass ich zum Campingplatz komme. Einem weiteren Pfad um den Wassergraben folgend gelange ich in die Innenstadt. Eine Frau, die mir über den Weg läuft, weiß gar nicht, dass es hier einen Campingplatz gibt; ein Jugendlicher schickt mich auf den Weg, den er mit seinem Rad zum Bad fährt. Wie sich herausstellt gehe ich damit einen Umweg. Soviel zum guten Rat von Eingeborenen.

    Noch immer brennt die Sonne vom Himmel und ich muss zwei schattenlose Kilometer zum Campingplatz beim Naturbad gehen. So bin ich froh als ich ihn erreiche. Nach der Anmeldung suche ich mir einen Platz für das Zelt, esse beim Kiosk zu Abend und schwimme eine Runde. Danach wasche ich meine Wäsche und frage meine Zeltnachbarn ob ich meine Wäsche zum Trocknen auf ihrer Wäscheleine aufhängen darf. Die Nachbarin stellt mir sogar noch ihre Wäschklammern zur Verfügung und morgens ist meine Wäsche trocken.


    Festung Heldrungen mit Wassergraben


    Eingangstor


    Naturbad Heldrungen


    auf dem Campingplatz, links meine Wäsche auf der Leine der Nachbarin


    2.Tag------ 21.7.2018------Bauernkriegspanorama------19,8 km

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    Wieder gehe ich früh los. Den Schlüssel für die Sanitärräume werfe ich in den Briefkasten, weil noch niemand an der Anmeldung ist. Bereits nach einer knappen Stunde bin ich im FFH Gebiet Esperstedter Ried-Binnensalzstelle. Leider muss ich feststellen, dass das Ried stärker landwirtschaftlich genutzt wird als ich dachte. Vögel sind auch kaum zu sehen.
    Wieder komme ich an Büschen mit den gelben und roten Früchten vorbei, muss jedoch feststellen dass sie hier noch nicht reif sind. Auf einem neu geteerten Radweg komme ich schnell vorwärts. Als ich einen Vogelbeobachtungsturm passiere, gehe ich hinein und weiß jetzt wo die ganzen Vögel sind. Ein Vogelschwarm flattert aufgeregt im Turm herum. Ich gebe die Tür frei und der Schwarm fliegt hinaus. Natürlich sieht es im Inneren aus wie wenn hier ein Vogelschwarm haust. Alles ist voll gekackt. Vögel sind vom Turm aus auch nicht zu sehen, bei der Hitze auch verständlich.
    Ein Stück weiter sehe ich ein Paar, das an einem Baum mit den gelben Früchten steht. Ich spreche sie an und frage wie das Obst heißt, dass ich seit gestern gerne esse. Sie sagen mir, dass es Mirabellen sind und dass jeder Baum zu einem anderen Zeitpunkt reif wird. Sie haben auf ihren Rädern einen Eimer dabei, bisher aber erst diesen Baum mit reifen Früchten gefunden. Ich ernte ebenfalls eine Hand voll und verspeise sie.


    Vogelschutzgebiet??


    Beobachtungsturm

    Ich wandere weiter, erreiche bald Bad Frankenhausen und kaufe im Supermarkt ein paar Sachen ein. Nun will ich mir den schiefen Kirchturm im Ort ansehen, deswegen gehe in diese Richtung den Berg hoch. An der Kirche angekommen sehe ich den Turm vor lauter Baugerüsten nicht. Das passiert mir öfter, wenn ich etwas ansehen will, ist es eingerüstet. Ich gehe um den Bau herum und erkenne, dass der Turm offenbar stabilisiert wird. Dicke Stahlstützen sollen ihn vor dem Umfallen bewahren.
    Zum Bauernschlachtpanorama führt jetzt ein schmaler Pfad steil den Berg empor. Ich komme ganz schön ins Schnaufen. Am Panorama angekommen löse ich eine Karte für eine Führung, muss aber noch 45 Minuten warten. Das macht nichts, da kann ich mich noch ausruhen. Während ich im Freien sitze zieht sich der Himmel zu, es wird merklich kühler.


    der schiefe Kirchturm in Bad Frankenhausen wird gesichert


    Bauernkriegspanorama

    Bevor die Führung beginnt gebe ich meinen Rucksack an der Garderobe ab. Das Gemälde ist beeindruckend, riesig und bunt. Es ist nicht die Schlacht selber dargestellt, sondern der Künstler hat viele Symbole und Bezüge auf die damalige Zeit eingezeichnet. Die Führerin erklärt einige Zusammenhänge, die nicht so leicht ersichtlich sind. Nach der Führung bleibe ich noch länger im Raum und betrachte das Gemälde für mich in Ruhe.
    Das Panorama kann auch ohne Führung besichtigt werden, ich empfehle jedoch eine Führung mitzumachen. Danach kann man noch so lange im Raum bleiben wie man will.

    Nachdem ich mich satt gesehen habe mache ich mich wieder auf den Weg. Es beginnt leicht zu regnen und ich ziehe den Regenschutz über den Rucksack. Im dichten Laubwald kommt unten nicht viel Regen an, doch mit der Zeit summiert er sich. Hier wandere ich auf Waldwegen, breiten, geschotterten Forststraßen und einem schmalen Pfad, der steil aufwärts führt. Wieder über Waldwege und einem Kopfsteinpflasterweg komme ich zu einer großen Lichtung im Wald. Direkt am Weg steht die Schutzhütte, die ich mir für meine heutige Übernachtung ausgesucht habe. Ich nehme die gesamte Hütte in Beschlag und stelle wieder nur mein Innenzelt auf.
    Nachts, wenn ich wach werde, höre ich stärkeren Regen auf das Dach fallen. Am Morgen regnet es nicht mehr, mein Zelt ist trocken geblieben und dies war auch der einzige stärkere Niederschlag bei dieser Wanderung.


    breiter Weg im Kyffhäuser


    Innenzelt in der Schutzhütte


    3.Tag--------- 22.7.2018---------Kyffhäuser---------27,4 km

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    Heute lasse ich mir Zeit beim Frühstücken. Ich will die Barbarossahöhle besuchen, die nur noch etwa zwei Kilometer entfernt ist und die erste Führung beginnt um zehn Uhr.
    Als ich loswandere regnet es nicht mehr, jedoch tropft es noch von den Bäumen. Unterwegs sehe ich Bäume, die wie von Lianen umschlungen sind, als wäre ich im Dschungel. Auf einer Lichtung lese ich auf einer schlauen Tafel, dass das weiße Gestein das hier zu sehen ist aus Gips besteht, sich stark aufheizt und hier Wärme liebende, seltene Pflanzen und Tiere vorkommen. Ein Stück weiter weist ein Wegweiser zur Falkenburg mit Aussichtspunkt. Diesen Abstecher mache ich auch noch. Von der Burg sehe ich nur ein paar Mauerreste und kann ins Vorland des Kyffhäuser sehen.


    Lianen


    Barbarossahöhle

    An der Barbarossahöhle angekommen muss ich noch eine dreiviertel Stunde warten bis die erste Führung beginnt. Ich gebe an der Kasse meinen Rucksack ab und kann so unbeschwert die Führung mitmachen. Die Höhle ist die einzige in Europa, die im Anhydritgestein liegt und somit einzigartig. Es gibt keine Tropfsteine, sondern das Gestein schält sich in Form von "Lappen" von den Wänden. Auch befinden sich einige Seen in der Höhle. Wer sich für Höhlen interessiert sollte diese unbedingt besuchen.
    Während der Führung konnte eine Mutter ihren circa zwei jährigen Buben nicht beruhigen, er hat ständig geschrien. Höhle war offenbar nichts für ihn. Sie hat die Führung dann abgebrochen und ist von der Höhlenführerin hin aus begleitet worden. Während die Gruppe gewartet hat, ist auch noch das Licht aus gefallen, sodass wir total im Dunkeln standen. Auf jeden Fall eine abwechslungsreiche Führung.
    Wieder im Freien leiste ich mir am Kiosk einen Kaffee mit Apfelstrudel und lasse meine Wasserflaschen auffüllen.

