[PL] [DE] Oder Oder? Von Nowa Sol nach Eisenhüttenstadt

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    [PL] [DE] Oder Oder? Von Nowa Sol nach Eisenhüttenstadt

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Wo Ent und Weder sich küssen
    und ihren Namen büßen müssen,
    entsteht aus diesem Kuss
    der Oder-Fluss.

    Alte schlesische Volksweisheit


    7. August 2021

    So genau ist nicht mehr festzustellen, wer die Idee zu einer Paddeltour auf der Oder hatte - Frau November oder ich. Schnell stand aber fest, dass unter verkehrlichen Gesichtspunkten für den Einstieg am ehesten Nowa Sol (Neusalz) in Frage kam, gerade noch in der Wojewodschaft Niederschlesien - per Bahn nur einen Umstieg und weniger als dreieinhalb Stunden vom Berliner Hauptbahnhof entfernt.

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ID: 3080344

    Dunkel erinnerte ich mich an einen Reisebericht von Spartaner, und unter Umgehung der forumseigenen Suchfunktion fand ich ihn sogar wieder.

    123 km ergab eine zusammengeklickte Entfernungsmessung bis Eisenhüttenstadt auf mapy.cz. Das würde es erlauben, binnen eines verlängerten Wochenendes wieder zu einem komfortablen Austiegspunkt zum Regionalverkehr nach Berlin zu kommen. Auf die amtliche Flusskilometrierung ist nicht immer Verlass, weil sie auch inzwischen begradigte Abschnitte enthält.

    In Nowa Sol besorgten wir noch Wasser für die ersten anderthalb Tage und bauten dann im verwaisten, aber frei zugänglichen Sporthafen unser Boot auf. Nach etwas Tetris-Training war dann auch das Gepäck sozialverträglich vertraut. Als im Grunde richtig erwiesen hat es sich, auf den Bootswagen zu verzichten und stattdessen den Rucksack artgerecht zu befördern.

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ID: 3080343

    Nach dem Ausbau der ohnehin eher untauglichen Pakboat-Steueranlage war das Gewicht nicht mehr untragbar. Nach eineinviertel Stunden waren wir abfahrbereit.

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    Schnell stellten wir fest, dass die Oder recht eigensinnige Strömungsverhältnisse hat, selbst gemessen an der Oberelbe. Buhnen und Flachwasserstellen sorgen regelmäßig für unerwartete Strudel. Unsere Versuche, das Boot im Zweimannbetrieb auf einem einigermaßen geraden Kurs zu erhalten, müssen auf Zuschauer wie das Flügelschlagen einer betrunkenen Libelle gewirkt haben. Und der GPS-Track sah trotzdem aus wie der eines alkoholkranken Zeichners auf Entzug. An der Einmündung des Kanal Kopalnica gaben wir auf. Von da an paddelte nur noch einer von uns beiden, der GPS-Track beruhigte sich merklich, und trotzdem kamen wir mit über 8 km/h voran. Davon waren rund 4 km/h der Strömung zu verdanken.

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    Allmählich neigte sich der Tag dem Ende und die Sonne dem Horizont zu. Natürlich waren ausgerechnet jetzt keine einladenden Plätze mehr für unser Zelt zu entdecken - eine Stunde vorher hatte es noch reichlich Auswahl gegeben. Eine einladend wirkende Sandbank erwies sich als entschieden zu weich, andere Stellen waren verkrautet oder rumpelig oder beides. Erwähnt werden muss spätestens hier, dass der Wasserstand ungewöhnlich hoch war, so dass die unter anderen Umständen vielen einladenden Sandbänke teilweise gar nicht erst sichtbar waren. Schließlich entdeckten wir einen höher gelegenen unbesetzten Anglerparkplatz unter einer Eiche.

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    Also wuchteten wir das Boot das Ufer hoch - und landeten mitten in einem Mückeninferno, so heftig, dass Frau November sogar auf das Outdoorkochen mit ihrem geliebten Trangia verzichtete und stattdessen im Zelt auf meinen Gaskocher zurückgriff.

    Nachts regnete es kurz, nicht wirklich stark, aber ausreichend, um das Zelt am nächsten Morgen halbnass einpacken zu müssen. Spätestens nach dem nächsten Urlaub wird wohl wieder eine Entstinkungswäsche für das Außenzelt fällig sein.

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    Zuletzt geändert von Pfad-Finder; 02.10.2021, 21:35.
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    #2
    8. August

    Am Morgen trieb uns die Sonne aus dem heißen Zelt. Dank Trödelei erreichten wir Cigacice in dem Moment, als die Hafenbar schon geöffnet hatte, aber noch nicht überlaufen war.

