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    [IE] Sheep's Head Way 2013 - Water And Ground In Their Extremity

    #1
    Mitreisende: Schorsch74
    Land: Irland
    Region: Co. Cork, Sheep’s Head Peninsula
    Zeit: 01.-07.04.2013




    “Water And Ground In Their Extremity

    so lautet die Eigenwerbung für den Sheep’s Head Way.


    Wobei wir Wasser Gott sei Dank nur in Form von Meer erlebt haben, denn es hat die ganze Woche nicht einen Tropfen geregnet!!!

    In Irland, im April!!!

    Dafür war es super windig und saukalt, wie es dieses Jahr ja wohl überall an Ostern war.
    Aber Minusgrade und Bodenfrost im April ist für Süd-West Irland schon durchaus ungewöhnlich.


    Aber der Reihe nach:

    Wir gehen seit 2002 mittlerweile jährlich in Irland wandern und haben hier schon alle größeren Wanderwege, die „waymarked trails“ , abgegrast. Dass es den Sheeps Head Way gibt, war uns schon länger bekannt, allerdings erschien uns der in der Vergangenheit immer viel zu kurz.
    In diesem Jahr wollte mein Arbeitskollege allerdings unbedingt Vater werden, und der liebe Nachwuchs (inzwischen gesund & munter auf der Welt) hatte sich zwecks Geburt genau für den eigentlichen Zeitraum unserer jährlichen Wanderung angekündigt.
    An dem eigentlich feststehenden Termin 2 Wochen vor Ostern konnte ich jetzt also auf einmal doch nicht mehr Urlaub nehmen. Da meine Freunde aber irgendwie doch nicht auf mich verzichten wollten, verlegten wir die Tour etwas nach hinten, wodurch wir alle weniger Zeit hatten, der Zeitraum der Tour wurde kürzer, und wir entschieden uns zunächst für den Wicklow Way, da die Anreise hier schön kurz ist (nur zu Fuß durch Dublin )
    Jogi, Stefan und ich sind den schon einmal 2007 gelaufen, Birne jedoch nicht, und um ihm einen Gefallen zu tun wären wir ihn noch mal gelaufen.

    Doch dann kommt der Birne 2 Monate vor der Tour mit der Info um die Ecke, dass er im April heiratet und doch nicht mit kann/will/darf!!!

    Da war die Reisegruppe geschrumpft auf Stefan, Jogi und mich, es gab keinen Grund mehr, den Wicklow Way noch mal zu laufen, wir wollten was Neues, und auf einmal passte der Sheep’s Head Way richtig zu Zeitfenster und Anspruch. Und dank Sabine38 wurde er noch kurz vorher hier im Forum beworben und ich hatte Blut geleckt.
    Noch kurz die Mitreisenden überzeugt, was nicht schwer fiel, und dann:
    ab nach Irland, von Amsterdam nach Cork und weiter mit Buseireann nach Bantry,
    wo der Sheep’s Head Way offiziell startet.



    1. Tag - 01. April 2013
    Essen – Amsterdam – Cork – Bantry

    Stefans Bruder Christian holt uns drei der Reihe nach gegen 5:00 Uhr morgens im schönen Essen-Heisingen ab um uns nach Amsterdam-Schiphol zu bringen, wo um 9:25 unser AerLingus Flug nach Cork starten sollte.
    Smalltalk hin-und her, Stefan und ich träumen wohl beide schon von tollen Nächten in Jogi‘s tollem Narvik 3, als Jogi kurz vor der niederländischen Grenze dann in einem Nebensatz den absoluten Schocker rauskloppt: „Ey Leute, ich hab gestern noch ein suuuper Zelt gekauft, Sonderangebot, etwas leichter als das Narvik aber viiieeel größer, 2x2 Meter, da haben wir richtig Platz, nur 30,-€

    Ein 30,-€ Zelt???
    1 Woche bei Wind und Regen in Irland???

    Alle Glocken auf höchster Alarmstufe, aber umkehren und „richtige“ Zelte einpacken ging nicht mehr.
    Vorwürfe; was soll das, was für’n Quatsch, mach kein Scheiß…
    Was!!! Die Außenhaut liegt lose auf dem Gestänge???
    Jogi verteidigt sich, er habe den Wetterbericht genauestens studiert, dazu noch Wetterkarten von den Ami’s gelesen und diese dann selber analysiert. Er könne das!!! Es bleibe trocken!!!

    Durchatmen, heut ist doch auch 1. April? Jogi beharrt darauf, ein neues 30,- € Zelt gekauft zu haben, es wird nicht regnen und wir brauchen es nur als Wind- und Sichtschutz. Erneute Diskussion, das grade das mit dem Windschutz nicht hinhauen wird, da grade bei Wind das Zelt wohl als erstes den Geist aufgeben wird….

    Wie kann einem erfahrenen Trecker wie Jogi so was passieren? Oder liegt‘s doch am Datum? Aber das wär ja richtig fies.
    Stefan und ich beschließen, es als Aprilscherz abzutun und nicht weiter drüber nachzudenken, bis wir das Zelt mal sähen.


    In Schiphol angekommen schnell das erste Mal am Gepäckautomaten die Rucksäcke eingecheckt, schon wieder ein paar Arbeitsplätze wegrationalisiert.
    Anschließend mal schön mit dem Airbus einmal die Autobahn überquert und ab in den Himmel gen Irland.



    Nach einem ruhigen Flug dann eine umso heftigere Landung, schon geraume Zeit vor der Landung nur noch ne geschlossene Wolkendecke unter uns, an der Landebahn dann starke bis stärkste Seitenwinde. Ich muss kurz an das Youtube Video vom Hamburger Flughafen denken, ungefähr so fühlen sich grad die Bewegungen unseres Fliegers an. Aber dann kommen wir doch noch gut unten an.

