Transalp: Vom Bodensee zum Lago di Como Teil 1

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  • StefanBoe
    Erfahren
    • 14.12.2020
    • 135

    • Meine Reisen

    Transalp: Vom Bodensee zum Lago di Como Teil 1

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    Mitreisende
    Transalp: Vom Bodensee zum Lago di Como
    Teil 1: Bodensee - Engadin


    Und noch eine Alpenüberquerung ... die haben einfach Hochkonjunktur.

    Aber die Vielfalt der Alpen von Nord nach Süd mit ihren unterschiedlichen landschaftlichen, geologischen, klimatischen und kulturellen Gesichtern ist einfach herausfordernd und spannend - und hier einen eigenen Weg auszutüffteln abseits der bekannten und teilweise schon überlaufenen Routen ist sehr reizvoll. An einem großen See am nördlichen Alpenrand zu starten und an einem großen See im Süden zu enden ist doch schon mal eine schöne Grundidee.

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    Bodensee vom Freschenhaus 2020

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    Lago di Como (2018) - da soll die Tour enden

    Uns kommt es bei der Route vor allem darauf an, über spannende Wege (möglichst Pfade, möglichst wenig Asphalt) durch ruhige und landschaftlich unversehrte Gegenden zu laufen und dabei neben den Hochbegirgszonen auch reizvolle Täler und Waldzonen zu durchwandern. Dafür nehmen wir auch beträchtliche Umwege in Kauf und legen die Route, die man bei gerader Wegführung sicherlich auf 10 Etappen begrenzen könnte, auf 18 - 20 Etappen, die wir auf 2 Abschnitte verteilen.

    Die grobe Routenplanung:
    Teil 1 (2020): Bodensee (Dornbirn) - Bregenzer Wald - Großes Walsertal - Lechquellengebirge - Verwall - Silvretta - Vereina (Jöriseen) - Engadin
    Teil 2 (voraussichtlich 2022): Engadin - Val Chamüera - Lago Saoseo - Poschiavo - dann Südseite von Bernina und Bergell (Val Malenco, Val di Mello, Sentiero Roma, Val Codera) - Lago Mezzola - Lago di Como

    Wir haben grundsätzlich ein Zelt dabei und wollen je nach Wetter, Lust und Laune entweder biwakieren oder in Hütten übernachten. Unseren Recherchen nach ist das Biwakieren im Hochgebirge in der Schweiz nicht verboten, ebenso in Vorarlberg (anders als z.B. in Tirol).












  • StefanBoe
    Erfahren
    • 14.12.2020
    • 135

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    #2
    Transalp: Vom Bodensee zum Lago di Como Teil 1: Bodensee - Engadin

    1. Tag: Dornbirn - Ebnit – Hoher Freschen – Freschenhaus 1100 rauf 200 runter 5 Std.

    Treffpunkt mit "Eckbert" ist mittags am Bahnhof in Dornbirn. Ich habe vom Familienurlaub im Großen Walsertal kommend nur eine kurze Strecke zurückzulegen.

    Freund Eckbert hat mir zum Geburtstag einen unterhaltsamen Reisebericht geschrieben, den ich im Folgenden in Kursivschrift zitieren darf.


    Am Freitag um 4:50 Uhr klingelt der Wecker. Endlich geht es los! Nachdem ich mich im letzten halben Jahr durch häufige Wanderungen an den Wochenenden in den Westerwald, die Eifel oder durch das Bergische Land bestmöglichst vorbereitet habe und noch ein Höhentrainingslager im Schwarzwald mit meiner Fitnesstrainerin vorschaltete, bin ich nun bis in die Haarspitzen motiviert… Also, rauf auf`s Radl und am frühen Morgen durch die Kölner Straßenschluchten in Rekordzeit zum Bahnhof. Pünktlich um 5:48 rollt der ICE aus dem Bahnhof über Rhein gen Süden… Verabredet ist, dass wir heute 5 Stunden zum Freschenhaus wandern. Dazu müssen aber zunächst alle Umstiege und Anschlusszüge erreicht werden. Die Deutsche Bahn hält was sie verspricht: Urlaub von Anfang an! Im Bordrestaurant habe ich genug Zeit für „Die Zeit“ und komme am Ende pünktlich in Dornbirn an. Absolut gut gelaunt von Glückshormonen geflasht bin ich von der problemlosen Anfahrt und der Tatsache, dass man morgens das schlafende Köln verlässt und schon mittags am Bodensee vorbei den Blick auf die Berge erhält. Stefan steht gestiefelt und bepackt am Bahnhof und wir freuen uns auf das, was kommt…

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ID: 3009159
    Zunächst einmal fahren wir mit dem Bus von Dornbirn nach Ebnit. Die ersten Höhenmeter erklimmt für uns der Bus. Je höher wir kommen, desto mehr verdunkelt sich der Himmel. Erste Regentropfen laufen über die große Windschutzscheibe, als wir die Ortseinfahrt von Ebnit erreichen. Stefano hat ja schon im Vorfeld gewarnt, dass es zurzeit heftige Unwetter in den Alpen gäbe und ich noch extra blaue Müllsäcke gegen die himmlischen Sturzbäche mitbringen solle und so kam es auch. Die dunklen schweren Wolken können das Wasser nicht mehr halten und es plästert auf den Dorfplatz. Wir spurten aus dem Bus unter das schützende Vordach der Kirche. Ein anderer Wanderer, der kurz nach uns eintrifft, hat weniger Glück. Pitschnass bis auf die Unterhose darf er sich erstmal umziehen. Na, das ist ja ein vielversprechender Start für unsere Alpenüberquerung. Also erstmal Regenhose über die Bergschuhe friemeln und den Rucksack-Poncho festzurren. Der Wettergott hat aber nach deutlichem: „HALT EIN!“ ein Einsehen und wir können los…