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    Die Skyline von Cigacice (im Vordergrund)

    Der Wirt ignorierte alle unsere Anläufe, mit ihm auf Polnisch zu kommunizieren und so bekam Frau November einen Teller Letscho "made from tomatoes, peppers and - ah - zucchini and - ah -something and something". Schmeckte aber trotzdem.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSCN6680.JPG Ansichten: 60 Größe: 266,9 KB ID: 3079800
    Ob das die polnische Vorstellung eines Esstischs für Veganer ist?

    Eine Nebenerwerbsquelle verschaffte der Hafenbar die Tatsache, dass die Oderbrücke in Cigacice gerade wegen Sanierung gesperrt ist, aber trotzdem viele Radfahrer über den Fluss wollen. Deswegen pendelte eines der drei Ausflugsbötchen der Hafenbar regelmäßig an eine gegenüberliegende Buhne, um dort Radfahrer aufzunehmen oder abzusetzen. Zum Glück sind Pedelecs bei den polnischen Sonntagsfahrern noch so nicht weit verbreitet, sonst wäre das Ein- und Ausladen bei dem Höhenunterschied zwischen Boot und Buhne schwierig geworden.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSCN6676.JPG Ansichten: 62 Größe: 119,5 KB ID: 3079801

    Am Nachmittag sahen wir nicht nur den ersten Seeadler der Tour, sondern auch Eiswolken, die den Regen für die kommende Nacht ankündigten.

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSCN6703.JPG Ansichten: 61 Größe: 198,6 KB ID: 3079802

    Versuchsweise steuerten wir auch eine der wenigen Sandbänke an, um zu testen, ob sie sich als Zeltplätze eignen. Die Antwort war ein klares "Nein": Der Sand war viel zu weich, um dort irgendetwas auch nur andeutungsweise zu befestigen. Dass es auch nicht weise gewesen wäre, so nah an der Wasseroberfläche zu zelten, sollten wir allerdings erst am nächsten Morgen feststellen.

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    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: DSCN6711.JPG Ansichten: 60 Größe: 262,4 KB ID: 3079805
    Ein ehemaliger deutscher Bunker aus der Zeit zwischen den Weltkriegen.

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    Angehängte Dateien
    Zuletzt geändert von Pfad-Finder; 02.10.2021, 21:42.
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      • 18.04.2008
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      #3
      9. August.

      Nachdem ein Gewitter nachts unser Zelt wieder einmal nassgespritzt hatte, stellten wir am Montagmorgen fest, dass sich unser Weg zur Einsatzstelle verkürzt hatte. Wie auch schon von Spartaner einmal beschrieben, hatte die Schifffahrtsverwaltung anscheinend im Oberlauf ein Wehr geöffnet, um den Frachtern noch mehr Wasser unter dem Kiel zu verschaffen.

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      Schwanenblume


      Und in der Tat begegneten uns an diesem Montag immerhin drei 85-Meter-Schubverbände auf Bergfahrt, angetrieben von den "Bizon"-Schubschiffen aus Zeiten der Volksrepublik. Im Gegensatz zu den in Westdeutschland üblichen Motorschiffen haben sie konstruktiv nur eine Tauchtiefe von 1,15 Metern, kommen also auch mit den meist niedrigen Wasserständen der Oder klar.

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      Kein Weidenkörbchen mit Säugling an Bord, wir haben extra nachgeschaut.

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      Die Skyline von Krosno kommt in Sicht.

      Gegen Mittag erreichten wir Krosno Odrzanskie (Crossen). Die EU-geförderte Marina war verwaist, weil am Ufer oberhalb eine wahrscheinlich ebenfalls EU-geförderte Hochwasserschutzmauer gebaut wird. Frau November kämpfte sich also durch das Brachland bis zur Stadtbrücke durch und überkletterte ein Geländer, um die nötigen Einkäufe zu erledigen.

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      Formationsflug müssen wir wohl nooch etwas üben.

      Hinter Krosno begann der wohl beeindruckendste Abschnitt, weil weitgehend siedlungsfern und sogar so anglerarm, dass Frau November mit reduzierter Badebekleidung ins Wasser steigen konnte. Highlight war ein Seeadler, den wir beim Griff nach Beute knapp unter der Wasseroberfläche beobachten durften.

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      Die alte Fähre von Polecko...

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      ... und die neue Fähre (im Hintergrund!)

