[D] Moselsteig und Liebesschlucht: Schutzhüttensuche an der Mosel

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  • Torres
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    Liebt das Forum
    • 16.08.2008
    • 26950

    • Meine Reisen

    [D] Moselsteig und Liebesschlucht: Schutzhüttensuche an der Mosel

    Tourentyp
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    Mitreisende
    Die Stimmung könnte besser sein. Lockdown, Teillockdown, Keinerblicktmehrdurchlockdown. Corona auf allen Kanälen. Also wandern gehen. Regen, Kälte und Schnee, dann auch mal Sonne. Der Frühling kommt in kleinen Schritten. Und jetzt? Die Arbeit ruht, die Stimmung um mich herum wird nicht besser. Blauloke postet Anfang März im Forum, man solle Schutzhütten suchen. Oha. Hier gibt es nicht nur eine, sondern viele. Fangen wir es an! Die Gegend ist sowieso schön, längst habe ich mich orientiert. Wie es schon immer meine Art war. Als Ausgangspunkt wähle ich den Umweltbahnhof Bullay. Dann also los. Die Hügel stören etwas. Flach ist mir lieber. Man kann so schlecht abkürzen. Aber wat mut, dat mut. Und die Mosel ist ja auch noch da. Weit und schön.

    P.S. Natürlich beschreibe ich hier nur Tagestouren. Touristische Übernachtungen sind bekanntlich derzeit nicht erlaubt. Hotels, Gaststätten, Campingplätze sind geschlossen. Nur die Geschäfte sind geöffnet. Noch.


    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

  • Torres
    Freak

    Liebt das Forum
    • 16.08.2008
    • 26950

    • Meine Reisen

    #2
    Es ist Anfang März und die Temperaturen liegen bei um die 4 Grad. Eine kleine Wanderung ist drin. Die Schutzhütte sieht man deutlich, sie liegt sozusagen auf dem Präsentierteller und ist leicht zu erreichen. Beginnen wir einfach mit ihr. Hinter dem Bahnhof, am Ende des Weges an den Parkplätzen entlang, geht es hoch zu den Weinbergen. In der Ferne die Marienburg, sie gehört dem Bistum Trier und soll verkauft werden. Zu hohe Kosten.

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    Bienenhotel. Noch in der Entstehung.

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    Die Hütte ist nicht zu verfehlen.

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    Errichtet wurde sie von den Bullayer Winzern. Sie liegt nämlich am Weg zwischen Dorf oder Bahnhof und Onkel Toms Hütte, einem zentralen Anlaufpunkt für Weinfreunde, gut ausgeschildert. In den Sommermonaten ziehen Heerscharen gutgelaunter Gruppen an ihr vorbei in Richtung Weinverkostung. Sollten sie fröhlich lärmend Schutz vor Regen brauchen, kommt diese Hütte, strategisch gut gelegen, gerade Recht.

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    Es ist zu kalt, um nun länger zu verweilen. Die Weinreben sind zu Herzen verflochten. Man schneidet sie im Herbst oder Frühjahr, so dass nur ein Trieb, meist aber zwei Triebe, übrig bleiben. Die Trauben werden maschinell geerntet und da die Maschine nicht alle Trauben erfasst, gab es im Herbst bei Spaziergängen leckere Weintrauben direkt vom Rebstock, ein Genuss. Lange her.

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    Die ersten Kätzchen.


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    An der Mosel geht bereits die Sonne unter. Wo sind die Handschuhe? Es ist der alte Moselradweg, inzwischen wurde die Wegführung geändert. Niemand zu sehen. Selbstisolation. Kalte klare Luft.


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    Schön hier.

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    Zuletzt geändert von Torres; 01.04.2021, 19:07.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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    • qwertzui
      Fuchs
      • 17.07.2013
      • 2064

      • Meine Reisen

      #3
      Sehr schön, Endlich ein Bericht aus der Echtzeit, zur Zeit gibt es ja fast nur noch Berichte aus der guten alten Zeit als man noch durfte.

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      • blauloke

        Lebt im Forum
        • 22.08.2008
        • 6284

        • Meine Reisen

        #4
        Hallo Torres, danke für die Werbung.

        Schutzhüttenkarte

        Eintragen von Hütten
        Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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        • Torres
          Freak

          Liebt das Forum
          • 16.08.2008
          • 26950

          • Meine Reisen

          #5
          Die nächste Schutzhütte lauert mitten im Wald. Es ist mir gelungen, zwei beide mitzuschnacken, das heißt aber, langsam gehen. Wieder geht es an der ersten Schutzhütte vorbei, es geht streng bergauf und bald sind wir an Onkel Toms Hütte. Es ist Flaschenspülung, die Maschine macht einen höllischen Lärm, der asphaltierte Zufahrtsweg ist zur Hälfte blockiert. Ein paar Autos mit Kennzeichen aus dem Norden. Mit dem Weitwinkel wage ich einen Blick zurück.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51045071923_b75528cfd9_k.jpg Ansichten: 79 Größe: 969,6 KB ID: 3033119

          Der ganze Weg ist einer der Zuwege zum Moselsteig, entsprechend gibt es von Zeit zu Zeit Schilder "Moselsteig Zuweg". Auf dem Hügel gegenüber das sogenannte Hypothekenviertel Bullays. So nennen die Einheimischen das Neubaugebiet. Der Hang ist mittlerweile weitgehend zugebaut, es fehlt an Baugrundstücken. Die Lage des Ortes mit dem Bahnhof ist einfach zu verlockend. Die Nachbarorte haben keinen Anschluss mehr, die ehemalige Moselbahn nach Zell ist heute Radweg, aber dazu kommen wir später. Der Bereich gehörte übrigens früher zu Merl, wie mir Tage später eine Frau berichtete, von der noch die Rede sein wird. In der Ferne wieder die Marienburg.

          Es geht erst bergan, bis eine Gruppe von Bänken erreicht ist und damit auch der Moselsteig. Nun geht es wieder bergab, und ich muss meine Begleiter motivieren, denn bergab heißt ja, wieder bergauf zu müssen, und das Vertrauen in meine Pläne ist gering. Man will nicht so weit gehen, Bewegungsschwierigkeiten und die vierbeinige Begleitung ist schon alt. Aber so weit ist es doch gar nicht. An den Bäumen der Wegweiser Moselsteig. Ein Blümchen am Hang. Wie schön. Der Rest sieht etwas trotzlos aus - wie kalter, winterlicher Wald eben.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51045890462_20ab8ab041_k.jpg Ansichten: 77 Größe: 1,01 MB ID: 3033121

          Ich bin nun am Bullayer Kreuz, mache aber aus unerfindlichen Gründen kein Foto. Vermutlich, weil ich ihn schon einmal fotografiert habe, das Licht schlecht ist, und ich ja heute in zielgerichteter Mission unterwegs bin. Es ist ein großer Kruzifix. In fernen Zeiten war ein Kruzifix direkt am Kreuzweg aufgestellt, aber weil dieser so schlecht zu erreichen war, hat man ihn an dieser Stelle aufgestellt. Er ist an einer Lichtung gelegen und in der Nähe sind Sitzbänke.

          Mich interessiert dagegen dieses Schild, denn da will ich hin.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51045890822_bfaaf711bd_k.jpg Ansichten: 76 Größe: 1,88 MB ID: 3033123

          Ank leitet sich ab von Ankerbach und ist eine historisch bedeutende Gegend. Hier lebte im Zweiten Weltkrieg ein Teil der Bullayer Familien, die vor den Kriegswirren in den Wald flohen. Die Versorgung übernahm ein Familienmitglied, das sich einmal in der Woche nachts zurück in den Ort traute. Ob die Hütten in dem Gebiet noch aus der Zeit stammen, ist mir nicht bekannt. Später sind die Bullayer nach der Ankunft der Alliierten in Folge von Verhandlungen freiwillig in den Ort zurückgekehrt, der aufgrund der Eisenbahnbrücke so strategisch wichtig war.

          Der Moselsteig biegt nun ab und wir bewegen uns Richtung Hütte, deren Zuweg nach ein paar Metern vom Hauptweg links abgeht. Durch die lichten Bäume sieht man eine große Hütte, aber das ist sie nicht, diese Hütte ist privat. Der Ankerbach.


          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51045072503_d6083d9351_k.jpg Ansichten: 76 Größe: 1,98 MB ID: 3033124

          Eine offene Schranke und dahinter ein kleines, verwahrlost wirkende Gebäude. Fast kommt man sich wie ein Eindringling vor. Kann das richtig sein? Das Navi sagt: Ja. So laufe ich vor und bin überrascht. Es öffnet sich das enge Tal zu einer großen Wiese und hier sind sogar zwei Schutzhütten statt einer. Ein Schild warnt vor Waldbrandgefahr.


          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51045802946_f98b131c19_k.jpg Ansichten: 75 Größe: 1,60 MB ID: 3033125

          Es sind relativ große Schutzhütten.


          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51045803006_29d2fd4390_k.jpg Ansichten: 75 Größe: 1,84 MB ID: 3033126


          Die Matratzen im Inneren erinnern mich an den Shelter in Finnland, keine Ahnung, wer so etwas dort hin transportiert. Ein Mäuseheim?


          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51045891182_0575f73d87_k.jpg Ansichten: 73 Größe: 873,1 KB ID: 3033127

          Die zweite Hütte ist dagegen leer. Einen kurzen Moment überlege ich, wie die Wiese wohl aussähe, wenn dort ein ods Forumscamp stattfinden würde. Ich glaube aber kaum, dass man die Wiese mieten kann und eine Toilette und Wasser sehe ich auch nicht. Für das Grillvergnügen an der Feuerstelle muss man wohl alles mitnehmen oder mit dem Auto in den Wald fahren. Vielleicht schaue ich im Sommer dort mal vorbei, wenn ich die Zeit habe.


          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51045891317_bb69b8e46b_k.jpg Ansichten: 73 Größe: 1,46 MB ID: 3033120


          Meine zweibeinige Begleitung ist hellauf begeistert von der unerwarteten Entdeckung und so geht der Rückweg samt Anstieg problemlos vor sich. Ich dagegen denke noch ein wenig über den Talkessel nach und sinniere darüber, wie man sich wohl dort gefühlt hat, bedroht von Bomben und Kriegshandlungen, das Haus und das alte Leben fernab hinter dem Hügel. Nicht wissend, ob man nicht doch entdeckt oder verraten wird.


          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51045891882_7babb51fd1_k.jpg Ansichten: 73 Größe: 1,91 MB ID: 3033122


          Wieder der Moselsteig und nun kommt doch noch die Sonne heraus.


          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51045073463_29ec6bee83_k.jpg Ansichten: 73 Größe: 1,64 MB ID: 3033128


          Die Spüler haben ihre Arbeit beendet, die Familie sitzt mit einem Glas Wein vor dem Haus in der Abendsonne und man wechselt ein paar Worte. Nun geht es fast nur noch bergab und auch wenn Schleifen den geraden Weg verhindern, so geht es doch recht schnell zurück. Zwar ist die vierbeinige Begleitung merklich müde und auch der Zweibeiner sollte an der Kondition arbeiten. Aber alle sind glücklich. Eine schöne Wanderung.
          Zuletzt geändert von Torres; 01.04.2021, 19:05.
          "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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          • Torres
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            Liebt das Forum
            • 16.08.2008
            • 26950

            • Meine Reisen

            #6
            Schutzhütte Hochgericht an Horga´s Pfad, Zell/Mosel.

