[NO] 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

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  • bv
    Erfahren
    • 11.10.2007
    • 143

    • Meine Reisen

    [NO] 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Land: Norwegen
    Reisezeit: September
    Region/Kontinent: Nordeuropa

    Heisan ,

    Gruess aus der Finnmark!!!

    Im Rahmen des Projektes „Faszinierende Wildmark“ ging es dieses wieder in die Westfinnmark. Anstatt Anarjohka zu durchstreifen, planten wir kurzfristig um, die Tour sollte vor der Haustuer beginnen, also in Langfjordbotn. Unser neuer Plan bestand darin, einige Tage die Grenze zu Troms entlangzuwandern und spaeter nach Osten abzubiegen, um nach 3 Wochen in Jotka anzukommen. Auf dieser kleinen Fjellstue arbeitet unsere Freundin Karin bei der wir noch einige schøne Tage verbringen wollten.

    Die Vorfreude auf diese Tour war gross, da:
    Alle unsere fuenf Hunde mitkommen sollten
    Ein reizvoller Wechsel der Landschaft bevorstand, von gebirgiger Fjordregion bis flacher Vidda
    Ich jetzt einen norwegischen Jagdschein besitze und somit das erste mal alleine hier oben auf Jagd gehen kann. Am 10.9. begann die Schneehuhnjagd, sprich genau in der Mitte der Tour.

    Die Tagesetappen waren mit 8 - 10 km pro Tag veranschlagt, so dass genug Zeit zum Geniessen und entspannen vorhanden sein wuerde. Zusaetzlich hatten wir mehrere Ruhetage eingeplant. Wanderwege gab es von den 21 Tagen nur an 3 Tagen. Den Rest sind wir querfeldein mit Karte und Kompass marschiert.

    2.9.
    Mit einem Tag Verspaetung geht es los. Die letzten Tage hat es geregnet und geschneit. Ab 500 Høhenmetern sind die Berge von einer Neuschneedecke bedeckt. Jetzt zeigen sich die ersten Wolkenluecken. Zeit zum Aufbruch.
    Wir schnallen den Hunde die Packtaschen (Kløv) um und schultern unsere Rucksaecke.
    Vor unserer Huette wartet schon das Verabschiedungskomitee bestehend aus Familie Karlstrøm, die uns noch einmal GOD TUR wuenscht. Wir nehmen die Wuensche dankend an uns versprechen gesund und munter in drei Wochen wieder zurueck zu sein. Jetzt gehts aber wirklich los. Kati die Hunde und ich steigen die gut 400 Høhenmeter zum Hochplateau gegenueber unser Huette hoch, welches wie eine Art Eingang zur westfinnmaerkischen Bergwelt darstellt. Die Route der naechsten 2 Tage kennen wir auswendig. Schon dutzende Male haben wir diese auf Skiern, Hundeschlitten und zu Fuss zurueckgelegt. Unsere Ruecken muessen sich ersteinmal an das Rucksackgewicht gewøhnen. Bei den Vierbeinern sieht das ganz anders aus. Obwohl diese auch ganz gut zu tragen haben, scheint ihnen das Gewicht der Taschen nichts auszumachen. Sie tragen das gesamte Hundefutter ca. 27 kg plus unser Essen plus 50 Schuss Munition. Verteilt macht das:
    Eyk 14kg, Anouk 14kg, Boris 13kg, Petit 8kg und Foss 8kg, da er noch keine ganze 2 Jahre alt ist.
    Nach ca. 2 Stunden laufen faellt Kati ein, dass die Kosmetiktasche noch zu Hause liegt. Nach kurzer Beratschlagung steht fest, dass 3 Wochen ohne Zaehne putzen nicht sein muessen. Also schlagen wir das Lager hier auf und ich gehe morgen frueh zurueck und hole den Kram.

    3.9.
    Gegen 14h bin ich wieder zurueck am Zelt. Die Zaehne werden es uns danken. Der Regen der letzten Tage hat sich verzogen und die Sonne lacht.. Die schneebedeckten Berge stehen im Kontrast zu den bunten Herbstfarben der Taeler. Wunderbar - was will man mehr.