      Dass es kaum Angler gab, hatte aber auch Nachteile. Es mangelte deswegen an beräumten Flächen, wo wir das Zelt aufstellen konnten. Wir entschieden uns am Ende für einen fast zugewachsenen Fahrweg auf einer Buhne - links der Abgrund zum Wasser, rechts eine Schilfwand. Heute waren wir so zeitig dran, dass wir direkt am Ufer kochen und essen konnte, ohne von den abends sonst allgegenwärtigen Mücken gepiesackt zu werden.

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      Selbst der beschönigend als "SchilfrohrSÄNGER" bezeichnete Vogel verschonte uns mit seinem Gekrächze. Dafür waren die Nacktschnecken über die Abwechslung begeistert und zogen nachts eifrig ihre Schleimbahnen über das Zelt. Schöönen Dank ooch!

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      Zuletzt geändert von Pfad-Finder; 02.10.2021, 22:04.
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      • Pfad-Finder
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        • 18.04.2008
        • 11615

        • Meine Reisen

        #4
        10. August

        Kurz vor Sonnenaufgang hing noch malerisch Nebel über dem Wasser, aber schon bei der Abfahrt war der Himmel bedeckt und ließ keine Zweifel, dass das Wetter dieselbe App benutzte wie wir. Die Steine auf denen wir gestern Abend noch gesessen hatten, waren allesamt unter der Wasseroberfläche verschwunden.

        Immer wieder beobachtete ich große Raubvögel, die in den Bäumen saßen, aber flüchteten, sobald wir paddelnd herankamen. Schließlich ließ ich uns einfach treiben, um die Vögel nicht zu verschrecken. Mein Kalkül ging auf und es bestätigte sich mein Verdacht, dass hier Seeadler saßen. Wir beobachteten insgesamt drei auf den verbliebenen zehn Kilometern bis zur Grenze (die Unschärfe ist dem Digitalzoom geschuldet).

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        Dort, wo keine Seeadler saßen, lungerten Graureiher herum. Die ließen sich aber von einem treibenden Boot nicht täuschen und hauten ausnahmslos ab, bevor wir in komfortabler Fotoentfernung waren. Olle Schisser!

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ID: 3080365

        Der Wohlstandsunterschied zwischen Deutschland und Polen macht sich im übrigen sogar bei den Reihern bemerkbar: Silberreiher sahen wir erst auf der Grenzoder, und auch nur auf der deutschen Seite.

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ID: 3080366

        An der Neißemündung bei Ratzdorf sahen wir zum ersten Mal andere Paddler. Sonst änderte sich wenig: Die Buhnen auf deutscher Seite waren genauso desolat wie gegenüber - nur dass gegenüber regelmäßig Angler darauf saßen. Auch wenn wir nicht beobachten konnten, dass ein Angler einen großen Fisch aus der Oder zog, muss es sie doch geben, denn immer wieder hörten es mächtig klatschen.

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ID: 3080367
        Seit 1945 gibt es bei Fürstenberg bzw. Eisenhüttenstadt keine Brücke mehr über die Oder.

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ID: 3080368
        Einfahrt in den Oder-Spree-Kanal.

        Das Anlegen in Eisenhüttenstadt war dann so einfach wie es das Luftbild vermuten ließ: Rein in die Einfahrt in den Oder-Spreekanal und dann zum Anleger für die Fahrgastschifffahrt. Der ist zwar von der Höhe über dem Wasser her nicht für muskelbetriebene Sportboote optimiert, aber zwei Leitern kompensieren das. Unser Timing war fast perfekt: Kurz nachdem wir das Boot an Land gehoben hatten, begann es zu regnen.

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ID: 3080369

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ID: 3080370

        Mit dem RE1 ging es dann zurück nach Berlin. Insgesamt haben wir 126 Kilometer zurückgelegt.
        Zuletzt geändert von Pfad-Finder; 02.10.2021, 22:28.
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        • November
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          Liebt das Forum
          • 17.11.2006
          • 10824

          • Meine Reisen

          #5
          So, der Herr Pfad-Finder hat gestern Abend noch alles fertig geschrieben: kurze Tour - kurzer Bericht.