    4 – 5 Stunden Wanderung mit 1100 hm Aufstieg liegen vor uns. Ich hatte allerdings nicht gedacht, dass es so steil in relativ direktem Anstieg bis hinauf zur Binnelalpe geht. Nach gut 2/3 den Berg hinauf, nassgeschwitzt unter den Regensachen, bin ich froh, dass Stefano mir das Zelt abnimmt. Ich bin fortan für die Wasserversorgung zuständig, - ein guter Deal. Die Binnelalpe liegt auf dem Kamm, wirkt etwas verlottert und 2 ältere Leute vor der Hütte zeigen zunächst auch kein Interesse an der Kundschaft. Wir wollen schon umdrehen und unseren Weg fortsetzen, aber mein Bedürfnis nach Pause treibt mich dann doch zu fragen, ob es dort vielleicht etwas Buttermilch gibt und die Bäuerin lädt uns ein, Platz zu nehmen.


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ID: 3009160
    Heute Morgen noch am Barbarossa Platz und am Nachmittag schon sitz ich auf einer einfach gezimmerten Holzbank, auf dem Tisch ein Weckglas mit Wiesenblumen und ich freu mich über einen Holundergespritzten mit einem Stückerl Kuchen dazu. Um mich herum die Gipfelketten des Bregenzer Waldes. Die Alten haben ihren Enkel zu Besuch, der spielt mit einer alten Schubkarre im Matsch und kutschiert seine Beute (Schnee und Hagel vom Nachmittags-Gewitter) stolz vor uns hin und her. Ich bin froh, den ersten steilen Aufstieg geschafft zu haben.

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    Nach einer kurzen Rast geht es weiter den Binnelgrat hinauf bis zum Hohen Freschen. Der erste Gipfel direkt am ersten Tag! Von Ebnit auf 2004m … ein ordentlicher Nachmittagsspaziergang mit Gepäck!! Aufstieg nur für Geübte!

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    Am Gipfel bleibt nur wenig Zeit für ein schnelles Gipfelfoto, denn schon naht das nächste schlechte Wetter heran, so dass wir uns sputen, um rechtzeitig vor dem nächsten Guss ins Freschenhaus zu kommen.

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    Abends klart es wieder auf und wir bekommen an unserem ersten Wanderabend schon einen Sonnenuntergang geboten: Von dieser Aussichtshütte kann man bis zum Bodensee blicken.


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ID: 3009165
    Glücklich und zufrieden schlafen wir in unserem komfortablen 5er Zimmer ein.









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    • StefanBoe
      Erfahren
      • 14.12.2020
      • 135

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      #3
      Transalp: Vom Bodensee zum Lago di Como Teil 1: Bodensee - Engadin

      2. Tag: Freschenhaus – Unterdamülser Alpe – Großwalsertal – Klesenzaalpe
      28,5 km 900 hm rauf 1500 hm runter 9,5 Std. Wanderzeit


      Text von Eckbert:
      Früh am Morgen sind wir schon wach und halten uns nicht lange mit dem Frühstücksbuffet auf, weil wir noch einen ordentlichen Wandertag vor uns haben. Bei herrlichem Sonnenschein stiefeln wir los, Genusswandern pur.


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ID: 3009208
      2 Std. auf ca. 1800 m am Mantonakamm entlang mit herrlichem Blick ins grüne Bregenzerwaldgebirge

      Text von Eckbert:
      Mein Bergexperte zeigt mir unterschiedliche Gipfelprofile, deren Namen ich schon genauso oft gehört habe, wie ich sie leider auch wieder vergessen werde, aber trotzdem immer wieder schön. Unser erstes Ziel ist die Unterdamülser Alm, dort lassen wir uns von einem jungen Almmadl einen leckeren Beerensaft kredenzen. Weiter geht`s über einen stillen, matschigen, aussichtsreichen Wald- und Kuhpfad Richtung Türtschalpe.


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ID: 3009209
      Der Weg hält sich zwar immer schön auf einer Höhe (ca. 1600 m), aber er zieht sich. Beim Abstieg nach Fontanella und Sonntag (Großwalsertal) macht sich der Rucksack schon deutlicher bemerkbar. Wir nutzen die kleine Seilbahn hinauf nach Stein (1300 m) und haben so eine kleine Verschnaufpause. Unter der brennenden Sonne habe ich die Wasservorräte schnell aufgebraucht und bin froh, als wir die Breithornhütte (1650 m) zur Rast erreichen.

