Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

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  • Martin206
    antwortet
    Lieber einmal zu oft alarmiert...

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  • atlinblau
    antwortet
    Zum Glück Fehlalarm
    https://www.arcor.de/article/News-Re...falen/10298901

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  • Martin206
    antwortet
    Ja, wieder einer der "verschwindet". Mit einer Schwimmweste kann sowas in so eine Situation nicht passieren, da kann man ihn selbst bei der Kälte nach 20-30 Min. noch retten ...aber eben nur wenn er diese Zeit über dem Wasser verbracht hat. Schade, daß es so viele nicht raffen, nicht von selbst drauf kommen, immer erst was passieren muß.

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  • Ditschi
    antwortet
    https://www.ndr.de/nachrichten/schle...bossee100.html

    Ditschi

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  • pickhammer
    antwortet
    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    Hallo zusammen
    Für mich ist wesentlich zu sehen, dass der Kanadierfahrer viel zu passiv unterwegs war und auch mit zu wenig Aktion auf den Baum zugefahren ist. Das Boot ist fast mit gleicher Geschwindigkeit wie das Wasser heruntergetrieben, so dass er auch zu wenig Druck auf dem Paddel zum Steuern hatte. Da war auch kein ernsthafter Versuch des Ausweichens zu sehen. Aus meiner Sicht hätte der Paddler folgende Optionen gehabt:
    1. Viel früher anzulanden, nämlich als es noch einfacher war (spätestens bei 7:56).
    2. Eleganteste Möglichkeit wäre, den Kahn zu wenden und dann gegen die Strömung in eines der kleinen Kehrwässer zu bugsieren; das wäre noch bis kurz vor dem Baum möglich gewesen. Das Boot wäre vielleicht nicht bis zum Stillstand gekommen, aber hätte kontrolliert ans Ufer gesteuert werden können. Das erlaubt auch, hinter die nach unten zeigenden Äste zu kommen; beim schnellen Vorbeitreiben weisen die jedoch das Boot ab und drücken es in die Mitte (8:15 und 8:25).
    Dazu wäre aber entschlossene Aktion nötig gewesen - leider Fehlanzeige.
    3. Wenig elegant, aber auch möglich: Vorher sein (Festrumpf-)Boot mit Schwung in die Steine zu paddeln, so dass er mit einem Bugseil in der Hand (so er eins hätte) herausspringen könnte. Das hätte jedenfalls weniger Schaden gegeben, als unter dem Baum zu parken. Das hätte aber auch mehr Elan gebraucht als vorher gezeigt.

    Fazit: für das Gewässer mit wenig schönen Kehrwässern, ordentlichem Tempo und so viel Holz rechts und links hat der Paddler zu wenig Können gezeigt. Wer auf solchem Wasser unterwegs ist, muss vorausschauender paddeln und mehr Entscheidungsfreude zeigen. Ein Paddelkurs, wie man Kehrwässer anfährt, hätte schon was gebracht. Dann hätte er vielleicht auch weniger Kleinkram offen in seinem Boot gehabt.

    Viele Grüsse vom pickhammer!

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  • wilbert
    antwortet
    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    Zitat von Freedom33333 Beitrag anzeigen
    Vielleicht kann man aus dem Video ja auch mitnehmen, dass man am Boot eine längere Leine haben sollte. (Das ist jetzt Theorie). Dann hätte man ein paar Sekunden mehr Zeit nach dem Aussteigen Halt zu finden bis die Leine anzieht und man gegenhalten muss und müsste nicht - was ich natürlich versuchen würde - mit einer anderen Hand das Boot selbst zu halten beim Aussteigen.
    @Torres
    Ich warne vor Leinen. Die können Dich erst richtig strangulieren. Bei so einer Strömung bleiben die nicht, wo sie sein wollen und wenn die hängenbleiben, wo auch immer, kann es Dich auch ganz blöd kentern lassen. Leinen machen ich bei solchen Gewässern lieber ab.
    Ja, lange Leinen können gefährlich werden. Anderseits sind sie ja durchaus zweckmäßig.

