Kurzberichte: Mohrin August 2025

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    Kurzberichte: Mohrin August 2025

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    Wegweiser zu den verschiedenen Fahrten:





    Mohrin August 2025
    Wir wollten mal wieder eine Nacht im Wald verbringen, für Andrea das erste Mal im Zelt nach der zweiten Knieoperation. Wo geht das besser als in Polen? Überall im Land verteilt gibt es Waldstücke, in denen man legal campieren darf (Karte). Und da ich ja nun schon zweimal von der polnischen Waldpolizei abkassiert wurde, wollte ich diesmal genau solch ein Waldstück ansteuern.
    Wir tuckern also Samstag gegen ¾1 los. Noch in Berlin meldet sich die Tankanzeige. Natürlich fahren wir die 80km nach Osten auf Reserve durch, bis wir in Küstrin ankommen und günstig in Polen tanken können. Kein Grenzstau.
    Anschließend gibt es noch den Lebensmitteleinkauf im Intermarché. Rapsöl 1L 1.17€, neue Kartoffeln 1kg 23 Cent, das ist schon günstiger als bei uns.

    Um 4 tuckern wir weiter, jetzt durch die Neumark Richtung Norden. In Neudamm/Dębno gibt es ein Eis und Bargeld aus dem Automaten. Überall laufen Männer in polnischen Vorkriegsuniformen herum, in Küstrin und Neudamm laufen Volksfeste aus. Wird hier des Beginns des Warschauer Aufstands gedacht? (1. August 44), oder feiert man das fröhliche Kriegstreiben Anfang der 20er Jahre, als Polen in aggressiver Manier seinen Lebensraum nach Osten erfolgreich gegen die Russen erweiterte? (völlig unerwarteter Sieg der Polen im August 1920 über die Rote Armee an der Weichsel, Welt.de)

    Eine ¼h später sind wir wieder unterwegs. Es geht in ein großes Waldgebiet fernab von Hauptstraßen. Zum Schluss führt uns das Garmin-Navi 3km über einen wirklich grenzwertigen Feld- und Waldweg. Tiefe Spurrillen, große Pfützen sind zu durchqueren. Die Pfützen mit ihrem extrem trüben Wasser (Algenblüte?) prüfe ich vorher mit einem Stock auf festen Grund, alles iO, das Mini-Auto kommt durch.

    ¼6 erreichen wir das Ziel, ein als Parkplatz mit überdachter Sitzbank ausgewiesener Platz am See:
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    Unser See in der Abendsonne:
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    Der See liegt sehr ruhig und hat schön klares Wasser. Anfangs sind noch Angler mit 2 Autos und einem Schlauchboot mit uns am See, ein kleines Lagerfeuer qualmte vor sich hin, aber die fahren bald nach Hause.
    Andrea ist noch skeptisch, ob wir hier legal übernachten können. Ich gebe ihr dann die Nutzungsbedingungen zu lesen, woraufhin sie entspannter wird.
    So richtig tief sind wir jetzt nicht in den Wald gegangen. Der ausgewiesene Parkplatz am See schien uns schon schön genug. Die Öffnung der Waldgebiete erfolgte für Bushcraft- und Survival-Aktivitäten. Andrea ist mit zwei Krücken unterwegs, das kommt schon nahe an eine Survival-Aktivität.
    Man findet an dem See auch noch mindestens 3 alternative Plätzchen, jeweils mit einem kleinen Sandstrand, an dem man gut übernachten könnte, und an die man sogar mit dem Auto herankommt.

    Auch nachts fällt mir auf, wie extrem ruhig es hier ist. Es sind keinerlei Verkehrsgeräusche zu hören, außer ab und zu in weiter Ferne wenige Flugzeuge. Der nächste kleine Ort ist 2km entfernt, Kleffer sind nicht zu hören, nichts.
    Mich wundert allerdings auch, warum im Wald zZ nur so wenige Vögel zu hören sind. Ganz selten ein paar Kolkraben, und auch kleine Piepmätze lassen sich nur selten mal hören.
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    Am nächsten Tag um ½10 geht es los, wir fahren ½h bis in die Kleinstadt Mohrin/Moryń. Mohrin wurde erstmals 1306 als Stadt erwähnt. Durch ihre Lage fernab aller wichtigen Handelsrouten kam es allerdings nicht zu einer nennenswerten Entwicklung, es blieb ein kleines Ackerbürgerstädtchen. So hat sich der mittelalterliche Grundriss der Stadt weitgehend erhalten. Mohrin ist auch heute noch von der fast vollständig erhalten gebliebenen mittelalterlichen Stadtmauer umgeben. Nur die Stadttore wurden geschliffen, das letzte erhaltene Stadttor gegen Ende des Krieges zerstört.

