[SE] [NO] Über 1000 Kilometer durch Lappland

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  • berniehh
    Fuchs
    • 31.01.2011
    • 1821

    • Meine Reisen

    [SE] [NO] Über 1000 Kilometer durch Lappland

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Reisezeitraum: Sommer 2013

    Treklänge: 1090 Kilometer

    Dauer: 69 Tage

    Im Herbst 2011 kam ich auf die Idee mal einen ganzen Sommer lang zu Fuss durch Lappland zu wandern, auf einen langen Trek von über 1000 Kilometern Länge.
    Im Januar 2012 habe ich dann die Route dafür entworfen. Danach lag der fertig geplante Trek über anderthalb Jahre auf meinem Rechner rum, bis es im Sommer 2013 endlich losging

    Alles in Allem ist es ein sehr phantastischer Trek geworden!! Vor der Reise war ich noch überzeugt davon daß Neuseeland das Tophighlight meiner 9-monatigen Reise wird und Lappland nur ein grandioser Abschluss. Am Ende der Reise wusste ich aber echt nicht mehr was nun besser war, Neuseeland oder Lappland.

    Planung
    Lappland ist landschaftlich ja sehr vielseitig und meine Tour sollte ein reiner Landschaftstrek, also was fürs Auge, werden. Ich wollte nicht nur durch offenes Fjäll wandern, sondern die gesamte Vielfältigkeit der lappländischen Wildnis sollte auf einer Tour verbunden werden. Es sollte von allem was dabei sein, Wälder und Sümpfe, alpine Hochgebirge, Gletscherquerungen, offene Fjällregionen, spektakuläre Granitlandschaften und natürlich massenweise Wasser!! Wasser liebe ich ja, solange man es in Form von Flüssen, Seen, Wasserfällen und Fjordblicke bewundern kann. (Wasser in Form von Regen mag ich dagegen nicht so gerne). An fünf Fjorden kam ich während meiner Tour vorbei und wieviele Seen es waren habe ich schon garnicht mehr mitgezählt, es müssen Hunderte gewesen sein.

    Den größten Teil meiner Route wollte ich weglos wandern aber dort wo es Pfade gab wollte ich die auch nutzen.
    Jetzt denken sicher einige daß mein halber Reisebericht vom Sarek Nationalpark handeln wird. Da muss ich aber leider enttäuschen, denn eines meiner Routenkriterien bei der Planung war, daß ich den Sarek komplett weglassen wollte. Der Grund dafür war meine erste Lapplandtour, die ich vor Jahren mal gemacht hatte. Mein damaliger Trek hat 27 Tage gedauert (=über 400 Kilometer) und führte hauptsächlich im Zickzack kreuz und quer durch den Sarek und dann rüber nach Norwegen. Der Sarek war natürlich phantastisch und ich hätte auch nichts dagegen da nochmal hinzufahren, aber auf meiner diesjährigen Reise wollte ich lieber neue Routen gehen, die ich noch nicht kannte

    Meine Tour 2013 wollte ich mit vier Proviantladungen machen. Das heißt ich müsste also insgesamt dreimal für Provianteinkäufe aussteigen. Auf meiner 1100 Kilometer langen Trekkingroute überquerte ich insgesamt zwei Straßen und die wollte ich natürlich für eine Trekunterbrechung nutzen um per Anhalter in die nächste Stadt zu gelangen für Einkäufe. Bei der dritten Trekunterbrechung führte meine Route nur in die Nähe einer Straße, so daß der Abstecher dorthin nur einige Kilometer betrug.

