[SE] 16 Tage Frust und Lust, Höhen und Tiefen: Anfänger im Sarek

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  • Mika Hautamaeki
    Alter Hase
    • 30.05.2007
    • 3949

    • Meine Reisen

    AW: [SE] 16 Tage Frust und Lust, Höhen und Tiefen: Anfänger im Sarek

    Vielen DAnk nochmal für den tollen Bericht einer traumhaften Tour.
    So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
    A. v. Humboldt.

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    • Ljungdalen
      Fuchs
      • 28.08.2017
      • 1680

      • Meine Reisen

      AW: [SE] 16 Tage Frust und Lust, Höhen und Tiefen: Anfänger im Sarek

      Zitat von Bresh Beitrag anzeigen
      So schlimm ist es auf dem Kungsleden gar nicht..
      Hm... naja... doch.

      Unser Kungsledenergebnis im August '19:
      • Nikkaluokta - Kebnekaise Fjällstation (bzw. bis Abzweig Tarfala) über 50 (eher 100) Leute plus dauernd Hubschrauber
      • Brücke Guobirvággi - Singi 20-30 Leute
      • Singi alle ca. 50 Schlafplätze belegt + über 10 (eher 20) Zelte in der Umgebung


      Und an den restlichen 6 Tagen bis Katterat *insgesamt* unter 20 Leute (die meisten in/bei Hütten).

      Zitat von Bresh Beitrag anzeigen
      ...am Tag des "Finales" des Fjällräven Classic dort..
      ...und das war eine Woche VOR Start des Fjällräven Classic.

      Natur natürlich trotzdem schön, keine Frage. Sind ja selber Teil dieser "Massen". Hat auch Vorteile, wenn sich das so konzentriert

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      • Mortias
        Fuchs
        • 10.06.2004
        • 1023

        • Meine Reisen

        AW: [SE] 16 Tage Frust und Lust, Höhen und Tiefen: Anfänger im Sarek

        Zitat von Freedom33333 Beitrag anzeigen
        Und so genieße ich denn, nachdem das Zelt steht und ich mir mein Abendessen und einen Tee gekocht habe, meinen letzten Abend des Urlaubs in der Natur am Ende doch noch wie gewünscht:

        In Stille.
        Und Einsamkeit.
        An einem Strand sitzend.
        Die Wellen des Wassers beobachtend.
        Vor einem wunderschönen Sonnenuntergang.
        Voller neuer und toller Erinnerungen.
        Zurückblickend in den Sarek.
        Eine wirklich vortreffliche Wortwahl und ein unheimlich stimmiger Abschluss Deines Berichts, der sehr schön Deine Emotionen und Eindrücke beschreibt. Geht mir meist sehr ähnlich am Ende solch einer Tour.

        Landschaftlich hat mir jetzt auch noch der Abstecher zur Ulldevisduottar-Ebene echt gut gefallen. War mal ne schicke Abwechslung, da ich den Abschnitt sonst nur vom Kungsleden aus kenne. Und kann diesen Kulturschock gut nachvollziehen, wenn man nach der langen Einsamkeit dann auf einmal unter sovielen Menschen ist. Ging mir bei meiner Tour letzten Sommer ähnlich, da ich sie auch in Saltoluokta beendet habe und da grad ne Hochzeitsgesellschaft tagte.

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        • Freedom33333
          Dauerbesucher
          • 09.09.2017
          • 638

          • Meine Reisen

          AW: [SE] 16 Tage Frust und Lust, Höhen und Tiefen: Anfänger im Sarek

          Tag 17, Sonntag 15.9.2019 & Tag 18, Montag 16.9.2019: Kebnats - Gällivare - Lulea - Stockholm - Deutschland

          Die Abreise verläuft unspektakulär. Von Kebnats mit dem Bus nach Gällivare und von dort mit dem Zug nach Lulea. In Gällivare bin ich beim Essen in einem asiatischen Restaurant doch sehr erstaunt über die Menge, die ich dort vertilgen kann – und glaube nicht, dass ich in meinem Leben jemals so viel auf einmal gegessen habe. Abgenommen habe ich in den 2 Wochen übrigens trotz 2500kcal am Tag etwa 3-4kg.