    Wir haben unsere Leinen unterm Decksnetz. Wenn sie gebraucht werden kann man sie schnell, woran auch immer, anclipsen. Die Leinen sind so aufgeschossen, dass sie sich sauber entrollen lassen und nicht vertüddeln.

    Daneben gibt es noch eine kurze "feste" Bugleine, die am cockpit auf slip gelegt ist. Hier angeklingt, zieht sich der Karabiner der langen Leine immer brav bis zur Spitze des Bootes.

    VG. -Wilbert-
    Zuletzt geändert von wilbert; 08.11.2020, 16:28.

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  • Itchy ST
    antwortet
    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    Zitat von Freedom33333 Beitrag anzeigen

    Eigene Einschätzung: In so einem Bach würdest du als Packrafter kaum fahren wollen, weil der natürliche
    Feind des Packrafters nicht Steine von unten sind - der Boden ist robust, ich bin in Isar und Ammer gefahren und zig mal über den Boden geschrammt - sondern Spitze Äste. Und der ganze Bach scheint ja nur aus Ästen zu bestehen.

    Wenn du auf so ein Hindernis aufläufst ist auch die Gefahr groß, dass dich ein Ast erwischt und es pff macht. Ich bin in vielleicht 10 (Wildwasser) Fluss-Touren jedenfalls noch nie gegen ein Gehölz gefahren.

    Ich hätte erst versucht ein Kehrwasser zu treffen, sodann unbedingt raus aus dem Boot, lieber früher als später, bloß nicht gegen das Hindernis. Versuchen irgendwo auszusteigen wo ich schnell Halt habe und das Boot halten kann. Wenn es ohne mich aufläuft dürfte die Chance, dass es hält, durch das geringere gewicht immer noch höher sein. Ein 2-4kg Boot hat viele Vorteile, aber natürlich auch Nachteile.

    Vielleicht kann man aus dem Video ja auch mitnehmen, dass man am Boot eine längere Leine haben sollte. (Das ist jetzt Theorie). Dann hätte man ein paar Sekunden mehr Zeit nach dem Aussteigen Halt zu finden bis die Leine anzieht und man gegenhalten muss und müsste nicht - was ich natürlich versuchen würde - mit einer anderen Hand das Boot selbst zu halten beim Aussteigen.
    Danke dir. Über Äste und Packraft hatte ich noch gar nicht groß drüber nachgedacht, geben die Gewässer vor Ort nicht so sehr her. Teile jedoch deine Einschätzung dazu.

    Denke den Ruck beim Anschlag von der Leine sollte man nicht unterschätzen. Bin mir nicht sicher, ob eine längere Leine ein Vorteil oder eher Nachteil wäre. Leine ansich auf alle Fälle.

    -------------------

    Danke für die Antworten über die Gruppenstärke. War gedanklich von einem Zweier Canadier ausgegangen und nicht 2 Personen + 2 Boote.

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  • Martin206
    antwortet
    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    Denke auch der hat a) nicht gewußt was er tut bzw. tun soll, hat sicher keine Ausbildung für "Moving Water" und auch keine Erfahrung, Das Boot schwabbelt als würden zwei Kinder drin Fangen spiele, vermutlich sitzt er relativ hoch und hat schlechten Kontakt zum Boot. Angler halt, nicht Paddler. Ja, klar musst er per Boot weiter, kann man da nicht am Ufer entlang laufen.

    Boot wird gar nicht so überladen gewesen sein, dafür ist es nicht tief genug im Wasser.
    Ab 7:25 könnte er den Baum gesehen haben, da wäre es super rausgekommen links rein oder gleich rechts rüber und ran - einfach um sicherheitshalber sich das anzusehen.
    Bei 7:50 spätestens war klar, daß man raus muß, wäre bei 7:54 links wie rechts gegangen, auch bei 8:00 nochmal.
    Bei 8:25 wenn er es richtig gemacht hätte, wäre er auch links rausgekommen, da ist Platz für drei.

    Niemals gegen einen Baum in der Strömung! Und dann sofort drauf hechten auf den Stamm und weg von dem Boot. Wenn es einen da runter zieht, dann war's das (man sagt da so "schön": "45 Minuten später ist die Feuerwehr mit der Winde da". Die Luft reicht für 3-8 Minuten ...eher 3). Und es war knapp.
    Klar könnte man meinen die Strömung war ja nicht so toll, das Wasser nicht tief, die Wassermasse nicht sooo groß. Aber das täuscht! Das reicht vollkommen aus, ist stärker als ein Mensch.

