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  • Flachlandtiroler
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    • 14.03.2003
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    [IT] Vinschgau

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    Mitreisende
    Mal wieder ein paar Bergbilder... vom Familienurlaub im Vinschgau (Südtirol, Italien), mehr oder weniger stationär. Deswegen beschränke ich mich auf die Ausflüge an Stelle eines Tag-zu-Tag Reiseberichts.

    Ouvertüre

    Die Einleitung bildet wie üblich die versunkene Kirche am Reschensee


    mit Blick zu Ortler und Königspitze



    Sonnenberg

    Der erste Spaziergang zielte verschämt darauf, die Klettergärten über unserem Urlaubsort kennen zu lernen. Der neueste von diesen liegt fast tausend Höhenmeter (!) oberhalb und dürfte wohl im wesentlichen eingerichtet worden sein, um der neuen "Texelbahn" (eine Großkabinenseilbahn, die die alten -inoffiziellen- Materialbahnen zu den Höfen ersetzt) noch weitere Passagiere zuzutreiben nicht genug damit sind nach den auf einem alten Topo hauptsächlich im 6. Franzosengrad angesiedelten Routen jetzt plötzlich einige +/- 5b's dem Fels "erwachsen", mit geklebten Griffen
    Ich war nicht dort, sowas muss ja nicht sein.
    Etwas talnäher befinden sich "Wintertraum" und "Wallburg". Letzteren habe ich nur erkundet, will sagen ich bin nach einer 3/4h Zustieg an der vermuteten Stelle sicherlich nochmal hundertfünfzig Höhenmeter irgendwelche Trampelpfade hoch und stand schließlich immerhin unter der "Stegerfrau":


    Gegenüber grüßt die Burg Juval:


    Im Eingang des Schnalstals, rund um den ehemaligen Waal"weg" verläuft ein Klettersteig ("Hoachwool"):


    Der Klettergarten Wallburg verstecke sich heimtückisch unter dem Zugangsweg -- wer kann das ahnen...

    Bleibt also der "Wintertraum", an einem schwülwarmen Sommertag genau das Richtige


    Bisschen Schatten gibt's auch:


    Auch hier hat es eine Mehrseillängen-Tour(4 +2 SL, bis UIAA V; eigene Absicherung):


    Blick auf die Apfelplantagen:
    Zuletzt geändert von Flachlandtiroler; 17.12.2020, 13:44.
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  • Flachlandtiroler
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    • 14.03.2003
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    #2
    AW: Vinschgau

    Schnalstal

    Nach einem Schlechtwettertag in Meran starten wir ins Schnalstal, zum "Rifugio Bella Vista". Wetter ist mittelgut, aber immerhin gibt's Murmeln und Steinböcke zu sehen:






    Oben in der Hotel-artigen Hütte kann man sogar Gämse bestellen (lecker!) und es hat eine Sauna -- auf 2842 Metern.


    Sonst hat's nicht viel zu gucken; wir sind fast alleine oben und die "bella vista" ziert sich. Ich watschel der Akklimatisation zuliebe noch auf die Graue Wand hinauf:


    Durch den Nebel zeichnet sich die Bergstation des Sommerskigebiets ab:


    Der Blick ins Tal ist frei, aber nicht berauschend... Weltraumbahnhof Kurzras


    Auf dem Rückweg kann man noch einen schön gelegenen Klettergarten anschauen (Topo)


    sowie den dazugehörigen Marchegg-Hof, der letztes Jahr sogar Filmkulisse geworden ist ("Das finstere Tal", eher kein Heimatfilm... ein Alpen-"Western" Trailer).


    Weiter talwärts widmet sich der Archeoparc Ötzi & Zeitgenossen.

    Man hat sogar ein Fernrohr montiert, das genau auf die Ötzi-Fundstelle oben am Berg ausgerichtet ist...

