[DE] Allein auf der Elbe 2012

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    • 01.05.2011
    • 264

    • Meine Reisen

    [DE] Allein auf der Elbe 2012

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Auf der Elbe 2012
    Untertitel: 5 Std. Hinweg und 12 Tage Rückweg

    Dieser Bericht wurde für mehrere Zielgruppen und Personen geschrieben. Also wundert Euch nicht über manche Formulierung oder Erklärung. Besonders der Vorspann über Entstehung und Planung der Tour ist aus diesem Grund recht ausführlich

    Historie , Idee zur Reise
    Seit vielen Jahren paddeln wir als Familie mit dem Kanadier (Kanu) oder anderen Booten auf diversen Gewässern herum. In verschiedenen Familienkonstellationen haben wir Tagesausflüge oder auch Mehrtagestouren unternommen. Manchmal zu Zweit und dann wieder mit erweiterter Großfamilie incl. Neffen. Unsere Ziele waren die Mecklenburger Seenplatte, die Seen der Holsteinischen Schweiz, Gewässer in unserer norddeutschen Umgebung wie z. Bsp. Weser, Luhe, Alster, Elbe- Lübeck, Schaalsee und Kanal usw. usw.

    Mehrere Male pro Jahr nehme ich meinen Hund und mein Schlauchkajak und fahre eine Tagestour allein. Wenn meine Frau bei mir einen gewissen Stressfaktor feststellt, schlägt sie mir das auch immer vor! "Geh doch paddeln, das tut dir bestimmt gut!" Der Erholungsfaktor ist immens! In den letzten Jahren war ich dann auch immer mal mehrere Tage komplett solo unterwegs was ich jedes Mal absolut genossen habe. Zu meinem Außendienstberuf -wo ich viel mit Menschen zu tun habe- ist das ein sehr gutes und wohltuendes Kontrastprogramm! Diese Touren waren meist zwischen 3-5 Tagen lang. Dabei habe ich mir jeweils das passende Boot zur Tour geliehen, es waren immer Marken-Seekajaks.

    Die Elbe hatte ich schon lange auf meinem Fahrplan. Der Gedanke, eine längere Tour zu machen verband sich mit der Idee, den kompletten Fluss auf deutscher Seite zu erkunden. In den letzten 3 Jahren habe ich meine Familie immer wieder mit dieser Idee genervt bis meine Frau dann irgendwann sagte: „Dann mach es doch endlich mal!“ Die Konstellation 2012 schien günstig. Unser Pflegebedürftiger Sohn plante eine Reise mit seiner Kirchlichen Jugendgruppe, meine Frau hatte sich für einen erneuten Missionseinsatz im Kaukasus gemeldet, also war für mich das Fenster offen.

    Planung und Bootskauf
    Parallel zu den oben genannten Planungen stand schon lange das Thema „Neues Boot für mich und die Familie“ auf dem Plan (die Reihenfolge ist korrekt!). Unser letzter Familienkanadier hatte diverse Mängel die ich selbst nicht mehr beheben konnte. Da beide Söhne mittlerweile erwachsen waren, hatten sich die Anforderungen an das Schiff auch verschoben, es sollte folgende Ansprüche erfüllen:

    Geeignet für….

    • längere Solo-Gepäcktouren,
    • Tagestour/ Wochenendtour mit Familienmitglied oder Freund ,
    • Tagestouren mit Hund.

    Daraus ergab sich: ich brauche ich einen Zweisitzer den man ohne technische Einschränkungen auch als Einsitzer fahren kann. Wer sich einmal mit der Problematik solcher „Eierlegendenwollmilchsauboote“ beschäftigt hat, weiß wie schwierig das ist. Dazu kommt noch die Frage des Transportes und der Tourenlogistik! Ich kann nicht sagen wie viele Internetseiten, Forenbeiträge, Kataloge, Kleinanzeigen und Expertenberichte ich gelesen habe!? Am Ende kam dann ein Ergebnis heraus dass ich eigentlich nicht wollte: Es wird ein Faltboot!

    Das Pouch Phönix 2011 erfüllte die meisten Anforderungen aus dem Stand. Es brauchte noch etwas Nachhilfe in Sachen Zubehör (professionelle Spritzdecke und Pedal für Steueranlage), war aber in Form und Funktion das beste Boot für die Tour und für die Anforderungen der kommenden Jahre.




    Faltboot noch verpackt




    Ausgepackt




    Fertig



    Das Boot wurde frühzeitig bestellt, konnte aber erst im Mai voll bezahlt werden. Faltboote sind teurer als die meisten Festboote.
    Ich war zwar gewohnt mit verschiedenen Booten klar zu kommen. Für so eine lange Tour wollte ich mich aber gut vorbereiten. Geplant hatte ich zwei Testläufe mit dem neuen Boot. 1: Ohne Gepäck auf dem Alsterlauf und 2: mit Last auf den Eutiner Seen. Wie geplant wurde das neue Boot Mitte Mai das erste Mal auf der heimischen Alster (Flusslauf) getestet. Der Test fiel absolut positiv aus. Allerdings fiel auf, dass die Luftschläuche schnell wieder leer waren. Die Luftschläuche befinden sich seitlich an den oberen Bootsrändern und dienen zur seitlichen End-Stabilisierung des Bootes in kippeligen Situationen. Da ich beim ersten Aufbau des Bootes eine Naht kaputt gemacht hatte (Faltbootaufbau lernen ist ungefähr so wie das erste Mal mit Tusche malen!) habe ich die Außenhaut zur Reparatur der Naht an den Hersteller Pouch zurück geschickt. Im Begleitschreiben hatte ich gebeten, auch die Luftschläuche zu überprüfen. Dann kam ein Paket und die falsche Bootshaut war drin. Wieder zurück geschickt und dann kam endlich mein Boot. Leider war jetzt keine Zeit mehr zum zweiten Test und ich habe das Boot nur umgepackt und ohne weitere Tests an meinen Startpunkt verschickt. Das sollte sich als Fehler erweisen.


    Auf der Elbe ist es Pflicht ein Boot mit einem Namen zu beschriften. So bekam das Boot den Namen „Cloud“. Dahin gleiten wie eine Wolke und wie in 2. Mose 13.21 von Gott geführt werden drückt der Name für mich aus.