    Auch rein waden oberhalb des Stammes - krasser Fehler. Ein unachtsamer/dummer Schritt und er liegt drin und wie das Boot unterm Baum. Null Chance da wieder raufzukommen wenn erst mal unten. Sieht man ja bei 8:33 wie schnell das geht (mit dem Boot).
    Man sieht auch klar, daß der Baum einen tödlichen Sieb bildet. Und wie mächtig die Strömung doch ist.

    Ich glaube er weiß nciht in welcher Gefahr er war und sich mehrfach wieder gebracht hat. Welches Glück im Unglück er hatte!

    Ansonsten wurde ja alles auch schon erwähnt: Nie alleine, immer mit mehr Leuten, ideal mind. 3, denn einer alleine zieht einen Menschen nur schwer aus dem Wasser, kann sich auch nicht selbst so gut sichern dabei. Man sollte halt wissen was man tut, vor allem in der Wildnis.
    Ja, klar waren es keine Bilderbuchkehrwasser, aber hauptsache man kommt raus, und das wäre gegangen (mit Erfahrung und Entschlossenheit).

    Ich denke der Film gäbe auf gut eine Stunde Diskussionsmöglichkeit über das was man besser oder besser nicht machen hätte sollen. Mein Kanulehrer würde wohl die Phase von Minute 7-15 nicht vollständig mit anschauen können ...sich an den Kopf langen und raus gehen.

    (PS: Ich bin selber schon mal unter einem Baum durchgespült worden ...hatte noch mehr Glück als der im Film - es hätte keine Chance gegeben mich zu retten, obwohl 3 weiter Paddler dabei waren. War etwas Übermut von meiner Seite im Spiel - im Nachhinein Dummheit. Als ich abends daheim darüber nach dachte wurde mir schlecht, bekam ich eine leichte Panikattacke. Kurz vor Mitternacht hab ich mich dann beim EHK+K angemeldet - erste Hilfe und Kanu, einen Spezialkurs zu Retten und Bergen beim Paddeln. Ich hab 2-3 Jahre gebraucht um das zu verarbeiten. Kein Bock auf zweites mal!)

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  • markrü
    antwortet
    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    Zu dicht an ein potenziell lebensgefährliches Hindernis herangefahren.
    Keinen Plan gehabt, was er in einem solchen Fall tun will - In diesem Fall (wenige Meter davor) wäre das IMHO nur noch Seilfähre rückwärts und erst mal irgendwo festhalten/festmachen.

    Aber hinterher und auf Grundlage eines Films kann man das immer besser beurteilen...

    edit:
    Zitat von Freedom33333 Beitrag anzeigen
    Ich hatte auch das Gefühl dass ihm der ernst der Lage nicht klar war.
    Das ist wahrscheinlich die wichtigste Lehre aus einem solchen Film...

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  • Freedom33333
    antwortet
    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    So oder so - Posten, damit andere draus lernen können - prima. Aber dann sollte auch ein klarer Hinweis da hin, dass man es so nicht macht und dass bei solchen Aktionen regelmäßig Leute sterben. Erst Im Herbst dieses Jahres wieder mal davon gelesen, dass ganz in der Nähe eine StandUp Paddlerin von ihrem SUP durch die Leine unter einen Baumstamm gezogen worden ist und reannimiert werden musste.

    Klar, die Kommentare übernehmen das dann in der Regel sofern man sie liest. Aber Youtube-Videos können halt immer Nachahmer anziehen, daher steht man beim posten immer auch in der Verantwortung. Andere schauen sich das vielleicht an und denken sich: Boah, Kettensäge, tarnfarbenes Boot, Abenteuer, krasser Typ. Klar, so machen sollte man es nicht, aber hey, Abenteuer. Man darf die Unwissenheit der Menschen nie unterschätzen. Dummheit würde ich da nichtmal sagen, wenn man nicht weiß, dass Boot fahren gefährlich sein kann weil man der Selfmade Typ ist, dann weiß man so was halt nicht, auch wenn es den Erfahreneren selbstverständlich erscheint.