    Auf dem Weg zur Bushaltestelle Richtung Cork schlägt uns direkt vor der Terminaltür ein starker Sturm ins Gesicht, sodass erst mal alle ihre Kapuzen überziehen. Gut, dass wir wohl ein Sturmzelt dabei haben, haha.
    Nach 10m beschließen wir durch das Terminal zu laufen und die letzte Tür vor der Haltestelle zu nehmen, so windig war’s. Aber nachdem wir innen an der letzten Tür angekommen waren, war die natürlich zu, so dass wir wieder alles zurück und dann doch durch den Sturm laufen durften.


    Cork empfängt uns trist und grau

    Der Bus brachte uns in 20 Minuten nach Cork zum Busbahnhof. Da unser Anschluss-Bus nach Bantry erst 3 Stunden später kam, wollten wir die Zeit in irgendeinem Pub absitzen.
    Aufgrund des Sturms entschieden wir uns für den „Welcome Inn“ Pub in Sichtweite des Busbahnhofs.
    Und prompt waren wir mitten in Irland angekommen:
    Ostermontag, 11:30 Uhr, 5x5m Innenfläche mit gefühlten 30 Mann Besatzung, die zum Teil auf den Tischen stehend Trinklieder grölen.



    Wir nehmen unsere ersten Guinness, irgendwann müssen auch wir singen und geben „Heisingen wie fein“ sowie das Steigerlied „Glück auf, Glück auf“ zum Besten. Man muss ja zeigen wo man herkommt.
    Die Iren zeigen sich begeistert, und nach der Bestätigung, dass wir katholisch wären, dürfen wir auch weiter trinken. Merke: Cork ist „Rebell County“

    Irgendwann müssen wir von der Truppe Abschied nehmen und besteigen unseren Bus nach Bantry, der zwar in einigen Dörfern hält, ansonsten aber ohne die Möglichkeit einer Pinkelpause in 2 Stunden nach Bantry durchknallt.
    Nach dem Welcome Inn und der ruckeligen Straße eine harte Probe.

    Bantry empfängt uns ebenso grau und windig, aber auch ebenso trocken.


    Marktplatz Bantry

    Der Bus hält am Marktplatz, der direkt am Hafen liegt. Der Plan ist, ein schönes Plätzchen zu finden und dort im Dunkeln das Zelt auf zu bauen. Da uns sehr kalt ist, beschließen wir, die Platzsuche ebenfalls auf die Dunkelheit zu verlegen und gehen erst mal in den nächstgelegenen Pub, wo wir uns bis zur Sperrstunde „aufwärmen“ .
    Stichwort: Hot Whiskey





    Bei der Schilderung unseres Vorhabens, den Sheep’s Head Way zu gehen und dabei zu zelten, ernten wir bei den Iren nur Kopfschütteln. Es sei doch immer noch Winter und extrem kalt, Donnerstag soll’s schneien, gestern war der heftigste Wolkenbruch seit 10 Jahren gewesen, etc.

    Wir denken kurz an unser Top-Zelt und trinken lieber weiter

    Was hat Jogi uns da angetan, warum? Gott sei Dank ist gleich der 1. April vorbei und er kann mit den Scherzen aufhören.
    Tut er aber nicht.
    Warum?

    Nachdem auch der Pub mit der Nacht-Lizenz zugemacht hat, bewegen wir uns samt Gepäck und dem immer noch nicht gesichteten Zelt grob an der Küstenstraße lang Richtung Sheep’s Head Way.
    Und dann kommt auf der linken Seite Bantry House, umgeben von einem riesigen Park!!!
    Das wäre doch ein idealer Zeltplatz.
    Und dann holt Jogi das Zelt raus und es ist:

    Ein richtiges 30,-€ Zelt von McKinley, mit loser Außenplane!!!




    das "Zelt" im Bantry House Park

    Kurze Verwünschungen und Flüche, aber für einen richtigen Mord sind Stefan und ich nicht mehr in der Lage, zumal die Finger von der Kälte fast unbeweglich geworden sind.
    Also nur noch schnell ein paar Fotos gemacht und rein in’s „Zelt“, erst mal abwarten, noch ist es ja trocken.




    2. Tag – 02. April 2013
    Bantry – Ahakista

    Ist das kalt!!!
    Aber das „Zelt“ steht irgendwie noch.

    Pünktlich um 8:00 Uhr werden wir alle irgendwie wach und schälen uns mehr oder weniger schnell aus unseren schön warmen Schlafsäcken. Raus, Tee- und Kaffeewasser ansetzen und erst mal die Lage sondieren.
    Wir liegen wirklich im Park von Bantry House, knapp hinter der Toreinfahrt und in Sichtweite des Kassenhäuschens. Scheint noch keiner da zu sein, also lassen wir es gemütlich angehen, soweit das bei den knackigen Temperaturen wohl um den Gefrierpunkt möglich ist. Alles anziehen was da ist, dann Schlafsäcke lüften und Zelt abbauen. Anschließend Aufnahme der Heißgetränke und Verzehr des inzwischen von Stefan aus dem nächstgelegenen Laden geholten Frühstücks in Form von Baguette und Salami.







    Bis kurz vor 10:00 ist nur die Putzfrau vorgefahren, die uns nett zugewinkt hat und dann im Haus verschwand.
    Und um Punkt 10:00 brechen wir dann auf und folgen den kleinen gelben Männchen der Wegweiser erst mal hoch Richtung Bantry House. Hier will der Weg uns aber zurück nach Bantry Town führen.
    Ein erneuter Blick auf die Karte bestätigt: im Bantry Park treffen sich Hin-und Rückweg, anhand der Nummer auf dem Wegweiser erkenn wir das wir dem Rückweg-Wegweiser folgen. Also kurz umgekehrt und weiter durch den Park, denn laut Karte verlaufen hier beide Wege parallel und wir müssen nur bis zu einem Abzweig den Rückwegschildern folgen.









