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  1. Fuchs
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    [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #1
    Mitreisende: Libertist
    Land: Chile
    Reisezeit: Februar/März 2014
    Dauer: 2 Wochen (die gesamte Reise dauerte 7 ½ Wochen, siehe weitere Berichte)


    (INFO: Bitte kein Bildmaterial einfügen, das die Rechte Dritter verletzt. d.h. i.d.R. keine Musikvideos, TV-Serien etc. )

    Edit: ich hoffe, es schaut sich auch jemand das Video. an. Etwa 4.000 Fotos in weniger als 2 1/2 Minuten.


    Zusammenfassung

    Diese Tour hätte eigentlich der „Main Act“ dieser Reise werden sollen. Geplant war eine richtig aufregende und anspruchsvolle Route vom Torres del Paine Nationalpark bis runter nach Puerto Natales. Leider scheiterte mein Vorhaben an der Strenge der Nationalparkverwaltung: entsprechende Genehmigungen würden nur für wissenschaftliche Expeditionen ausgestellt und müssten lange Zeit im Voraus beantragt werden, gab mir der Direktor zu verstehen. Also beschränkte ich mich auf den berühmten Torres del Paine Circuit, was schließlich zwar kein Abenteuer, dafür aber eine tolle soziale (und auch fotografische) Erfahrung war. Weil dieser Wanderweg sehr bekannt und im Internet ausreichend beschrieben ist, werde ich mich diesbezüglich in dem Bericht sehr kurz fassen.

    Dieser Bericht knüpft direkt an den ersten Teil an.










    Am Morgen des 21. Februars verließ ich El Calafate mit dem Bus in Richtung Puerto Natales. Mein Reisepartner Alan hatte zuvor seinen Reisepass verloren und musste in Argentinien bleiben: während ich auf dem Weg nach Chile war, plante er eine Solo-Tour in der Gegend um El Chaltèn und nördlich davon.

    Mein Rucksack war mit Essen für 20 Tage bepackt - mir schwebte eine ziemlich große Tour vor, an der ich Wochen zuvor lange herumgeplant hatte. Beginnen wollte ich mit dem „W“ im Torres del Paine Nationalpark, von da aus sollte es durch die Wildnis nach Süden Richtung Puerto Natales gehen.

    Obwohl ich Alan in Argentinien zurückließ, war ich nicht allein. Am Vorabend lernte ich im Hostel eine 29-jährige Engländerin namens Philippa kennen, die als Lehrerin an internationalen Schulen und Universitäten durch die Welt zog. Sie hatte kein eigenes Zelt, also lud ich sie für die ersten fünf Tage (also für das „W“) in meinen Palast ein. Ein paar weitere existentielle Ausrüstungsgegenstände besorgten wir dann für sie nach unserer Ankunft in Puerto Natales, wo wir zwei weitere Nächte in einem Hostel verbrachten.

    Am Vormittag des 23. Februars erreichten wir den Nationalpark Torres del Paine und ließen die strengen Belehrungen der Ranger über uns ergehen. Nicht den Weg verlassen, nicht außerhalb der (größtenteils kostenpflichtigen) Zeltplätze übernachten, nicht außerhalb der dafür vorgesehenen Stellen kochen und so weiter… sogar ein Video wurde uns gezeigt. Für jegliche Regelübertretung wurde uns gleich mal 4.000 US-Dollar Strafe angekündigt. Die Jungs schienen da echt eiskalt zu sein, was für mein Vorhaben natürlich desaströs war – wenn ich meine Route verwirklichen wollte, würde ich zwangsläufig gegen jede dieser Regeln verstoßen, und zwar täglich. Das wusste ich zwar alles schon vorher, aber mir wurde erst an dieser Stelle so richtig klar, dass es sich hierbei nicht um leere Drohungen handelte. Naja, noch gab ich die Hoffnung nicht auf.

    Grundsätzlich gibt es im Torres del Paine Nationalpark zwei Trek-Varianten: das 50 km lange „W“, für welches sich die meisten Wanderer im Park entscheiden und das 130 km lange „O“ (quasi den „Circuit“), das hinter dem Torres-Massiv herum führt und das „W“ letztendlich mit einschließt. Das „O“ ist auf der Rückseite der Berge vergleichsweise niedrig frequentiert und gilt unter den Gelegenheitsbackpackern vor Ort schon beinahe als Geheimtipp. Übersichtskarten vom Park gibt es überall im Internet.