    Ich hatte auch das Gefühl dass ihm der ernst der Lage nicht klar war.

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  • wilbert
    antwortet
    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    Ich glaube wir sprechen hier nicht von komfortablen Kehrwassern, in denen man sein Boot parken kann.
    Für mich wäre das eher eine "Notlandung" geworden. Also mit dem Bug in eine Ausbuchtung gefahren, sich drehen lassen und das Paddel an langer Leine ans Ufer geschmissen. Dann irgendwie ausgesteigen und sich schlimmstenfalls eine Abkühlung im Schnitt holen.

    Ich vermute auch, der Ernst der Lage war ihm nicht ganz klar.

    VG. -Wilbert-
    Zuletzt geändert von wilbert; 07.11.2020, 19:08.

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  • Rincewind
    antwortet
    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    Für mich absolut unverständlich.
    Anscheinend ist er mit der Situation völlig überfordert und hat deutlich mehr Glück gehabt als Verstand bewiesen.
    Das Baumhindernis ist schon von weitem zu sehen.
    Wenn ich einen quer liegenden Baum auf nem schnell fliessenden Fluss sehe, dann versuche ich schleunigst das Ufer zu erreichen, und wenns nur ist, um die Lage zu peilen und zu schauen ob es irgeneine Möglichkeit der Umtragung gibt. Sich quer davor treiben zu lassen ist imho so ziemlich das Dümmste was man machen sollte.
    Entweder ein Kehrwasser ansteuern und es sind reichlich Kehrwässer rechts und links, wenn auch teils recht kleine. Oder mit einer Rückwärtstraverse bzw. das Boot drehen und vorwärts traversieren. Auf jeden Fall Geschwindigkeit rausnehmen. Das Boot ist augenscheinlich ein Festrumpfcanadier, zwar der einfacheren Bauart, aber auf jeden Fall stabil genug um schadlos über die kleineren Äste im Randbereich zu kommen.
    Er fährt mit nem Doppelpaddel, muss also nicht mal übergreifen, kann im Zweifel sogar mehr Geschwindigkeit aufbauen bzw. rausnehmen ohne noch großartig Steuerschläge einzubauen während des Traversierens.
    Eine Kettensäge finde ich in der Situation weder cool oder vorbildlich sondern leichtsinnig. Was, wenn er während der Aktion durch den Wasserdruck weggerutscht wäre und sich das Ding ins Bein gefressen hätte?
    Überhaupt die ganze Bergeaktion von oberhalb des Baumes (aus Strömungsrichtung)aus. Er hätte jederzeit danach noch wegrutschen können und drunter gezogen werden können. Mit einer vollgelaufenen offenen Wathose wäre er erst wieder zum Vorschein gekommen wenn der Wasserstand weit genug gesunken wäre.

    Man kann solche Sachen allein fahren, dann sollte man aber erstens genau wissen was man tut und auch die nötigen Skills haben. Die hat der Mann meines Erachtens auf keinen Fall.

    Ich bin mit meiner Frau schon einige Gepäcktouren schnell fliessende Flüsse gefahren (z.B. Tara/Montenegro, Tay/Schottland, Allier/Frankreich, Yukon u. Takhini river/Kanada und auch in Finnland sind wir schon Flüsse gepaddelt, bis auf die Tara immer im Festrumpfcanadier). Davor haben wir immer nochmal geübt und sind möglich Gefahren durchgegangen und im Zweifel haben wir halt umtragen.

    Es ist immer besser mit zwei oder mehr Bootsbesatzungen unterwegs zu sein. Da wird es sehr viel einfacher Hilfe zu leisten.

    Um für die Wildnis gerüstet zu sein, reicht es nicht sein Equipment mit Tarnfarben zu bemalen.