    Wieviele Kilometer durchschnittlich pro Tag?
    Für die Kalkulation meiner Proviantmenge musste ich natürlich genau abschätzen wie hoch meine durchschnittliche Kilometerzahl pro Tag auf dieser Tour wird.
    In Neuseeland lag mein Schnitt bei etwa 10 Kilometern pro Tag. Ich wusste aber daß in Lappland das Gelände deutlich einfacher wird wie auf meinen Neuseelandtreks. Wenn das Wetter jeden Tag gut wäre müssten da durchschnittlich 20 Kilometer drin sein im weglosen Gelände, auf Pfade sogar noch mehr. Das Wetter ist in Lappland aber leider oft schlecht und wenn ich was nicht mag, dann ist es im Regen zu wandern sowie Stress und Zeitdruck auf einer Trekkingtour. Schlechtwettertage wollte ich aussitzen und plante so auf einen Schnitt von 15 Kilometern am Tag zu kommen. Das deckte sich auch mit meinem ersten langen Lapplandtrek, wo ich ebenfalls auf durchschnittlich 15 km pro Tag kam. Auf weniger wollte ich aber nicht kommen und nach diesem Kilometerschnitt plante ich meine Proviantmenge.

    Nur falls ich während der Tour merken sollte daß ich wegen zu viel schlechtem Wetters oder aus sonstigen Gründen unter meinem Minimalschnitt von 15 km pro Tag rutschen sollte, wollte ich mir Stress machen und zur Not, falls es sich nicht vermeiden lässt, auch mal für längere Zeit im Regen wandern.

    Teilabschnitt mit Vincent
    Vincent war ganz heiß darauf einen Teilabschnitt mitzuwandern. Leider hatte er aber nur fünf Wochen Zeit. Er suchte sich daher den für ihn attraktivsten Abschnitt meiner Route aus und entschied sich für die Strecke vom Kebnekaise zum Rago Nationalpark.

    Ein kleines Problemchen gabs dabei aber. Wenn man sich unterwegs mit einem Trekkingpartner verabredet, trifft man sich ja normalerweise zwischen zwei Trekkingtouren irgendwo in einer Stadt, in einem bestimmten Hostel, Campingplatz etc...! So habe ich mich jedenfalls auf meinen vorigen Reisen immer mit meinen Trekkingpartnern verabredet. Das macht Sinn und ist einfach.
    Vincent wollte aber diesmal irgendwo in der Mitte eines Treks einsteigen! Sowas hatte ich noch nie!
    Also verabredeten wir uns für einen bestimmten Tag an einem festgelegtem GPS-Punkt mitten im Fjäll, zwei Kilometer von der Kebnekaise Fjällstation. Wer als erstes dort ankommt schlägt sein Zelt auf und wartet auf den anderen.

    Vincent fliegt nach Gällivare, nimmt von dort den Bus nach Nikkaluokta und braucht dann nur noch 20 km auf breitem Hauptpfad zur Kebnekaise Fjällstation wandern. Das ist zeitgenau kalkulierbar!
    Ich dagegen muss von meinem Trekkingstartpunkt knapp 200 Kilometer durch größtenteils weglose Wildnis wandern, auf einer Route von der ich noch nie einen Reisebericht gelesen hatte, geschweige denn noch nichtmal wußte ob man da überhaupt gut durchkommt, bis ich bei unserer vereinbarten GPS-Koordinate ankommen werde. Das ist natürlich nicht so genau planbar!
    Wenn ich Vincent nicht warten lassen will, muss ich dort spätestens am 14.Trekkingtag ankommen. Immerhin war ich recht zuverlässig daß es klappen würde, vorausgesetzt es kommt nichts unvorhergesehenes dazwischen.

    Reisebudget
    Wie auf meinen vorigen Reisen auch, wollte ich auch auf meiner Lapplandtour mit einem knapp kalkuliertem Budget von durchschnittlich 15 Euro pro Tag auskommen. Ausgenommen davon waren die An- und Abreisekosten von und nach Hamburg.
    Es war mir klar daß man in Skandinavien mit 15 Euro am Tag keine großen Sprünge machen kann und erst recht nicht wenn man bedenkt daß alle meine Proviantnachschubsorte in Norwegen liegen und nicht in Schweden, wo es wenigstens noch etwas günstiger wäre.