    Der Abzweig kommt aber nirgendwo, so dass wir uns irgendwann auf der südlichen Seite des Parks auf einer Nebenstraße wiederfinden. Nun wissen wir wenigstens genau wo wir sind und laufen noch 500m Straße bis zur N71, wo an einer Kreuzung der Sheeps Head Way Richtung Westen abzweigt.

    Da war mein persönliches Dilemma aber bereist passiert, ich weiß immer noch nicht genau wie, auf alle Fälle, nach ca. 15 Minuten laufen:
    ich hab an der rechten Hacke ne fette Blase!!!

    Wie geht das? Ich hab die Schuhe drei Jahre ohne Probleme getragen, quer durch Schweden, quer durch Connemara, quer durch Bayern und Rügen, auf der Hinreise nach Irland den ganzen Tag, und jetzt ist nach 15 Minuten die Ferse im A….?
    Vermutlich sind es wohl falsche Socken, aufgrund der kalten Temperaturen hab ich mich nämlich für die Dicken entschieden. Die trag ich auch schon den ganzen Winter, nur halt nicht in diesen Schuhen.
    Soweit denke ich da aber (leider) noch nicht sondern schnüre meine Schuhe einfach nur noch fester, womit das Unglück wohl seinen Lauf nimmt. Hätte ich auf meine bewährten dünnen Socken gewechselt und evtl. sofort schon ein Blasenpflaster geklebt, wäre vielleicht noch was zu retten gewesen. Da ich aber nach ner ¼ Stunden noch nicht an ein Drama denke und die Verbindung mit den falschen Socken noch nicht hinkriege (wenn’s daran lag?), werde ich diesen und auch den nächsten Tag noch mit den dicken Socken rumlaufen und mich soweit quälen, dass ich am Abend schon fast auf rohes Fleisch gucke (Fotos folgen zu gegebener Zeit )

    Aber erst mal geht es ein - erfreulicher Weise - nur noch kurzes Stück des Weges über asphaltierte Straße, bevor der Sheep’s Head Way (ab hier von mir nur noch SHW genannt) kurz nach der N71 auf einen Feldweg einbiegt und sich alsbald in eine Schlammpiste verwandelt.

    Hier merkt man zweierlei:
    1. die Betreiber des SHW sind wirklich bemüht, dem Wanderer möglichst wenig Asphaltstrecken anzubieten, man wird quasi über die Wiesen geschickt, nur um über Wiesen zu laufen.
    2. Es hat am Sonntag wohl wirklich den heftigsten Wolkenbruch seit 10 Jahren gegeben, das werden wir drei Tage später auch immer noch merken, Stichwort: Schlammschlacht

    Schon nach wenigen hundert Metern auf dem Feldweg haben wir unfreiwilliger Weise einen treuen Begleiter gefunden, bzw. er hatte uns gefunden: ein kleiner, fetter und verrückter ADHS Hund, wie ich ihn mal genannt hab. Wackelte und rutschte nur mit dem Hintern über die Erde und lief uns treu doof voraus.





    Nach ca. 2km, als wir mal ein längeres Stückchen Straße laufen mussten, kam auf einmal von hinten ein Opa mit Lieferwagen angebraust, hielt an und lud den Hund ein. Anschließend wurden wir beschimpft, Hunde wären auf dem SHW doch verboten, und wenn uns sein Hund nachlaufen würde, hätten wir dafür zu sorgen, dass er das nicht tut. Würden wir ihn mitnehmen, wären wir verantwortlich wenn er Schafe reißt!!
    Das Letzte meinte er durchaus Ernst, vielleicht helfen hier ab und an auch mal ein paar Guinness weniger, oder ne neue Brille.
    Anschließend fuhr der Opa noch weiter und sammelte bei einer anderen Wandergruppe 200 m vor uns seinen nächsten Hund ein.
    Vielleicht hilft es auch einfach, auf seine Tiere aufzupassen

    Nun geht es aber erst mal bis auf den Bergrücken über eine schmale asphaltierte Straße bergauf. Die andere Wandergruppe hatten wir bei deren Hundedisput mit dem Opa überholt, bei unserer Rast kurz vor dem Sattel schließen sie wieder zu uns auf. Eine Familie aus Bielefeld, mit zwei Kindern, Junge 12 und Mädchen 10 Jahre alt. Sie wollen auch den SHW laufen, übernachten aber unterwegs in vorgebuchten B&B’s. Wir werden sie in dieser Woche noch öfter treffen.



    Auf dem Sattel zweigt der SHW endlich wieder in die Pampa ab. Aber hier oben weht auch ein sehr starker Wind, fast schon Sturm, beständig von Süden an uns heran. Beim Aufstieg im Windschatten des Berges hatte man das gar nicht bemerkt, hier oben wird aber am Rucksack gerüttelt und die losen Bänder werden einem von hinten ins Gesicht gepeitscht , das man froh ist über Mütze, Kapuze und Handschuhe. Alle drei Sachen werden wir den gesamten Tag nicht mehr ausziehen, so kalt und windig ist es, ich wechsle bei der Mittagspause von der Soft-zur Hardshell und werde die Softshell für den Rest der Tour auch nicht mehr aus dem Rucksack vor holen.
    Von der deutschen Familie bekommen wir später erzählt, dass die Tochter zweimal weg- bzw. umgeweht wurde und nur mit Hilfe der Mutter wieder auf die Beine kam.


    kurz nach dem Abzweig, erste Meter auf dem Kamm



    Im ständigen Sturm, aber bei strahlendem Sonnenschein, tapsen wir nun also über den Kamm den gelben SHW Männchen nach. Wie immer gilt: ist der Pfad gut zu erkennen, folgt ein Wegweiser dem nächsten, kaum verliert sich der Pfad im Nichts, ist weit und breit kein Pfosten mit dem gelben Mann zu sehen.
    So verlieren wir dann auch irgendwann den Weg, wir folgen wohl einem Schafspfad zu weit bergab, und stehen dann also auf einmal knappe 50 Höhenmeter unter dem Kamm. Jetzt erst sieht man oben wieder einen Wegweiser. Nicht dass dieser Wegverlust schlimm wäre, man kann sich auf einer knapp 3km breiten Halbinsel ja schwer tödlich verirren, aber die 50 Höhenmeter querfeldein bergauf schlauchen ganz schön.
    Wer je durch irisches Bogland lief, weiß was ich meine. Zumal sich meine rechte Ferse, bei jedem Schlammloch indem ich stecken bleibe, schmerzhaft in Erinnerung bringt.


