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  1. Erfahren

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    #61
    Interessantes und schwieriges Thema. Zu Single Zeiten war mir das relativ egal. Da ich nur für mich "Verantwortung" hatte war es relativ einfach. Lebensbedrohliche Aktionen waren nur für mich wichtig (und nur aus lebensbedrohlichen Situatiuen lernt man damit umzugehen)
    Heutzutage habe ich (Familie) und wenn bei irgendteiner Tour aus meiner Sicht zu viel Gefahr besteht brech ich das Ganze ab.(wen möglich).
    Nächster Punkt ist der, daß ich Touren/Aktionen abbreche weil ich keinen Bock mehr habe, weil ich mir mittlerweile meine Outdoorerlebnisse aus anderen Dingen suche. Ich muß es mir nicht mehr beweisen daß ich in xy Pampa zurechtkomm.
    Lernen durch erfahren

  2. Fuchs
    Avatar von Monika
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    Tandemurlaub ohne Tandem

    #62
    Aktuell haben wir einen Urlaub abgebrochen - hier erst mal das Fazit:

    Das Cannondale-Tandem (RT3000) ist ein "Totalschaden", das Stevens-Tandem hat "nur" einen grossen Riss in der Schweissnaht am Tretlager, mein Mann und ich hatten nur blaue Flecken und im späteren Verlauf des Urlaub eine kleine Erkältung.

    Das Cannondale hat nach genauerem betrachten auch einen Schaden am Rahmen,
    das Rohr, in dem die Gabel steckt, hat deutliche Lackschäden bzw. "Lackmuster", die auf einen tiefern Schaden schliessen lassen. D.h. den Rahmen werden wir verschrotten, die Einzelteile aber natürlich vorher
    plündern.

    Hier die Erklärung bzw. unser Urlaubsbericht (geplant war 1 Woche Anreise,
    1 Woche Internationales Tandemtreffen (ITR), 1 Woche Rückreise):
    Anreise am Freitag zu einem Freund nach Hamburg mit dem Cannondal - Samstag früh Start Richtung Dänemark, Sonntag mittag vorläufiges Ende der Tour in einem Graben neben einem geschotterten Feldweg (als Radroute ausgeschildert), der plötzlich sehr sandig wurde.

    Ergebniss des Unfalls:
    Felge gesplittert und jede Menge blaue Flecken. Dank eines Radfahres
    konnten wir im nächsten Ort auf einem alten Bauernhof campen. Unsere
    Mitfahrer besorgten uns liebenswerterweise am nächsten Morgen ein neues
    Vorderrad (die alte Felge hatte eine Bruch und mehrere Risse) aber leider
    hat uns das nur soweit geholfen, dass wir den Bahnhof in Oldenburg
    erreichen konnten. Das Rad hatte trotz neuer Felge eine eindeutige Tendenz nach links.

    Mit dem Zug ging es dann wieder nach Hause und versuchten für den Dienstag gleich einen IC wieder retour zu buchen, was aber leider nicht mehr möglich war, da officiell alles ausgebucht war. Wir packten alles notwendige um, machten am Dienstag früh das 2. Tandem startklar und setzten uns in den Zug Richtung Lübeck. Dort übernachteten wir bei Freunden, um dann am Mittwoch früh gleich nach dem Frühstück den Zug nach Puttgarten zu besteigen und dann die Fähre nach Dänemark. In Dänemark angekommen wählten wir die Hauptstrasse rüber zur Fähre nach Langeland, die wir dann auch trotz Regen, Gegenwind und hupender Autofahrer erreichten (erst wurden wir angehupt, weil wir einen linksseitigen überschwemmten Radweg nicht benutzen, dann
    weil wir links über die Strasse auf eben jeden Radweg wollten). Mit knapper Not erreichten wir im Endspurt die schon volle Fähre nach Langeland und wurden als letzte noch mitgenommen. Dann war es nur noch ein kurzes Stück zum Campingplatz in Emmerbolle wo wir uns mit einem Team, dass ebenfalls zur ITR unterwegs war, trafen.