            Die nächste Etappe ist schnell erzählt. Ich habe gesehen, dass die Schutzhütte vom Einkaufszentrum nicht weit entfernt ist. Da es ja eigentlich nur um die Hütten geht, fahre ich nach dem Einkaufen mit dem Auto vorbei. Dass hier eine Einfahrt zu einem Wanderweg ist, hätte ich nicht gedacht. Die Abzweigung ist gleichzeitig die Zufahrt zu einem großen unbefestigten Parkplatz, der vermutlich den Mitarbeitern der Fabrik gegenüber, dort wird Wein abgefüllt, als Reserveparkplatz zur Verfügung steht. Auch ein paar Lastwagenanhänger stehen dort herum und an der matschigen Zufahrt parken drei PKW nach einem nicht erkennbaren System. Ich quetsche mich irgendwo dazwischen.

            Ich orte den Weg zur Hütte, ich bin anscheinend richtig. Der Matsch ist anfangs bedenklich hoch, meine Wanderschuhe gehen aber über die Knöchel, also keine Gefahr. Es ist Mitte März und frisch. Ein Schild: Horga´s Pfad. Die Verbreitung des Deppenapostrophes scheint nicht zu stoppen zu sein.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51045074188_96f5e5c273_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,85 MB ID: 3033333

            Ich hatte den Wanderweg auf einer Karte gesehen, er führt einmal um Zelt Barl herum, also den Hügel, der sich in der Moselschleife befindet. Allerdings ist der Weg nicht gut zu erreichen und angesichts der vielbefahrenen Straße und der Lage nicht weit von der Bebauung weg, konnte ich mir nettere Erlebnisse vorstellen. Eine kleine Wendeschleife, dort parkt ein Auto. Vermutlich bin ich hier nicht alleine. Gab es dort auch eine Schranke? Das weiß ich nicht mehr. Die Hütte ist bereits zu sehen. Und die Anlage haut mich um.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51045892637_8ce7cdc7d1_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,62 MB ID: 3033334

            Ich hätte nicht gedacht, dass sie so groß ist.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51045074393_606ce99db6_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,31 MB ID: 3033335

            Anscheinend ist das rechts eine Art Kiosk, vermutlich wird hier dann an den Wochenenden Wein verkauft, wie es hier üblich ist. Bei der Aussicht muss es hier im Sommer traumhaft sein, Gedanken an Sonne, Blätterrauschen und ein Lieblingseis mit Mandeln werden wach.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51045892787_055711b77e_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 742,6 KB ID: 3033336

            Blick auf Pünderich und das Pündericher Hangviadukt, gebaut zwischen 1877 und 1880. In der Gegend sind auch ein paar Schutzhütten, Erklärungen hebe ich mir für später auf. Und die Marienburg. Ich recherchiere: Es gibt einen Weg von der Marienburg hier hoch zur Schutzhütte, dort sind auch die Parkplätze für eine Wanderung. Auf die Idee bin ich nicht gekommen, Asche auf mein Haupt.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51045804866_818873d0cf_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,60 MB ID: 3033337

            Eine schön gelegene Anlage, in der Tat. Ein kleiner Weg macht mich neugierig.


            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51045804931_4e12b01712_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,99 MB ID: 3033338

            Ich laufe ein paar Schritte, und fast werde ich schwach. Vielleicht lohnt sich Horgas Pfad doch? Aber ich habe Essen gekauft und muss zurück, man hat ja so seine Verpflichtungen. Mit dem Auto Schutzhütten suchen ist vielleicht doch keine gute Idee, das muss sich ändern. Die nächsten Schutzhütten werde ich erlaufen. Vielleicht ist Schutzhüttensuche eine gute Gelegenheit, die Gegend zu erkunden.

            So, jetzt noch die Hütte für blauloke fotografieren.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51045892882_fe6c59e4cb_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,58 MB ID: 3033339

            Man beachte links das Gebäude, hier muss ein Toilettenhäuschen sein. Ich prüfe es nicht, weil ich erst abends sehe, dass es dort eins geben muss. Und man beachte das Auto rechts, dort ist also die Wendeschleife.

            Das Innenleben der Hütte.

            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51045074753_ab71d4dbef_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 950,1 KB ID: 3033340


            Neben der Hütte sieht man durch den Wald die Häuser von Zell. Im Sommer wird es hier natürlich blickdicht sein.


            Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51045074478_ab88ff0373_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,15 MB ID: 3033341


            Nun aber zurück.

            Als ich auf das Auto zugehe - ich muss es mit wenig Abstand passieren, weil es zu matschig ist - höre ich ein rhythmisches Quietschen und sehe das entsprechende Autoschaukeln. Oh Mann. Corona-Prostitution oder ein verzweifeltes Liebespaar, dass derzeit kein Hotelzimmer mieten kann? Ich mache, dass ich wegkomme.
            "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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            • ronaldo
              Moderator
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              • 24.01.2011
              • 9910

              • Meine Reisen

              #7
              OT:
              "...Die Verbreitung des Deppenapostrophes scheint nicht zu stoppen zu sein..."

              Wohl wahr. Vgl. hier #5: "Onkel Tom´s Hütte".

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              • Torres
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                • 16.08.2008
                • 26950

                • Meine Reisen

                #8
                Zitat von ronaldo Beitrag anzeigen
                OT:
                "...Die Verbreitung des Deppenapostrophes scheint nicht zu stoppen zu sein..."

                Wohl wahr. Vgl. hier #5: "Onkel Tom´s Hütte".
                Onkel Toms Hütte schreibt sich offiziell tatsächlich ohne Apostroph, ich habe es eben korrigiert. Man sieht es aber auch mit Apostroph, da ist man hier flexibel.
                "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                • Torres
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                  • 16.08.2008
                  • 26950

                  • Meine Reisen

                  #9
                  Schutzhütte König am Moselsteig, Bullay

                  Es ist jetzt schon die dritte Märzwoche, und ich entscheide mich, spazieren zu gehen. Zwei Hütten haben es mir angetan und als typischer Flachländer sehe sofort: Gar nicht weit. Eigentlich nur ein paar Meter. Kurzer Anstieg durch Bullay und dann ist man praktisch da. Ein Katzensprung, sozusagen. Meine Welt ist flach, muss ich dazu sagen. Die kleinen welligen Linien in einer Karte scheinen eher eine künstlerische Laune des Kartenzeichners zu sein, als dass sie Bedeutung hätten. In einer halben Stunde dürfte die Sache erledigt sein.

                  Die Straße geht hinter den Gleisen hoch, aber ich mache einen kleinen Umweg. Ob die Bank am Weinfass auch als Schutzhütte gilt? Wohl kaum.


                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074513607_cf59dd5a4a_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,30 MB ID: 3033549

                  Aber ein Fahrrad würde man an die Seite durchaus stellen können und man wäre da auch geschützt. Fahrrad? Ich sollte mal den Platten reparieren, dann könnte ich ein paar Wege mit dem Fahrrad überbrücken. Mein Tretroller ist leider nicht hier.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074319816_9aa1b5390d_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 996,8 KB ID: 3033550

                  Nun aber zum eigentlichen Ziel. An der Straße eine Gedenkstätte.


                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074319966_44d58c8840_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,73 MB ID: 3033551

                  Dann biege ich in das Wohngebiet ab. Erstaunlich, was man so urban outdoor entdecken kann. Eine kleine Marienstätte. Ein größeres Anwesen, das Pferde hinter dem Haus hat. Designhäuser. Ein Künstler, der Straße, Vorgarten und Garten mit Designobjekten zugestellt hat. Ich muss ihn mal im Internet anschauen. Fette Autos vor den Türen. Jeden Tag möchte ich hier nicht zu Fuß hoch latschen, ganz ehrlich. Ob sie wohl ins Moseltal schauen können?


                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51005232660_d7d59a57c2_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,17 MB ID: 3033552

                  Die ersten Sträucher sind mit Ostereiern geschmückt. Ich sehe schon, auch ich kann jetzt aufrüsten, gut zu wissen. Ein paar ältere Häuser kommen in meinen Blick, das scheint also Teil des alten Bullays zu sein. Oder Merls. Wer weiß.
                  Den steilen Straßen schließen sich Treppen an, ein Tiny Haus im Garten, ob das wohl das Kinderhaus ist? Und immer wieder Bahnerhäuschen, davon gibt es hier noch einige.


                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074410906_11c3359951_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,28 MB ID: 3033553


                  Langsam bin ich oben angelangt, wurde auch Zeit. Eine rostige Tür gefällt mir.


                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51073626283_c087bf7e08_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,50 MB ID: 3033554

                  Jetzt kann es eigentlich nicht mehr weit sein, sagt die Karte. Hoffentlich wird es bald flach. Tja.


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                  Nicht schlecht der Ausblick von hier oben, wenn es bald grün ist, sieht das bestimmt prächtig aus. Blick auf Alf und auf Burg Arras, die allerdings schlecht zu erkennen ist.

                  Ich bin nun am letzten Haus vorbeigekommen und laufe den asphaltierten Weg weiter. Links neben die eine Sitzfläche, das Wort Bank trifft es nicht ganz. Aha, denke ich und gehe weiter. Auf einer Wiese steht eine Hütte, aber das ist nicht die Hütte, die ich suche. Sie müsste privat sein. Der Weg ging schon vorher links ab. Jahrelanges Outdoorwegesuchen hat die Sinne gestählt, die Bank, ich wette die Bank ist ein Zeichen. In der Tat. Dort geht ein Weg hoch. Kaum zu sehen, eher zu erahnen, aber eine andere Möglichkeit gibt es eh nicht, Routing sei Dank. Auf dem Bild ist der Weg übrigens klarer zu erkennen, als in Wirklichkeit.

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                  Nun war man schon mal jünger und so dick eingepackt in Winterklamotten ist die Beweglichkeit auch nicht so ganz gegeben, aber irgendwo finde ich Halt und bin auch schon auf dem richtigen Pfad. Hübsch hier.


                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51073717848_7ad29ce875_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,62 MB ID: 3033557

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                  Ich erreiche den Kamm und nun weiß ich, was mir die ganze Zeit fehlt: Porsche! Mein geliebter Rollwagen, den ich, beladen mit 20 kg Rucksackgewicht, in Finnland auf engsten Pfaden voll beladen hinter mir hergezogen habe. Mit tun jetzt noch die Handgelenke weh von der Erinnerung, das Ding über die Felsen, Wurzeln, Büsche und den Schnee zu kriegen und das Ganze bei Minustemperaturen. Dabei ist Porsche sogar hier, verdammt. Wie konnte ich wagen, ohne ihn aufzubrechen.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074423907_f07380760e_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,64 MB ID: 3033561

                  Nun gut, ich hatte nichts zu transportieren. Ich habe noch nicht einmal einen Rucksack mit und daher auch keine Wasserflasche, was sich gerade bitter rächt, denn ich habe brennenden Durst. Aber so kurz vor der Hütte aufgeben ist jetzt auch nichts, noch einmal will ich die Straße nicht hoch laufen. Ich quere einen breiteren Weg, ihm muss ich nachher zur zweiten Hütte folgen. Zunächst geht es aber auf dem schmalen Pfad weiter.