    Gruß René

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  • Torres
    antwortet
    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    Ich gab jetzt noch mal genau geschaut. Ich sehe an Rand nur ganz kleine Einbuchtungen, wo ein drehfreudiges Boot hineingepasst hätte, aber kein Kehrwasser für so einen großen Faltcanadier, der bei Kontakt mit scharfen Steinen aufschlitzen könnte. Ich bilde mir sogar ein, dass er mit Auftauchen des Baums das Boot vergeblich nach links lenkt, an einer Stelle sogar links herangefahren ist, in der Hoffnung, anlanden zu können. Das hat nicht geklappt, er musste einem Ast ausweichen und war dann wieder voll in der Strömung, die ihn gehen den Ast getrieben hat.

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  • DerNeueHeiko
    antwortet
    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Kehrwassersuchen ist nett, aber bei den Verhältnissen kann Dir gut passieren, dass Du mit einem nicht präzise zu fahrenden Boot beim Einfahren scheiterst und dann rückwärts an den Baum prallst.
    Das ist sicherlich richtig, aber vorwärts gegen den Baum ist ja auch alles andere als gut - ich wunderte mich auch vor allem darüber, dass einige hier gleich gar kein Kehrwasser sehen, und auch sonst keine Möglichkeit, ans Ufer zu kommen - ab dem Zeitpunkt, an dem der Baum "am Horizont" auftaucht. Ich mein, der Filmer ist auch eher entspannt weiter den Fluss runter getrieben, das verstehe ich überhaupt nicht - wie gesagt: "Baum quer -> Lebensgefahr". Das scheint ihm überhaupt nicht klar gewesen zu sein.

    Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Ein Wildwasserboot hat die Wendigkeit und ist kurz genug, um vom geübten Fahrer in den Situationen tatsächlich ans Ufer ausweichen zu können und zwischen Steine geklemmt werden zu können. Aufprallschutz ist bauartbedingt auch dabei. Da kriegt Du nur weder Zelt noch Motorsäge rein.
    Motorsäge und Kühlbox nicht, aber ich bin durchaus mit Wildwasserbooten schon Mehrtagestouren mit Gepäck und Zelt gefahren, unter anderem mit dem Forum hier. Aber klar kann man solche Touren auch mit Faltbooten machen, muss aber seine Grenzen mit dem Boot kennen und den Fluss ausreichend erkunden. Ich mein, wenn jemand mit einem Scubi nach Helgoland fahren will, ist das auch idiotisch... Ja, das sagt sich im Nachhinein sehr einfach, weiß ich.

    Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Mit einem Festbootcanadier hätte die Kenterung auch anders ausgesehen, glaube nicht, dass es den unter den Baum gedrückt hätte.
    Sicher hat man mehr Reserven, aber auch mit Festbooten sind schon Leute unter quer liegenden Bäumen ertrunken.

    MfG, Heiko

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  • Torres
    antwortet
    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    Ich warne vor Leinen. Die können Dich erst richtig strangulieren. Bei so einer Strömung bleiben die nicht, wo sie sein wollen und wenn die hängenbleiben, wo auch immer, kann es Dich auch ganz blöd kentern lassen. Leinen machen ich bei solchen Gewässern lieber ab.
    Kehrwassersuchen ist nett, aber bei den Verhältnissen kann Dir gut passieren, dass Du mit einem nicht präzise zu fahrenden Boot beim Einfahren scheiterst und dann rückwärts an den Baum prallst. Ein Wildwasserboot hat die Wendigkeit und ist kurz genug, um vom geübten Fahrer in den Situationen tatsächlich ans Ufer ausweichen zu können und zwischen Steine geklemmt werden zu können. Aufprallschutz ist bauartbedingt auch dabei. Da kriegt Du nur weder Zelt noch Motorsäge rein. Mit einem Festbootcanadier hätte die Kenterung auch anders ausgesehen, glaube nicht, dass es den unter den Baum gedrückt hätte.

    Zu zweit hieße, wenn einer bewusstlos oder verletzt wird, kann der andere möglicherweise helfen. Man merkt hier, wie komplex er die Ausrüstung retten muss und wieviel Kraft er alleine einsetzen muss. Da zweite Boot wäre wohl auch nicht unter den Stamm geraten und zur Not hätte man mit einem Boot weiterpaddeln können.