    Diese Truppe hielt nun bis Freitag, da sich kurz vor Ende der Freitagsetappe unser Tandem mit Geräuschen meldete, die nach einer zerknitterten Coladose klangen. Wärend unsere Freunde den
    Einkauf für uns mit erledigten, stellen wir zu unserem Entsetzen fest, dass
    an Tandem Nr. 2 die Schweissnaht am vorderen Tretlager gerissen war.
    Während wir am Samstag unsere Freunde weiter zum Tandemtreffen schickten, nahmen wir die Fähre Richtung Festland, auf der uns einige Tandems und Wolfgang entgegenkamen. Auch auf der Festlandseite durften wir etliche Tandems beobachten, die uns z.T. von anderen Treffen bekannt vorkamen.

    Gaaanz vorsichtig und auf kürzestem Wege versuchten wir nun Deutschland zu erreichen, da mir die Dänische Bahnauskunft am Tag zuvor mitgeteilt hatte, dass Tandems in Dänischen Zügen nur dann erlaubt sind, wenn einer der beiden blind ist.

    Wir erreichten Flensburg kurz vor 16:00 und dann über
    Hamburg und einigen Ärger kurz vor Mitternacht auch Göttingen.
    BTW: neuerdings nimmt die Bahn einem im IC auch dann schon im Hamburg nicht mit, wenn man in Hamburg einsteigen will, aber der Platz ab Lüneburg erst reserviert ist! Man erhält auch den Fahrpreis nur dann komplett zurückerstattet, wenn man sich das vom !Zugführer! schriftlich bestätigen lässt (oder dann 2 Tage später einen RICHTIGEN riesigen Aufstand macht...)
    Nun mit beidem Tandems zu Hause haben wir das Cannondale noch mal genauer untersucht und den oberen Schaden festgestellt. Die neue Felge kommt nun erst mal in eines unserer Stadträder, dass eh bei Gel. eine neue Felge gebraucht hätte.

    Den Rest unseres Urlaubes (immerhin noch knapp 2 Wochen) verbrachten wir u.a. mit Sightseeing in und um Göttingen, mit einer kleinen Wanderung zum Harzrand und einer Liegertour.