                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51073625633_e9183435f2_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,64 MB ID: 3033562


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                  Und dann sehe ich zu meiner Überraschung den kleinen Wegweiser, und ich verstehe, dass ich wieder auf dem Moselsteig gelandet bin. Klar, daher die Schutzhütten. Das hätte ich mir eigentlich denken können.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51073625668_dc6134713d_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,90 MB ID: 3033563

                  Und da ist sie.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074312751_8f98b89949_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,46 MB ID: 3033564

                  Ein große Anlage. Im ersten Moment glaube ich, völlig woanders zu sein, denn ich vermutete, dass der Weg gerade hochging, und ich jetzt in das letzte Tal schaue. Aber dann erkenne ich die Umgebung. Links im Bild ist Onkel Toms Hütte. Ich schaue als in das Tal von Bullay und Alf.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074418157_9b555fe4e5_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,03 MB ID: 3033565

                  Die Hütte ist groß. Leider konnte ein paar Leute mal wieder ihre Flaschen nicht mitnehmen. Schade.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074312676_4319c5cf50_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 694,0 KB ID: 3033566

                  Hinter der Hütte befindet sich Holz. Bei der Beschreibung der Schutzhütte lasse ich die Information bewusst weg, weil ich nicht weiß, ob das Holz privat ist und nur für eine Festivität oder Prozession hier liegt. Der geneigte Moselsteigwanderer hat in der Regel keine Grillwürste dabei und wird wohl eher kochen oder die Gastronomie im Ort aufsuchen.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51073719028_ca13e1c2c7_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,43 MB ID: 3033567

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51073620158_5f7ca1040b_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,11 MB ID: 3033568

                  Am Abend werde ich recherchieren, dass die Schutzhütte "König" heißt.

                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51005135975_8aedb6985e_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,19 MB ID: 3033569

                  Hach, der Ausflug hat mir gefallen. Die nächste Hütte ist nicht weit. Die suche ich jetzt auch noch.
                  "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                  • blauloke

                    Lebt im Forum
                    • 22.08.2008
                    • 6284

                    • Meine Reisen

                    #10
                    Zitat von Torres Beitrag anzeigen
                    [B]SOb die Bank am Weinfass auch als Schutzhütte gilt? Wohl kaum.

                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht Name: 51074513607_cf59dd5a4a_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,30 MB ID: 3033549
                    Hallo Torres, wir nehmen alles was ein Dach hat. Das ist zwar keine Schutzhütte, aber als Unterstand taugt das Weinfass. Da kann man sich bei Regen unterstellen.
                    Wir nehmen auch Picknicktische falls sie überdacht sind als Unterstand auf.
                    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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                    • Torres
                      Freak

                      Liebt das Forum
                      • 16.08.2008
                      • 26950

                      • Meine Reisen

                      #11
                      Prima. Ich schreibe noch was im anderen Thread dazu. Habe gesehen, dass Du für den Keltischen Stein ein Dachsymbol genommen hast, das passt gut dazu.

                      Ist hier alles ein bisschen umständlicher als früher, da kommt der Reisebericht auch nur häppchenweise.
                      "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                      • Torres
                        Freak

                        Liebt das Forum
                        • 16.08.2008
                        • 26950

                        • Meine Reisen

                        #12
                        Schutzhütte Merler Königshütte, Königslay Merl

                        Ich wandere nun das kleine Wegstück bis zu dem breiteren Weg zurück. Ich habe immer noch brennenden Durst, aber jetzt den gleichen Weg zurückzugehen, kommt mir unvollständig vor. Die andere Hütte kann nicht weit sein.

                        Ich schaue jetzt auf das Wirtschaftsgebäude, das in meiner App mit einem Punkt markiert ist. Möglicherweise könnte man sich dort kurz unterstellen, aber es ist mit Sicherheit privat und sollte daher nicht in einem Verzeichnis vermerkt werden.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074413126_08cef2cb65_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 816,7 KB ID: 3033688

                        Im Hintergrund sieht man die Doppelstockbrücke Alf-Bullay, die im Zweiten Weltkrieg so umkämpft war. Oben die Bahn, unten die Autos, Radfahrer und Wanderer. Letztere setzen in den Sommermonaten besser mit dem Schiff über (bis 17.00 Uhr).

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074516337_ee46ecfe01_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,08 MB ID: 3033689

                        Gerade fährt dort auch ein Zug. Weit ist es nun nicht mehr, ich passiere ein Waldstück, in dem mehrere Hütten zu erahnen sind, das Gelände ist verschlossen. Dann komme ich an eine Bank und da wird sicherlich die Hütte sein, das habe ich im Gefühl.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51005236620_16ca9a4686_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,77 MB ID: 3033690

                        Zuvor warte ich aber auf den lauten Trecker, der jederzeit um die Ecke kommen muss. Ich mag Treckergeräusche nicht, als ehemaliger Geländereiter musste man immer darauf achten, dass sie einen nicht sehen, falls man mal aus Verzweiflung abkürzen musste, wo man eigentlich nicht sollte.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074414311_80f0fa19ec_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,58 MB ID: 3033691

                        Aber es kommt nichts. Dann sehe ich das Trafohäuschen. Das Geräusch scheint von dort zu kommen. Puh, ich bin ein wenig erleichtert. Es ist schon ganz schön einsam hier. Abstieg zur Hütte.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074517252_774f680131_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,83 MB ID: 3033693

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51005236650_68894a3ee4_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,58 MB ID: 3033694

                        Die vorderen Bänke aus Holz sind zerbrochen und verrottet. Die zweite Garnitur ist aus Plastik und benutzbar. Das Schild der Hütte hängt schief. Anscheinend ist angesichts der fehlenden Wanderer aufgrund der Corona-Reisebeschränkungen lange nichts mehr hier gemacht worden.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51005236530_7d5a3bce63_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,21 MB ID: 3033695

                        Königshütte. "Erbaut von der Freiwilligen Feuerwehr Merl" ist zu lesen.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074517157_01d70e323e_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,02 MB ID: 3033696
                        Innen wirkt sie etwas düster, weil die Fenster der Hütte noch mit Spanplatten verrammelt sind. Vor Ostern wird sich das ändern, wie ich aus der Ferne sehen konnte. Ich bin noch etwas zu früh. Durch das offene Fenster sieht man die Moselschleife. In der Mitte thront der Hügel von Zell-Barl. Dort, an dem Schrägstück, müsste die Hütte Hochgericht liegen, die ich bereits dokumentiert hatte.


                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51005236580_d801c50145_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,11 MB ID: 3033697

                        Ich luge nun durch einen Spalt und sehe die Marienburg. Das Foto wird schief, und so mache ich das Foto lieber neben der Hütte noch einmal.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074518082_984eecf107_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,37 MB ID: 3033698

                        Vor meinem geistigen Auge sehe ich laue Sommernächte an der Mosel, rieche den Duft der Blätter, höre das Rauschen der Blätter und dazu sehe ich nette Menschen mit Rucksack, Gaskochern und Fotohandys. Aber so gefällt es mir eigentlich auch nicht schlecht, es könnte nur etwas grüner und vor allem wärmer sein. Noch habe ich eine dickere Jacke, Merinomütze und Wollunterwäsche an.

                        Nun beginnt der Abstieg und das ist wörtlich zu nehmen. Es ist doch ganz nett steil und dem Seil traue ich kein bisschen. Auch hier wurde länger nicht kontrolliert und instand gesetzt. An einer Stelle weiche ich sogar weiträumig aus, da finden die Schuhe keinen Halt. Die Dornen der Büsche bohren sich in meine Jacke, aber größere Löcher bekommt sie nicht.

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                        Mag sein, dass die Vorsicht übertrieben war, aber bei der Kälte muss man sich nicht die Haxen brechen. Blick von unten nach oben.

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                        Ich hätte jetzt nicht übel Lust, noch ein wenig weiterzugehen,

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51073619438_ae323b3d63_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 757,0 KB ID: 3033702

                        habe aber jetzt noch ein gutes Stück vor mir, um mein Abendessen zu erreichen. Die Zeit ist noch nicht umgestellt, die Tage also auch nicht endlos lang. Ich schätze, ich muss meine Strategie ändern. Morgen mache ich das Fahrrad fertig.

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                        Der Blick auf die Uhr zeigt, dass es schon später ist, als ich dachte. Also fix. Einer der Wege wurde von einer schweren Landmaschine befahren, und ich taste mich durch den tiefen Matsch. Die Holzpfähle werden zunehmend durch Metallstäbe ersetzt, das ist einfach haltbarer.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51073619283_c12d7c8133_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,21 MB ID: 3033707

                        Das Holzhäuschen scheint zu einer Art Drainage zu gehören, die man überall in den Weinbergen sieht. Im Moment ist alles trocken, es regnet zu wenig.

                        Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074417012_d2b1ad7409_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,02 MB ID: 3033706

                        Dann hat mich die "Zivilisation" wieder. Langsam macht die Sache richtig Spaß. Und ich habe einen Plan: Mit dem Fahrrad kann ich meinen Radius erweitern. Ich freue mich schon.





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                        "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                        • Torres
                          Freak

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                          • 16.08.2008
                          • 26950

                          • Meine Reisen

                          #13
                          Auf dem Weg von Merl zu Lönshütte und Collis Turm, Zell/Mosel

                          Das Fahrrad ist fertig. Neuer Schlauch, kein Luftverlust. Lenker und Sattel sind auch richtig eingestellt. Es ist eigentlich schon ein wenig spät, gegen halb 4, aber in Merl soll eine Schutzhütte nahe an der Straße sein, das schaffe ich heute noch. Die Nachbarn sitzen auf der Terrasse, na, kleine Runde? Ja. Es ist recht mild, um die 13 Grad, genau das richtige Fahrradwetter. Ich bin das Fahrrad bisher kaum gefahren, ich hatte es mal als Stadtrad gekauft, weil ich keine Lust mehr hatte, die schweren Tourenräder treppauf, treppab in die Bahn zu wuchten. Das Rad ist von der Stange, hat 28er Reifen und einen tieferen Einstieg, den ich mir durch den Flaschenhalter und die Schlosshalterung eines Schlosses, was ich gar nicht mithabe, verbaut habe. Aber ich bin sowieso so gewohnt, Räder mit Stange zu fahren, dass ich mich eh nicht umstellen könnte.

                          Hui, macht das Spaß, jetzt kommt man endlich mal voran. Ich identifiziere die Häuser, an denen ich hoch muss, da soll es einen kleinen Pfad geben, aber den sehe ich nicht. Also die steile Straße hoch und dann links. Hübsche Häuser hier in Merl.

                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51073722413_8bab6665f5_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,06 MB ID: 3033798

                          Von vorne sehen die ganz anders aus. Links abbiegen. Von Mai bis August wird hier gespritzt. Wie gut, dass es erst März ist.

                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074416846_8168a95236_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,05 MB ID: 3033799

                          Und da ist ja schon das Objekt meiner Begierde. Ein wenig klein und auffällig, aber es erfüllt die Kriterien.


                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074388892_f3ccf949e9_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 985,0 KB ID: 3033800

                          Bisschen fühlt man sich hier im nirgendwo. Ein Kleinmopedfahrer dröhnt an mir vorbei. Stille. Ein paar Mal wird er noch meinen Weg kreuzen.

                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074388912_5fcbb42223_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1.018,2 KB ID: 3033801

                          Tja, und nun?

                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074388852_e7a37d3e8c_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 848,5 KB ID: 3033802

                          Zeit habe ich ja noch. Und jetzt, wo ich schon mal oben bin, kann ich doch ganz lässig schauen, ob ich es noch bis zur nächsten Hütte schaffe, oder? Hübsch ist es hier auch. Und notfalls bin ich ganz schnell wieder unten.

