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  1. Fuchs
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    [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #1
    Mitreisende: Libertist
    Land: USA (Alaska)
    Reisezeit: Juni-September 2014
    Dauer: 12 Wochen

    Zusammenfassung

    Vom 26. Juni bis zum 13. September arbeitete ich als Guide für „Freedom Trips“ in Alaska. Nebenher betreute ich noch andere Projekte, weil der Guiding-Job allein mich zeitlich noch nicht völlig auslastete. Damit mir hier im Forum niemand unterstellt, das hier wäre ein reiner Werbe-Thread, möchte ich mich auch in diesem Jahr wieder auf das Zeigen von Bildern beschränken und zudem nur ein paar wenige Erklärungen und Randbemerkungen loswerden. Am Ende gibt’s noch ein kurzes persönliches Fazit zu meinem Job – für einige User, die sich selbst für so ein Berufsfeld interessieren, ist das vielleicht von Interesse. Mehr Hintergrundinformationen gibt’s ansonsten wie immer auf meiner Website.


    Drei Pfälzer, mit denen ich im Juli im Wrangell St. Elias NP unterwegs war.


    Eisbär in Prudhoe Bay.


    Moschusochsen am Sag River.


    Nachdem ich am 26. Juni in Deadhorse (Nordküste Alaskas) landete, verbrachte ich erstmal einige Tage mit einer kleinen Gruppe von Vogelbeobachtern (sogenannten „Birders“). Wir fuhren mit dem Auto den Dalton Highway entlang, spazierten über die Tundra und rafteten den Sag River, immer auf der Suche nach seltenen Vogelarten. Das arktische Alaska ist diesbezüglich ja für seinen enormen Artenreichtum bekannt; Vögel aus der ganzen Welt kommen im Sommer dahin um ihre Jungen zur Welt zu bringen.

    Für mich war es faszinierend zu sehen, wie begeistert die drei von all dem Federvieh waren – egal ob groß oder klein: jeder Vogel war interessant. Die meisten Vogelarten konnten sie benennen, bevor ich überhaupt irgendwas durch die Luft fliegen sah. Einer der drei war übrigens Steve Chindgren, ein bekannter „Falconer“, über den das Buch „Falconer on the edge“ geschrieben wurde. Steve stellte mir eine Liste mit Vogelarten zusammen (Link zur Liste auf meiner Website), die man im arktischen Alaska sehen kann.


    Trina, Howard und Steve am Sag River.


    Raufußbussard in der Tundra.





    Karibus in der Tundra, aufgenommen aus dem Buschflugzeug.











    Der arktische Ozean vor der Nordküste Alaskas in den ersten Juli-Tagen. Wenige Wochen später war kein Eis mehr zu sehen.







    Am Ende der 1. Juli-Woche ging ich dann mit Iwan auf Tour. Iwan ist Schweizer und war zum ersten Mal in Alaska. Die einwöchige Packrafting-Tour buchte er bei mir, um sich auf seine lange Traverse der östlichen Brooks Range vorzubereiten, zu der er direkt im Anschluss aufbrach. Er wollte vom Dalton Highway über Arctic Village bis nach Kaktovik gehen und packraften, leider schaffte er es aufgrund einer Verletzung letztendlich nur bis Arctic Village.

    Wie dem auch sei, Iwan und ich haben jedenfalls eine abenteuerliche Woche im Arctic National Wildlife Refuge verbracht. Die Tour begann mit einem Flug ins Ribdon River Valley und führte dann über einen Pass nach Osten zum Ivishak River. Der Regen ließ den Fluss schnell anschwellen, so dass wir keine Probleme hatten, den Ivishak runter zu raften und überpünktlich am Dalton Highway anzukommen.
























































    Im Juli trifft man ganz im Norden halt doch die eine oder andere Mücke an. Normalerweise tragen wir dann Netze.

