[SE] Südlicher Sarek 2019: Abenteuer an der Grenze zur Lebensgefahr

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    Anfänger im Forum
    • 08.06.2008
    • 16

    • Meine Reisen

    [SE] Südlicher Sarek 2019: Abenteuer an der Grenze zur Lebensgefahr

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Goooooood Morning liebe Mitforenten!


    Es ist 7:40 in Wien, Weihnachten steht vor der Tür, es ist kalt und die Müllabfuhr lärmt draußen. Auf Abwegen im www wird wieder mal die große Sehnsucht nach Verausgabung, Mangel an Komfort, Rückenschmerzen und nassen Schuhen in mir geweckt. Und plötzlich ist sie da, die Motivation, heute eeeendlich meinen Reisebericht über meine letztjährige Sarektour zu verfassen. Ich hatte es schon angekündigt, aber immer wieder aufgeschoben, da ich keine Fotos zur Auffrischung dröger Worte beimengen kann, sondern nur ein kleines Filmchen, dass noch seiner Fertigstellung harrte. Doch der war fertig, naja, so fertig wie so selfmade-Filme eben sind, und so konnte ich nun mangels Ausrede starten.

    WARUM KEINE FOTOS? mag sich der eine oder andere entsetzt fragen, vielleicht hat er auch sogleich schon die Seite demonstrativ geschlossen und verbrannt… lasst es mich erklären.
    Meine große Leidenschaft ist das Filmemachen, und so private Sachen filme ich vorzugsweise analog. Ja genau, analog, auf Film, diese meterlangen schmalen Plastikstreifen mit kleinen Löchern. Die kompakteste und leichteste Analogkamera in meiner Sammlung ist eine Bolex D8L, sie wiegt mit ihren drei Festbrennweiten etwa 2kg. Zusammen mit 110m Filmmaterial (je nach Abspielgeschwindigkeit ergibt das etwa 30min Film, haha, und das im Sarek!) kamen so knapp 3,5kg nur fürs Filmen zusammen. Das erklärt hoffentlich, warum meine Fotokamera beleidigt Zuhause bleiben musste.

    Hier ist der Link zum Film:

    https://vimeo.com/490695710

    Warnung: Ich mache Filmkunst, ich habs nicht so mit ruhigen Aufnahmen und so, es schaut vielleicht etwas ungewohnt aus. Ich hoffe, dass sich trotzdem der ein oder andere daran erfreut, den Sarek im Filmformat Normal8 zu sehen ;)

    Genug der langweiligen Einführungsworte… na, nur die noch:
    Ich werde meinen Bericht recht kurz fassen und mich auf wesentliche Hintergrundinfos und interessante Erfahrungen beschränken, um den Film für sich sprechen zu lassen. Naja, ein bischen Faulheit ist auch dabei, ich möchte gerne heute Morgen noch damit fertig werden ;)
    Uuuund:
    Diese Reise hat meine Gefühle zur Natur grundlegend verändert. Nicht nur, weil Erfahrungen im Sarek sowieso umwerfend sind, sondern weil ich von der Wildnis einen ordentlichen Denkzettel verpasst bekommen habe. Ein Hauptbeweggrund für diesen Reisebericht ist daher auch, diese Erfahrung mit euch zu teilen und damit meinen nach 14 Monaten immernoch andauernden Reflexionsprozess für Input von außen zu öffnen. Als Aperitif nur ein paar Stichworte:

    Luohttoláhko
    Wintereinbruch
    Nebel
    Kompass vergessen

    Viel Spaß!









    Ich bin auf dem Weg von Wien gen Norden, als Flugverweigerer ein Abenteuer für sich. Aber darum soll es hier nicht gehen. Jedenfalls spuckt mich der warme Bus am 6.09.2019 in Kvikkjokk aus. Es ist das zweite Mal, dass ich vor der alten Kirche stehe, dass letzte Mal war vor 5 Jahren, wie ich hier meine Kungsleden-Wanderung von Abisko beendet hatte. Dazwischen war ich nochmals in der Region Abisko unterwegs, off track mit einer 3tägigen Zwangspause im Zelt dank einer hartnäckigen Erkältung… eine Erfahrung, aber auch um die soll es hier nicht gehen. Und nachdem ich ansonsten viel Erfahrung mit mehrtägigem Zelttrekking in den Alpen gesammelt hatte, Sommer wie Winter, fühlte ich mich nun bereit für meine erste Sarektour. Naja, eine ordentliche Packung Ehrfurcht gehörte auch zu meinen knapp 30kg Gepäck.
    Die Route hatte ich mir relativ vage überlegt, anhand von Karte und Grundsten ein ungefähres Programm, dass noch mindestens 4 Tage Puffer ließ, Zeit für Besinnung, Erholung, Unvorhergesehens und eine rechtzeitige Rückkehr zum Ausgangspunkt. Ich wollte versuchen, über die Parekebene, durch das Gaskasvagge und das Sarvesvagge hinab zum Rapaselet zu gelangen.

    Das Rapaselet. Das war mein Ziel, mein Traum, meine Sehnsucht. Warum weiß ich garnicht genau. Es war in meinem Kopf fast eine mystisch-spirituelle Anziehung, die ich verspürte. Entsprechende Reiseberichte hier im Forum taten ihr übriges…

    Die Berge waren weiß vom Schnee der vorhergegangen Tage, aber die Sonne schien, es war angenehm warm. Um 17 Uhr startete ich also an der Fjellstation, in wunderbarem Herbstabendlicht, stapfte den Kungsleden hoch und errichtete mein erstes Camp im Dahtajiegge mit Blick aufs Partemassiv.
    Highlight des Tages: an meiner alten Lederkameratasche ist 100m hinter der Fjellstation der Riemen gerissen, so dass die Kamera fortan im Rucksack auf ihren Einsatz warten musste. Das veränderte maßgeblich die Art, wie ich filmte, jede Spontanität war dahin, aber meine Schultern haben es mir gedankt, da ihnen so die eine oder andere Filmsession bei aufgesetztem Rucksack erspart geblieben ist.



    1. Tag:
    Der Weg vom Dahtajiegge bis zum 2. Camp knapp 100m oberhalb der Pareksiedlung am Hang verlief ruhig. Nebel und Nieselregen stimmten mich für die nächsten Tage ein, ich verstand die Botschaft des Sareks: will man hier wandern, darf man nicht aus Zucker sein. Bin ich auch nicht und so genoss ich die Weiten der Parekebene ausgiebig. Erwähnenswert ist, dass ich kurz vor der Pareksiedlung meine letzten menschlichen Begegnungen für die nächsten 9!!! Tage hatte, abgesehen von einer Ausnahme. Fast alle waren auf dem Weg nach Hause, und viele von ihnen hatten ihre Tour abgebrochen oder abgekürzt aufgrund des frühen Schneefalls. Im Nachhinein betrachtet hätte mir dass eine ausreichende Warnung sein sollen, schließlich waren fast all diese Leute erfahren im Sarek und wenn selbst sie schon umgekehrten… ich dachte an mein HB Suolo und den überfüllten Schlafsack, die XTherm und die ganze Merinowolle in meinem Rucksack und setzte meinen Weg frohen Mutes fort.