    Gruß Monika

  3. Alter Hase
    Avatar von alaskawolf1980
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    #63
    Abbruch einer Kanuexpedition:
    Ein großer See wurde mit den Kanus durchquert und dann erstmal die Bachmüdnung gesucht. Stundenlang Gegenwind und hohe Wellen auf diesem See waren nicht gerade lustig. Nach einer Nacht an dieser Bachmündung ging es weiter. Bachaufwärtspaddeln war angesagt. Durch das lose Ufer sind viele Bäume über den Bach gefallen und man kam oftmals nicht mehr unten drunter durch. Also Säge gezückt und im Boot sitzen den Stamm zersägt. Die Ufer waren meist sehr schlecht zum Aussteigen und Fortbewegen. Einige Male mußten wir auch raus und im Wasser stehend die Bäume zersägen. Ohne GPS nimmt man nur die Himmelsrichtung und verfolgt auf der Karte den Bachlauf. .......... aha, da vorne ist die erste Abzweigung, wo der rechte Arm ins Nichts läuft und der Linke weiterführen müßte. Also links gepaddelt und bald in einer Sackgasse stecken geblieben. "Hey das ist eine Expedition, sicherlich ist der Weg nicht gut erkennbar." .... Das ufer abgesucht, und nichts gefunden. Ausgestiegen und durch dichtes Unterholz gekrochen und durch ein Mikatolabyrinth aus umgestürzten Bäumen gestolpert. Dort nichts, da nichts. Hier geht kein Bach weiter. Vielleicht ist die Abzweigung noch weiter oben? Also den rechten Arm gefahren und weiter gings. Sägen, fluchen und verzweifeln. Da ist die linke Abzweigung. Super. Und weiter und weiter. Der Bach zieht sich Ewigkeiten. Irgendwann haben wir den Bach geschafft und kommen in einen See. Rechts halten und immer am ufer antlang. Da soll es am tiefsten sein. "Wieso soll es am Ufer am tiefsten sein?" Also in die Mitte . Schwapp, Sandbank. Mit viel Mühe das Boot wieder ins Tiefe Wasser gezogen. Im See überall Grasbewachsene flache Inselchen. Dazwischen Wasser. Alle Wasserstellen waren so flach, dass man nur mit Mpühe und Not überhaupt da durch kam. Man hat das Boot sozusagen über die Sandbank geschoben. "Und das nennt sich Paddeln." Im kleinen Nebensee oder dazwischen muß die Portage sein die eingezeichnet ist. Mmhhh... "hier ist sie nicht". Vielleicht dort hinten. "GPS wäre sehr sinnvoll gewesen." Vielleicht doch am Südufer, und die Karte ist etwas ungenau? Hin- und Herpaddeln. Ufer absuchen. Überall Morast bis zum Abwinken. Nirgends ein kleiner Trampelpfad im Wald zu sehen. Keine Stelle, wo jemals jemand ein Boot rausgezogen haben könnte. Nur unwegsame Wildnis. "Das kann doch alles nicht wahr sein". Den gesamten Tag gepaddelt und wir finden diese verdammte Portage nicht. Nochmal das gesamte Ufer abgesucht. Dann schwimmen die 2 Boote mitten im kleinen See. Totenstille. Wir schauen uns an. Jeder wartet darauf, dass der andere was sagt. Ich fasse mir ein herz und sage als erster was ich denke. Wir können unmöglich einfach so die Boote durch den dichten Wald schleppen, wenn wir nichtmal genau wissen, dass diese Richtung (bezogen auf den Ausstiegspunkt) die richtige ist. Wenn es die falsche ist, und wir auf einen anderen Bach stoßen und diesen dann folgen wären wir hier in den Wäldern verloren. Denn wenn man sich dann so richtig verfranst, wenn man ganz weit weg vom Startpunkt ist, dann ist man verloren. Ein Blick auf die topographische Karte zeigt außerdem, dass wir den ganzen Tag gepaddelt sind und dabei nur einen Bruchteil des schweren Bach-,Schlamm-, Portagen-, über Biberdämme heben- und umgefallene Bäumeabschnitts geschafft haben. Wie sollen wir dann die Strecke in 12 Tagen schaffen? Lieber jetzt umkehren, wenn es noch geht, als zu spät merken, dass es nicht mehr geht. Allso wieder umgekehrt. irgendwann abends gezeltet und dann nach noch einem Tag zurückgepaddelt.

    Oberhalb des Baches in diesem See, da habe ich ein sehr seltsames Gefühl gehabt. Nach den ersten Navigationsschwierigkeiten im Bach wurde mir klar, dass das hier kein Spaß mehr ist und sehr viel passieren könnte. Ich habe mir im See ausgemalt, wie ein Szenario aussehen könnte, wo wir nicht mehr zurück kommen. Wo man tief in den Wäldern feststeckt und weiß, dass es nun zu spät zum Umkehren wäre, ein vorwärts auch nicht mehr geht. Das wäre absoluter Horror. Es schwebte richtig in der Luft, dieses seltsame Gefühl, dass man hier schon an einem ort ist, wo die normalen paddeltouristen niemals hinkommen. Und das das nächste Stück noch abgelegener und verwachsener sein wird. Ein Gefühl der Angst steigt in einem hoch.
    Zusatz: Ich vergaß zu erwähnen, dass am ersten tag nach der Seeüberquerung auf den ersten Bachmetern das Kajak gekippt ist, während der Fahrer sich unter einem Baum durchschieben wollte. So kalt es im Camp erst einmal eine unterkühlte Person wieder Leben einzuhauchen. So begann also die schlimme Geschichte shcon unten am Bachanfang.
    Trotzdem habe ich diese Abgebrochene Tour positiv bewertet, da man die Strapazen einer Kanuexpedition erleben konnte und einen geglückten Abbruch geschafft hat.