          In Lulea schaffe ich es gerade noch vor Ankunft einer Gruppe von vielleicht 80 Leuten mein Gepäck abzugeben – in Anbetracht des kleinen Flughafens und nur einem offenen Termimal erspare ich mir dadurch knapp eine Menge Stress. Beim Flug-Zwischenstop in Stockholm nehme ich dieses mal den Bus vom Inlandsflugterminal zum Auslandsflugterminal und muss daher nicht – wie beim Hinflug – durch den Flughafen hetzen und erneut an einer Sicherheitsschleuse anstehen.

          Fazit:
          #1: Im Okober 2018 habe ich meinen ersten Trekking-Urlaub absolviert. Im April 2019 einen weiteren in Schottland. Und nun war ich im Sarek. Wer hier mitliest und sich denkt „Ach, so einen Wilderniss-Trekking-Urlaub will ich auch mal irgendwann machen: Noch vor 18 Monaten saß ich zuhause am PC, las einen Reisebericht über Schottland, Regen, eine Bothy und eine Maus - und dachte mir: „Mensch, sowas müsstest du auch mal machen!“. Und oft höre ich von Freunden und Bekannten dasselbe. Einzig und allein: Sie machen es nicht. Es gilt nunmal: Gestern ist besser als heute. Einfach machen. Und nicht immer denken „Das sind diese Trekking-Leute die das machen, das bin ja nicht ich“. Jedenfalls sofern man es sich zutraut. Etwa auf dem Kungsleden kann man wohl ohne Weiteres von Hütte zu Hütte laufen und trotzdem – wie ich – komplette Wildnis erleben, wenn man sich mal ein paar Kilometer vom überlaufenen Pfad wegtraut.

          #2: Der Sarek ist wirklich eine tolle Gegend und landschaftlich extrem abwechslungsreich. Prägend ist das Laufen durch Täler, links und rechts begrenzt durch hohe Berge - stets mit einem Fluss in der Mitte. Die Motive dadurch haben mich immer wieder begeistert. Auch Block- und Geröllfelder finden sich teils bereits in den Tälern, vor allem aber in höheren Lagen. Ebenso besteht die Möglichkeit, Gipfel zu besteigen oder Hochebenen mit ihrer tollen Weite zu erkunden. Auch Passüberquerungen sind möglich. Anspruchsvolle Stellen gab es zwar auch ein paar, aber ingesamt war die Strecke gut zu machen. Gestrüpp und Bäume finden sich freilich auch. Bedingt durch die Jahreszeit waren die Flussdurchquerungen nie ein Problem im Sinne von „Hier komme ich nicht rüber“, nur wenige Male ging das Wasser bei stärkerer Strömung bis zum Oberschenkel. Über die Anfängergeeignetheit kann und will ich hier aber keine Stellungnahme abgeben, da die Voraussetzungen und Wahrnehmungen doch zu unterschiedlich sind – und ich bereits in Schottland einiges an "Wildnis" erlebt habe.

          #3: Schottland vs. Schweden: Beides hat seinen Reiz. Die Landschaft ist komplett anders. Der erste Wandertag in Tarraloupal hätte auch in Schottland sein können und hat mir sehr gut gefallen. Der Sarek – und nur den kann ich beurteilen – ist am Ende landschaftlich aber doch ein ganzes Stück abwechslungsreicher. Schottland besteht zumeist aus grünen oder braunen Wiesen – und die Sümpfe sind tiefer. Skandinavien scheint mir um einiges steiniger.

          #4: Wildnis & Einsamkeit: Lässt sich auch über die Jahreszeit herbeiführen. In den Northwesthiglands im April sind mir weniger Menschen begegnet als im Sarek. Insofern erstaunt es mich, dass einige Bekannte – als ich vom Trekken in Schottland erzähle – die Wildnis in Frage stellten und bei Schweden sofort beeindruckt waren. Wildnis gibt es auch in Schottland – und anspruchsvolle Touren kann man da genauso laufen. Es kann aber gut sein, dass die Wildnis dort zur Hauptreisezeit schwieriger zu finden ist.

          #5: Frust und Lust: War von Anfang bis Ende mein ständiger Begleiter, auch wenn sich die Wahrnehmung mit der Zeit verschiebt und man mehr "gewohnt" ist. Selbst am letzten Tag – die Zeltplatzsuche, kaputt durch die Landschaft stolpern, Frust – und eine Stunde später den Sonnenuntergang am Wasser genießen. Aber erst das durchleben von weniger schönen Momenten lässt einen die schönen Momente um so mehr wertschätzen.