    Philippa und ich marschierten erst mal zum Refugio Chileno und schlugen dort unser Zelt auf. Das Camp wurde von zahllosen laustarken Teenagern in Tennisschuhen regiert, die mit Leihzelten auf der ersten großen Abenteuerreise ihres Lebens waren und keinerlei Respekt vor den Abspannleinen meines Zelts hatten. Ich hasse es, wenn Leute unmittelbar neben mir zelten (mit „unmittelbar“ meine ich wirklich unmittelbar, es herrschte akuter Platzmangel) und dann noch auf meine Leinen treten. In meinem ganzen Reiseleben hatte ich zuvor wohl kaum mehr als fünf Nächte auf Zeltplätzen verbracht – und hier wurden wirklich gleich alle Klischees bedient. Meine Laune war auf dem Tiefpunkt.

    Am späten Nachmittag stieg ich noch zum „Mirador Las Torres“ auf und ließ meine Kamera im Intervallmodus laufen. Währenddessen kam ich mit dem freundlichen Ranger ins Gespräch, der über die Gegend wachte wie ein Vater über seine Kinder. Ganz vorsichtig deutete ich an, dass ich Essen für 20 Tage im Rucksack hatte und ursprünglich vorhatte, über den markierten Wanderweg hinaus in den südlichen Teil des Nationalparks vorzudringen. Ihm gefiel natürlich die Idee, allerdings ließ er keine Zweifel daran, dass ich sehr hart bestraft werden würde, wenn man mich erwischte. Ich erzählte ihm von meinen Erfahrungen im Bereich Wildnisreisen und dass ich selbst im Sommer als Guide im arktischen Alaska unterwegs sei. Daraufhin erklärte er mir, dass die Nationalparkverwaltung unter Umständen Sondergenehmigungen für „besonders erfahrene“ Reisende ausstellen würde – Hoffnung flammte in mir auf. Diese Verwaltung befand sich in der „Administration“, einer 20 km südlich vom eigentlichen Ende des „W“-Treks gelegenen Rangerstation, zu der ein Wanderpfad führte. Prima, dachte ich mir: ich geh das „W“, marschier dann zur Administration, organisier diese lustige Genehmigung und beginne dann meine eigentliche Tour im Süden des Nationalparks.

    Hier einige Bilder davon.






































































    Am 27. Februar trat Philippa ihre Rückfahrt nach Puerto Natales an und ich war auf dem Weg zur Administration. Dort sprach ich erst mit den beiden Rangern am Empfang, die eigentlich nur ratlos mit den Schultern zuckten: bisher scheint es niemanden gegeben zu haben, der mit Genehmigung in die Gegenden vordringen wollte, die mich interessierten. Zwanzig Minuten später empfing mich der Direktor des Nationalparks in seinem Büro und hörte sich in aller Ruhe mein Anliegen an. Er versicherte mir, dass eine solche Genehmigung, wie ich sie brauchte, für Privatpersonen nicht zu bekommen sei. Nur wissenschaftlichen Expeditionen würde man so etwas bewilligen – und auch das müsste erst mit der Verwaltung in Santiago abgestimmt werden. Der Chef tätigte ein paar Anrufe und suchte nach eine Alternative für mich; der Mann war wirklich engagiert. Aber alle Bemühungen waren vergebens.

    Was nun? Hätte ich im Vorhinein gewusst, dass ich keine solche Genehmigung bekommen würde, hätte ich es gar nicht erst versucht und wäre vielleicht illegalerweise losmarschiert. Aber jetzt, wo die Verwaltung Bescheid wusste und mir die Route explizit untersagt hatte, war dies keine Option mehr. Ich war im höchsten Maße frustriert und tat genau das, wonach ich mich fühlte: gemeinsam mit zwei deutschen Touristen stellte ich mich an die Straße, hielt das nächstbeste Auto an und war entschlossen, den verdammten Park zu verlassen und nach Argentinien zurückzukehren.