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      Wieder Johannesbeersaft und dazu zünftige Almmusik von ein paar jungen Burschen mit Akkordeon. Aber noch sind wir nicht am Ziel, denn Stefan will unbedingt noch die Klesenza-Alpe erreichen, - warum auch immer – also weiter hinauf übers Garmil 1800 m und das Sättle 1773 m, bis wir endlich das schöne Klesenzahochtal erreichen…

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      Blick vom Garmilsattel auf das Lechquellengebirge mit der Roten Wand

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ID: 3009212
      das abgeschiedene Klesenzahochtal

      Eine ordentliche Strecke liegt hinter uns, von morgens 8:30 bis abends 19.30 Uhr - Warum so weit? Warum zur Klesenzaalpe ? Wir steigen also die letzten Meter hinab und erreichen etwas auf dem Zahnfleisch die nächtliche Unterkunft. Kaum sind wir angekommen, kommt auch schon die ausgesprochen attraktive Almwirtin heraus und begrüßt uns sehr freundlich. Klar, warum Stefan hier hin wollte, alle Anstrengungen haben sich gelohnt.

      Die Wirtin und ihr Mann bewirtschaften in diesem Jahr zum ersten Mal die Alpe. Nebenher gibts eine kleine Alprestauration und ein wirklich uriges, kleines Lager (mit einem ziemlichen Nachteil, dazu später). Wir sind seit langer Zeit mal wieder die ersten Übernachtungsgäste.

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ID: 3009213
      die Häusergruppe der Klesenzaalpe

      Beim Abendessen kommt es nach Bericht von meinem Wanderkumpan Eckbert zu folgender Szene:

      Die Wirtin kommt nochmal in die Essstube und sieht im Halbdunkel des Raumes Stefan`s rotglühendes Gesicht von der viel zu vielen Sonne des Tages. Natürlich weiß das Teufelsweib sofort was zu tun ist und bietet meinem Freund ihre Hilfe an. Sie: Oh je, du glühst ja richtig, ich glaub da hab ich was für dich! Er: (ganz mannhaft und tapfer) Ach das geht schon, ist nicht so schlimm. Sie: Kennst du schon die Heilkraft und Frische von Lavendel, das musst du probieren Er: (etwas zögerlich) Na, wenn du meinst. Sie holt eine Sprühflasche mit Zerstäuber-Aufsatz und fordert meinen willigen Wanderkumpanen auf, die Augen zu schließen… Das rotglühende Gesicht wird noch etwas röter und er bietet ihr seine Wangen, die kühn geschwungene Nase, die breite hohe Stirn und die zarten, erwartungsfrohen Lippen über den gedeckten Tisch. Es herrscht eine gespannte Stille im Raum – ab jetzt kann alles passieren. Pfffff ! stäubte es über den gedeckten Tisch …. Ich sitz stumm und neidisch daneben, räuspere mich und klappere mit dem Geschirr, um zu erinnern, warum wir eigentlich hier sitzen. Zum Essen hat die zauberhafte Almschönheit einen herrrlichen Kalbsbraten mit Meerrettich, Kartoffeln und Sauerkraut vorbereitet. Da gibt es auch von meinem Freund, dem Vegetarier, keine Widerworte, er hätte ihr weiß Gott was aus der Hand gefressen. Zum Nachtisch gibt`s noch a Zirbele.

      Bisschen zugespitzt formuliert, glaube ich.


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      Ein herrlicher Tag geht zu Ende und nun wartet noch der Schrecken der Nacht auf uns. Denn unsere Bettkammer (ein umgebauter Schweinestall) liegt direkt gegenüber dem Kuhstall (ca. 5 Meter Abstand) und dem Schweinestall, der auch nicht viel weiter entfernt ist. Es stinkt erbärmlich nach Mist. Trotzdem legen wir uns glücklich in unsere Schlafsäcke und wünschen uns unter dem leisen Gebimmel der Kuhglocken eine wunderschöne Nacht. Der Gestank von Kuhstall hängt uns allerdings noch die nächsten 3 Tage in den Klamotten – schön war es trotzdem.


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      • StefanBoe
        Erfahren
        • 14.12.2020
        • 135

        • Meine Reisen

        #4
        Transalp: Vom Bodensee zum Lago di Como Teil 1: Bodensee - Engadin

        3. Tag: Klesenza Alpe - Formarin See – Dalaas/ Klostertal – Nenzigast Tal / Verwall
        23 km 1000 hm rauf 1100 runter 7 Std. Wanderzeit


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ID: 3009224
        morgendlicher Ausblick beim Öffnen der Lagertür auf der Klesenzaalpe: echt urig!

        Text von "Eckbert":
        Zum Frühstück gibt es ein frisches Ei vom Hof, genug Kaffee, Wurst, Käse und Brot und wir stärken uns für den heutigen Tag. Der leichte Regen am Morgen hat sich verzogen und wir setzen unsere Tour Richtung Italien weiter fort. Wir folgen dem Klesenzabach unter der Roten Wand entlang das menschenleere Tal hinauf bis zum Obergeschröff auf knapp 2000 Meter. Eine schroffe, karstige Felslandschaft mit Almwiesen durchsetzt, auf der die Kühe noch wirklich frei und glücklich genannt werden dürfen.


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ID: 3009225
        Uns gegenüber sehen wir auf der anderen Seite des Tales den Gehrengrat (eine mögliche Variante, die wir auch kurz überlegt, aber Gott sei Dank nicht gemacht haben), stattdessen setzen wir unsere Wanderung zum nahegelegenen Formarinsee fort.

