[NO] Laksefjordvidda på langs? Nicht ganz.

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  • urmeli
    Erfahren
    • 07.06.2015
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    • Meine Reisen

    [NO] Laksefjordvidda på langs? Nicht ganz.

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende

    Vorab: Man verzeihe mir das schreckliche Wortspiel im Titel.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_13-05.jpg Ansichten: 0 Größe: 955,1 KB ID: 3336788​​

    Seit vielen Jahren lese ich nun schon bei Outdoorseiten mit. Viele der Berichte hier waren maßgeblich für viele der Touren, die ich in den verganenen Jahren unternommen habe. Besonders die Touren von Borgman haben es mir angetan. Letztes Jahr besuchte ich die Varanger-Halbinsel, auf die ich durch einen seiner Berichte gekommen war.
    Dort wurde ich so richtig von der Finnmark angefixt, auch wenn es mir die Gegend zumindest gedanklich schon länger angetan hat: Die ersten Notizen zu einer möglichen Tour durch die Laksefjordvidda auf meinem Computer sind von 2020.

    Dieses Jahr sollte es endlich soweit sein. Ich wollte erneut in die Finnmark und nach der Varanger-Halbinsel stand nun endlich die Laksefjordvidda auf dem Plan. Durch Familie und kleine Kinder war ich in der Urlaubsplanung etwas eingeschränkt und hatte “nur” 7 volle Tage zur Verfügung. Rechnet man dann noch anderthalb Tage Anreise und einen Tag Rückreise ein, bleibt nicht mehr viel. Trotzdem kann ich schon jetzt sagen, dass sich die Tour trotz der kurzen Dauer gelohnt hat. Ich bin erneut absolut begeistert von der Finnmark und weiß schon jetzt, dass mich die Touren in den kommenden Jahren nur sehr unwahrscheinlich in Gegenden weiter westlich oder gar südlich von, sagen wir mal, Lyngen führen werden (auch wenn das streng genommen schon Troms ist - geschenkt).

    Planung
    Wie bereits erwähnt, war ich zeitlich stark eingeschränkt. Ich konnte einigermaßen günstige Flüge nach Lakselv für Montag, den 21.07.2025 ergattern. Damit war sichergestellt, dass die Läden offen hatten und ich vor Ort Gas erwerben könne.
    Die Hinreise war etwas umständlich: Von Düsseldorf nach Oslo, von dort nach Tromsø und von dort die letzte Etappe mit Widerøe nach Lakselv.
    Der Rückflug war immerhin etwas einfacher: 3 mal wöchentlich bietet Norwegian Direktflüge von Lakselv nach Oslo an. Von dort ging es dann wieder nachhause. Am Montag, den 28.07.2025 - übrigens einen Tag vor Ende der Mitternachtssonne - sollte ich wieder zurückreisen.

    Als Gebiet hatte ich mir die Laksefjordvidda ausgesucht. Ich wusste von drei offenen Hütten, die sich entlang einer Linie etwa erstmals 13km südlich von Ifjord und dann in entspannten Tagesabständen von 8-12km Richtung Süden am Dollajávri und am Gurteluppal befanden.
    Nachdem ich letztes Jahr während eines heftigen Gewitters auf der Varangerhalvøya Unterschlupf der einer Hütte des JFF Komagvær finden konnte, war es mir wichtig, die Option auf Hütten als Backup im Hinterkopf zu haben. Nichts war gruseliger als ein kräftiges Gewitter auf weiter, freier Fläche, wie sie hier im Norden der Finnmark so üblich sind. Das wollte ich um jeden Preis nicht noch einmal erleben müssen.
    Eine weitere genaue Planung hatte ich nicht vorgenommen. Ich wusste, dass ich mich entlang der Linie der Hütten bewegen würde, weiteres wollte ich jedoch vorab nicht festlegen. Auch letztes Jahr hatte ich es auf Varanger genossen, ohne fixen Tagesplan einfach in die große, leere Weite zu laufen.

    Dennoch: Schön für den Kopf wäre eine Durchquerung der Laksefjordvidda von Ifjord im Norden nach Sirma (auf der Norgeskart als Sirbmá geführt) im Süden gewesen. Leider wird Sirbmá jedoch am Wochenende nicht von Bussen angefahren, sodass diese Option leider flach fiel.
    Gleichwohl kann ich ohne zu spoilern bereits jetzt sagen, dass die Tour von Ifjord nach Süden und der Weg auf nahezu gleicher Route zurück nicht langweilig wurde. Die Landschaft ist in ihrer Eintönigkeit gleichsam so vielseitig, dass ich zu keinem Zeitpunkt den Eindruck hatte, dass ich hier etwas zum zweiten Mal sehen würde.​