    Vom Weg nach Steinthaleben aus habe ich einen schönen Blick auf den Westhang des Kyffhäuser. Am Rand stehen wieder viele Bäume mit reifen Mirabellen, durchsetzt mit Zwetschgenbäumen, die aber noch nicht reif sind. Inzwischen bin ich Experte und kann den Reifegrad der Früchte bereits an der geringsten grün-gelb Schattierung einschätzen. Nur selten erwische ich unreife Früchte. So gehe ich an der Baumreihe entlang und nasche unterwegs von den Mirabellen.


    Westhang des Kyffhäuser


    reife Mirabellen


    Obstbüsche und Bäume am Wegrand

    Nach Steinthaleben steigt der Weg wieder den Kyffhäuser hinauf. Vorm Wald raste ich an einem Unterstand bevor ich weiter den langen Anstieg unter die Füße nehme. Der Weg wechselt zwischen Pfad und Schotterweg ab. Endlich oben geht es erst länger horizontal dahin, um anschließend in ein langes Tal ab zu fallen. Fast übersehe ich die schmale Abzweigung zum Kyffhäuserdenkmal. Ein schmaler, gewundener Pfad führt am Hang entlang in die Höhe.
    Wo der Pfad auf eine Straße trifft befindet sich ein Biergarten. Da kann ich nicht vorbei gehen, noch dazu scheint jetzt wieder die Sonne. Zwei Bratwürste und ein Weizen später mache ich mich wieder auf den Weg. Einige hundert Meter weiter merke ich, dass ich meine Stöcke vergessen habe. Schnell zurück und die Stöcke geholt. Jetzt geht es endgültig zum Kyffhäuserdenkmal die Straße aufwärts.

    Beim Anblick des Kassenhauses beschleicht mich gleich ein ungutes Gefühl. Es sieht recht unzugänglich aus. Ich frage ob ich meinen Rucksack da lassen kann, die Dame antwortet, dass das nicht erlaubt ist. Darauf hin verzichte ich auf die Besichtigung. Ich habe keine Lust meinen Rucksack den hohen Turm hoch zu schleppen.
    So mache ich mich auf den Pfad Richtung Tilleda. An der Mittelburg vorbei zur Unterburg, in die ich nur kurz hinein schaue, da ich noch sauer bin, weil ich den Rucksack nicht abgeben konnte. Außerdem stehen an dem Pfad, wie zum Hohn, Schilder mit den schönsten Wanderliedern.
    OT: Wieder zu Hause schreibe ich eine Email an das Denkmal und schildere, dass ich bei ihnen das erste und einzige Mal den Rucksack nicht abgeben konnte. Außerdem rege ich an die Wanderlieder durch Auto- und Motorradfahrerlieder zu ersetzen.
    Inzwischen habe ich auch eine Antwort erhalten und soll das nächste mal anrufen wenn ich komme, dann bekomme ich eine Freikarte und kann mich mit den Verantwortlichen unterhalten.



    Kyffhäuserdenkmal von außerhalb


    "Novalisblick" über die "Goldene Aue" zum Harz

    Nach der Unterburg gibt es den "Novalisblick" einen Aussichtspunkt von dem aus der Harz sichtbar ist. Auf schmalen Pfad geht es nun ständig abwärts nach Tilleda. Hier stehen viele Obstbäume, Äpfel und Birnen, die leider noch nicht reif sind. In Tilleda gibt es ebenfalls eine Kaiserpfalz, die ich nicht besichtige und im Ort sind auffallend neue, große Häuser gebaut. Hinter Tilleda wandere ich durch die Goldene Aue. Weite Felder sind zu durchqueren, zunächst auf einer schmalen Teerstraße, anschließend auf Feldwegen nach Bennungen. Auch hier begleiten mich die Obstbäume.


    Streuobstbäume vor Tilleda


    durch die Goldene Aue

    Über dem Harz tobt sich ein Höhengewitter aus. Am Ortseingang von Bennungen steht ein Gebäude mit großem, überdachten Vorraum in dem Tische und Bänke stehen. Es ist das Vereinsheim des hiesigen Angelvereins und ich überlege, ob ich hier unter dem Dach übernachte. Zunächst mache ich erst mal eine längere Pause. Das Gewitter verzieht sich in der Zwischenzeit, sodass ich weiter gehen kann. Hinter Bennungen komme ich zu einer Eisenbahnlinie, die durch eine Schranke mit Sprechanlage abgesichert ist. Ich will gerade anrufen, da sehe ich, dass das wenig Sinn macht. Die Schranken sind mit einem Band festgebunden. So zwänge ich mich doch um die Bahnschranke herum.
    Das Gelände steigt jetzt wieder an, ich nähere mich dem Harz. Noch über einige Felder, an Dittichenrode vorbei zweige ich in einen Weg ab. Ein Mann ruft mich zurück und erklärt, dass es da nicht weiter geht und hier viele Wanderer falsch abbiegen. Der richtige Weg zweigt erst dreißig Meter später ab. Ich bedanke mich und folge dem nun ansteigend Weg bis zur Straße. Diese überquere ich in Richtung des Bauerngraben, einem periodischen See. Ihn erreiche ich an einem erhöhtem Ufer, von wo aus zu erkennen ist, dass der See ohne Wasser und nur eine Schlammfläche zu sehen ist. Kein Wunder, nach dieser langen Trockenheit.
    Deshalb erspare ich mir den Abstieg, gehe gleich am Hochufer weiter, um auf den Wurmberg zu kommen, wo eine Schutzhütte eingezeichnet ist. Dort angekommen stelle ich in der Hütte wieder nur mein Innenzelt auf. Es passt gerade so hinein, ich verbringe eine ruhige Nacht.


    Schutzhütte auf dem Wurmberg


    4.Tag--------- 23.7.2018---------Stolberg---------25,7 km

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    Ich wandere bei bedecktem Himmel los, ständig auf dem Höhenrücken entlang durch Wald. Unterwegs habe ich an einer Lichtung mal Sicht ins Vorland, denn inzwischen scheint bereits wieder die Sonne. Am Beginn von Uftrungen komme ich an einem riesigen landwirtschaftlichen Betrieb vorbei. Im Ort sind viele der Fachwerkhäuser frisch renoviert und in der Ortsmitte steht unter einem Baum eine Bank, auf der ich raste.
    Nach dem Dorf führt meine Strecke wieder über Felder, wobei der Weg von Büschen begleitet wird. Ich bediene mich wieder an den Mirabellen, die in der Hecke wachsen. Inzwischen sind auch die roten bis schwarzen Mirabellen reif, die gelben bereits überreif.
    Vor Rottleberode muss ich eine Furt überqueren. Das geht ganz gut am Rand, da dort Trittsteine liegen. Ich nutze die Gelegenheit und filtere mit meinem Wasserfilter die Trinkflasche voll. Das erspart mir zwei Kilometer Umweg, weil ich sonst in den Ort gemusst hätte, um Wasser zu kaufen. Es ist auch die erste Möglichkeit Wasser zu filtern, im Kyffhäuser war kein fließendes Wasser zu sehen.