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    Mohrin liegt am Mohriner See/Jezioro Morzycko und der Schlibbe/Słubia:
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    Der Mohriner See ist mit 60.7m einer
    der tiefsten Seen Polens. Die Wasserqualität ist noch relativ gut, das Vorkommen von Characeen, Krebsschere und Maränen belegen das.
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    Entlang der Seeuferpromenade sind lebensecht aussehende Figuren aus dem eiszeitlichen Bestiarium ausgestellt:
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    Die Größe soll stimmen, sogar der Kunstpelz macht einen relativ echten Eindruck.

    Da sind sie alle:
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    Auf einer Schautafel mit den Vögeln, die man in diesem Gebiet beobachten kann, wird auch eine Eisente dargestellt. Diese seltene Art haben wir leider nicht beobachten können. Bei den Wasservögeln auf meinem Foto handelt es sich nur um Nilgänse, also eine invasive Art aus Afrika, die sich in den letzten Jahren immer mehr ausbreitet:
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    Anschließend geht es auf die Burg, die sich nördlich der Stadt befindet.
    Weg zur Burg:
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    Zu antiken Zeiten siedelten hier in der Gegend germanische Stämme. Auf einer Karte habe wenige Kilometer westlich von Morin einen gotischen(?) Steinkreis entdeckt, finde ihn aber nicht mehr wieder. … Völkerwanderung …. Im 10. Jhdt existierte eine slawische Burg auf einer Insel im See. Im Zuge der zweiten deutschen Ostexpansion wurde das Gebiet dann von deutschen Siedlern erschlossen. Insgesamt haben sich vom 12. bis 13. Jhdt ~200.000 Deutsche in Richtung Osten auf den Weg gemacht. Sie folgten dem Ruf polnischer Fürsten, die über so genannte ›Lokatoren‹ gezielt Siedler anwarben, um ihre Ländereien wirtschaftlich zu stärken.
    In einem Aufruf der Magdeburger Kirche heißt es 1108:
    "Die Heiden sind zwar verworfen, aber ihr Land ist erstaunlich reich an Fleisch, an Honig, an Mehl, an Vögeln: Deswegen, Sachsen, Franken, Lothringer, Flamen, ihr berühmten Weltenbezwinger, auf! Hier könnt Ihr Euer Seelenheil erwerben und, wenn es Euch gefällt, noch das beste Siedelland dazu."
    Im Jahr 1360 begannen die Wittelsbacher im Bereich der alten Slawenburg mit dem Bau einer steinernen Burg. In der Burg lebten sieben Ritter, und ein Burggraf. Aber schon gegen 1390 wurde die Burg von pommerschen Rittern zerstört und ist bis heute als Ruine erhalten. Von den Ziegel- und Steinmauern des Erdgeschosses sind Fragmente erhalten. Erst in den allerletzten Jahren wurde der altehrwürdige Baumbestand auf dem Burghügel abgeholzt und die Reste der Burg freigelegt (Luftbild).
    Im Mittelalter war die Burg noch vollständig von Wasser umgeben, mittlerweile ist sie durch fortschreitende Verlandung zu einer Halbinsel geworden.