    Jungfernfahrt auf dem Alsterlauf, mit neuer Spritzdecke


    Vorbereitung und Realisierung
    Für meine Fitness und Tourentauglichkeit hatte ich mir ein „Training on the job“ vorgenommen. In der ersten Woche wollte ich nur wenige Kilometer fahren und langsam paddeln. Nach und nach wollte ich das Tempo anziehen und meine zunehmende Fitness für wachsende Streckenabschnitte nutzen. Paddeln ist ja auch ein bisschen wie Fahrrad fahren. Wenn man es über Jahre gewohnt ist, kommt man schnell wieder rein. (Nach zwei Tagen auf der Tour war ich fit wie Oskar!)

    Nachdem das Boot gefunden war, mussten noch diverse andere Dinge vorbereitet und geplant werden. Es war zwar viel Tourentaugliches im Kellerfundus, aber wer braucht ein Familienzelt auf einem Soloboot?




    Das komplette Reisegepäck (Lebensmittel wurden vor Ort gekauft)

    Ich hatte mir vorgenommen die Tour als Selbstversorger zu machen. 1-2 Einkäufe sollten für die 14 Tage reichen. Dafür holte ich mir neben Ergänzung meiner Küchenausrüstung auch den einen oder anderen Rezept- Tipp aus dem Internet. Die komplette Ausstattung incl. Küchenutensilien habe ich übers Jahr verteilt angeschafft.

    Die Tourenplanung gestaltete sich dank Internet, Google-Earth und anderer Reiseratgeber recht einfach. Als Hauptquelle habe ich die Kilometrierungsliste genommen die „das blaue Band“ im Netz stehen hat, diese habe ich ausgedruckt und foliert. Leider stimmen nicht alle Angaben dieser Liste und einiges ist nur für „Sportbootfahrer“ geeignet. Trotzdem konnte ich mich damit insgesamt sehr gut orientieren. Die ersten Übernachtungen wurden fest geplant und ab dem dritten Tag sollte die Tagesform entscheiden wie weit ich fahre. 14 Tage hatte ich zur Verfügung. Sollte ich bis dahin Hamburg nicht erreichen würde meine Frau mir etwas weiter entgegen fahren.

    Der Tourenstart
    Das Wetter in Deutschland war seit Wochen unbeständig, kalt und regnerisch! Ich hatte Kleidung für alle Eventualitäten eingepackt. Das Boot und das Zubehör habe ich in drei großen Paketen eine Woche vor Start an ein Hotel in Schmilka/ Bad Schandau verschickt. Schmilka liegt genau an der Tschechischen Grenze. Die deutsche Kilometrierung der Elbe ist dort 0,0 km! Ich bin dann mit meinem persönlichen Gepäck mit dem Zug angereist. Ist schon ein merkwürdiges Gefühl. Man fährt ca. 5 Stunden Zug und denkt während man aus dem Fenster schaut: für den Rückweg brauchst Du zwei Wochen!
    Am Abend habe ich dann das Boot aufgebaut und konnte am nächsten Tag den Anlegesteg des Hotels zur Beladung und zum Einstieg nutzen. Da die Elbe dort zügig mit ca. 5km/h fließt und der Anleger ein schwimmender und wackeliger Steg ist, dauerte alles etwas länger als geplant. Erst um etwa 11:00 war ich erst auf dem Wasser. Nach der Uhrzeit musste ich fragen. Ich hatte keine Uhr dabei und mein Handy blieb ausgeschaltet. Es war nur an Bord um der Familie abends kurz ein Lebenszeichen zu geben.




    Der schwimmende Steg




    Fertig gepackt


    Überraschung am Morgen, der linke Luftschlauch war leer und verlor seinen Druck wieder innerhalb weniger Minuten. Ich war so sauer auf den Hersteller Pouch! Ich hatte im Begleitschreiben extra auf die Luftschläuche hingewiesen! Was tun? Eine Jahrelang vorbereitete Tour verschieben oder sogar abbrechen? Der rechte Schlauch war dicht und ich entschied mich los zu fahren. Meine Hoffnung war, ich könnte unterwegs eine Lösung finden oder selbst etwas tun. Beides erwies sich als nicht machbar. So bin ich die Tour mit einem etwas asymmetrischen Boot gefahren. In den nächsten Tagen machte ich meine Erfahrungen mit dem Mangel. Bei Wellen von hinten rechts fühlte ich mich extrem unsicher. Also habe ich immer versucht so zu beizudrehen, dass ich die Wellen direkt von hinten oder besser noch von vorn abbekam. Beim Einsteigen im Flachwasser bin ich einmal nach links gekippt weil die letzte Stabilität fehlte und meine Lenzpumpe bekam Arbeit. Ein anderes Mal kippten Schiffswellen das am Strand liegende Boot auch einmal einfach nach links um.

    Bei Wellen von vorn machte das Boot trotz fehlendem Schlauch eine sehr gute Figur! Die meisten Schiffswellen waren auch recht harmlos, bis auf eine Ausnahme am zweiten Tag: Ein einzelner Frachter zog Wellen von mehr als 1mtr. hinter sich her! Ich sah die Wellen von weitem schon brechen und auf mich zukommen. Mein erster Gedanke war: „dann können wir ja gleich mal die Qualität meiner neuen Schwimmweste testen“. Trotz Beladung schob sich meine „Cloud“ wie Butter durch diese enormen Wellen hindurch. Sie beschwerte sich zwar mit knirschen und knarren im Gebälk, zeigte aber keine Unsicherheit. Ab da hatte ich deutlich weniger Angst um meine Sicherheit.

    Dass die Gegend beim Elbsandsteingebirge wunderschön ist brauche ich niemandem zu erzählen, das ist allgemein bekannt. Das Wetter war durchwachsen und leicht windig. Überrascht hat mich das Tempo mit dem ich vorankam. Die ersten 8 km bis ich den Bahnhof von Bad Schandau sah gingen enorm schnell vorbei.




    Elbsandsteingebirge bei Schmilka


    Dann wurde es immer windiger. Mein Paddel schlug mir nach hinten wenn ich es aus dem Wasser hob. Teilweise kam ich trotz hoher Fließgeschwindigkeit nur im Schritttempo vorwärts. Wenn ich aufhörte zu paddeln kam ich beinahe zum stehen. Da man in nordwestliche Richtung paddelt kommt der Wind auch fast immer von vorn. Ohne die Steueranlage würde der Wind mit dem Boot machen was er will. Ein Teil des Gepäcks war ja auf dem Deck untergebracht wodurch ich recht windanfällig wurde! Im Laufe der Reise lerne ich, meine Gepäckstücke stärker zu komprimieren damit der Wind weniger Angriffsfläche hat.
    Interessant ist auch der Unterschied bei Wind zwischen Wasser und Land. Legt man an und geht ein paar Schritte Landeinwärts wo Büsche und Bäume stehen ist alles lau und ruhig. Auf dem Wasser hat man eben noch mit Wellen und Böen gekämpft. Der eben noch gefühlte Sturm ist hier an Land nur ein leichter und angenehmer Wind der die Baumkronen etwas rauschen lässt.