    Direkt im Anschluss flog ich von Deadhorse nach Anchorage und traf ein paar letzte Vorbereitungen für eine Tour mit drei Deutschen, die mich vom 16. bis 29. Juli gebucht hatten. Wir unternahmen eine Wanderung in den Mentasta Mountains (nördliche Wrangells), verbrachten zwei erholsame Tage in einer Hütte (dieselbe, in der ich im Jahr zuvor mit Katharina war und rafteten anschließend den Gulkana River.


    Essensaufteilung. Jeder nimmt sich, was er mag.


    Aus Freude über die gerade gewonnene Weltmeisterschaft war bei Michael täglich Flaggenhissen angesagt.



























































    Ein 1.850 Meter hoher Pass in den Mentasta Mountains.








    Ich habe kein Problem damit, Kunden ab und zu etwas Gewicht abzunehmen… aber wer Coca-Cola will, muss sie selbst schleppen.














    An einer uralten Trapper-Hütte am Gulkana River.









    Mittagessen auf dem Boot.



    Prost!
















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  2. Fuchs
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    AW: [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #2
    In der ersten August-Hälfte war ich dann mit zwei Amerikanern in der Brooks Range unterwegs. Wir ließen uns mit dem Buschflugzeug zum oberen Wind River bringen und marschierten entlang der Continental Divide nach Westen. Die beiden waren recht fit, so dass wir sogar noch einen Umweg über einen Pass zum Accomplishment Creek einlegen konnten, bevor wir am South Fork Ribdon River ankamen und uns wieder ausfliegen ließen.


    Luftaufnahme der nördlichen Brooks Range.


    Bob Gill, unser Pilot.


























    Auf dem Weg zu einem 1.600 Meter hohen Pass.



































    Phil und Mark beobachten einen Grizzly, der gemütlich das Tal hochspaziert.







































































    Irgendjemand ist immer spät dran.







    Von Mitte August bis zum 13. September arbeitete ich an anderen Projekten und pendelte oft zwischen Deadhorse (wo die Buschflugzeuge untergebracht sind und wir ein Büro haben) und Happy Valley, unserem viel schöneren (weil abgelegeneren) Camp für Gäste. Außerdem half ich bei der Errichtung und dem Abbau eines Camps, das wir in „Bullen Point“ unterhielten. Bullen Point ist eine direkt am Nordpolarmeer gelegene ehemalige Air Force Station, die nun innerhalb eines Monats von zehn Arbeitern demontiert und mit Frachtschiffen abtransportiert werden sollte. Da diese Männer während ihres Jobs irgendwo wohnen mussten, errichteten wir eine Art „Remote Camp“ mit beheizten Zelten, einer Küche, fließendem Wasser, Internet und so weiter.

    Hier also ein paar Bilder davon.


    Moschusochse am Sag River.


    Zwei junge Wanderfalken sitzen im Nest…


    …und die Mutter passt auf, dass ihnen niemand zu nahe kommt.


    Der Dalton Highway und die Pipeline aus der Luft.


    Einer unserer Gäste mit einem „Dolly Varden“, den er gerade aus dem Fluss gezogen hat.


    Die jungen Falken werden älter…











    …aber die Mutter mag meine Fotografiererei immer noch nicht.


    Mark Richards, ein Freund und Mitarbeiter.


    Mark Webb, unser Flugzeug-Mechaniker.


    James, ein Gast, der kurzfristig bei einem unserer Projekte aushalf.


    Nach dem Einsatz in Bullen Point ging’s mit dem Frachtschiff über die Beaufortsee zurück nach Prudhoe Bay.


    Im Hafen von Prudhoe Bay.


    Ein Eisbär machte die Gegend unsicher.


    Und so schaut’s in Prudhoe Bay aus. Die Gegend ist für Touristen nicht zugänglich, es gibt strenge Sicherheitskontrollen.


    Der Dalton Highway nach kurzem Schneefall Ende August.