    abgestorbener Baum am Weg


    in Uftrungen


    dunkle Mirabellen


    Furt und Wasserstelle

    Ich gehe jetzt direkt zum Thyratal, dort finde ich einen Weg am Osthang des Tals, der in keiner Karte verzeichnet ist. So kann ich in aller Ruhe bis kurz vor Thyramühle wandern. Dort geht es in einer schmalen Unterführung unter dem Bahndamm zu einem breiten Schotterweg. Die Straße nach Stolberg verläuft ab hier parallel zum Weg und die Autos sind laut zu hören. Vor dem Ort muss ich auch noch ein Stück direkt auf der Straße gehen, bis dann ein Bürgersteig anfängt.
    Ziemlich gegenüber vom Freizeitbad Thyragrotte sehe ich einen Gemischtwarenladen mit dem auffälligen Namen "SchnapperZacker". Ich gehe hinein, weil mein Proviant geschrumpft ist und kaufe aus dem schmalen Angebot einige Sachen.
    Es ist bereits Mittag und ich merke, dass ich müde werde. Bis jetzt habe ich keine längere Pause gemacht und so kommt mir ein Spielplatz gerade recht. Auf einer etwas abgelegenen, schattigen Bank lasse ich mich nieder und schlafe circa eine Stunde.
    Wieder wach setze ich meinen Weg in das Stadtinnere fort. Hier stehen lauter Fachwerkhäuser, die meisten renoviert, und im Zentrum gibt es fast keine Verkehrsschilder oder andere aufdringliche Beschilderung. Somit wirkt das Zentrum wie aus der Zeit gefallen und ist für das Auge erholsam. An den Fachwerkhäusern gibt es immer wieder andere Details zu bestaunen. Über dem Ort thront ein großes Schloss.
    Am Marktplatz soll es noch einen Laden mit Lebensmittel geben, in dem ich meinen restlichen Bedarf decken will. Zunächst zögere ich, weil davor nur Ständer mit Bekleidung stehen und ich frage, ob sie auch Lebensmittel haben. Das wird bejaht und hinten im Laden sind zwei Regale mit einer eingeschränkten Auswahl. Ich nehme was da ist, damit ich wieder für zwei Tage versorgt bin. Da hatte der "SchnapperZacker" noch mehr Auswahl.
    Nachdem alles im Rucksack verstaut ist gehe ich weiter und verlasse den schönen Ort, der voll auf Tourismus ausgerichtet ist. Restaurants, Cafes und Hotels gibt es genügend, für den täglichen Bedarf weiß ich nur von den beiden Läden.


    Touristeninformation in Stolberg


    schiefes Fachwerkhaus


    Saigerturm


    Schloss Stolberg

    Ich folge nun dem Tal der Lude und komme am Waldbad vorbei, dessen Wasser allerdings grün vor lauter Algen ist. Ein Problem, dass anscheinend alle Naturbäder haben.
    An der Einmündung des Graubachtals suche ich mir einen Weg ins Bett der Lude, um wieder Wasser zu filtern. Ich fülle alle Flaschen und meinen Wassersack um genügend Wasser für abends und fürs Frühstück zu haben. Ich will jetzt dem Graubachtal folgend zum Birkenkopf hoch und da oben gibt es mit Sicherheit kein Wasser.
    Der Weg zieht am Hang entlang dem Tal folgend lange nach oben. Der Rucksack ist durch die frisch gekaufte Verpflegung und die vollen Wasservorräte schwer, wodurch ich mich die Steigung hoch plage. Ich bin froh als ich den Birkenkopf erreiche, der nur eine flache Kuppe ist. In meiner Karte ist kurz danach und am Drei-Länder-Eck je eine Schutzhütte eingezeichnet. In einer davon will ich übernachten. Die erste Hütte nach dem Birkenkopf existiert nicht - na gut, geh ich halt zur Nächsten.
    Zunächst komme ich am Dreiherrenstein vorbei, einer alten Grenzmarkierung, mache ein paar Fotos, und wandere weiter zum Drei-Länder-Eck, ebenfalls ein historischer Grenzpunkt, wo noch eine Schutzhütte eingezeichnet ist. Leider ist hier ebenfalls keine Hütte, nur ein Tisch mit Bänken steht im Wald.
    OT: (Da mir bereits vorher und auch später noch einige Ungenauigkeiten auffallen, bekommt der Schmidt-Buch Verlag ebenfalls eine Email von mir, in der ich ihn auf die Fehler in der Karte hinweise. Wenn die Fehler berichtigt sind bekomme ich die neueste Ausgabe zu geschickt. )


    beim Aufstieg im Graubachtal


    Dreiherrenstein

    Während ich am Picknickplatz zu Abend esse schaue ich den umgebenden Wald an und komme ins Grübeln. Ich bin hier auf 600m Höhe, fast so hoch wie beim heimischen Buchberg und der Wald sieht auch nicht anders aus wie zu Hause. Warum laufe ich hier eigentlich herum? Da hätte ich gleich daheim bleiben können.
    Nach dem Essen stelle ich mein Zelt auf einer weichen Moosfläche auf und schlafe gut bis zum Morgen.


    Drei-Länder-Eck


    Zeltplatz im Wald
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von blauloke; 28.01.2021, 15:12.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  • blauloke

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    • 22.08.2008
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    • Meine Reisen

    #2
    [DE] Harz - Einmal im Leben

    5.Tag--------- 24.7.2018---------Trautenstein---------23,9 km

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    Heute lasse ich mir Zeit beim Frühstücken und genieße dabei das Licht, das die aufgehende Sonne zwischen die Bäume zaubert.
    Dann folge ich einem markierten Weg, der sich jedoch im Wald verliert und so gehe ich grob in die Richtung zum Weg entlang der Behre. Diesem Tal will ich etliche Kilometer bis zum Bahnhof Eisfelder Thalmühle folgen. Im Quellgebiet ist der Wald etwas offener und gewährt schöne Blicke in die Landschaft. Als ich mich an einer Gabelung mit Hilfe der Karte orientiere und dabei länger ruhig stehe höre ich wie Tiere durch den Wald laufen. Es sind zwei Rehe, die sich gegenseitig verfolgen und mich anscheinend gar nicht bemerken, wobei sie mir bis circa zwanzig Meter nahe kommen bevor sie wieder im Wald verschwinden.
    Leider wird der Waldweg bald zu einer breiteren Schotterstraße und die Behre ist nur ein schmaler Bach am Rand. Einige Felsen lockern den Weg auf und weiter unten sehe ich einen Zug der Selketalbahn zwischen den Bäumen. Am großen Steinbruch Unterberg vorbei wird es laut. Das Tal kann ich nicht weiter empfehlen, das hatte ich mir abwechslungsreicher vorgestellt.
    Kurz vor dem Bahnhof Eisfelder Thalmühle, den ich praktisch umrunde, wechsle ich auf einen schmalen Steig an dem ich Himbeeren pflücken kann.