    Das Gefühl der Unsicherheit und der Angst oben im See werde ich mein Lebtag nicht vergessen.


    Würde ich diese Tour nocheinmal versuchen? Ja, aber nur mit einer Motorsäge und einem Satelitentelefon.
    \"Everything, absolutely everything, is possible\" Lars Monsen

  4. Optimist Lebt im Forum
    Avatar von boehm22
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    #64
    Hi Christian,

    gut geschrieben - ich kann mir Deine/Eure Gedankengänge gut vorstellen.

    Wie hieß eigentlich der Fluß, auf dem Ihr gepaddelt seid?
    Also die genaue Ecke dort?
    Viele Grüße
    Rosi

    ---
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  5. Fuchs
    Avatar von jasper
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    #65
    Ging mir ja gerade wieder so!

    Musste meine aktuelle AT Tour wegen Achillessehnenproblemen abrechen.

    Was soll man machen! Wenn man nicht mehr laufen kann, führt nun halt mal kein Weg an einem Abbruch vorbei.
    Warum sollte man auf sich selber böse sein? Wenn das (menschliche) Material nicht hält, kann man halt nichts machen.
    Für das nächste Mail: Evt. besser trainieren, weniger einpacken und etwas mehr Glück!

    Ich lass mich von sowas nicht unterbekommen. Kopf hoch, beim nächsten Mal klappt es schon wieder (alle guten Dinge sind drei).
    Wenn es nciht mehr geht, dann muss ich halt auf Kanu, Fastpacking und Wochenendhikes umsteigen.

    Es gibt noch vieles in der Welt was ich noch nicht ausprobiert habe und gern man machen würde. Weshalb also von einem Abbruch unterkriegen lassen.

    MfG,

    J.
    www.backcountry-hiking.de
    ... unterwegs in der Natur

  6. Fuchs
    Avatar von Loon
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    #66
    Ist zwar kein direkter Abbruch, aber indirekt :
    Diesen Sommer wollte ich eigentlich 4 Wochen nach Schweden. Erst im Norden den Sarek umrunden, dann mit dem Zug in den Süden und dort, je nach den Wetterverhältnissen eine Kanutour auf dem Rogen machen. So, erstmal alle Karten gekauft, geplant, um Kanuvermietung gekümmert, Zugverbindeungen herausgesucht,usw. Nächster Schritte wäre dann das Scanrail Ticket gewesen, doch soweit kam's dann gar nicht mehr.
    Einen Tag bevor ich's reservieren wollte hab ich einen leichten, stechenden Schmerz in der linken Brust gespürt, nichts ahnend gehofft das es bis zum nächsten Tag weg ist. Nächster Tag, keine Besserung, ja im Gegenteil, es tat sogar mehr weh. Also zum Arzt, zum Radiologen und ab ins Krankenhaus. Befund: Spontan Pneumothorax in der linken Lungenhälfte. Dann Operation und fast 2 Wochen später war ich wieder daheim. Und der Urlaub war gelaufen. 2 Monate keinen Sport oder sonstige Anstrengungen mehr. Also fiel auch die Tour aus . Naja, jetzt gehts erstmal gemütlich (ohne schweren Rucksack) in die Provence zum Wandern. Wenigstens etwas.
    Das alles passierte Anfang Juli...
    Gruß Philip
    "Entspanne dich. Laß das Steuer los. Trudele durch die Welt. Sie ist so schön: gib dich ihr hin, und sie wird sich dir geben." Kurt Tucholsky

  7. Erfahren
    Avatar von Dispatch
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    #67
    Zitat Zitat von Loon
    Befund: Spontan Pneumothorax in der linken Lungenhälfte.
    Oha... was ist das?
    Thank you, Australia!