    Und wieder ein paar Moschusochsen.











    Unser Camp in Bullen Point. Wir haben geräumige 1-Personenzelte aufgestellt, jedes Zelt ist mit einem Ofen ausgestattet.


    Der Tower fällt…


    Bevor ich meinen Einsatz Mitte September beendete, gab’s noch ein kleines Mitarbeiter-Lagerfeuer. Später kamen dann sogar die Nordlichter raus, aber es war gerade zu gemütlich, um noch ernsthaft Fotos zu machen.

    Und das war’s auch schon. Am 13. September flog ich dann wieder in den Süden Alaska, um mit einem Freund eine eigene Tour in der Alaska Range zu unternehmen. Der Bericht dazu kommt demnächst noch.


    Fazit

    Ich werde oft über meine ersten Guiding-Erfahrungen ausgefragt, das Thema scheint viele zu interessieren. Was ich auch verstehen kann, insbesondere in einem Forum wie diesem hier, wo doch einige mit dem Gedanken spielen, sich beruflich in diese oder eine ähnliche Richtung zu entwickeln. Deshalb nun ein paar persönliche Erfahrungen und Gedanken dazu:

    • Ist es sinnvoll, das Hobby zum Beruf zu machen? Diese Frage muss natürlich jeder für sich selbst beantworten. Für mich sind die Art von Reisen, die ich unternehme, kein „Hobby“, sondern Lebensstil und –Inhalt. Ich betrachte meinen Lebenswandel als etwas sehr Dynamisches; alles kann sich jederzeit ändern und ich habe keine Angst davor, Altes aufzugeben und Neues anzufangen. Aber in den vergangenen sechs Jahren hat sich doch recht deutlich abgezeichnet, was mir im Leben am meisten Freude macht, und das ist nun mal die Reiserei. Wobei ich ja kein Aussteiger oder „Städte-Hasser“ bin, überhaupt nicht – ich genieße das Leben in der Stadt auch sehr, ich brauche beides. Ich möchte auch kein Vagabund sein; mir gefällt der Gedanke, ein gutes Einkommen zu haben. Nur sehe ich nicht ein, einem Job nachzugehen, der mir keinen Spaß macht, wenn es auch anders geht – meine Antwort auf die Frage lautet also: Was soll man denn beruflich tun, wenn nicht das, was man sowieso schon am liebsten macht und am besten kann?!
    • Macht Guiding Spaß? Na klar. Manchmal, wenn ich mit Kunden durch die Berge marschiere, kann ich mein Glück kaum fassen. Es ist wirklich (m)ein Traumjob und ich kann mir momentan nichts Besseres vorstellen.