    Wald beim Frühstück


    oberes Behretal


    Behre neben Schotterweg


    Bahnhof Eislebener Thalmühle

    Nun stehe ich vor der steilen Straße, die nach Sophienhof hinauf führt. Es ist kurz vor Mittag und die Sonne brennt ungehindert auf den schattenlosen Asphalt. Ich quäle mich den langen Anstieg hinauf und beneide zwei Pedelecfahrer, die locker an mir vorbei ziehen.
    Endlich erreiche ich die schattige Allee vor Sophienhof, das schlimmste habe ich geschafft.
    Zunächst gehe ich im Ort abwärts über den großen Parkplatz zur Grillhütte. Es ist Zeit für meinen Mittagsschlaf und ich lege mich zum Schlafen auf eine schattige Bank in der Hütte. Nachdem ich ausgeschlafen habe gehe ich zum Essen in den Gasthof "Brauner Hirsch". Der hat zwar gehobene Preise, da aber heute für mich Halbzeit ist, gönne ich mir das und das Essen schmeckt. Zum Schluss füllt mir die Bedienung meine Wasserflasche auf.
    Ich gehe weiter, zunächst abwärts zum Haltepunkt Sophienhof. Als ich am Bahngleis bin kommt ein Dampfzug angefahren, aber ein Paar das gewartet hat und ich wollen nicht mit fahren sondern nur Fotos machen und wir winken ihn weiter. Für mich heißt es bald wieder auf einem engen Steig einen Hang hoch. Hier wachsen auch wieder Himbeeren von denen ich mich bediene. Ein Mann kommt entgegen und erzählt, dass er zum Radfahren im Harz Urlaub macht, es jedoch zu heiß ist und er nun wandert.
    Nochmal geht der Weg abwärts bevor er endgültig zum Carlshaus ansteigt. Erst wieder Pfad, dann Waldweg und dann wieder Schotterstraße. Den Carlshausturm besteige ich natürlich und genieße den weiten Rundumblick über den Harz.
    Es ist heiß heute und die Schotterstraße ohne Schatten. So wechsle ich auf die Skiloipe, die direkt am Waldrand verläuft und dadurch im Schatten liegt.


    Allee vor Sophienhof


    Grillhütte unterhalb von Sophienhof, mein Schlafplatz


    Dampflok am Haltepunkt Sophienhof


    Carlsbergturm


    Aussicht zum Broken

    Mit der Zeit komme ich nach Trautenstein. Dort sehe ich den Hinweis "Offene Kirche". Die will ich mir ansehen, gehe in die Richtung und bleibe erst mal an einem Felsen stehen, der mal als heidnische Opferstätte gedient hat. Bis ich die Beschreibung gelesen habe kommt ein älterer Mann, der mich fragt ob ich die Kirche besichtigen will. Ich bejahe, daraufhin sperrt er die Kirche wieder auf, er hat nämlich schon zu gesperrt. Im Inneren bin ich überrascht über die Bemalung der Decke. Lauter Wolken vor blauem Himmel mit Sternen durchsetzt. So etwas habe ich in einer Kirche noch nicht gesehen.
    Von dem Mann bekomme ich eine private Kirchenführung. Er erzählt mir alles über die Renovierung der Kirche, bei der er mit gewirkt hat und die Probleme, die es dabei gab. Der vorher dunkle Kirchenraum ist jetzt wieder hell und sehenswert. Dieser Abstecher hat sich gelohnt.
    Er erklärt mir noch den Weg aus Trautenstein hinaus. Am Ortsende stehen an der Heimatstube einige alte landwirtschaftliche Geräte.


    Drudenstein in Trautenstein


    Kirche in Trautenstein


    Deckengewölbe


    Altarraum


    landwirtchaftliches Gerät

    Zunächst wandere ich flach im Tal der Rappbode. Nach einigen Kurven weist mich ein Wegweiser zum Hexenstieg empor. Erst muss ich noch einige umgestürzte Bäume überwinden, bevor ich ich den Hexenstieg erreiche. Hier ist er erst mal eine der üblichen breiten Schotterwege. Schon bald zweigt ein schmaler Pfad in Richtung Trageburg ab. Ich komme nicht weit, dann ist der Pfad durch mehrere umgefallene Bäume unpassierbar. An dem steilen Hang ist ein Umgehen oder Überklettern schlecht möglich. Ich kehre um auf die Schotterstraße und wie ich vermutet habe ist nach der Stelle mit der Baumsperre eine frisch frei getretene Spur die zum Stieg führt. Dieser windet sich am steilen Hang entlang, wobei der Pfad nur notdürftig frei gesägt ist. Es sind sehr viele Bäume auf den Stieg gefallen und einige offensichtlich erst nachdem die Sägeaktion statt fand.
    Schließlich erreiche ich die Trageburg, die nur noch aus ein paar Erdhügeln besteht und ein Bodendenkmal ist. Hier habe ich einen schönen Blick auf die Rappbode Vorsperre. Es wird langsam Abend und ich brauche mal wieder Wasser. Von der Trageburg ist es mir zu steil zum Stausee. So gehe ich weiter, da kurz vor der Staumauer eine Schutzhütte in der Karte eingezeichnet ist. Erst gehe ich an ihr vorbei bis zur Staumauer, um an einer Treppe, die in den See führt meine Wasservorräte zu ergänzen. Dann gehe ich zurück zur Hütte, die liegt jedoch direkt an einem Schotterweg im dunklen Wald. Also gehe ich lieber noch ein Stück den Pfad zurück, hoch zu einer Stelle wo eine Bank steht und ich einen schönen Blick über den See habe. Dort stelle ich wieder nur mein Innenzelt direkt am Hexenstieg auf.
    Ich setze mich beim Dunkel werden auf die Bank, einige Mücken belästigen mich, aber es fliegen auch zwei Fledermäuse, die die Mücken dezimieren. Für die bin ich der beste Köder in ihrem Revier.


    Hexenstieg zur Trageburg


    Rappbode Vorsperre von der Trageburg aus


    Staumauer der Rappbode Vorsperre


    Aussicht von meinem Zeltplatz aus


    6.Tag------------ 25.7.2018------------Elend------------16,7 km

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    In der Nacht haben mich keine Hexen gestört.
    Ich packe früh zusammen, gehe runter zur Staumauer und frühstücke gemütlich auf der Treppe zum See. Dort fülle ich auch meine Wasservorräte wieder auf, denn es wird wieder ein heißer Tag. Von der Talsperre folge ich einer ansteigenden Schotterstraße, oben verläuft sie flach durch den Wald um schließlich abfallend ins Tal der Kalten Bode zu führen. Ein Hinweisschild zeigt zur Ruine Königsburg, dem ich folge. Ein schmaler Pfad geht steil den Hang hoch. Zunächst zu einem Aussichtspunkt, um bald darauf die Ruine zu erreichen. Es steht nur noch der Bergfried und einige Mauerreste. Von hier habe ich einen Blick auf den Ort Königshütte und kann meinen nächsten Streckenabschnitt überblicken. Zuerst mache ich auf einer Bank im Ruinengelände eine längere Pause.
    Erholt steige ich einen schmalen Pfad ins Tal ab, durchquere Königshütte und wandere zum Königshütter Wasserfall. Der ist leider nur ein Rinnsal, was mich nicht wundert, nach dieser langen Trockenheit. Eher erstaunlich, dass überhaupt noch etwas fließt. Im Wasserbecken unterhalb wässere ich meinen Hut, damit beim weiter wandern mein Kopf gekühlt wird.
    Kurze Zeit später komme ich am Rastplatz Steinbach vorbei. Auf der Wiese ist viel Ausrüstung ausgebreitet und ich rechne mit einer größeren Gruppe. Es sind jedoch nur zwei Mann die den Hexenstieg wandern.
    Weiter auf breiten Forststraßen gelange ich zu einem Bahnübergang. Ich höre von weitem ein Schnaufen, warte und bald fährt ein Dampfzug an mir vorbei. Die Straße weiter, praktisch an den Gleisen entlang, erreiche ich den Ort Elend.