    Als ich im Auto saß und wir uns der Parkgrenze näherten, bekam ich Zweifel. Sollte ich nicht vielleicht doch noch den gesamten „Circuit“ gehen? Kann ich nicht einfach mal etwas „Normales“ machen und ganz bescheiden einem Wanderweg folgen? Im Allgemeinen bin ich nicht gerade für mein affektives Handeln bekannt, aber in dieser Situation verließ ich binnen einer Minute Bedenkzeit das Auto und begab mich zum Einstiegsort für das „O“. Essen hatte ich ja noch genug im Rucksack… verrückt übrigens, dass ich auf diesen ausgetretenen Wegen und Zeltplätzen mit Einkaufsmöglichkeiten meine gesamte Ausrüstung mitschleppte, einschließlich Verpflegung für beinahe drei Wochen! Mit meinem Rucksack sah ich aus wie viele dieser armen und frustrierten Backpacker, die mir, beladen mit ihrem eigenen Gepäck und dem ihrer Freundinnen, schweißgebadet entgegenkamen und sich wahrscheinlich fragten, wessen Schminkkoffer und Ausgehkleidung man mir da eingepackt haben musste.

    Ich folgte also dem überraschend einsamen Weg entlang des Rio Paine; es war schon spät. Mit Leichtigkeit hätte ich es noch vor Sonnenuntergang bis zum Camp Seron geschafft, aber nein, aus Protest schlug ich mein Zelt direkt am Fluss auf und warf meinen Jetboil an – ja, es war illegal und ich fühlte mich gut dabei. Völlig kindisch, ich weiß.

    Die nächsten Tage waren richtig toll: nicht (nur) aufgrund der Landschaft, sondern vor allem wegen der Menschen, die ich kennenlernte. Im Camp Seron kam ich mit einem Paar aus Kanada und den USA ins Gespräch; ich weiß gar nicht mehr, worüber wir diskutierten. Jedenfalls mischte sich kurz darauf ein Italiener ein, daraufhin gesellten sich ein französisches und ein englisches Paar zu uns. Viel später erst trafen zwei US-Amerikaner mittleren Alters ein, die auf der ersten Wandertour ihres Lebens waren und deren Ausrüstung und Nahrungseinkäufe mich aufs Herzlichste amüsierten (ich nahm ihnen erstmal 3 kg M&M’s ab - 5.000 Kalorien pro Tagen waren nun wirklich übertrieben!). Als Gruppe von 10 Personen wanderten wir von nun an gemeinsam - viele gute Gespräche, jede Menge Spaß und ausreichend Rotwein verschafften allen eine unvergessliche Zeit.




























































































































    Am 5. März erreichten wir das Refugio Paine Grande, wo sich unsere Wege trennen sollten. Die anderen gingen nun das „W“, auf dem ich ja bereits eine Woche zuvor unterwegs war. Wir feierten meinen Abschied mit einer gebührenden Zahl „Pisco Sour“, am nächsten Tag nahm ich die Fähre zum Parkeingang. Der Rest der Bande marschierte weiter.


    Die beiden Amerikaner gaben jedem von uns Spitznamen – mich nannten sie „Mountain Swami“ („Swami“ ist eine Bezeichnung für eine spirituelle Leitfigur ). Außerdem auf dem Bild zu sehen: Sugar Tee, Spidey, Barista, Joani & Johnny Appleseed und Team „Rocks over Water“.

    Ich verbrachte eine Nacht in Puerto Natales und fuhr dann mit dem Bus zurück nach El Calafate, Argentinien. Angesichts meiner ursprünglichen Pläne für Chile war diese Tour für mich eigentlich ein klarer Misserfolg. Inzwischen blicke ich sehr versöhnlich auf diese Zeit zurück, denn ich habe ein paar tolle Menschen kennengelernt, mit denen ich nun auch über Facebook Kontakt halten werde. Von all meinen Reisebekanntschaften, die ich über die Jahre hinweg machen konnte, sticht diese Gruppe in ihrer Diversität und Verbundenheit doch recht deutlich heraus. Außerdem konnte ich mir mehr Zeit fürs Fotografieren nehmen – das hat mir schon auch Spaß gemacht. Manchmal ließ ich alle meine Reisekumpanen an mir vorüberziehen und wartete eine Stunde lang auf den richtigen Lichteinfall auf den Gletscher – auf einer „echten“ Wildnisreise könnte ich mir diesen Luxus nicht erlauben.