    Heute wollen wir die rund 7 km nach Vesterkrå zuruecklegen. Dort kønnen wir in der Huette von Arne und Marianne uebernachten.
    Wir laufen an mehreren Seen vorbei. Leider sind die meisten „Røye - vann“ sprich Saibling - Gewaesser, die um diese Jahreszeit nicht mehr so leicht beissen. Somit bekommen wir heute leider keinen mehr an den Haken. Macht nichts. Wir haben gut zu Essen mit. Am spaeten Nachmittag haben wir unser Ziel erreicht.


    4.9.
    Als ich heute frueh aus dem Fenster schaue, sehe ich nichts ausser Grau. Das liegt nicht an der beschlagenen Fensterscheibe. Draussen haengen tiefe Wolken mit Nieselregen. Die Sichtweite betraegt maximal 50m. Ruhetag!!!
    Gegen Mittag machen wir uns zu einem See auf, an dem wir Dank des Nebels fast vorbeilaufen, um dort unser Angelglueck zu versuchen. Zum Glueck ist dieser ein Forellengewaesser, was zur Folge hat, dass es zum Abendbrot Kartoffelbrei mit Kohlrabistappe und Forelle gibt.

    5.9
    Gegen Mittag sind wir startklar. Die letzten Regenwolken werden vom bøigen Wind weggeblassen. Beim Aufstieg zum Hoallocohkka sehen wir die ersten Schneehuehner, die aufgeschreckt wegflattern. Zum Glueck kommen alle Hunde auf Pfiff zurueck.





    Aufstieg hinter Vesterkrå

    Wir halten Kurs suedwest und sehen in der Ferne die Seenketten, die wir im Winter immer mit den Hundeschlitten passieren. Alleine der Gedanke daran, laesst die Vorfreude auf den Winter in mir erwecken. Nach einigem auf und ab ueber Wiesen und Gerøllfelder sehen wir vor uns den Suorregeadggeluobbalat glitzern.





    Rast






    An einer schønen Bucht schlagen wir unser Zelt auf. Ans Fischen ist heute nicht zu denken. Zu windig. Am Abend faellt der Luftdruck schlagartig und dunkle Wolken ziehen auf. Kein gutes Zeichen. Mal sehen was die Nacht so bringt.

    6.9
    Gegen 2 Uhr werde ich durch das Knattern der Zeltwaende wach. Starker Wind peitscht den Regen fast waagerrecht durch die Luft. Die arme Hunde denke ich mir, die draussen an der Kette liegen. Ich werfe einen Blick auf sie und bin etwas beruhigt, als ich sie tief eingemurmelt dem Wetter trotzend schlafen sehe.
    Am Morgen ist der Spuck vorbei. Alle freuen sich aufs weiterlaufen.



    Foss


    Wir halten uns suedlich und queren nach 2 Stunden das Ende des Burfjorddalens. Bei der obligatorischen Mittagspause bestehend aus getrocknetem Rentierfleisch aus Kautokeino, Fisch und Knaeckebrot, fliegt ein Steinadler direkt ueber unsere Køpfe hinweg. Mist. Leider ist die Kamera wie so oft in solchen Faellen nicht griffbereit. Am Storelvvannet steht zu unserer Ueberaschung die Huette des Schneescootervereins offen fuer Wanderer. Wir nehmen das Angebot gerne an. (das einzig Gute an Schneescootern). Aus dem Huettenbuch entnehmen wir, das viele Sami die Huette waehrend der Reindrift benutzen. Kein Wunder. Das Gebiet zaehlt mit zum Hauptdurchzugsgebiet der Tiere waehrend ihres Zugs vom Inland zur Kueste und zurueck.





    Wasser holen

    7.9
    Strålende Solskinn!!! Sonnenschein. Heute steht die Ueberquerung der Flintfjellet - Gruppe bevor. Mit rund 850m der høchste Punkt unserer Reise.



    Aussicht auf den Øksfjordjøkelen

    Was kann man ueber diesen Tag sagen. Steine, Steine, Steine, Stei...... Kilometerlang durchqueren wir ein Gerøllfeld nach dem anderen.


    Kein Grashalm, kein Moos, nicht einmal Flechten finden hier einen Lebensraum. Erst ab dem Galbmecohkka wirds besser und angenehmer zu laufen.

    Wir beschliessen noch bis zum Stuevannet zu laufen, da hier die Landschaft etwas lieblicher aussieht. Erst am fruehen Abend erreichen wir den See. Dunkle Wolken ziehen auf. Kurz vorm Regen huschen wir in unser Zelt. Mit Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt wird es schon merklich kuehler. Jetzt haelt der Herbst Einzug.