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  • DerNeueHeiko
    antwortet
    Ich bin ein bisschen verwundert, denn ich seh da jede Menge Kehrwasser - bei 7:55 links hinter den Steinen, bei 8:02 ist links ein großer Stein, nach der Stufe bei 8:05, bei 8:20, bei 8:25 wo die Kopfkamera nach unten schwenkt ist links geradezu eine Bucht... ja, alles aus Sicht eines Plastikboot-Fahrers, der keine Angst vor Ästen hat, und um die Kehrwasser zu treffen, muss man sehr viel näher an den Hindernissen vorbei fahren. Selbst noch da, wo er sein Gepäck hinstellt (guckt bei 10:30 links von der Kühlbox), könnte für ein 4m-Boot genug Kehrwasser sein, um auszusteigen (mit der Weitwinkel-Optik schwer zu sagen).

    Muss man natürlich geübt haben, da mit der Spitze rein, sich von der Strömung drehen lassen - nicht vorher wenden. Oder Seilfähre rückwärts ans Ufer. Insofern hab ich von hinterher außen aus dem Internet leicht zu kritisieren, und natürlich hat man (ich auch) instinktiv eine große Abneigung dagegen, rückwärts die Strömung runter zu rutschen. Aber bei Baum quer sollte höchster Alarm sein, das hat das gleiche Gefährdungsniveau wie Staustufe mit Walze. Deswegen: In der Situation sobald man das sieht ans Ufer, aussteigen, angucken. Wenn es dann weniger kritisch ist als hier, kann man immer noch wieder einsteigen. Besonders mit Gepäck, besonders mit einem Kanadier, der vollschlägt, wenn man Wasser aufs Oberdeck bekommt.

    Zu zweit zu sein hilft meiner Einschätzung nach vor allem bei der Bergung. Da kann der zweite sichern, oder das Gepäck an einer Leine ans Ufer ziehen, statt alleine auf dem Baum hin und her zu krabbeln.

    Gut, dass es gut gegangen ist.

    MfG, Heiko

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  • Freedom33333
    antwortet
    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    Zitat von Itchy ST Beitrag anzeigen
    Was mich noch interessiert Freedom33333, wurde in dieser Gruppe diskutiert, wie ein Packraft sich wohl verhalten hätte?
    Verkantet? Durchgeflutscht?
    Oder hat jemand von Praxisbeispielen berichtet?
    Ne leider keine Diskussion über das Verhalten.

    Eigene Einschätzung: In so einem Bach würdest du als Packrafter kaum fahren wollen, weil der natürliche
    Feind des Packrafters nicht Steine von unten sind - der Boden ist robust, ich bin in Isar und Ammer gefahren und zig mal über den Boden geschrammt - sondern Spitze Äste. Und der ganze Bach scheint ja nur aus Ästen zu bestehen.

    Wenn du auf so ein Hindernis aufläufst ist auch die Gefahr groß, dass dich ein Ast erwischt und es pff macht. Ich bin in vielleicht 10 (Wildwasser) Fluss-Touren jedenfalls noch nie gegen ein Gehölz gefahren.

    Ich hätte erst versucht ein Kehrwasser zu treffen, sodann unbedingt raus aus dem Boot, lieber früher als später, bloß nicht gegen das Hindernis. Versuchen irgendwo auszusteigen wo ich schnell Halt habe und das Boot halten kann. Wenn es ohne mich aufläuft dürfte die Chance, dass es hält, durch das geringere gewicht immer noch höher sein. Ein 2-4kg Boot hat viele Vorteile, aber natürlich auch Nachteile.

    Vielleicht kann man aus dem Video ja auch mitnehmen, dass man am Boot eine längere Leine haben sollte. (Das ist jetzt Theorie). Dann hätte man ein paar Sekunden mehr Zeit nach dem Aussteigen Halt zu finden bis die Leine anzieht und man gegenhalten muss und müsste nicht - was ich natürlich versuchen würde - mit einer anderen Hand das Boot selbst zu halten beim Aussteigen.
    Zuletzt geändert von Freedom33333; 07.11.2020, 13:09.