    Gott sei Dank wurde ab dem dritten Tag stetig besser und ab dem vierten Tag musste ich meinen Tropenhut rausholen und mich fett mit Sonnencreme einschmieren damit ich nicht verbrenne. Das gute Wetter hielt gute 5 Tage an. Dann gab es knallige Gewitter und die letzten drei Tage wieder Regenschauer und Wind von vorn.

    Die Elbe
    Das Elbsandsteingebirge hat man schnell hinter sich gelassen. Nach und nach wird es neben den Ufern flacher. Bis auf wenige Ausnahmen ist die Elbe ab jetzt vorwiegend eingedeicht. Je breiter sie wird desto ruhiger und behäbiger fließt sie. Steinbuhnen ragen in’s Wasser und dazwischen sind ab und zu Sandstrände die zu einer Pause einladen. Je nach Region stehen die Bäume auf oder hinter dem Deich. An einigen sonnigen Tagen hätte ich mir mehr Bäume auf dem Deich gewünscht.

    Viele Dörfer und Orte waren in meiner Elbeliste verzeichnet, aber sie liegen oft weit hinter dem Deich so dass man sie meistens nicht sieht. Ab und zu ragt ein Kirchturm über die Deichkrone. Einige Abschnitte wirken wie ein großer gerader Kanal. Besonders die Strecke vor Riesa bis hinter Mühlberg war recht eintönig. Viele schöne Städte wie Dresden, Meissen, Torgau, Magedeburg usw. kann man direkt vom Wasser aus bewundern.

    Ich hatte aber bewusst kein Sightseeingprogramm auf dem Plan, ich wollte auf dem Wasser sein! Dresden kenne ich durch mehrere Besuche gut von der Landseite, Magdeburg eigentlich auch, da wollte ich sowieso nur durchfahren. Die Durchfahrt durch die Kanalisierte Elbe bei Magdeburg macht übrigens richtig Spaß. Man bekommt durch die Strömung eine enorme Geschwindigkeit! Meissen hätte mich interessiert, Torgau und Wittenberg hätten mich auch gereizt. In Meissen habe ich mein Boot an einer flachen Stelle neben der Carlsbrücke an Land gezogen. Ich bin ein paar Meter in Richtung Altstadt gewandert, dann wurde ich unruhig und habe beschlossen das Boot doch nicht so lange allein zu lassen und bin wieder umgedreht. In der Uferzone standen einige Biertrinkende Gestalten herum und man konnte das herrenlose Boot von der Straße aus sehen. Nach meiner Tour habe ich im Internet (Faltbootforum) gelesen, dass Leuten ihr Boot bei Magdeburg gestohlen wurde. Meine Entscheidung, dass Boot nicht unbeaufsichtigt zu lassen wird nicht ganz falsch gewesen sein. Sightseeing macht auch zu Zweit mehr Spaß und Paddeltour ist eben Paddeltour!

    Auch wenn ich gewollt hätte, dass Anlegen ist als Einzelperson mit einem voll beladenen Faltboot in vielen Städten und Orten schwierig oder sogar unmöglich. Etwas gehofft hatte ich auf die Marinas der jeweiligen Orte. Diese Marinas sind aber ausschließlich für sogenannte „Sportboote“ gebaut. Randbemerkung: Ich weiß bis heute nicht warum diese Kisten Sportboote heißen!? Einen Gashebel zu bedienen ist doch kein Sport!? Oder ist es Sport nah an Kajakfahrern vorbei zu fahren um sie mit hohen Bugwellen zu ärgern und dabei freundlich grinsend zu grüßen? Keine Ahnung! Auf jeden Fall ragen die Bootsstege der Marinas für einen bequemen Ausstieg der Sportbootfahrer, 40 oder mehr Zentimeter aus dem Wasser. Da komme ich als Kajakfahrer nicht hoch. Die Slipanlagen sind meist steil und aus Beton; ein beladenes Faltboot kann ich da allein nicht hochschleifen. Auch das Ausladen an der Slipanlage wäre wegen der Steigung schwierig. Also blieben nur die Bootsstege der Kanuclubs oder die seichten Sandstrände zwischen den Buhnen. Ich habe schnell aufgegeben eine Marina als Übernachtung zu wählen.

    Viel besser zur Übernachtung geeignet sind die Kanuclubs. In den Sächsischen- Anhaltinischen und Brandenburgischen Regionen gibt es eine Menge solcher Sportvereine. Ein flacher Steg lädt zum anlanden ein. Eine Zeltwiese kann für 5-7 Euro die Nacht genutzt werden und Küche sowie Duschen sind im Preis inbegriffen. Besonders beeindruckend fand ich die „Kühlschränke des Vertrauens“. Ein Kühlschrank voller Getränke und natürlich ausreichend Bier. Oben steht eine Schüssel mit Kleingeld als Kasse und man kann sich bedienen. Ich hoffe, dass dieses Prinzip noch lange besteht und nicht ausgenutzt wird!




    Erste Übernachtung Pirnaer Ruderverein




    Meine Höhle




    Mh, lecker! Speckpfannkuchen!


    Je weiter nördlich man kommt, desto weniger solcher einladenden Clubs und Vereine sind vorhanden. Also wurde Wildcampen die normale Übernachtung. Da ich keine Uhr hatte, bin ich einfach gepaddelt wie lange ich Lust/ Kraft hatte oder bis die Sonne langsam unterging. Dann fing ich an eine geeignete Buhnenbucht zu suchen wo ich das Zelt aufbauen und das Boot sicher anlegen bzw. an Land ziehen konnte. Ich habe immer etwas Geeignetes gefunden!

    Das Bild der Elbe verändert sich relativ wenig. Sie macht großzügige Mäander und ist meistens von reiner Natur umgeben. Angler sieht man immer mal wieder, meist in der Nähe der Ortschaften. Insgesamt ist die Elbe wie ich erwartet hatte, ein meist ruhig und behäbig fließender Strom. Steinbuhnen grenzen das Fahrwasser ein und dazwischen haben sich teilweise sehr schöne Buchten gebildet. Die Abwechslung in Form von Brücken oder Ortschaften sind meist schnell passiert und man ist wieder allein mit der Natur und dem breiten ruhigen Strom.




