Hilleberg Unna

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  • Torres
    Freak

    Liebt das Forum
    • 16.08.2008
    • 27553

    • Meine Reisen

    Das mit den wegfliegenden Heringen ist genau das Problem. Der Wind geht unter das Zelt und dann zieht es die raus.
    Erst die Leine mag gehen, habe ich glaube ich nicht probiert, wel das Zelt dann trullert und sich um die Leinen dreht. Problem ist eben, wenn man Zelte alleine aufbauen muss. Ab 30 km/h wird es sehr knifflig (selbst gemessen). Die einzige Bauform, die bei mir noch ging, war Längslieger Semigeodät bzw. Längslieger Kuppeltunnel à la Mark-Serie, da kann man das Fußende samt Gestänge in den Boden rammen, dann das Zelt auf den Boden zwingen, vorne den Eingang fest machen und dann hinten befestigen.

    Die Grenzen hast Du beschrieben. Balticskin hatte es mal in den Schären mit, da war gerade mal Platz fürs Unna, kein Windschutz, Befestigung mit Steinen. Da hat es dann bei bft 5 (29 bis ca. 38 km/h) ordentlich gerüttelt, viel mehr hätte nicht sein sollen, dann wäre wohl Abflug angesagt gewesen. Das Gestänge dreht sich dann auch in sich, das ist ein blödes Gefühl. Bei den Marks/Taurus von Vaude passiert das auch, aber an der Apsis, da merkt man das nicht so. Beim Unna geht das sofort zulasten der Nutzfläche.
    Ich habe meins zwar nie exponiert aufgebaut, aber auch da kann es schon eindrehen, wenn mal so ein kleines Sturmtief das Gewitter begleitet.

    Dafür steht es dann halt auch komplett ohne Heringe. Und die meisten sind ja eher moderat unterwegs.
    Ach wie flüchtig, ach wie nichtig, ist der Menschen Leben. Wie ein Nebel bald entstehet und auch wieder bald vergehet, so ist unser Leben, sehet. (Franck 1652 / Bach 1724, Leipzig)

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    • mitreisender
      Alter Hase
      • 10.05.2014
      • 4361

      • Meine Reisen

      Das Unna ist zweifelsohne kein schlechtes Zelt. Aber exponiert auf einem Gletscher ist dann zumindest im Sturm doch etwas too much für dieses Zelt. Dafür gibt es das Jannu, oder leichter das Akto. In letzterem würde ich eher einen Sturm aussitzen, auch wenn es eine Hundehütte ist. Ersteres wurde bei outdoorgearlab zu einem der sturmfestesten Zelten überhaupt gekürt. Klar. Die Amis mögen Superlative bei Underdogs/Exoten.

      Nun machen viele von und nichts Extremes. Zumindest bewußt. Nur kommt man eben doch auch mal in eine Situation wie der TE, oder evernorth, da ist ein Zelt, das man auch in Panik oder Erschöpfung schnell und sicher aufbauen kann mehr als die halbe Miete.

      Für das Mehr an Sicherheit fällt mir im Leichtgewichtbereich das Access von MSR ein. Laut den seriösen Shopinhabern von Ultralight Outdoor Gear haben sie darin Böen in den Cairngorns von bis zu knapp 100km/h ausgehalten. Outdoorgearlab sieht das Zelt als nicht so sturmfest (spricht von moderate) an. Selbst wenn es dann am Ende eher 80km/h sind passt das, zumal die Reißfestigkeit wohl bei 12kg liegt. Allerdings habe ich das Zelt leider noch nicht selbst im Arsenal.

      Das A&O ist es den Sturm vorausszusehen und dann sofort zu handeln. Keine Zeit mit der Suche nach dem optimalen Platz verschwenden. Manchmal hilft da ein Barometer und die Kenntnis darüber, wie man es deutet.

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      • lina
        Freak

        Vorstand
        Liebt das Forum
        • 12.07.2008
        • 39537

        • Meine Reisen

        Das Jannu ist auch ein Halbgeodät (das Tara wäre ein ganzes), da macht das die Konstruktion. Mein erstes besseres Zelt hatte auch eine solche Konstruktion, und ich erinnere mich noch immer an diese Sturmnacht auf Fehmarn an der Küste, wo ich dachte: Oh, das ruckelt aber heute. Die Überraschung kam bei Rausschauen: Alle weiteren Zelte waren entweder platt (teilweise mit Hügeln in der Mitte = die darin liegende/n Person/en) oder ganz weg.