    Burgtor:
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    Eine alternative Geschichte berichtet, wie es dazu kam, dass die Burg zerstört wurde:
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    Die Sage von Mathilde, der verzauberten Burggräfin auf Stolzenburg
    Wo heute nichts als Trümmer und steinerne Ruinen ragen, stand einst ein gewaltiges Schloss der Wittelsbacher. Die Magdeburger Markgrafen hatten es den Besitzern übertragen, damit sie als Burggrafen in Mohrin und auf den Straßen, die nach der Stadt führten, für Recht und Ordnung sorgten. Indes mehrten sich nach einer gewissen Zeit die Überfälle auf Reisende. Die Herren der Stolzenburg selbst waren es, die sich, sei es aus langer Weile, sei es aus allzu menschlicher Habgier, als Raubritter betätigten, um mit der Beute die weitläufigen Kellergewölbe ihrer Burg anzufüllen. Der letzte Burggraf dieses Geschlechts war bereits im fortgeschrittenen Alter, als er sich eine junge Frau von außerordentlicher Schönheit zur Gemahlin nahm, was damals wie heute nicht gerade von Besonnenheit zeugt.
    Die schöne Mathilde, denn so hieß die leichtlebige junge Frau, langweilte sich als bald an der Seite ihres so gar nicht mehr jungen Gatten. Das Leben als Burggräfin hatte sie sich anders vorgestellt! Immerhin waren da ja noch die bereits erwähnten Reichtümer, die in den unterirdischen Gewölben des Schlosses schlummerten. Hier fand Mathilde Trost und schöpfte hemmungslos aus dem vollen: Für ihre zahlreichen Reisen an den Stettiner und den Magdeburger Hof benötigte sie ebenso viele Gewänder sowie, selbstredend, Bedienstete. Das Vermögen des einfältigen alten Burggrafen schmolz dahin wie Schnee in der Sonne. Er sah sich gezwungen, allerwege seine Güter zu verpfänden und Geld zu leihen, um den stets neuen Capricen seiner jungen Frau nachzukommen und sie bei sich zu halten. Wann immer er murrte und sie ermahnte, ihr gemeinsames Vermögen nicht zu verschleudern, zahlte die schöne Mathilde ihm dies mit Spott heim. Die Streitereien pflegte sie mit der - nicht von der Hand zu weisenden - Bemerkung zu beenden, er hätte sich eben keine so junge Frau nehmen sollen. Schließlich kam es so weit, dass der Burggraf ehrlos wurde und sämtliche Güter verlor, woraufhin sich seine bisherigen Kumpane und vermeintlichen Freunde von ihm abwandten.
    Eines Tages, als er am Ufer des Sees über sein Schicksal sinnierte, erblickte er eine vierspännige Kutsche, die von Mohrin kam. Sie war schwarz wie die Nacht, rabenschwarze Rappen bildeten das Gespann. Der Kutsche entstieg ein junger, vornehm gekleideter Mann. Er verneigte sich tief vor dem Burggrafen und sagte:
    “Euer Gnaden! Mein Herr ist gewillt, Euch aus der Not zu helfen und bereit, alle Schulden zu übernehmen. Darüber hinaus kann er es anstellen, dass ihr tagtäglich im Morgengrauen ein Goldstück in eurer Kammer vorfindet.”
    “Mein lieber Mann! Euch schickt Gott der Herr!” antwortete der Graf überrascht.
    “Nun, der vielleicht nicht gerade, aber ein anderer Herr, dem sehr an dir gelegen ist”, murmelte der Bote in seinen Bart. Laut sagte er zu dem Grafen: "Ein Wort genügt, und der Pakt ist besiegelt. Das Wort eines Edelmannes ist bindend, nicht wahr?”