  • urmeli
    Erfahren
    • 07.06.2015
    • 164
    • Privat

    • Meine Reisen

    #2
    21.07.2025
    Die Anreise verlief länglich und gleichzeitig unspektakulär. Der erste Flug nach Oslo hatte etwa 20 Minuten Verspätung, was die Stunde Umstiegszeit auf lächerliche 40 Minuten herunterschmelzen ließ. Nachdem nun seit einigen Jahren allerdings in Oslo der automatische Gepäcktransfer bei SAS und einigen anderen nordischen Airlines gut funktioniert, sollte das kein Problem sein. In 15min war ich am Gate für den Anschlussflug und auch mein Gepäck schaffte es trotz der kurzen Transferzeit in den nächsten Flieger.
    Spannender war hingegen der Flug von Tromsø nach Lakselv. Mit einer Dash DHC-8 flogen wir in nur 7000m Höhe über Troms und die Finnmark bei nahezu wolkenfreiem Himmel. Lyngen, der Øksfjordjøkelen in seiner ganzen Ausdehnung und am Ende der Stabbursdalen Nationalpark waren hervorragend aus der Luft auszumachen. Das Flugzeug war mit schätzungsweise 15-20 Passagieren nur schwach besetzt.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: IMG_6500.jpg
Ansichten: 348
Größe: 591,1 KB
ID: 3336790

    Auch die weiteren Vorgänge nach der Landung hatten etwas wunderbar provinzielles. Der Typ, der die Maschine eingewiesen hatte, lud das Gepäck aus, warf das Gepäckband an und schloss, nachdem ich als letzter mit meinem Rucksack das Gebäude verlassen hatte, den Flughafen ab.
    Da ich nach dem langen Tag - es war inzwischen kurz nach 21 Uhr und ich hatte um 9 Uhr das Haus verlassen - keine allzu große Lust mehr auf 3km Fußmarsch mit randvollem Rucksack verspürte, setzte ich mich kurzerhand in ein Taxi und ließ mich die 5 Minuten zu Fjordutsikten AS am östlichen Ortsausgang von Lakselv fahren. Auf dem Taxameter standen am Ende regelrecht günstige 87NOK. Erst auf der Kreditkartenabrechnung am Ende stellte ich fest, dass 187NOK abgebucht wurden - keine Ahnung, woher die 100NOK Aufschlag kamen, oder ob ich abgezogen wurde.

    Fjordutsikten bietet einfache aber saubere Zimmer und eine nette, neue Leitung. Durchaus zu empfehlen.
    Bevor es ins Bett ging, machte ich noch einen kurzen Spaziergang an den Strand zur namensgebenden Fjordutsikt.​

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Größe: 724,2 KB
ID: 3336791

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    • Dotti
      Erfahren
      • 05.04.2023
      • 493
      • Privat

      • Meine Reisen

      #3
      allein der erste Beitrag mit dem Bild hat bei mir einen sehnsüchtigen Seufzer ausgelöst... Ich freue mich sehr auf den weiteren Bericht Deiner Wanderung!
      https://www.instagram.com/dotti_im_zelt/

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      • urmeli
        Erfahren
        • 07.06.2015
        • 164
        • Privat

        • Meine Reisen

        #4
        Danke, lieber dotti. Das motiviert mich! Auch deine Touren verfolge ich seit einiger Zeit auf Instagram. Ich mag die Stille, die sie ausstrahlen.


        22.07.2025
        Um 8:30 Uhr verlasse ich den Campingplatz in Richtung, Achtung, Übertreibung: Innenstadt, um beim Intersport Gas zu kaufen. Wie immer bei meinen Touren lungerte ich kurz vor Ladenöffnung um 9 schon vor der Tür des Mini-Einkaufszentrums. Die Mitarbeiter sind nett und erkundigten sich interessiert nach dem Ziel meiner Tour.

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_6514.jpg Ansichten: 13 Größe: 927,0 KB ID: 3336895

        Gegenüber vom Einkaufszentrum findet sich ein Transparent, das sich gegen die Errichtung einer 420kV-Stromleitung wendet. Vermutlich steht diese auch im Zusammenhang mit den beiden Windparks (Davvi und Borealis vindkraftverk), der im Westen der Laksefjordvidda an der Grenze zur Sværholt-Halbinsel errichtet werden sollten. Jenseits jeglicher politischer Diskussion ist eindeutig, dass dieser Winpark das Gesicht der Gegend einschneidend verändert hätte.
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: IMG_6515.jpg Ansichten: 10 Größe: 1,32 MB ID: 3336902
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: CleanShot 2025-07-31 at 13.45.55.png Ansichten: 10 Größe: 2,56 MB ID: 3336901


        Stand März 2025 scheint der Windpark jedoch gekippt zu sein, da die Kapazität des Stromnnetzes in der Finnmark nicht ausgereicht hätte, um den im Wain Strom weiterzuverteilen. Bei genauerer Betrachtung dieses Arguments wird jedoch schnell klar, dass ein künftiger Bau damit nicht völlig vom Tisch ist.
        Alleine für den Davvi-Windpark waren im Planungsantrag 66-160 Windräder, 13km Zufahrtsstraße von der Landstraße 98, 100km Straßen innerhalb des Windparks sowie 8km 420kV-Stromleitung ausgewiesen. Es bleibt abzuwarten, ob diese Pläne in den kommenden Jahren nochmal auf den Tisch kommen.