    Fortsetzung folgt....
    Zuletzt geändert von Sandmanfive; 04.11.2011, 21:07. Grund: Reisecharakter eingestellt

  • Gast-Avatar

    #2
    AW: 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

    Das beginnt ja schon mal sehr schön. Macht bestimmt viel Spass mit so ner Rasselbande von Hunden unterwegs zu sein.

    Kommentar


    • Ari
      Alter Hase
      • 29.08.2006
      • 2555

      • Meine Reisen

      #3
      AW: 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

      Macht bestimmt viel Spass mit so ner Rasselbande von Hunden unterwegs zu sein.
      Sicher wenn die einem so viel Gepäck abnehmen .

      Aber im Ernst bis auf den Großen (ist das ein Hovawart ?) sehen die Hunde garnicht so groß aus, müssen aber echte Kraftpackete sein.
      Mehr als 8kg traue ich mich nicht meiner 35kg Briardhündin aufzupacken.

      Schöner Bericht und schöne Fotos.

      Kommentar


      • qnze

        Dauerbesucher
        • 12.05.2008
        • 693

        • Meine Reisen

        #4
        AW: 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

        Moin.

        Zitat von arippich Beitrag anzeigen
        Mehr als 8kg traue ich mich nicht meiner 35kg Briardhündin aufzupacken.
        Meine lasse ich nicht mehr als 3 Kilo tragen, etwa 10% ihres Trockengewichtes. Nun sind Retriever Hd-mäßig ein wenig vorbelastet, allerdings ist sie auch ziemlich bewegungsfreudig und mit mehr Gewicht fehlt ihr dann doch ein wenig die Motivation

        Äh, toller Bericht bis jetzt. Freue mich auf die fehlenden Tage und viele (Hunde-)Bilder.

        Gruß, Q
        Zuletzt geändert von qnze; 24.09.2008, 18:11.
        Lassen Sie mich Arzt, ich bin durch...!

        Kommentar


        • bv
          Erfahren
          • 11.10.2007
          • 143

          • Meine Reisen

          #5
          AW: 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

          Hei,
          danke fuer die Rueckmeldungen.

          @ arippich: Jo, das ist unser vierjaehriger Hovawart. Kennst dich gut aus. Die Standartfrage lautet normalerweise: Ist da ein grosser Golden Retriever

          Man sagt (so auch die Hersteller der Taschen), dass ein Hund in der Regel ein Drittel bzw. wenn er gut trainiert ist die Haelfte seines Koerpergewichtes tragen kann. Zusaetzlich sollten die Packtaschen sehr gut passen. Ist ja irgendwie logisch . Wir sind mit unseren Modellen jedenfalls sehr zufrieden.
          Unsere Hunde stehen sehr gut im Training. Sogar der Hovawart wird im Gespann mittrainiert und laeuft bis an die 15km gemeinsam mit den Huskies und zieht dabei wie die Pest.

          Tja, leider sind einige Rassen HD vorbelastet. Da ist es schon vernueftig ihnen nicht soviel aufzulasten. Die Hauptsache ist doch, dass der Vierbeiner mitkommt.

          Morgen werde ich dann neue Bilder und etwas Text reinstellen!

          Bis denne!

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          • bv
            Erfahren
            • 11.10.2007
            • 143

            • Meine Reisen

            #6
            AW: [NO] 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

            Also weiter,

            8.9
            Der Regen haelt bis zum Mittag an. Wir haben nichts dagegen und machen es uns im Zelt gemue0tlich. Nach dem gestrigen Tag tut es gut ein wenig die Beine zu entspannen. Das ewige ueber die Steine laufen hat doch ganz schøn geschlaucht. Gegen Mittag kommt dann die Sonne raus. Wir packen unsere Sachen, was immer schneller geht. Nach einer Woche auf Tour kommt langsam Routine in die ganze Sache.


            Heute wollen wir nicht so lange gehen und setzten uns das ca. 5km entfernte Bielvvannet als Tagesziel. Nach kurzer Zeit liegt das Stuevatnet lange hinter uns und wir steigen in das Loahccavaggi ab und folgen diesen. Das Tal wird vom Krokelva durchflossen und mutet mit seinen Schilfinselchen und Wollgraswiesen lieblich an. Der volle Kontrast zum gestrigen Tag.