    “Nun denn, hier hast du mein Ehrenwort!" Der junge Mann stieg in die Kutsche, flugs galoppierten die Pferde dahin, woher sie gekommen waren.
    Der erstaunte Burggraf kehrte in sein Schloss zurück. Bereits im Schlosshof kam ihm seine Angetraute entgegen. Sie machte ihm schwere Vorwürfe, er habe ihr ein Goldstück vorenthalten und dieses in seiner Kammer versteckt. In unverändert strengem Ton verlangte sie, er möge die Dienerschaft anweisen, die Pferde fertig zu machen, denn sie wolle am folgenden Tag nach Küstrin fahren, um dort Besorgungen zu tätigen. Nun kannte das Erstaunen des altenburggrafen keine Grenzen mehr wer mochte der seltsame Bote gewesen sein? Ein seltsamer Geruch, wie von Schwefel, hatte ihn umgeben. "Um Himmels willen!!" Der Teufel muss ihn geschickt haben!! Ach, ich Unglückseliger, was habe ich nur getan?”
    Mathilde hatte nicht aufgehört, ihrem Ärger lautstark Luft zu verschaffen. Jäh unterbrach der alte Burggraf ihre Schimpftiraden mit dem strikten Verbot, die Burg zu verlassen und weiterhin sein Vermögen zu verschleudern. Das war zu viel für die junge Ehefrau.
    “Du alter Trottel, was fällt dir ein, mir Befehle zu erteilen! Zum Herumkommandieren hättest du besser eine Eselin geheiratet. Aber mit mir nicht, du vertrockneter Geizhals!”
    “Schweig, Mathilde!”
    “Ich bin noch nicht fertig! Jawohl, eine Eselin, das wäre die beste Partie für dich, du alter knickriger Esel!”
    "Dass du zur Eselin würdest!”, entfuhr es dem wutentbrannten Burggrafen. In diesem Moment vernahm man einen Donnerschlag: Mathildens Gesicht und schließlich der ganze Kopf namen Eselszüge an.
    Mathilde brach ob dieser unvorteilhaften Verwandlung in Tränen aus. Sie rannte davon und schloss sich in ihrer Kammer ein, wo sie einige Tage später aus Verzweiflung starb.
    Der Burggraf, der sich durch diese unerwarteten Ereignisse nun wieder ungebunden sah, fand wie versprochen jeden Morgen in seiner Kammer ein Goldstück vor. Da nun niemand mehr da war, der das Geld hätte ausgeben können, sammelte sich in den Gewölben unter der Burg ein immer größerer Goldschatz an. Eines Abends erschien erneut der Gesandte des Teufels und verkündete, er sei gekommen, um den frischgebackenen Witwer zu holen. Der gab sich erstaunt und meinte, er wisse nicht, wovon die Rede sei, woraufhin der erzürnte Höllenbote ihn an sein Ehrenwort erinnerte. Der Burggraf erwiderte: “Du Tölpel! Weißt du nicht, dass ein Edelmann, der seine Ehre verloren hat, kein Edelmann mehr ist und somit auch sein Ehrenwort nichts mehr gilt?”
    Der Teufel musste diese Niederlage einstecken, fluchte Pech und Schwefel und stieg in seine Kutsche, wobei er vor Wut so heftig mit seinem Schwanz um sich schlug, dass die Burg zerstört wurde.
    Seit Jahrhunderten erscheint, immer in der Johannisnacht, die durch einen Eselskopf entstellte Gestalt einer Frau in der Ruine der Mohriner Burg. Es heißt, wenn ein junger Mann sie auf den Mund küsst, soll sie ihre ursprüngliche Schönheit zurückerlangen und den Jüngling nicht nur mit ihren Reizen belohnen, sondern auch mit den Schätzen, die in den Burgverliesen verborgen liegen.