    Dresden vom Wasser aus




    Meissen,
    außer ein paar alten Tassen gibt’s hier sowieso nichts zu sehen



    Die Natur
    Wie gerade eben beim Thema Übernachtung geschrieben, gibt es zwischen den Buhnen immer wieder schöne Strandabschnitte und Übernachtungsplätze. Viele Strände haben keine oder nur wenige menschliche Spuren. Oft ist der Landzugang der Buchten völlig zugewachsen. Tierspuren waren aber immer reichlich vorhanden! Ich konnte Biber, Dachs, Reh, Waschbär? und diverse Vogelspuren identifizieren. Überhaupt hat mich die Vogelvielfalt überwältigt! Seeadler, Schwarzer Storch, Storchengruppen, Milane, Bussarde, Adler, Sperber, große und riesige Wildgänseschwärme, Kormorane, Reiher, Seeschwalben, diverse Mövenarten und noch viele andere Vögel habe ich reichlich beobachten können. Mit so viel unberührter Natur hatte ich an einer Bundeswasserstraße nicht gerechnet!

    Der von mir erwartete und befürchtete Schiffsverkehr hat auch kaum stattgefunden. An den meisten Tagen konnte ich die großen Schiffe wie Frachter und Schuten an der linken Hand und die „Sportboote“ an der rechten Hand abzählen. Ansonsten war ich Stundenlang allein auf dieser mächtigen und ruhig fließenden Elbe. Allein mit den Vogelgeräuschen, ab und zu ein Trecker in der Ferne und absoluter Ruhe wie man sie auf einem See in Kanada oder Schweden erwartet hätte. Ich habe oft aufgehört zu paddeln und habe die Stille und die Naturgeräusche genossen. Ab und zu sah man Pferde oder es grasten Schaf- oder Kuhherden direkt am Wasser. Es ist schon erstaunlich, man denkt man befindet sich auf einer Wasser-Hauptverkehrsader aber man ist völlig allein. Manchmal dachte ich: Heute ist bestimmt Fahrverbot und mir hat keiner Bescheid gesagt!




    Typisches Bild: Allein auf der Elbe!




    Pause in einer Buhnenbucht




    Seeadler




    Wildgänse




    Kormorane sind scheu

    Bei den Pausen am Tag in einer der Sandbuhnen konnte ich völlig ungestört baden. Das Wasser ist angenehm kühl und erfrischend. Ein nahendes Boot hätte ich bei der Stille der Umgebung lange vorher gehört! Ich war ungestört und allein! Wofür habe ich eigentlich eine Badehose mitgenommen? Herrlich!

    Die Tourendaten
    Insgesamt bin ich gut voran gekommen. Die ersten 2,5 und die letzten 3 Tage waren wettertechnisch schwierig und windig. Trotzdem habe ich im allgemeinen Schnitt 50 km pro Tag zurückgelegt. Ich kann nicht sagen, wie viel Zeit ich für den jeweiligen Tagesabschnitt gebraucht habe. Ich bin morgens aufgestanden und abends ins Bett gegangen , eine Uhr hatte ich ja nicht an Bord. Die Sonne hat mich geweckt und wenn ich müde wurde kroch ich in den Schlafsack. Aus den geplanten 14 Tagen wurden dann nur 12. Da die Elbe sehr klar Kilometriert ist, kann ich die meisten Daten noch nachvollziehen:

    1. Tag von Schmilka nach Pirna km 0,0 -34,5
    2. Tag bis Radebeul km 68,2
    3. Tag bis Mühlberg km 127
    4. Tag bis Elster km 200,6
    5. Tag bis Roßlau-Rodleben km 263
    6. Tag bis Dornburg km 300
    7. Tag bis Rogätz km 351,2
    8. Tag bis Lübars km 400
    9. Tag bis km 450
    10. Tag bis Gorleben 493
    11. Tag bis ? äh ungefähr bis ca. 555
    12. Tag mit starkem Gegenwind und 1,5 Stunden an der leeren Geesthachter Schleuse, 16:00 Uhr Zollenspieker Fährhaus km 598,3
    Also 598,3 km in 12 Tagen!
    Ich würd’s wieder tun!

    Gruß,

    Der Deichgraf


    Noch ein paar wenige Eindrücke:













    Zum Schluss noch die Abteilung Reisetipps und Bedenkenswertes:

    Anfänger
    Ich würde die Elbe nicht jedem Anfänger empfehlen. Verkehrsregeln, Strömung und Wind setzten etwas Erfahrung voraus.

    Große Schiffe/ Verkehrsregeln
    Auch wenn die großen Schiffe gar nicht so häufig am Tag auftauchen, kann es trotzdem manchmal schwierig werden. In einigen Abschnitten der Elbe kann man z. Bsp. nur einseitig ausweichen. Die Fahrrinne wechselt ständig aufgrund der Kurven und Biegungen. Meistens liegt sie im Außenbereich einer Kurve. Manchmal reicht der der Fahrbereich bis zum Ufer so dass man nur auf der gegenüberliegenden Seite fahren kann.

    Kleine Story dazu: Ein Boot der Wasserschutzpolizei sah mich in der Fahrrinne entgegenkommen. Der Wichtigtuer hatte als er mich sah, nichts Besseres zu tun als Vollgas zu geben, frontal auf mich zuzuhalten und seine laute Tute mehrfach zu betätigen. Ich konnte zuerst nicht erkennen um was für ein Boot es sich handelt. Ich dachte ein abgedrehter Sportbootfahrer kommt mir entgegen. Um ihm möglichst schnell auszuweichen bin ich schnell nach rechts in Richtung Ufer gefahren. Das war allerdings die Fahrrinnenseite. Die Fahrrinne reichte in diesem Abschnitt wie gesagt bis zum Ufer. Es gab keine Bojen zur Markierung sondern nur Uferschilder. Kurz vor mir hat das Polizeiboot dann mit einem eleganten und wellenreichen Manöver gestoppt und mir über Lautsprecher deutlich zu verstehen gegeben dass ich mich in der Fahrrinne befinde und mich völlig falsch verhalte. Das Fehlverhalten hatte er zwar provoziert, aber ich hatte keinen passenden Lautsprecher an Bord um ihm zu antworten.