      Trotzdem ist es ein Job, der anstrengend sein kann. Mir ist in diesem Sommer mal wieder bewusst geworden, dass es vor allem die sozialen und emotionalen Kompetenzen sind, die hier gefordert sind; das technische Know-How ist vergleichsweise unwichtig. Eine Gruppe bei Laune zu halten, sie zu motivieren und letztendlich „glücklich“ zu machen, ist gar nicht immer so einfach. Zwei Tage Regen können in einer Gruppe für ein ordentliches Stimmungstief sorgen, da ist man als Guide schon sehr gefordert. Nach den Touren ist mir oft aufgefallen, wie die Verantwortung, die ständig auf meinen Schultern lastet, doch auch an meinen Nerven zehrt. Während der Tour war ich quasi derjenige, der immer gut gelaunt für das Wohl aller gesorgt hat – danach war es umso wichtiger, dass mir auch mal jemand auf die Schulter klopft und sagt: „Gut gemacht.“
    • Irgendwelche Tipps für Personen mit ähnlichen Ambitionen? Naja, so viel Erfahrung hab ich im Guiding ja noch nicht, deshalb kann ich dazu noch nicht allzu viel sagen. Neulich wurde ich mal in eine Schule eingeladen und sollte in den Abiturienten-Klassen was zum Thema Reisen erzählen. Das artete dann in eine Art „Motivationsseminar“ aus, in dem ich die Schülerinnen und Schüler zu einem mutigen, hingebungsvollen und gegebenenfalls auch unkonventionellen Lebensstil ermuntert habe. Ob Hobby, Leidenschaft oder Beruf – wenn man im Leben etwas erreichen und in einer Sache richtig gut werden möchte, dann ist wohl ein großes Maß an Engagement und Hingabe gefordert, das weiß eigentlich jeder. Es ist okay, Dinge hinten anzustellen oder aufzugeben, von denen andere (Eltern, Freunde…) vielleicht meinen, sie seien existentiell. Meinem Studium habe ich beispielsweise nie die Priorität eingeräumt, die das Reisen hatte. Die meisten meiner Freunde nehmen sich dann Zeit fürs Reisen, wenn gerade nichts in der Uni oder im Job ansteht – bei mir war es eigentlich immer umgekehrt; ich ging zur Uni, wenn gerade keine Reise anstand. Praktische Probleme, insbesondere Zeit- und Geld-Fragen, lassen sich lösen, wenn man bereit ist, Prioritäten zu schaffen. Hier ist viel Kreativität gefragt, ebenso aber auch der Mut, Sicherheiten aufzugeben. Wer ein unkonventionelles Leben leben möchte, muss eben hin und wieder auch mal unkonventionelle Entscheidungen treffen. Glück gehört wohl auch dazu, zumindest in meinem Fall. Bis vor ein paar Jahren hatte ich gar nicht vor, mit dem Reisen je etwas zu verdienen; diese Möglichkeiten haben sich mir eröffnet, ohne dass ich viel dazu getan habe.
    • Wie geht’s weiter? Ich hoffe, dass wir im kommenden Sommer ein paar mehr Buchungen verzeichnen werden, so dass wir möglicherweise auch einen zweiten oder dritten Guide anstellen können. Ansonsten erwarte ich mir kurzfristig erstmal keine großen Sprünge. Langfristig würde ich mit Freedom Trips auch gerne in anderen Teilen der Erde Touren anbieten, aber das braucht noch etwas Zeit.

    Wenn’s weitere Fragen zum Thema Guiding gibt, dann bitte einfach hier im Thread stellen; wir können das gerne ein bisschen diskutieren. Solange ich keinen Ärger mit den Moderatoren bekomme (es wäre schon bitter, wenn mir dieser Bericht hier als Werbung ausgelegt werden würde), stehe ich gerne Rede und Antwort.
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  3. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von Markus K.
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    AW: [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #3
    Hallo Gabriel,
    Deine Bilder sind einfach klasse. Jedes Bild für sich erzählt eine Geschichte!

    Welche Anforderungen stellst Du als Guide an Deine Kunden?
    -Gesundheitlich (z.B. Medikamente)
    -Fitness (z.B. Nachweis)
    -Gepäck (z.B. Kontrollierst Du es auf Sinnvolles und nicht Sinnvolles)
    -Vorkenntnisse/Erfahrung

    Führst Du auch vorher Beratungs- oder Sondierungsgespräche? Nehmen wir mal an ein Kunde leidet an Flugangst. Und kleine Propellermaschinen sind wohl das Verkehrsmittel der Wahl.

    Wie läuft so ein Kennenlernen ab, ob Dir der Kunde liegt oder ob Du eher sagst: "Sorry, nicht mit mir!"
    Geändert von Markus K. (04.11.2014 um 17:14 Uhr)
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  4. Gerne im Forum
    Avatar von Massi
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    AW: [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #4
    Danke fuer die tollen Aufnahmen. Ich bin großer Nordamerika Fan und sauge somit ja auch jedes Bild förmlich auf Toll!