    Ich bin nicht ganz sicher, ob sich diese Sage tatsächlich auf die Mohriner Burg bezieht, aber eine Schautafel stellt dies so dar.
    Um eventuellen Reklamationen seitens der Leser vorzubeugen, sei darauf hingewiesen, dass die Sage durchaus nichts darüber berichtet, ob die Dame mit ihrem neuen Kopf auch einen neuen Charakter bekommen mag. Wer also sein Glück versuchen möchte, nur zu, jedoch auf eigenes Risiko!

    Strandareal:
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    Einbaum im Entstehen, von Größe und Form unterscheidet er sich nicht von der zentralafrikanischen Variante:
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    Das Areal gehört mittlerweile einem privaten Touristikunternehmen und beherbergt Unterkünfte, Restaurant, Konferenzraum, Werkstätten, Surfschule und wohl auch ein Kinderferienlager:
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    Alte deutsche Truhe:
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    Keramikwerkstatt:
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    An der Grenze in Hohenwutzen stehen wir diesmal tatsächlich 1½km im Stau, eine ½​h verloren wegen der deutschen Grenzkontrollen und einer Ampel über die zZ nur einspurig befahrbare Brücke über die Oder.

    Insgesamt war es wieder eine interessante Tour ins Nachbarland. Der Übernachtungsplatz war nahezu Spitze, den würden wir wieder aufsuchen, vielleicht im Frühjahr, wenn auch mehr Vogelgezwitscher zu hören ist. Natürlich verkneife ich mir hier, den genauer zu bezeichnen, dazu liegt er zu nahe an Berlin.
    Zuletzt geändert von Spartaner; 29.08.2025, 06:45.

  • carolinenord
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    #2
    Hallo Spartaner,

    Danke für den netten kleinen Bericht aus Polen. Unsere Sommerradtour sollte uns dieses Jahr auch nach Moryn und weiter durch Polen führen. Leider hatte der "Verletzungsgott" anderes vor.

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    • Spartaner
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      #3
      Na, das wird sicher noch was mit eurer Tour durch Polen.

      Wir waren letztes WE noch einmal in der Gegend.
      Samstag Abend zieht der Regen ab:
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      Morgens ½8 Nebelschwaden auf dem See:
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      Das Wasser war warm, die Luft für August in unseren Breiten ziemlich kalt, so um die 6°C. Andrea badet trotzdem.

      Nach einem ausgedehnten Frühstück, einigen Tierbeobachtungen (Blindschleiche, Erdkröte, Kraniche) fahren wir Mittags nach Königsberg in der Neumark/Chojna. Wie in Mohrin drei Wochen zuvor hat auch diese Kleinstadt eine weit zurückreichende Historie. Und wie Mohrin war sie von einer mittelalterlichen Stadtmauer umgeben, die auch heute noch in etlichen Teilen erhalten geblieben ist.
      Die Straßen und Gassen der Altstadt stammten noch 1945 aus frühester Zeit, und innerhalb der im 13. und 14. und zu Anfang des 15. Jahrhunderts entstandenen Stadtmauer hatten die Zeugnisse mittelalterlicher Baukunst ihren festen Platz: das Schwedter und das Bernickower Tor, das Augustinerkloster, das Rathaus und das hoch aufragende Wahrzeichen der Stadt: die Marienkirche. Zusammen mit den Bürgerhäusern der friedlich daliegenden, in sich ruhenden Altstadt ergab sich für Besucher ein Eindruck, der Königsberg den Beinamen "das märkische Rothenburg" eintrug.

      Allerdings wurde die Stadt Ende des 2. Weltkrieges sehr stark zerstört. 2 Wochen nach Einnahme der Stadt durch die Rote Armee wurde sie angezündet. Dreiviertel der Altstadt innerhalb der Stadtmauer und große Teile der Bebauung vor den Toren brannten ab und waren zerstört. Noch im Jahre 1951 bot sich die Innenstadt "wie ein großer Park" dar: auf den Trümmern der Häuser wuchsen Bäume und Strauchwerk, und der Blick schweifte darüber ungehindert hinweg vom Bernickower zum Schwedter Tor (Blick auf die Ruinen des Rathauses 1946 von vorne und 1958 von hinten).

      Das Rathaus und in jüngster Zeit die imposante Marienkirche wurden in den letzten Jahrzehnten wieder weitgehend original aufgebaut, die Gebäude des ehemalige Augustinerkloster haben die Brandschatzung 1945 nahezu unbeschadet überstanden. Aber der Charakter der Stadt "Märkisches Rothenburg" ist vollständig verlorengegangen. Die Bebauung aus polnischen kommunistischen Zeiten ist nun nicht gerade ansehnlich, und auch danach ist nicht viel passiert. Ok, ein bisschen doch. Die Nachwendebebauung östlich des Rathauses ist architektonisch so ein bisschen angelehnt an die Altbebauung aus deutscher Zeit (Foto, ja, das ist alles neu gebaut, hier stand nach dem Krieg nichts mehr).
      Die Armut ist hier greifbar, etliche sind abgewandert, manche pendeln zum Arbeiten täglich bis Berlin.

      Das historische Rathaus von Königsberg:
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      Reste der Stadtmauer:
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      Zuletzt geändert von Spartaner; Gestern, 07:10.

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