[DE] 48h Silvester Overnighter im Thüringer Wald 2025/26

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    [DE] 48h Silvester Overnighter im Thüringer Wald 2025/26

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Erster Akt: Die Vorbereitung
    Spontan wie eh und je entschieden sich mein bester Kumpel und ich, den Jahreswechsel mit einem Abenteuer zu feiern. Zwei Tage Vorlauf müssen reichen um die letzten Vorkehrungen zu treffen. Das Equipment steht immer bereit, um schnell das nächste Erlebnis zu starten. So ging es eigentlich nur um Kleinigkeiten und vor allem Proviant. Wir waren uns schnell beide einig, dass wir mindestens zwei Nächte draußen verbringen wollen mit der Option auf eine dritte Nacht. Gesagt - getan. Einen Augenblick später fand ich mich am 30. Dezember 2025 vor dem Bahnhof in Saalfeld (Saale), wo ich meinen Kumpel von seiner Zugfahrt abholte und wir gemeinsam die letzten Kilometer nach Langewiesen fuhren. Es war bereits nachmittags und die Dämmerung setzte langsam ein.

    Zweiter Akt: Das Abenteuer beginnt
    Das Auto abgestellt, die Kleidung gewechselt, Stirnlampe aufgesetzt und auf der Karte orientiert - los geht es. Von Langewiesen steigen wir nach südwest über die Kranichsruh zum Gotteskopf auf. An der Nordostflanke des Gipfels steht auf 585 m ü.N.N. die massive Kyrill-Hütte, unser Ziel für die heutige Nacht. Die nach dem Orkan Kyrill benannte Hütte, macht auch heute ihrem Namen alle Ehre. So ist es stürmisch, eisig kalt, sternenklar und der schneebedeckte Boden leuchtet hell im Mondschein. Ein hervorragendes Abenteuer - ganz in unserem Sinne.
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    Wir entschieden uns die gut ausgebaute Feuerstelle zu nutzen. Also hieß es erst einmal im Umkreis Holz zu sammeln. Um den Wind einzudämmen hatten wir außerdem den Plan, mit zwei großen Tarps einen Windschutz hinter unserer Sitzbank aufzubauen. Also hieß es wieder Holz sammeln. Nach insgesamt einer Stunde waren wir schließlich soweit. Das Feuer brannte (mal mehr, mal weniger), wir saßen im windstillen hinter unserer Tarpwand. Zum Essen verzogen wir uns dennoch in die wohnliche Schutzhütte.
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    Unsere Übernachtung verlief dann reibungslos. Wir schliefen jeweils an den Seiten der Bänke auf dem Boden. Die Öffnung am Eingang hatten wir mit einem Tarp zu gehangen. Die Nachttemperaturen im Äußeren lagen bei ca -10°C und auch im Inneren der Schutzhütte gab es Minustemperaturen. So zeigten doch unsere Flaschen am Morgen mehr Eis als flüssiges Wasser. Nach kurzer Überwindung aus dem Schlafsack heraus zu kommen ging es zuerst nach draußen, um das Nachtlager erstmals bei Tageslicht zu sehen. Ein herrliches Panorama mit den umliegenden Städten war zu sehen, aber auch die aufgezogenen Wolken. Ein Vorbote für den Schnee, der auch laut Wetterbericht heute fallen sollte. Nach dem obligatorischen Kaffee ging es dann an ein kurzes Frühstück und den Abbau des Lagers. Ein Eintrag in das Gipfelbuch durfte natürlich auch nicht fehlen.
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    Dritter Akt: Weiter hinauf, bei jedem Wetter
    Bei Tageslicht fanden wir nur unweit unseres Schlafplatzes eine Wasserquelle, die sogleich für die Hygiene Routine genutzt wurde. Einen Kälteschock später aber dafür sauber und gut durchblutet, fühlten wir uns wieder richtig lebendig. Der schwere Rucksack mit allem an nötigen und unnötigen Gepäck, zog jedoch an unseren Kräften. Es ging Richtung Westen immer weiter den Berg hinauf über den Hexenstein mit der Aussicht in das Schobsetal. Zu dieser Zeit hatte sich der Winter im übrigen wieder vollends zurück gemeldet. In dichtem Schneetreiben und eisigen Wind kämpften wir uns Schritt für Schritt weiter. Ich war so froh, dass mich meine Kleidung angenehm warm gehalten und vor allem gut gegen den Wind geschützt hat. Nachdem wir an Oehrenstock vorbei gewandert waren ging es weiterhin nur bergauf. Nach jeder Kurve ersehnten wir unser Ziel zu sehen und als es schließlich soweit war, konnten wir unsere Freude kaum fassen.
    Die Schutzhütte Erhardstanne liegt auf 680 m ü.N.N. gut geschützt vom Wald an einer Wegkreuzung. Hier sollten wir also unsere zweite Nacht verbringen. Die Silvesternacht am 31. Dezember 2025. Das Feuerwerk war glücklicherweise nicht sehr präsent, aber leider dennoch zu hören.
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    Wir erkundeten kurz die Umgebung und die Ausstattung der Schutzhütte. Zwei Tische sowie zwei fest verbaute Bänke fanden wir vor. Nach dem Wasser kochen für Tee, richteten wir nach und nach das Nachtlager ein. Ein gutes Gefühl kam bei uns beiden auf - hatten wir doch unser Tagesziel erreicht. Die eigenen Grenzen bei solchen Touren kennenzulernen und auch zu verschieben, war somit auch fester Bestandteil des abendlichen Philosophierens als wir unser Zwischenfazit zogen. So verging die Zeit wie im Flug, bis es plötzlich 0 Uhr war und wir uns im neuen Jahr 2026 wiederfanden.
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    Im neuen Jahr wieder aufgewacht, ergab sich ein ähnliches Bild wie bei der ersten Übernachtung. Die durch ein Tarp vollständig geschützte Hütte, war zwar bedeutend wärmer als der Wald außerhalb, aber es waren trotzdem wieder Minusgrade. Die Wasservorräte wurden kurzerhand aufgetaut und sogleich Kaffee und Tee für den Morgen gekocht.