    2. Tag:
    Auf dem Weg zum 3. Camp unterhalb des Gadoktjahkka, an der Einmündung des Jiegnavagge ins Gadokvagge, begannen die Probleme. Und ihr mögt mich Teern und Federn, ich hab es verdient: ich steckte im dichtesten Nebel (und Regen…) und musste mit entsetzen feststellen, dass ich etwas entscheidendes vergessen hatte: den Kompass!
    Nichtsdestotrotz setzte ich den Weg fort, ich hatte mir am Vortag Landmarken gemerkt und angepeilt und so wusste ich in etwa, wo es langgehen sollte. Und mein Vertrauen in meinen Orientierungssinn war groß, wohl ein wenig zu groß. Denn ich schaffte es zwar ohne Probleme, trotz nur weniger Meter Sicht den Weg hoch auf den Sattel zwischen Boarektjahkka und Stuor Jiertta zu finden, doch was dort geschah erfüllt mich mit Scharm und Heiterkeit gleichermaßen.
    Wer schonmal im Nebel ohne Kompass navigiert hat, weiß, dass mit einer guten Karte und ausgeprägten Landschaftselementen wie Flüßen und deutlichen Hängen einiges an relativ präziser Navigation möglich ist. Doch ein flacher Sattel wie der mir Bevorstehende… dass ist allerdings ein riskantes Unterfangen. Well, so viel zu verlieren gab es nicht, und so versuchte ich einfach die Richtung des versiegenden Didnokjagasj anhand von Landmarken in etwa einzuhalten, um so nach ein paar Kilometer die Abwärtsneigung des Hangs Richtung Gadokvagge zu erwarten. Ich war hochkonzentriert, meine Landmarken im Blick zu behalten.
    Doch irgendwas ist passiert. Ich kann nur vermuten, dass ich wohl bei einer kurzen Rast die Landmarke aus dem Blick verlor und mich eine ganz ähnliche Steinformation anschließend in die falsche Richtung lockte. Jedenfalls lief ich weiter, der Hang begann sich wie erwartet zu neigen, ich freute mich über fliegende Wolken, die einen kurzen Blick ins Gadokvagge erwarten ließen und sah schließlich… nicht das Gadokvagge! Das sah doch aus wie… ja kann das denn sein… Parek!!! Ja, ich bin anscheindend im Kreis gelaufen, ist das peinlich!
    Nach diesem Missgeschick wurde ich noch vorsichtiger mit meiner Navigationsmethode und erreichte schließlich doch das ersehnte Tal und baute mein Camp auf. Es war furchtbar windig und kalt, ein Genuss für einen Nordmenschen wie mich.



    3. Tag:
    Es stand die Durchquerung des Gaskasvagge an. Ich bereitete mich auf einen anstrengenden Tag vor, schließlich war mein Rucksack noch sehr schwer, der Weg laut Grundsten schon anspruchsvoller und außerdem war jenseits des Passes bis hinab ins Sarvesvagge für lange Zeit nicht mit geeigneten Zeltplätzen zu rechnen. Der Aufstieg war völlig unproblematisch, nur die Kombination aus Regen, Graupel und starken Winden machten es teils unangenehm. Jenseits des Passes aber wurde es schwieriger, dass Blockfeld schien endlos und der anschließende seeeehr lange zu querende, steile Grashang ist bei Nässe auch nicht gerade ne Sonntagswanderung. Doch schließlich erreichte ich nach einem sehr langen Wandertag meinen wunderschönen Zeltplatz knapp oberhalb des Sarvesvagge. Wer im Sarvesvagge wandert, kann durchaus einen Abstecher einige Höhenmeter hinauf Richtung Gaskasvagge erwägen, die Zeltplätze dort in einem hobbithaften, lichten Birkenhain mit Blick bis zum Rapaselet sind groooooßartig!
    Highlight des Tages:
    Das Blockfeld nervte mich derart, dass ich mich verführen ließ, mich rechts vom Gaskasjagasj zu halten. Das macht natürlich eine spätere Furt auf die linke Seite nötig. Ich fand weit unten eine seeehr massiv ausschauende Schneebrücke, sie war von außen betrachtet mindestens 2,5m stark und ich konnte sie problemlos überqueren. Doch auf der anderen Seite angelangt durchfuhr mich ein Schock, wie von der vordersten Spitze plötzlich etwa 8 Kubikmeter Eis bestimmt 4m tief grollend ins Bachbett krachten! Im Nachhinein betrachtet schätze ich es so ein, dass ich weit außerhalb der Gefahrenzone war und auf viel dickerem Eis gelaufen bin, und dass Schneebrücken nunmal bröckeln, klar. Aber dieser Eindruck hat sich doch sehr intensiv im Gedächtnis eingebrannt, konzentriert durch die Einsamkeit und meine Erwartung, dass ich die ganze Sarektour über auch alleine bleiben sollte.



    4. Tag:
    Der Sarek machte mir ein großartiges Geschenk: 2 volle Tage ohne Regen im Spätherbst im Sarvesvagge! Es war paradiesisch!!!
    Mit bester Laune, aber gesteigerter Ehrfurcht nach der gestrigen Erfahrung, setzte ich meinen Weg Richtung Rapaselet fort. Bis dort war es sehr gemütlich, alle Furten waren leicht.
    Und da war ich, am Ziel meiner Träume, Rapaselet!
    Ich habe keine Hoffnung, das Gefühl, auf den riesigen Sandbänken des Sarvesdelta zu spazieren, irgendwie in Worte fassen zu können. Ein großer Teil der Aufnahmen im Film, der ganze mittlere Teil, sind hier entstanden. Es ist riesig, gigantisch, furchteinflößend, lieblich, wild. Es ist das Schönste, was ich je erlebt habe.
    Ich baute mein Camp für den heutigen Tag und den morgigen Pausentag auf einer hohen Sandbank mitten im Delta auf. Das ist natürlich nicht ganz ungefährlich, wenn man bedenkt, dass der Fluß schnell steigen könnte. Ich schätzte, dass es ca. 40cm höheren Wasserstand bedurfte, bis ein Seitenarm geflutet würde, der mich einschließen würde. Und dann bräuchte es nochmal 20-40cm mehr, dass eine Furt vielleicht kritisch werden könnte. Soviel Wasseranstieg innerhalb einer Nacht hielt ich für unwahrscheinlich, und so machte ich mir einen Wasserstandszeiger, den ich mehrmals täglich kontrollierte… der Wasserstand veränderte sich in den 1,5 Tagen überhaupt nicht.



