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  1. Erfahren

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    Schneller Schuhtod aufgrund von Hydrolyse?

    #1
    Nach etwas Recherche habe ich mit Erstaunen erfahren, dass die Sohle kostbarer Bergstiefel (und sonstiger Schuhe) gerade dann besonders schnell infolge Hydrolyse (Entfleuchen von Weichmachern) zerbröseln kann, wenn man sie wenig benutzt und ansonsten lagert. Schwere Bergstiefel verwendet man ja häufig nur im Urlaub auf großer Tour und nicht im Alltag.

    Persönlich sind mir bereits 2 Schuhe aufgrund von Hydrolyse zerbröselt. Ein Hallensportschuh, der jahrelang gelagert wurde. Und bei einem nur 3x auf Tour genutzen Markenbergstiefel ging es nach etwa 2 Jahren los.

    Ich habe außerdem gelesen, dass seit wenigen Jahren andere Materialien verwendet werden, die nicht so anfällig für Hydrolyse sind.

    Kennt dazu jemand Details (hatte ich beim Bergstiefel nur Pech oder ist Hydrolyse ein ernstzunehmendes Thema)? Welche Schuhhersteller verwenden Sohlen, die nicht so schnell von Hydrolyse betroffen sind?

    Danke.

  2. Gerne im Forum
    Avatar von Cameiro
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    AW: Schneller Schuhtod aufgrund von Hydrolyse?

    #2
    hatte ich beim Bergstiefel nur Pech oder ist Hydrolyse ein ernstzunehmendes Thema
    Da bist du wirklich kein Einzelfall und das beschränkt sich auch nicht auf Wanderstiefel.

    Bei einer Tour sind mir bei älteren Stiefeln die Sohlen abgegangen. ISt natürlich der GAU für die Tour....

    Bei genauerem Hinsehen war die Sohle beim Übergang zum Schuh bereits angebröselt. Mit dem Finger konnte man fast überall mit Leichtigkeit Material wegkratzen, obwohl die Stiefel immer sehr gepflegt wurden. Gleiches Schadensbild bei mindestens drei Tourkollegen auf unterschiedlichen Touren und Regionen: Sohle geht ab, Kunststoff im Sohlenbereich bröselt.

    Bei einer Hochzeit bröselte mir dann der Absatz der selten benutzen 'guten' (und sehr teuren!) Lederschuhe weg. Der Ledersohle ging es aber gut. Das Phänomen ist also nicht auf Bergstiefel oder Wanderschuhe begrenzt.

    Zur Ursache meinte ein Schuhmacher, dass der Kunststoff eben im Laufe der Jahre ausdünstet und das Material instabil wird. Das hätte angeblich mit seltener Benutzung, falsche Lagerung oder benachbart gelagerten Gegenständen mit schädlichem Einfluß wenig zu tun. Scheint so, als ob nix für die Ewigkeit bestimmt ist...

  3. Alter Hase
    Avatar von peter-hoehle
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    AW: Schneller Schuhtod aufgrund von Hydrolyse?

    #3
    Das Problem ist nicht neu.

    Wanderstiefel-Reparatur

    Gruß Peter
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  4. Fuchs
    Avatar von HaegarHH
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    AW: Schneller Schuhtod aufgrund von Hydrolyse?

    #4
    Zitat Zitat von Shades Beitrag anzeigen
    Schwere Bergstiefel verwendet man ja häufig nur im Urlaub auf großer Tour und nicht im Alltag.
    Ich glaube wir sollten uns eher mal über DAS Problem unterhalten und Lösungen für Dich finden

    Ansonsten der beste Link zum Einlesen hier hat der Peter schon gebracht.

    Ich denke, je klassischer ein Schuh gemacht ist, zweigenäht etc. desto weniger tritt das Problem auf, wobei die (Leder!)-Schuhe dann auch gepflegt werden müssen, wenn sie nicht genutzt werden.

    Es betrifft ja auch weniger die "Sohle" als vielmehr die Dämpfung etc. die zwischen Sohle und Fußbett ist, da ist es dann von Vorteil wenn nicht genähte, dann doch zumindest gezwickte Schuhe zu haben, weil da kann man / der Schuhmacher / der Hersteller den Unterbau komplett abreissen und erneuern, liegt i. d. R. wohl so bei 70-100 Euro.

  5. Erfahren

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    AW: Schneller Schuhtod aufgrund von Hydrolyse?

    #5
    Ich hab meine 300 EUR Schuhe so gerade noch auf Garantie repariert bekommen.

    Mich wundert aber, dass das Thema bei mir schon nach ca. 2 Jahren auftrat. Die Zwischensohle zeigte erste Risse/Brüche. Normalerweise passiert das ja offenbar erst nach 5-7 Jahren.

    Außerdem habe ich irgendwo gelesen, dass es neue Materialien gibt, die hydrolyseresistent sind.