          # 6: Das Wetter: Wenn ich mir so im Nachhinein die Bilder anschaue hatte ich eigentlich gar nicht mal so schlechtes Wetter. Klar, die Tage mit Sonnenschein sind oft die schönsten – die Tage etwa im Niejdariehpvagge und Alggavagge waren gefühlt herausragend. Aber auch Nebel, Wolken und Regen erzeugen eine tolle Atmosphäre. Selbst die beiden Tage im Nebel waren auf ihre Art und Weise absolut einzigartig. Einzig und allein auf den Tag im Sarvesvagge hätte ich auch verzichten können. Was ich mir gewünscht hätte, wären sternklare Nächte gewesen – bis auf den Tag mit den Nordlichtern war der Himmel eigentlich immer in Wolken gehüllt. An einem der dunkelsten Orte Europas ist das natürlich schade. Gerne wäre ich einmal unter freiem Himmel mit Blick auf die Sterne eingeschlafen. Trotzdem bin ich natürlich mega dankbar für die eine Nacht.

          # 7: In unserem gesellschaftlichen Leben interagieren wir von morgens bis abends mit anderen Menschen, führen Gespräche, schließen Transaktionen ab und bezahlen in Geld. Wir treffen den ganzen Tag Entscheidungen in Bezug auf unsere Arbeit, Geld und menschliche Interaktion. Das macht für mich auch den Reiz eines solchen Trekking-Urlaubes – und das Streben nach Wildnis – aus. Das ist eine völlig andere Welt. Solo Trekking gibt einem dieses unbändige, unbeschreibliche, unnachahmliche Gefühl von Freiheit – in dem man wirklich loslässt. Es geht nicht darum, dass die Anwesenheit von (vielen) Menschen / Struktur etwas negatives wäre, es geht darum, dass die Abwesenheit etwas Besonderes ist. In Bezug auf Wildnis kommt noch ein weiterer Aspekt hinzu – im Wissen, dass um einen herum keine menschliche Hilfe verfügbar ist den Urgewalten der Natur ausgeliefert zu sein - und damit klarzukommen. Egal wie stark der Wind ist, egal wie nass der Regen ist, egal wie trostlos die Umgebung dann ist – das Zelt muss aufgebaut und es muss überlebt werden. Wo hat man dieses Gefühl in unserem täglichen, sicheren und bequemen Leben heute schon noch?

          # 8: Eines habe ich vermisst: Die Ruhe und Zeit aus meinen letzten beiden, sehr viel weniger knapp geplanten Urlauben – in einer Hütte sitzen, ein Buch lesen, über den Sinn des Lebens mit einem Notizbuch philosophieren, einen Schluck Whisky trinken (der mir auch nur in Schottland schmeckt) und die Seele baumeln lassen. Und die Tour so planen, dass man ohne schlechtes Gewissen mal einen oder mehrere Tage an einem Ort verbringen kann. Andererseits: Würde ich auf einen einzigen der Tage im Sarek, auf eine einzige Aussicht, auf ein einziges Erlebnis verzichten wollen? Ich denke nicht. Im Übrigen bin ich - für mich erstaunlich - aus Schweden trotz der körperlichen Belastung genauso erholt zurückgekommen, wie von den deutlich entspannteren Touren in Schottland.

          #9. Man kann eben nicht immer alles haben – und sollte alles mal ausprobieren. Welcher Art mein nächster Urlaub sein wird? Ich mag beides. Keine Variante ist besser als die andere. Sie ergänzen sich. Denkbar, dass zunächst ein gemütlicherer Schottland-Urlaub folgt und danach wieder ein Wilderness-Trekking Urlaub, entweder in Norwegen oder in Island.

          Danke fürs Lesen.
          Zuletzt geändert von Freedom33333; 12.02.2020, 09:38.

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          • evernorth
            Fuchs
            • 22.08.2010
            • 1504

            • Meine Reisen

            AW: [SE] 16 Tage Frust und Lust, Höhen und Tiefen: Anfänger im Sarek

            Schönes Fazit, Albrecht. Vielen Dank dafür.
            Ich bin mir aber sehr sicher ( schreibst du ja auch ), dass du schon bald nach NO/SWE/IS zurückkehren
            wirst. Der Nordland - Virus hat dich längst gepackt.
            My mission in life is not merely to survive, but to thrive; and to do so with some passion, some compassion, some humor and some style. Maya Angelou

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            • pekra62
              Dauerbesucher
              • 02.03.2012
              • 722

              • Meine Reisen

              AW: [SE] 16 Tage Frust und Lust, Höhen und Tiefen: Anfänger im Sarek


              Tolles Fazit, das ich voll unterschreiben kann

              Wobei ich deinen Sprung von zwei Touren in Schottland direkt in den Sarek noch immer sehr beachtlich finde.
              Es ist dort anscheinend nicht mehr so leer, wie es mal war. Aber das Fehlen von Brücken und Hütten und die Entfernung zum nächsten Ausstieg machen ihn doch einiges weniger "anfängertauglich", so dass ich den meisten empfehlen würde, erstmal auf den markierten Routen Erfahrung zu sammeln.