    Mein Budget wird in Norwegen so gerade eben fürs Essen ausreichen. Campingplätze sind davon nicht finanzierbar und Hostelübernachtungen erst recht nicht. Daher war es auch von vornherein so eingeplant daß ich bei meinen Provianteinkaufsstops in den Städten überwiegend wildcampen wollte.
    Zuletzt geändert von berniehh; 12.05.2014, 07:52.
    www.trekking.magix.net

  • AlfBerlin
    Alter Hase
    • 16.09.2013
    • 4317

    • Meine Reisen

    #2
    AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

    Das hört sich ja schon recht spannend an...

    Kommentar


    • evernorth
      Fuchs
      • 22.08.2010
      • 1501

      • Meine Reisen

      #3
      AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

      Ahh....endlich geht es los! Ich habe ja schon darauf gewartet.
      Sehr schöner Einstieg, und - ja, wie Alf schon schrieb: Spannend.
      Ich bin neugierig, wie es weitergeht. Let´s go!
      My mission in life is not merely to survive, but to thrive; and to do so with some passion, some compassion, some humor and some style. Maya Angelou

      Kommentar


      • berniehh
        Fuchs
        • 31.01.2011
        • 1821

        • Meine Reisen

        #4
        AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

        Anreise
        Nach meiner Rückkehr aus Australien war ich nur 5 Tage in Hamburg, dann ging es auch schon los nach Lappland.
        Den kompletten Proviant für meinen ersten Trekkingabschnitt wollte ich schon in Hamburg einkaufen. Erstens ist das billiger und zweitens wollte ich nach meiner Ankunft in Lappland gleich loswandern und nicht erst noch Supermärkte suchen und einkaufen.

        Mein erster Trekkingabschnitt wird recht lang. Von meinem Startpunkt bis zur ersten Straßenquerung werden es 423 Kilometer, die ich nur mit einer Proviantladung wandern wollte. Für diese Strecke kalkulierte ich 26 bis 28 Tage und kaufte Proviant für 25 Tage ein. Das wird zwar nicht ganz reichen, aber in den schwedischen Fjällhütten kann man ja einkaufen und dort wollte ich dann noch etwas Proviant aufstocken. Weil es da aber sehr teuer ist wollte ich von Beginn an so viel wie möglich selber mitschleppen.

        Mit dem ganzen Essen für 25 Tage kam mir mein Gepäck noch schwerer vor wie bei jedem anderen Trek zuvor. Das müssen 50 Kilo gewesen sein und der zwei Kilometer Marsch von meiner Wohnung zum Hamburger Hauptbahnhof wurde zur Tortur.

        Es stand schon von vornherein fest daß ich mit der Bahn anreisen wollte. Der Hauptgrund dafür war daß ich mit der Bahn, im Gegensatz zum Flugzeug, kein Übergepäck zahlen muss, daher hatte ich mir auch garnicht erst nach Flügen erkundigt.

        Das Bahnticktet hatte ich mir schon einige Monate zuvor recht günstig übers Internet gebucht. Von Hamburg bis nach Gällivare bin ich für unter 100 Euro gekommen, mit Umsteigen in Kopenhagen, Stockholm und Boden.
        Abfahrt aus Hamburg am 14.Juni um 7:25 und Ankunft in Gällivare am 15.Juni gegen 16:15, mit jeweils paar Stunden Aufenthalt in Kopenhagen und Stockholm.

        Der Nachtzug aus Stockholm kam mit zweieinhalb Stunden Verspätung in Boden an. Der Anschlusszug nach Narvik und Gällivare war dann natürlich schon längst weg, aber der nächste fuhr schon eine Stunde später. Mein Ticket hatte ich bis Narvik gebucht, das war günstiger als nach Gällivare, weil bei Fahrten über die Grenze nach Norwegen die Mehrwertsteuer entfällt.



        Auf dem Bahnhof in Boden lernte ich ein nettes Pärchen aus Süddeutschland kennen, die mit ihrem Hund für drei Wochen auf dem Kungsleden wandern wollten. Wir saßen zusammen im Zug nach Gällivare und unterhielten uns. Die Landschaft draußen war sehr schön, die Strecke von Boden nach Gällivare führt durch die endlosen nordschwedischen Tieflandwälder, sehr einsam.
        In Gällivare stieg ich aus und die beiden anderen fuhren mit ihrem Hund noch weiter bis Abisko.