    Wiederaufstieg

    Zur Mittagspause setzen wir uns ein paar Meter unterhalb des Hauptkamms hinter ein paar Felsen und haben sofortige Windstille, es gibt leckeren Kartoffelpü mit Treckingnudeln Försterin.



    Die Gewissheit, dass wir erst mit der Ankunft im Pub in Ahakista wirklich raus sind aus dem Wind, treibt uns aber schnell weiter. Nach einiger Zeit quert bei Glenlough ein Nord-Süd Tal die Halbinsel, und wir müssen aus knapp 200m wieder runter auf Meereshöhe. Hier endet der Weg in einer Kuhweide, und wieder macht sich der Wolkenbruch vom Sonntag bemerkbar: Schlamm, Schlamm, Schlamm.
    Eine andere Gruppe aus drei deutschen Mädchen um die 20 muss hier richtig untergegangen sein, die Familie aus Bielefeld hatte sie beobachtet, und die 10 jährige Tochter fand es am lustigsten, dass „die mit den Turnschuhen voll in die Kuhpisse“ gefallen ist.
    Aber die drei Mädchen sind auch anschließend auf der Suche nach dem B&B „Seamount Farmhouse“ dreimal um einen See gelaufen anstatt „Sea“ mit „Meer“ zu übersetzen!!! Sie mussten sich dann bei Einbruch der Dunkelheit vom B&B Wirt irgendwo abholen lassen, der sie dann zum B&B direkt an der Küste fuhr.


    Weiter durch den Sturm






    Kuh-Kacken-Schlamm

    Wir also auch einmal um den See rum und dann wieder 200m durch Schlamm und zum Teil ohne erkennbaren Pfad bergauf.
    Oben angekommen wollen wir dann nur noch so nah wie möglich an Ahakista ran und dann querfeldein absteigen, anstatt wie geplant noch den nächsten Gipfel mitzunehmen und dann erst in einer Senke Richtung Ahakista abzubiegen.
    Gesagt getan, kurz vor dem nächsten Anstieg verlassen wir den SHW und steigen durch einen Felseinschnitt steil bergab. Solange es runter geht ist alles noch OK, die Gegend ist genial und wenn man nicht unbedingt einen Pub bräuchte, könnte man hier wohl super zelten.
    Aber uns ruft das Guinness, nur: je flacher der Hang, desto sumpfiger der Untergrund. Irgendwann kommen dann noch unausweichlich die Stacheldraht bewehrten Weidezäune hinzu, und das war’s dann mit querfeldein. Ziemlich frustriert und erschöpft schlagen wir uns durch ein Dornengestrüpp Richtung eines Kuhstalls, keiner denkt mehr an Fotos, und irgendwann stehen wir hier auf der Straße.




    der Abstieg "querfeldein" beginnt





    Schnell nach Ahakista zu „Arundels by the Pier“, ein Pub mit Super-Restaurant, französischer Koch, nur zu empfehlen. Wir können uns noch an einen der vier Tische setzen und Essen, dann müssen wir zur Theke wechseln, da die Tische alle den ganzen Abend über reserviert sind.
    Ohne weitere Probleme dürfen wir auch im Biergarten direkt am Meer unser „Zelt“ aufschlagen. Im Sommer wäre das wohl nicht gegangen.
    Gott sei Dank ist es hier unten absolut windstill und immer noch trocken, so dass wir uns nach noch einigen Guinness irgendwann in der Nacht auch beruhigt ins Zelt zur Ruhe legen konnten.





    3. Tag – 03.April 2013
    Ahakista – Kilcrohane – Lighthouse

    Es ist nicht ganz so kalt!!!
    Und das „Zelt“ steht irgendwie noch.



    Und wieder scheint die Sonne, keine Wolke am Himmel, ab und zu etwas Wind.
    Die heutige Etappe soll uns windgeschützt an der Südküste über Kilcrohane bis zum Lighthouse am Ende der Halbinsel führen.
    Dort wollen wir dann wieder zelten, da es dort aber keinen Pub bzw. rein gar nix gibt, wollen wir in Kilcrohane, außer dem Auffüllen der Vorräte, auch noch ein paar Mittagsguinness zu uns nehmen.

    Von Ahakista geht der Weg gemütlich ein kurzes Stück über die wirklich kaum befahrene Straße und folgt dann einem Feldweg Luftlinie gen Kilcrohane.
    Ca. 500m vor dem Ort biegt der Weg noch einmal Richtung Küste ab, da wir noch gut in der Zeit liegen, und meine Ferse noch nicht zu sehr schmerzt, nehmen wir alle diesen Loop mit und nähern uns deshalb so gegen 12:00 von Süden her über einige Pferdeweiden dem Ortskern, bestehend aus Shop, Kirche und Pub.
    Über eine Lamaweide sind wir auch noch gelaufen, aber da waren wir so verdutzt, da hat irgendwie keiner an ein Foto gedacht.




    ziemlich grade gehts nach Kilcrohane


    deshalb nehmen wir noch ein paar "Loops" mit





    Aus dem Mittagsbierchen sind dann (wohl aus Angst vor Austrocknung am Lighthouse) doch so drei oder mehr geworden, bei Eileens Pub konnte man aber auch zu gemütlich in der Sonne sitzen.