    5. Tag:
    Natürlich konnte ich nicht einfach nichts tun. Vermutlich können das die wenigsten Solotrekker. Meiner Erfahrung nach sind Pausentage alleine immer sehr melancholisch geprägt, sicherlich heilsam, aber auch etwas unangenehm. Daher machte ich mich mit Proviant, Kamera und Sicherheitsequipment auf Richtung Biellorieppjavrre. Ich wollte einfach mal schauen, wie sich diese Gegend anfühlt, die Grundsten als so schwierig beschreibt, dass sie ja fast unbegehbar erscheint. Gemütlich ließ ich mich auf das Abenteuer ein und versank auch sogleich knietief im Sumpf, an einem Ablauf mit klarem Wasser sogar fast hüfttief. Regenhose und Gamaschen pressten sich um meine Beine und irgendwie fand ich dieses Gefühl verdammt gut: kalt, tief, wild… Into the Wild, aber richtig! Und wenn man sich erstmal dran gewöhnt hat, dass untenrum alles nass ist und man den Fetisch trockener Schuhe aufgegeben hat, dann ist das eine unglaublich intensive Erfahrung, sich in dieses Terrain vorzuwagen.
    Der Biellorieppjavrre soll ja sarekweit DER Ort sein, um Elche zu beobachten, und so machte ich mich an sein Umrundung. Es dauerte letztendlich den ganzen Tag, vorbei an unzähligen Elchtoiletten, bis ich wieder am Camp war. Elche habe ich natürlich keine gesehen, denn bis zu den Knien im Wasser zu waten und sich durch brusthohe Weidengebüsche zu schlagen ist ja bekanntlich kein besonders leises Unterfangen ;) Im übrigen war es hier, inmitten der Pampa, dass ich den 2 einzigen Menschen meiner Sarektour begegnete…



    6. Tag:
    Das Geräusch von den Zeltwänden kenn ich doch… das ist doch… Schnee!!! Ohhhh!
    Es ist sehr kalt geworden, der Wind pfeift und ein kurzer Blick hinaus wäre garnicht nötig gewesen, um sich vom Schnee zu überzeugen, er kommt von sich aus ins Zelt geweht.
    Ok, denke ich, was jetzt. Ich beginne meine Wintereinbruchabbruchsplanung, denke an Eventualitäten, wäge ab und entscheide schließlich, dass ich über das Luohttoláhko versuchen möchte, nach Kvikkjokk zurückzukehren. Da diese Entscheidung von mir immernoch kritisch beäugt wird, möchte ich hier meine Überlegungen zusammenfassen.
    Ich rechnete damit, dass dies nun der endgültige Wintereinbruch war, dass es von nun an nur noch mehr Schnee werden wird, also Worst-Case-Planung. Welche Optionen gab es? Ich sah 3:

    1. Durchs Sarvesvagge zum Padjelantaleden gelangen. Dies wäre wohl die sicherste, anspruchsloseste Variante gewesen, aber ich würde meinen Zug nicht erreichen und auch das Proviant würde recht kanpp werden. Mh…

    2. Durch eines der 3 Hochtäler wieder zurück ins Gadokvagge. Das wäre dann der selbe Weg zurück, dadurch schon unattraktiv, aber das ist gerade das geringste Problem. Viel schlimmer sind die Blockfelder in allen 3 Tälern, die bei dieser Schneelage lebensgefährlich wären. Schließlich konnte man die Lücken zwischen den Steinen nicht sehen, aber tragen tat der Schnee auch noch nicht. Und rutschig wäre es auch. NEIN!

    3. Durchs Nuajdevagge auf Luohttoláhko gelangen und dann zurück nach Parek. Sehr lange Zeit in großer Höhe, also viel Zeit im Schnee, dafür aber ein Weg, der mir unter diesen Bedingungen noch gehbar erschien und außerdem nicht zu lange dauern würde.

    Ich entschied mich also für die letzte Variante, wollte mir aber die erste Option als Notausstieg offenhalten und bei dem ersten Anzeichen von zu viel Unsicherheit auf diesen ausweichen. An diesem Tag gelangte ich durch sehr unangenehmen Schneematsch mit Graupel- und Regenschauern zur Einmündung des Nuajdevagge ins Sarvesvagge. Weiter wollte ich noch nicht, um morgen eine neue Einschätzung über den besten Weg treffen zu können.



    7. Tag:
    Jetzt ist es richtig kalt, alles ist gefroren, aber mein Equipment lässt mich nicht im Stich. Einzig ein Problem gibt es, und zwar kein Kleines: ich hatte vergessen, dass nasse Schuhe bei dieser Witterung tunlichst vorm Gefrieren geschützt werden sollten. Tja, so grübelte ich erstmal, was ich nun mit diesen Eisklumpen aus Leder anfangen sollte. Ich konnte sie etwas antauen, dass sich zumindest der ‚Zehenknick‘ bewegen ließ, biss die Zähne zusammen und schlüpfte rein. Nein, kein Schlüpfen, eher ein Stampfen, Quetschen, Drücken und Ziehen. Geschafft.
    Wenigstens das Wetter passte und überzeugte mich davon, es mit der Hochebene zu probieren, die Sonne schien, kaum Wind, keine Wolken.
    Ich kam gut voran, doch da Grundsten für das Luohttoláhko nur den Zeltplatz am See beschreibt und sich im Schnee nichts erahnen ließ, der Schnee aber gerade so wenig war, dass man doch mit Gewissheit wusste, dass alles übersäht war mit Steinen, konnte ich heute nicht weiter sondern baute am Seeufer mein Zelt auf. Die Suche nach diesem Platz erforderte auch schon fast eine Stunde, da man eben nix sah, aber jeden Stein unter den Füßen spürte, ich suchte also mit den Füßen meinen Zeltplatz.
    Ich muss dazu sagen, dass das ganze zwar sehr abenteuerlich bis zur Grenze des Unangenehmen war, dass aber der Eindruck, den die verschneite Hochebene auf mich machte, unununendlich eindrucksvoll war. Und es war still dort oben, totenstill, kein Lüftchen!



    8. Tag:
    Nun wurde es ernst. Ich wusste, dass mir 2 sehr beschwerliche Tage bevorstanden mit vielen Unvorhersehbarkeiten und dass die gesamte Unternehmung nicht unbedingt das ist, was man als Anfänger im Sarek machen sollte. Ich hatte kein Notfunk dabei. Ja, ich hatte Angst. Ich dachte damals manchmal daran, dass ich sterben könnte.
    Wie ich aufwachte war das eingetreten, vor dem ich mich am meisten gefürchtet hatte. Die -10° waren nicht das Problem… es war der Nebel. Noch dicker als am 2. Tag blickte ich in reines weiß, weißer Nebel, weißer Schnee…
    Ich hatte am Vortag eine Peilung vorgenommen in Richtung des Balgatjakha. Was heißt das? Ich sah eine Landmarke etwa 15m vor mir, eine Richtung. Und diese Richtung MUSSTE ich beibehalten, über 5km, bei einer Wanderung über rutschige schneebedeckte Steine, dazwischen tückische Lücken zum Haxenbrechen und, als sei das nicht schlimm genug, unzählige Seen zwischen mir und dem angepeilten Ziel. Es war immernoch totenstill. Ich fluchte manchmal: ‚Scheiße, ich hab Angst‘ und ging weiter, rutschte weiter.
    Ich weiß nicht, ob es unsägliches Glück war oder tatsächlich ganz gute Navigation, jedenfalls gelang es mir doch tatsächlich, auf den Punkt genau die Einmündung ins Balgatjakha zu erreichen. Nun kam das nächste Problem, für dass ich mir schon im Rapaselet eine Lösung überlegt hatte. Der Grundsten beschreibt, dass man im abfließenden Tal einen sehr steilen Hang erklimmen muss, der wohl schon im trockenen Zustand nicht ungefährlich ist. Also im Schnee unmöglich. Ich hatte mir stattdessen eine Hangquerung unterhalb des Loametjahkka überlegt, und, was soll ich sagen, es hat perfekt funktioniert. Abgesehen von den vefluchten Haxenbrecherlöchern gelangte ich so sehr einfach zur Abflachung von Loamebuollda. Ich empfehle daher, diesen Weg als Standard zu etablieren. Bei interesse kann ich genauere Angaben dazu machen.
    Bevor ich die heutige Tour beendete, wollte ich unbedingt die Furt des Ruopsokjahka meistern, da Grundsten auch diese als potenziell schwierig beschreibt. Ich gelangte dorthin und durfte feststellen, dass sie keine Probleme bereitete.
    Diese Stelle hatte ich mir als Knackpunkt gesetzt, und hierher zu gelangen war für mich, als sei ich dem Tod nochmal entkommen. Ich habe mich am Fluß in den Schnee gesetzt und geweint. Sehr viel. Eine unglaubliche Last viel von meinen Schultern, ich war dankbar zu Leben, sooo dankbar. Ich habe mit Gott gesprochen, obwohl ich nicht religiös bin.