    Und auch ein großes Dank an das Fazit. Wirklich interessant zu lesen!
    Was ich mich gerade, bevor ich das Fazit las, zum Beispielt fragte, war das "Warum?" - Warum buchen die Leute solche Touren?
    Es ist ja nicht mit nem Pauschaltourismus oder Clubtourismus vergleichbar. Da ist es einfach einfach. Ins Reisebuero, All inclusive buchen und "gluecklich" werden.
    Bei so einem Trip ist das ja schon anders, aber auch der Personenkreis ist anders, so dass ich nicht dachte dass dieser Kreis einen Guide bucht. Das war mein Gedanke, bzw. meine Meinung. Du schreibst auch von Leuten die so fit waren, dass ihr die Tour erweitern konntet usw.
    Daher ueberlegte ich halt, wieso bucht man einen Guide? Gerade bei solchen Touren macht es ja auch Spaß, zu organisieren, zu planen und sich eben nicht in die Hände eines Guides zu begeben?
    Ich selbst war dieses Jahr auf dem West Coast Trail unterwegs und wir trafen auf eine 10er Gruppe die den Trail geguidet lief. Da stellte ich mir irgendwo auch schon die Frage nach dem warum. Bei denen war es etwas offensichtlicher, die Leute waren auch fit, aber im Bereich Outdoor nicht so versiert, die suchten glaube ich den Funken Sicherheit den der Guide bei der Tour bot.
    Aber bei deinen Leuten bekam ich das Gefuehl, dass sie oefter unterwegs sind und eher zum alten Eisen zaehlen wuerden. War das so? Wuerde mich freuen, wenn du dein Fazit um die eine oder andere Frage die hier vielleicht noch kommt, erweitern wuerdest

    Danke!
    Gruß Massi
    „Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit zu verteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer“ - saint exupéry

  5. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von Markus K.
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    AW: [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #5
    Gründe weshalb ich persönlich so einen Guide buchen würde, wären:

    -ich kann mich voll und ganz auf die Schönheit des Landes/Fotografieren/... konzentrieren, ohne mir Gedanken über die Navigation machen zu müssen.
    -der Guide kennt Stellen/Plätze/Tiere/Pflanzen, die ich gerne aufsuchen möchte, die ich aber sonst nur durch Zufall oder größerem Aufwand finden würde.
    -Kontakt zu den Lokals, wenn ich die Menschen und das Land näher kennenlernen möchte.
    -Weil ich kein Einzelgänger, sondern auch draussen gerne in Gesellschaft bin.
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  6. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #6
    Hallo Gabriel,

    ganz vielen Dank für deine wundervollen Bilder und deinen Bericht dazu.
    Ich bin diesen Sommer ja nun auch das erste Mal in Alaska unterwegs gewesen und kann deine Begeisterung für diese Ecke unseres Planeten sehr gut nachempfinden! Dabei habe ich ja nur einen kleinen Teil des Katmai NP und des Wrangell-St.Elias NP kennen gelernt.

    Auch deine Erfahrungen zum Guiding kann ich voll und ganz so nachvollziehen. Ging mir auch so, als ich vor vielen Jahren mal für einen Reiseveranstalter Trekking- und Radtouren (in Europa) geführt habe.

    Ich wünsche allen deinen Projekten viel Erfolg und uns weiterhin so tolle Bilder!

    Viele Grüße,
    Sylvia
    Kalender *Papageitaucher 2019*
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  7. AW: [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #7
    Die Bilder sind ja mal wieder ein Traum!!!!

    Wenn ich bloß endlich die Zeit (und die Kohle) hätte, um nach Alaska zu fahren *träum*

  8. Fuchs
    Avatar von Libertist
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    AW: [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #8
    Zitat Zitat von Markus K. Beitrag anzeigen
    Welche Anforderungen stellst Du als Guide an Deine Kunden?
    -Gesundheitlich (z.B. Medikamente)
    -Fitness (z.B. Nachweis)
    -Gepäck (z.B. Kontrollierst Du es auf Sinnvolles und nicht Sinnvolles)
    -Vorkenntnisse/Erfahrung

    Führst Du auch vorher Beratungs- oder Sondierungsgespräche? Nehmen wir mal an ein Kunde leidet an Flugangst. Und kleine Propellermaschinen sind wohl das Verkehrsmittel der Wahl.