    Mein Fazit: Wanderwege, wie dieser hier im Torres del Paine Nationalpark, haben ihre eigenen Vorzüge. „Wildnis“, wie ich sie kenne, ist das allerdings nicht. Vielleicht bin ich wenig verwöhnt, das kann schon sein. Zusammenfassen was es also zwar kein Abenteuer, dafür aber ein tolles soziales Erlebnis, auf das ich gern und oft zurückblicke – manchmal sogar mit dem Gefühl von Wehmut.
    Geändert von Libertist (26.04.2014 um 16:49 Uhr)
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    AW: [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #2
    Deine Bilder sind mal wieder zum weinen schön. Ich kann verstehen, dass solche viel bewanderte Wege nicht Deins sind, ich kann nur träumen, wenigstens diese Seite der Erde mal sehen zu dürfen (sieht noch nicht danach aus). Schöne Vogelbilder auch.
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  3. Fuchs
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    AW: [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #3
    Zitat Zitat von Vegareve Beitrag anzeigen
    Ich kann verstehen, dass solche viel bewanderte Wege nicht Deins sind, ich kann nur träumen, wenigstens diese Seite der Erde mal sehen zu dürfen (sieht noch nicht danach aus).
    Ich hab mich bei der Beschreibung meiner Gefühle zu diesem Wanderweg ein bisschen schwer getan, muss ich ehrlich zugeben. Ich will nicht arrogant rüberkommen; so, als wäre das, was andere machen, viel zu "banal" für mich. Das ist es nicht. Mein Problem waren die hohen Erwartungen: ich hatte vorher echt lange an dieser Tour geplant und mich riesig darauf gefreut... deshalb war ich so enttäuscht darüber, dass nichts daraus wurde.
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  4. Fuchs
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    AW: [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #4
    Bilder top, wie immer. Aber ich dachte im ersten Bericht hättest du schon wenig geschrieben.

    Schade, dass die Tour nicht geklappt hat, aber umso schöner, dass du was gutes daraus gemacht hast. Mit den Nationalparkregeln geht wohl jedes Land ganz anders um. In gewisser Weise aber auch gut, dass der Tourismus da unten offenbar gut kanalisiert wird.

    Ich bin gespannt auf Teil 3.

    OT: Diese Trail-Bekanntschaften sind schon was schönes. Das mit dem einfach mal ein paar Tage zusammen laufen hab ich auch schon zweimal gemacht - als Solo Wanderer findet man ja schnell Anschluss. Wobei, nachdem ich letztes Jahr von vorne herein zu zweit unterwegs war, vermisse ich schon ein weing diese einmaligen Momente und besonderen Erlebnisse, die es nur alleine gibt.

  5. Fuchs
    Avatar von Libertist
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    AW: [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #5
    Zitat Zitat von Canadian Beitrag anzeigen
    Aber ich dachte im ersten Bericht hättest du schon wenig geschrieben.
    Oh oh, ich fühle mich jetzt schon schlecht. Der dritte Teil wird wahrscheinlich kaum mehr als ein Bilder-Bericht.
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  6. oo0OooO0oo
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    AW: [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #6
    1.
    Danke für den Bericht und das klasse Video. (Nur die Musik im Video ist mir zu laut und/oder übersteuert.)

    2.
    Wenn ich gewusst hätte, dass Du auch den Luschi-TdP O Circuit läufst, hätte ich ja meine Kamera gleich ganz zu Hause lassen können ;)

    3.
    Könntest Du evt. mal Deine Time Lapse Einstellungen (Belichtungszeit, ISO, wieviele Fotos pro Minute) verraten? Dann muss ich nicht ganz so viel rumprobieren ... Danke!