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                          Nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich schiebe. Ich bin noch nie wirklich Steigungen hochgekommen, schon als Kind nicht und habe nicht vor, mich jetzt an Grenzen zu bringen. Den Kleinmotorradfahrer irritiert das sichtlich, hier hat man E-Bikes, wer hier noch mit einem normalen Fahrrad fährt, ist entweder Sportler, Idiot oder pleite.

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                          Blick zurück. Weit bin ich ja noch nicht gekommen. Am Ende des Bildes liegt an den struppigen Bäumen die Königshütte. Und da unten liegt Zell. Wenn ich Glück habe, ist die nächste Hütte auf dieser Ebene, wenn ich Pech habe - und ich habe meistens Pech - muss ich noch durch ein Tal. Ich zoome den nächsten Hügel, aber ich sehe nichts. Also einfach weiter.

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                          Okay, da kommt ein Tal.

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                          Und ich weiß jetzt auch, welches Tal das ist. Dort liegt im Winter der Nebel wie eine Wolkendecke an den Hügeln und man hat das Gefühl, man könne auf ihr Spazierengehen. Ich liebe diesen Anblick. Wow, ist das Tal schön.

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                          Und ich habe wirklich ein Fahrrad mit, mit dem ich sogar ein Stück fahren kann.

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                          Gut, die Hütte ist auf der anderen Seite.

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                          Aber das macht nichts. Ich bin nämlich wieder auf dem Moselsteig und neben mir erwartet mich dieses:


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                          Eine enge Kurve. Und in der Kurve plätschert ein Bach. Eine Trinkwasserquelle? Ich bin mir nicht sicher. Wohl eher nichts für das Verzeichnis.

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                          Und hier jetzt die Kapelle. Ich werde sie gegenüber der Frau, von der noch die Rede ist, als Kapellchen bezeichnen, und sie wird entsetzt sein. Das ist eine Kapelle, ein Kapellchen ist eine der winzigen Gebäude mit nur einem kleinen Raum. Sie hat ja Recht, diese Kapelle ist ziemlich groß, aber leider abgeschlossen. Ich möchte alle, die hier vorbeilaufen, bitten, Rücksicht auf religiöse Gefühle zu nehmen, denn Heiligenverehrung wird hier noch sehr ernst genommen, und es sind meist Ehrenamtliche, die solche Bereich pflegen. Sie ist auch das Ziel von Prozessionen.

                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074522202_93337b49df_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,38 MB ID: 3033813
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                          Blick zurück.

                          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074419816_c79a397717_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,63 MB ID: 3033815

                          Mit dem Weg an der Kapelle vorbei bin ich weiterhin dem Moselsteig gefolgt. Das behalte ich bei, obwohl hier auch der "Collis Turm" Rundwanderweg verläuft. Ich vermute zurecht, dass auch die nächste Schutzhütte am Moselsteig liegt und das wird sich bewahrheiten. Nun ist Abstieg ins Tal angesagt. Ich könnte auch einen Umweg radeln, aber der direkte Weg ist dieser und so schiebe ich bergab. Ich habe da eine gewissen Routine, wie alle diejenigen wissen, die meine anderen Reiseberichte kennen.

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                          Es ist der kleine Pfad rechts an den Steinen, in denen munter der Bach von oben plätschert.


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                          Kurz vor der Straße sehe ich eine Frau, die gerade auf ihrem Hof hantiert. Ich beeile mich, um sie nach dem Flüsschen oben zu fragen, aber als ich den Gehweg betrete, verschwindet sie im Haus.
                          Zuletzt geändert von Torres; 05.04.2021, 12:03.
                          "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                          • Torres
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                            • 16.08.2008
                            • 26950

                            • Meine Reisen

                            #14
                            1,2 km sind es bis zur Lönshütte. Sie ist - wie alle großen Hütten hier - gut ausgeschildert. Eine lockere Angelegenheit. Supermarktdistanz, so aus Hamburger Sicht.

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ID: 3034099


                            Der Weg geht auf der gegenüberliegenden Seite weiter, die Distanz kurz. In der Touristensaison dürfte hier viel Verkehr sein, heute sehe ich zwei Autos. Als ich in den Weg einbiege, fährt ein Transporter mit hoher Geschwindigkeit auf den Parkplatz. Was will der denn? Hier ist doch kein Haus. Die Frage erübrigt sich in dem Moment, wo ich sie stelle, er ist kaum aus dem Auto raus, als er schon neben das Auto pinkelt, mit Seitenblick auf mich. Tür zu, Gas geben, weg.
                            Ich gehe wieder meiner Lieblingsbeschäftigung nach: Fahrrad schieben. "I´m walking", summe ich vor mich hin und fühle mich mal wieder als Krone der Schöpfung. Hoffentlich sieht mich keiner. Zwischen den Zweigen schaue ich, ob ich die Kapelle sehe. Man muss wissen, wo sie ist. Im Sommer ist der Blick versperrt.

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ID: 3034100

                            I´walking.... summ summ. Was bergauf geht, geht auch wieder bergab. Alte Fahrradschieber-Regel.


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ID: 3034101

                            Das Fahrrad ist zwar leichter als die Tourenräder, aber auch unhandlicher. Das geht auf die Knochen. Ach, jetzt bin ich schon so weit gekommen, von da oben komme ich schließlich her. Aufgeben gildet nicht.


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ID: 3034102

                            Von hinten höre ich ein Geräusch. Was für eine Schmach! Ich werde überholt. Ein Mountainbiker. Sieht nach fair means aus, sportliche Figur, schmales Fahrrad. Das müsste echt sein. Genau weiß man das heute nie. Das E-Bike des Nachbarn, mit dem er lässig tretend im zweiten Gang mit 15 km/h die Straße hinter dem Haus hochrast, sieht nur ein klein wenig kompakter aus als mein Tourenbike. Der Akku ist nicht zu sehen. Foto. Foto? Ich bin so geschockt, dass ich erstmal das Smartphone ausschalte und bis es wieder an ist, ist er schon weiter.

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ID: 3034103

                            Noch einmal der Hügel von vorhin.


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ID: 3034104

                            Eine private Hütte, erbaut in moseltypischer Bauweise. Ganz erschließt sich mir nicht, was sie damit meinen: Das Holz, den Weinkeller oder das Design? Eine kleine Biegung und die Mosel hat mich wieder. Ich setze mich auf die Bank und verschnaufe etwas.

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ID: 3034105

                            Alleine für diese Aussicht hat sich der Weg gelohnt. Ich kann mich an dem Anblick nicht sattsehen, wie man später noch an den Bildern bemerken wird. Es ist jetzt auch wärmer geworden, nachdem die Sonne herausgekommen ist. Die Jacke kann jetzt in die Packtasche. Erst mal einen Schluck Mineralwasser trinken, diesmal habe ich an ausreichend Wasser gedacht.

                            Von unten nähert sich eine Frau mit Rennrad und nimmt auf der zweiten Bank Platz. Ihr folgt eine Familie mit kleinen Kindern, so sechs und zehn vielleicht, sie radeln, als wären sie auf dem Elbe-Radweg. Sieht so aus, als würden schon die Kinder mit E fahren. Ein wanderndes Ehepaar. Ich mache die Bank frei.

                            Es geht nun noch weiter hoch und zwar recht steil. Ich bin weiterhin auf dem Moselsteig. An einer Kreuzung ein Blick zurück.


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ID: 3034106

                            Das Ehepaar hat auf der Bank Platz genommen.


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ID: 3034107

                            Die Rennradlerin ist nicht weitergefahren, sie telefoniert. Lönshöhe und Lönsdenkmal steht auf den Schildern. Das Denkmal entgeht mir, stelle ich fest, als ich abends die Bilder anschaue.


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ID: 3034108

                            Mein rechtes Knie fühlt sich mittlerweile geschwollen an und die kaputten Handgelenke waren auch schon glücklicher. Meine Tourenräder sind niedriger, ich habe den Eindruck, dass der Schiebewinkel ein andere ist. Es wäre vielleicht besser gewesen, den Tretroller mitzunehmen. Aber diese Gedanken sind jetzt müßig, also versuche ich das Rad auf der anderen Seite zu schieben, um die Belastung zu ändern.


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ID: 3034109

                            An einem Seitenweg finde ich einen Grabstein: "Zum ehrenden Andenken an unsern am 20. August 1914 gefallenen Kegelbruder Jacob Goergen. Gewidmet vom Kegelclub "Hurra" Merl". Vielleicht mochte er diese Stelle besonders, ich könnte es nachempfinden. Etwas weiter ein Blick auf Zell. Ob der runde Turm auch eine Schutzhütte ist? Ich weiß es nicht, werde es aber sicherlich noch erfahren.


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ID: 3034110

                            Langsam schleichen sich Ermüdungserscheinungen ein. Heute Abend ist Angrillen geplant, und ich wollte doch nur kurz weg sein, um die Schutzhütte in Merl zu suchen. Aber jetzt bin ich schon so weit oben, viel weiter hoch kann es eigentlich nicht gehen. Hoffe ich.


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ID: 3034111

                            Wieder ein Blick zurück.

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Größe: 1,61 MB
ID: 3034112

                            Das Wandern ist dabei gar nicht das Problem. Das Fahrrad drückt schwer. Vielleicht war es doch keine so gute Idee, es mitzunehmen. Es ist eben ein Wanderweg. Zwei abgesägte Bäume wecken mein Interesse, hübsch. Ich ringe mit mir, ob ich sie fotografiere oder mich nicht besser weiterschleppe. Ja, nein, ja, nein. Okay, ja.

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ID: 3034113

                            Als ich das Smartphone wegstecke und gerade weiterschieben will, sehe ich auf der rechten Seite dieses:


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Größe: 1,83 MB
ID: 3034114

                            Das ist sie. Ich bin da! Und schon sind Kondition, Motivation und Kraft wieder da.

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ID: 3034115

                            Das Schild über der Hütte weist sie als Löns-Hütte aus. Auch hier ist die Schreibweise flexibel, auf den Schildern fehlt meist der Bindestrich. "Löns-Hütte. M.G.V. Zell - Merl. Erbaut 1970", steht auf dem Schild. Merl, seit 782 nachweisbar, wurde 1969 in einer Verwaltungsreform zu einem Zeller Stadtteil. Die Hütte ist groß. Auch hier sind die Fenster verschlossen, allerdings mit einem Holzriegel, und ich erlaube mir, für das Foto eines der Fenster zu öffnen.

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ID: 3034116

                            Mein Fahrrad muss jetzt auch mal auf das Bild.

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Größe: 1,34 MB
ID: 3034117

                            Der "Collis" Rundwanderweg, den ich an der Kapelle das erste Mal wahrgenommen hatte, führt auch hier vorbei. Collis - ist das vielleicht der Turm, den ich als Schutzhütte bei Zell gesehen hatte?

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Größe: 1,74 MB
ID: 3034118

                            Aber wieso ist die Lönshöhe jetzt dort links? Und soll ich jetzt mal Collis folgen? Oder doch lieber dem Moselsteig, der vielleicht auch zum Collis Turm führt? Keine Ahnung. Eine kurze Recherche ergibt, dass der Collis Turm meine nächste Schutzhütte wäre. Am besten bleibe ich jetzt möglichst auf dieser Höhe und versuche, ein wenig Fahrrad zu fahren. Wenn ich schon mal hier oben bin, kann ich ihn auch suchen. Essen wird überbewertet. Ich habe eine Mission.






                            "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                            • Torres
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                              Liebt das Forum
                              • 16.08.2008
                              • 26950

                              • Meine Reisen

                              #15
                              An der nächsten Kreuzung werde ich noch mal kurz schwach. Ich könnte hier abfahren.