        Um 9:46 nehme ich den Bus Richtung Varangerbotn. Wie immer sind die Busfahrten im Norden ein Genuss. Die Busse sind bequem, fast völlig leer und die Landschaft vor dem Fenster gleicht einem Kinofilm.
        Snelandia bietet im Sommer für 990NOK ein einwöchiges “Flatrate”-Ticket an. Das ist dann was fürs Alter: Einfach tagelang im Bus durch die Finnmark Reisen und Landschaft gucken.

        Um 12 kommen wir nach etwas mehr als 2 Stunden in Ifjord an der Tankstelle an. Aus sehr viel mehr scheint Ifjord nicht zu bestehen. Während der Busfahrer kurz aussteigt, springt er wie wild umher, wirft dabei seine Sonnenbrille auf den Boden und rennt hektisch zurück in den Bus. “What was that?”, frage ich. “A wasp!” antwortet er panisch. Wenn ich zu diesem Zeitpunkt gewusst hätte, dass diese Situation ein Vorbote für das sein würde, was noch käme …

        Ich sattele meinen Rucksack und laufe ein paar Meter auf der Straße zurück, um den Ifjordelva auf der Brücke zu überqueren. Danach biege ich in den Ifjorddalsveien ein, eine Sackgasse, die zu einigen Häusern und an ihrem Ende zu einem Bauernhof führt. Irgendwo entlang dieses Weges, so der Plan, möchte ich nach Süden in den Wald abbiegen.
        Das mache ich, kurz vor dem vorletzten Bauernhof.
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-22_12-33.jpg Ansichten: 7 Größe: 1,52 MB ID: 3336904

        Ich schlage mich durch Birkenwald und Weidengestrüpp und komme nur langsam voran. Aber kein Problem, damit hatte ich irgendwie gerechnet. Nerviger sind die Mücken, die ab hier um mich herumschwirren. Schnell steht fest, dass ich das Mückennetz und Nobite benötige. Nobite wird auf die Arme gesprüht. Eigentlich wäre es auch warm genug für kurze Hose, aber ich möchte möglichst wenig Fläche meines Körpers dem Deet aussetzen, das in Nobite. Wie ich später sehe, hat das Spray die Weichmacher im Kunststoff-Gehäuse meiner billigen Casio-Armbanduhr dahinschmelzen lassen …

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-22_12-36.jpg Ansichten: 7 Größe: 1,83 MB ID: 3336906

        Von dem folgenden Abschnitt gibt es kaum Fotos. Ich schlage mich durch das Gestrüpp, lande dabei aber auch immer wieder vor kleinen Wänden. Mühsam bahne ich mir, von hunderten Mücken umschwirrt, einen Weg durch das uneinsehbare Gelände und lande irgendwann auf dem namenlosen Hügel westlich von Punkt 125.

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-22_13-08.jpg Ansichten: 6 Größe: 950,8 KB ID: 3336907

        Durch das Sumpfgebiet wandere ich direkt in Richtung Süden unter der Stromleitung hindurch, überquere den Bach (bereits hier war meine 1l-Trinkflasche zum ersten Mal komplett leer) und steige dann mittig zwischen den beiden sich im Sumpfgebiet vereinenden Bächen den Berg hinauf. Ab etwa 150m Höhe wird zumindest der Bewuchs weniger, die Steigung bleibt aber. Auf 330m erhasche ich einen ersten Blick in Richtung Süden und in das Gebiet, in dem ich mich die nächsten Tage bewegen werde. Erst zuhause merke ich, dass das geschossene Foto voll von Mücken ist.

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-22_13-10.jpg Ansichten: 27 Größe: 901,9 KB ID: 3336882

        Etwa auf 330-350m laufe ich in der Folge weiter gen Süden. Hier lässt es sich gut gehen, das Gelände besteht aus den üblichen Bodendeckern und vereinzelten Steinen. So hangele ich mich in einer Linie nach Süden an den Seen 339, 357.9 und 357.9 (die gibts tatsächlich 2x hintereinander) entlang, bis ich oberhalb des Skávhlejávri stehe.

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-22_16-16.jpg Ansichten: 6 Größe: 703,8 KB ID: 3336908

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-22_16-33.jpg Ansichten: 24 Größe: 736,9 KB ID: 3336885


        Ab hier gewinne ich etwas an Höhe bis auf den Skávhlegielas (ca. 425m) hinauf. Spätestens hier wird klar: Besonders hoch kommt man in der Laksefjordvidda nicht. Gleichzeitig bietet auch dieses flache Gelände mit seinen geringen Höhenunterschieden eben doch häufige Höhenunterschiede, die sich summieren.
        So auch jetzt: Ich gehe von 425m wieder runter auf das Niveau des Bordejávrrit (351.9m), um kurz danach wieder auf die nächste Erhebung mit 414.9m zu steigen - all das auf einer Strecke von 500m.