    4.
    Genau wie Dir hat mir der stark reglementierte TdP auch viel Spass aufgrund der "sozialen Komponente" gemacht. (Hatte ebenfalls nette Leute kennengelernt. Außerdem hatten wir ja in der Vorsaison immerhin einen Schneesturm und Starkwind ... ;)

    5.
    Permits: Forrest McCarthy hatte wohl keine Permitprobleme in Bezug auf eine Packraftingverlängerung des O Circuit (= Grande Q). http://forrestmccarthy.blogspot.de/2...aine.html#more War aber vermutlich nicht die Route, die Du nehmen wolltest.

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    AW: [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #7
    Zitat Zitat von Libertist Beitrag anzeigen
    Ich hab mich bei der Beschreibung meiner Gefühle zu diesem Wanderweg ein bisschen schwer getan, muss ich ehrlich zugeben. Ich will nicht arrogant rüberkommen; so, als wäre das, was andere machen, viel zu "banal" für mich. Das ist es nicht. Mein Problem waren die hohen Erwartungen: ich hatte vorher echt lange an dieser Tour geplant und mich riesig darauf gefreut... deshalb war ich so enttäuscht darüber, dass nichts daraus wurde.
    Keine Sorge, Du bist nicht überheblich oder sonst wie rübergekommen. Was ich mich aber frage, ohne jemals dort gewesen zu sein: hätte man diese Reglements nicht auch vorher wissen können, so dass von vornerein klar gewesen wäre, dass dein Vorhaben nicht zu realisieren ist (bzw. nur mit schweren Gesetzverbrechen) ? Ist aber auch nicht so wichtig, ich wäre warscheinlich genau so frustriert gewesen, mitleiden zu müssen, dass der Tourismus solche Ausmasse genommen hat, dass man diese wunderbare Natur quasi einzäunen muss...Ich verstehe es aber auch, warum sie es tun (und hilft oft auch nichts, siehe den Brand von vor paar Jahren).
    "Niemand hört den Ruf des Meeres oder der Berge, nur derjenige, der dem Meer oder den Bergen wesensverwandt ist" (O. Chambers)

  8. Gerne im Forum
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    AW: [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #8
    Danke für die wunderbaren Bilder. Lustig ist der Raubvogel mit den schwarzen Kopf, man hat das Gefühl der sitzt noch genauso zwischen Serron und Dickson am Wegesrand wie bei uns damals.
    Als wir 2005, die Tour machten ging das Gerücht der Paso John Gardner sei wegen Schnees nicht passierbar..... ab Serron kehrten alle um und in Dickson waren wir dann allein, in Perron 1 Amerikaner. War natürlich kappes mit der Unpassierbarkeit, aber schön für uns, weil es so einsam war. Interessant das mit den Belehrungen der Nationalparkverwaltung, das war damals noch gar nicht so.
    Tadle nicht den Fluss, wenn Du ins Wasser fällst.

  9. Gerne im Forum
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    AW: [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #9
    P.S. Du hattest in irgendwann mal den Tipp mit den selbstgebackenen Müsliriegeln abgegeben, mein Freund hat das gelesen und als Allergiker (Milch Nüsse etc.) wollte er die unbedingt, wir hatten die dann dieses Mal bei unserer ersten Wintertour in Norwegen dabei und die waren echt sagenhaft , wir sind süchtig danach.
    Wollte ich nochmal kurz loswerden, danke für den Tipp.
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  10. Fuchs
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    AW: [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #10
    Zitat Zitat von oo0OooO0oo Beitrag anzeigen
    1.
    Danke für den Bericht und das klasse Video. (Nur die Musik im Video ist mir zu laut und/oder übersteuert.)
    Echt? Komisch, sollte eigentlich nicht übersteuert sein ...