    Dann noch den Hang hinauf zum von Grundsten beschriebenen Zeltplatz unterhalb von Tjievrra und ich konnte endlich schlafen, nach über 9h reinem wandern. Natürlich nahm ich auch heute wieder eine Peilung für das morgige Ziel vor, das topografisch ebenfalls schwierig zu finden ist, sollte es wieder Nebel geben.



    9. Tag:
    Es war die kälteste Nacht, der Wind war extrem, die Temperatur vermutlich unter -10°. Und natürlich Nebel. Aber ich war guter Dinge. Vielleicht ein wenig zu gut, denn womit ich nicht gerechnet hatte, war, dass der Wind in der sanften Steigung zur Tjievramasske unzählige Mulden fand, in denen er all den Schnee ablagern konnte. Ich konnte aber nicht drumherum gehen, meine Navigation erlaubte kein Abweichen von der angepeilten Richtung, und so musste ich schnurstraks in die Schneewehen reinlaufen, teils brusthoch versank ich im Schnee.
    Oben an die Kante und um die Ecke sah ich in kurzen Wolkenlücken endlich wieder Parek, es war sooo wunderbar. Doch der Spaß war noch nicht vorbei, war der Wind auf der anderen Seite schon stark, so war es hier Sturm. Man konnte sich kaum gerade halten, zum Glück kam er gerade von hinten, doch die gefühlte Temperatur war so niedrig, dass ich Probleme mit meinen günstigen Skihandschuhen bekam. Aber es nützte nichts, ich musste weiter.
    Die letzte Hürde war die Schneebrücke über den … (ich kann auf meiner Karte den Namen nichtmehr lesen, haha, sie hat auch ziemlich gelitten unter dieser Tour), doch diese zu finden war im Schnee und ohne die Steinmännchen nicht leicht. Aber, Gott sei Dank, da war sie und sie war derart massiv, dass ich locker über sie rüberspazierte. Ich dachte trotzdem manchmal an die Schneebrücke im Gaskasvagge…

    Das wars, ich hatte es geschafft. Alles weitere, die Übernachtung diesen Abend oberhalb der Pareksiedlung nach wieder fast 10h wandern, und die Rückkehr nach Kvikkjokk sind kaum mehr erwähnenswert. Es war für mich ein sehr notwendiges zurückgleiten in die Gesellschaft, ein Anfang, doch das Gleiten sollte nach dieser Erfahrung noch sehr lange andauern. Meine leichten Erfrierung an Händen und Füßen (meine Schuhe waren 3 Tage gefroren, sie waren ja Rapaselet-durchtränkt und den ganzen Tag im Schnee bei Minusgraden) sind nach etwa 4 Monaten verheilt gewesen, aber die Erfahrung ist noch immer nicht ganz aufgearbeitet. Auch deshalb schreibe ich diesen Bericht, um für mich selbst nochmal zu reflektieren, aber auch, damit ihr vielleicht eure Einschätzung zu dieser Situation beisteuert.
    Für mich ist klar: NIE wieder ohne Kompass und Notsignal alleine in den Sarek!!! Das war ein Fehler, man kann es nicht anders sagen. Ob die weiteren Entscheidungen so gut waren, dass möchte ich gerne hier zur Diskussion stellen.



    Noch zum Film:
    Aufnahmen von den harten 2 Tagen im Schnee werdet ihr leider nicht zu Gesicht bekommen. Ich hatte am Morgen am See auf dem Luohttoláhko entschieden, nicht zu filmen, bis ich in Sicherheit bin, ich brauchte meine ganze Konzentration.
    Die Szene in der Mitte mit den schwarzen Schlieren sind Entwicklungsfehler, die mir leider unterlaufen sind bei der Umkehrentwicklung, aber für mich sind sie ein schöner Teil dieser Erinnerung.

    Und zu guter letzt noch ein Gruß an Andrea und ihren Mann, denen ich ja am Weg zurück nach Kvikkjokk begegnet bin und deren Bericht mich sehr erfreut hat ;)

  • vobo

    Erfahren
    • 01.04.2014
    • 461

    • Meine Reisen

    #2
    Erstmal danke schön für den Bericht und gut dass es geklappt hat. Die Tage im Sarvesvágge und Rapasalet kann ich mir gegen Mitte September echt herrlich vorstellen. Der Film ist nicht so mein Ding aber trotzdem toll dass die alte Technik noch verwendet wird.

    Da Du explizit nach Meinungen fragst:
    1. Die Einschätzung als endgültigen Wintereinbruch war ja offenbar richtig - und Du hast ja wohl auch damit gerechnet und geeignete Kleidung mitgeführt.
    2. Alleine und ohne Kommunikationsmittel zu diesem Zeitpunkt im Jahr halte ich den Ort für riskant.
    3. Trotzdem hast Du Dich gegen die sicherste Lösung (Sarvesvágge und Padjelanta) aus persönlichen Gründen entschieden - 2 Tage nach Tarraluopal und dort ein Telefon, das Du sicher ohne Kompass gefunden hättest.
    4. Beim einem Wintereinbruch noch 600 m nach oben auf die Luohttolahko ohne Wettervorhersage zu gehen, hmmm da hast Du sehr viel Glück gehabt wenn ich an die zahlreichen Sturmberichte dort denke.
    5. Die Querung des Rapas bei den im September oft niedrigen Wasserständen war keine Option? Dann ggf. raus nach Suorva oder anders?
    Gut dass es wie meistens glimpflich ausgegangen ist - und ich bin gespannt auf weitere Meinungen.

    Kommentar


    • andrea2
      Dauerbesucher
      • 23.09.2010
      • 765

      • Meine Reisen

      #3
      Hallo Feigenbaum,

      zuerst einmal freue ich mich wirklich, dass du den Bericht doch noch geschrieben hast. Wir haben uns ja damals lange unterhalten, und man hat dir doch sehr angemerkt wie anstrengend, sowohl physisch als aus psychisch die letzten Tage deiner Tour waren, aber auch die Begeisterung für die Tour, die Natur und das Outdoorleben.

      Vielen Dank für diesen intensiven Bericht.