            Abstieg ins Loahccvaggi

            Wir halten uns an der rechten Hangseite um die morastigen Feuchtgebiete in der Talsohle zu umgehen. Oberhalb des Bielvvannet hat man einen fantastischen Ausblick auf die Strecke der kommenden Tage. Vor uns erstreckt sich eine flache Hochebene gespickt mit unzaehligen Seen. Diese muss als naechstes durchquert werden. Fuer heute ist aber erst einmal genug. Wir finden an einem alten Lagerplatz, der vor kurzem, wie wir spaeter erfahren, von Sami auf der Reindrift genutzt wurde, noch etwas Holz, so dass wir noch ein Feuerchen entzuenden kønnen. Am Abend hat sich auch die letzte Wolke verzogen, so das es der erste wird an dem wir einmal laenger draussen sitzen kønnen.





            9.9.

            Ein tolles Wetterchen empfaengt uns heute Morgen. Sonne pur, Windstille und die Fische springen wie verrueckt im See. Perfekte Bedingungen fuer einen Ruhetag. Der Tag vergeht mit Angeln, Lesen, Schlafen und Essen. Was man halt an so einem Tag macht.


            Lecker Fisch

            10,9.
            Wieder Kaiserwetter. Wir befinden uns in einer Hochdrucklage, wie sich spaeter rausstellen wird, die die naechsten 2 Wochen anhaelt. Ausserdem ist heute Jagdanfang. Da wir uns mindestens 2-3 Tagesmaersche von der naechsten menschlichen Ansiedlung befinden, hoffen wir auf geringeren Jagddruck. Man hat das Gefuehl das dieser Tag heilig in Norwegen ist. Scharenweise fallen Jaeger aus dem ganzen Land in die Finnmark ein. Da wird auch schon einmal der Helikopter oder das ATV benutzt.
            Wir marschieren am Bielvvannet vorbei und steuern auf den Nagicahka zu.




            Hier treffen wir auf einen Rentierzaun dem wir eine Weile folgen. Dieser bildet gleichzeitig die Grenze zu Troms. Irgenwann biegt der Zaun ab, wir halten uns aber gen Suedwest. Jetzt durchqueren wir die Ebene die wir vor 2 Tagen erblickten. Das Laufen ist angenehm einfach auf dem von Flechten und Moos bedeckten Boden. Immer wieder muessen wir kleine Baeche ueberqueren. Am Nachmittag steigen wir zum Hoallojavri auf, wo wir unser Lager aufschlagen. Das nørdlichen Ende des Sees ist von vielen Blockhalden und einigen kleinen Felswaenden umgeben. Perfektes Gelaende fuer Fjellryper, denke ich mir. Also schnappe ich mir die Flinte und Anouk und mache mich noch auf einem kurzen Pirschgang.


            Fjellryper (Bergschneehuehner) sind im Gegensatz zu Liaryper, welche man in den niedrigeren Høhenlagen vorfindet, schwerer fuer den Hund zu finden, da sie sich sehr stark am Boden bewegen und somit quasi verschiedene Spuren legen. Ein unerfahrener Hund bemerkt das Huhn an sich zu spaet und dieses flattert fuer den Jaeger unerreichbar fort. Zusaezlich sind Fjellryper aufgrund ihres steingrauen Federkleids perfekt getarnt.
            Nach ca. 1 Stunde erfolglosen Suchens mache ich mich auf den Rueckweg, als Anouk pløtzlich wie zur Salzsaeule erstarrt stehen bleibt. Irgendetwas hat sie in der Nase. Ich mache mich schussklar und schleiche mich behutsam an. Als ich bei Anouk angekommen bin, gebe ich ihr das Kommando „Voran“. Pløtzlich flattern in bester Schussentfernung ca. 10 Ryper auf.
            Mjt 2 Stueck komme ich zum Lager zurueck. Wir lassen uns diese in Butter gebraten mit Kartoffelbrei zum Abendbrot munden. Schøner kann das Leben, besser gesagt das Villmarksliv nicht sein, denke ich mir.


            Fortsetzung folgt....
            Zuletzt geändert von bv; 28.09.2008, 22:58.

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            • Gast-Avatar

              #7
              AW: [NO] 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

              Ich finde den Bericht immer besser. Sorry, dass ich nur mit 4 Sternen gevoted habe!! Kann ich jetzt nicht mehr ändern.