    Blick auf Königshütte von der Königsburg aus


    Bergfried der Königsburg


    Königshütter Wasserfall


    Hut beim wässern


    Zug mit Dampflok


    Weg nach Elend am Gleis entlang

    Am Ortsrand steht eine Schutzhütte, die in unserem Wiki fehlt und ich nehme sie auf. Dann gehe ich durch Elend und sehe das kleines Geschäft "Drei Harzer Hexen", das Andenken verkauft. Da steht aber auch etwas von Lebensmittel und so gehe ich hinein. Auf der Größe eines Wohnzimmers gibt es alles mögliche, ein richtiger Tante Emma Laden. In dem einzigen Regal mit Lebensmittel finde ich was ich brauche und erspare mir wieder zwei Kilometer, die ich sonst nach Schierke hinein gemusst hätte. So kann ich direkt zum Campingplatz gehen. Zum Abschluss genehmige ich mir noch eine Flasche Bier, das leider zu warm ist.
    Noch kurz durch den Ort, dann sehe ich ein großes Schild, das den Teufelsstieg anpreist und folge ihm. Leider muss ich feststellen, dass es wieder ein breiter Weg am Fluss entlang ist. Bei der ersten Brücke überquere ich die Kalte Bode und bin jetzt auf einem schmalen Weg der abwechslungsreich verläuft. Im Fluss liegen Steine, die das Wasser über- und umfließt und an einer geeigneten Stelle springe ich mal kurz ins Wasser, um mich ab zu kühlen.
    Leider zu bald muss ich das schöne Tal verlassen und einen steilen, steinigen Aufstieg hoch steigen, der mich zum Campingplatz am Schierker Stern bringt. Ich melde mich an, berede kurz mit der Inhaberin, dass ich gleich zahle, weil ich Morgen früh aufbrechen will und den Sanitärschlüssel auch sicher in den Briefkasten werfe.
    Es ist erst nachmittags gegen 15:00 als ich am Campingplatz ankomme und so habe ich genügend Zeit meine gesamte Wäsche zu waschen und zum Trocknen am Zelt und auf der Wiese auszulegen. Da ein stärkerer Wind weht bin ich damit beschäftigt auf meine Wäsche auf zu passen, damit sie nicht verweht wird. Mit Abendessen kochen und Zeltnachbarn unterhalten verbringe ich den Rest des langen Abends.


    Tante Emma Laden in Elend


    Kalte Bode


    Steig zum Campingplatz am Schierker Stern


    Zelt mit Wäsche


    7.Tag------------ 26.7.2018------------Brocken------------29,7 km

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    Wieder breche ich früh auf und vergesse auch nicht den Schlüssel in den Briefkasten zu werfen. Auf einer breiten Forststraße ansteigend überquere ich die Brockenbahn. Es ist das einzige mal, dass kein Zug kommt, wenn ich die Gleise über schreite. So früh ist die Bahn noch nicht unterwegs.
    An der Abzweigung zu den Leistenklippen wird aus dem Weg ein schmaler Felspfad. An den Klippen angekommen lege ich meinen Rucksack ab und kann so leicht auf die Klippen steigen und die Rundumsicht genießen. Ein schöner Platz. Wieder unten nehme ich den Rucksack auf und folge nun einem schmalen Pfad der durch Schwarzbeersträucher führt. Ich bediene mich reichlich an den reifen Beeren und bekomme blaue Finger davon. Der weitere Pfad führt an mehreren anderen Felsklippen vorbei, eine schöne Strecke.
    Wieder auf einem Waldweg komme ich zu einer Sperre. Der Forstmeister-Sietz-Weg ist wegen Baumwurf gesperrt. So muss ich erst am Hang entlang etwas abwärts wandern bis ein schmaler Steig steil aufwärts führt. Hier stehen viele abgestorbene Bäume, genauso wie im NP Bayerischer Wald. Da fühle ich mich gleich heimisch.
    Der Weg zu den Brockenkindern ist ebenfalls gesperrt. Ich überlege ob ich den Weg umgehe um zu den Zeterklippen zu kommen, entscheide mich jedoch dagegen, weil mir das Risiko zu groß ist wieder vor einem gesperrten Weg zu stehen. So wandere ich gleich die Straße zum Brocken hoch.


    Aussicht von den Leistenklippen


    Leistenklippen


    Schwarzbersträucher


    schmaler Pfad durch Schwarzbeersträucher


    Grenzklippen


    Fingerhut, schick aber giftig,


    abgestorbener Wald


    Wegsperrung zu den Brockenkindern

    Die Sonne brennt bereits wieder vom wolkenlosen Himmel und ich mache im Schatten des Wasserhauses eine Rast. Nur drei andere Wanderer gehen an mir vorbei, aber mehrere Radfahrer strampeln den Berg hoch. Einige sehe ich später die Straße wieder hinunter sausen.
    Ich gehe weiter den Berg hoch. Kurz bevor ich die Gleise der Brockenbahn erreiche fährt ein Zug zum Brocken hoch. Bei den Gleisen mündet der Goetheweg in die Brockenstraße und ich bin nicht mehr allein unterwegs. Etliche Leute pilgern zum Gipfel.
    Oben am Berg sind bereits viele Menschen unterwegs. Erst sehe ich mir den Bahnhof an, an dem der Zug gerade wieder abfährt. Danach gehe ich zum "Biergarten", esse eine Currywurst und trinke ein Bier. Den Akku meiner Digicam darf ich an einer Steckdose aufladen.
    Danach schaue ich mich auf dem Gipfelplateau um. Beim alten Wolkenhäuschen frage ich mich mal wieder, wie öfters bei so alten Bauten auf Bergen, wie die früher das Material hoch gebracht haben.
    Der Gipfelfelsen des Brocken wird regelrecht belagert. Die Leute stehen an um sich mit den Felsen und der Inschrifttafel fotografieren zu lassen.
    Hier geht es schlimmer zu als auf dem Arber.
    Da ich noch Zeit habe besichtige ich das Brockenhaus. Da gibt es eine sehenswerte Austellung über die Naturgeschichte des Brocken und die jüngste Vergangenheit. Dass der Brockengipfel eine eigene Mauer besaß habe ich vorher nicht gewusst. Die Abhörantennen in der Kuppel sind noch vorhanden und vom Dach habe ich einen weiten Blick über den Harz. Nach der Besichtigung verlasse ich den Brocken wieder und mache mich an den "Abstieg".


    Abfahrt der Brockenbahn


    Antenne mit "Biergarten"


    im Brockenhaus, Mauersegment der Brockenmauer


    Abhörantennen


    Blick Richtung Torfhaus


    bevölkertes Brockenplateau

    Auf der Brockenstraße geht es abwärts bis zum Gleis der Brockenbahn, dort biege ich ab auf den bevölkerten Goetheweg. Bereits die Straße und auch der Weg verlaufen in der prallen Sonne. Es gibt keinerlei Schatten auf dieser Strecke. Schließlich biegt der Weg von den Gleisen ab und am Eckersprung schaue ich nach, ob die Quelle Wasser führt. Tut sie natürlich nicht, dann muss ich bei nächster Gelegenheit Wasser auffüllen. Zunächst raste ich in der Schutzhütte, die da steht. Zwei ältere Herren rasten ebenfalls und beschließen bei der Hitze heute nicht auf den Gipfel zu steigen. Sie waren schon ein paar mal oben, heute ist es ihnen zu heiß und sie kehren um.
    Ich mache mich ebenfalls wieder auf den Weg und wo der Goetheweg den Bach Abbe überquert filtere ich meine Flaschen voll. Jetzt habe ich wieder genug Wasser und kann bei der Hitze ohne Probleme weiter wandern.
    Der Weg wird nun vom Abbegraben begleitet, der früher für die Bergwerke angelegt wurde. Eine gute Gelegenheit zwischendurch meinen Hut zu wässern. Interessant sind im Verlauf die verschiedenen Bauwerke, die zur Regulierung des Wasserlaufs in den Graben gebaut wurden.
    Da eine Tafel auf das "Große Torfhausmoor" hinweist folge ich dem Holzsteg, der sich durch das bemerkenswerte Moor schlängelt. Leider ist das nur eine relativ kurze Abwechslung.