    Wellengang
    Man sollte mit seinem Boot die Bugwellen und Unruhen beherrschen können die größere Schiffe mit sich ziehen. Die Elbe kann glatt sein wie ein See in Schweden. Wenn drei „Sportboote“ in kurzer Folge vorbei gezogen sind, verwandelt sich dieser glatte See in eine unruhige Wellenlandschaft. Durch die seitliche Befestigung und die Buhnen gibt es Gegenwellen und unerwartete Bewegungen.




    Leichter Wind, natürlich von vorn


    Strömung/ Wind
    Die Strömung ist natürlich nützlich wenn man vorwärts kommen will. Man sollte aber auch etwas geübt sein quer zur Strömung zu paddeln um bestimmte Ziele am anderen Ufer zu erreichen. Querstömungen bzw. Kehrwasser in der Nähe der Buhnen sind normal und die Richtung des Bootes kann sich drastisch ändern wenn man nicht vorbereitet ist. Mit einer Ladung Wind sollte man auf der Elbe auf jeden Fall rechnen! Der Wind kann einen enormen Wellengang verursachen so dass es schwierig bis gefährlich wird zu kreuzen oder in der Mitte zu paddeln.


    Gierseilfähren
    Wer die Elbe fahren will, sollte sich unbedingt über diese Fähren informieren und wissen wo sie einem begegnen. Manchmal muss man eine ganze Weile warten um an ihnen vorbei zu kommen. Ich habe nicht immer den optimalen Punkt erwischt wo ich entspannt parken konnte. Manchmal musste ich ganz schön paddeln um gegen die Strömung einen „Parkplatz“ zu erreichen.




    Gierseilfähre und entgegenkommender Passagierdampfer
    Also noch eine Runde abwarten!



    Übernachtung und Verpflegung
    Je nördlicher man kommt, desto seltener werden für einen Solopaddler die Möglichkeiten zum Camping oder zum Anlanden an geeigneten Kanustegen. Natürlich kann man mit Festbooten an den Slipanlagen der Marinas anlanden. Auch leicht beladene Faltboote bekommt man da locker raus. Wenn man als Gruppe reist, sollte das sowieso kein Problem sein. Als Solist kann das aber schwierig bis unmöglich werden.

    Bei Gruppentouren kann man in Marinas, in einer ortsnahen Bucht oder in der Nähe einer Fähre an Land gehen um Nachschub zu organisieren während einer aus dem Team auf die Boote aufpasst. Aber auch Orte wie Gorleben wo man eigentlich einen Laden erwartet, haben heute keine Einkaufsmöglichkeiten mehr. Die Tante Emma Läden sind auf dem Rückzug. Vorher nach Einkaufsmöglichkeiten informieren ist empfehlenswert und erspart lange Wege!

    Viel Spaß für Eure Tour!
    Zuletzt geändert von Deichgraf; 20.08.2012, 06:50. Grund: Geotaggen
    Im Umgang mit anderen Menschen stellt sich immer wieder die gleiche Frage: "Spinne ich oder die anderen?" Ich möchte nichts vorweg nehmen, nur soviel: JA !

  • Deichgraf
    Erfahren
    • 01.05.2011
    • 264

    • Meine Reisen

    #2
    Reisebericht Elbe

    Hallo Kanuten, Kajaker und Freizeitkapitäne!

    Unter Reiseberichte habe ich heute meinen Elbe- Reisebericht gepostet!


    http://www.outdoorseiten.net/forum/showthread.php?65527-Allein-auf-der-Elbe-2012

    Gruß,

    Deichgraf
    Im Umgang mit anderen Menschen stellt sich immer wieder die gleiche Frage: "Spinne ich oder die anderen?" Ich möchte nichts vorweg nehmen, nur soviel: JA !

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    • atlinblau
      Alter Hase
      • 10.06.2007
      • 3416

      • Meine Reisen

      #3
      AW: Reisebericht Elbe

      hallo deichgraf,

      ich habe den Text kurz überflogen und die Bilder angesehen...
      Glückwunsch...tolles Boot, tolle Tour, standhafter Paddler.

      Eins möchte ich aus deinem Text zum Thema Luftschläuche
      klar stellen, da es immer wieder zu Fehldeutungen führt.
      Du schreibst:
      "....Die Luftschläuche befinden sich seitlich an den oberen Bootsrändern
      und dienen zur seitlichen End-Stabilisierung des Bootes in kippeligen Situationen....."

      Dem ist nicht so....
      1. der Kipp-Stabilität ist es egal, ob die Luft im Boot eingepackt ist oder nicht
      (seitlich verstaute wasserdicht eingapackte Schlafsäcke haben auch keinen Stabilitätseinfluss)
      2. die Luftschläuche verhindern im Kenterfall jedoch eine vollständige
      Verdrängung der Luft aus dem Kajak und bewahren diesen durch den Auftrieb vor seinem Untergang.
      (ob ein leeres Holzfaltboot wirklich auf Grund sinkt, entzieht sich meiner Erfahrung)
      3. wenn man es genau nehmen würde, erhöhen Luftschläuche das Eigengewicht des Faltbootes und
      vermindern damit die Freibordhöhe, so dass ein geringerer Kippwikel erreicht werden kann,
      bis das Wasser in die Luke rein läuft...
      (inwieweit die Spantenform für ein Luftschlauchkajak die "negative Gewichtsbilanz" ausgleicht,
      entzieht sich meiner Kenntnis.)
      4. der Vorteil der Luftschläuche beruht auch auf Gegenseitigkeit zwischen Hersteller und Nutzer:
      Der Eine hat bei der Fertigung höhere Maßtolleranzen, der Nutzer einen kraft- zeit und schweißsparenderen Aufbau,
      ein geringegeres Packmaß und ein wie von dir empfundenes zusätzliches Sicherheitsgefühl
      5. mal zum nachdenken....gäbe es durch eine höhere Kippstabilität dank Luftschläuche einen markanten Sicherheitsgewinn, hätten auch Festboote Luftschläuche an der Seite

      weiteres z.B. hier nachzulesen: //www.faltboot.org


      Thomas

      Kommentar


      • pix
        Erfahren
        • 12.11.2007
        • 164

        • Meine Reisen

        #4
        AW: Allein auf der Elbe 2012

        Ein absolut faszinierender Bericht und tolle Bilder.
        Das Boot sieht richtig toll aus. Wir haben auch ein Faltboot von Pouch und solch eine Tour mal in den nächsten Jahren geplant.