        Aufgrund der verspäteten Ankunft war mein Anschlussbus zum Trekkingstartpunkt natürlich auch schon längst weg. Das hat mich aber nicht weiter gestört, im Gegenteil, so kann ich per Anhalter fahren und spare die Buskosten, freute ich mich.

        Bin in einem Burgerladen noch schnell was essen gegangen, dann mit meinem ganzen Gerödel zum Stadtrand marschiert und mich dort zum trampen an die Straße gestellt. Das trampen klappte aber überhaupt nicht und nach 5 Stunden stand ich immer noch da. Es war schon 22 Uhr und ich hatte die Nase voll! Ich entschied mich in den Wäldern am Stadtrand mein Camp aufzuschlagen und morgen früh den ersten Bus zu nehmem, ärgerte mich aber maßlos daß ich mich vorhin bei der Ankunft in Gällivare nicht erkundigt hatte wann der fährt.

        So musste ich den ganzen Weg nochmal zurück in die Stadt latschen. Am Bahnhof war aber schon längst alles dicht, keiner wusste was und Busfahrpläne hingen da auch nicht. Dann schrieb ich Vincent eine SMS, er solle mal im Internet checken wann morgen früh der erste Bus nach Ritsem abfährt.
        Seine Antwort lies nicht lange auf sich warten: Morgen früh um 9 Uhr Abfahrt nach Ritsem!!

        Dann nochmal alles zurückmarschieren an den Stadtrand und als ich dann von der Straße runter in die Wälder verschwand stand mir ein Massenangriff der Mücken bevor.
        Der Tag ist nicht so optimal verlaufen, eigentlich wollte ich heute nachmittag ja schon mit dem Trek beginnen.


        Spätabendsonne am Stadtrand von Gällivare
        Zuletzt geändert von berniehh; 11.05.2014, 10:54.
        www.trekking.magix.net

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        • BlackDaytona
          Anfänger im Forum
          • 09.11.2005
          • 41

          • Meine Reisen

          #5
          AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

          Super! Da freu ich mich schon auf mehr .
          Im Wohnzimmer meiner Großmutter stand ein kleines Schränkchen mit einer Glastür...
          Bruce Chatwin: In Patagonien

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          • berniehh
            Fuchs
            • 31.01.2011
            • 1821

            • Meine Reisen

            #6
            AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland



            Der Bus nach Ritsem fuhr pünktlich um 9 Uhr ab. Mein Trekkingstartpunkt liegt 60 Kilometer von Gällivare, bei der Brücke über den Sjaunjaälven. Die Busfahrerin war so nett mich dort auf freier Strecke rauszulassen, obwohl es keine offizielle Haltestelle ist. Links liegt der große Stora Lulevatten.









            Weglos durch die Wälder und Sümpfe des Sjaunja Naturreservats
            (1. bis 11.Tag)

            Das Sjaunja Naturreservat bedeckt eine Fläche von 2800 Quadratkilometer und gilt als eines der größten unerschlossenen Wildnisgebiete Europas. Der größte Teil davon besteht aus einer mit Urwäldern, Sümpfen, Mooren, Seen und Flüssen bedeckten Ebene und beherbergt den größten Moorkomplex Nord- und Westeuropas. Nur im westlichsten Zipfel von Sjaunja gibt es schneebedeckte Fjällberge.

            Im Internet steht folgendes:
            Im zentralen Teil ist Sjaunja völlig unzugänglich, da es weder bezeichnete Wege, noch Brücken oder Übernachtungshütten gibt. Die auf topographischen Karten eingezeichneten Pfade existieren zum größten Teil nicht mehr. Mehrtägige Trekkingtouren in Sjaunja sind aufgrund der genannten Verhältnisse sehr riskant. Üblicherweise wird das Gebiet im Sommer per Kanu über den Sjaunjaätno-Fluss herauf bereist und im Winter über einige vorgegebene Schneemobilpfade
            Vincent riet mich vom Sjaunja ab und machte den Vorschlag ich solle stattdessen doch lieber durch das Gebiet östlich des Øvre Dividal-Nationalparks wandern. Das ist auch sehr abgelegen wo ich bestimmt keine Leute treffen werde und dazu spare ich mir noch das Geplackere durch die Wälder und Sümpfe.