    Goetheweg


    Abbegraben


    Vogelbeere


    Steg durch das Große Torfmoos


    Großes Torfmoos mit Brocken

    Wieder auf dem Weg passiere ich das Torfmoor nur am Rand und ziehe weiter in Richtung der Wolfswarte. Unterwegs lese ich, dass der Magdeburger Weg gesperrt ist und die Umleitung führt über die Wolfswarte. Da ich sowieso da hin will betrifft mich die Sperrung diesmal nicht.
    Eigentlich ist mal wieder eine Pause fällig. Soweit ich aber auch gehe, es kommt keine Bank auf dieser Strecke und mir bleibt nichts anderes übrig als mich auf einen umgefallenen Baum zu setzen. Davon liegen genügend herum, es muss mal kräftig gestürmt haben im Harz. Als bekennender Weicheiwanderer habe ich normalerweise Anspruch auf eine Bank, alle vier Kilometer.
    Nach der Rast nehme ich den langen, steinigen Aufstieg zu Wolfswarte unter die Füße. Der schnurgerade Pfad zieht sich ewig in die Länge. Endlich bin ich oben auf der Felsenkanzel, genieße die Aussicht und schaue mir die Blockhalde unterhalb an.


    freigesägter Weg


    steiniger Pfad zur Wolfswarte


    Blockhalde unterhalb der Wolfswarte


    Felsen der Wolfswarte

    Nachdem ich mich lange umgesehen habe, wandere ich weiter, erst auf einem schmalen Pfad, bald wieder auf einer breiten Forststraße. Die verläuft ständig leicht abwärts und ich komme gut voran. Irgendwann passiere ich die Grenze des Nationalparks. Nachdem es steiler abwärts ging, erreiche ich den Dammgraben, der ebenfalls für den Bergbau gebaut wurde. Ihm folge ich auf einem Pfad, der direkt neben dem Graben verläuft.
    Im Wald wandert es sich angenehm. Ich habe Schatten und es ist merklich kühler als im Freien. Außerdem wird es langsam Abend und ich will zu einer Schutzhütte. Am Silberbrunnen vorbei, der trocken ist, komme ich zum Förster-Ludewig-Platz. Perfekt zum Übernachten. In der großen Hütte stelle ich mein Zelt auf und der vorbei fließende Dammgraben liefert genügend Wasser für diesen Abend und den nächsten Tag.


    Dammgraben


    Förster-Ludewig-Platz


    8.Tag------------ 27.7.2018------------Okerstausee------------22,5 km

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    Heute lasse ich mir Zeit zum frühstücken und beim packen. So weit habe ich es nicht mehr am letzten Tag.
    Nach einem knappen Kilometer werde ich ausgebremst. Ich stehe am anderen Ende der Sperrung, die gestern über die Wolfswarte umleitete. Dann gehe ich halt statt durch das Große Spritztal durch das Kleine Spritztal. Wieder auf breiter Forststraße wandere ich immer leicht abwärts ins Kellwassertal. Diesem folge ich bis zur Mündung ins Vorbecken des Okerstausees. Unterwegs lerne ich noch die Ökologie eines Baches kennen, da am Weg Infotafeln stehen. Kurz vor dem Vorbecken werde ich nochmals umgeleitet. Entlang des Weges sind viele Stämme gelagert, die ständig bewässert werden, um sie frisch zu halten. Ein Pfad führt um den Lagerplatz herum. An der Vorsperre angekommen suche ich mir einen Abstieg zum Wasser und schwimme eine Runde. Es beginnt bereits wieder heiß zu werden.


    Forststraße im Kleinen Spritztal


    Holzlagerplatz


    Vorsperre des Okerstausees

    Ab der Staumauer der Vorsperre geht die Schotterstraße in eine schmale Teerstraße über. Zunächst wandere ich auf ihr entlang, dann suche ich mir einen Pfad, der durch die Büsche zum Stausee führt. Der Seespiegel ist stark gesunken, teilweise liegt übel riechender Schlamm am Ufer, meistens jedoch Steinscherben auf denen das Gehen schwer fällt, da sie leicht abrutschen. Trotzdem gehe ich bis zu einer Halbinsel auf den Scherben.
    Unterwegs befällt mich der Gedanke, das ich zwar gut über die Alpen gekommen bin, aber wenn ich jetzt hier auf dem steilen Ufer mit den lockeren Steinscherben zwei Meter abrutsche falle ich ins Wasser und mit dem Rucksack auf dem Rücken ersaufe ich jämmerlich.
    An der Halbinsel suche ich mir einen Pfad, der mich zur Teerstraße hoch leitet, der ich nun bis zum Ende eines Seitenarms folge. Wieder ist auf der ganzen Strecke kein Bank und so setze ich mich am Ende auf die Steinbrüstung einer Brücke. Während ich hier sitze kommt ein Ladewagen angefahren und verlädt gelagerte Äste und Zweige.
    Nach meiner Pause erwartet mich wieder ein steiler Anstieg, dessen obere Hälfte in der Sonne liegt. Wenigstens wachsen am Rand Himbeeren, die ich fleißig zupfe. Oben angekommen geht es auf einer Teerstraße gleich wieder abwärts und ich erreiche an einem Nebenarm erneut den Okerstausee. Weiter am Ufer entlang gehend sehe ich ein Fahrgastschiff über den See gleiten. Ich nähere mich der Staumauer, an der ich erkenne wie viel Wasser dem See fehlt. Es wird kein Wasser mehr an der Mauer abgelassen, am Ufer sind Baumstümpfe erkennbar, die sonst unter Wasser liegen.
    Auf der anderen Seite der Mauer ist ein Restaurant, in das ich zum Mittagessen einkehre. Auf der Terrasse sitze ich im Schatten und es weht ein angenehmer Wind. Am Schluss lasse ich erneut meine Wasserflasche auffüllen.


    trockene Ufer


    Uferwanderung


    Ladewagen bei der Pause


    Fahrgastschiff


    niedriger Wasserstand an der Staumauer


    trockener Überlauf


    trocken gefallene Baumstümpfe

    Vor dem Restaurant brennt die Sonne auf den schmalen Steig den ich ich nun steil einen Hang hinauf muss. Wenigstens wachsen reife Himbeeren und Brombeeren am Weg, aber wegen der Hitze pflücke ich nicht lange. Der Steig mündet in einen flachen Forstweg und durchs Kleine Birkental wird der ausgewiesene Weg zu einem fast zugewachsenen Pfad, der nochmals steil ansteigt. Endlich erreiche ich die Kuppe des Eichenberges und belohne mich mit den Schwarzbeeren, die hier üppig wachsen.
    Hier verläuft ein schöner, schmaler Pfad im Schatten, der leider auf einen breiten, schattenlosen Forstweg mündet. Diesem folge ich bis zur Waldschrathütte. In dieser lege ich mich auf eine Bank und döse zwei Stunden. Zum weiterwandern ist es einfach zu heiß und ich habe genug Zeit.
    Erholt mache ich mich jetzt an den Abstieg nach Goslar. Es geht lange ständig abwärts, unterwegs ist ein Baum mit Gebetsfahnen behängt.


    offizieller Wanderweg


    Waldschrathütte, zwei Stunden Siesta


    Gebetsfahnen

    Als ein steiler, schotteriger Weg abbiegt folge ich ihm und komme so beim Rammelsberg aus dem Wald. Die Anlage ist bereits von außen beeindruckend, nur ist es heute zu spät für eine Besichtigung. Das werde ich Morgen nach holen.
    Die Straße zieht sich lange nach Goslar hinein. In der Altstadt gehe ich auf gut Glück einfach Richtung Zentrum. Dabei stelle ich fest, dass in Goslar viele alte Fachwerkhäuser stehen, die renoviert sind. Die Stadt kommt mir heraus geputzt vor. Schließlich gehe ich zum Bahnhof und quatsche jemanden an, damit er ein offizielles Abschlussfoto vor dem Bahnhof von mir macht.