        Sorry, wenn ich es überlesen habe, aber was ist aus deinem defekten Schlauch vom Boot geworden?
        Kungsleden - 2010
        Nordkalottleden - 2010
        Pacific Crest Trail - Class of 2016 - Thru Hike

        Kommentar


        • rumtreiberin
          Alter Hase
          • 20.07.2007
          • 3236

          • Meine Reisen

          #5
          AW: Reisebericht Elbe

          @Deichgraf

          SChöner Bericht, danke! Macht Lust auf Elbe als eine der nächsten Touren.

          @Luftschläuche

          Was die Luftschläuche angeht, so tragen sie durchaus zur Kippstabilität bei.

          Der Grund ist nach meiner Einschätzung vor allem die Tatsache daß man auf diese Art eine Rumpfform bekommt die durchaus Ähnlichkeit mit manchen Wildwasserbooten hat, nämlich ziemlich rund bis U-förmig mit einem deutlich erkennbaren Kielstab der trotz des im seitlichen bereich so runden Rumpfs den recht guten Geradeauslauf auch ohne Steuer ermöglicht. Wenn man mal versucht ein Boot mit aufgeblasenen Luftschläuchen absichtlich darin sitzend zu kentern merkt man daß es doch einigen schwung braucht um über diese rund geformte Kippkante drüber zu kommen. Ist man allerdings einmal drüber dann wird es nicht leicht das noch abzufangen.

          Mich erinnert die Form und das Kenterverhalten entfernt an ältere Wildwasserboote wie das T-Canyon oder den Tornado, die man beide aufkanten kann bis wasweißichwohin und trotzdem noch eine sehr stabile gut kontrollierbare Position hat. Allerdings ist der Bereich bei den Wildwasserbooten wo man dann merkt es wird instabil bis dahin daß man als Ungeübter eine Bootsinnenwäsche veranstaltet recht klein.

          Die Tatsache daß die Schläuche luftgefüllt sind ist wie atlinblau schon angemerkt hat eher ein Schutz vor dem Untergang.

          Bei einem Falter ohne Luftschläuche kommt es nach einer Kenterung zu ähnlichen effekten wie bei Wildwasserbooten. Wildwasserboote sollten eigentlich vorn wie hinten in den Bootsspitzen mit Auftriebskörpern ausgestattet sein. Hat man vergessen diese Spitzenbeutel aufzupusten oder sie nicht ins Boot getan, treiben solche auftriebslosen PE-Boote nach Schwimmeinlagen der Insassen knapp unter der Wasseroberfläche. Und die falter tun das gleiche. Sind sie vollgepackt mit wasserdichten packsäcken in denen sich im Verhältnis zum Packsackvolumen leichte Dinge wie Schlafsäcke und Kleidung befinden, haben sie auch ihre Auftriebskörper.

          Ich packe bei Touren mit kleinem Gepäck bei meinem alten "Containerschiff", wie ich meinen schlauchlosen Klepper T9 aufgrund seines unglaublichen nutzbaren Volumens nenne, entweder wenigstens einen Spitzenbeutel vom Wildwasserboot sowie ein bis drei preiswerte Wasserbälle die ich aufpuste und ins Gerüst lege bevor ich es in die Bootshülle schiebe vorn und hinten verteilt ins Boot. Hat auch den Vorteil daß da wo diese Auftriebskörper sind im Kenterfall kein Wasser hin kann und mir die Handhabung des Bootes durch das erhebliche Mehrgewicht erschwert.

          Ein vollgelaufenes Boot dahin zu zerren wo man es hinhaben will ist ein Kraftakt den ich mir nicht wirklich wünsche, nachdem wir mal spaßeshalber zu Übungszwecken ein vergleichsweise kleinvolumiges Wildwasserboot ohne Auftriebskörper versenkt haben um dann Bergungsübungen mit Cowtail von anderen Booten aus sowie schwimmend auf einem langsamen Bach damit zu machen. Den Unterschied im Handling bei einem solchen U-Boot zu einem Boot mit Spitzenbeuteln (oder Touren-Festboot mit Abschottungen), in dem außer dem Platz für den Paddler nur wenig Platz für Wasser im Boot ist, merkt man gewaltig.
          Zuletzt geändert von rumtreiberin; 17.08.2012, 10:26. Grund: Bandwurmsätze umgebaut und Absätze eingebaut ;-)

          Kommentar


          • Markus K.

            Lebt im Forum
            • 21.02.2005
            • 7452

            • Meine Reisen

            #6
            AW: Allein auf der Elbe 2012

            Interessanter Bericht. Folgende Fragen hätte ich noch:

            -Warum hast Du soviel Gepäck auf Deck verzurrt?
            -War das Boot dadurch nicht zu toplastig und auch zu windanfällig?
            -War unter Deck kein Platz mehr? Boot sieht doch geräumig aus?
            -Was war genau das Problem mit dem Luftschlauch?
            "Es gibt kein schlechtes Wetter, nur das falsche Fell!"

            -Samson und Beowulf- Als Hunde sind sie eine Katastrophe, aber als Menschen unersetzbar.

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            • Deichgraf
              Erfahren
              • 01.05.2011
              • 264

              • Meine Reisen

              #7
              AW: Allein auf der Elbe 2012

              Hallo Pix!

              Du hast nichts überlesen.

              Ich habe unterwegs versucht, den Schlauch mit heißer Klinge selbst zu reparieren. Das Leck war aber kein Loch, sondern die Verbindung vom Aufblasrohr zum Luftschlauch. Die Luft trat rundherum aus. Bei Andrücken ist mir auch noch die Klinge abgerutscht und ich habe das Aufblasrohr noch zusätzlich beschädigt

              Bei Kanuvereinen und anderen Fachbetrieben habe ich unterwegs nachgefragt. Eine Werkstatt war bereit das zu fixen. Dafür hätte ich das Boot auseinander bauen müssen und die Aushärtezeit von einem halben Tag abwarten müssen. Außerdem wäre es nicht ganz billig gewesen. Ich hab's so gelassen.

              Pouch hat meine Reklamation übrigens nicht anerkannt, dort verlassen nur heile Sachen die Firma! Vor etwa einer Woche hat man mir immerhin mitgeteilt, dass ich einen Schlauch kostenlos erhalten werde. Den darf ich aber selbst austauschen.

              Gruß

              Deichgraf
              Im Umgang mit anderen Menschen stellt sich immer wieder die gleiche Frage: "Spinne ich oder die anderen?" Ich möchte nichts vorweg nehmen, nur soviel: JA !

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              • Deichgraf
                Erfahren
                • 01.05.2011
                • 264

                • Meine Reisen

                #8
                AW: Allein auf der Elbe 2012

                EDIT
                Bilderlinks aktualisiert. Ich hoffe es funzt jetzt!