    Ganz zunterst im Schnalstal bekommt der Sportkletterer nochmal ordentlich Beschäftigung, gleich vorne an der Talmündung ist der größte Klettergarten Südtirols: "Juval" (Topo)


    Noch Fragen?
    Zuletzt geändert von Flachlandtiroler; 02.09.2014, 12:40.
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    • Flachlandtiroler
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      • 14.03.2003
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      #3
      AW: Vinschgau

      Martelltal, Cevedale & Zufallspitze

      Derart akklimatisiert studierte ich abends dann einen vergleichsweise vielversprechenden Wetterbericht, packte den Rucksack und stand gegen halb sechs auf.
      Um halb sieben ging ich im hintersten Martelltal los, rein in den Nationalpark Stilfser Joch. Schon bald zieht die Zufallhütte vorbei:




      Vorbei an der Marteller Hütte, konnte ich schon einige Seilschaften auf dem (zahmen) Fürkeleferner sehen.


      Vielleicht zwanzig oder dreißig Minuten ging es in breiter Spur über den Ferner, dann auf dem Kamm über alle Erhebungen


      -- bis es nicht mehr weiterging: Dann ist man auf der Zufallspitze. Ringsrum Gletscher; seltsames Gefühl, wenn man alleine unterwegs ist


      Sonst meist Wolken, gelegentlich reißt es auf: Die Königspitze


      Ein paar hundert Meter weiter drüben lockt der Cevedale; an sich ein reinrassiger Gletscherberg.


      Der gelegentlich problematische kleine Gratfels in der Mitte ist heuer gut eingeschneit, hatte ich anhand der Beschreibungen als schwieriger eingestuft.
      In wenigen Minuten bin ich am Gipfel:


      Alle anderen Zustiege sind zwar nicht unbedingt schwierig, benötigen aber auf jeden Fall Seilschaft.
      Also den gleichen Weg wieder zurück... am frühen Nachmittag traf ich sogar Radfahrer, die über den Fürkelekamm ins Val di Sole wechseln wollten -- bis zum Gletscher schieben, dann tragen

      Weiterhin bemerkenswert: Der Wirt von der Marteller Hütte war sehr hilfs- und auskunftsbereit.
      Außerdem hat er den Weg zu seinem Domizil hinauf wunderbar geschmückt :




      Zuletzt geändert von Flachlandtiroler; 02.09.2014, 12:39.
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      • Flachlandtiroler
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        • 14.03.2003
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        • Meine Reisen

        #4
        AW: Vinschgau

        Laaser Tal

        Ein einziges, größeres Tal hatte es über viele Besuche in der Ecke hin geschafft, auf meiner Landkarte weiss zu bleiben: Das Laaser Tal, welches oberhalb von Laas südwärts in die Ortlergruppe hineinreicht und dem Ort zu seinen Marmorwerken verhilft.
        Über Höfestrassen und einen Schotterweg kann man den sogenannten "Bremsberg" hinauffahren, über den eine vorsintflutliche Standseilbahn den Abtransport der Marmorblöcke vollzieht:


        Hier wurden ursprünglich Blöcke von etwa 40t (die sind lange nicht so groß wie man denkt...) von der Bahn auf einen Schrägaufzug verladen


        Unterbau des Schrägaufzugs:


        Oberhalb zieht ein schöner Wald- und später Wiesenpfad ins Tal hinein und man kann zeitweise in den aktive Abbau (unter Tage) hineinschauen:


        Nach etwa anderthalb Stunden erreicht man die Obere Laaser Alm.


        Der Almbetrieb wurde aufgegeben und die Hütte wird vom Alpenverein Südtirol sporadisch bewartet. Der "Wirt" sprach sich dagegen aus, für diesen wenig frequentierten Winkel Werbung zu machen
        Also bleibe ich stille und es gibt nur paar Fotos ;)






        Der Talweg ermöglicht eine Rundtour, unter dem aktiven Marmorbruch hindurch und entlang der alten Bahntrasse:
        Zuletzt geändert von Flachlandtiroler; 02.09.2014, 15:03.
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        • Flachlandtiroler
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          #5
          AW: Vinschgau

          Partschins, Zieltal

          Einen Regentag haben wir unter anderem am Partschinser Wasserfall verbracht, wo man ja ohnehin durch die Gischt geduscht wird.