  6. Fuchs
    Avatar von HaegarHH
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    AW: Schneller Schuhtod aufgrund von Hydrolyse?

    #6
    Zitat Zitat von Shades Beitrag anzeigen
    Mich wundert aber, dass das Thema bei mir schon nach ca. 2 Jahren auftrat. Die Zwischensohle zeigte erste Risse/Brüche. Normalerweise passiert das ja offenbar erst nach 5-7 Jahren.
    Und wie lange lagen sie beim Hersteller, Distributor, Händler, …

  7. Erfahren

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    AW: Schneller Schuhtod aufgrund von Hydrolyse?

    #7
    Nicht lange, da das Modell gerade erst auf den Markt gekommen war. Also vielleicht max. 6 Monate oder so.

  8. Alter Hase
    Avatar von peter-hoehle
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    AW: Schneller Schuhtod aufgrund von Hydrolyse?

    #8
    Zitat Zitat von Shades Beitrag anzeigen
    IMich wundert aber, dass das Thema bei mir schon nach ca. 2 Jahren auftrat. Die Zwischensohle zeigte erste Risse/Brüche....Außerdem habe ich irgendwo gelesen, dass es neue Materialien gibt, die hydrolyseresistent sind.
    Da hast du richtig gelesen.
    Seit ein paar Jahren werden für die Dämpfungsskeile andere Materialien verwendet.
    Sodass das Problem der sich zerbröselnden Schuhe nicht mehr auftritt.

    Gruß Peter
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  9. Erfahren
    Avatar von lanzelot72
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    AW: Schneller Schuhtod aufgrund von Hydrolyse?

    #9
    Bitte laßt mich nicht dumm sterben, deshalb die Frage :

    Was in aller Welt hat das Ausgasen / Ausdampfen / Ausdiffundieren / Entfleuchen / ... von Weichmachern denn mit dem Begriff "Hydrolyse" zu tun ???

    Danke und Griaßle !
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  10. Erfahren
    Avatar von lanzelot72
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    AW: Schneller Schuhtod aufgrund von Hydrolyse?

    #10
    sorry ... Doppelpost ...
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  11. Dauerbesucher
    Avatar von Igelstroem
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    AW: Schneller Schuhtod aufgrund von Hydrolyse?

    #11
    Zitat Zitat von lanzelot72 Beitrag anzeigen
    Bitte laßt mich nicht dumm sterben, deshalb die Frage :

    Was in aller Welt hat das Ausgasen / Ausdampfen / Ausdiffundieren / Entfleuchen / ... von Weichmachern denn mit dem Begriff "Hydrolyse" zu tun ???
    Nicht viel – außer dass beide Prozesse (Migration und Hydrolyse) bei Weichmachern auftreten können (Hydrolyse vor allem unter Feuchtigkeitseinwirkung) und dass sie denselben Effekt auf die Materialeigenschaften des Polyurethans haben. Das Problem tritt nicht nur bei Dämpfungskeilen in Schuhen, sondern z.B. auch bei Dichtungen auf; auch hier können beide Prozesse eine Rolle spielen.

    Hättste ja auch selber guggeln können.
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  12. Erfahren
    Avatar von lanzelot72
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    AW: Schneller Schuhtod aufgrund von Hydrolyse?

    #12
    Zitat Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen
    Nicht viel – außer dass beide Prozesse (Migration und Hydrolyse) bei Weichmachern auftreten können (Hydrolyse vor allem unter Feuchtigkeitseinwirkung).
    Und deshalb findet lt. dem TE eine "Hydrolyse" bei nicht benutzten, trocken gelagerten Schuhen statt ???

    Wie jetzt ???

    (Google hilft da nicht wirklich)

    Griaßle !
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  13. AW: Schneller Schuhtod aufgrund von Hydrolyse?

    #13
    Genau das tut es. Vermutlich werden die Schuhe nicht bei 0% relativer Luftfeuchte gelagert.
    Wandern in Ísland?
    ICE-SAR: Ekki týnast!

  14. Dauerbesucher
    Avatar von Igelstroem
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    AW: Schneller Schuhtod aufgrund von Hydrolyse?

    #14
    In den journalistischen Darstellungen, die der TO vermutlich gelesen hat, werden in der Tat beide Prozesse mitunter durcheinandergeworfen. Die Verflüchtigung heißt dann Hydrolyse, aber das stimmt natürlich nicht.

    Beide Prozesse sind chemisch-physikalisch im Prinzip voneinander unabhängig, können also in unterschiedlicher Gewichtung auftreten und an der Versprödung des Materials beteiligt sein. Materialtechnisch könnte man sich eventuell auch vorstellen, dass sie mehr oder weniger aufeinander folgen: Ein Teil des Weichmachers verflüchtigt sich; dann bilden sich kleine Risse im Material, durch die bei hinreichend feuchter Umgebungsluft (oder beim Wandern) Wasser eindringt, das dann die Hydrolyse (=Verseifung) des verbliebenen Weichmachers bewirkt oder beschleunigt.