    Um 14:00 laufen wir weiter, nur um nach 1,5 km noch am letzten Pub vorm Lighthouse zu halten.

    Das ist aber gar kein Pub mehr, sondern eine „Galerie“ Sie haben auch keine Alkoholizenz, da die viel zu teuer ist, erklärt uns die sehr alternative Künstlerin hinterm Tresen.
    Aufgrund der fehlenden Alkoholizenz darf sie uns deshalb kein Guinness verkaufen.

    Wenn wir jedoch eine Spende von ca. 3,-€ an die Galerie geben wollen, lädt sie uns im Gegenzug natürlich gerne auf ein Bier ein, was ihr ja keiner verbieten kann.

    Auch ein Geschäftsmodel, allerdings reißt uns das Dosenbier nicht sooo vom Hocker und auch die Preise ab 400,- pro Bild sind etwas happig, weshalb wir uns schnell wieder auf den Weg machen.



    Jogi und Stefan nehmen noch den nächsten Abzweig mit, der wieder runter an der Küste entlang führt, ich merke schon sehr schmerzhaft meine Ferse, mittlerweile ist auch noch das rechte Knie dazu gekommen , dass hatte ich noch nie.
    Ich bleibe deshalb auf der Straße und warte schön in der Sonne dass die beiden Fitten wieder zu mir stoßen.
    Gemeinsam geht es an die letzten Kilometer, die es noch mal in sich haben, es wird erst hügelig, dann schlammig, anschließend noch 2x mal rauf auf 250m.

    Unterwegs kommt man noch an einem "Marriage Stone" vorbei, uralt, irgendwie musste man sich vor Ur-Zeiten durch das Loch die Hände reichen, dann galt man als verheiratet oder so. Eine Erklärungstafel war dabei, keiner hat sie fotografiert.





    Aber jetzt hab ich dann auch die passende Geschichte zum Marriage Stone von Caherurlagh im Netz gefunden


    Ich bin in Irland noch nie über so viele Zäune gestiegen wie auf dem Sheeps Head Way!!!


    hinter diesem letzten Hügel wartet das Lighthouse


    noch einmal voll rein...

    Als abzusehen ist, dass es nur noch bergab geht, machen wir an einem alten Signaltower die letzte Rast.
    Wir genießen den Blick über die Dunmanus Bay imSüden mit Blick bis Mizen Head und die Bantry Bay im Norden, entlang der Beara Halbinsel, auf der wir 2010 auf dem Beara Way unterwegs waren, bis hin zu Dursey Island.

    Als Luxusgut schleppe ich ein Fernglas mit mir rum, was sowohl hier als auch unten am Lighthouse gute Dienste tut.
    Es war das erste Mal, dass ich eins dabei hatte, trotz des Gewichts werde ich es ab jetzt aber wohl immer mitnehmen.








    Der Blick nach: Süden über die Dunmanus Bay zur Mizen Head Halbinsel


    ...nach Westen in die Abendsonne...


    ... nach Norden über die Bantry Bay Richtung Beara Halbinsel...


    ...und der Blick zurück nach Osten über die Sheeps Head Halbinsel, die nur so 3km breit ist

    Weiter geht es, vorbei am Parkplatz und dem noch geschlossenen Lighthouse Cafe, wieder über einige sehr schmale Trampelpfade bis hin zum Lighthouse.



    Zwischen Parkplatz und Lighthouse liegt noch ein wunderschöner See, in dem wir eigentlich baden und unser Tee/Kaffeewasser holen wollten. Aber zum Baden ist es wirklich noch zu kalt und windig, und als wir endlich am Lighthouse sind, müssen wir erkennen, dass keiner mehr die Strecke bergauf zum See zurücklaufen will um Wasser zu holen.
    Ganz davon zu schweigen, dass ich mit meinem Fuß und Knie fast gar nix mehr kann.


    da hätte man zum See wieder hochgemusst, im Vordergrund der Heli-Port als zunächst geplante Zeltfläche


    Wir klettern noch ein bisschen am Leuchtturm rum und machen die obligatorischen Fotos.




    es sind 86 Stufen....ich habe sie schmerzhaft gezählt






    gut getarnt gegenüber des Leuchtturms

    Anschließend suchen wir nach einer relativ windgeschützten Ecke für das „Zelt“.

    Auf Google Earth hatten wir schon einen Hubschrauberlandeplatz nahe des Leuchtturms ausgemacht und eigentlich vorgehabt, dort zu zelten, da die Fläche mit deutlicher Sicherheit ziemlich eben seien müsste.
    War sie auch, nur bei dem hier herrschendem Wind und der Tatsache, dass wir irgedwie doch nicht sooo ein tolles „Zelt“ dabei hatten, war selbst Jogi davon überzeugt, dass wir etwas windstilleres brauchten.

    So kletterten wir noch einige Naturterrassen Richtung Meer hinab und bauten ca. 20m unterhalb des Heliports das „Zelt“ einigermaßen windgeschützt auf.





    Sobald das „Zelt“ steht, kann ich gar nix mehr, nur noch rein in den Schlafsack, rechts im Bein tut alles weh, ich will nur noch pennen. Jogi und Stefan bleiben noch draußen und machen sich nen heißen Grog, dann wird es ihnen aber auch schnell zu kalt und windig, noch ein paar Fotos vom Lighthouse bei Nacht und auch sie kommen rein.
    Die Reißverschlüsse vom Vorzelt gehen rechts nicht mehr ganz zu, auch sonst knattert und flattert heute Nacht alles etwas stärker.


    kalt, kalt, kalt...