    Förderturm am Rammelsberg


    Bergwerksgebäude


    Fachwerkhäuser in Goslar


    altes Haus in Goslar


    Abschlussfoto vorm Bahnhof

    Dann erkundige ich mich wo der Bus nach Clausthal-Zellerfeld abfährt. Als ich zur Bushaltestelle komme fährt auch gerade der Bus vor. Vorsichtshalber erkundige ich mich beim Busfahrer, ob er auch beim Campingplatz hält, der einige Kilometer außerhalb von Goslar liegt. Der Fahrer bejaht und als ich zahlen will winkt er ab und ich darf kostenlos mit fahren.
    Am Campingplatz angekommen melde ich mich an und beginne mit den üblichen Tätigkeiten, die abends so anfallen. Als es dunkel wird, zieht eine Gruppe Erwachsener mit Kindern über den Platz und sucht den Mond. Heute ist Mondfinsternis, da jedoch der Campingplatz in einem engen Tal liegt ist vom Mond nichts zu sehen. Leider führt auch eine stärker befahrene Straße vorbei und es ist immer wieder Autolärm zu hören.


    Abreise--------- 28.7.2018---------Goslar, Rammelsberg

    Am Morgen wandere ich in das benachbarte Tal, in dem das Weltkulturerbe Rammelsberg liegt. Ich entscheide mich für die historische Führung bei der zu Fuß in den Berg gegangen wird und die Funktion des Wassers als Energieträger anschaulich erklärt wird.
    Nach der Führung schaue ich mir noch einige Gebäude von außen und innen an.


    Waschkaue in Rammelsberg


    original Wasserstollen


    Steuerhebel


    nachgebautes Wasserrad für zwei Richtungen

    Der Bus in die Stadt ist natürlich kurz bevor ich das Bergwerk verlasse abgefahren. So bleibt mir nur, die lange Straße zur Altstadt wieder zu gehen - wie gestern Abend. Ich sehe mir noch ein paar andere Straßen in der Altstadt an, bevor ich zum Bahnhof gehe und ohne Zwischenfälle nach Hause fahre.
    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von blauloke; 28.01.2021, 16:02.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

    Kommentar


    • EbsEls
      Erfahren
      • 23.07.2011
      • 419

      • Meine Reisen

      #3
      AW: [DE] Harz - Einmal im Leben

      Danke - sehr schön.
      ... und ich bin zu tiefst beeindruckt, was so ein
      Weicheiwanderer
      so für Tageskilometer macht.
      Jetzt suche ich einige meiner Bilder von Deiner Wegstrecke raus.

      2001: Osterspaziergang vom Kyffhäuser zum Brocken
      Zuletzt geändert von EbsEls; 24.08.2018, 22:25.
      Viele Grüße aus Thüringen (oder von Sonstwo)
      Eberhard Elsner

      Kommentar


      • Sternenstaub
        Alter Hase
        • 14.03.2012
        • 2556

        • Meine Reisen

        #4
        AW: [DE] Harz - Einmal im Leben

        sehr schön, Locke! Überall da war ich noch nicht im Harz, trotzdem erkenne ich ihn wieder.
        Vielleicht trifft man sich ja da noch einmal, zB beim Kranichanflug in Kelbra

        Two roads diverged in a wood, and I—
        I took the one less traveled by,
        And that has made all the difference (Robert Frost)

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        • Abt
          Lebt im Forum
          • 26.04.2010
          • 5726

          • Meine Reisen

          #5
          AW: [DE] Harz - Einmal im Leben

          Danke fürs Mitnehmen und an deinen Erlebnissen teilhaben lassen.
          Ich hoffe Ebsels findet noch sein schönstes Foto von Kloster Memleben? Innen.
          Durch einige Regionen sind wir früher zu Ostzeiten mal mit Rad gefahren.
          Erschreckend die Leere der Talsperre, das sollte zu denken geben!

          Auf dem Brockengipfel gab es mal ein Hochmoor mit einer endemischen Art. Ist leider ausgestorben.
          Ansehenswert fand ich das Brocken-Museum auch.

          Kommentar


          • EbsEls
            Erfahren
            • 23.07.2011
            • 419

            • Meine Reisen

            #6
            AW: [DE] Harz - Einmal im Leben

            Zitat von Abt Beitrag anzeigen
            Ich hoffe Ebsels findet noch sein schönstes Foto von Kloster Memleben? Innen.
            Meinst Du das?

            198x: Kloster Memleben, Krypta (ORWO UT21-Diapositivfilm)

            OT:
            Zitat von Abt Beitrag anzeigen
            ... Brockengipfel gab es mal ein Hochmoor mit einer endemischen Art.
            Meinst Du die Brockenhexen? Die sind vom Gipfel abgestiegen und haben sich in Deutschland verteilt.
            Zuletzt geändert von EbsEls; 25.08.2018, 06:46.
            Viele Grüße aus Thüringen (oder von Sonstwo)
            Eberhard Elsner

            Kommentar


            • blauloke

              Lebt im Forum
              • 22.08.2008
              • 6601

              • Meine Reisen

              #7
              AW: [DE] Harz - Einmal im Leben

              Zitat von EbsEls Beitrag anzeigen
              Jetzt suche ich einige meiner Bilder von Deiner Wegstrecke raus.
              Da freue ich mich drauf. So ein Vergleich Früher - Heute ist immer interessant.

              Zitat von Sternenstaub Beitrag anzeigen
              sehr schön, Locke! Überall da war ich noch nicht im Harz, trotzdem erkenne ich ihn wieder.
              Vielleicht trifft man sich ja da noch einmal, zB beim Kranichanflug in Kelbra

              Freut mich wenn ich dir einige Stellen zeigen konnte, die du noch nicht kennst.

              Zitat von Abt Beitrag anzeigen
              Ich hoffe Ebsels findet noch sein schönstes Foto von Kloster Memleben? Innen.

              Erschreckend die Leere der Talsperre, das sollte zu denken geben!
              Der Wasserstand gibt schon zu denken. Unterwegs waren auch die ganzen kleinen Bäche ausgetrocknet. Ich habe deshalb so oft wie möglich Wasser aufgefüllt. Hoffen wir mal, dass nicht jedes Jahr so trocken wird wie heuer.

              Zitat von EbsEls Beitrag anzeigen
              Meinst Du das?

              198x: Kloster Memleben, Krypta (ORWO UT21-Diapositivfilm)
              Um dieses Bild beneide ich dich.
              In der Krypta habe ich auch ein paar Bilder gemacht, die sind aber alle nichts besonderes geworden.
              Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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              • Abt
                Lebt im Forum
                • 26.04.2010
                • 5726

                • Meine Reisen

                #8
                AW: [DE] Harz - Einmal im Leben

                Zitat von EbsEls Beitrag anzeigen
                Meinst Du das?
                198x: Kloster Memleben, Krypta (ORWO UT21-Diapositivfilm)

                OT:

                Meinst Du die Brockenhexen? Die sind vom Gipfel abgestiegen und haben sich in Deutschland verteilt.
                Ja, das Bild ist mir immer im Gedächtnis.
                AnsonstenBrockenhexen Du meinst aber nicht die in Berlin? die kommt aus Meckpom

                Kommentar


                • Dogmann
                  Fuchs
                  • 27.09.2015
                  • 1020

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: [DE] Harz - Einmal im Leben

                  Danke fürs mitnehmen.
                  Zweifelsohne, schöne Bilder!
                  Richtig wohl fühle ich mich nur draußen !