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  • Itchy ST
    antwortet
    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Ich kann weder Kehrwasser noch eine Ausstiegs- oder Umtragemöglichkeit erkennen. Da ist doch alles verblockt, mit einem schwer beladenen Boot kommt man da nicht weiter. Ich hab auch schon quer zum Baum gehangen, im Kajak, da kommt man viel schlechter raus, das kann wirklich schief gehen. Wäre aber mal interessant, ob sich ein Festboot dann so verkantet, ich glaube nicht, wenn es geschottet ist. Er fährt mit einem Canadier und purzelt eher raus. Das Boot hat aber auch kaum Auftrieb.


    Daher sollte man beo so etwas eigentlich zu zweit sein.
    Ein Kehrwasser oder eine Ausstiegsmöglichkeit erkenne ich auch nicht. Und selbst wenn, hätte er den Kahn wahrscheinlich gar nicht so schnell gewendet bekommen.

    Hing mal mit dem Triton Ladoga quer zum Baum. War eine leichte Strömung gewesen 3-4 km/h. War ein Riesenakt dort wegzukommen. Habe leider keine genaue Erinnerung mehr daran, wie ich das damals schaffte. War jedenfall eine ganze Weile gefühlt nur ein paar mm vor dem kentern entfernt gewesen. Unangenehme Situation war das. Hatte da zum Glück mal keinen Hund mit und war mit Spritzdecke und Schürze rundum geschlossen.

    Verständnisfrage: Warum zu zweit? Was hätte es in dem Fall besser gemacht? Vielleicht hätten sie dann beide da gelegen und dann muss man sich retten und sich noch Sorgen um den Kumpel haben. Finde gefährliche Situationen machen oft keinen Unterschied ob alleine oder zu zweit.


    Was mich noch interessiert Freedom33333, wurde in dieser Gruppe diskutiert, wie ein Packraft sich wohl verhalten hätte?
    Verkantet? Durchgeflutscht?
    Oder hat jemand von Praxisbeispielen berichtet?


    edit: habe mich bei den ganzen 3en verguckt und nebenbei noch ein paar Rechtschreibfehler (hoffentlich) verbessert.
    Zuletzt geändert von Itchy ST; 07.11.2020, 12:47.

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  • wilbert
    antwortet
    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    Hm,
    Ich nachhinein kann ich natürlich immer schlauer sein ...

    Tatsache ist, dass das massive Baumhinderniss schon von weitem zu erkennen ist. In diesem Bereich waren auch noch genügend Kehrwasser zum anhalten und aussteigen vorhanden.
    Es kommt halt sehr darauf an wie Konzentriet man ist, ob man sich gerade dann mehr mit Filmen als mit vorrausschauenden Paddeln beschäftigt, usw.

    An einem Baumhindernis hat wahrscheinlich schon jeden mal gehangen. Selbst bei einem Waldundwiesenbach brauch ich das nicht ein zweites Mal. Der sich aufbauende Wasserdruck ist enorm!

    VG. -Wilbert-

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  • Torres
    antwortet
    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    Das ist Finnland. Der Strom ist schnell. Ich kann weder Kehrwasser noch eine Ausstiegs- oder Umtragemöglichkeit erkennen. Da ist doch alles verblockt, mit einem schwer beladenen Boot kommt man da nicht weiter. Ich kenne genug von Finnland, um zu wissen, dass deutscher und finnischer Wald nicht vergleichbar sind. Da kommt man teils zu Fuß nicht weiter.
    Natürlich ist die Situation gefährlich, aber sowas passiert. Ich hab auch schon quer zum Baum gehangen, im Kajak, da kommt man viel schlechter raus, das kann wirklich schief gehen. Wäre aber mal interessant, ob sich ein Festboot dann so verkantet, ich glaube nicht, wenn es geschottet ist. Er fährt mit einem Canadier und purzelt eher raus. Das Boot hat aber auch kaum Auftrieb.

    Vorbildlich ist die Motorsäge, da kenne ich hier niemanden, der sowas mitnimmt (wäre das erlaubt?). Er wusste also, worauf er sich einlässt. Sehr cool.

    Für hiesige Gewässer wären natürlich die o.g. Strategien sinnvoll. Aber wie gesagt - manchmal geht das viel schneller aös man denkt, man muss die Schrecksekunde und die Analysezeit dazu rechnen und schon hängt man drin. Daher sollte man beo so etwas eigentlich zu zweit sein.

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