                              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51073583653_46eaa0c092_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,57 MB ID: 3034305

                              Ach komm, jetzt fahr einfach weiter. Kurzer Anruf, man hat Verständnis. Also weiter, den Moselsteig entlang. Der Himmel beginnt sich zu färben.


                              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51005083520_3dd7501f67_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,16 MB ID: 3034306

                              Pünderich.

                              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51074366232_ed7792274b_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 539,2 KB ID: 3034307

                              Und wieder Zell. Diesen Anblick kann man nicht oft genug fotografieren. Über dem linken hohen Pfosten der Collis Turm. Diese Region ist das zweitgrößte Weinanbaugebiet von Rheinland-Pfalz nach Piesport.

                              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51073568863_4834b126fd_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 925,2 KB ID: 3034308

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                              Zwei private Hütten, die links des Weges stehen, lasse ich hinter mir. Schwer zu erreichen, so eine Hütte, aber die Aussicht ist unbezahlbar. Ich radele jetzt ein wenig, was meinem rechten Knie gut tut. Wieder Wald und Steigung, aber längst nicht mehr so steil, wie vorher. Hinweis auf den Collis Turm und das Zeichen für den Moselsteig.

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                              Die Sonne taucht die Bäume an den Hügeln in Herbstfarben, ein wunderschöner Anblick. Gut, dass ich nicht den direkten Weg zum Collis Turm genommen habe, der kurz zuvor ausgeschildert war.

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                              Der Weg knickt nun ab und geht in einen kleinen Pfad über. Hier muss ich wieder schieben. Die Vorfreude steigt. Auch wenn die Knie wieder motzen.


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                              Da ist er.

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                              Und ich bin allein. Erst im Nachhinein fällt mir auf, was für ein Privileg das ist. Wäre kein Lockdown bzw. keine Kontaktbeschränkungen und kein Verbot touristischer Reisen, sähe es hier sicherlich anders aus. Aber im Moment bin ich der einzige Mensch auf der Welt und um mich herum wirkt die Landschaft wie gemalt.

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                              Informationsschilder weisen auf den Weinanbau in der Region hin. Eine längere Holzhütte lässt vermuten, dass es hier im Sommer an lauen Sommerabenden Eis und kühle Getränke gibt.
                              Mühsam erinnere ich mich an meine Mission. Die Innenansicht fotografieren. Am Turm befindet sich ein Schild, das darauf hinweist, dass es zwischen Zell und dem Turm zwei Kletterrouten gibt. Eine gemäßigtere und eine schwerere Route, wobei Übung, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit vorausgesetzt werden.

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                              Die Innenansicht.

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                              Hinter dem Turm führt ein kleiner Weg zu einer Aussichtsplattform. Es wäre ein leichtes, den kleinen Umweg zu machen, aber mir läuft die Zeit weg. Noch ist die Uhr nicht umgestellt, und ich habe keine Ahnung, wie lange ich wieder zurück brauche. Der kleine Weg neben dem Turm ist für mein Fahrrad und mich zu eng. Meine Navigationsapp hilft auf nicht so wirklich weiter, der Weg nach Zell scheint über einen anderen Hügel zu gehen und das erscheint mir ein ziemlicher Umweg zu sein. Es hilft nichts. Ich fahre zurück.

                              Diesmal nehme ich den breiteren Collis Weg zurück und bin bald an der Kreuzung, an der ich den Moselsteig gewählt hatte. Nun kann ich das Fahrrad nutzen, es geht bergab, aber meine Scheibenbremsen quietschen so entsetzlich, dass ich langsam unterwegs bin. Die Sonne gibt nun alles.

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                              Ich fahre ich weiten Schlaufen herab, Abkürzungen gibt es hier nicht. Eine Freundin wird später sagen, "fahr doch die Weinberge runter". Aber dazu ist es hier zu steil. Es gibt einen kleinen Weinberg, den die Kiddies gerne mal runterfahren, aber da ist gegenüber eine Gegensteigung, an der sie bremsen. Selbst die Erntemaschinen rutschen hier durchaus mal ab und nicht immer geht das gut aus.


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                              Wieder eine Ebene tiefer.

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                              An einer Kreuzung ein Informationsschild über die "Zeller Schwarze Katz". Der prominenteste Wein der Region. Böse Zungen behaupten, je bekannter der Name desto schlechter der Wein. Ich kann das nicht beurteilen. Den Touristen scheint es zu schmecken. Ohne Wein gäbe es hier wohl kaum Tourismus.

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                              Und dann wird es plötzlich ganz still. Später werde ich in mein elektronisches "Tagebuch" schreiben:

                              "Moselsteig. Kaum Menschen unterwegs, vielleicht vier oder fünf. Wer sein Rad liebt, schiebt, wenn die Steigung zu stark ist. Blicke unverstellt, noch sind die Bäume unbelaubt, das wird sich in den nächsten Tagen ändern. Als die Sonne untergeht, ist Rückweg angesagt, nun geht es bergab, das ist leicht. Und dann wird es plötzlich ganz still und ich weiß wieder, was an Outdoortouren so schön ist. Dieses Feuerwerk an Eindrücken - und dann die Stille, die den Beginn der Kühle ankündigt, der Moment, wo die Vögel schlafen gehen. Und man rollt sich in den Schlafsack, lauscht noch ein wenig dem Rauschen der Bäume im Wind und schlummert erschöpft und glücklich neuen Abenteuern entgegen".

                              Friede legt sich über die Landschaft. Und einen Moment bleibe ich regungslos stehen. Dahinten bin ich vorhin hergekommen. Wie man mit der Landschaft verschmilzt, wenn man sie erwandert hat. Was vorher ein Hügel war, ist nun ein Freund.

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                              Das Essen. Schnell rufe ich an, eine halbe Stunde, schätze ich, dann bin ich da. Noch schnell ein Blick zurück.

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                              Dann weiter. Der Tagmond. Der muss jetzt auch noch aufs Bild.

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                              Ortseingang. Die ersten Menschen seit langem, sie führen ihre Hunde spazieren, ich grüße.

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                              Und dann stehe ich an der Mosel. So ruhig, so glatt, so zeitlos. Wasser. Der Fluss. Die Straße der Menschheit, voller Schönheit, Leben und Grausamkeit.

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                              Für einen Moment vergesse ich wieder, dass ich es eilig habe. Die Kirche ist beleuchtet. Aber die Lichter in der Mitte des Stroms sind keine Schiffe, sondern die Lichter der Autos der Landstraße.

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                              Ein Schwan. Sterben die Schwäne, stirbt Hamburg. So weit weg im Moment.

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                              Und dann gebe ich Gas. Es ist flach hier, diese Bewegung nennt man eindeutig Fahrradfahren. Merl. Hier ist noch eine Schutzhütte eingezeichnet. Ein gemauertes Bushäuschen, vielleicht gehörte es mal zum Bahnhof Merl, der aufgegeben wurde. Ich weiß nicht, ob ich schon schrieb, dass auf der ehemaligen Bahnlinie von Bullay nach Zell direkt an der Mosel heute der Moselradweg verläuft.

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                              Gegenüber ist die Kirche und dort hält ein Bus nach Bullay. Er würde Fahrräder mitnehmen, aber der Weg ist nicht weit, wenn auch die Wurzeln den einen oder anderen E-Biker schon zu Fall gebracht haben. Ich fotografiere die Bushaltestelle. Da sie direkt vor der Kirche ist, denke ich erst, es ist was Kirchliches, sowas mit Beten, Büßen oder so, aber es ist einfach nur eine Bushaltestelle.

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                              Einfach niedlich. Das würde mir als Wochenendhaus gefallen.

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                              Es wird langsam dunkel. Noch ein schnelles Foto vom ehemaligen Bahnhof Merl, jetzt ist dort eine Einkehrmöglichkeit drin.

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                              Und dann gebe ich Gas, während die Lichter der Nacht im Wasser glänzen.
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                              Zuletzt geändert von Torres; 06.04.2021, 18:09.
                              "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                                • 16.08.2008
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                                • Meine Reisen

                                #16
                                Marienhöhe,"Liebesschlucht" Rundwanderweg und Kreuzlay, Kabertchenweg, Zell/Mosel

                                Es ist heute drei Tage vor Ostern, die Uhr ist umgestellt. Für heute sind 21 Grad im Schatten angesagt. Ein Sommerintermezzo. Ich schwinge mich auf mein Rad. Noch ist es kühl, aber das wird sich ändern.

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ID: 3034680

                                Der ehemalige Bahnhof Merl im Sonnenschein. Erinnerungen an den Nordseeküstenradweg und die englischen Bahnradwege werden wach. Ist das lange her. Seitdem ich im September keinen Urlaub mehr habe, sind derartige Radreisen leider nicht mehr möglich. Bedauerlich. Der Januar ist einfach kein Radreisemonat. Schiffe, oder besser gesagt Yachten, haben angelegt. Ein Mann macht das Pontonlokal klar. An den Weingütern ist reges Treiben. Die Flaschen müssen abgefüllt werden, auch wenn die Gastronomie im Lockdown ist. Normalerweise wäre es hier sicherlich voll, die Menschen würden das schöne Wetter nutzen, um an der Mosel zu essen und trinken. Ein Mann kommt mir entgegen, ein Mädchen auf einem Tretroller fährt vor, er ruft ihr zu, sie solle schon mal das Hähnchen und die Pommes bestellen, aber sie hört ihn nicht. Ich gebe die Nachricht weiter, nicht ohne eine diffuse Sehnsucht nach dem Geruch von Frittienfett und Grillhuhn zu haben. "Wo gibt es das denn?" Er sagt mir die ungefähre Richtung. Regional klingt er nicht, das ist eher norddeutsch, aber ich Frage nicht. "Nur mit Vorbestellung, man muss recht lange warten und dann muss man gleich gehen, das letzte Mal gab es Ärger mit den Nachbarn". Sind schon schräge Zeiten.

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ID: 3034681

                                Der Parkplatz am Ufer bei der Sparkasse ist voller Wohnmobile, aus Rheinland-Pfalz sind die wenigsten, die meisten aus NRW. Ich denke, touristische Übernachtungen sind verboten? Gilt wohl nicht für jeden. Die Nachbarin wird sich am nächsten Tag darüber ziemlich aufregen. Es gäbe viele Leute, die gerne mal ein paar Tage verreisen würden, sich aber zurückhalten. Die Infektionszahlen steigen und statt alles zu tun, um Kontakte zu vermeiden, treffen sich hier die verschiedensten Haushalte, während andere um ihre Existenz kämpfen. Und wohin mit dem Chemieklo? Die Campingplätze sind geschlossen. Vermutlich in die Mosel, unkt sie. Wobei die Polizei in Neef kontrolliert hat, meint sie zufrieden. Es werden viele Wohnmobile sein, in den nächsten Tagen, Schwerpunkt Wohnmobile ab 120.000 Euro. Vor allem Rentner. Tja. Vielleicht fahren sie ja zu den Enkeln.
                                Auch ich werde am nächsten Tag eine Diskussion haben, als ich es nicht lustig finde, als eine Frau trotz Maskenpflicht ihren Zigarettenrauch in mein Auto bläst. Kurz werde ich deutlich, aber statt, dass sie sich entschuldigt, geht es um mein Hamburger Kennzeichen. "Ich wohne hier", ist meine Antwort und das stimmt ja auch. Ein paar Schritte weiter macht mich dann ihr Kerl an, wie ich denn mit seiner Frau, und er würde die Polizei holen, bei dem Kennzeichen. Da ist er an die falsche Adresse geraten. Er kriegt von mir einen Monolog über "ich bin von hier", Maskenpflicht, Coronaregeln und "man kann sich ja jedenfalls mal entschuldigen" auf Saarländisch zu hören, dass er nicht mehr weiß, wo ihm der Kopf steht. Sein Gesicht ist herrlich. Erst guckt er wütend, dann stutzt er, weil er merkt, dass Hamburger normalerweise nicht so reden, dann kriegt er große Augen und dann weiß er, dass er argumentativ verloren hat und tritt den Rückzug an. Okay, hier spricht man eigentlich moselfränkisch, statt rheinfränkisch, aber es gibt hier so unterschiedliche regionale Dialekte, dass die meisten Einheimischen mich nicht richtig zuordnen können und denken, ich sei aus dem Nachbarort. Danach setze ich die St. Pauli Kappe aber erst einmal ab, man will ja nicht unnötig provozieren. Und nur mal zur Klarstellung: Mein Aufenthalt ist coronakonform, ich wohne derzeit wirklich hier und darf das auch.

