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    • 11.03.2013
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    [DE] Edersee/Kellerwald

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    Hier gab es ja schon mal einen Bericht:
    https://www.outdoorseiten.net/forum/...ght=kellerwald

    Die Beschreibung hat mir gefallen. Derzeit betreue ich zusätzlich zu meinem Hund den Hund von meinem Partner, weil dieser in Reha ist. Statt einer Stadtwohnung mit 2 Hunden ist doch Camping viel besser. Also am Wochenende nix wie raus. Hund Nr. 2 ist keine Wandertouren gewöhnt und ich weiß nicht, wie viel ich ihm zutrauen kann.
    Anreise nach Asel ist einfach, bis Marburg und dann noch etwa eine Stunde Richtung Korbach. Immer der Bundesstraße 252 folgen. Das gefällt mir schon mal. Direkt an der Bundesstr. liegt das Nationalparkzentrum. Von Marbugr kommend hinter Kirchlothem. Kirchlotheim ist an seinem Kirchturm zu erkennen, wie der Name schon sagt.
    Das Naturschutzzentrum ist in einem modernen Gebäude untergebracht, darin auch ein Restaurant. Hier lasse ich die Hunde erstmal raus, schnuppern etc. Das Restaurant hat eine Terrasse, hier kann ich mit den Hunden einkehren. Das Essen hat Frankfurter Preise, aber nicht die entsprechende Qualität.
    Das Naturparkzentrum selbst kann ich mit Hunden nicht besichtigen und spare mir die Ausstellung, nehme aber die Beschreibungen der Wanderwege mit, was sich als geschickt heraus stellt.
    Dann weiter zum Campingplatz Asel Süd (Ederseeparadies).
    Die Rezeption ist erst ab 15 h geöffnet, aber auf einem Schild steht, dass man sich einfach einen Platz suchen darf. Der Campingplatz besteht aus mehreren Teilen, offenbar früherer Bauernhof. Dauercamper gut abgetrennt von Zeltleuten. Es gibt 2 riesige Zeltwiesen, ich suche einen Platz auf der so gen. "Haferwiese". Da ist auch ein Typ, der mir erklärt, dass noch eine Gruppe von Leuten kommt, die ihre Ausbildung zu Wildnispädagogen abgeschlossen haben und das gemeinsam feiern mit einem Draußen-Wochenende. Diese ca. 10 Leute sind an dem Wochenende meine - sehr angenehmen - Nachbarn.
    Das Schöne an dem Campingplatz: Nicht nur die gigantische Wiese, wo sich die paar Zelte schlicht verlieren. Auch endet die Autostraße hier. Also kein Durchgangsverkehr. Himmlische Ruhe. Für Kinder gibt es einen Streichelzoo, einen Fußballplatz etc.
    Der CP ist von Ruhrgebietlern bevölkert, also evtl. während der NRW- und Hessen-Sommerferien voll. Davon ist aber noch nichts zu merken.
    Als erstes will ich runter zum See. Dort verläuft der Radweg R5/R6. Ich gehe östlich Richtung Banfetal, weil das in dem oben verlinkten Bericht ja schon gelobt wurde. In der Tat, super idyllisch. Blumenwiesen, Insekten summen. Die Linden blühen und am ganzen Uferweg begleitet mich das Summen der Bienen. Ich gehe bis zum Fischhaus Banfe. Eine Unmenge winziger Erdkröten hüpfen über den Weg, der immer wieder feuchte Senken quert. Die Erdkrötchen sind kleiner als mein Daumennagel. Ich hoffe, ich habe keine zertreten, so viele waren es.
    Am Fischhaus Banfe folge ich dem Weg, der mit Nelkensymbolen markiert ist. Hier am Bloßenberg gibt es eine besondere Nelkenart. Ich bin nicht sicher, ob ich sie sehe, auf jeden Fall gibt es auch viele Karthäuser-Lichtnelken. Superpink. Der Nelken-Weg ist ein enger Pfad, sehr nett. Er führt über den Bloßenberg, der tatsächlich einige bloße Felsen zeigt, zurück zum Ufer des Edersees.
    Der Edersee zeigt sich an diesem Wochenende verlassen, kaum einmal sehe ich ein Segelschiff oder E-Motorböötchen von Anglern. Kein Vergleich mit den Seen in der Nähe von Metropolen. Ich bin angenehm überrascht.