                Hallo Markus!

                Die Diskussion um mein Gepäck hatte ich schon mal im Faltbootforum. Daher bin ich vorbereitet Dir ausführlich zu antworten

                1. Ich wollte den Fußraum frei haben. Der Einstieg in die Kajakluke der Helmis Spritzdecke wäre sonst schwierig geworden.

                2. Bug und Heck des Bootes laufen sehr schmal zu. Die Spanten haben sehr enge Öffnungen. Von meinen Gepäckstücken passten da im Bug nur die Packsäcke des Bootes und im Heck die selbstaufblasende Schlafmatte durch. Auf die Idee sogenannte Spitzensäcke zu verwenden (Tipp aus dem Faltbootforum) war ich nicht gekommen. Das hätte etwas Deckslast vermieden. Der "Rest" musste auf Deck verstaut werden. Im Laufe der Tour habe ich die gebrauchten Sachen einfach unter Deck reingestopft. Dadurch wurde es oben weniger.

                3. Durch die Wetterlage vor der Tour und die ungewisse Prognose hatte ich neben warmer Kleidung und langen Hosen auch Bundeswehrponcho, mehrere Handtücher zum Trockenwischen der Ausrüstung und noch mehr Schlechtwetteruntensilen dabei.

                4. Als 14 Tage Vollversorger nahmen die Küchen und Vorratstaschen einen recht großen Raum ein!

                5. Handtücher, T-Shirts usw. waren für die volle Zeit geplant! Jeden Tag frische Kleidung! Natürlich könnte man auch mal einen Waschtag einlegen. Das wollte ich aber nicht! Also musste ich etwas mehr mitschleppen.



                Hier ein paar Bilder zur Ladung!


                Unter Deck hinter dem Fahrer





                Unter Deck vor dem Fahrer




                Decksbeladung



                Da die Küchen und Vorratstaschen, die Getränke, das Trinkwasser usw. deutlich schwerer waren als die Klamotten, war das Boot nicht kippelig oder Kopflastig. Nur der Wind hat natürlich genervt.

                Verbessern werde ich die Beladung von Bug und Heck (Spitzensäcke). Klamotten habe ich nicht alle gebraucht, aber wäre das Wetter schlecht geblieben hätte ich auf nichts verzichten wollen!


                Gruß

                Deichgraf
                Zuletzt geändert von Deichgraf; 17.08.2012, 13:51. Grund: Bilder ersetzen
                Im Umgang mit anderen Menschen stellt sich immer wieder die gleiche Frage: "Spinne ich oder die anderen?" Ich möchte nichts vorweg nehmen, nur soviel: JA !

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                • Tomscout
                  Fuchs
                  • 04.01.2006
                  • 1353

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: Allein auf der Elbe 2012

                  Moin!

                  Schöner Bericht, zumal ich auch schon ein paar Mal über eine Elbetour ab der D/CZ-Grenze nachgedacht hatte, wenn ich mal mit dem Zug Richtung Prag gefahren bin.
                  Werden mir den Bericht dann sicher nochmal zu Gemüte führen, sollte die Tour mal akut werden!

                  Das Verhalten von Poch finde ich allerdings sehr seltsam. Fällt das nicht als Materialfehler in die Garantiezeit? (obwohl... naja, wenn Du auch mit dem Messer das Problem verschlimmbessert hast, dann können die sich natürlich rauswinden)

                  Gruß, Tom (der gerade eine im Vergleich alberne Moseltour hinter sich hat )
                  TOMSCOUT'S TOUREN ...letzter Bericht: Hohe Tatra 2016

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                  • Griffon
                    Dauerbesucher
                    • 13.02.2012
                    • 579

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: Allein auf der Elbe 2012

                    Zitat von Deichgraf Beitrag anzeigen
                    ...
                    Hier ein paar Bilder zur Ladung!


                    Unter Deck hinter dem Fahrer





                    Unter Deck vor dem Fahrer




                    Decksbeladung



                    ...
                    ich seh nix?!
                    Dieser Beitrag wurde maschinell erstellt und ist auch ohne Unterschrift gültig.

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                    • Deichgraf
                      Erfahren
                      • 01.05.2011
                      • 264

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: Allein auf der Elbe 2012

                      Ich seh alles!

                      Anderen Browser testen oder noch mal hier gucken:

                      http://imageshack.us/g/833/beladungdeckjpg.jpg/

                      Gruß vom Deich

                      der Graf
                      Im Umgang mit anderen Menschen stellt sich immer wieder die gleiche Frage: "Spinne ich oder die anderen?" Ich möchte nichts vorweg nehmen, nur soviel: JA !

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                      • hotdog
                        Freak

                        Liebt das Forum
                        • 15.10.2007
                        • 16106

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: Allein auf der Elbe 2012

                        Überprüfe lieber nochmal die Adressen der Bilder. In deinem Post #5 lauten sie http://1.1.1.4/bmi/img62.imageshack....deckhinten.jpg etc.
                        Arrivederci, farewell, adieu, sayonara WAI! "Ja, wo läuft es denn? Wo läuft es denn hin?"

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                        • Griffon
                          Dauerbesucher
                          • 13.02.2012
                          • 579

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: Allein auf der Elbe 2012

                          die Bilder oben kann ich auch sehen...
                          Dieser Beitrag wurde maschinell erstellt und ist auch ohne Unterschrift gültig.

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                          • Deichgraf
                            Erfahren
                            • 01.05.2011
                            • 264

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: Reisebericht Elbe

                            Hallo Atlinblau!

                            Meine gerade erlebte Erfahrung deckt sich nicht ganz mit Deinen physikalisch nachvollziehbaren Ausführungen.

                            Es gibt nach meiner subjektiven (und vermeintlich objektiven) Betrachtung einen Unterschied zwischen Festbooten und Faltern.

                            Wenn ich bei einem Festboot, einen Luftschlauch an der Innenseite anbringe wird das keinerlei Auswirkungen auf das Verhalten des Bootes haben, außer dem Auftrieb bzw. der Unsinkbarkeit beim Kentern. Würde der gleiche Luftschlauch an einem Festboot an der Außenseite angebracht werden, wird die seitliche Endstabilität deutlich verbessert und man könnte das Boot nur schwer zum kippen bringen!