              Auf GENAU so eine Tour abseits der Wege..mit vielen süssen Hunden...Fischen und leckeren Schneehühnern...hätte ich jetzt Lust. Wenn ich die Fotos sehe, läuft mir schon das Wasser im Munde zusammen ;)

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              • bv
                Erfahren
                • 11.10.2007
                • 143

                • Meine Reisen

                #8
                AW: [NO] 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

                Zitat von Nat Bergtroll Beitrag anzeigen
                Ich finde den Bericht immer besser. Sorry, dass ich nur mit 4 Sternen gevoted habe!! Kann ich jetzt nicht mehr ändern.

                Auf GENAU so eine Tour abseits der Wege..mit vielen süssen Hunden...Fischen und leckeren Schneehühnern...hätte ich jetzt Lust. Wenn ich die Fotos sehe, läuft mir schon das Wasser im Munde zusammen ;)
                Hei,
                das mit dem voting ist doch nebensæchlich.

                Kann so eine Tour wirklich nur empfehlen. Kann nur soviel sagen, dass die næchsten Tage noch etwas fisch - und huhnlastiger werden

                Ich hoffe, dass ich die Fortsetzung naechsten Montag reinsetzen kann. Hab am WE leider keine Zeit , da es noch einmal zum Hundetraining drei Tage auf die Vidda geht

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                • Ari
                  Alter Hase
                  • 29.08.2006
                  • 2555

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: [NO] 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

                  Danke für den schönen Bericht und die stimmungsvollen Fotos.

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                  • Zwiebelforscher
                    Alter Hase
                    • 15.03.2005
                    • 4537

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: [NO] 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

                    Einfach nur genial! Hut ab!
                    Spinat schmeckt am besten, wenn man ihn kurz vor dem Verzehr durch ein saftiges Steak ersetzt!

                    Kommentar


                    • Onyx
                      Fuchs
                      • 21.06.2007
                      • 1082

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: [NO] 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

                      Wie immer ein toller Bericht von dir, Danke.
                      Die Wahrheit ist ein wegloses Land

                      - Northernworld.de | Bilder von Unterwegs
                      - Bewaehrungsprobe.de | Das Outdoor Portal

                      Kommentar


                      • Rainer Duesmann
                        Fuchs
                        • 31.12.2005
                        • 1639

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: [NO] 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

                        Bin tief beeindruckt!

                        Vielen Dank,
                        Rainer
                        radioRAW - Der gesellige Fotopodcast

                        Kommentar


                        • bv
                          Erfahren
                          • 11.10.2007
                          • 143

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: [NO] 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

                          Heia,
                          weiter gehts...

                          11.9.
                          Der heutige Tag soll uns zum Jeardnejohka fuehren. Gegen 10 Uhr stopfen wir unsere Sachen in die Rucksaecke. Die werden gluecklicherweise jeden Tag leichter, da immer mehr von der Ausruestung in den sich leerenden Hundepacktaschen verschwindet.Wir entscheiden uns auf dem Høhenruecken østlich des Hoallojavri entlang zu gehen und steuern direkt auf den 752m hohen Cahcesuohppatpaivi. Der gut 7 km entfernte Berg sieht richtig gross in diesem flachen Gelaende aus. Die klare nordische Luft und die Weite der Landschaft taeuschen grosse Entfernungen und Høhenunterschiede vor, wenn man bedenkt, dass nur eine Differenz von 100 Høhenmeter auf 7km in unserem Falle vorliegt. Wir kommer super voran. Das Laufen auf dem leicht morastigen Boden ist angenehm entspannend. Nach gut 2 Stunden stehen wir auf dem Huegel, nachdem wir rund eine halbe Stunde nach einem verlorengegangen Objektivdeckel gesucht haben.
                          Hier oben herrscht eine frische Brise. Der Ausblick ist jedoch so schøn, dass wir uns trotz des Windes fuer die Mittagspause entscheiden. Hinter einem Stein finden wir Schutz. Ein Blick auf die Essensvorraete zeigt, dass es bald Zeit wird in Richtung Masi aufzubrechen um diese wieder etwas aufzufuellen, und um Hundefutter zu kaufen.