          Die Mehrseillängen-Tour dort scheint nicht mehr genutzt zu werden, jedenfalls ist das Hinweisschild weg und es schaut auch recht botanisch aus... weiss jemand eventuell was dazu?


          Unten in Partschins hat es noch einen Klettergarten "Burgstall", nach dem Bau eines großen Lawinen-Schutzwalls jetzt wieder zugänglich. Für mich sah' der nicht soo attraktiv aus, mag aber an dem nassen Wetter liegen.
          Zuletzt geändert von Flachlandtiroler; 02.09.2014, 13:19.
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          • Flachlandtiroler
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            • 14.03.2003
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            • Meine Reisen

            #6
            AW: Vinschgau

            Martelltal, Teil 2

            Einige Impressionen aus dem Martelltal:
            See-Runde




            Nationalparks-Stützpunkt und Museum


            Lyfi-Alm -- mit 3/4h Zustieg immerhin noch weiter von der Straße weg als die Zufall"hütte"...


            Der Haus-3000er dort heisst Kalfanwand oder Calvenwand, was wohl daher rührt dass es bis fast oben hin Wiese ist
            Der Wanderweg endet dort dann auch ("Stop").


            Sonst gibt's fast nichts zu sehen; man gewöhnt sich in diesem Sommer dran...


            Etwas tiefer doch noch einmal ein Blick auf die Zufallspitze:
            Zuletzt geändert von Flachlandtiroler; 02.09.2014, 13:32.
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            • Flachlandtiroler
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              • 14.03.2003
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              • Meine Reisen

              #7
              AW: Vinschgau

              Suldental: Vertainspitze

              Eigentlich sollte es noch wuer durch Graubünden (Nationalpark, Engadin, Bergell) runter nach Chiavenna und an die Seen gehen. Die Vorhersage war jedoch entweder labil oder beständig mies also blieben wir noch ein paar Tage, wo wir waren. Für die letzten Tage sind wir dann ins obere Vinschgau weitergezogen.

              Mit einem Bergkamerad vom Vorjahr konnte ich noch eine (Eintags-)Hochtour machen, wir entschieden uns für Angelus- und Vertainspitze.
              Bei durchwachsenem Wetter ging es gegen halb sieben los, hinauf zur Zaytal- oder Düsseldorfer Hütte.


              Nach zweitem Frühstück folgen wir dem Reinstadler-Weg auf den Hohen Angelus.


              Einfach steigt man in die Angelusscharte ab; der direkte Zugang von der Hütte dorthin schaut ganz und garnicht einfach aus, der Abstieg zur anderen Seite auf den Laaser Ferner ist dagegen eine Sache von wenigen Schritten.


              Der Laaser Ferner ist in diesem Winkel wohl mehr ein Altschneefeld auf einem normalerweise sommerlichen Blockkar. Mein Kamerad tritt sackt einmal neben einem Felsen ein und wir befürchten schon eine Verletzung. In diesem abgeschiedenen Winkel, ohne Sicht ins Tal und damit wohl auch ohne Funkkontakt... er beißt jedenfalls die Zähne zusammen (macht er sowieso schon, ist nicht akklimatisiert ).

              Um so mühsamer kämpfen wir uns durch Bruchharsch und Steilschutt hinter den Grattürmen...


              ...wieder auf den Nordostgrat zur Vertainspitze:


              Einmal darauf, leiten gelbe Markierungen über einen netten Blockgrat und zum Schluß ein paar Meter Firn zur Vertainspitze.
              Die Aussicht ist --wie üblich in 2014-- quasi Null.

              Im dichten Nebel tun wir uns schwer, den Normalweg hinab zum Rosimjoch zu finden. Erst kurz vor diesem kriechen wir unter der Wolkenhaube hervor, die beharrlich den Gipfel einhüllt.