                                Das Finanzamt Zell.

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ID: 3034682

                                Ich muss dort etwas abgeben, sonst hätte ich es wohl nicht fotografiert. Ich will mit dem Fahrrad lässig am Briefkasten halten, aber es ist nicht barrierefrei. Das fällt wirklich auf. Ich folge jetzt den Moselradweg Richtung Innenstadt, aber dort darf man leider nicht am Ufer weiterfahren, es ist Fußgängerweg, es geht auf der Straße weiter. Am Kiosk sehe ich eine große Karte und nähere mich interessiert. Eine topographische Karte von den Wanderwegen und was sehe ich? Schutzhütten, die ich bisher noch nicht recherchiert hatte. Ich mache ein Foto, aber nur einen Ausschnitt davon. Das ist superblöd, denn ich werde am nächsten Tag feststellen, dass einige Wege zwar auf dieser Karte, nicht aber auf OSM verzeichnet sind. Ich bin allerdings der festen Überzeugung, ich hätte die ganze Karte fotografiert. Dumm gelaufen.

                                Auf der Karte sehe ich auch, wo ich hinmuss. Über den Marktplatz und dann hoch zum viereckigen Turm. Es ist Wochenmarkt, aber die Zahl der Stände ist sehr übersichtlich, ein Gemüsestand, ein Käsestand und Wein. Die Touristen fehlen vermutlich. Es geht jetzt steil den Berg hoch, und ich denke an meine Motorradtour in Belgien. Komisch, dass man immer Vergleiche zieht, wenn man unterwegs ist, wobei, vergleichen kann man das nicht, aber es weckt eben Erinnerungen.

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ID: 3034683

                                Neben der Straße rauscht ein Fluss, der Zeller Bach. Hier war früher die Gerberei, weit außerhalb der Stadt. Eine Schautafel erinnert an das Handwerk.

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ID: 3034684

                                Der Viereckige Turm kommt in Sicht. Nach dem Fluss heißt er auch "Bachturm". Er war mal Hauptturm der mittelalterlichen Stadtbefestigung und hatte 6 Stockwerke und 4 Türme. Er schützte das Osttor der Stadt. 1689 wurde die Stadtmauer von den Franzosen zerstört und die Steine für den Hausbau verwendet. Der Turm wurde später auch Amtsgefängnis. 1899 wurde er zum Torturm umgebaut und bildet den Zugang zum Friedhof, der später noch zu sehen sein wird.

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ID: 3034685

                                Marienhöhe ist mein Ziel. Hamborn ist mit ziemlicher Sicherheit zu weit, aber das werde ich nachher entscheiden.

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ID: 3034686

                                Ich überlege einen kurzen Moment, ob ich den steilen Anstieg nehme, der rechts abgeht. Von dort soll ein Pfad auf die Marienhütte treffen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob der wirklich radschiebetauglich ist, und ich denke, die Entscheidung ist richtig. Links geht der Klettersteig zum Collisturm. Geradeaus ist ein großer Weg, der als "Liebesschlucht" Rundwanderweg bezeichnet wird. Das klingt doch vielversprechend.

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ID: 3034687

                                Es ist warm und recht still, nur eine Frau mit einem weißen großen Hund kommt mir entgegen, dann bin ich alleine. Hinter mir sehe ich den Collis Turm auf dem Berg, links von mir ist eine Bienothek und man sieht die Bienen an verschiedenen Kästen herumschwirren. Ein Foto davon schafft die Handykamera nicht, das ist zu weit. Ich mache immer mal wieder ein Päuschen. Die Jacke ist in der Tasche verschwunden. Über mir steile Hänge.

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ID: 3034688

                                Wieder der Zeller Bach.

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                                Keine Ahnung, ob das trinkbar ist. Kurz darauf plätschert es auch rechts von mir. Hier scheint eine wasserreiche Gegend zu sein, zumindest im Frühjahr. Ein Wanderwegschild. Rechts Marienhöhe, links Hamborn und Collis. Also rechts.

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                                Hier ist die Quelle des Plätscherns von eben.

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                                Der Weg ist hübsch und ein wenig fahre ich.

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                                Der Collis Turm.

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                                Auswahl.

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                                Hier lang. Alter Hau, Annamarkslay, Förster Kircher Pfad. Was das auch immer für Bezeichnungen sind, noch kann ich damit nichts anfangen.

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                                Und da ist auch der Liebesschlucht-Wegweiser.


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                                Zwischen den Bäumen blitzt jetzt wieder die Mosel hervor, und ich bin froh, dass ich zu dieser Jahreszeit unterwegs bin, denn bald ist hier alles dicht bewachsen.

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                                Nun verengt sich der Weg.

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                                Und dann bin ich da.

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                                Das hätte ich hier nicht erwartet. Oben ein metallenes Kreuz, dass nachts über das Tal leuchtet. Früher war dort ein Holzkreuz, aber das war nicht witterungsbeständig genug. Unter der Marienfigur befinden sich Platten, auf denen Maria hat geholfen und andere Formen der Marienverehrung eingraviert sind. Außerdem findet man Kreuze und Lichter dort.


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ID: 3034702

                                Was für ein Privileg, hier alleine verbringen zu können. Keine Gruppen, die hier picknicken und den Platz beschallen. Die ganze Magie des Ortes strahlt auf mich ab.

                                Die Schutzhütte entpuppt sich als kleiner Unterstand, der eher für die Gartenarbeiten der Ehrenamtlichen gedacht ist, die diese Anlage pflegen.

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ID: 3034703

                                Über ihr ist ein Aussichtspunkt, den ich erklimme. Der Blick auf die Moselschleife. Ich probiere etwas herum und dann gelingt mir tatsächlich mein erstes Panoramafoto.

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ID: 3034704
                                "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                                • Torres
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                                  Liebt das Forum
                                  • 16.08.2008
                                  • 26950

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  Ich mache von meinem Aussichtspunkt noch einmal ein Foto von der Anlage, rechts sieht man den kleinen Weg, den ich gleich einschlagen werde.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51084613932_33d6d1d382_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,88 MB ID: 3037529

                                  Es ist nur ein kleiner Pfad, der aber von einem größeren Weg abgelöst wird. Blick zurück.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51084519261_72e5c2cca1_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,95 MB ID: 3037528

                                  Hier ist wieder freie Sicht.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51084624907_ec21ae0b98_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,25 MB ID: 3037530

                                  Und dann verspüre ich eine Art Kribbeln,, eine Vorfreude, als ich diese Kuppe sehe und weiß, gleich wird es wunderschön. Es kann nicht anders sein. Was mich wohl erwartet?

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51084625027_a98ee04fce_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,79 MB ID: 3037531

                                  Eine Sitzgruppe mit Bänken und Tischen unter Bäumen. Und der Blick auf bewaldete Hügel. Ich kann mich nicht satt sehen.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51084518741_7a3cab028a_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,24 MB ID: 3037532

                                  Der "Liebesschlucht" Rundwanderweg geht jetzt dort weiter, und ich hätte Lust, ihm zu folgen.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51084518726_f19dbb5297_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,30 MB ID: 3037533

                                  Aber ich finde nicht heraus, wo er hingeht. Zur nächsten Hütte schon mal nicht (stimmt) und zur übernächsten auch nicht, die unten im Tal liegt (stimmt nicht). Nicht nach meiner Karte. Wo die nächste Schutzhütte genau liegt, kann ich auch nicht so richtig erkennen, sie habe ich - wie die übernächste - auf meiner Hallwag Kümmerly+Frey (kurz HKF) Karte entdeckt, die mir nicht nur physisch, sondern auch mobil zur Verfügung steht. Leider kann man mit ihr nicht Routen und ich weiß auch nicht, ob alles Wege drauf sind. Eine Frau mit Hund erscheint, und ich frage sie. Genau weiß sie es auch nicht. Ja, da herunter, die Hütte muss beim Friedhof sein. Aber kennen tut sie die Hütte nicht. Nun gut. Ich verabschiede mich von meinem Schattenplatz.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 50999594784_a09cd8aae4_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,98 MB ID: 3037534

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 50999594669_637807f08a_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,05 MB ID: 3037535
                                  Ich wage mich langsam und bremsend an den Abstieg, während ein E-Bike Pärchen schwungvoll die Steigungen nimmt, die ich sonst schiebe. So schön hier.

                                  Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51084613222_6bce8c31a9_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 760,5 KB ID: 3037536

                                  Es ist heiß geworden. Mehr als 21 Grad, die Temperaturen sind hochsommerlich. Urlaubsgefühle.

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                                  Gut zu fahren ist der Weg nicht, meine Reifen sind dafür zu schmal. Die Fußgängerin ist mit ihren weiten Schritten nicht viel langsamer, zumal ich ja unbedingt Fotos machen muss.

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                                  Ein wenig ärgere ich mich, dass ich mein Motorrad nicht hier habe. Es müsste toll sein, durch die Weinberge zu fahren, erlaubt ist das, ein Teil sind normale Straßen. Aber normalerweise hätte ich ja gar keine Zeit, mich in der Natur herumzutreiben, sondern würde arbeiten. Glück im Unglück.

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ID: 3037557

                                  Ich wage mich an der Gabelung wieder ein Stück herunter und komme an einen Parkplatz. Aha, daher kommt die Hundebesitzerin. Sie wirkte auch nicht so, als wäre sie den ganzen Weg aus dem Tal heraufgelaufen, es würde mehr, als wäre das der Mittagspausenspaziergang.