                            Bei dem Falter gibte es durch die flexible Außenhülle eine Symbiose zwischen Innen und Außen! Puste ich den Schlauch auf, wird das Boot an der Seite breiter und der Luftschlauch bildet die Oberkante des Bootes. Die Stütze ist fast so stark, als wäre dort eine außen angebrachte Auftriebhilfe. Beim Einsteigen in die Kajakluke wird der Unterschied zwischen gefülltem und leerem Schlauch recht deutlich. Wenn ich mein Gewicht auf auf die Luftgefüllte Seite stütze habe ich deutlich mehr Halt.

                            Gruß

                            Deichgraf
                            Im Umgang mit anderen Menschen stellt sich immer wieder die gleiche Frage: "Spinne ich oder die anderen?" Ich möchte nichts vorweg nehmen, nur soviel: JA !

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                            • volx-wolf

                              Lebt im Forum
                              • 14.07.2008
                              • 5576

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: Allein auf der Elbe 2012


                              Post als Moderator
                              Der ordnunghalber einmal beide Threads zusammengeführt, damit ein Reisebericht auch nur an einer Stelle diskutiert wird.

                              Bei Nachfragen bitte eine PN an den Moderator senden.  Dein Team der

                              Moralische Kultur hat ihren höchsten Stand erreicht, wenn wir erkennen,
                              daß wir unsere Gedanken kontrollieren können. (C.R. Darwin)

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                              • Deichgraf
                                Erfahren
                                • 01.05.2011
                                • 264

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: Allein auf der Elbe 2012

                                Hallo Hotdog!

                                Überprüfe lieber nochmal die Adressen der Bilder. In deinem Post #5 lauten sie http://1.1.1.4/bmi/img62.imageshack....deckhinten.jpg etc.
                                Sorry, Post #5 ist nicht von mir und enthält keine Bilder!

                                Die Bilder im Startpost sind nicht identisch mit denen in #8

                                Ich kann wie gesagt alles sehen, sowohl mit Firefox als auch mit dem Windows Explorer.

                                Keine Ahnung wo die Probleme sein könnten!?1?
                                Im Umgang mit anderen Menschen stellt sich immer wieder die gleiche Frage: "Spinne ich oder die anderen?" Ich möchte nichts vorweg nehmen, nur soviel: JA !

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                                • anja13

                                  Alter Hase
                                  • 28.07.2010
                                  • 4627

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: Allein auf der Elbe 2012

                                  Zitat von Deichgraf Beitrag anzeigen
                                  Hallo Markus!

                                  Die Diskussion um mein Gepäck hatte ich schon mal im Faltbootforum. Daher bin ich vorbereitet Dir ausführlich zu antworten

                                  1. Ich wollte den Fußraum frei haben. Der Einstieg in die Kajakluke der Helmis Spritzdecke wäre sonst schwierig geworden.

                                  2. Bug und Heck des Bootes laufen sehr schmal zu. Die Spanten haben sehr enge Öffnungen. Von meinen Gepäckstücken passten da im Bug nur die Packsäcke des Bootes und im Heck die selbstaufblasende Schlafmatte durch. Auf die Idee sogenannte Spitzensäcke zu verwenden (Tipp aus dem Faltbootforum) war ich nicht gekommen. Das hätte etwas Deckslast vermieden. Der "Rest" musste auf Deck verstaut werden. Im Laufe der Tour habe ich die gebrauchten Sachen einfach unter Deck reingestopft. Dadurch wurde es oben weniger.

                                  3. Durch die Wetterlage vor der Tour und die ungewisse Prognose hatte ich neben warmer Kleidung und langen Hosen auch Bundeswehrponcho, mehrere Handtücher zum Trockenwischen der Ausrüstung und noch mehr Schlechtwetteruntensilen dabei.

                                  4. Als 14 Tage Vollversorger nahmen die Küchen und Vorratstaschen einen recht großen Raum ein!

                                  5. Handtücher, T-Shirts usw. waren für die volle Zeit geplant! Jeden Tag frische Kleidung! Natürlich könnte man auch mal einen Waschtag einlegen. Das wollte ich aber nicht! Also musste ich etwas mehr mitschleppen.



                                  Hier ein paar Bilder zur Ladung!


                                  Unter Deck hinter dem Fahrer





                                  Unter Deck vor dem Fahrer




                                  Decksbeladung



                                  Da die Küchen und Vorratstaschen, die Getränke, das Trinkwasser usw. deutlich schwerer waren als die Klamotten, war das Boot nicht kippelig oder Kopflastig. Nur der Wind hat natürlich genervt.

                                  Verbessern werde ich die Beladung von Bug und Heck (Spitzensäcke). Klamotten habe ich nicht alle gebraucht, aber wäre das Wetter schlecht geblieben hätte ich auf nichts verzichten wollen!


                                  Gruß

                                  Deichgraf
                                  Hallo Deichgraf,

                                  toller Bericht!
                                  OT:
                                  Deine Bilderlinks scheinen wirklich nicht zu funktionieren. Kann es sein, dass die Bilder nicht freigegeben sind?

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                                  • Deichgraf
                                    Erfahren
                                    • 01.05.2011
                                    • 264

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    AW: [DE] Allein auf der Elbe 2012

                                    Könnte vielleicht der Albumlink helfen?

                                    http://imageshack.us/g/833/beladungdeckjpg.jpg/

                                    Gruß,

                                    Deichgraf


                                    Aber die Bilder im Startpost kann man doch sehen, oder????
                                    Im Umgang mit anderen Menschen stellt sich immer wieder die gleiche Frage: "Spinne ich oder die anderen?" Ich möchte nichts vorweg nehmen, nur soviel: JA !

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                                    • hanseaticjonny
                                      Gerne im Forum
                                      • 30.01.2012
                                      • 78

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      AW: [DE] Allein auf der Elbe 2012

                                      Zitat von Deichgraf Beitrag anzeigen
                                      Könnte vielleicht der Albumlink helfen?

                                      http://imageshack.us/g/833/beladungdeckjpg.jpg/
                                      Hilft!!

                                      Zitat von Deichgraf Beitrag anzeigen
                                      Aber die Bilder im Startpost kann man doch sehen, oder????
                                      Ja!!

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                                      • Deichgraf
                                        Erfahren
                                        • 01.05.2011
                                        • 264

                                        • Meine Reisen

                                        #20
                                        AW: [DE] Allein auf der Elbe 2012

                                        So, wieder zu Hause. Habe die Bilderlinks in Post #8 aktualisiert. Ich hoffe, jetzt funzt alles!
                                        Im Umgang mit anderen Menschen stellt sich immer wieder die gleiche Frage: "Spinne ich oder die anderen?" Ich möchte nichts vorweg nehmen, nur soviel: JA !

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