    Zitat Zitat von oo0OooO0oo Beitrag anzeigen
    Könntest Du evt. mal Deine Time Lapse Einstellungen (Belichtungszeit, ISO, wieviele Fotos pro Minute) verraten? Dann muss ich nicht ganz so viel rumprobieren ... Danke!
    Kein Problem:
    • Prinzipiell alles auf manuell stellen, natürlich auch den Fokus. Bildstabilisator aus.
    • Stativ muss äußerst stabil stehen - mir ist es auf dieser Reise zweimal im Wind umgefallen.
    • Kapazität von Akku und Speicherkarte checken. Wenn ein Akku nur noch 10% Ladung hatte, hab ich für eine Time Lapse Sequenz einen neuen Akku genommen und den anderen dann anschließend wieder für's normale Fotografieren eingelegt.
    • Belichtung: immer ISO 100, Blende meistens irgendwas zwischen 5,6 und 8. Nur die letzte Szene ist mit Blende 11 entstanden, da längere Brennweite (Tele-Objektiv). Belichtungszeit ist völlig egal - je länger, desto besser, da die Frames im Video ja sowieso ineinander übergehen. Das heißt, wenn die einzelnen Bilder an sich etwas bewegungsunscharf sind, sieht das im Video dann trotzdem wieder gut aus.
    • Intervalle hängen von der Brennweite und Ausmaß der Bewegung im Bild ab: je länger die Brennweite und je mehr Bewegung im Bild, desto kürzer sollten die Intervalle sein. Wenn die Wolken sich also sehr schnell bewegen und man sowieso schon bei 50 mm oder mehr ist, dann reichen kürzere Intervalle, um die Wolken im Video vorbeifliegen zu lassen. In dem Fall hier habe ich Intervalle von 3 bis 8 Sekunden eingestellt. Klassisch sind 5 Sekunden. Bei wenig Wolkenbewegung und/oder einem UWW-Objektiv können aber locker auch mal 10 Sekunden oder mehr angemessen sein.
    • Ich mache meistens 350 Bilder pro Sequenz. Bei 25 Bildern pro Sekunde dauert die Seuqenz im Video dann 14 Sekunden.
    • Ich fotografiere alles im RAW, stelle allerdings von FX auf DX (16 MP) um. Im Prinzip würden 2 MP auch reichen, aber es muss halt RAW sein.

    Zitat Zitat von oo0OooO0oo Beitrag anzeigen
    Permits: Forrest McCarthy hatte wohl keine Permitprobleme in Bezug auf eine Packraftingverlängerung des O Circuit (= Grande Q). http://forrestmccarthy.blogspot.de/2...aine.html#more War aber vermutlich nicht die Route, die Du nehmen wolltest.
    Ja, so wie ich das sehe handelt es sich in dem Fall nur um etwa 30 km, die er auf dem Boot (also abseits des Weges) und innerhalb der Nationalpark-Grenzen unterwegs war. Auf dem Rio Grey habe ich auch Kayaker gesehen, das scheint kein so großes Problem zu sein. Ich wollte in eine ganz andere Ecke.
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  11. Fuchs
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    AW: [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #11
    Zitat Zitat von Vegareve Beitrag anzeigen
    Was ich mich aber frage, ohne jemals dort gewesen zu sein: hätte man diese Reglements nicht auch vorher wissen können, so dass von vornerein klar gewesen wäre, dass dein Vorhaben nicht zu realisieren ist (bzw. nur mit schweren Gesetzverbrechen) ?
    Ja, schon. Aber, um ganz ehrlich zu sein: das habe ich vorher nicht so ernst genommen. Erstens hatte ich keine Zeit für eine eingehende Recherche (die meisten meiner privaten Touren sind vorher vergleichsweise wenig organisiert bzw. recherchiert - etwas übertrieben ausgedrückt: Idee finden, Flug buchen, Karte organisieren und los geht's!), zweitens dachte ich, dass es schon irgendwie gehen wird. Wäre ja nicht das erste Mal gewesen, dass ich sowas entweder illegal mache oder eine Sondergenehmigung bekomme. Irgendwelche Möglichkeiten gab's bisher immer, ich lasse es da eben oft drauf ankommen. In dem Fall lag ich damit halt falsch.


    Zitat Zitat von Ellipirelli Beitrag anzeigen
    Lustig ist der Raubvogel mit den schwarzen Kopf, man hat das Gefühl der sitzt noch genauso zwischen Serron und Dickson am Wegesrand wie bei uns damals.
    Das Vieh saß nur wenige Meter von Camp Serron entfernt. Witzig!