    Wie läuft so ein Kennenlernen ab, ob Dir der Kunde liegt oder ob Du eher sagst: "Sorry, nicht mit mir!"
    Ich kläre das alles im Vorfeld per Email ab. Allgemein gesprochen braucht (außer mir) eigentlich niemand Erfahrung mitbringen, dafür bucht man ja einen Guide. Trotzdem will ich natürlich wissen, was die Leute schon so gemacht haben, wie fit sie sind und was genau ihre Ansprüche an die gebuchte Tour sind. Abhängig davon treffe ich dann die Entscheidungen (bzw. mache Vorschläge) über Dauer und Schwierigkeit der Route. Im Vorhinein gebe ich Informationen zur Route, zum genauen Ablauf und zur Ausrüstung bekannt (ich versende detaillierte Ausrüstungs-Empfehlungen mit Beispielen). Bevor's los geht, gibt es eine ausführliche Einweisung zum Thema Sicherheit, Equipment und vieles mehr. Dabei checke ich auch die gesamte Ausrüstung der Teilnehmer (Zelte und Kocher stellen wir zur Verfügung).

    Im Grunde genommen kann ich für jeden Anspruch und jeden Fitnessgrad eine entsprechende Tour zusammenbasteln - entscheidend ist nur, dass die Kunden mir im Vorfeld alle relevanten Informationen zukommen lassen. Insbesondere dann, wenn die Gruppe aus Teilnehmern besteht, die sich untereinander nicht kennen (was in diesem Sommer nicht der Fall war). Und wenn jemand Flugangst hat, dann suche ich eben eine Route aus, bei der man mit einem Auto auskommt.

    Ich hoffe, das beantwortet deine Frage einigermaßen...
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  9. Fuchs
    Avatar von Nita
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    AW: [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #9
    Phantastische Fotos (man denkt jedes mal, es kann nicht mehr besser werden - und dann kommst Du wieder zurück mit einer neuen Ladung), spannender Ausflug in ein "anderes" Leben. Danke fürs Teilen!

  10. Fuchs
    Avatar von Rattus
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    AW: [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #10
    Danke, tolle Fotos - so unterschiedlich, Landschaft, Portraits (die mir sehr gut gefallen). Der Weißkopf-Seeadler (?), aufgeschreckt oder ärgerlich, die Moschusochsen, besonders in der Gruppe mit ihren markanten Rückenlinien. Die Teilnehmer sahen alle sehr zufrieden aus - gedopt hast du sie für die Fotos nicht?
    Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.

  11. Fuchs
    Avatar von Libertist
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    AW: [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #11
    Zitat Zitat von Massi Beitrag anzeigen
    Was ich mich gerade, bevor ich das Fazit las, zum Beispielt fragte, war das "Warum?" - Warum buchen die Leute solche Touren?
    Hier mal einige Gründe, die mir bisher begegnet sind (Liste ist sicher nicht vollständig):

    1. Keine bzw. zu wenig Erfahrung im Planen von komplexen Reisen. Welche Gegend eignet sich am besten? Welches Terrain erwartet mich? Wie schnell werde ich voran kommen? Welche Hindernisse erwarten mich? Welche Ausrüstung wird benötigt? Das sind nur wenige Beispielfragen, die man sich immer stellen muss, bevor man eine solche Reise unternimmt. Die meisten Touristen in Alaska, die ohne Guide losziehen, unternehmen halt nur kurze und einfache Touren, weil ihnen für schwierige Routen die Erfahrung fehlt. Wer trotzdem eine anspruchsvolle Tour unternehmen möchte und dabei sicher gehen will, dass nichts schief läuft, der bucht dann eben schon mal einen Guide.