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        • mitreisender
          Alter Hase
          • 10.05.2014
          • 4361

          • Meine Reisen

          Daher bin ich am Ende wieder beim Semigeodäten, G20 Ultra, gelandet.

          Aufstellen, verankern und kaum Sorgen, selbst wenn der Wind dreht.

          Vorm Erschlagen werden schützt der aber auch nicht.

          Fürs Unna kann man nochmal den Tipp betonen, ein Gestänge mit größerem Durchmesser zu wählen.

          Schade, dass man viele Zelte nicht einfach niedriger aufstellen kann.

          Das Pathfinder ist ja durch seine niedrige Höhe recht orkansicher, vermutlich, weil man drinnen so demütig sitzen muss

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          • Gonix
            Neu im Forum
            • 04.01.2022
            • 6

            • Meine Reisen

            Hallo, kann jemand abschätzen wieviel Windstärken mehr (beim Unna) man mit entweder 2x9mm (pro Kanal) Gestängen oder mit 1x10mm pro Kanal bekommt?

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            • Pinguin66
              Erfahren
              • 30.12.2018
              • 208

              • Meine Reisen

              Gonix
              https://www.online-berechnung.at/wid...itsmoment.html
              Bei gleicher Rohrwandung (angenommen 0,8 mm) hat ein 10,25 mm Gestänge gegenüber einem 9 mm Gestänge ein um Faktor 1,338 höheres Widerstandsmoment.
              Winddruck:

              Das 10,25 mm Gestänge sollte einer um ca. 1,156 höheren Windgeschwindigkeit standhalten.

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              • Zz
                Fuchs
                • 14.01.2010
                • 1075

                • Meine Reisen

                Zitat von Gonix Beitrag anzeigen
                Hallo, kann jemand abschätzen wieviel Windstärken mehr (beim Unna) man mit entweder 2x9mm (pro Kanal) Gestängen oder mit 1x10mm pro Kanal bekommt?
                Ich würde sagen ein doppeltes Gestänge (2 x 9 mm) verträgt mehr Wind und ist stabiler, als ein einfaches 10 mm Gestänge. Aber ich muß zugeben, belastbare Zahlen habe ich dafür nicht. Aber mein Wintertunnel von HB hat sich im Sturm mit doppelten Gestänge bisher immer achtbar geschlagen. Und bei meinem schwersten Wintersturm saß ich zum Glück in einer Hütte fest.
                "Hilfreich? nein? Ach komm ich wollte einfach mal so tun als ob ich ne Antwort hätte." @TanteElfriede

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                • hartmutmu
                  Anfänger im Forum
                  • 14.03.2017
                  • 43

                  • Meine Reisen

                  Gonix + @Pinguin66:
                  Entschuldigt bitte wenn ich etwas Haarspalterei betreibe. Ich neige dazu die Gestängesteifigkeit eher am Trägheitsmoment I (Verformungen) als am Widerstandsmoment W (Bruchlast) festzumachen. Die Gestängeverformung unter Windlast für zu Biegemomentkonzentrationen in Bereichen mit geringen Biegeradien. Ein paar Zahlen:
                  1x 9.00x0.8: I=2800 W=311
                  1x 10.25x0.8: I=4272 W=417 Gewinn gegenüber 1x 9.00 I: 1.526 Windgeschw. 1.235 (Wurzel aus 1.526)
                  2x 9.00x0.8: I=5600 W=622 Gewinn gegenüber 1x 10.25 I: 1.311 Windgeschw. 1.145 (Wurzel aus 1.311)
                  Ich hoffe ich hab mich halbwegs verständlich ausgedrückt.
                  Bei meinem Orion 3 hab ich das Originalgestänge gegen 10mm getauscht, der Steifigkeitsgewinn ist deutlich!
                  Beste Grüsse
                  Hartmut

                  Kommentar


                  • Pinguin66
                    Erfahren
                    • 30.12.2018
                    • 208