              Es geht nicht darum, dass die Anwesenheit von (vielen) Menschen / Struktur etwas negatives wäre, es geht darum, dass die Abwesenheit etwas Besonderes ist.


              Zu deinem #8: In der Nachsaison auf einer markierten, wenig begangenen Route mit Hütten, könntest du auch dieses Defizit in Lappland ausgleichen

              Vielen Dank,
              Peter

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              • vobo

                Erfahren
                • 01.04.2014
                • 481

                • Meine Reisen

                AW: [SE] 16 Tage Frust und Lust, Höhen und Tiefen: Anfänger im Sarek

                Vielen Dank für den schönen Bericht. Sehr ausführlich hast Du Deine Stimmungen beschrieben, dadurch konnten Lust und Frust wunderbar nachvollzogen werden.

                Besonders hat mich gefreut, dass Du am Ende mit der Hochebene Dir noch ein unbekanntes Highlight suchen konntest. Ich finde es immer besonders schön, wenn sich neue Blicke und Perspektiven eröffnen, wo es so bisher noch keine Berichte zu gab.

                Super dass alles so gut geklappt hast - und ich freue mich für Dich auf weitere Reisen in den Norden!

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                • Freedom33333
                  Dauerbesucher
                  • 09.09.2017
                  • 638

                  • Meine Reisen

                  AW: [SE] 16 Tage Frust und Lust, Höhen und Tiefen: Anfänger im Sarek

                  Zitat von theslayer Beitrag anzeigen
                  Sehr schön, ich erinnere mich genau an dieses Gefühl am Ende meiner Sarek-Tour 2018: Ein Gemisch zwischen "ich will nicht in die Zivilisation zurück" und "Ich hab soo Bock auf nen frischen Salat"
                  Das Saltoluokta überlaufen ist, finde ich zwar auch, du hättest dir trotzdem das geniale und bezahlbare Frühstück nicht entgehen lassen sollen
                  Danke fürs mitnehmen auf diese Tour, es kommt fernweh auf!

                  Liebe Grüße
                  Daniel
                  Zitat von Mortias Beitrag anzeigen
                  Eine wirklich vortreffliche Wortwahl und ein unheimlich stimmiger Abschluss Deines Berichts, der sehr schön Deine Emotionen und Eindrücke beschreibt. Geht mir meist sehr ähnlich am Ende solch einer Tour.

                  Landschaftlich hat mir jetzt auch noch der Abstecher zur Ulldevisduottar-Ebene echt gut gefallen. War mal ne schicke Abwechslung, da ich den Abschnitt sonst nur vom Kungsleden aus kenne. Und kann diesen Kulturschock gut nachvollziehen, wenn man nach der langen Einsamkeit dann auf einmal unter sovielen Menschen ist. Ging mir bei meiner Tour letzten Sommer ähnlich, da ich sie auch in Saltoluokta beendet habe und da grad ne Hochzeitsgesellschaft tagte.
                  Ich danke euch. Ich habe über diese Situation im Nachgang auch noch ein wenig nachgedacht und mich gefragt, warum ich nicht vor Ort bleiben wollte. Und Ich denke, es liegt auch einfach an der eigenen Erwartung. Hätte ich mit etwas derartigem gerechnet bzw. vorher gewusst, wie zivilisationsnah diese Hütte liegt, hätte ich mich emotional darauf einstellen können und die Gelegenheit genutzt, mit anderen Trekkenden vor Ort ein Bier zu trinken. Wäre es wie Aktse gewesen hätte ich das auch definitiv getan. (Wären ODSler anwesend gewesen sowieso.)