    2. Keine Zeit zur eigenen Planung. Nicht alle haben Zeit und Lust, jeden Tag stundenlang in irgendwelchen Fachforen rumzuhängen, Reiseberichte zu lesen und letztendlich doch nicht genau zu wissen, welcher Information man trauen kann und welchen nicht. Wer einen Guide bucht, gibt mehr Geld aus und stellt dafür (annhähernd) sicher, dass die Reise erfolgreich verläuft - und das ohne viel Mühe und Zeitaufwand.

    3. Zu wenig Kontrolle über Logistik und nicht einkalkulierbare Risiken. Wir haben Buschflugzeuge, Autos, Unterkünfte, Satellitentelefone und viele andere Ressourcen, die man in dieser Form allein kaum organisieren kann. Ein Guiding-Unternehmen kann aufgrund dieser Ressourcen nicht nur komplexere Touren planen und durchführen, sondern auch viel adäquater auf Schwierigkeiten und Planänderungen reagieren. Das fängt bei Wettereinbrüchen an und hört bei schweren Verletzungen auf.

    4. Zu wenig Erfahrung im Umgang mit tatsächlichen Risiken. Bären, Wölfe, schwierige Flussüberquerungen, Wetter... Man muss sich schon sehr gut mit alledem auskennen (oder viel Mut haben), bevor man eine anspruchsvolle Tour in Alaska unternimmt. Alle unsere Routen führen durch wegloses Gelände - keiner meiner Kunden hatte bisher damit Erfahrung. Das Bären-Thema ist auch immer einer der Hauptgründe.

    5. Man kann etwas lernen. Ja, wirklich! Im Idealfall bucht man einmal einen Guide und eignet sich während der Reise so viel Wissen an, dass man Reisen unter ähnlichen Bedingungen in Zukunft allein durchführen kann.
    Geändert von Libertist (04.11.2014 um 20:07 Uhr)
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  12. Dauerbesucher
    Avatar von Pielinen
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    AW: [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #12
    Hallo,

    erstmal: tolle Fotos, schöne Gegend, danke für deine Berichte...

    Eine Frage hätte ich aber, wieviel verdienst du denn mit deinem Job...jetzt nicht genau in Euro und Dollar... sondern, kannst du denn davon leben???
    Oder hast du noch andere Jobs oder Geldquellen um über die Runden zu kommen?
    Ein paar Jahre stelle ich mir das ja ganz spannend vor...aber als Guide wird man ja nicht sein ganzes Leben arbeiten können, es sei denn man macht seine eigene Firma auf, hat Angestellte etc.

  13. Fuchs
    Avatar von Rattus
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    AW: [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #13
    OT: Also, ich kann sehr gut verstehen, warum Leute solche Touren buchen. Wenn ich an meine Woche Kanuwandern in MeckPomm denke - ich war heilfroh, so einen netten und kompetenten Guide zu haben (die Gruppe war übrigens auch nett). Ich hatte keinerlei Erfahrung im Paddeln, und auf der Seenplatte dort hätte ich mich heillos verfahren. Ich hatte auch nicht den Anspruch, das alles allein managen zu wollen. Genau so ginge es mir in Alaska
    Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.

  14. Fuchs

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    AW: [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #14
    Deine Bilder! Irgendwie muss ich dabei immer an National Geographic und Geo denken. Wahnsinnig gut! .

    EIN Bild ist mir besonders in Erinnerung: Euer Flugzeugmechaniker
    bear shit - sounds like bells & smells like pepper

  15. Gerne im Forum
    Avatar von Massi
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    AW: [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #15
    Tjelrik ich sah deine Antwort als Vorschau in der Email und wusste sofort welches Foto du meinst. Geht mir also nicht anders
    „Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit zu verteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer“ - saint exupéry

  16. Fuchs

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    AW: [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #16
    Zitat Zitat von Massi Beitrag anzeigen
    Tjelrik ich sah deine Antwort als Vorschau in der Email und wusste sofort welches Foto du meinst. Geht mir also nicht anders
    Wer würde ihm nicht sein Leben anvertrauen. Hammergeil.
    bear shit - sounds like bells & smells like pepper

  17. Erfahren

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    AW: [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #17
    Hi Libertist!