    Eigentlich hatte ich den Campingplatz gewählt, weil ich dachte, ich könnte den Sonnenuntergang über dem See beobachten. Wegen Wolken ist das nicht ganz so romantisch wie geplant. Außerdem sieht man kaum mal den ganzen Edersee auf einmal, weil der sich so dahin schlängelt.
    Am nächsten Tag wähle ich den Weg, der mit dem Pilzsymbol gekennzeichnet ist. Der Zustieg ist direkt am Campingplatz. Die Wege heißen aber nicht so wie die Symbole, sondern sind nach Flurnamen benannt. Pilz ist Ringelsberg-Route und dafür habe ich die passende Beschreibun in einem Folder aus dem Naturparkzentrum. Am Wegesrand stehen Pfosten mit Nummern, die Beschreibung dazu ist in dem Folder. Auf diese Weise erkenne ich auch ein Hügelgrab, an dem ich sonst vorbei gelaufen wäre oder das ich für einen schlichten Steinhaufen gehalten hätte.
    Der Weg führt durch einen teils ursprünglichen Buchenwald mit einigen mächtigen Buchen (und auch Eichen).
    Obwohl es auch hier immer wieder feuchte Stellen gibt, sehe ich keine Erdkröten. Die Attraktion ist der Wald. Der Weg ist teils identisch mit dem "Urwaldsteig", den man sich aber auch nicht immer nur als Pfad vorstellen muss. Teils auch einfache Forstwege. Pilzweg ist ca. 12 km lang.
    Danach möchte ich auf dem CP ein Schnitzel essen, aber "wegen WM" gibt es nur ein einziges Gericht, nämlich Frikadelle. Es bleibt unklar, wieso die WM zu einem eingeschränkten Menüangebot führt. Die Bedienung sagt nur, dass komme "von ganz oben", womit der Chef gemeint ist. Ich esse eine Frikadelle, die anscheinend aus einem Tiefkühl-Patty erstellt wurde, und bekomme auf inständiges Bitten Pommes dazu. Riesen-Ausnahme, dass während eines WM-Spiels Pommes fritiert werden! Kulinarisch war das Wochenende daher bescheiden.
    Am nächsten Tag fahre ich mit dem Auto zum Wanderparkplatz Nr. 2 bei Kirchlotheim. Der gesamte Nationalpark Kellerwald ist durch Zufahrten und Wanderparkplätze gut gegliedert. Niemand braucht in Versuchung zu kommen, irgendwo auf Feldwegen oder an Straßenrändern zu parken. Die Wanderer werden auf Wege geleitet, so ist das Besucheraufkommen gut gelenkt. Von Kirchlotheim aus folge ich dem Weg mit dem Fingerhutsymbol. Dieser soll auch mit einer Art Quad zu befahren sein, das Behinderte am Nationalparkzentrum ausleihen können. Dementsprechend ist der Weg recht breit. Er eignet sich also auch für Leute mit Kinderwagen o.ä. Die Steigungen sind moderat.
    Ein schöner Aussichtspunkt bietet den Ausblick auf das Edertal oberhalb des Stausees. Anschließend windet sich der Weg durch den Wald, der hier jedoch weniger spektakulär ist als auf dem "Pilzweg". Auf dem Fingerhutweg sieht man vereinzelt Fingerhutpflanzen, jedoch weniger, als auf den anderen Wegen vorher. Egal, irgendwie müssen die Routen ja benannt werden. Dieser Weg ist kürzer und bald bin ich wieder am Auto.
    Ein schönes Wochenende. Insbesondere der Kellerwald-Steig sieht interessant aus. Der Kellerwald hat mich mehr fasziniert als der Edersee. Man könnte auch ein Wander-/Angelwochenende dort verbringen. Angelscheine soll es an der Tankstelle Herzberg geben, laut Aussage auf dem Campingplatz. Das habe ich aber nicht gecheckt. Vermutlich lohnt sich das Angeln eher von einem Boot aus, dazu gibt es mehrere Verleiher. Auch von E-Booten, mit denen man geräuschlos unterwegs ist.
    Ich komme bestimmt mal wieder. Auch den CP würde ich wieder wählen. Mit der Fähre, die anscheinend auch der CP-Betreiber unterhält, kann man ja auch schnell auf die andere Seeseite.
    Die Hunde hatten auch ihren Spaß. Sie dürfen sogar an den "Strand" am CP, sollen dort jedoch nicht im Wasser schwimmen (wollen meine eh nicht). Auf dem CP selbst waren sie gegen geringe Gebühr gern gesehen.

    Wenn ich die nächsten Tage Zeit habe, stelle ich noch Fotos ein.
    Es ist immer zu früh, um aufzugeben.
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