    Vierter Akt: Die Belohnung
    Wie eingangs bei unserer Planung beschrieben standen wir nun an dem Punkt, wo eine Entscheidung getroffen werden musste, wie die Tour weiter verläuft. Mit Blick auf die Wetterprognose kamen wir zu dem Entschluss, dass wir zum Auto zurückkehren werden. Etwas wehmütig fiel danach auch der Abbau des Lagers aus. Hatten wir doch beide riesig Spaß und auch Lust auf mehr Abenteuer. Aber die Vernunft sagte auch, dass wir unser Glück nicht überstrapazieren sollten.
    Die Rucksäcke geschultert ging es zurück nach Langewiesen. Wir wanderten gemütlich bergab und waren überrascht wie leicht uns der Weg fiel. Das hatten wir uns nach den kräfteraubenden Tagen zuvor aber auch verdient. Glücklich und zufrieden kam wir also in der kleinen Ortschaft am Nachmittag an, sage und schreibe 48h unterwegs.
    Stolz blicke ich jetzt auf diese kleine Tour und dennoch dieses große Abenteuer zurück. Es ist nicht selbstverständlich, so etwas zu unternehmen und Freunde bei sich zu haben. Mit dieser Einsicht starte ich gut gelaunt in das neue Jahr 2026. Auf das es so weiter geht, wie es begonnen hat.
    Zuletzt geändert von HaBo90; Gestern, 14:32.

  • carsten140771
    Fuchs
    • 18.07.2020
    • 1124
    • Privat

    • Meine Reisen

    #2
    Tolle Sache!

    Ich war da auch schon immer mal. Die Hütten sind wirklich Klasse.

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    Kommentar


    • zilka

      Erfahren
      • 29.06.2017
      • 455
      • Privat

      • Meine Reisen

      #3
      Ein schöner kleiner und feiner Bericht! Hab ich gern gelesen, Habo90. Macht Lust auf kleine Abenteuer am Wochenende!

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      • codenascher

        Lebt im Forum
        • 30.06.2009
        • 5246
        • Privat

        • Meine Reisen

        #4
        Danke!!! Alles richtig gemacht.

        Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

        meine Weltkarte

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        • Wafer

          Administrator
          Liebt das Forum
          • 06.03.2011
          • 10706
          • Privat

          • Meine Reisen

          #5
          Hallo HaBo90.

          Zunächst mal sende ich ein herzliches Willkommen hier im Forum und im Jahr 2026 an dich und deinen Kumpel. Das ist ja mal ein klasse Einstand: Coole Tour über den Jahreswechsel, klasse Bericht und das Schutzhüttenverzeichnis hast du auch gleich aktualisiert! Vielen Dank dafür!
          Liest sich sehr anregend, euer kleines Abenteuer! Bei mir ist leider gerade etwas Outdoorpause, da kommt sowas sehr gelegen. Danke fürs mitnehmen! Weiter so!

          Viele Grüße

          Wafer 🙋🏼‍♂️

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