    Auch sonst nimmt quasi jedes Material, das eine Kapillarstruktur aufweist (etwa Leder oder Holz), eine gewisse Wassermenge aus der gewöhnlichen Luftfeuchtigkeit auf.
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  15. Erfahren

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    AW: Schneller Schuhtod aufgrund von Hydrolyse?

    #15
    Vielleicht trat bei meinem Schuh das Problem so schnell auf, weil ich den Schuh während der 2 Jahre ca. 4 Wochen im Schnee gelaufen bin?

  16. Alter Hase
    Avatar von peter-hoehle
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    AW: Schneller Schuhtod aufgrund von Hydrolyse?

    #16
    Zitat Zitat von Shades Beitrag anzeigen
    Vielleicht trat bei meinem Schuh das Problem so schnell auf, weil ich den Schuh während der 2 Jahre ca. 4 Wochen im Schnee gelaufen bin?
    Das ist nicht die Ursache.
    Es liegt am Material aus welchem der Dämpfungskeil gefertigt wurde.
    Wie schon gesagt, bei den neueren Modellen sollte dieses Problem nicht mehr auftreten.

    Gruß Peter
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  17. Erfahren

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    Schuhtod durch Hydrolyse - was tun?

    #17
    Ich hatte mir vor relativ kurzer Zeit den Lowa Irox (ein leichter Trekking, kein Alpinschuh) günstig gekauft. Der Schuh war im Angebot, also vermutlich schon einige Zeit auf Lager gewesen. Ich habe den Schuh dann auf einer leichten Probewanderung (eher ein Spaziergang) eingelaufen bzw. getestet. Anschließend war ich mit dem Schuh ca. 9 Wandertage in den Pyrenäen. Teilweise ging es auch über Fels und durch Geröllfelder. Insoweit wurde der Schuh vielleicht etwas mehr gefordert, als bei einer normalen Trekkingtour.

    Nach der Tour begann sich die Sohle an einigen Stellen zu lösen. An beiden Schuhen. Der Umtausch ging letztlich problemlos (d.h., dies soll kein Jammerthread werden). Einer der Verkäufer murmelte wohl "Hydrolyse".

    Habe mir das mal im Internet anschaut: https://www.deroutdoorladen.com/blog...sen-der-sohle/

    Hatte eigentlich damit gerechnet, dass das Problem nur dann auftritt, wenn man einen Schuh weit über 5 Jahre unbenutzt rumliegen lässt. Aber nun scheint es, dass das Problem vielleicht doch eine grössere Relevanz hat.

    Wie sind Eure Erfahrungen damit?

    Und was macht Ihr dagegen? Wie oft sollte man einen Schuh tragen, um Hydrolyse zu verhindern? Reicht 1x pro Jahr?

    Danke.

    EDIT: Thread kann gelöscht oder kombiniert werden. Ich leide partiell heute unter Alzheimer ;) https://www.outdoorseiten.net/forum/...-von-Hydrolyse
    Geändert von Shades (28.10.2017 um 12:20 Uhr)

  18. Alter Hase
    Avatar von peter-hoehle
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    AW: Schuhtod durch Hydrolyse - was tun?

    #18
    Zitat Zitat von Shades Beitrag anzeigen
    ...Wie oft sollte man einen Schuh tragen, um Hydrolyse zu verhindern?...
    Das hat nix mit dem Tragen der Schuhe zu tun.
    Wenn der Weichmacher aus der Dämpfung entweicht wird das Zeug halt bröselig.
    Da hilft nur Neubesohlung.

    Gruß Peter
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  19. Freak Liebt das Forum

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    AW: Schneller Schuhtod aufgrund von Hydrolyse?

    #19
    I.d.R. geht es schneller bei Schuhen die wenig benutzt werden.

    Allerdings wurden meine Renegade jede Woche mehrere Stunden benutzt, trotzdem waren sie nach 5 Jahren hinüber.

    Neubesohlung geht nur bei gezwickten Schuhen, gestrobelte Sohlenn sind angespritzt, da ist Austausch gegen neue Schuhe wirtschaftlicher.
    "adventure is a sign of incompetence"

    Vilhjalmur Stefansson

  20. AW: Schneller Schuhtod aufgrund von Hydrolyse?

    #20
    Zitat Zitat von cast Beitrag anzeigen

    Neubesohlung geht nur bei gezwickten Schuhen, ....
    ...muss man dich schon selbst zitieren???

    "Ich habe letzten Oktober ein Paar Hanwag Lima bei Globi abgegeben.
    Die Schuhe kamen nach 4 Wochen von Hersteller zurück,
    Neuer Sohlenaufbau mit neuer Sohle und neuem Gummirand,
    plus neue Einlagen und neue Schnürsenkel für 70€, fertig.."


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