  8. Fuchs
    Avatar von Thomas
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    #68
    Vor allem, wie kann so etwas spontan passieren? Irgendwo noch ein Messer in der Brust entdeckt? :wink:
    Nur wo du zu Fuß warst, bist du wirklich gewesen.

  9. Fuchs
    Avatar von Loon
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    #69
    War halt ein Lungenriss . An dem Tag als ich's bemerkt hab hatte ich eigentlich gar nix gemacht. War am Vortag zwar Klettern, aber der Arzt hat gemeint das es nichts damit zu tun hat und das sowas oft auch einfach so auftreten kann (...gerade wenn man dünn und groß ist...). Naja, jetzt gehts mir wieder gut. Und ich freu mich dann halt auf nächstes Jahr .
    Gruß Philip
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  10. Alter Hase
    Avatar von alaskawolf1980
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    #70
    Zitat Zitat von boehm22
    Hi Christian,

    gut geschrieben - ich kann mir Deine/Eure Gedankengänge gut vorstellen.

    Wie hieß eigentlich der Fluß, auf dem Ihr gepaddelt seid?
    Also die genaue Ecke dort?
    McQuesten Lake gestartet bis zum nördlichen Ausgang. Scougale Creek hoch und dann Richtung Stewart River weiter. Aber das wäre noch weit gewesen... also von der Zeit her. Man überschreitet irgendwann die Wasserscheide da oben und dann fließt das Wasser unter einem wieder in Fahrtrichtung, anstatt entgegengesetzt. Aber von der Wasserscheide waren wir noch weit entfernt.
    \"Everything, absolutely everything, is possible\" Lars Monsen

  11. Erfahren
    Avatar von Rantanplan
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    #71
    Zitat Zitat von Loon
    (...gerade wenn man dünn und groß ist...)
    ... wie gut, dass ich nicht dünn und gross bin .

    Von sowas hatte ich bisher noch nicht gehört, inbesondere das sowas auch "einfach so" auftreten kann. Übel, Übel ... das möchte ich ja nicht irgendwo querfeld ein erleben.

  12. Alter Hase
    Avatar von alaskawolf1980
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    #72
    Zitat Zitat von Rantanplan
    Zitat Zitat von Loon
    (...gerade wenn man dünn und groß ist...)
    ... wie gut, dass ich nicht dünn und gross bin .

    Von sowas hatte ich bisher noch nicht gehört, inbesondere das sowas auch "einfach so" auftreten kann. Übel, Übel ... das möchte ich ja nicht irgendwo querfeld ein erleben.
    Und wenn ich dein Avatar anschaue: Deine Haare könnteste auch mal wieder schneiden.
    \"Everything, absolutely everything, is possible\" Lars Monsen

  13. Gerne im Forum

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    #73
    Zitat Zitat von alaskawolf1980
    Zitat Zitat von boehm22
    Hi Christian,

    gut geschrieben - ich kann mir Deine/Eure Gedankengänge gut vorstellen.

    Wie hieß eigentlich der Fluß, auf dem Ihr gepaddelt seid?
    Also die genaue Ecke dort?
    McQuesten Lake gestartet bis zum nördlichen Ausgang. Scougale Creek hoch und dann Richtung Stewart River weiter. Aber das wäre noch weit gewesen... also von der Zeit her. Man überschreitet irgendwann die Wasserscheide da oben und dann fließt das Wasser unter einem wieder in Fahrtrichtung, anstatt entgegengesetzt. Aber von der Wasserscheide waren wir noch weit entfernt.
    Hallo,
    da ist dir eine tolle Tour entgangen. Wir sind genau diese Route im letzten Jahr bis nach Mayo gefahren. War sehr anstrengend, hat sich aber allemal gelohnt.
    Gruß