                  Aber wenn man in eine gemütliche Bar geht, um gute Gespräche zu führen, weil man jemanden längere Zeit nicht gesehen hat und dann ist es doch mit Tanzfläche und es wird laute Musik gespielt, dürften ja auch die wenigsten sagen "Ok, dann tanzen wir halt". Ähnlich dürfte es mir vor Ort gegangen sein – der Übergang hat mich völlig unerwartet getroffen und ich konnte bzw. wollte mich nicht spontan emotional umstellen. Ich war einfach noch zu sehr im Wilderness-Modus und wollte einen passenden Abschluss für die Tour. Aber vor Ort hatte ich das Gefühl, ich wäre mitten in der Wildnis in eine Stadt marschiert.

                  Zitat von Hapi Beitrag anzeigen
                  ...sehr schöne Bilder und das Wetter ist ja durchaus nice danke!
                  Dankeschön! Ja schönes Wetter hat schon was. Aber ich nehme lieber etwas mehr Wolken als die Mückenplage im Sommer bei schönerem Wetter. Wobei mich so ein bisschen mehr Schnee im Sarek auch gereizt hätte.

                  Zitat von Blahake Beitrag anzeigen
                  Wow, wenn ich mir die Bilder von Deinem letzten Tourtag so ansehe, sollte ich auch mal einfach ein paar Hundert Meter abseits des Weges gehen. Ist ja auch mal eine Option, falls man wieder mal in die Verlegenheit kommt, einen Weg zu gehen, den man schon kennt.
                  Danke für den schönen Bericht!
                  Besten Dank! Ja kann ich auf jeden Fall empfehlen. Wobei der Aufstieg auf die Ebene schon eher anstrengend war durch den Busch, aber da oben bis wieder nach unten lief es sich dann quasi fast wie auf dem Kungsleden. Beim letzten Tourtag war es glaube ich aber auch einfach das Wetter das mit den Wolken eine einzigartige Atmosphäre gezaubert hat.

                  Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
                  Ich hätte gern noch mehr gelesen , aber alles hat nun mal ein Ende. Vielen Dank für diesen Bericht, ich bin gedanklich gerne mitgelaufen
                  Ich bin ehrlich gesagt doch auch ein wenig froh, mit dem Reisebericht jetzt durch zu sein, der Zeitaufwand ist schon vorhanden. In der Zeit hätte ich ja schon längst meinen nächsten Urlaub planen können. Auf Basis von Reiseberichten hier im Forum. Na, dann habe ich ja doch alles richtig gemacht. Vielen Dank nochmal jedenfalls an dich für dein mehrfaches Feedback.

                  Zitat von DerNeueHeiko Beitrag anzeigen
                  Ja, vielen Dank fürs virtuelle Mitnehmen!
                  Dort am Sarek-Nordrand will ich schon seit 2014 mal herumlaufen, du hast das wieder ein paar Plätze nach vorn geschoben auf der TODO-Liste. Könnte das ja mal für diesen Sommer einplanen...
                  MfG, Heiko
                  Ich hoffe doch auf die Verwirklichung und auf einen Bericht. Danke!

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                  • Freedom33333
                    Dauerbesucher
                    • 09.09.2017
                    • 638

                    • Meine Reisen

                    AW: [SE] 16 Tage Frust und Lust, Höhen und Tiefen: Anfänger im Sarek

                    Zitat von Mika Hautamaeki Beitrag anzeigen
                    Vielen Dank nochmal für den tollen Bericht einer traumhaften Tour.
                    Vielen Dank! In der Tat kommen einem, wenn man sich die eigenen Bilder im Alltag so anschaut, manchmal Zweifel ob man wirklich da war oder das nur geträumt hat - beim Einnicken am Schreibtisch.


                    Zitat von evernorth Beitrag anzeigen
                    Ich bin mir aber sehr sicher ( schreibst du ja auch ), dass du schon bald nach NO/SWE/IS zurückkehren
                    wirst. Der Nordland - Virus hat dich längst gepackt.
                    Ich würde hier nur Schottland schon mit dazuzählen, die ganze Stimmung / Atmosphäre (jedenfalls in den Northwesthighlands) ist vergleichbar. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt darauf, mal mit den neuen Erfahrungen in Schottland trekken zu gehen und zu schauen, ob mir dann irgendetwas fehlt. Das kann ich wahrscheinlich erst beim direkten Vergleich mit dem Wissen über Skandinavien feststellen. Vielen Dank für dein Feedback.

                    Zitat von vobo Beitrag anzeigen
                    Vielen Dank für den schönen Bericht. Sehr ausführlich hast Du Deine Stimmungen beschrieben, dadurch konnten Lust und Frust wunderbar nachvollzogen werden.