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                  • peter-hoehle

                    Lebt im Forum
                    • 18.01.2008
                    • 5144

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: [DE] Harz - Einmal im Leben

                    Vielen Dank für den kurzweiligen Reisebericht.
                    Wie immer gewohnt von dir...in guter Qualität.

                    Gruß Peter

                    p.s. Hoffentlich sieht man sich wieder mal.
                    Wir reis(t)en um die Welt, und verleb(t)en unser Geld.
                    Wer sich auf Patagonien einlässt, muss mit Allem rechnen, auch mit dem Schönsten.

                    Kommentar


                    • Galadriel

                      Dauerbesucher
                      • 03.03.2015
                      • 913

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: [DE] Harz - Einmal im Leben

                      Sehr schöner Bericht. Obwohl ich gefühlt schon hundert Berichte über den Harz gelesen habe, ist dieser doch wieder etwas anders... Ich finde es ja immer am interessantesten, wenn Natur- und Kulturlandschaften miteinander verbunden werden
                      Zuletzt geändert von Galadriel; 26.08.2018, 15:56.
                      Wandern & Flanieren
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                        • 10784

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: [DE] Harz - Einmal im Leben

                        Ich fange jetzt nicht damit an, alte Blder rauszusuchen, zumal die auf einem anderen Rechner liegen.

                        Die Pfalz Tileda lohnt sich. Sie ist völlig anders als Memleben und mehr als eine Art "Museum im Grünen" wieder errichtet.
                        Ich habe aber ohnehin den Eindruck, dass du auf dieser Tour (zumindest vor dem Harz) mehr kulturelle Denkmäler besichtigt hast, als auf der vorherigen, und auch gezielter und nicht nur rein "zufällig".

                        Mir scheint, der Harz hat keine große Begeisterung bei dir geweckt. Das geht mir ähnlich. Ich kann nicht so recht verstehen, dass er auf manche eine solche Faszination ausübt. Ich finde ihn eher langweilig.
                        Wer sich nicht in Gefahr begibt, kommt darin um.

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                        • Goettergatte
                          Freak

                          Liebt das Forum
                          • 13.01.2009
                          • 26099

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: [DE] Harz - Einmal im Leben

                          Du warst auf den Brocken,
                          ganz ohne Boot?

                          Leichtsinnig

                          An sonsten kann ich mich, zwecks Harz-Beurteilung, November nur anschließen,
                          sein Vorland und seine Ränder haben mehr Reize, als seine Innereien,
                          im Winter reizt er eher wegen des Schnees,
                          im Sommer so munkelt man eignet er sich eher als Sportgerät
                          "Wärme wünscht/ der vom Wege kommt----------------------
                          Mit erkaltetem Knie;------------------------------
                          Mit Kost und Kleidern/ erquicke den Wandrer,-----------------
                          Der über Felsen fuhr."________havamal
                          --------

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                          • blauloke

                            Lebt im Forum
                            • 22.08.2008
                            • 6601

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: [DE] Harz - Einmal im Leben

                            Zitat von November Beitrag anzeigen
                            Ich habe aber ohnehin den Eindruck, dass du auf dieser Tour (zumindest vor dem Harz) mehr kulturelle Denkmäler besichtigt hast, als auf der vorherigen, und auch gezielter und nicht nur rein "zufällig".

                            Mir scheint, der Harz hat keine große Begeisterung bei dir geweckt. Das geht mir ähnlich. Ich kann nicht so recht verstehen, dass er auf manche eine solche Faszination ausübt. Ich finde ihn eher langweilig.
                            Dein Eindruck täuscht dich nicht. Gerade den Kyffhäuser habe ich gezielt angesteuert und die beschriebenen Sehenswürdigkeiten "abgehakt."
                            Letztes Jahr durch Ostthüringen habe ich nicht so viel angesehen. Im Vorfeld hatte ich zwar mal kurz recherchiert was es da alles gibt, jedoch war mir schnell klar, wenn ich da alles anschaue was mich interessiert komme ich überhaupt nicht vorwärts und habe mich dann einfach überraschen lassen. Mir ist schon klar, dass ich dort vieles nicht gesehen habe.

                            Begeistert hat mich der Harz nicht gerade, aber meine Erwartungen erfüllt. Ich dachte mir schon, dass es im Harz aussieht wie bei mir in der Gegend. Enttäuscht war ich über die langen Strecken auf breiten Forststraßen, dass hatte ich so nicht erwartet.
                            Die gibt es bei mir nur im Staatswald, in Wäldern der Waldbauern verlaufen viele schmälere Waldwege.

                            Dass der Harz viele Leute fasziniert kann ich schon verstehen. Er ist nun mal für viele Norddeutsche das erste hohe Mittelgebirge und für diese Leute eine ganz andere Landschaft.
                            Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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                            • blauloke

                              Lebt im Forum
                              • 22.08.2008
                              • 6601

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: [DE] Harz - Einmal im Leben

                              Zitat von Goettergatte Beitrag anzeigen
                              Du warst auf den Brocken,
                              ganz ohne Boot?

                              Leichtsinnig
                              An eure legendäre Bootsfahrt auf den Brocken habe ich schon gedacht. Leider war diesmal der Wasserstand zu niedrig, sonst wäre ich auf meiner Luftmatratze auf den Berg gepaddelt.
                              Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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                              • TanteElfriede
                                Moderator
                                Lebt im Forum
                                • 15.11.2010
                                • 5454

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: [DE] Harz - Einmal im Leben

                                ...ohne Boot... der Mann ist mutig!..

                                - - - Aktualisiert - - -

                                ...der Harz bietet auch einige nette Lost Places.. sowohl im Winter wie im Sommer...

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                                • Rainer Duesmann
                                  Fuchs
                                  • 31.12.2005
                                  • 1640

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: [DE] Harz - Einmal im Leben

                                  Klasse Reisebericht, vielen Dank.

                                  Rainer
                                  radioRAW - Der gesellige Fotopodcast

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                                  • Sternenstaub
                                    Alter Hase
                                    • 14.03.2012
                                    • 2556

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    AW: [DE] Harz - Einmal im Leben

                                    Zitat von TanteElfriede Beitrag anzeigen
                                    ...ohne Boot... der Mann ist mutig!..

                                    - - - Aktualisiert - - -

                                    ...der Harz bietet auch einige nette Lost Places.. sowohl im Winter wie im Sommer...
                                    Irgendwo muss ich noch ein Foto von meinem Kleinstzelt im Schnee beim lost place nahe Bennenckenstein haben
                                    Two roads diverged in a wood, and I—
                                    I took the one less traveled by,
                                    And that has made all the difference (Robert Frost)

                                    Kommentar


                                    • TanteElfriede
                                      Moderator
                                      Lebt im Forum
                                      • 15.11.2010
                                      • 5454

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      AW: [DE] Harz - Einmal im Leben

                                      Zitat von Sternenstaub Beitrag anzeigen
                                      Irgendwo muss ich noch ein Foto von meinem Kleinstzelt im Schnee beim lost place nahe Bennenckenstein haben
                                      ...wer oder was ist denn da lost? Gern per PN....

                                      Kommentar


                                      • Werner Hohn
                                        Freak

                                        Liebt das Forum
                                        • 05.08.2005
                                        • 10867

                                        • Meine Reisen

                                        #20
                                        AW: [DE] Harz - Einmal im Leben

                                        Sehr schön, blauloke spinnt seinen roten Faden von Meer zu Meer weiter. Nach der Pflicht Harz, freue ich mich auf die noch ausstehende Kür.
                                        .

                                        Kommentar

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