  14. Anfänger im Forum
    Avatar von Nyyrikki
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    #74
    Hallöchen.. hab da auch glatt etwas beizutragen..


    hab jetzt ausgehend von Mitte Februar bis etwa Anfang August sämtliche Planungen, Vorbereitungen etc. getroffen für eine halbjährliche (genauer 7 Monate) Radreise von Österreich nach Indien mit 2 Bekannten..

    in der 2. Augustwoche wär`s auch schon losgegangen (müßte also eigentlich gerade schon in Kroatien herum sein) doch leider kam alles anders..

    bei einer meiner ständigen Radtouren zur Vorbereitung (vorletzte Juliwoche) bekam ich plötzlich in der Leistengegend (eher knapp darüber) ziemliche Schmerzen.. am nächsten Tag ging`s auch schon ins Krankenhaus zur Untersuchung und dort wurde bei mir n innerer Leistenbruch festgestellt der schon dringend operiert gehörte..
    tja, 3 Tage später wurde ich auch schon operiert und jetzt muss ich mich noch etwa 2 Monate schonen (also nix anstrengends machen, kein intensiver Sport usw..)

    ganz schöne Scheiße.. die zwei Bekannten mußten jetzt natürlich ohne mich losreisen und ich "darf" jetzt bald wieder den normalen Alltagsrhythmus in der Arbeit aufnehmen.. is echt zum Heulen, aber was soll man machen..

    mal sehen wann sich wieder so ne Gelegenheit bietet..


    Gruß,
    Daniel
    \"Wer in die Fußstapfen anderer tritt.. kann keine eigenen hinterlassen...\"

  15. Fuchs
    Avatar von Libertist
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    AW: Abbruch einer Tour - wieso, weshalb, warum?

    #75
    Ich hoffe keine Verwarnung zu kassieren, wenn ich diesen uralten Thread noch mal hervorkrame. Er passt einfach gut zu dem, wovon ich euch erzählen möchte.

    Es geht um den Abbruch meiner Tour durch die Brooks Range (arktisches Alaska), die eigentlich der Main Act meines diesjährigen Sommers werden sollte. Geplant war die Strecke vom Atigun Pass nach Kaktovik: reichlich drei Wochen für den Trekking-Teil bis zum Oberlauf des Hulahula Rivers und etwa 10 Tage, um mit dem Raft nach Barter Island zu kommen. Mit An- und Abreise, einer eventuellen Besteigung des Mt. Chamberlin sowie einigen Reservetagen setzte ich den gesamten Trek auf etwa sechs Wochen an. Im Vorhinein organisierte ich einen Piloten, der mir an einem bestimmten Tag Essensnachschub und meine Rafting-Ausrüstung zum Hulahula fliegen sollte. Der Rückflug von Kaktovik nach Fairbanks war natürlich auch gebucht. Ich war bestens ausgerüstet, motiviert und durch langfristige Planung gut vorbereitet.

    Nun die Gründe für den Abbruch:

    1. Der Beginn meiner Tour verzögerte sich um fünf Tage, die ich ziemlich krank in Fairbanks zubrachte. Starke Magenbeschwerden, ständiges Übergeben, Durchfall, extreme Schwäche... All das hatte ich mir sicher am Ende meiner Indien-Reise zugezogen (Link zum Reisebericht) und nun, da ich alle meine Kräfte für diese doch recht aufwendige Tour brauchte, ließen sie mich komplett im Stich! Als es mir dann besser ging, trampte ich nach Norden und kam auch in der Brooks Range an, hätte für die Tour aber unter großem Zeitdruck gestanden. Durch die Verzögerung und meine festen „Termine“ (der organisierte food drop wäre unter Umständen noch halbwegs flexibel gewesen, der Rückflug von Kaktovik nach Fairbanks nicht!) hatte ich nun keine Reservetage mehr – ganz schlechte Vorraussetzung für eine solche Tour, zumal ich in letzter Konsequenz ja nicht wirklich wusste, wie lange ich tatsächlich brauchen würde! Der zeitliche Druck, unter dem ich also krankheitsbedingt stand, war Grund Nummer 1 für den Abbruch.