    Geändert von Schorsch74 (30.04.2013 um 19:17 Uhr) Grund: Den geschichtlichen Hintergrund zum Marriage stone per Link hinzugefügt
    Die Leber wächst mit ihren Aufgaben

  2. Erfahren
    Avatar von Schorsch74
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    AW: [IE] Sheep's Head Way 2013 - Water And Ground In Their Extremity

    #2
    4. Tag – 04. April 2013
    Lighthouse – Kilcrohane

    Wieder nicht ganz so kalt!!!
    Und das „Zelt“ steht erstaunlicherweise immer noch.



    Strahlender Sonnenschein empfängt uns, aufgrund des Windes fällt das Frühstück aber nur knapp aus.

    Ich überdenke kurz die Möglichkeit, wegen meines Beins zurück zum Parkplatz zu laufen und dort Anhalter zu machen. Aber die Schönheit der Strecke und die Hoffnung, dass mein Körper sich in der Nacht erholt hat, lassen mich den Gedanken verwerfen.
    Auf halber Strecke kann ich zur Not auch noch mal zu ner Straße abzweigen und mich ab da durchschlagen.
    Gemeinsam brechen wir auf, über die nördliche Route des SHW vom Lighthouse bis Finn McCool's Seat und ab da wieder südlich runter nach Kilcrohane.


    wir haben keinen Müll zurückgelassen

    Das tolle an diesem Morgen: die unglaubliche Landschaft, und da wir nun auf der Nordseite des Berges wandern, ist im Schatten alles noch gefroren.
    Kein Schlamm in dem man versinkt, einfach nur hartgefrorener Boden über den man ohne einzusinken hinwegläuft.
    Besser gesagt: Stefan und Jogi laufen darüber hinweg.
    Denn mir geht es so unglaublich schlecht, dass ich nur noch hinterher humple. Die Blase ist offen fast bis auf’s Fleisch, das Knie macht höllische Schmerzen.
    Aber umkehren will ich auch nicht, wir haben (anscheinend) schon so viel Strecke gemacht, das der Pfad zur Straße kürzer erscheint, als der Weg zurück zum Lighthouse und dann von da zum Parkplatz.






    kann man Frost fotografieren???

    Auf einmal ein Abzweig, der nicht eingezeichnet ist: Parkplatz 20 Minuten!!

    Erleichtert verabschiede ich mich von Jogi und Stefan, die dann die Nordschleife alleine zu Ende drehen, der schönste Teil der Strecke wie sie mir anschließend versichern, mit einer verlassenen Minensiedlung, nem Wasserfall und natürlich Fin McCool’s Seat.

    Tourbilder Stefan und Jogi:


    der Wasserfall ins Meer




    Fin McCool’s Seat


    Meine Tour:

    Für die 20 Minuten zum Parkplatz brauch ich gefühlt ne Stunde, als ich oben ankomme, ist natürlich Niemand dort.

    Warten, endlich mal Zähne putzen in der offenen Toilette, warten. Sonnig, windig, warten.

    Endliche kommt ein Junge mit Fahrrad, der mir bekannt vorkommt.
    Es ist Tim von der Familie aus Bielefeld, die einige Minuten später vollzählig, aber leider alle nur mit Fahrrädern am Parkplatz eintrifft. Sie wohnen für zwei Nächte im Bridgeview B&B in Kilcrohane und haben sich dort die Räder geliehen.

    Sie machen auf dem Parkplatz Rast, bevor sie zum Lighthouse wandern, und Infos werden ausgetauscht:

    Wir sollen nicht im Hostel schlafen, da wären schon die drei deutschen Mädchen, und es wäre eine ganz kleine Rumpelkammer, eher ein Container.
    Die Mutter der Familie konnte sich nicht vorstellen, wie man da schlafen könne, das Bridgeview wäre ganz OK.
    Da auch der Sohn anfing, vom dortigen Frühstück zu schwärmen, war schon fast klar: heute Nacht kein Zelt sondern B&B.

    Wir verabredeten uns lose dort zum Abendessen, den das BridgeView ist auch gleichzeitig das einzige Restaurant in Kilcrohane, wenn man sich vorher ankündigt.

    Mit einem jungen Franzosen, der für ein paar Fotos mit seinem umgebauten VW T5 am Parkplatz hielt, machte ich mich nun ganz bequem auf den Weg nach Kilcrohane.

    Am Shop ließ er mich raus, und ich fragte erst mal im Laden nach einer Creme oder Schmerzgel für mein Knie. So was gäbe es nur in Bantry, sagte der Shopbesitzer.
    Dann holte er jedoch aus seinem Stall irgend so ein Pferdespray, ne riesige halbliter Sprühdose wenn die Pferde lahmen und sprühte mir damit draußen das Knie ein. Als Gegenleistung sollte ich in der Sonne sitzen bleiben und das Postauto anhalten, wenn es denn vorbei käme, da er noch einen Brief vergessen hatte.
    Der Shop ist nämlich auch gleichzeitig Tankstelle und Poststation.


    warten auf's Christkind,.....äääh, Postauto

    Mein Knie wurde auf alle Fälle mächtig heiß, und nachdem ich das Postauto erfolgreich gestoppt hatte, humpelte ich unter schon nicht mehr ganz so üblen Schmerzen zu Eileens Pub.

    Da wurde ich jetzt richtig bemuttert: ohne das ich eigentlich groß geklagt habe, machte sie für mich den Kamin an und setzte mich davor, das rechte Knie schön nah ans Feuer.
    Anschließend rief sie ihre Freundin herbei, eine Lila Frau.

    Also: Lila Samtschuhe, Lila Strumpfhose, Lila Wollkleid, Lila Schal und…..Lila Haare

    Gott sei Dank war ich schon vorher von der Deutschen Familie aufgeklärt worden, die diese Lila Frau schon den Abend vorher getroffen hatten: sie war natürlich auch ne deutsche, Andrea, 50 aus Kassel.
    Seit 1986 fährt sie nach Irland, seit 1999 immer jeden Urlaub nach Kilcrohane, mindestens drei Monate im Jahr, sie fühlt sich irgendwie so dazugehörig….