      Wir waren ja zur gleichen Zeit nicht weit entfernt unterwegs, haben den Wintereinbruch ebenfalls erlebt und standen vor ähnlichen Entscheidungen. Wie du weißt und wie ich es ja auch in meinem Bericht geschrieben hab, haben wir uns dafür entschieden auf den Padjelalntaleden auszusteigen. In diesem Jahr sind wir deine Tour ziemlich genau anders herum gegangen. Und so kann ich noch mehr erahnen wie extrem die Erfahrungen gewesen sein müssen.

      Ohne GPS unterwegs zu sein, kann ich verstehen, haben wir bis vor zwei Jahren auch immer gemacht. Aber ohne Kompass ist natürlich sehr fahrlässig. Wahrscheinlich hätte ich an deiner Stelle schon nach der Erfahrung im Nebel abgebrochen. Aber man hat den Urlaub lange geplant und will nun nicht aufgeben und dann denkt man nicht immer ganz rational. Wir haben uns ja genau für diesen Urlaub im September 2019 zum ersten Mal ein InReach ausgeliehen, eben weil wir Bedenken hatten wegen der späten Jahreszeit im Sarek.

      Ich glaube, das war auch als wir uns trafen eine unserer Fragen, warum du nicht einfach über das Sarvesvagge ausgestiegen bist. Das wäre sicher die einfachste und sicherste Möglichkeit gewesen. Was ich mich jetzt frage, warum hast du nicht darüber nachgedacht das Rapadalen rauszulaufen um dann wieder am Gådokjåhkå zur Brücke aufzusteigen? Wahrscheinlich aufgrund der Beschreibungen im Grundsten? Das wäre wie ich seit letztem Sommer weiß zwar teilweise sehr mühsam, aber eigentlich nie gefährlich. Aber gut, wenn man den Weg nicht kennt, muss man sich auf Beschreibungen verlassen.

      Zu deiner Route, nach dem Bálgatjåhkå hab ich noch eine Frage. Bist du wie Grundsten empfiehlt erst abgestiegen und dann nur später und tiefer, also unterhalb des "1260er Bandes" in den Hang Richtung Luomebuollda gequert oder schon vor Beginn der Schlucht des Bálgatjåhkå angestiegen bis auf ca. 1350m und dann von oben auf des 1260er Band zu kommen? Und wo hast du den Ruopsoktjåhkå gequert? An der von Grundsten empfohlenen Stelle oder tiefer. Die steilen Hänge stelle ich mir im Schnee extrem schwierig vor.

      Auch das Stück zwischen Ruopsoktjåhkå und Sähkok stelle ich mir ohne Kompas oder GPS im Nebel sehr herrausfordernd vor. Auch wir sind dort im Sommer im Nebel gelaufen. Allerdings hatten wir sowohl unsere ungefähre Route auf dem GPS, als auch den Kompass zum fortwährenden peilen dabei. Trotzdem taten wir uns sehr schwer. Es gibt keine Orientierungspunkte, kleine Tümpel wirken auf einmal wie große See, die es in der Karte nicht gibt. Wenn jetzt noch überall Schnee liegt wird es noch schwieriger.

      Alles in allem wäre meine erste Wahl in deinem Fall, nach meinem jetzigen Wissen, der Ausstieg über die Südseite des Rapadalen, die zweite Wahl über das Sarvesvagge und Padjelantaleden gewesen.

      Wir haben übrigens dieses Jahr weder am Biellorieppjávrre, noch im Rapadalen oder überhaupt auf der ganzen Tour einen einzigen Elch gesehen.


      LG Andrea

      PS: Den Film hab ich mir noch nicht angesehen, dazu fehlt gerade etwas die Zeit.
      Zuletzt geändert von andrea2; 18.12.2020, 17:02.

      Kommentar


      • Feigenbaum
        Anfänger im Forum
        • 08.06.2008
        • 16

        • Meine Reisen

        #4
        Ich danke euch sehr für eure Kommentare! Ich finde es sehr schön und hilfreich, hier auch über solche Erfahrungen berichten zu können. Selbstkritik ist glaube ich ein ganz entscheidender Teil des Lebens und insbesondere von solch exponierten Outdooraktivitäten.

        Ich merke, dass nach dem veröffentlichen des Berichts und nochmehr nach dem lesen eurer Kommentare sich einiges in mir tut. Überhaupt hat die Wanderung einen tiefen Eindruck in mir hinterlassen. Vorher war ich mir relativ sicher bei der Einschätzung meiner Fähigkeiten, zu sicher, wie ich heute weiß. Ich bin in vielerlei Hinsicht viel vorsichtiger geworden, angefangen bei Bergtouren bis hin zum Verhalten im Straßenverkehr... ich habe mein Leben ganz neu schätzen gelernt!

        Ich glaube, dass ich nicht alleine damit bin, Scham zu empfinden über die Erfahrung einer solchen Fehlplanung und -handlung. Aber ich finde es wichtig, dass auch andere solche Schilderungen lesen, denn vermutlich gibt es so einige Touren, die recht grenzwertig verlaufen, von denen ich hier im Forum aber bisher selten gelesen habe.

        Nun zu euren Kommentaren:
        -Ja, ich habe mit Wintereinbruch gerechnet. Auch noch tiefere Temperaturen und mehr Schnee wären vermutlich erstmal nicht problematisch gewesen in Sachen Kleidung, Zelt, Schlafsack, Isomatte, Brennstoff etc.. Womit ich nicht gerechnet hatte war, wie speziell eine geringe Menge Schnee im weglosen Gelände sein würde, dass man nämlich den Untergrund nicht sieht, aber doch auf ihm läuft, da der Schnee nicht trägt. Das wurde sehr problematisch, in jeder Hinsicht. Schon im Sarvesvagge war das Vorwärtskommen extrem schwer, da man Löcher zwischen den Weidenbüschen nicht sah, aber doch drin versackte und alles rutschte. Da hätten auch Schneeschuhe oder Grödel nicht geholfen. Daher waren auch die Beschreibungen vom Grundsten plötzlich nichtmehr eins zu eins übertragbar, da manche Situationen, die sonst ganz einfach wären, plötzlich unglaublich schwer waren. Ich möchte mir aber garnicht ausmalen, wie es gewesen wäre, wäre der Schneematsch gefroren... diese Übergangszeit ist ganz schön schwer berechenbar und ich bin definitiv weit davon entfernt, erfahren genug zu sein, um alle möglichen Szenarien, die da auftreten können, zu bewältigen. Das habe ich ganz falsch eingeschätzt. Nur weil man Sommer kennt und Winter kennt, kann man noch lange nicht den Übergang gut meistern.

        -Das ich kein inReach (ganz zu Schweigen vom Kompass) dabei hatte war ein sehr großer Fehler, den ich nicht wieder machen werde, ganz bestimmt nicht! Egal ob alleine oder zu zweit. Ich habe mich die zwei Tage so unglaublich über mich geärgert, über diese Fahrlässigkeit, dass es mir eine Lehre war!