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ID: 3009226
        Der Formarinsee im Lechquellengebirge mit der Südseite der Roten Wand;
        hier lohnt sich der südseitige Pfad zur Freiburger Hütte, da man unter den ersten Arven entlang kommt. An der Freiburger Hütte erstmals so etwas wie Hüttenrummel. Kurz was getrunken, dann rasch weiter zum Abstieg ins Klostertal in den Ort Dalaas: Ein eher unspektakulärer, aber stiller und schöner Weg zurück in die Waldzone und durch aufgeheizte Bergwiesen. Nordwärts die schroffen Formen der nördlichen Kalkalpen (Lechquellengebirge), südwärts die eher abgerundeten Formen der Zentralalpen (Verwall), im Tal die Arlbergstraße, die weit weniger befahren ist, als gedacht.

        Text von Eckbert:
        In Dalaas verpassen wir den Verbindungsbus (7 km) nach Klösterle knapp und haben eine längere Pause. Es ist heiß, wir sind durstig, und so gönnen wir uns mal wieder einen halben Liter Johannesbeergespritzten. AAAAH das tut gut und kühlt die Gaumenbögen… Als der Bus dann endlich kommt, haben wir trotz der langen Wartezeit doch noch Stress den Mundschutz aufzusetzen. So weit kann man dem ganzen Coronagedöns entkommen, wir hatten das Thema schon fast vergessen, aber 2 ältere Damen erinnern uns im schnippisch-spitzen Ton an unsere Pflichten „es wird schon bald 50 Euro kosten, wenn man ohne Maske in den Öffentlichen unterwegs ist!“ Später sind auch ihre Masken von der Nase gerutscht und sie tuscheln ohne Abstand miteinander… Auch der Busfahrer klärt uns nochmal über unsere Pflichten auf und wir entschuldigen uns genervt, aber mehrmals, wegen unseres Vergehens. Immerhin setzt uns der Busfahrer direkt am Einstieg zur Fortsetzung der Wanderung aus, - doch noch ein freundliche Geste. – Weiter geht`s in das Nenzigast- Tal, das uns in das Verwallgebirge führt. Nach einem langen Aufstieg durch Wald über ein asphaltiertes Sträßchen erreichen wir eine Alpe. Der Peter von der Peterlealm/Nenzigastalm serviert uns kalte Getränke und fragt, wo wir denn noch hinwollen und Stefan erklärt „zur Neuen Reutlinger Hütte (2345m)“ - es war schon abends um halber Sieben (wir hätten noch gut 3 ½ Stunden Aufstieg vor uns.) - Der Wirt schaut etwas skeptisch auf unser Gepäck mit Zelt und Isomatten, behält seine Gedanken aber für sich. Wir rappeln uns nochmal auf, kaufen ein großes Stück leckeren Alpkäse und ziehen weiter, bis wir außer Sichtweise der Alm sind
        .


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        im Nenzigasttal / Verwall

        Unsere erste Zeltnacht kann kommen, links neben uns ein rauschender Bach mit frischen Wasser, um uns die Berge und über uns der Himmel. Wieder ein schöner langer Wandertag, von dem es sich hier schön träumen lässt.






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        • StefanBoe
          Erfahren
          • 14.12.2020
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          #5
          Transalp: Vom Bodensee zum Lago di Como Teil 1: Bodensee - Engadin

          4. Tag: Durch's Verwall: Nenzigast-Tal – Neue Reutlinger Hütte – Silbertaler Joch – Heilbronner Hütte 22 km 1300 hm rauf 500 hm runter 8 Std. Wanderzeit

          Text von "Eckbert":
          Morgens in der fruan wird zunächst ein Kaffee gekocht, Müsli mit Trockenmilchpulver in kaltes Bachwasser gerührt, noch kurz über die Tour gesprochen, das Zelt abgebaut und dann der Rucksack gepackt. Schon nach kurzer Zeit verlassen wir das Fleckchen Erde, so wie wir es am Abend vorgefunden haben. Wieder folgen wir dem Bachlauf weiter aufwärts, bis der Talschluss erreicht ist und der gut gelegte Pfad über eine linksseitige Bergschulter schnell an Höhe gewinnt.

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          Eindrücke aus dem schönen und einsamen oberen Nenzigasttal/ Verwall

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ID: 3009242
          Gegen Mittag sind wir an der Neuen Reutlinger Hütte (Selbstversorgerhütte; nur mit AV-Schlüssel zugänglich) auf 2395 m angekommen. Die Sonne brennt vom Himmel und wir haben schon am Mittag den Hauptaufstieg für diesen Tag geschafft.

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          Von dort steigen wir nach kurzer Rast über einen wunderschönen Höhenweg mit silbrigen Gesteinsplatten leicht abwärts zum Silbertalerjoch mit seinem glasklaren Seelein.

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ID: 3009244

          Dort stellen wir fest, dass die Beschilderung nur über die Konstanzer Hütte in Richtung Heilbronner Hütte führt. Wir wollen aber nicht zu viel an Höhe verlieren und laut Stefans Erinnerungen und unterstützt von meiner Komoot App wird ein Höhenweg angezeigt, der direkt Richtung Heilbronner Hütte führt. Wir wollen es probieren, finden am Silberjoch auch ein paar alte Wegmarkierungen und treffen auf 2 Wanderer, die bestätigen, dass es da wohl einen Weg geben wird. Also versuchen wir unser Glück. Anfangs ist der Weg auch gut zu finden. Zufrieden und beschwingt folgen wir den spärlichen, aber durchaus ausreichenden Markierungen. Wunderschöne Wiesenmatten, keine Menschenseele unterwegs und ein herrlicher Weitblick bei besten Wetterverhältnissen. So muss Wandern sein, ein bisschen wie in Norwegen.