            Begeistern konnte ich mich von der Idee allerdings nicht. Erstens war eines meiner Routenkriterien daß ich auf dieser Tour möglichst wenig Straßen überqueren wollte. Ich war ja schon Stolz darauf überhaupt eine Route gefunden zu haben wo ich auf 1100 Kilometer nur zwei Straßen kreuze. Wenn ich aber durch Øvre Dividal wandern würde, käme da mindestens noch eine weitere unnötige Straßenquerung hinzu.

            Der zweite Grund war mir aber noch wichtiger: Ich wollte durchs Sjaunja wandern, eben weil es dort durch Wälder und Sümpfe geht.
            Möglichst alle Landschaftsformen, die es in Lappland gibt, sollten auf meiner Trekkingroute vertreten sein, und dazu zählen nun mal auch Wälder und Sümpfe.
            Waldtreks mag ich ja sehr gerne und auf so einer langen Tour muss bei mir auf jeden Fall auch ein gewisser Anteil Wälder mit enthalten sein.
            Diese 11 Tage (=170 Kilometer), von meinem Trekkingstartpunkt bis zum Beginn des Gebirges, machen auf die Gesamtlänge meines Treks bezogen ja gerade mal mickrige 15 Prozent aus. Durch offene Fjällregionen, wie beim Øvre Dividal, werde ich später noch mehr als genug kommen.
            Außerdem reizte mich die Idee von den nordschwedischen Tieflandwäldern langsam Richtung Gebirge zu wandern. Ich wollte nicht aus dem Zug steigen und gleich im Fjäll sein.

            Im Nachhinein betrachtet war meine Route durch Sjaunja die richtige Entscheidung. Das Gebiet hat mir überaus gut gefallen. Es war eine phantastische grüne Wildnis aus Seen, Flüsse, Wälder, Moor und Sümpfe. Und mit das beste war, daß da absolut nichts los war.
            Das einzigste was mich an dem Gebiet gestört hat war die unerträgliche Mückenplage



            1.Tag: Sjaunja Naturreservat
            Auf meiner Magix-Seite werde ich später meine Wanderroute detailliert auf Google-Bildern darstellen.

            Es war 11 Uhr als ich loswanderte. Von der Straße wanderte ich vom See weg direkt in die unerschlossene Wildnis rein. Ich wanderte am Flussufer entlang den Sjaunjaälven aufwärts, blieb dabei immer auf der OL-Seite des Flusses. Ob der Fluss furtbar wäre habe ich nicht gecheckt, an den meisten Stellen sah er unfurtbar aus. Ich wollte aber sowieso die ganze Zeit nur auf der einen Seite bleiben.

            Ich starte auf 380 m Höhe, das Land ist flach und so bleibt es für die nächsten Tage auch. Der Sjaunjaälven ist mit nordische Nadelurwäldern bestanden.

            Anfangs war oft ein gut erkennbarer Pfad da, den man leicht folgen konnte. Der wurde mit der Zeit aber immer undeutlicher und nach wenigen Kilometern löste er sich ganz auf.
            Das Vorwärtskommen war eigentlich recht gut, ich blieb immer in Hörweite des Flusses, manchmal kam ich auch direkt an den Fluss ran mit traumhafte Blicke und Fotomotive.







            Der Waldboden war weich, moosig und gestrüppig. Immer wieder gings auch über sumpfige Lichtungen, auf denen das Vorwärtskommen mühsamer und langsamer wurde. Ich hatte meine leichten Wanderschuhe an, ohne nasse Füße kommt man hier nicht durch. An einer schönen Stelle am Fluss machte ich Mittagspause, nach insgesamt 3h vom Start.