          Man könnte ja meinen, so wie sich die Berichte über Odertouren hier häufen, sollte es dort eine Menge Paddler geben. Aber nicht einen Paddler haben wir auf der gesamten Strecke gesehen (abgesehen von einer Hand voll Leihbooten im Hafenbecken von Fürstenberg/Eisenhüttenstadt).
          Völlig unverständlich. Die Oder, gerade im polnischen Teil, ist so ein genialer Paddelfluss: mäßige Strömung, ausreichend schöne Lagerplätze (bei Niedrigwasser etwas mehr als bei dem hohen Wasserstand, den wir hatten), sehr viel Natur, wenig Besiedlung. Heißt natürlich auch, dass es auf diesem Teil der Strecke keine Campingplätze oder Eiscafes gibt (ausgenommen von der genialen Hafenbar in Cigacice). Sehr ruhig ist es dort, es ist kein Revier für Motorboote. Nur ab und zu ein paar Schleppkähne (für die dann extra der Wasserstand angehoben wird). Und von Berlin aus sind die Orte an der Oder auch relativ problemlos mit der Bahn zu erreichen.
          Fahrt mal hin, ein paar Paddelboote mehr würden dem Fluss gut tun.

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ID: 3080386
          An der Hafenbar in Cigacice

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ID: 3080387Unsere Badebucht - mehr eine überschwemmte Wiese

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          Seemann ahoi
          Zuletzt geändert von November; 03.10.2021, 08:07.
          Wer sich nicht in Gefahr begibt, kommt darin um.

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          • Spartaner
            Alter Hase
            • 24.01.2011
            • 3327

            • Meine Reisen

            #6
            Zitat von November Beitrag anzeigen
            Fahrt mal hin, ein paar Paddelboote mehr würden dem Fluss gut tun.
            Bitte nicht, man verrät doch keine Geheimtipps

            Deshalb betone ich auch noch mal, wie sehr dort die Mücken und die Nacktschnecken nerven, nicht nur im August, auch noch im September

            Der einzige Fluss, dem ein paar fleißig aufräumende Hände fehlen, wird die Pleiske sein. Aber das wird sich wohl keiner antun.

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            • Pfad-Finder
              Freak

              Liebt das Forum
              • 18.04.2008
              • 11615

              • Meine Reisen

              #7
              Per PN kam die Frage auf, was es An- und Abreise kosten (alle Angaben für 2 Personen):
              • Eurocity Berlin-Zielona Gora für 2 Personen 140 PLN über die Website von PKP Intercity (inkl. Reservierung, ohne Reservierung gips nicht!).
              • Polregio-Zug Zielona Gora-Nowa Sol 14 PLN, zusammen also 154 PLN=35 Euro.
              • Wer nicht gerade eine Bankkarte hat, die in Nicht-Euroland gebührenfrei tut, wechselt beim "Kantor" vor Ort - absolut transparent, minimale Spanne, null versteckte Gebühren (also kein Beschiss wie beim tschechischen "vekslák").
              • Rückfahrt Eisenhüttenstadt-Berlin ohne Bahncard (VBB-Tarif!) 28,20 Euro, mit BC 25/50 21,40 Euro.
              OT: Bei den Preisen lohnt es sich überhaupt nicht, darüber nachdenken, sich den Terror mit Auto, Auto sicher parken, Auto wieder abholen usw. anzutun.
              Schutzgemeinschaft Grüne Schrankwand - "Wir nehmen nur das Nötigste mit"

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              • November
                Freak

                Liebt das Forum
                • 17.11.2006
                • 10824

                • Meine Reisen

                #8
                Zitat von Spartaner Beitrag anzeigen
                Der einzige Fluss, dem ein paar fleißig aufräumende Hände fehlen, wird die Pleiske sein. Aber das wird sich wohl keiner antun.
                Och, sowas würde mich durchaus auch mal reizen, nur nicht unbedingt mit dem Faltboot. Und mit einem Festboot ist die Anreise dann wiederum nur mit Auto möglich, finde ich nicht so schön.

                Wer sich nicht in Gefahr begibt, kommt darin um.

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                • Ziz
                  Administrator

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                  Administrator
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                  • 02.07.2015
                  • 7198

                  • Meine Reisen

                  #9
                  Schöne Tour!

                  Ich bin mir bei dem Genöhle nicht sicher, ob der Herr Pfad-Finder Spass hatte, aber zumindest Frau November schien sehr angetan.

                  Zitat von Pfad-Finder Beitrag anzeigen
                  Unsere Versuche, das Boot im Zweimannbetrieb auf einem einigermaßen geraden Kurs zu erhalten, müssen auf Zuschauer wie das Flügelschlagen einer betrunkenen Libelle gewirkt haben.
                  Ich nenne solch eine Paddeltechnik immer den Schmetterling. Aber Libelle passt eigentlich auch schön. Zweierboote nennt man ebendrum auch gerne Scheidungsboote - gibt nen Grund, dass meine Frau und ich zwei Einzelboote haben.
                  Nein.

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