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ID: 3009245

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ID: 3009246
          Über dem Schönverwalltal kommen Kuchenspitze und Pateriol ins Blickfeld.

          Hinter der im Bild sichtbaren Geländekante wechselt der Pfad in Steilhänge und wird augenblicklich schlechter und unter dem Gras kaum noch sichtbar. Man sollte also definitiv über die Konstanzer Hütte zur Heilbronner Hütte gehen, auch wenn man dafür weiter absteigen muss. Micha stürzt auf dem "unsichtbaren" Pfad unglücklicherweise ein paar Meter den Hang hinab und verdreht sich das Knie, das eh schon einen schweren Bänderriss hatte. Schlagartig wechselte die gerade noch so große Wandereuphorie in Sorgen und Frust.

          Hier "Eckberts" Unfallbericht:
          Nachdem wir über dem Haupttal angekommen sind und diesem nun folgen wollen, werden die rotweißen Wegzeichen immer spärlicher und der Weg wird zusehens schlechter. Immer öfter müssen wir uns korrigieren, die Wegtrasse ist ausgewaschen oder zum Teil weggebrochen. Immer steiler werden die Hänge, es wird immer schwieriger zu gehen. Irgendwann komme ich an einen Bachlauf und mein Trampelpfad hört auf, unterhalb seh ich den Stefan noch etwas rufen, aber ich versteh ihn kaum. Ich versuche mich im Bachlauf an ein paar Weidenbüschen abzuseilen. Mit Rucksack auf dem Rücken und glitschig moosigen Steinen unter den Bergschuhen ist das schon ein abenteuerliches Vergnügen. So ist es beim Wandern, Glück und Zufriedenheit kann auch schnell die Seiten wechseln. Nachdem ich diese Passage gemeistert habe, mache ich mir noch Gedanken, dass es wohl besser wäre, jetzt enger beieinander zu bleiben, trotte den schrägen abschüssigen Weg entlang und mit dem nächsten Schritt trete ich in ein Wegloch, völlig überrascht suche ich mit dem Stock Halt, aber auch hier steche ich in eine Lücke - und schon im selben Moment segele ich im hohen Bogen talwärts mit einem Seitwärtssalto, schlage mit dem Gesicht auf und verdrehe mir gleichzeitig das eh schon malade rechte Knie. Nur Augenblicke nachdem ich noch über den Weg nachgedacht hatte, lieg ich schon 4 – 5 Meter tiefer mit schmerzendem Knie, ohne Brille und etwas verdattert. So schnell kann`s gehen! Zum Glück ist der Hang nicht so abschüssig oder felsig. An der Stelle, wo ich liege, lasse ich einen Stock liegen, denn ich weiß sofort, es wird nicht einfach meine Brille wieder zu finden. Zuerst muss ich verhindern noch tiefer zu rutschen, aber das Gras lässt sich gut packen und ich krabbele auf allen vieren ein paar Meter hinauf Richtung Weg. Stefano ist schon weiter vorgegangen und hat von dem Drama noch gar nichts mitbekommen. Ich seh ihn und ruf so laut ich kann, der Bursche bleibt zwar stehen, schaut auch schäl in meine Richtung, aber bewegt sich nicht– seltsam – nochmal brüllen und winken, aber der Signore lässt sich Zeit. Nach gefühlten langen 5 Minuten bewegt er sich doch mal zurück in meine Richtung. Er hatte durch das Bachrauschen und auf die Entfernung nichts gesehen und nichts gehört. Erst als er bei mir ist, begreift er meine Lage und hilft mir die Brille im tiefen Gras zu suchen. Das dauert seine Zeit und sie liegt tatsächlich am tiefsten Punkt bei dem Wanderstock, den ich dort liegen gelassen hatte. Endlich am Weg angelangt merke ich mein Knie, richtiges Gehen in diesem Gelände kann ich erstmal vergessen.


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Ansichten: 608
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ID: 3009247

          Also Pause am nächsten Bach. Das Knie mit meinem nassen kalten T-shirt kühlen, während dessen baut Stefan ein kleines Staudamm-Projekt und kühlt mir immer wieder den Lappen für´s Knie. – Erstmal abwarten – Beide sagen wir nicht viel, denn wir wissen, dass unser Wanderprojekt auf der Kippe steht. Und im Moment ist mir auch nicht mehr nach wandern. Ich habe eher Sorge, wie wir aus der Gegend wieder runter kommen. Zum Glück haben wir schon einen Großteil der schlechten Wegpassage geschafft und können den breiten Fahrweg im Talgrund erkennen. Nach bestimmt 30 – 40 Kniewickelwechseln versuchen wir es. Zunächst hat der Stefan abwechselnd beide Rucksäcke getragen, aber dann habe ich mein Päckchen wieder selbst geschultert. Ganz langsam und sehr vorsichtig bewege ich mich weiter in der steilen Passage abwärts und bin froh, als wir endlich den Schotterweg im Tal erreichen. Dort steht auf einem Wegweiser: Heilbronner Hütte noch 2 1/2 Stunden – oh jeh! Wir hatten mit mindestens einer Stunde weniger gerechnet. Mir ist aber klar, dass ich keine Lust habe die kommende Nacht im Zelt zu verbringen.