    2. Auf dem Weg nach Norden regnete es die ganze Zeit. Im Visitor Center in Coldfoot informierte ich mich über das derzeitige Wetter in der Brooks Range und erfuhr, dass diese konstanten Niederschläge nun schon über eine Woche andauern und auch die kommenden sieben Tage keine Besserung erhoffen lassen. Prinzipiell war ich auf alle Witterungsbedingungen eingestellt, was mir aber nun Sorgen machte, waren die Wasserstände der Flüsse, die ich zu überqueren hatte. Ein Ranger im Visitor Center riet mir davon ab, es überhaupt zu versuchen: Sagavaniktok River, Marsh Fork, Canning River... all diese auf meiner Route liegenden Flüsse sind normalerweise eher weit, flach und stellenweise gut zu furten – bei diesen Witterungsbedingungen allerdings konnten Überquerungen unmöglich sein. An den großen Flüssen hätte ich dann wahrscheinlich lange flussaufwärts marschieren müssen, um die vielen kleineren Zuflüsse einzeln zu furten. Oder aber ich hätte warten und hoffen müssen, dass sich das Wetter wieder bessert und die Wasserstände sinken. In beiden Fällen hätte mir das bereits beschriebene Zeitproblem einen Strich durch die Rechnung gemacht. Aber noch ließ ich mich nicht von meinem Plan abbringen, dafür hatte ich den Spaß zu lange geplant. Zu viel Zeit investiert, zu begeistert von der Idee.

    3. Der erste Pass. Ich begann also meine Tour und stieg zwei Tage lang in Richtung des ersten hohen Passes auf. Es regnete die ganze Zeit, auch die gesamte Nacht hindurch. Ich gewann an Höhe, der Pass rückte näher. Zweimal rutschte ich aus und fiel zu Boden – mit einem Rucksack, der im trockenen Zustand mal 41 kg wog (inzwischen war alles nass und schwer), waren diese Steigungen kein Vergnügen. Als der Regen für kurze Zeit in ein Nieseln überging, legte ich eine längere Pause ein (siehe Bild unten) und dachte über meine Situation, die Risiken und Alternativen nach. Das Problem war nun, dass der Pass (der eigentlich gar kein Pass, sondern ein Bergkamm war) gegen Ende extrem steil wurde und ich nicht wusste, ob ich den überhaupt überwinden konnte. Und selbst, wenn ich es heil nach oben schaffte, würde ich den genauso steilen Abstieg schaffen? Der Bergkamm hing in den Wolken, es war also schwer abzuschätzen. Die Steine waren rutschig: würde ich an einer ungünstigen Stelle dieses Hangs den Halt verlieren, ginge es steil bergab mit mir. Auf besseres Wetter zu warten war zeitlich unmöglich.

    Während ich also darüber nachdachte, bekam ich das irgendwie Gefühl, dass ich hier mein Leben riskieren würde. So erging es mir vorher noch nie, obwohl ich ja doch schon die eine oder andere Tour hinter mir hatte. Mir war nur noch nach Heulen zumute: so viel Planung, so viel Begeisterung... Nun ja, ich entschied mich für den Abbruch. Hätte ich einen Partner dabei gehabt, hätten wir es vielleicht gemeinsam probiert – in Notfallsituationen ist man zu zweit immer besser dran, als allein. Und da oben hätte mich wohl erstmal niemand gefunden, wenn ich nach einem schweren Sturz nicht mehr in der Lage gewesen wäre, mit meinem SPOT ein SOS-Signal zu senden.