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-22_17-14.jpg Ansichten: 23 Größe: 778,8 KB ID: 3336887

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-22_17-14-2.jpg Ansichten: 23 Größe: 1,11 MB ID: 3336886

        Und wieder geht es ein wenig bergab Richtung Süden. Besonders schön gefällt mir die schmale Stelle zwischen See 351 und dem südlichen Teil des Bordejávrrit. Hier setze ich mich kurz hin und esse einen Apfel in der Sonne, die für diese Tageszeit und mitteleuropäische Verhältnisse ungewöhnlich hoch steht. Es weht eine leichte Brise, es ist angenehm warm und ich genieße den tollen Ausblick auf den See. Im Nachhinein sollte das einer der wenigen Momente gewesen sein, wo ich ohne riesigen Mückenschwarm einfach so herumsitzen und die Landschaft bestaunen konnte.

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-22_17-24.jpg Ansichten: 23 Größe: 680,6 KB ID: 3336888

        Nun halte ich mich ein wenig in Richtung Südosten und umrunde den (südlichen) See 315.9 ostseitig. Ein weiterer See mit der exakt gleichen Höhe, weniger als einen Kilometer voneinander entfernt. Auch das gibt einen Eindruck von der Topografie dieser eigen- und einzigartigen Landschaft.

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-22_17-40.jpg Ansichten: 24 Größe: 1,69 MB ID: 3336889
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-22_17-50.jpg Ansichten: 24 Größe: 1,06 MB ID: 3336890
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-22_18-05.jpg Ansichten: 24 Größe: 1,02 MB ID: 3336891
        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-22_18-18.jpg Ansichten: 9 Größe: 961,4 KB ID: 3336909

        Zum Luoktaláddot geht es nun nur noch bergab. Von der Anhöhe oberhalb des Sees erkenne ich bereits die Hütte am Nordufer, die ich mir als heutiges Ziel ausgesucht hatte.

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-22_18-22-2.jpg Ansichten: 6 Größe: 1,24 MB ID: 3336910


        Bereits von besagter Anhöhe erkenne ich, dass sich an der Hütte Leute befinden - Mist. Um die Hütte herum liegen jede Menge Werkzeug, Holz und andere Baumaterialien verstreut. Als ich in die Hütte hineinluge, sitzt dort ein Pärchen. Sie laden mich ein, hereinzukommen und bieten mir einen Tee an. Im Gespräch erfahre ich, dass sie die Besitzer dieser Hütte und auch der Hütte am Dollájavri sind. Der Großvater des Mannes hat die Hütte von einem Fischer gekauft, der hier oben in der Vidda gefischt hat und dann die Fische mit dem Maultier an die Küste gebracht und dort verkauft hat. Warum er nicht direkt an der Küste gefischt hat, erschließt sich uns allen nicht.
        Die beiden haben alle Baumaterialien im Winter mit dem Schneescooter herangeschafft. Werkzeuge und anderes Verbrauchsmaterial haben sie jetzt, wo sie eine Woche lang an der Hütte renovieren wollen, mit reiner Muskelkraft auf dem Rücken herangeschafft. Hinzu kommt, dass die beiden mit 500km auch nicht die kürzeste Anfahrt zur Hütte haben.
        Wir tauschen uns kurz über das Wetter aus und darüber, dass es am Wochenende stark regnen soll. Ich taste ab, ob ich eventuell die Möglichkeit hätte in der Hütte zu nächtigen - zur Not auch mit den beiden als Mitbewohner. Darauf antworten sie auf nordisch-kühle Art nicht direkt, es wird aber schnell völlig klar, dass sie davon nicht begeistert sind.
        Auch auf Rückfragen, wer denn nun die Hütte nutzen darf, antworten sie ausweichend. Erst heißt es, dass sie für Notfälle immer offen ist. Auf Nachfrage erzählen sie aber, dass in ihren beiden Hütten auch oft Wanderer übernachten. Gleichzeitig hört man aber eben auch heraus, dass sie Wert darauf legen, dass es ihre Hütte ist.
        Mit dem Eindruck entschließe ich, mein Glück etwas weiter südlich am See zu suchen. So schultere ich nach einer knappen halben Stunde meinen Rucksack und gehe am Seeufer entlang nach Süden. Noch in Sichtweite der Hütte (wobei das hier in der Vidda eh ein sehr dehnbarer Begriff ist) aber mehrere hundert Meter entfernt, baue ich am Westufer des Luoktaláddot mein Zelt auf. Über den Wind, der mir in der Nacht ein nervig flatterndes Akto und unruhigen Schlaf beschert, kann ich eigentlich froh sein. Immerhin bleibt mir so ein Abendessen direkt am See vergönnt und nur wenige Mücken schwirren vor meinem Gesicht herum. Auch das sollte sich so nicht wiederholen …

        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-22_19-50-2.jpg Ansichten: 24 Größe: 1,31 MB ID: 3336894

        Müde falle ich um 20 Uhr ins Bett. Am Ende des Tages habe ich 28,3km auf dem Tacho - deutlich mehr als die 14km, die die Luftlinie auf der Karte nahelegt
        Zuletzt geändert von urmeli; 01.08.2025, 08:54.