                          Der Jeardnejohka ist nicht mehr weit von hier und der Abstieg ins Tal ist spielend einfach. Hier herrscht ein Wirrwarr aus trockenen Fluss- und Bachlaeufen. Wie in einem Labyrinth suchen wir uns einen Weg zum Fluss. Hier treffen wir auf frische Spuren von Rentieren. Es muessen Tausende gewesen sein.


                          Gegen 16 Uhr finden wir einen geschuetzten Lagerplatz, wo wir unser Zelt aufschlagen.

                          12.9.
                          Wir wollen dem Fluss bis zum Badjeluoppal folgen und steigen auf den dammartigen Høhenruecken hinter unserem Lagerplatz auf.


                          Von hier hat man einen tollen Ausblick auf den weiteren Streckenverlauf. Wir sind uns nicht sicher ob wir dem Tal folgen wollen oder auf dem Bergruecken oberhalb des Flusses. Da das Tal uns zu steinig erscheint und das Wetter ausserdem Fernsicht verspricht, entscheiden wir uns fuer Variante Nummer 2. Wir queren ohne Probleme den Fluss und steigen auf ein paar Høhenmeter ueber den Fluss auf. Wieder einmal kommen wir gut voran und sehen den Jeardnejohka glitzernd unter uns im Tal maeandrieren. Der Berghang auf welchen wir uns befinden, wird immer wieder von kleinen Baechen durchzogen, die im Laufe der Jahrtausende schluchtaehnliche Bachbetten geformt haben. Diese bilden auch einen perfekten Lebensraum fuer Fjellryper. Es dauert nicht lange, bis wir auf welche treffen. In dem Moment als wir gerade in so ein steiniges Bachbett absteigen wollen, flattern gut 15 Stueck aufgescheucht davon. Zum Glueck fliegen sie nicht weit davon und landen nach gut 20m wieder im Bachbett.


                          Jetzt heisst es die Gunst der Stunde zu nutzen. Also, Flinte raus und Hunde an die Leine. Langsam schleiche ich mich gegen den Wind an die Huehner an und habe auch bald eins im Visier. Der Schuss sitzt. Aufgeregt flattern die Restlichen auf und setzen sich abermals nicht weit entfernt nieder. Ein Zweites zum Abendbrot wære perfekt, denke ich mir und robbe auf allen Vieren in Richtung Huehner. Diese sind nun deutlich unruhiger. Diesmal geht der Schuss vorbei. .Mist!!! Nichts mit Nummer 2 zum Abendbrot, denke ich. Irgendwie haben diese Tiere keinen Lerneffekt und setzen sich abermals nicht weit entfernt nieder. Also wieder auf allen Vieren angeschlichen und etwas tiefer angelegt. Mit Nummer 2 komme ich zu Kati und den Hunden zurueck. Weiter gehts Richtung Badjeluoppal.




                          Am Nachmittag erblicken wir den See. Er liegt traumhaft schøn vor uns. An einer Seite wird er von einem kleinem Birkwældchen umgeben, welches in den schønsten Herbstfarben erstrahlt. Ein paar Vøgel zwitschern. Zudem hat der Jeardnejohka an der Einmuendung ein Flussdelta erschaffen, in dem sich Schwaene und Enten im Herbst tummeln. Jetzt wird einem bewusst, wie karg die Landschaft der vergangen Tage war. Vor uns zeigt sich ein kleines Paradies, was von Leben nur strotzt.
                          Heute wird der Aufbau des Zeltes verschoben, da die Fische im See nur so springen. Mit fast jedem Wurf bekomme ich einen an die Angel. Nach 10 Stueck mache ich Schluss. 3 fuer jeden sollten wohl reichen. Den Rest bekommen die Hunde. Wir beschliessen, dass es Fisch zum Abendbrot sein soll. Die Ryper gibts die naechsten Tage.






                          Am Abend entzuenden wir ein Feuer und lassen uns die Fische schmecken. Wæhrend ich auf das stille Wasser schaue, lasse ich die Ereignisse der letzten Sunden und Tage noch einmal Revue spazieren. Genau wegen solchen Eindruecken und Erlebnissen, wie die Entdeckung unseren kleinen „Paradieses“, ist man auf Tour denke ich mir.