        -Warum bin ich nicht doch das Sarvesvagge rausgewandert? Die Frage habe ich mir auch schon öfters gestellt. Ohne mich rausreden zu wollen denke ich, dass vor allem Solowanderungen eine komische Dynamik entwickeln können. Die Entscheidung zu treffen, mehrere Tage zu einem Nottelefon zu laufen bzw. mit rationiertem Proviant über den Padjelanta nach Kvikkjokk zurückzukehren und so vermutlich meinen Zug zu verpassen, war für mich irgendwie abwegig. Ich stand vor dem Aufstieg zum Luohttolahko in strahlendem Sonnenschein, keine Wolke am Himmel, und auch Abends auf der Hochebene war es wunderschön. Zu dem Zeitpunkt war ich so guter Dinge, dass ich nicht einsehen wollte, dass es vielleicht eines konsequenteren Notausstiegs, einer Planung auf größte Sicherheit bedürfte. Auch war ich mir unsicher, ob der von Grundsten als recht einfach beschriebene Weg unter diesen Bedingungen nicht extrem beschwerlich werden würde, dass ich viel länger dafür brauchen würde oder auf dem Weg sogar noch größere Probleme auftreten würden, nachdem ich schon im unteren Sarvesvagge sehr mit dem Untergrund gekämpft hatte. Alleine Entscheidungen zu treffen ist jedenfalls schwer und ich war zu unerfahren, um die Optionen richtig bewerten zu können. Heute denke ich auch, dass es die beste Entscheidung gewesen wäre.

        -zu Vobos 4.: Das hast du vollkommen recht! Auch hier war ich zu unerfahren. Ich dachte, dass weiter oben mit mehr Schnee es eventuell besser zu laufen wäre... und dass die Hochebene so garstig sein kann, das war mir nicht bewusst.

        -zu 5.: dazu hätte ich ja erst sehr weit das Sarvesvagge hoch und dann wieder runterlaufen müssen. Nein, das scheint mir auch heute keine gute Option, aber ich höre gerne auf Argumente für diese Möglichkeit.

        -zu Andreas Vorschlag, das Rapadalen rauszulaufen: Ja, zum einen war es die Beschreibung des Grundsten, die mir die Route als No-Go erschienen ließ, zum anderen waren die Witterungsverhältnisse in den Tälern derart schwierig mit dem Schnee auf den Weiden, dass es mir als ein No-No-Never-Go erschien.

        Genau, ich bin vor der Schlucht, am letzten großen Zusammenfluß der Abflüsse vom Luohttolahko aufgestiegen. Die genaue Route kann ich nachzeichnen, sobald ich in ein paar Tagen wieder Zuhause bin. Jedenfalls musste ich garnicht weit aufsteigen, 10min, und überhaupt nicht steil, um auf ein mäßig geneigtes Band zu gelangen, dass ich entlangging, um dann von oben auf das 1260er Band zu gelangen. Auch dieser Abstieg ist garnicht steil. Dort oben steht am Hang auch ein Kreuz und mehrere Steinmännchen, ich war offenbar nicht der erste, der diesen Weg gewählt hat. Dazu liefere ich demnächst noch mehr Infos. Ich habe den Hang, den Grundsten beschreibt, von weitem gesehen. Ich halte meine Variante in eigentlich allen möglichen Situationen für die bessere. Aber gut, ich bin nun eh vorsichtig mit meinen Einschätzungen...

        Zum Ruopsoktjåhkå runter zu gelangen war nicht sehr lustig, aber diese Seite hatte kaum mehr Schnee. Das nasse Gras war auch nicht toll, aber ich konnte in einem Zickzackkurs über mäßig geneigte Stellen runtergelangen. Ich würde es aber nie wieder machen und weder bei Nässe geschweige denn bei Schnee empfehlen.

        Die Orientierung zwischen Ruopsoktjåhkå und Sähkok war nur durch die Peilung am Vorabend ohne Nebel möglich. Am morgen bin ich dann im Nebel schnurstracks der Peilung gefolgt, das war mein einziger Leitfaden, geradeaus gehen. Also zwei Punkte anpeilen, die in einer Linie liegen und rechtzeitig vor dem erreichen des ersten Punktes einen weiteren Punkt auf dieser Linie anpeilen, und immer drauf achten, dass keiner dieser Punkte von der Topografie oder so geschluckt wird, und sonst noch einen Punkt definieren. Anhaltspunkte in der Landschaft gibt es keine, außer die Hangneigung, aber die hilft nicht viel. So bin ich gelaufen, bis ich zur Abbruchkante kam. Ich weiß, recht haarsträubend und nicht zum Nachmachen.

        Danke für deine Einschätzung der 'schlimmen' Rapadalenseite ;) Ich würde sehr gerne irgendwann mal da lang laufen, die Beschreibung des Grundsten hat mich sehr fasziniert, aber noch bin ich zu ehrfürchtig.

        Ich freue mich über weitere Kommentare. Es ist mir eine große Hilfe bei der Aufarbeitung!!!

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        • andrea2
          Dauerbesucher
          • 23.09.2010
          • 765

          • Meine Reisen

          #5
          Zitat von Feigenbaum Beitrag anzeigen
          Genau, ich bin vor der Schlucht, am letzten großen Zusammenfluß der Abflüsse vom Luohttolahko aufgestiegen. Die genaue Route kann ich nachzeichnen, sobald ich in ein paar Tagen wieder Zuhause bin. Jedenfalls musste ich garnicht weit aufsteigen, 10min, und überhaupt nicht steil, um auf ein mäßig geneigtes Band zu gelangen, dass ich entlangging, um dann von oben auf das 1260er Band zu gelangen. Auch dieser Abstieg ist garnicht steil. Dort oben steht am Hang auch ein Kreuz und mehrere Steinmännchen, ich war offenbar nicht der erste, der diesen Weg gewählt hat. Dazu liefere ich demnächst noch mehr Infos. Ich habe den Hang, den Grundsten beschreibt, von weitem gesehen. Ich halte meine Variante in eigentlich allen möglichen Situationen für die bessere. Aber gut, ich bin nun eh vorsichtig mit meinen Einschätzungen...
          Genau so sind wir in diesem Sommer auch gelaufen, nur in der anderen Richtung. Auf utsidan.se wird das unter anderem von Hans Fowelin und Hans Nydal in ihren Blogs beschrieben. In Fowelins Preststigenbuch findet man die Route auch. Ich fand sie auch relativ einfach, allerdings mit Schnee in den Blockfeldern auch nicht ganz ohne. Würde aber auch dies Route der von Grundsten vorziehen. Fowelin und Nydahl schreiben das auch. An ein Kreuz oder Steinmännchen kann ich mich nicht erinnern, aber es gibt einen sehr markanten Felsen mit rotbraunen Flechten, den man vom See auf dem 1260er Band aus sehr gut sehen kann und an dem man sich orientieren kann. Vielleicht muss ich doch noch mal einen Bericht schreiben.

          Ich versuche mal unsere Route hier einzufügen.

          Hier sollte eine GPX-Karte erscheinen! Wenn diese nicht nach wenigen Sekunden nachgeladen wird bitte die Seite aktualisieren.
          Angehängte Dateien
          Zuletzt geändert von andrea2; 19.12.2020, 12:01.