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        • fhvdrais
          Dauerbesucher
          • 16.08.2015
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          • Privat

          • Meine Reisen

          #5
          Bei mir erscheinen im letzten Teil (ab 22.7.) keine Fotos.

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          • Ljungdalen

            Alter Hase
            • 28.08.2017
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            • Meine Reisen

            #6
            OT:
            Zitat von fhvdrais Beitrag anzeigen
            Bei mir erscheinen im letzten Teil (ab 22.7.) keine Fotos.
            Bei niemandem, wahrscheinlich, nur evtl. bei dir selbst, urmeli.

            Erkennt man im Quelltext daran, dass sowas wie "data-tempid":"temp_128764_1753989920953_118" drinsteht. Immer, wenn da etwas mit "temp" vorkommt, dann sind das irgendwelche zwischengespeicherten Sachen, bei denen das endgültige Speichern beim Fertigstellen des Beitrags fehlgeschlagen ist.

            Da hilft meiner Erfahrung nach nur, alle Bilder aus dem Beitrag zu entfernen (hochgeladene Dateien UND Einbindungen), und es dann nochmal neu zu versuchen. Ja, ist nervig.

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            • urmeli
              Erfahren
              • 07.06.2015
              • 164
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              • Meine Reisen

              #7
              Uff. Das war wirklich Arbeit. Musste mehrfach die Bilder löschen und hochladen und wurde zwischenzeitlich haufenweise mit Fehlermeldungen von ungültigen Knoten-IDs konfrontiert. Eines wird mir immer noch als "angehängte Datei" am Ende des Beitrags angezeigt. Auch hier scheitert der Löschversuch mit der Meldung einer "ungültigen Knoten-ID".

              Wie auch immer: Die Bilder sind nun für alle sichtbar.

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              • Blahake

                Vorstand
                Fuchs
                • 18.06.2014
                • 1998
                • Privat

                • Meine Reisen

                #8
                Danke für die Mühe und den sehr schönen Bericht! Mir graut beim Lesen schon vor den Mücken, aber hier in insektenfreier Zone folge ich Dir gerne.

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                • Blahake

                  Vorstand
                  Fuchs
                  • 18.06.2014
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                  • Privat

                  • Meine Reisen

                  #9
                  Danke für die Mühe und den sehr schönen Bericht! Mir graut beim Lesen schon vor den Mücken, aber hier in insektenfreier Zone sitzend folge ich Dir gerne.

                  Kommentar


                  • Fjellfex
                    Fuchs
                    • 02.09.2016
                    • 1749
                    • Privat

                    • Meine Reisen

                    #10
                    Zitat von urmeli Beitrag anzeigen
                    Uff. Das war wirklich Arbeit.
                    Wie auch immer: Die Bilder sind nun für alle sichtbar.
                    Auch von mir vielen Dank für die Mühe!
                    Habe schon ohne die Fotos den Bericht gespannt anhand der Karte verfolgt - Laksefjordvidda ist eine interessante Ecke aus der es wenig Lesefutter gibt.
                    Ein Kenner wie du dürfte kaum überrascht gewesen sein, dass zu dieser Jahreszeit in der Finnmark ein paar Mücken unterwegs sind. (Ich vermute, dass du in der Wahl des Termins nicht ganz frei warst...)
                    Freue mich auf die Fortsetzung.

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                    • urmeli
                      Erfahren
                      • 07.06.2015
                      • 164
                      • Privat

                      • Meine Reisen

                      #11
                      Danke Euch beiden für das Feedback!

                      Ich muss schon zugeben, dass mich das Ausmaß der Mückenplage ein wenig überrascht hat. Letztes Jahr war ich vom 26.07.-08.04. auf der Varangerhalvøya​ - also unwesentlich später - und benötigte kein einziges Mal irgendeine Form von Mückenschutz. Selbst an komplett windstillen Tagen wurde ich nicht behelligt. Höhenmäßig war alles dabei von Meeresniveau bis zum mit 571m höchsten Punkt der Tour. Das meiste fand aber auf einer ähnlichen Höhe wie hier dieses Jahr statt.

                      Die Rückmeldungen seitens der Leute, die ich getroffen habe, waren auch unterschiedlich. Das Ehepaar, dem die Hütte vom ersten Tourtag gehört, meinte, dass das Ausmaß der Mückenplage völlig normal für die Gegend sei und auch den Fischreichtum in der Laksefjordvidda erkläre.
                      Später habe ich noch einen Finnen getroffen, der schon seit Jahren schon oft in die Gegend kommt und er meinte, dass es noch nie so schlimm gewesen sei wie diesen Sommer.