                    • Meine Reisen

                    hartmutmu ,
                    Hallo Hartmut,
                    das ist keine Haarspalterei und dein Ansartz ist richtig für das gut stehende Zelt.
                    In Böen kann aber die Bruchlast erreicht werden. Die Bruchlast steig aber mit einem geringeren Faktor.
                    Wähle ich den Ansatz mit der Bruchlast, mache ich bei der Abschätzung einen Fehler, bin aber auf der sicheren Seite.
                    Bsp: ein Zelt (Gestänge 9 mm) was bei 100 km/h Wind noch steht und bei Böen 130 km/h zerstöhrt wird,
                    hält mit 10,25 mm Gestänge einer Windgeschwindigkiet von ca. 124 km/h stand. Es wird aber bei Böen ab 150 km/h zerstöhrt und nicht erst ab ca. 161 km/h.
                    Als Abschätzung kann man sagen, das Zelt hält ca. 1-1,5 Windstärken mehr ab unter der Voraussetzung, alle Abspannpunkte halten. Mit doppelten Gestänge kann man mit ca. 2 Windstärken rechnen.
                    Wir reden von Orkan in einem Unna! Das will man nicht wirklich erleben.
                    p.S. Ich habe auch das Gestänge bei meinem Reinsfjel 3 UL in ein 10,25 mm Pressfit getauscht.
                    Ja, der Gewinn ist beachtlich.
                    Gruß
                    Thomas

                    Kommentar


                    • hartmutmu
                      Anfänger im Forum
                      • 14.03.2017
                      • 43

                      • Meine Reisen

                      Du hast ganz recht. Was ich sagen wollte: das beste Gestänge bricht, wenn die Abspannpunkte nicht halten oder unausgewogen sind. Die Biegebelastung des Gestänges ist umgekehrt proportional zum Biegeradius. Die angegebenen Windgeschwindigkeiten der Hersteller gelten meist nur im Windkanal (optimale Ausrichtung des Zeltes gegen den Wind). Mein Nordisk Oppland lag schon flach auf dem Boden als ich noch ganz stabil auf zwei Beinen stehen konnte (Wind weit unter 100, aber er hatte halt gedreht und kam von der Seite).
                      So langsam wird's aber OT.
                      Beste Grüsse
                      Hartmut

                      Kommentar


                      • Gonix
                        Neu im Forum
                        • 04.01.2022
                        • 6

                        • Meine Reisen

                        Vielen Dank an alle! Dann werde ich wohl „aufrüsten“.

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                        • Gonix
                          Neu im Forum
                          • 04.01.2022
                          • 6

                          • Meine Reisen

                          Zitat von hartmutmu Beitrag anzeigen
                          Du hast ganz recht. Was ich sagen wollte: das beste Gestänge bricht, wenn die Abspannpunkte nicht halten oder unausgewogen sind. Die Biegebelastung des Gestänges ist umgekehrt proportional zum Biegeradius. Die angegebenen Windgeschwindigkeiten der Hersteller gelten meist nur im Windkanal (optimale Ausrichtung des Zeltes gegen den Wind). Mein Nordisk Oppland lag schon flach auf dem Boden als ich noch ganz stabil auf zwei Beinen stehen konnte (Wind weit unter 100, aber er hatte halt gedreht und kam von der Seite).
                          So langsam wird's aber OT.
                          Beste Grüsse
                          Hartmut
                          Deshalb plane ich das Unna im Notfall noch zusätzlich von den langen Seiten her abzuspannen.
                          Zuletzt geändert von Gonix; 08.01.2022, 17:39.

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                          • Gonix
                            Neu im Forum
                            • 04.01.2022
                            • 6

                            • Meine Reisen

                            So, die Gestänge DAC 10,25mm von Extremtextil habe ich zusammengebastelt. Bei den Endkappen musste ich etwas umbauen, da die Rundkappen nicht mehr verfügbar sind ( ebenso das 11mm Pressfit). Zur Montage der Gestänge habe ich 3mm Kordeln verwendet. Eventuell tausche ich die Kordel noch gegen die 5mm Variante.
                            Das Zelt steht jetzt wirklich besser!
                            Zuletzt geändert von Gonix; 15.01.2022, 16:18.

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