                          13.9.
                          Ruhetag natuerlich!. Was sonst!.




                          14.9.
                          Wir laufen Richtung Masi. Direkt am Badjeluoppal beginnt ein Wandeweg, der direkt in zwei Tagen in die kleine samische Gemeinde fuehrt. Er ist im Laufe der Jahre von den ATVs (Quads= Gelaendefahrzeuge welche zb. die Sami und kommerzielle Reiseanbieter nutzen) ausgefahren worden. Wie eine graue Schlange zieht er sich durch das Gelaende.
                          Trotz alle dessen das man auf ihm gut vorankommt hasse ich ihn!!!!
                          Die Freiheit der letzten Tage ist wie verschwunden. Dieser sch...Weg gibt einen die Richtung vor, wo man langlaufen wird. Kati sieht das Ganze nicht so verbissen und meint, dass ich nicht so rumnørgeln soll. Schliesslich sollen wir auch bald in Jotka sein. Mit der Abmachung, dass wir hinter Masi wieder querfeldein gehen werden halte ich meinen Mund.
                          Gegen Mittag zeigt sich wieder einmal das die Finnmark ein Dorf ist. Wir treffen einen Samen, den ich vom letzten Jahr von der Reindrift auf Seiland her kannte. Wir unterhalten uns ueber Gott und die Welt. Erst nach ueber einer Stunde kommen wir weiter. Unterwegs werden wir ein paar Mal von AtTVs ueberholt , die Jaeger in die Umgebung bringen.
                          Wir laufen lieber!!!!


                          15.9.
                          Nur Weg!
                          Ja, ich bin ja schon ruhig.
                          Zuletzt geändert von bv; 29.09.2008, 21:11.

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                          • Ari
                            Alter Hase
                            • 29.08.2006
                            • 2555

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: [NO] 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

                            Toll wie Ihr es schafft die Atmosphäre mit Euren Fotos einzufangen, meinen Respekt. Man will die Lungen vollsaugen mit der frischen, klaren Luft .

                            OT:
                            Schade nur, dass ich fast ein ganzes Jahr warten muß bevor ich wieder nach Norwegen darf

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                            • Ranger
                              Erfahren
                              • 15.12.2004
                              • 435

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: [NO] 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

                              Ein wirklich toller Bericht! Danke dafür.

                              Ich freu mich schon wenns weiter geht.

                              Grüße Robert
                              Gruß
                              Robert

                              www.roberthaasmann.com

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                              • bv
                                Erfahren
                                • 11.10.2007
                                • 143

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: [NO] 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

                                Nun der letzte Teil,...

                                16.9.
                                Die letzte Nacht haben wir an einem See eine gute Stunde vor Masi verbracht. Wir sind frueh auf den Beinen, da die Ausicht auf frisches Brot und Schoki zu verlockend ist.


                                Gegen Mittag trudeln wir an dem kleinen Laden, der zugleich Tanke, Post und Cafee ist, ein. Gespannt ob das, wie vorher abgesprochen von Arne deponierte Hundefutter auch wirklich hier ist, betreten wir den Laden. Alles OK. Der versprochene Sack steht in der Ecke und nachdem die Vierbeiner versorgt sind, kommen wir an die Reihe. Der Laden hat alles zu bieten und der Einkaufswagen ist bald randvoll. Wir machen es uns auf den Baenken vor dem Laden bequem. Jeder der mal auf Tour war kennt das schøne Gefuehl sich mit Schokolade und Eis vollzustopfen. Wæhrend ich mir mein viertes Eis reinschiebe, kommen 3 Jæger mit Atvs cool und læssig auf uns zu gebraust und klagen uns ihr Leid, wie schlecht doch die Jagd dieses Jahr wære. Sie hauen sich ein paar Bier hinter und duesen dann wieder davon. Komische Kunden.


                                Mit vollem Magen stapfen wir die Huegel hinter Masi hoch. Der Schweiss rinnt. Heute ist mit gut 20 Grad der waermste Tag. Wir folgen dem offiziellen Wanderweg gen Mollesjok einige Kilometer, bevor wir gen Norden abbiegen um wieder auf uns allein gestellt zu sein. Gegen 18H fængt die Dæmmerung an und es wird Zeit einen geeigneten Zeltplatz zu finden. Dies fællt nicht schwer. An einem kleinen See errichten wir unser Lager mit kostenlosen Panoramablick ueber das Tal des Kautokeinoelvas.