                      Schlimm war es vor allem am ersten Tag, als es so warm war und ich durchs Gestrüpp in die Vidda aufgestiegen bin. Wegen der Hitze (deutlich über 20 Grad Celsius!) musste ich im T-Shirt laufen. Habe dann auf dem Kopf das Mückennetz gehabt und die Arme mit Nobite eingesprüht. Weil ich in der Hitze so geschwitzt habe, ist das Nobite aber immer von den Armen heruntergerlaufen. Irgendwann habe ich es mir in die Seitentasche der Hose gesteckt und alle 10 Minuten beim Laufen nachgesprüht ...
                      An den anderen Tagen ging es dann temperaturtechnisch und ich konnte die Arme wenigstens mit der Jacke und den Kopf wie gehabt mit dem Mückennetz schützen. Somit hatte ich, bis auf die Flussüberquerungen, keine exponierten Stellen. Nur das konstante Summen hat einen nicht losgelassen ... 😉

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                      • Fjellfex
                        Fuchs
                        • 02.09.2016
                        • 1749
                        • Privat

                        • Meine Reisen

                        #12
                        Offenbar hat aber die geballte Mücken-Macht es nicht vermocht, dich von der Planung weiterer Touren dort oben abzuhalten - das ist wahre (Finnmark-)Liebe!

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                        • fhvdrais
                          Dauerbesucher
                          • 16.08.2015
                          • 594
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                          #13
                          Danke! 28km mit vollem Gepäck unter solche Bedingungen können sich ja wohl sehen lassen! Die Mücken würden mich wahnsinnig machen, hoffentlich sind die in drei Wochen weg.

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                          • Ljungdalen

                            Alter Hase
                            • 28.08.2017
                            • 3442
                            • Privat

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                            #14
                            Gestern in Kilpisjärvi:
                            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: image.png
Ansichten: 227
Größe: 2,56 MB
ID: 3336940
                            Also offensichtlich nicht *sehr* schlimm mit Mücken.

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                            • urmeli
                              Erfahren
                              • 07.06.2015
                              • 164
                              • Privat

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                              #15
                              So unterschiedlich kann es sein.
                              Ich denke schon, dass das (auch) an der Gegend lief. In Lakselv sah die Sache auch weniger dramatisch aus. Und Kilpiskärvi ist ja nochmal ein ordentliches Stückchen weiter.

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                              • urmeli
                                Erfahren
                                • 07.06.2015
                                • 164
                                • Privat

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                                #16
                                23.07.2025
                                Morgens wache ich gegen 07:00 Uhr zum Geräusch von leichtem Nieselregen auf dem Zelt auf. Außerdem ist es vergleichsweise frisch: Nach den über 20 Grad gestern ist die Temperatur über Nacht unter die 10 Grad-Marke gefallen. Das Frühstück findet daher im Zelt, in den Schlafsack eingemummelt ein. Auch nicht schlecht.
                                Als ich endlich alles abgetrocknet und zusammengepackt hat, ist es 09:15. Immer wieder versucht die Sonne durch die Wolken zu brechen, was schöne Lichtspiele auf der Wasseroberfläche des Luoktaláddot erzeugt.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_09-42.jpg Ansichten: 0 Größe: 869,3 KB ID: 3336968
                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_09-55-2.jpg Ansichten: 0 Größe: 621,3 KB ID: 3336969

                                Mein heutiges Ziel ist die Hütte am Dollajávri. In dieser Landschaft, in der es an markanten Orientierungspunkten mangelt, ist die Stromleitung welche vom Umspannwerk in Adamselv von Ost nach West nach Tana Bru verläuft ein gutes Landschaftsmerkmal, um mich zu orientieren. Bereits gestern konnte ich beim Blick aus der Hütte die Leitung aus über 5km Entfernung erkennen, obwohl diese nur aus 2x2 Holzmasten nebst der dazugehörigen Leitungen besteht. Heute, so viel war klar, würde ich diese Leitung unterqueren müssen.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_09-56.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,07 MB ID: 3336970

                                Von der Leitung ist nach dem Aufbruch hingegen nicht viel zu sehen. Feiner Nieselregen mit Wind von vorne bestimmt das Wettergeschehen. Finde ich gar nicht so verkehrt, immerhin keine Mücken.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_10-07.jpg Ansichten: 0 Größe: 769,8 KB ID: 3336971