          ... auch wenn die Gegend noch so dazu einlädt: Im Schönverwall auf dem Weg zur Heilbronner Hütte

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ID: 3009248

          Ich will in eine Hütte unter andere Menschen, wo ich bei Bedarf eventuell auch schneller Hilfe bekomme. Denn noch weiß ich nicht, ob das Knie nicht doch einen heftigeren Schaden abbekommen hat und dann mitten in der Nacht anschwillt. Also: Zähne zusammenbeißen und durchziehen. Der Fahrweg ist zum Glück nicht anspruchsvoll und ich komme sogar relativ zügig voran. Weiterhin reden wir beide nicht viel. Jeder hängt seinen Gedanken nach. Abends um halbacht sind wir an der Heilbronner Hütte angekommen. Die Hütte ist ziemlich überfüllt, aber angesichts unserer Not findet sich doch noch ein 6er-Zimmer für uns. Wir haben es sogar in der ersten Nacht für uns alleine. Ich bin froh, dass ich es bis zur Hütte geschafft habe und nachdem sich einige Gäste und Bedienstete rührend um mein Aua-Knie kümmern, geht es mir schon besser. Voltaren sollte auf jeden Fall auch in unsere Rote Kreuz Tasche, dass hat mit ein Gast geliehen. Zum Abend gibt es eine zünftige Mahlzeit und ein großes Bier, auch das Mitleid der Kellnerinnen in Lederhosen trägt zur weiteren Heilung bei.




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          • StefanBoe
            Erfahren
            • 14.12.2020
            • 135

            • Meine Reisen

            #6
            Transalp: Vom Bodensee zum Lago di Como Teil 1: Bodensee - Engadin

            5. Tag: Ruhetag in der Heilbronner Hütte (Verwall)

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ID: 3009250
            Blick aus dem Fenster der Heilbronner Hütte (2300 m) auf Scheidsee und Pateriol

            Micha pflegt heute sein lädiertes Knie, ich laufe ein wenig durch die schöne Umgebung und statte dem Valschavielkopf 2700 m einen Besuch ab (1 1/4 Std., bez. Bergpfad).

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ID: 3009252
            tolle Aussicht Richtung Silvretta und zu den Felsgipfeln des Verwall

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ID: 3009253
            Die typisch zentralalpine Gegend um die Hütte ist weit und hat dadurch ein etwas skandinavisches Gepräge. Viele versteckte Seen, kleine Moore, Bachmäander und Wollgraswiesen.

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ID: 3009251

            Eckberts Tagesbericht:
            An diesem Tag ist nicht viel passiert. Ich habe mich hauptsächlich in der Nähe der Terrasse aufgehalten und die fleißigen Hüttenleute bei der Arbeit beobachtet. Ohne Pause bedienen sie die Tagesgäste, um dann bis spät in den Abend die Übernachtungsgäste zu versorgen. Stefan hat eine Bergtour gemacht und ich habe kleine Gehübungen probiert, um die Belastungsgrenze zu erweitern. Aber eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, tatsächlich noch weiter zu wandern. Abends nach dem Abendessen sind wir dann nochmal eine kleine Runde gegangen und die Schmerzen blieben aushaltbar, es war eher die Verunsicherung die bleibt. Es sieht so aus, dass wir die Tour nun abbrechen müssen. Einer vom Hüttenpersonal hat mir angeboten, mich am nächsten Tag um 11 Uhr zur Bushaltestelle ins Tal zu fahren. Schade, aber so ist es nun mal. Abends noch zwei wilde Schachpartien gegen Herrn Bo – 0,5 : 1,5 verloren.


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ID: 3009254
            Abendstimmung im Verwall / Heilbronner Hütte








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            • StefanBoe
              Erfahren
              • 14.12.2020
              • 135

              • Meine Reisen

              #7
              Transalp: Vom Bodensee zum Lago di Como Teil 1: Bodensee - Engadin

              6. Tag: Heilbronner Hütte – Galtür – Bieler Höhe – Klostertaler Umwelthütte (Silvretta)
              14 km 500 hm rauf 600 hm runter 4 Std. Wanderzeit

              Eckberts Bericht:
              Am nächsten Morgen nach dem Frühstück packt mein Wanderkumpane sein Ranzerl und ich sollte ja eigentlich noch bis 11 Uhr warten. Doch da juckt mir schon wieder die Wanderslust in den Beinen und ich will es probieren. Der Weg runter ist nicht so steil und so bin ich bis zum Kops-Stausee in 2 Stunden wider Erwarten in der Soll-Zeit runtergekommen.

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ID: 3009256
              Zwischendurch gibts dieses schöne Seelein.

              Es läuft also ganz gut und im Pendelbus nach Galtür kommt doch noch die glückliche Wendung. Wir überlegen, dass es doch irgendwie trotz des lädierten Knies gehen müsste. Wir kürzen die Etappen und dann schaffen wir das schon. In Galtür kaufen wir etwas Proviant (Tee, Zucker, Zitrone, Zimtschnecken) für die nächsten Tage und sind beide sehr froh, dass es doch weiter geht.