                    Besonders hat mich gefreut, dass Du am Ende mit der Hochebene Dir noch ein unbekanntes Highlight suchen konntest. Ich finde es immer besonders schön, wenn sich neue Blicke und Perspektiven eröffnen, wo es so bisher noch keine Berichte zu gab.

                    Super dass alles so gut geklappt hast - und ich freue mich für Dich auf weitere Reisen in den Norden!
                    Dankeschön! Und nochmal Danke für deinen tollen Reisebericht Sarek zum 50ten, der ja Tom inspiriert hatte, dem ich mich schließlich angeschlossen hatte. Insofern war dein Bericht kausal für meine konkrete Tourplanung.

                    Falls demnächst mal wieder jemand dort den Kungsleden an der Hochebene vorbeiläuft, der auch noch etwas Zeit hat und eine neue Perspektive für einen Reisebericht einbringen will: Ich glaube die zweite Option mit der ich gespielt habe – rauf auf die Ebene im Westen und dann zum Sjäksjo – wäre noch frei. Beim Abstieg nahe dem Rasek kann ich aber nicht einschätzen, wie unproblematisch der ist.

                    Zitat von pekra62 Beitrag anzeigen

                    Tolles Fazit, das ich voll unterschreiben kann

                    Wobei ich deinen Sprung von zwei Touren in Schottland direkt in den Sarek noch immer sehr beachtlich finde.
                    Es ist dort anscheinend nicht mehr so leer, wie es mal war. Aber das Fehlen von Brücken und Hütten und die Entfernung zum nächsten Ausstieg machen ihn doch einiges weniger "anfängertauglich", so dass ich den meisten empfehlen würde, erstmal auf den markierten Routen Erfahrung zu sammeln.



                    Zu deinem #8: In der Nachsaison auf einer markierten, wenig begangenen Route mit Hütten, könntest du auch dieses Defizit in Lappland ausgleichen

                    Vielen Dank,
                    Peter
                    Danke dir . Du hast natürlich Recht, die Entfernung zur nächsten Straße bzw. Zivilisation war im Sarek natürlich am Ende doch um einiges länger als in Schottland, was die Anfängerfreundlichkeit doch um einiges reduziert. Ein Satellitengerät hätte ich vor Ort auch nicht missen wollen.

                    Das hatte mich übrigens auch einmal kurz emotional ein wenig in Schottland westlich von Kinlochewe gestört, nämlich das Wissen, dass am Ende des - komplett einsamen - Tals eben doch eine Straße liegt und ich binnen weniger Stunden in der Zivilisation sein könnte.

                    Letztlich hatte ich in Schottland eben auch schon einiges Solo erlebt -etwa mehrere Stunden flussaufwärte marschieren bis ich eine furtbare Stelle gefunden hatte, das Zelt in der Dämmerung nicht wiederfinden und am Gorm Loch Mor eine Weile verunsichert rumstehen, auf welchem steilen Hang es denn jetzt weitergehen soll - insofern war für mich persönlich der Sprung gar nicht so groß.

                    Und danke für den Tipp, ich werde mich diesbezüglich auch nochmal informieren, etwas einsamere Hütten müssten ja auch in Skandinavien zu finden sein.

                    edit: Ich habe noch 2 Screenshots vom Garmin im zweiten Post eingefügt, jeweils rot markiert die Campspots (ungefähr frei Hand).
                    Zuletzt geändert von Freedom33333; 20.02.2020, 09:37.

                    Kommentar


                    • pekra62
                      Dauerbesucher
                      • 02.03.2012
                      • 722

                      • Meine Reisen

                      AW: [SE] 16 Tage Frust und Lust, Höhen und Tiefen: Anfänger im Sarek

                      Und danke für den Tipp, ich werde mich diesbezüglich auch nochmal informieren, etwas einsamere Hütten müssten ja auch in Skandinavien zu finden sein.
                      Saltfjellet in Norwegen. Gut von Bodø aus zu erreichen. Dort eine Tour zu zweit Anfang September ohne Zelt gemacht. Jeden Abend eine gemütliche oder urige Hütte. Wähend der ganzen Woche keine "Mitbewohner" gehabt

                      Peter

                      https://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php/75310-NO-Saltfjellet-September-2013-von-L%C3%B8nsdal-nach-Glomfjord?highlight=Saltfjellet
                      Zuletzt geändert von pekra62; 20.02.2020, 12:55.