    Wieder mal super Bilder und sehr tolle Gegenden. Werde da wieder das eine oder andere googeln müssen

    Kannst du mir mal sagen mit wem du ausfliegst? War heuer wieder Solo im ANWR (Hula Hula komplett bis Kaktovik und 100 km Wanderung in die Sadlerochit Mts.) und mein bisheriger Pilot wird mir langsam aber sicher zu teuer.

    Jedenfalls ist dein Bericht definitiv wieder ein Genuss.

    LG
    Hgr

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    Avatar von Mortias
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    AW: [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #18
    Jo definitiv wieder ein Genuss mit neuem Material aus Alaska von Dir versorgt zu werden. Schade nur, dass Du die Texte recht kurz hälst um nicht den Eindruck von kommenrzieller Werbung zu erwecken. Kann das natürlich gut verstehen, aber hätte natürlich rein Interesse halber dennoch gerne mehr gelesen. Trotzdem klasse was Du so berichtest. Find es echt beeindruckend, dass Du Dein Ding so durchziehst und es wirklich geschafft hast aus Deiner Leidenschaft einen Beruf zu machen. Das schaffen in der Dimension wohl nur wenige. Wünsche Dir auf jedenfall für die Zukunft weiterhin viel Erfolg dabei.

    Sind auf jedenfall auch wieder klasse Bilder dabei. Wobei mir aufgefallen ist, dass kaum Bilder von Meister Petz mit dabei sind. Normalerweise hast Du uns bei Deinen Berichten ja mit reichlich bärigen Bildern versorgt. Habt Ihr diesmal einfach deutlich weniger gesehen, oder dachtest Du einfach, dass es langweilig wäre ständig Bärenbilder zu zeigen? Freu mich auf jedenfall schon auf den zweiten Teil. Da dieses, so wie Du sagst, ja ne private Tour war, hoffe ich natürlich auch, dass die Berichterstattung dann auch etwas ausführlicher sein wird.

  19. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #19
    wie immer super Fotos

    Was mich mal interessiert ist wie man auf einer organisierten geführten Trekkingtour damit umgeht wenn mal jemand krank wird.
    Beispiel, man ist mit drei Kunden unterwegs (die sich vorher nicht gekannt haben) auf einer Trekkingtour von A nach B für die zwei Wochen eingeplant ist. Dann wird plötzlich einer von den Kunden krank, nichts ernstes, nur das übliche was man immer mal bekommen kann wie z.B. Grippe, Magen-Darm Probleme usw, so daß er die nächsten zwei, drei oder vier Tage nicht wandern kann und Pause machen muss.

    Werden dann Ruhetage gemacht bis er wieder gesund ist? Das wäre ja für die anderen zwei, die ja auch einen haufen Geld für die Tour bezahlt haben, ärgerlich, da so evtl das Endziel in der geplanten Zeit nicht mehr erreicht werden kann.
    Oder wird der Kranke gleich ausgeflogen, was ja für ihn ärgerlich wäre?
    Oder wie wird sonst damit umgegangen?

  20. Gerne im Forum
    Avatar von Ellipirelli
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    AW: [USA] Alaska 2014 (1/2): Guiding

    #20
    Wunderschöne Fotos, die teilweise eine fast mystische Stimmung rüberbringen
    Meine Lieblingsbilder sind allerdings die kleinen Falken und wie sie dann grösser sind, zu süss und der Flugzeugmechaniker
    Tadle nicht den Fluss, wenn Du ins Wasser fällst.

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