            Zwei bis drei Kilometer weiter macht der Fluss einen scharfen Bogen nach Osten und ich finde manchmal gute Rentierpfade auf denen man gut vorwärts kommt. Direkt am Ufer wurde das Vorwärtskommen dann sehr plackerig, teils auch sumpfig, und ich wich auf niedrige Hügelrücken etwas abseits des Flusses aus.

            Ich musste langsam mal ein Camp für die Nacht finden. Der Fluss weitet sich zu kleine Seen und die sumpfigen Uferbereiche waren zum campen überhaupt nicht geeignet. 100 Meter vom Ufer entfernt fand ich auf einen Hügel aber ein trockenes Plätzchen für mein Zelt nach 12,5 km vom Start.


            Sjaunjaälven





            Meinen Trekkingstartpunkt hatte ich extra auf Mitte Juni gelegt weil ich darauf spekulierte dass die Mückenplage erst Anfang Juli losgeht, wenn ich die Sümpfe schon hinter mir habe werde und im offenen Fjäll bin.
            Das war aber eine gründliche Fehleinschätzung!!! Vielleicht lag es auch daran daß der Frühlingsanbruch in diesem Jahr ungewöhnlich früh kam. Auf jeden Fall geriet ich hier mitten in die Mücken-Hochsaison rein.
            Naja, da mußte ich nun aber durch. Dann kann ich hier eben nicht gemütlich draußen rumsitzen.
            Nach dem Zeltaufbau meine Sachen schnell reinschmeissen, dann selber ins Zelt rein und Schotten dicht! Anschließend erstmal im Zelt für 20 Minuten Mücken totdrücken bis man endlich seine Ruhe hat. Natürlich auch im Zelt kochen und nur noch nach draußen gehen wenn es unbedingt sein muss,........so verliefen meine Campabende im Sjaunja ab, anders hielt man es auch kaum aus.
            Zuletzt geändert von berniehh; 11.05.2014, 16:20.
            www.trekking.magix.net

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            • bblume
              Erfahren
              • 19.06.2013
              • 209

              • Meine Reisen

              #7
              AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

              Schön, bin gespannt. Ich habe schon, vor allem seit dem Artikel in der 4-Seasons, auf den Bericht gewartet! ;)

              Kommentar


              • Franky66
                Dauerbesucher
                • 07.09.2013
                • 796

                • Meine Reisen

                #8
                AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

                Ein Trek genau nach meinem Geschmack - freue mich auf mehr


                Liebe Grüße

                Franky
                Bemerke, höre, schweige. Urteile wenig, frage viel.

                Kommentar


                • Cattlechaser
                  Dauerbesucher
                  • 04.08.2010
                  • 845

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

                  Schön, schön, schön.

                  Ich freue mich auf mehr! Und nach der Länge des Treks zu urteilen kommt ja noch Einiges.

                  Magie ist Physik durch Wollen. www.uhempler.de

                  Kommentar


                  • Ellipirelli
                    Gerne im Forum
                    • 21.04.2014
                    • 64

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

                    Ich finde die Idee Deiner Reise sehr interessant und freue mich auf die Fortsetzung.
                    Tadle nicht den Fluss, wenn Du ins Wasser fällst.

                    Kommentar


                    • Mortias
                      Fuchs
                      • 10.06.2004
                      • 1039

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

                      Ahh endlich geht Dein lang erwarteter Bericht los. Sieht echt schick aus die Landschaft, sehr schöne Waldgegend. Da freue ich mich schon auf dei Fortsetzung. Aber um die Mückenplage beneide ich Dich mal nicht.

                      Kommentar


                      • Stromfahrer
                        Dauerbesucher
                        • 16.02.2013
                        • 595

                        • Meine Reisen

                        #12
                        Über 1000 Kilometer durch Lappland

                        Bitte mehr!
                        Gygago.com | 09/2018 – Wo steckt Stromfahrer? Viel•leicht draußen!