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                      • andrea2
                        Dauerbesucher
                        • 23.09.2010
                        • 806

                        • Meine Reisen

                        AW: [SE] 16 Tage Frust und Lust, Höhen und Tiefen: Anfänger im Sarek

                        Endlich hab ich es geschafft den Bericht bis zum Ende zu lesen. Vielen Dank für das Teilen deiner vielfältigen Eindrücke, Erlebnisse und auch der einen oder anderen Panne. Sowohl die positiven als auch die negativen Eindrücke kann wohl fast jeder aus eigenen Erfahrungen nachvollziehen. Es hat großen Spaß gemacht dich durch den Sarek zu begleiten.

                        Gräme dich nicht, dass du die vermeidlich falsche Seite des Sarvesvagges genommen hast. Ich habe die Südseite auch in keiner guten Erinnerung.

                        Deine Nordlichbilder sind toll geworden. Ich fotografiere auch mit der Sony α 6000, und hader immer mit dem Fokus im Dunkeln. Unendlich ist definitiv unscharf und bei Dunkelheit kann ich manuell nicht fokussieren, da man durch den digitalen Sucher dann nichts mehr sehen kann. Meist hab ich bei klarem Wetter schon abends den manuellen Fokus auf z.B. Berge am Horizont eingestellt, aber auch das war nicht richtig befriedigend. Im letzten Urlaub hatte ich schon gar keine Lust mehr es zu probieren.

                        Noch ein paar Worte zum Luohttoláhko, da ich in einem Zitat erwähnt wurde, und zum Sarek überhaupt. Ja, warum will man aufs Luohttoláhko? Bei uns ist es sicher schon nicht mehr ganz rational, da ist einfach noch eine Rechnung seit vielen Jahren offen, und dann ist es einfach eine faszinierende Landschaft. Wenn man Bilder bei schönem Wetter sieht, ist es unglaublich beeindruckend. Bei Regen und Nebel ist es aber sicher auch eine Gegend die man nicht unbedingt braucht.

                        Ich hab schon ganz oft hier in Reiseberichten und Vorbereitungsfäden geschrieben, dass es sicher einsamere Gegenden gibt als den Sarek, die auch wunderschön sind. Für uns stellte sich ja nun die Frage lange nicht ob wir da hin wollen, war es uns mit Hund doch sowieso verwehrt. Ja, und trotzdem hat es uns im ersten Urlaub ohne Hund wieder in den Sarek gezogen. Die hohen Berge, die Gletscher die großen Täler mit den Flüssen und dann natürlich auch die Abgeschiedenheit üben einfach einen großen Reiz aus.

                        Interessant ist immer wieder wie unterschiedlich doch das Wetter ist. Wir versanken am Morgen des 15.09.19 am anderen Ende des Sarek im Schnee und in Kebnat war nichts davon zu sehen.

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                        • woelfchen
                          Erfahren
                          • 20.03.2010
                          • 254

                          • Meine Reisen

                          AW: [SE] 16 Tage Frust und Lust, Höhen und Tiefen: Anfänger im Sarek

                          Danke für den Bericht! Das Sarvesvagge ... ja, ich hing da auch ziemlich hilflos im Weidengestrüpp, den Tränen nahe und hätte am Liebsten alles niedergemäht Hatte ich schon fast vergessen. Wir wären allerdings am Ende in Saltoluokta geblieben, auch wenn uns der Betrieb vollkommen überfordert hätte. Das Abendmenü incl. Vorstellung ist TOP!!! Vor allem nach so einer Tour kommt das einem mindestens 10mal so lecker vor, wie es tatsächlich ist. Im Ernst, ich empfinde die Küche dort als Erstklassig.

                          Und, wann geht es das nächste mal auf Tour?

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                          • Freedom33333
                            Dauerbesucher
                            • 09.09.2017
                            • 638

                            • Meine Reisen

                            Zitat von andrea2 Beitrag anzeigen
                            Endlich hab ich es geschafft den Bericht bis zum Ende zu lesen. Vielen Dank für das Teilen deiner vielfältigen Eindrücke, Erlebnisse und auch der einen oder anderen Panne. Sowohl die positiven als auch die negativen Eindrücke kann wohl fast jeder aus eigenen Erfahrungen nachvollziehen. Es hat großen Spaß gemacht dich durch den Sarek zu begleiten.
                            Danke dir Rückwirkend erinnert man sich an die Pannen um so mehr und hat damit auch insgesamt lebendigere Erinnerungen, insofern schaden sie nicht.