              Der weitere Abstieg durch das Rosimtal ist sehr schön; das einzige Tal, was der Suldener Skizirkus in Ruhe gelassen hat:




              Um so trauriger stimmt es, wenn man nach so einem langen, aber schönen und zufrieden stellenden Tourentag zu allerletzt noch sowas vorfinden muss


              Ich frage mich schon, was diese eine Abfahrt dem Skifahrer wirklich noch bringen soll. Klar müssen die Entscheidungsträger Interessen abwiegen. Aber ist mit dem Status "Nationalpark" nicht schon die allerhöchste Schutzstufe ausgerufen?

              Ich für meinen Teil war ziemlich traurig.

              Dieses Tal sieht mich als zahlenden Touristen bestimmt nicht wieder.
              Zuletzt geändert von Flachlandtiroler; 02.09.2014, 15:11.
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              • Flachlandtiroler
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                • 14.03.2003
                • 24433

                • Meine Reisen

                #8
                AW: Vinschgau

                Trafoier Tal, Stilfser Joch

                Dank des kostenlosen Vinschgau-Tickets drängt eine Wanderung sich geradezu auf: Die Streckenwanderung vom Stilfser Joch hinab zur Furkelhütte bzw. nach Trafoi.
                In einer guten Stunden fährt man mit dem Bus die 48 Spitzkehren zu einem der höchsten Straßenpässe der Alpen.


                Entsprechend groß ist der Rummel dort: Oldtimer, Motorradclubs, Radsportler, Sommerski, ...


                Fast horizontal verläuft der Goldsee-Weg entlang von alten Militärbaracken talauswärts. Zahlreiche Wanderer und auch viele Gruppen sind hier unterwegs.
                Manchmal sieht man den Ortler:


                Manchmal halt nix -- auch ganz schön (man gewöhnt sich dran, wie gesagt...)


                Eine halbe Stunde über der Furkelhütte erwischte uns dann noch ein Gewitterguss -- unrühmliches Ende eines (für mich) wettermäßig ziemlich verkorksten Bergsommers 2014.
                Zuletzt geändert von Flachlandtiroler; 02.09.2014, 14:37.
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                • FfD
                  Anfänger im Forum
                  • 12.05.2011
                  • 29

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: [IT] Vinschgau

                  Schöner Bericht, trotz des Wetters. Das Wetter hat mich dazu veranlasst, meinen Sommer-Bergwanderurlaub für dieses Jahr komplett zu streichen.

                  Krass ist, wieviel Schnee noch liegt. Die Vertainspitze bin ich vorletztes Jahr am 20. August hoch, allerdings von Sulden aus und auch nach dort wieder runter. Der Weg war damals praktisch schneefrei. Der Rosimferner, der jetzt noch fast komplett mit Schnee bedeckt ist, war zu über 90% aper. Erstaunlich leer war es damals auch, trotz der Nähe zu Sulden und des viel besseren Wetters.

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                  • phoeniks
                    Erfahren
                    • 01.09.2009
                    • 289

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: [IT] Vinschgau

                    Vielen Dank für den Bericht!
                    Zeigt sehr schön was man trotz des verkorksten Sommers alles für Touren machen kann.

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                    • Nita
                      Fuchs
                      • 11.07.2008
                      • 1503

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: [IT] Vinschgau

                      Schon wieder eine super interessante Gegend und das Beste () aus dem 2014er Wetter gemacht! Danke für den Bericht!
                      Reiseberichte

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                      • Martin1978
                        Fuchs
                        • 16.08.2012
                        • 1657

                        • Meine Reisen

                        #12
                        Sehr schöner Bericht! Du warst zu früh dort ;) Ich habe es geschafft mir die Woche einen Sonnenbrand zu holen....


                        An ahlen Räschtshreipfehllern ist das Schmartfon schuld!
                        Du gamla, Du fria, Du fjällhöga nord
                        Du tysta, Du glädjerika sköna!
                        Jag hälsar Dig, vänaste land uppå jord,
                        Din sol, Din himmel, Dina ängder gröna.

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