    Zitat Zitat von Ellipirelli Beitrag anzeigen
    P.S. Du hattest in irgendwann mal den Tipp mit den selbstgebackenen Müsliriegeln abgegeben, mein Freund hat das gelesen und als Allergiker (Milch Nüsse etc.) wollte er die unbedingt, wir hatten die dann dieses Mal bei unserer ersten Wintertour in Norwegen dabei und die waren echt sagenhaft , wir sind süchtig danach.
    Wollte ich nochmal kurz loswerden, danke für den Tipp.
    Super, freut mich!
    Geändert von Libertist (26.04.2014 um 18:30 Uhr)
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  12. AW: [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #12

  13. Dauerbesucher
    Avatar von MatthiasK
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    AW: [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #13
    Finde ich toll das du dem was es am Ende geworden ist doch viel abgewinnen kannst.
    Hab ich richtig gelesen, du bist die 120km mit ZWANZIG Tagen im Rucksack gestartet???

  14. Fuchs
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    AW: [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #14
    Zitat Zitat von MatthiasK Beitrag anzeigen
    Hab ich richtig gelesen, du bist die 120km mit ZWANZIG Tagen im Rucksack gestartet???
    Mit Essen für 20 Tage meinst du? Ja. Hatte ja ursprünglich mehr vor, als diese 130 (!) km. Und unterwegs Essen abwerfen kommt natürlich gar nicht in Frage.
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  15. Dauerbesucher
    Avatar von MatthiasK
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    AW: [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #15
    Wahnsinn!
    Ich wäre dann der gewesen der von dir essen geschnorrt hätte, du weißt ja UL und so

  16. Alter Hase
    Avatar von peter-hoehle
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    AW: [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #16
    Auch für Teil 2 .

    Gerade wenn man selbst schon dort gewesen ist bekommt man
    sofort Reisefieber. Das an den Torres-Türmen Scharen von Menschen anzutreffen
    sind ist schade. Aber das lässt sich nicht vermeiden.
    Bin schon auf den dritten Teil gespannt.

    Gruß Peter
    Wir reisen um die Welt, und verleben unser Geld.
    Wer sich auf Patagonien einlässt, muss mit Allem rechnen, auch mit dem Schönsten.

  17. Fuchs
    Avatar von Libertist
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    AW: [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #17
    Zitat Zitat von MatthiasK Beitrag anzeigen
    Wahnsinn!
    Ich wäre dann der gewesen der von dir essen geschnorrt hätte, du weißt ja UL und so
    Vor allem hab ich das riesige Kaitum 3 mit Groundsheet natürlich allein getragen, dazu 9 kg Fotoausrüstung. Die 3 kg M&M's, die ich den Amerikanern abgenommen hab, waren's trotzdem wert! Man wächst mit seinen Aufgaben.
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  18. Lebt im Forum
    Avatar von lutz-berlin
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    AW: [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #18
    Zitat Zitat von peter-hoehle Beitrag anzeigen
    Auch für Teil 2 .

    Gerade wenn man selbst schon dort gewesen ist bekommt man
    sofort Reisefieber. Das an den Torres-Türmen Scharen von Menschen anzutreffen
    sind ist schade. Aber das lässt sich nicht vermeiden.
    Bin schon auf den dritten Teil gespannt.

    Gruß Peter
    Anfang Oktober ist da kaum was los

  19. Alter Hase
    Avatar von peter-hoehle
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    AW: [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #19
    Zitat Zitat von lutz-berlin Beitrag anzeigen
    Anfang Oktober ist da kaum was los
    Ich was Weihnachten 2011 dort.Da ging es noch mit dem Andrang.
    Viel schlimmer war,das am nächsten Tag der Park geschlossen wurde
    weil es gebrannt hatte.Der halbe Park war damals abgebrannt,weil ein Tourist
    sein Sch***papier verbrannt hatte.

    Gruß Peter
    Wir reisen um die Welt, und verleben unser Geld.
    Wer sich auf Patagonien einlässt, muss mit Allem rechnen, auch mit dem Schönsten.

  20. Erfahren

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    AW: [CL] Patagonien 2014 (2/3): Torres del Paine Circuit

    #20
    Wunderschöner Bericht und Bilder von einer Gegend, die ich auch schon lange sehen möchte, aber immer zur falschen Zeit Urlaub habe...

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