    Jetzt wurde mir von ihr auch noch das Knie mit Bachblütenlösung eingerieben und massiert, es ging mir richtig gut, und nachdem ich für Eileen Strohalme in einen Strohalmspender sortiert hatte, wechselten wir die Plätze und setzten uns draußen in die Sonne.


    mein Kaminplatz


    mein Invaliden-Job


    mit Andrea vor Eileen's Pub

    Im Laufe des Tages inspizierte ich noch das Hostel, wirklich nur ein 6er Zimmer im Gartenschuppen, und buchte dann nach kurzem Telefonkontakt mit der restlichen Reisegruppe für uns ebenfalls Zimmer im Bridge View B&B.
    Hier nahmen wir zwei Doppelzimmer im Gartenbungalow, da hier die Zimmer deutlich größer und moderner waren als im Hauptgebäude. Anschließend wurde schon mal für 19:00 das Essen bestellt und schnell wieder zurück zu Eileens Pub, der günstiger Weise nur 2 Minuten vom B&B entfernt ist.

    Irgendwann kamen dann auch Stefan und Jogi, noch ein Guinness in der Sonne, dann endlich mal eine warme Dusche und ne Heizung.


    und endlich konnte ich mal die Ferse ordentlich behandeln

    Beim Abendessen im B&B bekam ich von der Bielefelder Familie noch 2 Voltaren Schmerztabletten und gemeinsam ließen wir mit den Kindern den Abend in Eileens Pub ausklingen, wo sich noch ein fließend deutsch sprechender Engländer dazu gesellte, der aber eigentlich in Dubai lebt und hier auch nur sein Ferienhaus hat.

    Wer spricht in Kilcrohane eigentlich kein deutsch?


    5. Tag – 05. April 2013
    Kilcrohane – Durrus

    Ist das schön warm mit Heizung!!!
    Das „Zelt“ interessiert heut gar nicht!!!

    Draußen scheint natürlich wieder die Sonne, nach dem leckeren und reichhaltigen Frühstück setzen wir uns erst mal in die Sonne.
    Die heutige Etappe führt uns nur an der Südseite der Halbinsel durch flaches Gelände, die Sonne scheint und wir lassen die Jacken erst mal im Rucksack.
    Gemütlich laufen wir los, denn da uns der Weg noch einmal durch Ahakista führt, wollen wir noch mal ein Guinness und unser Mittagessen bei „Arundels by the Pier“ nehmen.

    Unterwegs treffen wir auf die drei deutschen Mädels. Jogi und Stefan hatten sie am Vortag schon auf der Nordroute getroffen. Dort wollten sie zum Lighthouse wandern, waren gegen 15:00 aber noch nicht mal ansatzweise auf der Hälfte des Hinwegs. Dementsprechend haben sie sich irgendwann im Dunkeln von irgendwem irgendwo abholen lassen…..

    Die Mädels nehmen heute noch die Schleife an der Küste lang, die wir schon auf dem Weg von Ahakista nach Kilcrohane gelaufen waren und auf die wir deshalb heute verzichten.

    Schnell erreichen wir die ersten Häuser von Ahakista und den Gedenkstein des Wanderers und Sheep’s Head Way-Gründers Tom Whitty, der 1998 bei einem Autounfall zu Tode kam.




    in memoriam Tom Whitty

    Wir drehen noch ne kleine Schleife durchs Hinterland und stehen viel zu früh in Ahakista vorm Pub, wo noch alles zu ist.
    Also laufen wir ohne Gepäck noch ca. 500m die Küstenstraße bis zum Air Disaster Memorial.
    1985 war vor der irischen Küste in knapp 10.000m Höhe ein Jumbo Jet der Air India von Terroristen in die Luft gesprengt worden, alle 329 Menschen an Bord kamen um, in Ahakista steht das offizielle Mahnmal in Form einer irischen Harfe als Sonnenuhr.
    Kurz vorm Rückflug ein komisches Gefühl….








    der Ausblick vom Memorial

    Also lieber schnell zurück zum Pub, wo schon die Familie aus Bielefeld wartet.
    Dass die Punkt 12:00 Uhr erscheinende Bedienung, die aufschließt und unsere Guinnessbestellung entgegennimmt, Antje heißt und ebenfalls aus Deutschland kommt, überrascht schon keinen mehr…



    Nach einem ausgiebigen Mal machen wir uns auf den Rest der vorletzten Etappe.
    Ich hatte mir zwar vorgenommen, nur Straße zu laufen, aber Dank eines Neuen, richtigen Pflasters spüre ich die Ferse kaum noch, und auch mein Knie hat sich dank Pferdespray, Wärme und Bachblüten restlos erholt. Ich bin fit, und trabe Jogi und Stefan in einigem Abstand, aber immerhin, die komplette Etappe hinterher.

    Nur wenn’s matschig wird, gibt’s noch kleine Probleme, aber das hält sich in Grenzen.






    Kurz vor Durrus lockte auf der Karte ein Castle, der Umweg lohnt aber nicht wirklich...




    beim Einmarsch in Durrus, das nächste Mal lieber bei Flut, der Schlamm stinkt erbärmlich

    In Durrus angekommen, biegen wir zunächst in den falschen Pub ein, weil der so schön „Sheep’s Head Inn“ heißt.
    Leute, da drin stinkt’s schlimmer als unten am Meeresarm.

    Wir gehen nach einem Guinness gegenüber in die „Long Boat Bar“, und hier ist es mal richtig warm.
    Alle anderen Pubs waren ja grundsätzlich kalt, die Iren können wohl nicht so gut mit Frost umgehen.