                                  Ich bin jetzt wieder ein wenig ratlos, ich könnte mir vorstellen, dass ich jetzt auf der richtigen Höhe bin, will aber auch nichts riskieren. Es ist zu heiß für Umwege. Eine Frau mit einem kleinen Hund kommt mir entgegen, sie ist etwas älter und sieht nach Ortskenntnis aus. Ich frage sie und sie schüttelt gleich den Kopf, nein, eine Schutzhütte gibt es hier nicht. Ich zeige ihr meinen HKF Ausschnitt, und sie weicht zurück, nein, Corona, das gucke ich mir nicht an. Ich habe mein Smartphone grundsätzlich an einem langen Band um den Hals, also mache ich es ab und reiche ihr es rüber. Eine Communitymaske habe ich sowieso auf, das mache ich derzeit grundsätzlich, wenn ich mit Leuten rede. Wie wirft einen Blick auf die Karte und sagt, das ist die Kapelle. Eine Kapelle, aha. Das kommt dann wohl nicht in Frage. Aber gut, anschauen ist die Devise. Ja, ich bin richtig, das ist der Weg zum Friedhof. Ich bedanke mich sehr herzlich, Friedhof passt zu den Aussagen der anderen Frau, die gerade ihren Hund ins Auto lädt. Wir kommen noch ein wenig ins Gespräch, was, das Fahrrad hat keinen Elektroantrieb, nicht zu fassen. Haben doch alle und tun dann weiß wunders, wie sie sich angestrengt haben. Gut, sie hat auch eins, aber damit muss man ja nicht angeben. Sie fragt wo ich herkomme, ach so Saarländisch ist das, das hätte sie jetzt nicht gedacht, sie dachte ich käme aus der Umgebung, aber geboren in Hamburg, da wollte sie an Himmelfahrt hin, hat sie absagen müssen. Wir reden über Sylt, ist schon schön an der Nordsee, in der Tat. Aber jetzt mit den Coronabestimmungen, das geht gar nicht, wieso können die Leute nicht einfach zu Hause bleiben. Immerhin hat ihr Mann jetzt einen Impftermin, der ist Risikopatient, dann wird sie besser schlafen. Die Sonne brennt und der Hund muss sich bewegen, danke noch einmal. Ich radele weiter.

                                  Das ist sie wohl nicht. Das ist eine private Weinberghütte. Auch wenn die Tür fehlt.

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ID: 3037558

                                  Eine leichte Kurve. Da ist sie. Wunderschön und wunderschön gelegen. Und mit einer Plakette versehen, die mich berührt und erschreckt. Ich verstehe nicht, so auf die Schnelle. Erst einmal das Fahrrad abstellen.

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ID: 3037559

                                  Es ist tatsächlich eine Schutzhütte. Die Schutzhütte-Koch bzw. die Schutzhütte Kreuzlay. Lay ist der Schieferberg und vielleicht stand hier schon immer ein Kreuz im Dreieck Marienhöhe, Friedhof und diesem Aussichtspunkt im Kabertchenweg, denn es gibt eine Weinlage des Namens: Zeller Kreuzlay. Die Schutzhütte ist ein ehemaliges Weinberghäuschen, erbaut 1964 von Jakob "Köbes" Koch in Gedenken an seinen Onkel Jacob Koch, der im Nazi-Widerstand war. Als ehemaliger politischer Häftling wurde er 1939 in "Schutzhaft" genommen und 1940 nach Dachau verbracht, wo er als Kapo und Leiter der Desinfektionsabteilung im organisierten Widerstand in Dachau vielen Mitgefangenen das Leben rettete, indem er sie in sein Arbeitskommando übernahm. 1944 brach in Dachau Flecktyphus aus, den er teilweise erfolgreich bekämpfen konnte, bevor er sich selbst infizierte und kurz vor der Befreiung des Lagers verstarb. Sein Todesdatum wird mit dem 1. März 1945 angegeben, er wurde 45 Jahre alt. Auf der Plakette steht Dachau 1944, ob das mit dem Baujahr 1964 in Verbindung steht, weiß ich nicht. Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Mathias_Koch. Seit 2015 ist ihm auch ein Stolperstein gewidmet. Vgl. Klick .

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ID: 3037560

                                  Und dann gehe ich hinein und setze mich und lasse den Raum auf mich wirken.

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ID: 3037561

                                  Was sind schon diese Pandemieeinschränkungen gegen das Schicksal eines solchen Mannes, der in ein KZ gesperrt wird, weil er mit Mitte 20 Kontakte zu Franzosen hatte. Wie können sich Menschen, die in Freiheit leben, mit so einem Mann, vergleichen, nur weil sie Maske tragen und Abstand halten sollen? Freiheit macht sich doch nicht an einer Maske fest.

                                  Ich bleibe etwas länger sitzen. Der Ausblick ist schön, der Raum ist kühl und die Marienfigur in der Ecke hat so etwas von universeller Ewigkeit und Trost. Und plötzlich wird mir klar, dass ich doch wieder einen Reisebericht schreiben werde. Diese Landschaft hier ist etwas Besonderes und wert, dass man darüber berichtet. Eigentlich wollte ich keine Berichte mehr schreiben, da ich es leid bin, für meine andere Auffassung von Outdoorerleben und Outdoor als Außenseiter dazu stehen und mich mit Schlechte -Laune Menschen konfrontieren zu müssen, denen Prinzipien über alles geht. Und dann noch diese völlig vergurkte Software vB5, die Schutzhüttenhochladen zur Tortur werden lässt. Aber wenn schon Wanderungen rund um Volksdorf das Reiseberichtskriterium - sorry, Reiseberichte sind ja jetzt Tourenberichte, Reisen könnten ja outdoorfremde Bestandteile enthalten - erfüllen, werden diese TagesTOUREN mit heimischer Bettübernachtung vielleicht durch das Raster flutschen. Vielleicht animiert das auch die oder den eine:n oder andere:n, in dieser Region wandern zu gehen, es lohnt sich.

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ID: 3037562

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ID: 3037563

                                  Als ich gerade die Blumen fotografiere, ist die Frau wieder da. Der Hund wollte einfach nicht mehr weiter. Es ist vermutlich zu heiß.

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ID: 3037564

                                  Ich erzähle ihr von dem Schutzhüttenverzeichnis und meiner entsprechenden "Mission". Lönshütte kennen Sie? Ja. Wir gehen ein paar Punkte durch. Das Grab kannte sie nicht. Aber Collis, ja. Es gibt eine unten im Tal, ja - sie studiert die Karte auf meinem Smartphone - Annamarkslay und dann Breuers Mühle. Aha, noch kann ich damit nichts anfangen, aber ich kann es ja suchen. Wie heißt das? Anna marks lay. Das ist schon Hunsrück. Ich präge mir den Namen ein. Hunsrück. So nahe an der Mosel? Gut zu wissen. Und Königslay? Ja. kenne ich, König auch. Merl gefällt mir, Merl ist hübsch. Das dahinten gehörte alles mal zu Merl, aber ein Bürgermeister hat das alles weggeben. Merl ist nicht mehr schön, sie ist aus Merl. Bauen kann man da auch nicht, das gehört jetzt alles zu Bullay. Ich frage nach dem Wohngebiet am Wald. Ja, das war alles mal Merl. Und jetzt gehört es zu Bullay. Ob sie die neuen Hochhäuser kennt. Ja. Nicht schön.

                                  Ich verabschiede mich jetzt und radele langsam weiter. Aber die Aussicht ist so schön, und ich muss etwas trinken. Und schon ist sie wieder neben mir. Sie ist schnell und trainiert. Der Hund, der gar nicht ihr gehört, sie führt ihn nur Gassi, verkriecht sich unter die Bank. Auch trinken will er nicht, es ist ihm einfach zu warm.

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ID: 3037565

                                  Sie wird mich noch einmal einholen.

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ID: 3037566

                                  Und von nun an gehen wir gemeinsam ins Tal.
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                                  Zuletzt geändert von Torres; 15.04.2021, 13:40.
                                  "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    Diese Farben in der noch vorfrühlinghaften Natur. Ich mache eine ganze Fotoserie. Da oben ist der Collis Turm. Ich vermute, hier wird irgendwo der kleine Pfad hochgehen, den ich heute morgen vermieden habe.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51084625452_ad09d23bfd_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 896,0 KB ID: 3035035

                                    Nun kommt der runde Turm in mein Blickfeld.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51084527282_0fce9b65fd_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,31 MB ID: 3035036

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 50999509089_f7193aae21_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1.000,9 KB ID: 3035037

                                    Ob die Treppen der Pfad sind? Da ich nicht alleine bin, kann ich jetzt die Umgebung nicht so gut erkunden, wie sonst. Also weiter. Und dann bin ich überrascht.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51084432711_483e6ad4f3_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,21 MB ID: 3035038

                                    Eine Kapelle? Nein, ein alter Friedhof. Was für eine Anlage. Die muss ich mal in Ruhe besichtigen, wenn ich Zeit habe.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51084531096_dfa84145c9_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,06 MB ID: 3035040

                                    Eine Gedenkstätte für die Toten des Ersten Weltkrieges. Er scheint hier in der Gegend ein sehr einschneidendes, prägendes Ereignis gewesen zu sein. Die Friedhofsgärtner bringen Blumen zu den Gräbern, sie werden also gepflegt.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 50999606679_ed7cf0cc02_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 873,6 KB ID: 3035041

                                    Hier ist jetzt auch der Viereckige Turm wieder.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51084531486_26d140eb9d_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,35 MB ID: 3035042

                                    Wir kommen nun an die Kreuzung von heute morgen, die Stelle, an der sich der Weg von eben, der Weg zur Marienhöhe, der Klettersteig zum Collis Turm und die Straße nach Merl treffen. Dort ist eine kleine Sitzecke und hier sitzen zwei Paare mit Rucksäcken und trinken aus Weingläsern Wein. Sie kennen meine Begleitung und wissen, dass sie keinen Hund hat, und sie bleibt stehen und redet mit ihnen. Da ich mich schon zweimal verabschiedet hatte, wir uns aber immer wieder trafen, muss ich jetzt nicht noch ein drittes Mal Auf Wiedersehen sagen und steige auf mein Fahrrad. Nun sehe ich den Friedhof von der anderen Seite. Was für eine Anlage.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51084626142_d8f68daec7_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 943,8 KB ID: 3035043

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 50999607229_e32ad179c5_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,11 MB ID: 3035045

                                    Ein älterer Herr läuft an mir vorbei, wir grüßen. Ich werde ihn hier am nächsten Tag wiedersehen. Das Tor der Synagoge von Zell, die nie zu Ende gebaut wurde, weil das Kapital in Kriegsanleihen angelegt worden war und verloren ging. So wurde der Rohbau versteigert und die alte Synagoge im Schloss renoviert. 1990 hat man das Portal der nichtrealisierten Synagoge hier am Kapertchenweg in die Mauer eingefügt.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51015347410_e5ff66a996_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,58 MB ID: 3035044

                                    Unter mir ist nun Zell, und ich bewundere die verwinkelte Stadtstruktur. Viel wird über Nachverdichtung gestöhnt. Dabei haben Menschen lange Zeit sehr nah und eng zusammengewohnt. Aber eben nicht in viereckigen Häuserriegeln, sondern in einer gewachsenen, individuellen Stadtstruktur.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51084531636_75ec9a531a_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,26 MB ID: 3035047

                                    Und dann finde ich noch ganz unerwartet eine Überdachung, die zwar eigentlich für einen römischen Kelterten gedacht ist, aber bei einfachem Regen auch den Wanderer erfreuen kann.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51084626557_3f4e3ccc78_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 1.018,2 KB ID: 3035048

                                    Ich bin mit meiner Ausbeute zufrieden.

                                    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: 51015347770_b99c701ac0_k.jpg Ansichten: 0 Größe: 835,3 KB ID: 3035049

                                    Morgen soll das Wetter noch einmal so schön sein. Dann werde ich mich um die Hamborner Hütte kümmern. Vielleicht finde ich dort sogar einen direkten Weg zur Hütte im Tal. Eingezeichnet ist zwar nichts. Aber vielleicht habe ich Glück.
                                    Zuletzt geändert von Torres; 07.04.2021, 22:15.
                                    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                                      #19
                                      Hamborner Hütte und Hütte an der Liebesschlucht, Hunsrück (Nähe Zell, Mosel)

                                      Am Abend habe ich festgestellt, dass die Liebesschlucht wirklich eine Schlucht ist. Und dass sie wohl romantisch sein soll. Der Rundwanderweg scheint an der gesuchten Hütte vorbei zu führen. Das klingt vielversprechend. Es ist wieder ein warmer Tag. Ich bin später losgekommen, als ich wollte, so fehlt die morgendliche Kühle und die Sonne brennt. Es scheint, als hätte die Natur einen Schub bekommen, es sieht irgendwie grüner aus als gestern. Man sieht auch mehr Menschen, die Osterfeiertage rücken näher und mir tun die Gastronomen leid, die jetzt ihre Straußenwirtschaften geschlossen lassen müssen. Ein kleiner Trost ist vielleicht, dass das Wetter an Ostern grausam werden soll.