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          • Zz
            Dauerbesucher
            • 14.01.2010
            • 882

            • Meine Reisen

            #6
            Hallo,
            ein spannender Text und sehr gut, daß Deine Tour letztendlich noch glimpflich für Dich ausgegangen ist. Kein Sturz, richtige Richtung gefunden, Erfrierungen abgeheilt. Glück gehabt.
            Wir waren ja auch in dieser Zeit dort unterwegs, kleine Teilabschnitte auf gleichen Pfaden. Ich sage mal so, daß Wetter war teilweise nicht so optimal; Wind, Kälte, Schnee. Luohttolahko haben wir z.B. aus Gründen (u.a. Wetter und Höhenlage) aus den Wanderideen gestrichen. Eventuell hängt es mit Erfahrung, Selbsteinschätzung, Risikobereitschaft und Leidensfähigkeit zusammen; vielleicht vom Lebensalter abhängig?
            Bloß ohne Kompaß niemals! Entschuldigung, daß war ein grober Fehler, Leichtsinn oder sogar Dummheit.
            Heutzutage ist ja ein GPS Empfänger fast schon Teil der Standartausrüstung.
            Wie oben geschrieben habe ich Deinen Text sehr gerne gelesen und wenn ich richtig liege, ist er Teil Deiner Selbstreflektion. Das ist doch schon einmal ein sehr guter Weg.
            Sonnige Grüße
            Z

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            • Feigenbaum
              Anfänger im Forum
              • 08.06.2008
              • 16

              • Meine Reisen

              #7
              Hallo Z, danke für deinen Beitrag. Einen Bericht hast du nicht geschrieben über eure Tour, oder? Ja, ein Sturz bzw. umknicken zwischen den unsichtbaren, rutschigen Steinen mit dem schweren Rucksack war meine größte Sorge!
              Die Beschäftigung hier und alleine soll mir auch dabei helfen, nächstes Jahr wieder in den Sarek zu reisen, dann aber natürlich weiser, vorsichtiger, besser ausgerüstet und zu einer angenehmeren, anfängertauglicheren Reisezeit. Ich hatte dieses Jahr schon drüber nachgedacht, eigentlich mache ich jedes Jahr mehrere Touren, aber habe dieses Jahr nicht nur wg Corona ganz ausgesetzt, sondern auch, weil mir die Erfahrung doch noch ganz schön im Nacken sitzt, wie ich gemerkt habe, wie ich mich mit Reiseplänen beschäftigt habe. Und ich denke, dass ist auch gut so. Aber ich möchte trotzdem vermeiden, dass ich mich aus Angst ganz von der Wildnis abwende.
              andrea2 ich würde voll gerne mehr von eurer diesjährigen Tour hören! An großblockige Passagen kann ich mich nicht erinnern, nur weiter oben am Hang waren solche zu erahnen. Ich bin über ein Band mit kleineren Steinen gelaufen, das war ok, im Schnee war eh alles schwierig und gefährlich. Haha, ich glaube, ich weiß welchen Fels zu meinst. Ich habe an/auf ihm gerastet.

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              • Zz
                Dauerbesucher
                • 14.01.2010
                • 882

                • Meine Reisen

                #8
                Hallo!
                Das Wetter war zu diesem Zeitpunkt teilweise schon heftig und hat einem viel abverlangt. Gerade vom frischen Schnee verdeckte Blocksteinfelder sind gefährlich und ein Sturz kann dort schlimme Folgen haben. Mit Glück fällt man auf den Rücken, wo einen der Rucksack schützt, mitunter reicht der kleinste Rutscher, ein verdrehtes Knie oder ein Bruch. Da braucht es Konzentration bei jedem Schritt gerade als Solowanderer und auch ein wenig Glück manchmal.
                Aber die Wetterlage ist ja nicht immer so und von Jahr zu Jahr verschieden. Bei meiner allerersten Tour in Lappland war ich auch etwas spät im Herbst dran und mußte im Sarek umdrehen, es hatte viel geschneit. Am Ende war ich aber trotzdem über 3 Wochen unterwegs. Die gesamte Reise war ein wunderbares Abenteuer. Also laß Dich nicht von der Natur / Wildnis verschrecken.
                Nein, Reiseberichte schreibe ich aus Gründen nicht und würde auch keine im Internet veröffentlichen, aber das ist ein anderes Thema. Ich bin aber immer gerne bereit zu helfen oder Fragen zu beantworten.
                Ich wünsche Dir allzeit einen guten Weg,
                Z

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                • vobo

                  Erfahren
                  • 01.04.2014
                  • 461

                  • Meine Reisen

                  #9
                  Zitat von Zz Beitrag anzeigen
                  Die gesamte Reise war ein wunderbares Abenteuer. Also laß Dich nicht von der Natur / Wildnis verschrecken.
                  Genau - das ist wichtig. Du reflektierst und lernst, ging mir 2017 nach der katastrophalen Furt genau so...

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                  • Feigenbaum
                    Anfänger im Forum
                    • 08.06.2008
                    • 16

                    • Meine Reisen

                    #10
                    vobo Ah, ich hatte dein Profilfoto zuerst nicht gesehen, jetzt erinnere ich mich an deinen Bericht, und ich hatte deine Furtgeschichte tatsächlich öfters im Kopf, während ich inmitten von Flüssen stand.

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                    • Freedom33333
                      Dauerbesucher
                      • 09.09.2017
                      • 634

                      • Meine Reisen

                      #11
                      Nun, in erster Linie vielen Dank für deinen Bericht. Ich denke die meisten von uns waren schon in Situationen, in denen sie sich überschätzt haben, daher ist es wichtig, zu sehen, dass derartiges nicht immer glimpflich ausgehen muss, sondern auch mal gefährlich werden kann. Und mit hinreichend Erfahrung erscheinem einem alle Fehler immer offensichtlich und eindeutig – das man sie selbst gemacht hat und vielleicht das Glück hatte, sie in weniger ernsten Situationen zu machen und dort daraus lernen zu können, übersieht man dann vielleicht.

                      Deine Gedanken dazu, wie sehr sich so eine Tour unterscheidet, wenn man alleine ist, kann ich absolut bestätigen. Zu zweit – jedenfalls wenn der andere auch Erfahrung hat – ist das Trekken eine völlig andere Welt. Man kann Entscheidungen diskutieren. Man hat eine Idee, der andere sieht sie kritisch oder umgekehrt. Entscheidungen fühlen sich auch sicherer an, weil man sie gemeinsam getroffen hat.

                      Das Gefühl ist ein völlig anderes, wenn man alleine ist. Die Gedanken können sich im Kreis drehen, man schmeißt sich hinter einen Stein auf den Boden im Sturm um einen klaren Gedanken fassen zu können, man muss ihn in Frage stellen können und sich selbst kritisieren, wie aus einer anderen Perspektive. Wenn man Zweifel hat, existentielle Zweifel, ist da niemand mit dem man sie besprechen kann, man muss damit alleine klarkommen. Das gibt dem ganzen meiner Meinung nach aber auch ein völlig anderes Erleben. Mag es auch kein anderes Hobby sein, so ist es meines Erachtens doch eine Spielart die sich so stark unterscheidet, dass ich es nicht in einen Topf werfen würde.