              Mit dem Bus von Galtür auf die Bieler Höhe und dann auf dem Weg um den Silvretta-Stausee herum
              ist die Laune wieder so richtig gut.


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ID: 3009257
              Am Seeende zweigen wir ab ins wenig frequentierte Silvretta-Klostertal. Das Tal ist genau nach unserem Geschmack: Wilder Fluss, offenes Hochgebirgsgelände, kantige Granitgipfel.

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ID: 3009258

              Die Klostertaler Umwelthütte (2360 m) ist eine Selbstversorgerhütte; ohne AV-Schlüssel steht nur ein recht dunkler und kleiner Bereich zur Verfügung, der zudem schon belegt ist. Da suchen wir uns lieber einen Platz fürs Zelten. Etwas oberhalb der Hütte wird das Tal immer reizvoller und wir finden zwischen all den Felsen und Blockfeldern mit buntem Gestein noch eine wunderschöne kleine Insel von einem leicht gurgelnden Bächlein umsäumt und Wollgras garniert, genau die richtige Größe für unser Zelt – als Schweizer könnte man sagen „desch is a Kraftort …!“

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ID: 3009259
              Abends gibts Treck n Eat, der Trangia Gaskocher kommt zum Einsatz und dazu a Flascherl Bier, Bergromantik pur, drumherum die Berggipfel … und in der Nacht, als ich mal wieder pinkeln muss, ist der Himmel sternenklar.

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ID: 3009260
              im Klostertal / Silvretta



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              • OutofSaigon
                Erfahren
                • 14.03.2014
                • 301

                • Meine Reisen

                #8
                Gratuliere!
                Erstens: euer Plan imponiert mir, denn Alpenüberquerungen sollten nicht in Meran oder Airolo enden.
                Zweitens: die bisherigen Berichtsteile gefallen mir sehr - so viel Sonnenschein ist nicht selbstverständlich. Schöne Fotos und ein netter Berichtsstil!
                Drittens: die geballte Faust auf dem ersten Foto zeugt von einer Entschlossenheit, mit der ihr das Gesamtprojekt sicher zu Ende bringen werdet. Ich bin gespannt...

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                • StefanBoe
                  Erfahren
                  • 14.12.2020
                  • 135

                  • Meine Reisen

                  #9
                  Vielen Dank fürs nette Feedback! Zwei Trekkingtage aus 2020 kommen nun noch, 2022 dann hoffentlich Part two.

                  Transalp: Vom Bodensee zum Lago di Como Teil 1: Bodensee - Engadin

                  7. Tag Klostertal/ Silvretta – Rote Furka (Grützi Schwiz) - Silvrettahütte – Vereinatal
                  20 km 600 hm rauf 1300 hm runter 7 Std. Wanderzeit

                  Nach der Zeltnacht auf unserem idyllischem Flussinselchen steigen wir beschwingt auf gutem Pfad das Hochtal hinauf zur Roten Furka (2700 m), ein wirklich stiller, aber landschaftlich sehr eindrucksvoller Silvrettapass hinüber in die Schweiz: Nordseitig die imposanten Felstürme von Seehorn und Litzner, nach Süden ....


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ID: 3009384
                  ....plötzlich der Blick auf den auch im Jahre 2020 noch recht großen Silvrettagletscher.

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ID: 3009385
                  Besonders schön: Das ergrünende und bewässerte Moränengelände unterhalb der Gletscherzunge, durch das man zur Silvrettahütte hinab gelangt.

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ID: 3009386
                  Nun "Eckberts" weiterer Bericht:

                  Morgens nach dem üblichen schmalen Frühstück, Nescafe mit Hafermüsli, Trockenmilch und a Stückerl Bergkäse geht`s wieder naufi über die Rote Furka (2700 m). Ich bin total froh, dass wir die Tour fortgesetzt haben, denn mein Knie hat gut durchgehalten. Das war vor 2 Tagen noch undenkbar. Die Aussicht auf den großen Silvrettagletscher und ins Tal ist bei bestem Wetter perfekt. Zum Mittag gibt´s a Brokkolisüppchen und Rivellalimonade zu Schweizerpreisen an der Silvrettahütte.

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ID: 3009387

                  Weiter hinab geht es nun ins Sardascatal. Zurück aus der Gletscher- und Felslandschaft in die Vegetation der ersten südlichen Kiefern, Wacholder und Blaubeersträucher, es wird ordentlich heiß und wir erfrischen uns nochmal an der Alp Sardasca mit Getränken, die hier in einem Brunnen gekühlt zur Selbstversorgung angeboten werden.

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ID: 3009388
                  Immer weiter das Sardascatal hinab über einen langen Fahrweg in hohem Tempo machen wir ganz schön Strecke. Von unserem Zeltplatz auf 2300m zur roten Furka 2700 m und hinab in Vereinatal (oberhalb Klosters) auf 1417m haben meine Knie einen ordentlichen Auf-und Abstieg hinter sich. Ich bin schon ganz schön platt und nun müssen wir nochmal 500 hm hinauf schnaufen. Gerade in dem Moment, als wir von der Fahrstraße abbiegen wollen, kommt der letzte Vereina-Gästebus vorbei. Schon wieder Glück gehabt. Gerne lasse ich mich die 6 km Straße hinaufkutschieren und genieße den Blick auf den Wildbach im Vereinatal. Auf der Hütte gibt`s noch ein leckeres Bier und das gibt uns Kraft nochmal 20 Minuten ins Tal hineinzulaufen, um den letzten Zeltplatz für diesen ersten Teil unserer Alpenüberquerung zu suchen.