                        Kommentar


                        • jeha
                          Erfahren
                          • 04.08.2005
                          • 316

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

                          Zitat von bblume Beitrag anzeigen
                          Schön, bin gespannt. Ich habe schon, vor allem seit dem Artikel in der 4-Seasons, auf den Bericht gewartet! ;)

                          Das war doch irgendwas als iPad-Bonus o.ä., oder? Gibt es auch eine Chance, das als Kein-iPad-Besitzer zu lesen? Das würd mich freuen...

                          Kommentar


                          • berniehh
                            Fuchs
                            • 31.01.2011
                            • 1821

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

                            Erstmal vielen Dank für die vielen netten Kommentare. Ich werde mich bemühen möglichst zügig weiterzuschreiben

                            Zitat von jeha Beitrag anzeigen
                            Das war doch irgendwas als iPad-Bonus o.ä., oder? Gibt es auch eine Chance, das als Kein-iPad-Besitzer zu lesen? Das würd mich freuen...
                            Ich hab auch kein iPad und deshalb den Bericht selber noch nicht gelesen ......weiss nur daß sie den von Vincent´s Originalfassung (die ich gelesen habe) drastisch gekürzt haben.
                            Zuletzt geändert von berniehh; 12.05.2014, 08:08.
                            www.trekking.magix.net

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                            • jeha
                              Erfahren
                              • 04.08.2005
                              • 316

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

                              Zitat von berniehh Beitrag anzeigen
                              Ich hab auch kein iPad und deshalb den Bericht selber noch nicht gelesen

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                              • efbomber
                                Erfahren
                                • 23.08.2010
                                • 228

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

                                Perfekt! Darauf habe ich mich schon wirklich gefreut!

                                Dank dem frühen Frühling 2013 ist das mit den Mücken definitiv eine ätzende Angelegenheit für dich gewesen. Hattest du denn garnichts gegen die Mücken mit? Also Chemiekeule oder zumindest ein Mückennetz, auch wenn das die Sicht derbe einschränkt? Mir gehen die Biester auch tierisch aufn Senkel und entweder das Eine oder das Andere kommt bei mir zum Einsatz.

                                Freue mich auf die weiteren zahlreichen Fortsetzungen! Danke für deine geteilten Erlebnisse!

                                Gruß
                                David

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                                • slowlyhiker
                                  Erfahren
                                  • 29.05.2006
                                  • 168

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

                                  Zitat von berniehh Beitrag anzeigen
                                  Anreise
                                  ...

                                  Mit dem ganzen Essen für 25 Tage kam mir mein Gepäck noch schwerer vor wie bei jedem anderen Trek zuvor. Das müssen 50 Kilo gewesen sein und der zwei Kilometer Marsch von meiner Wohnung zum Hamburger Hauptbahnhof wurde zur Tortur.
                                  [
                                  berniehh,

                                  ich freue mich auf deinen weiteren Bericht.

                                  Das Rucksackmodell kommt mir bekannt vor. Bin gespannt wie Du damit zufrieden bist.
                                  Betrug dein Startgewicht wirklich 50kg?

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                                  • OttoStover
                                    Fuchs
                                    • 18.10.2008
                                    • 1076

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

                                    Oh yesss! At last the long awaited tour report from BernieHH. Looks very promising, nice text and good pics.
                                    Ich lese und spreche Deutsch ganz OK, aber schreiben wird immer Misverständnisse.
                                    Man skal ikke i alle gjestebud fare, og ikke til alle skjettord svare.

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                                    • Gismo834
                                      Erfahren
                                      • 25.01.2010
                                      • 223

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

                                      Sehr spannend. Freue mich schon auf die Fortsetzung.

                                      Kommentar


                                      • Mika Hautamaeki
                                        Alter Hase
                                        • 30.05.2007
                                        • 3949

                                        • Meine Reisen

                                        #20
                                        AW: Über 1000 Kilometer durch Lappland

                                        Juhuu, es geht wieder los!!! Bitte schnell weiterschreiben!
                                        So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
                                        A. v. Humboldt.

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