                      Ich persönlich nehme in erster Linie mit, dass ein Wintereinbruch absolut gefährlich sein kann. Ich meine meine beiden Sarek-Touren sind jeweils in der letzten August-Woche gestartet und dann bis Mitte September gegangen, über die Gefahr eines Wintereinbruchs und der Folgen habe ich mir bis dato keine Gedanken gemacht, insofern profitiere ich hier auch. Auch das mit den Schuhen - ein bisschen Eis hatte ich im Sarek auch schon auf den Schuhen, aber das sie so gefrieren können dass man nicht mehr reinkommt - nie drüber nachgedacht.

                      Letztes Jahr bin ich auch einmal in Nebel geraten mit einer Sicht von unter 10m – und habe es, mehr aus Spaß als aus ernst, da ich sowohl Navi als auch Kompass dabei hatte, erstmal frei Hand probiert – und bin auch im Kreis gelaufen. Daher kann ich das gut nachvollziehen. Das war eine der prägensten Erfahrungen überhaupt. Man kennt das aus Filmen oder Büchern, denkt sich: Mir passiert sowas nicht. Aber mir ging es genauso: Erst ging es hoch, dann irgendwann wieder runter, passt doch. Es passte nicht. Laien verstehen das gar nicht - und stellen sich wahrscheinlich vor, sie würden geradeaus auf einem Fussballfeld laufen. Aber so funktioniert der Boden beim Wildnis-Trekking eben nicht.

                      Das Fehlen eines Kompasses ist natürlich echt krass. Auf der anderen Seite lernt man diesen erst mit der Praxis zu schätzen, vorher denkt man sich vielleicht: Alter Hut, sowas braucht man doch nicht, da sind doch links und rechts Berge, wie soll man sich da verlaufen. Ich habe den Kompass – bis auf die zwei Situationen im Nebel – letztes Jahr im Sarek nie gebraucht, er kam mir vor wie ein überflüssiger Gegenstand. Hat man dagegen die Erfahrung, dass ein Kompass wichtig ist, schon gemacht, sieht die Situation anders aus.

                      Im Folgenden hypothetische Gedanken dazu, was ich anders gemacht hätte:
                      1. Zu Spät los, Wintereinbruch – hatte ich nicht wirklich auf dem Schirm.
                      2. Wenn andere, die einem entgegenkommen, abbrechen, muss das für sich zwar noch nichts heißen – aber man kann die Leute ja zumindest fragen, auf welchem Level sie sich so befinden. Sind es Rookies? Sind es Erfahrene? Weil wenn es erfahrene sind und abbrechen – dann würde ich schon ins Grübeln kommen. Ich würde fragen, warum sie abbrechen, wovor sie Angst haben, welche Gefahren sie sehen.
                      3. Dass Schnee auf Blockfeldern absolut bescheiden ist und man daher Blockfelder vermeiden sollte hätte ich mir denke ich schon überlegt – erkennt man also den Wintereinbruch, wäre es eine meiner Grundfesten gewesen, keine Blockfelder zu laufen. Das schließt Hochebenen dann eigentlich kategorisch aus.
                      4. Ich denke, dass auch die Nebel-Erfahrung bei mir – jedenfalls für mich war sie sehr prägend – dafür gesorgt hätte, dass ich mich nicht auf eine Hochebene rauftraue – erst recht nicht ohne Kompass.
                      5. Man muss das einfach mal zu Ende denken: Du läufst auf der Hochebene über ein Blockfeld durch Nebel, verlierst die Orientierung, es fängt an zu schneien, du kannst dein Zelt nirgends aufbauen. Das ist der zweite Aspekt der hier mit drinsteckt. Ob dir jetzt das Essen ausgeht – geschenkt. Wir haben alle genug Fettreserven, man kann auch mal ne Woche ohne Essen auskommen. Aber der Schlafsack schützt gegen Kälte und tut das nur (Jedenfalls bei Daune) wenn er trocken bleibt. Trocken bleibt er, wenn ich mein Zelt aufbauen kann. Kann ich das Zelt nicht aufbauen, schützt mich der Schlafsack in der Nacht nicht und ich drohe zu erfrieren. Daher ist man ja als Anfänger immer so nervös bei Passüberquerungen, sucht die ganze Zeit nach potentiellen Zeltstellen, versucht morgens aufzubrechen. Die feste Überlegung ist: Wenn das Wetter Mist wird kann ich mein Zelt aufbauen, kann mir mit meinem Schlafsack Zeit verschaffen und in Ruhe nachdenken. Aber im Sturm ohne Möglichkeit das Zelt aufzubauen – da wird’s lebengefährlich, weil man sich keine Bedenkzeit verschaffen kann.
                      Für mich wäre daher im Ergebnis die Hochebene ein NoGo gewesen und es wären nur die Täler in Betracht gekommen. Sicherere Zeltplätze und wenig Navigationsrisiken, weniger Risiko auf Nebel. Ob nun links rum oder rechts rum – Hauptsache ich kann mich in den Tälern halten, der Fluss in der Mitte gibt mir auch jederzeit eine absolut sichere Orientierung vor.

                      Das mit den Schneewehen bis zur Brust – das ist natürlich auch krass. Ich hatte das mal im Karwendelgebirge wo ich unterwegs war ohne nur zu wissen, was Schneeschuhe sind. Das war schon sehr beängstigend, weil es einem ja auch passieren könnte, dass man auf einmal bis über den Kopf einsackt, nicht mehr rauskommt, Schnee nachrutscht und man erstickt. Ich habe die Erfahrung damals – zumal sogar im Dunklen, kurz vor der Hütte – jedenfalls auch sehr ungut in Erinnerung.

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                      • Feigenbaum
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                        • 08.06.2008
                        • 16

                        • Meine Reisen

                        #12
                        Ja voll, das alleinige fällen von Entscheidungen, d.h. insbesondere das Reflektieren und Hinterfragen von Entscheidungen, die man vl am Vortag getroffen hat oder vor 5min, kann sehr schwer sein. Ich habe eben diese Herausforderung bei all meinen anderen Solowanderungen, und das waren an die 15 mit über 7 Tage, sehr bereichernd empfunden und mich immer halbwegs sicher damit gefühlt. Bei dieser Tour hat das garnicht gut geklappt, angefangen beim Vermissen des Kompasses.
                        Gleichzeitig ist Solowandern eine so unendlich intensive Natur- und Selbsterfahrung, dass ich es nicht sein lassen möchte, vermutlich garnicht sein lassen kann!

                        Ich habe die mir Entgegenkommenden ganz gut ausgefragt, bei allen war es die Kälte, die ihnen zugesetzt hatte, also zu kalte Kleidung und Schlafequipment. Und irgendwie war in mir auch so ein: juhu, jetzt ist wirklich niemand mehr da... ja, Pustekuchen, im Sarvesvagge war ich vl wirklich der letzte in 2019 und das fühlt sich in der Situation dann auf einmal garnicht mehr so toll an.

                        Zu 3.: mir gefällt diese Aussage, insbesondere das Wort kategorisch, weil eben in diesen Solo-Entscheidungssituationen hilft es ungemein, wenn man sich feste Prinzipien setzt, wie eben: nur Täler! Dann muss man über den Rest garnicht erst nachdenken.

                        Ahhh, ja das Karwendel, da kommen fast all meine Wintererfahrungen her ;)

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