    Und das war’s. Ich war unglaublich traurig und enttäuscht von mir selbst. Vielleicht hatte ich mich doch etwas übernommen, wer weiß... Trotz aller negativen Gefühle wurde mir beim Abstieg immer deutlicher, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Und so richtig hob sich meine Stimmung dann ein paar Tage später, als ich mit jemandem zu sprechen kam, den ich sonst vielleicht nie getroffen hätte. Ich möchte an dieser Stelle noch nicht zu viel sagen, weil die Sache noch nicht feststeht. Aber es sieht danach aus, als könnte ich im nächsten Sommer zwei Monate lang als Hiking Guide in Alaska arbeiten. Wenn daraus Wirklichkeit werden würde, wäre ich für alles entschädigt!

    Und nun ein paar Bilder meines leider recht kurzen Brooks Range Abenteuers.



    Auf dem Dalten Highway nach Norden.



    Mit meinem Fahrer am Arctic Circle.



    Post Office in Coldfoot.



    Beginn meiner Tour.



    Umkehrpunkt. Im Hintergrund der "Pass".



    Moschusochse in der Brooks Range.






    Auf dem Rückweg.


    Edit: Wer die Story weiterverfolgen möchte, schaut HIER.
    Geändert von Libertist (28.10.2011 um 20:31 Uhr)

  16. Fuchs
    Avatar von Antracis
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    AW: Abbruch einer Tour - wieso, weshalb, warum?

    #76
    Ich wäre wohl auch maßlos enttäuscht an Deiner Stelle, aber für mich ohne Frage die richtige Entscheidung. Körperlich geschwächt, Locals die von der Tour abraten und die innere Stimme sagt, dass es einfach zu gefährlich wird, Solotour...wieviel eindeutige Entscheidungshilfen man doch immer braucht. Hey, wir wollen noch mehr Touren von Dir miterleben - und Du doch auch.

  17. Alter Hase
    Avatar von casper
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    AW: Abbruch einer Tour - wieso, weshalb, warum?

    #77
    Kopf hoch!
    Mir wurde im März folgendes gesagt:
    Du hast jetzt noch einmal die Möglichkeit, es erneut zu versuchen!
    Und das gebe ich jetzt mal einfach weiter.

    Ist zwar schade um die viele Vorbereitung, Zeit, und und und.
    Aber wenn du selbst schon unterwegs gedacht hast, dass das Unterfangen unter diesen Umständen für deine eigene Einschätzung zur Lebensgefahr wird, war es das einzig Richtige!
    Zudem gab es Warnungen von "Einheimischen".
    Auf die sollte man hören, was du schlußendlich auch getan hast.

    Mitfühlende Grüße,

    casper

  18. Moderator
    Lebt im Forum
    Avatar von ronaldo
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    AW: Abbruch einer Tour - wieso, weshalb, warum?

    #78
    Hi,

    am interessantesten finde ich, hier an verschiedenen Stellen von der Inneren Stimme, einem schlechten Gefühl usw. zu lesen. Darauf zu hören ist selbstverständlich, das macht - denke ich - doch genau den Profi aus.
    Abbrechen, Aufhören in kritischen Situationen ist natürlich immer blöd, all der Aufwand, die Vorbereitungen, die Kosten usw. Aber schlauer ist es auch.

    Grüße, Ronald

  19. Gerne im Forum
    Avatar von NeverSummer
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    AW: Abbruch einer Tour - wieso, weshalb, warum?

    #79
    Respekt für die Entscheidung!

    ...und vielleicht brauch ich ja noch einen Guide für nächstes Jahr!?!

  20. winnetoux
    Gast

    AW: Abbruch einer Tour - wieso, weshalb, warum?

    #80
    OT: Mit dem Wettergott hatte ich mich nicht unterhalten, sorry

    Und, was mit den Restwöchelchen angefangen, Denali?
    War ja schon sehr ambitioniert. Wahrscheinlich bist du gar nicht der große Lonesome-Wanderer. Ob man sich aber deshalb gleich mit Trekkertouris rumschlagen muss
    Geändert von winnetoux (23.10.2011 um 23:34 Uhr)

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