                                17.9.
                                Als wir heute aufwachen, herrscht starker Nebel. Wir kønnen kaum die Hunde sehen, welche nur ca. 20m vom Zelt angebunden sind. An ein Weitergehen ist nicht zu denken. Da hilft nur eins : Abwarten und Tee trinken.


                                Gegen 14h wird es besser. Wir entscheiden uns unsere Sachen zu packen und loszuwandern. Nachdem die letzten Nebelfelder verschwunden sind, kommt die Sonne raus. Wieder ein toller Wandertag. Vom 586m hohen Bavttasoaivi haben wir einen tollen Ausblick ueber die gesamte Westvidda. Unter uns liegt in der Ferne der Ijesjavri, Finnmarks grøsster See, dahinter die Berge von Skoganvarre. Herrlich.


                                Am Buolzjavri schlagen wir unser Lager auf. Trotzdessen, das wir so spæt gestartet sind, haben wir unser vorher geplantes Tagesziel geschaft. Die Landschaft hier ist Ostsee- æhnlich. Ein Sandduene nach der anderen. Echt bizarr.


                                Als wir gerade unser Zelt errichten wollen, høren wir auf einmal Hundegebell. Alles klar. Jæger als Nachbarn. Es dauert nicht lange, als wir ein Grunzen vernehmen. Das Geræuch ist wohl bekannt. Rentiere. Erst eins, dann zwei,.....hundert,..nein hunderte. Innerhalb von Minuten ist unser Lagerplatz umzingelt von Hunderteten von Rentieren, die gerade auf ihre Winterweiden getrieben werden. Die Hunde sind gluecklicherweise mehr als verdutzt um auf irgendwelche dumme Gedanken zu kommen. Rechtzeitig bekommen wir sie noch an die Kette. Innerhalb von wenigen Minuten ist das Spektakel vorbei. So schnell wie sie gekommen sind, so sind sie auch verschwunden. Nicht schlecht. Da sitzt man auf einmal Mitten in ner Rentierherde.




                                Die letzten Tage
                                Ja, Jotka war bald erreicht. Hier wartete schon Karin auf uns. Wir verbrachten die Zeit mit Reiten, Schlittenhunde trainieren, Kanu fahren und natuerlich leckerem Essen, Rentier in allen Variationen.



                                Fazit:
                                Eine wunderbare Tour. Alles hat gut geklappt, auch wenn man sich im Vorfeld ein paar Gedanken gemacht hat, ob es mit fuenf Hunden møglich ist auf Tour zu gehen. Landschaftlich sehr reizvoll und voller Kontraste. Leider ist das Gebiet zwischen Masi und Jotka von vielen ATV - Wegen durchzogen, so das das Einsamkeitsgefuehl schon mal auf der Strecke bleiben kann. Aber wieder hat sich bewiesen : Die Finnmark ist ein wunderbarer Abenteuerspielplatz.

                                Ich hoffe, ihr konntet euch einen kleinen Eindruck von der Tou rverschaffen.

                                Vi snakkers!

                                Ben (Von neuen Touren træumend)

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                                • Daniel1981
                                  Erfahren
                                  • 17.09.2006
                                  • 141

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: [NO] 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

                                  wunderschöner bericht. vielen dank.
                                  gibt es ne packliste von der tour?

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                                  • bv
                                    Erfahren
                                    • 11.10.2007
                                    • 143

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    AW: [NO] 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

                                    Zitat von Daniel1981 Beitrag anzeigen
                                    gibt es ne packliste von der tour?
                                    Hei Daniel, werde mich mal ransetzen und eine erstellen.

                                    Bis spaeter

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                                    • bluezook
                                      Erfahren
                                      • 14.02.2008
                                      • 261

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      AW: [NO] 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

                                      Super Tourenbericht und echt tolle Bilder.
                                      Hast du bei deinen Hunden keine Probleme das sie mal stiften gehen? Wäre mir da bei meinem Husky nicht so sicher ob er die Chance für einen mehr oder weniger kleinen Ausflug nicht nutzen würde.

                                      ANDY
                                      abenteuer.wandern
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                                      • Daniel1981
                                        Erfahren
                                        • 17.09.2006
                                        • 141

                                        • Meine Reisen

                                        #20
                                        AW: [NO] 3 Wo Westfinnmark mit Kløvhunder

                                        hei ben,

                                        schon mal besten dank. freue mich drauf.

                                        Kommentar

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