                            Zitat von andrea2 Beitrag anzeigen
                            Gräme dich nicht, dass du die vermeidlich falsche Seite des Sarvesvagges genommen hast. Ich habe die Südseite auch in keiner guten Erinnerung.
                            Das höre ich doch gerne

                            Zitat von andrea2 Beitrag anzeigen
                            Deine Nordlichbilder sind toll geworden. Ich fotografiere auch mit der Sony α 6000, und hader immer mit dem Fokus im Dunkeln. Unendlich ist definitiv unscharf und bei Dunkelheit kann ich manuell nicht fokussieren, da man durch den digitalen Sucher dann nichts mehr sehen kann. Meist hab ich bei klarem Wetter schon abends den manuellen Fokus auf z.B. Berge am Horizont eingestellt, aber auch das war nicht richtig befriedigend. Im letzten Urlaub hatte ich schon gar keine Lust mehr es zu probieren.
                            Da die Gelegenheit und der Sachbezug aufgrund meiner Nordlichter-Fotos da ist und den Bericht vielleicht auch Leute lesen, die mit demselben Setup Sterne fotografieren wollen, möchte ich hierzu noch ein paar Worte sagen.

                            Ich war vor einigen Monaten, glaube im Januar wars, wieder einmal mit der Sony A6000 und dem KIT-Objektiv unterwegs, im Karwendelgebirge, und kann bestätigen, dass der Fokus auf unendlich nichts taugt.

                            Foto #1: Fokus auf unendlich


                            Die weiteren Versuche mit hyperfokaler Distanz waren für mich als Fotografie-Anfänger dagegen sehr erfreulich. Ich habe hierfür auf ein Objekt im Vordergrund fokussiert, einmal eine (Sich leider im Wind bewegende) Tanne, einmal auf den Winterraum der Hütte. Auf die Berge im Hintergrund zu fokussieren war natürlich nicht möglich, aber die Hütte und den Baum konnte ich jeweils fürs manuelle Fokussieren mit meiner Stirnlampe anleuchten und dann scharfstellen.


                            Foto #2


                            Foto #3


                            Zitat von woelfchen Beitrag anzeigen
                            Danke für den Bericht! Das Sarvesvagge ... ja, ich hing da auch ziemlich hilflos im Weidengestrüpp, den Tränen nahe und hätte am Liebsten alles niedergemäht Hatte ich schon fast vergessen. Wir wären allerdings am Ende in Saltoluokta geblieben, auch wenn uns der Betrieb vollkommen überfordert hätte. Das Abendmenü incl. Vorstellung ist TOP!!! Vor allem nach so einer Tour kommt das einem mindestens 10mal so lecker vor, wie es tatsächlich ist. Im Ernst, ich empfinde die Küche dort als Erstklassig.

                            Und, wann geht es das nächste mal auf Tour?
                            Ja, eine Machete hätte geholfen. Aber am Ende gehört es halt alles dazu. Man lernt ja auch für sich, bei der nächsten Tourplanung grüne Stelle auf der Karte kritisch zu beäugen.

                            Die nächste Tour. Der Schottland-Urlaub für Ende April war fix und fertig gebucht vor Monaten, dieses Wochenende sollte es losgehen. Man habe ich mich auf die entspannten Tage in Bothys mit Kaminfeuer und im Kerzenschein gefreut.

                            Ansonsten war der Plan, entweder im August eine der Island-Touren von Evernorth nachzulaufen oder eine der Schweden/Norwegen Touren hier ausm Forum im September, die Auswahl ist ja groß. Gibt keine bessere Informationsquelle für die Urlaubsplanung als die Reiseberichte hier im Forum.

                            Bei der derzeitigen Lage hoffe ich einfach darauf, demnächst wieder Mehrtagestouren in den Alpen machen zu dürfen. Vielleicht kaufe ich mir, eine entsprechende Lockerung der Regeln vorausgesetzt, auch ein Packraft und paddel irgendeinen Fluss runter mit voller Ausrüstung oder in einem Seen-Gebiet. Wenn man nur in Deutschland Urlaub machen darf für ein Jahr wärs halb so wild, lernt man mal das eigene Land besser kennen.

                            Bis dahin vertreibe ich mir einfach die Zeit mit den vielen tollen Reiseberichten hier im Forum.
                            Zuletzt geändert von Freedom33333; 21.04.2020, 21:36.

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