                                      Ich wähle den Zuweg, den ich gestern abgefahren bin, weil er nicht so steil ist, wie der Zustieg über den Ort. Gerade wird Heizöl geliefert.

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ID: 3035205

                                      Ich mache das Foto allerdings nicht als Werbung, sondern weil ich das Viertel gemütlich finde. Ich befinde mich übrigens in Zell.

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ID: 3035206

                                      Die Distanzangaben machen mich immer fertig. 2 km sind für den Flachlandradfahrer bei gemütlicher Fahrweise vielleicht 10 Minuten. Hier - je nach Höhe und Weg - können es auch schon mal anderthalb Stunden sein. Für die Lönshöhe - Collis - Tour habe ich gut 4 Stunden gebraucht, und es waren gerade einmal 15 km.

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ID: 3035207

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ID: 3035208

                                      Die Reste einer alten Kirche im Wingert. Sie war zu klein geworden und wurde aufgegeben. Das Inventar wurde an die Kirchen der Umgebung verteilt, die Steine weiterverwendet und das Gelände zeitweise als Kinderfriedhof genutzt. Ich halte aber nicht, es ist zu heiß.

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ID: 3035209
                                      Eine Frau läuft wie ich das Kopfsteinpflaster hoch, und ich überhole sie. Schmetterlinge sitzen auf der warmen Straße und fliegen auf, wenn ich mich nähere.

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ID: 3035210

                                      Es ist ein wenig dunstig, ein echter Sommertag.

                                      Ich schiebe das Rad um die Kurve, dort ist eine Sitzgruppe, wo eine vermutlich polnische Großfamilie picknickt. Und staune nicht schlecht, als ich neben mir die Dame von eben sehe, die es sich gerade auf einer Stufe am Weg gemütlich macht. Nun sehe ich auch den Pfad, der von der alten Kirche hinaufführt, eine Abkürzung.

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ID: 3035211

                                      Kurz darauf kann ich radeln und bin recht schnell am Friedhof und den Wegweisern an der Kreuzung. Es sind einige Menschen unterwegs, die meisten kommen oder gehen zum Collis Kletterpfad. Laut schallen die Gespräche durch das Tal und stelle fest, dass ich das ungewohnt finde. Einen Moment ringe ich mit mir, ob ich lieber den Liebesschluchtweg gehe, aber man soll sich ja das Beste zum Schluss aufheben. Also wird es wohl Hamborn werden, es sei denn, ich überlege es mir an der Abzweigung zur Marienhöhe noch anders. Eine Art Jeep kommt mir entgegen, der Opa macht eine Ausfahrt mit den Enkeln, er schaut etwas schuldbewusst. Eine Brücke ins Dickicht, gestern habe ich sie nicht bemerkt.

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ID: 3035212

                                      Ein bisschen wie ein Vogel.

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ID: 3035213

                                      Die Bienen. Binothek schreibt sich anscheinend ohne "i".

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ID: 3035214

                                      Die Weggabelung. Ein echtes Dilemma, es ist wirklich heiß. 29 Grad zeigen die Thermometer. Wind ist keiner.

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ID: 3035215

                                      Es sollen ja nur 2 km sein.

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ID: 3035216

                                      Hahaha. Klar, die Hütte liegt auf einer Anhöhe. Aber das ist ja bei allen so. Wie gut, dass ich nicht weiß, was mich erwartet. Ich entscheide mich also für die Hamborner Hütte. Die Liebesschlucht kann ich auch ein anderes Mal machen.

                                      "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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                                        • 26950

                                        • Meine Reisen

                                        #20
                                        Die ersten Meter sind noch ganz nett. Neben mir plätschert der Zeller Bach, und ich überlege, ob man ihn als Wasserstelle nutzen könnte.

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ID: 3035424

                                        Dann komme ich an eine Abzweigung. Hier trennt sich der Collis Rundwanderweg von meinem Weg. Einen Moment überlege ich, ob ich nicht einfach dort entlang schiebe, der Weg sieht nett aus. Aber ich habe ja eine Mission. In der Kurve eine Bank und dahinter ein Kruzifix.

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ID: 3035425

                                        Eine schöne Stelle. Gerne würde ich hier verweilen, aber zu spät will ich nicht zurück sein. Ich kehre zu meinem Weg zurück.

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ID: 3035426

                                        Neben an liegt eine private Hütte idyllisch am Bach. So etwas müsste man besitzen. Wieder verfolge ich den Flusslauf und finde eine Stelle, wo man sich tatsächlich mit Wasser versorgen könnte. Dass er Trinkwasserqualität hat, bezweifle ich aber, an den flachen Stellen sieht man Tierspuren.


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ID: 3035427

                                        Jetzt wird der Weg immer unspektakulärer. Zwar wechselt der Fluss mal wieder die Seite, aber eigentlich geht es nur geradeaus. Ein fester Weg, links Bäume, rechts Bäume. Und es ist heiß. Zwar sind links und rechts Bäume, aber sie spenden keinen Schatten. Eine Nachricht von einer Freundin, ich mache Fotos. Vor mir:

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ID: 3035428

                                        Hinter mir.

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ID: 3035429

                                        Natürlich könnte ich hier auch radeln. Aber ich wäre nicht viel schneller als zu Fuß und bei der Hitze ist es mir auch zu anstrengend. Links ist jetzt Weidenlandschaft, und ich überlege, ob ich hier nicht meine Weidenstecklinge hätte einpflanzen können, die ich in der Vase habe.

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ID: 3035430

                                        Noch ein Bächlein.

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ID: 3035431

                                        Ein Blick in die Karte zeigt, dass ich gerade einmal die Hälfte der Strecke geschafft habe. Dieser Weg zieht sich wie Kaugummi. Ich bin genervt. An sich bin ich gerade mal 25 Minuten unterwegs, aber es fühlt sich an wie zwei Stunden.

                                        Fotos mache ich jetzt keine mehr, sondern schleppe ich weiter. Es wird etwas flacher, ich könnte jetzt fahren, aber ich habe noch nicht mal Lust, es auszuprobieren. Mein Wasser ist schon halb leer, ich muss haushalten. Die Sonne brennt alles weg. Zwei Mountainbiker fahren an mir vorbei. Es sind echte MTBs, man sieht es daran, dass der eine unrund fährt. Der andere trägt ein T-Shirt von einem Tischtennisclub.

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ID: 3035432

                                        Diese Begegnung deprimiert mich noch mehr, und ich überlege, wo ich den ods-Thread "Warum tue ich mir diesen Outdoor-Schxx an" finde. Gottverdammte Gehirnwäsche, die einen dazu bringt, mit dem Fahrrad zu fahren, statt ein E-Bike zu kaufen. Man muss schließlich mit der Zeit geben, aber nein, da wird einem jahrelang eingeredet, dass nur Menschen, die sich mit Muskelkraft bewegen, gute Menschen sind. Bullshit. Es sind Idioten, und ich bin einer davon. Ich denke mich so richtig in Rage und erinnere mich an diverse Radtouren und andere Unternehmungen, die zwar einerseits schön waren, aber andererseits auch Abschnitte hatten, wo man sich eigentlich ein Taxi hätte rufen müssen, um sich das nicht anzutun. Vielleicht braucht man diese Phasen aber auch, um das, was dann kommt, besonders schätzen zu können. Aber so weit denke ich da noch nicht. Ich schwitze, die Landschaft ist gleichförmig und staubig, ich habe keine Lust mehr.

                                        Da ist der Übeltäter, schlau versteckt er sich hinter mir. Nichts gegen Sonne. Aber doch nicht so von Null auf Hundert! Es ist wieder viel zu trocken hier.

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ID: 3035433

                                        Aber es geht noch schutzloser und noch heißer.

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ID: 3035434

                                        Und einen Moment überlege ich, ob ich jetzt einfach umdrehe und Schutzhütte Schutzhütte sein lasse. Vielleicht kommt man da auch mit dem Auto hin. Ein alter weiser Mann am Wegesrand sagt: Gemach, gemach und ich beruhige mich wieder.

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ID: 3035435

                                        Und dann höre ich ein Geräusch. Ein Trecker. Aber keine Hochleistungslandmaschine, sondern ein alter Trecker. Er klingt nach Polen, nach frischem Gras, nach lachenden Landarbeitern, die mich fröhlich grüßen. Hier muss eine Anhöhe sein, im Wald gibt es keine Felder. Ich bin kurz vor dem Ziel.

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ID: 3035436

                                        Und dann sehe ich sie schon. Sie ist mitten auf der Anhöhe, umgeben von Wiesen. Die Mountainbiker machen gerade Pause. Ich habe für die zwei Kilometer eine Stunde gebraucht.

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ID: 3035437

                                        Es ist die Franz Piacenca - Hütte, die von der Freiwilligen Feuerwehr Zell 1960 zum 60jährigen Bestehen errichtet wurde. "Bürgermeister Weiter gab ihr den Namen nach dem Wanderwart Franz Piacenca in Würdigung seiner Verdienste um die Heimat", steht auf dem Schild. 2005 wurde die Hütte neu gebaut und ist sehr geräumig.

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ID: 3035438

                                        Ich bin zufrieden. Das hat sich gelohnt. Ein schöner Platz hier. Und nun? Der Gedanke, die gleiche Strecke wieder zurückzufahren, habt meine Laune nicht gerade. Gut, ich wäre vermutlich in 5 Minuten am Ausgangspunkt, aber irgendwie ist das unbefriedigend. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es keinen einzigen Weg in Richtung "Liebesschlucht"-Rundwanderweg gibt, das wäre doch eine logische Verbindung dorthin, alles andere wäre ein Umweg. Ich befrage die Jungs. Sie sind nicht aus Zell, sondern aus Grenderich und wissen es nicht. Sie zücken ihre Smartphones. Komoot. Nein, da ist nichts eingezeichnet. Ich weiß, sage ich, die beruhen alle auf OSM und da OSM keinen Weg kennt, kennen auch alle anderen den Weg nicht. Klick macht es und ich rufe die HKF App auf: Tatsächlich, es gibt einen Weg. Ob ich ihn finden werde, ist eine andere Frage, aber es gibt einen. Ich zeige ihn. Doch, ich erinnere mich, ja, da vorne ist ein Weg, es ist aber der zweite, sagt der Größere. Ob ich hier Urlaub mache? Nein, sage ich, ich suche Schutzhütten für ein Schutzhüttenverzeichnis und fotografiere sie. Er ist beeindruckt, dann fahren sie davon.

                                        Ich bleibe noch ein wenig sitzen, die Landschaft ist ganz nach meinem Geschmack, Wiesen, Wald und Weite, dazu ein wenig Schatten, das passt. Aber es geht schon auf 16.00 Uhr zu.

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ID: 3035439

                                        Dann radele ich los. Meine Laune ist um fünfzig Prozent gestiegen. Ich will heute noch in die Liebesschlucht, bevor das Wetter morgen kippt. Ich habe ein gutes Gefühl.
                                        "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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