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    Akto, Akto, Enan

    Die Wechselfälle des Kleinanzeigen-Geschäfts haben mich zum Besitzer zweier Aktos werden lassen. Zwischen beiden liegen um die 20 Jahre, das ältere der beiden gibt mir Rätsel auf. Ich wäre dankbar für Hinweise, aber vielleicht sind meine Beobachtungen auch für Lesende hier interessant. Erfahrungsberichte kann ich allerdings nicht beisteuern. Ich habe zwar 24 Jahre lang ein Akto besessen, das noch etwa älter ist als jenes, um das es hier geht. Aber bei diesem Vergleich hilft das nicht.

    Es geht mir hier um das Gewicht beider Zelte, ihre Größe, und um möglichst gut begründete Mutmaßungen über das Maß ihrer Robustheit.

    Das neue Zelt ist das aktuelle Modell, das genaue Alter des anderen kenne ich nicht. Was ich sagen kann:
    • Hergestellt in Estland,
    • mit Lederetikett und Verweis auf Frösön, Schweden,
    • bereits mit Hutze über dem Reißverschluss, aber noch ohne Reißverschlussabdeckung.
    • Das Innenzelt hat noch zwei Reißverschlüsse statt eines einzelnen, der im Bogen verläuft.
    • An den Befestigungspunkten der Längsleinen am Außenzelt verläuft über die gesamte Zeltbreite ein schwarzer Stoffstreifen, wie bei heutigen Zelten, aber ohne Hilleberg-Logo. (Bei noch älteren Zelten sind nur die je drei Abspannpunkte schwarz eingefasst.)
    • Die Leinenspanner sind modern, das Geflecht der Leinen unterscheidet sich minimal vom heutigen. Es wirkt etwas lockerer.
    • Die Heringe, vermutlich original, sind fünf V-Heringe mit verbreiterten Spitzen und Bohrung für eine Schlaufe und fünf Shepherdshooks mit vierkantigem Querschnitt.
    • Die Stange ist vermutlich nicht original, sondern das aktuelle Modell: DAC Featherlite, 2930 mm, mit gelasertem Logo und runden Endkappen. Und, hier wird es rätselhaft: Sie ist deutlich zu lang, schätzungsweise ungefähr vier Zentimeter.

    Bei Hilleberg schätzen sie das Herstellungsdatum auf die frühen 2000er Jahre und haben mir nach einigem Hin- und Her und mit Blick auf meine Fotos und Messergebnisse empfohlen, die Stange zu kürzen. Was ich seltsam fand: Ich bekam keine Auskunft über die Länge der Originalstange. Es wirkte auf mich, als stellte mein Befund auch die Hersteller selbst vor ein Rätsel.

    Also: Wenn jemand mir helfen kann, das Zelt genauer zu datieren und/oder mir vielleicht die Länge der Original-Stange nennen kann: Herzlichen Dank im Voraus!

    Nun zu Gewicht und Robustheit. Das neue Zelt ist komplett ungefähr 200 Gramm schwerer als das alte, wobei der Unterschied zum weitaus größten Teil durch das schwerere Außenzelt entsteht (841 Gramm gegenüber 687 Gramm). Beide Stoffe unterscheiden sich deutlich: Das moderne Kerlon 1200 wirkt gröber und fester. Insbesondere die Fäden des Rippstopp-Musters sind erkennbar stärker.

    Mit Blick auf die Produkt-Politik von Hilleberg könnte man sagen, dass sie das Akto schwerer, aber wahrscheinlich auch robuster gemacht und dafür am leichten Ende ihrer Produktpalette das Enan ergänzt haben.

    Schwerer fällt es mir, das alte Zelt einzuordnen. Mit gut 1500 Gramm ist es immer noch deutlich schwerer als das Enan mit seinen rund 1200 Gramm. Ein nennenswerter Teil des Unterschieds stammt allerdings von dessen 380 Gramm leichten Innenzelt (gegenüber 486 Gramm beim alten Akto).