                                Vom Luoktaláddot geht es nach Süden auf das Plateau nördlich vom See 345.9. Am südlichen (!) Ende des Plateaus befinden sich hier Ende Juli noch auf 350m Höhe Restschneefelder. Vorsichtig steige ich über das vereiste Schneefeld herab in eine sumpfige Senke zwischen See 345.9 und 341.9 und dann auf der anderen Seite wieder hinauf.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_10-37.jpg Ansichten: 0 Größe: 766,3 KB ID: 3336972
                                Die beiden länglichen Seen 343.9 und 344.9 lasse ich zu meiner linken, passiere also auf der östlichen Seite. Hier scheuche ich in der Bucht von See 343.9 eine Entenfamilie auf. Eigentlich unspekatakulär, aber eine der wenigen Tierbegegnungen auf dieser Tour. Rentiere habe ich nur in Form ihrer Hinterlassenschaften gesehen; diese sind den Sommer über auf der Nordkinnhalvøya und werden erst im Herbst wieder zurück in die Laksefjordvidda getrieben.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_10-50.jpg Ansichten: 0 Größe: 984,1 KB ID: 3336973 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_10-56.jpg Ansichten: 0 Größe: 675,5 KB ID: 3336974 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_10-59.jpg Ansichten: 0 Größe: 809,4 KB ID: 3336975
                                Ein paar Meter weiter begegnen mir auch menschliche Hinterlassenschaften und ich frage mich, wie der Rucksack und die Turnschuhe ihren Weg hier hin gefunden haben und wie lange sie hier schon liegen mögen.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_11-00.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,93 MB ID: 3336976

                                Östlich des kleinen Sees 334.9 geht es durch eine kleine Schlucht. Die Stimmung dort ist eigenartig, da auf einmal der Wind abgeschirmt ist und es komplett ruhig wird.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_11-13.jpg Ansichten: 0 Größe: 1.016,4 KB ID: 3336977

                                Kurz darauf kann ich in der Ferne die Stromleitung im Wolkennebel ausmachen. Jetzt kann ich auf Sicht in Richtung Stromtrasse.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_11-24.jpg Ansichten: 0 Größe: 905,5 KB ID: 3336979
                                Westlich der drei Seen 321.9, 321.9 (auch den gibt es direkt nebeneinander wieder 2x) und 320.9 gibt es eine glatte Felsplatte, oberhalb derer man gut entlanglaufen kann. Zwischen beiden Stromleitungen setze ich mich kurz hin und gucke, wie einzelne Strommasten immer wieder aus den vorbeiziehenden Regen- und Nebelschwaden auftauchen, nur um sofort danach wieder zu verschwinden. Um mich herum riecht es stark nach Teer, mit dem die Holzmasten imprägniert sind.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_11-30.jpg Ansichten: 0 Größe: 660,9 KB ID: 3336980 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_11-35.jpg Ansichten: 0 Größe: 876,4 KB ID: 3336981 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_11-42.jpg Ansichten: 0 Größe: 571,9 KB ID: 3336982
                                Nun geht es weiter über ein langgezogenes, nach Süden hin leicht abfallendes Gelände in Richtung Dollaluoppal. Das Gefälle macht das Stückchen angenehm zu gehen und der Regen hört auf.
                                Die Besitzerin der Hütte erzählte gestern, dass die Stromleitung eine Wetterscheide darstellt. Das scheint sich hier zu bestätigen.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_11-46.jpg Ansichten: 0 Größe: 856,3 KB ID: 3336983 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_11-09.jpg Ansichten: 0 Größe: 716,1 KB ID: 3336984
                                Der Dollaluoppal wird im Nordwesten von einem kleinen Bach-Delta gespeist. Kurz bevor der Bach sich verzweigt, scheint sich eine gute Stelle zum Furten zu bieten (nachfolgendes Bild, unterhalb des Hügels links der Bildmitte). Das Wasser sieht nicht tief aus und der Fluss ist wie ein Y in zwei Hälften geteilt, sodass ich hier gut rüberkomme. Die Furt funktioniert sogar mit Stiefeln und aufgrund des niedrigen Wasserstandes kann ich ohne große Experimente entspannt über einige strategisch liegende Steine im Fluss balancieren.
                                Auf der anderen Seite angekommen mache ich eine kleine Mittagspause am Ufer, esse etwas und lausche dem Rauschen des Wassers. Eine wirklich schöne Ecke.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_12-14.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,11 MB ID: 3336985 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_12-38.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,08 MB ID: 3336986

                                Endspurt in Richtung Hütte! Östlich des Dollaluoppal befindet sich ein Berg, über den ich drüber muss. Dieser Berg besteht wiederum zwei Hubbeln, die ein kleines Tal in der Mitte bilden. Das steuere ich an. Oben angekommen, finde ich einen ATV-Track, dem ich kurz folge. Dann biege ich aber Richtung Süden und Dollajávri ab.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_13-03.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,05 MB ID: 3336987

                                Als ich den Berg absteige, kommt die Hütte in Sicht. Links der Hütte befindet sich etwas … bitte nicht schon wieder eine besetzte Hütte! Kurz rätsle ich, ob das wirklich Menschen sind oder ob das ein Stapel Holz mit einer Plane drüber ist, der sich da links neben der Hütte abzeichnet. Je näher ich der Hütte komme, desto klarer wird aber, dass es ein Zelt ist. Also doch nicht alleine.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_13-15.jpg Ansichten: 0 Größe: 881,5 KB ID: 3336988

                                Am Seeufer unterhalb der Hütte entdecke ich eine angelnde Person. Ich stelle meinen Rucksack vor der Hütte ab und gehe erstmal zum See, um mich der Person vorzustellen. Ein netter Finne, schätzungsweise Anfang 40, der seit 2 Tagen hier campiert und erfolglos versucht hat, im Dollajávri Fische zu fangen. Just in dem Moment als ich vorbeikomme, beißt nach zwei Tagen zum ersten Mal eine Forelle an!