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ID: 3009390
                  Wir finden einen versteckten Platz direkt am Bach in dem weitläufigen Hochtal.

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ID: 3009389
                  Spätabends bildet sich nochmal eine Gewitterzelle über dem Tal, die sich mit Blitz und Donner ausregnet. Insgesamt haben wir aber sehr großes Glück mit dem Wetter auf der Tour.







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                  • StefanBoe
                    Erfahren
                    • 14.12.2020
                    • 135

                    • Meine Reisen

                    #10
                    Transalp: Vom Bodensee zum Lago di Como Teil 1: Bodensee - Engadin

                    8. Tag Vereina – Jöriseen – Val Fless - Susch/ Engadin
                    15 km 600 hm rauf 800 hm runter 5 Std. Wanderzeit

                    Das Wetter hat sich heute Morgen wieder beruhigt. In knapp 2 Stunden wandern wir von unserem Biwakplatz auf ca. 2000 m bis zu den Jöriseen (2550 m).

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Größe: 3,74 MB
ID: 3009413
                    Ein echtes Highlight: Das karibische Blau der Jöriseen mitten im Hochgebirge.

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ID: 3009415
                    Hier tummeln sich, von Davos kommend, ca. zwei Dutzend Wanderer -
                    für uns nach den Tagen in zumeist entlegenen Zonen schon fast Rummel.

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Ansichten: 556
Größe: 4,23 MB
ID: 3009416
                    Am Jörisee geht der Stefan tatsächlich schwimmen und strahlt auch noch dabei .....

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ID: 3009417
                    .... und dann wartet noch der Abstieg durch das abgeschiedene, sehr schöne Val Fless bis zur Flüelapassstraße auf uns. Typisch engadiner Arven- und Lärchenwälder nehmen uns in Empfang.

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Name: P1020269.JPG
Ansichten: 551
Größe: 5,10 MB
ID: 3009418

                    Die letzten paar Kilometer trampen wir nach Susch ins Engadin zum Nachtzug in die Heimat.
                    Vielen Dank für diese schöne Bergtour !



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                    • bananensuppe
                      Erfahren
                      • 13.08.2006
                      • 390

                      • Meine Reisen

                      #11
                      Toller Bericht. Macht Lust zum nachmachen. Vielleicht kannst du noch einen gpx-track einfügen.

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                      • Flachlandtiroler
                        Freak
                        Moderator
                        Liebt das Forum
                        • 14.03.2003
                        • 23802

                        • Meine Reisen

                        #12
                        Danke für's Mitnehmen und die vielen schönen Bilder.

                        Ich habe ziemlich gemischte Gefühle, wenn jemand trotz massiver Probleme weitergeht, auch wenn es "nur" alpines Wanderglände ist. Zum Mindesten hätte ich das ganze schwere Zeltgelump über Bord geworfen! Aber wie sagt man hierzulande: "'s hat immernoch jut gegange"
                        Meine Reisen (Karte)

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                        • StefanBoe
                          Erfahren
                          • 14.12.2020
                          • 135

                          • Meine Reisen

                          #13
                          Wenn man ein Konto bei Komoot eröffnet hat (was kein Problem ist), kann man sich den Tourverlauf unter
                          https://www.komoot.de/tour/301222008?ref=atd
                          ansehen. Dort ist die Tour noch unter Dornbirn - Pontresina gespeichert, wir sind aber nur bis Susch gekommen.



                          transalp 1 dornbirn- pontresina ist eine schwere Wanderung: 159 km in 57:05 Std. Schau diese Route an oder plan deine eigene!

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                          • Shalea
                            Dauerbesucher
                            • 17.06.2013
                            • 812

                            • Meine Reisen

                            #14
                            Danke, ich habe mir die Route gespeichert, denn sie lockt mich sehr! Wenn meine Hundeseniorin irgendwann mal nicht mehr ist (dauert hoffentlich noch lange, ich habe sie schließlich zu Volljährigkeit verpflichtet), muss ich irgendwo die Sau rauslassen und deine Tour wird auf der Liste der Optionen sein.

                            Danke für deinen Bericht und den Track!
                            LG
                            Shalea

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                            • Martin1978
                              Fuchs
                              • 16.08.2012
                              • 1657

                              • Meine Reisen

                              #15
                              Schöne Tour! Ich hatte die Route vor Jahren mal mit dem Rad geplant....ich weiß nur gerade spontan nicht mehr, warum ich nicht gefahren bin.
                              Du gamla, Du fria, Du fjällhöga nord
                              Du tysta, Du glädjerika sköna!
                              Jag hälsar Dig, vänaste land uppå jord,
                              Din sol, Din himmel, Dina ängder gröna.

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                              • Shalea
                                Dauerbesucher
                                • 17.06.2013
                                • 812

                                • Meine Reisen

                                #16
                                Ich bin schon ganz gespannt auf Teil 2.
                                LG
                                Shalea

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