    Das Enan-Außenzelt wiegt mit vier zusätzlichen Leinen 542 Gramm (Danke an @Sausemann), ist also ebenfalls erheblich leichter als das des alten Aktos. Allerdings können Designunterschiede vermutlich einen Großteil dieser Differenz erklären. Der Schnitt des Akto ist an den Enden großzügiger. Weiterhin gibt es die Hutze mit Draht und zweitem Reißverschluss, 3mm- statt 2mm-Leinen (und mehr davon), vier Fiberglasstangen statt deren zwei, zwei zusätzliche Heringe und zudem noch die beiden schneesicheren Lüftungsöffnungen mit ihren Reißverschlüssen. An zusätzlichen Features mit Mehrgewicht wären beim Enan nur der weitere Stangentunnel zu nennen und die Reißverschlussabdeckung.


    Was mich zu meiner Frage bringt: Muss man nicht bei so vielen gewichtsträchtigen Designunterschieden annehmen, dass der Unterschied der beiden Stoffe zum Mehrgewicht kaum beiträgt? Mein eigenes Enan ist inzwischen verkauft, sodass ich die Materialien nicht direkt vergleichen kann. Ich habe seinen Stoff aber als noch feiner, glänzender und deutlich dehnbarer in Erinnerung als beim alten Akto.

    So, warum ich all das schreibe (außer, weil es mir interessant erscheint): Ich habe mein Enan abgeschafft, weil ich ein robusteres Zelt haben wollte. Aber kann ich überhaupt sicher sein, dass das alte Akto (das in gutem Zustand ist, das ist nicht das Problem) nennenswert stabiler als das Enan ist?

    Über Erkenntnisse und begründete Mutmaßungen freue ich mich, ebenso über einen Hinweis auf die genaue Länge einer Zeltstange für ein Akto dieser Generation. Vielen Dank!
    Zuletzt geändert von TrippTrapp; 01.02.2026, 17:38.

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    #2
    Sorry, ich hätte die Suchfunktion besser nutzen sollen. Die Hutze über dem Reißverschluss gibt es seit 2002, seit 2006 haben die Abspannpunkte Reflektoren, anders als mein Zelt. Das Gewicht liegt wohl eher am unteren Rand, passt aber auch ungefähr in diese Zeit.

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      #3
      Tja, wer Fragen stellt, muss mit Antworten rechnen. Bei Hilleberg halten sie – in einer sehr vorsichtigen Einschätzung – ein neues Enan aus Kerlon 1000 im Zweifel eher für solider als ein 20 Jahre altes gebrauchtes Akto. Klar wird allerdings auch, dass diese Vermutung weniger auf den technischen Eigenschaften beider Zelte im Neuzustand beruht als auf der kaum einschätzbaren Möglichkeit von Gebrauchs- und Alterungsfolgen bei dem alten Zelt.

      Wenn mir irgendjemand aus dem Forum – bitte – die Länge der Originalstange nennen könnte, wäre ich dafür sehr dankbar.

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        #4
        Ich habe im Fundus noch alte HB-Broschüren + Preislisten und habe mal nachgeguggt.
        Das Akto hat von Anfang an (1995) bis zumindest 2018 immer eine Stangenlänge von 293cm (gleich mit div. Versionen vom Nallo2, Nammatj2, Keron2, Saivo).
        Bis 2002 kam sie von Easton Alloy mit Ø8,6mm (Art.-Nr. 031460), ab 2003 von - ich vermute - DAC mit Ø9,0mm (Art.-Nr. 032460).​

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          #5
          Vielen Dank, das kommt überraschend, erklärt aber immerhin, warum die Hillebergs mit meiner Frage nach der richtigen Stangenlänge wenig anfangen konnten. Wäre das Normalmaß jener Jahre kürzer, hätten sie es mir wahrscheinlich mitgeteilt. Und vielleicht erklärt es auch das erstaunlich geringe Gewicht: Das alte Außenzelt ist einfach etwas knapper geschnitten.

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