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_13-27.jpg Ansichten: 0 Größe: 831,3 KB ID: 3336989 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_13-29.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,21 MB ID: 3336990
                                Netterweise überlässt er mir die Hütte. Ich mache mir einen entspannten Nachmittag: Kochen, Lesen, Dösen, Lesen, Abendessen, Landschaft bestaunen. So mag ich das.

                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_18-45-2.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,69 MB ID: 3336991 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_18-46-2.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,66 MB ID: 3336992 Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-23_18-46-3.jpg Ansichten: 0 Größe: 651,9 KB ID: 3336993

                                Zwischendurch kommt der Finne in die Hütte, um seine Forelle zu verspeisen. Wir unterhalten uns dabei angenehm. Vor einem Monat, also Ende juni, war der Finne zuletzt hier - da trieben auf dem Dollajávri noch jede Menge Eisschollen.
                                Auch sprechen wir über die ATVs. Ich bin überrascht ob der vielen ATV-Tracks. Davon wird später noch zu berichten sein. Er erzählt mir, dass es in der Laksefjordvidda kaum Regulierungen gibt was die ATVs betrifft. Zwar dürfe laut Gesetz nur auf offiziellen Wegen gefahren und diese nur zum Rasten und auch dann nur maximal in einer Dsitanz von 300m verlassen werden, aber die Realität sehe anders aus. Viele Norweger würden sich ohnehin Ausnahmegenehmigungen besorgen. Tunlichst zu vermeiden sei das Wochenende um den 1. Juli: Ab da ist die die Winterpause vorbei und die Befahrung mit ATVs ist erlaubt. Er erzählt, dass dieses Wochenende die absolute Hölle sei, man ständig Motorengeräusche hören würde. Danach ebbt es zum Glück wieder ab.
                                Trotzdem tragen die ATVs und die immer zahlreicheren YouTube-Videos zu einer wachsenden Popularität der Gegend dabei. Auch ich stelle im Laufe der Tour immer wieder fest, dass man hier viel weniger einsam ist als es der Blick auf die Karte vermuten lässt.
                                Alle, aber auch wirklich ausnahmslos alle Leute, die ich im Rahmen dieser Tour in Norwegen treffe, fragen mich, was ich schon gefangen hätte oder zu fangen gedenke. Allen scheint es vollkommen sinnbefreit, sich hier ohne die Absicht des Angelns zu bewegen. Immer wieder ernte ich ungläubige Blicke.
                                Kurze Gesprächspausen füllt der Finne mit einem melancholischen “Yep…”. Ein sympathischer Typ.
                                Gegen 17:30 bricht er auf. Auch er hat Respekt vor dem angekündigten Regen am Wochenende und er will noch zu einigen anderen Seen im Osten der Laksefjordvidda weiterziehen und dort sein Anglerglück versuchen, bevor er zu seinem Auto am Mohkkejávri zurückkehrt.
                                Die meisten Wanderer in der Laksefjordvidda fahren übrigens mit dem Auto genau diesen Weg: Von Adamsfjord die 20km lange Statkraft-Straße zum Staudamm. Hat den Vorteil, dass man sich den nervigen Aufstieg von Ifjord erspart, setzt aber natürlich ein Auto voraus. Für Nachahmer: Die Zufahrt zur Straße ist von Statkraft reglementiert. Offenbar findet die Öffnung immer um den 20. Juli herum statt.
                                Um 20 Uhr gehe ich zeitig ins Bett, lese noch eine Weile und falle in einen unruhigen Schlaf. Die ersten Nächte unter der Mitternachtssonne sind immer ausgesprochen unruhig für mich.​
                                Trotzdem ebbt die Begeisterung über die andauernde Helligkeit nicht ab. Als ich nachts um 3 vor der Hütte austrete, ist es zwar bewölkt aber trotzdem taghell. Man könnte problemlos die ganze Nacht duchwandern.
                                Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 07 July - Laksefjordvidda-2025-07-24_02-15.jpg Ansichten: 0 Größe: 888,8 KB ID: 3336994

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                                • Borgman
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                                  • 22.05.2016
                                  • 797
                                  • Privat

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                                  #17
                                  Sehr cool, ein Bericht aus der Laksefjordvidda! Da freue ich mich auch auf die Fortsetzung, werde sie aber wohl erst nach meinem Urlaub lesen können. Deshalb schon jetzt vielen Dank!

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                                  • Goldi
                                    Erfahren
                                    • 11.09.2022
                                    • 272
                                    • Privat

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                                    #18
                                    Ja, toller Bericht. Ich lese gerne mit, auch wenn die Mücken auf den ersten Fotos sehr garstig aussehen.

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