    Aber hier war’s gut.
    Und in der Long Boat Bar war auch der einzige Handyspot des Ortes: nur auf einer kleinen Fläche vor einem bestimmten Plakat hat man Empfang, ansonsten ist der ganze Ort ein Empfangsloch.
    Dementsprechend versammelte sich hier abends auch die gesamte Dorfjugend, und alle Handys wurden auf einem Extra Brett unter dem Plakat gestapelt.


    der Handy-Spot

    Draußen wurde es inzwischen richtig frisch und eiskalt.
    Der Wirt verzweifelte an unserer Frage nach einem möglichen Zeltplatz, meinte aber irgendwann, wir könnten doch ruhig auf dem Fußballplatz zelten, aber bitte nur hinterm Tor.

    In geselligen Billardrunden mit der Dorfjugend blieben wir bis 3:00, zum Schluss überlegte der Wirt sogar, ob er uns aufgrund der Außentemperatur im Pub vor dem Kamin schlafen lassen sollte.
    Aber er entschied sich dann doch dagegen, die Sorge um seine Zapfhähnen war wohl größer als die Sorge um unsere Gesundheit.


    in der Long Boat Bar

    Also wird endlich mal wieder das Zelt aufgebaut, auch wenn der klemmende Reißverschluss vom Vorzelt jetzt auch noch Solidaritätsbekundungen der Innenzeltreißverschlüsse erfährt, die sich ebenfalls nur widerwillig schließen lassen wollen.
    Nach bis dahin nur 3x aufbauen!!!
    Tolles Zelt.

    Aber es muss ja nur noch diese Nacht…



    6. Tag – 06. April 2013
    Durrus – Bantry

    Jetzt ist es mal richtig kalt!!!
    Und das verdammte Zelt steht immer noch!!!

    Heute geht’s nur zurück nach Bantry, wo wir morgen früh den Bus zurück nach Cork zum Airport nehmen wollen.
    Das Fußballfeld ist im Schatten noch mit Raureif überzogen, auf einem kleinen Mäuerchen packen wir schnell unsere Sachen ein, keiner hat Lust auf ein Frostfrühstück, lieber schnell durch Durrus durch und dabei einen Frühstückssnack shoppen und dann weiter Richtung Bantry.



    Ich habe mir auch heute vorgenommen, den kompletten Weg zu laufen, muss aber nach gut 2km merken, dass meine Ferse wieder stärker schmerzt.
    Also verzichte ich auf den offiziellen SHW, der bald nach Süden abzweigt und nochmal hoch auf 200-250m führt und hier große Schleifen dreht.

    Stefan und Jogi gehen etwas fitter den Weg, sind aber hinterher in Bantry sehr enttäuscht von der Etappe. Der erwartete Wald war komplett abgeholzt, und anschließend ging es nur noch über Straßen.


    die letzte Anhöhe vor Bantry, die Insel ist Whiddy Island

    Ich habe stattdessen vor, auf der Landstraße weiter nach Osten zu laufen, bis der SHW wieder auf die Straße trifft und dann weiter dem SHW nach Bantry zu folgen.

    Unterwegs merke ich aber, dass bei mir immer weniger geht, und so verwerfe ich an der Kreuzung der Landstraße mit der N71 meinen ursprünglichen Plan und laufe stattdessen 1km an der N71 entlang Richtung Bantry, bis diese sich hier mit der R586 aus Cork kreuzt.
    Denn hierher kommt auch der Bus Cork-Bantry, und das Handy sagt, das um kurz nach 12:00 ein Bus in Bantry ankommt. Dann muss er vorher an der Kreuzung vorbei.
    In der Hoffnung auf die Pünktlichkeit von Buseireann verzichte ich auf Anhalter und warte einfach ab was passiert.

    Und tatsächlich kommt nach knapp 10 Minuten Warten der Bus, der auf mein Winken sogar anhält!
    So bin ich um 12:10 entspannt in Bantry.

    Ich finde nur keine B&B Schilder, nur zwei Hotels.

    50,-€ p.p./Nacht, nein danke, das muss doch anders gehen.
    Auf dem Weg zum MaritimHotel sehe ich auf der anderen Seite der Bucht an einem Gebäude riesengroß HOSTEL stehen, na super geht doch.

    Schnell umgedreht und ab dahin, aber dann der Schock:

    es öffnet eine etwas zu alte und sehr dement wirkende Oma, die mir erklärt, das Hostel sei noch geschlossen, aber in einem Zimmer würde ein Mann schlafen, der aber da nicht reingehört, sie würde ihn rausschmeißen und dann könnten wir da rein. Nur 15,-€p.p.
    Vom ersten Anblick in den Flur hab ich eigentlich schon genug, aber die Alte zieht mich irgendwie rein und führt mich die Treppe hoch. Alles irgendwie alt und wenig zusammenpassend. Sie öffnet ne Tür, wundert sich, dass da kein Mann ist, nur seine Sachen, aber ich könnte meine schon mal dazu legen, das wäre mein Zimmer , nebenan sei Platz für meine Freunde.
    Auch in diesem Zimmer liegt noch eine Brille auf dem Nachttisch und ein Koffer steht vor dem Fenster, die Möblierung stammt wohl aus der Zeit der Hungersnot.
    Als sie mein Missfallen bemerkt, preist sie mir noch nebenan den Neubau an, der sei allerdings ungeheizt weil es da keine Heizung gäbe.

    Und ihr Sohn ist grade bergsteigen in Deutschland, in der Nähe von Kenmare, aber sie weiß nicht mehr genau wie das Land heißt und wie viele Jahre das her ist…

    Der Neubau war innen genauso kaputt und verdreckt, alles sah aus wie das Zimmer, in dem die Protagonisten von Hangover 2 am Morgen aufwachen…

    Meidet das Hostel!!!

    Geht lieber 5 Minuten die Glengarriff Road hoch, da kommt auf der rechten Seite dieses B&B, das mir von zwei netten Damen sehr empfohlen wurde, nur 5 Minuten vom Marktplatz weg.
    Es gibt anscheinend keine richtige Web-Präsenz.

    Nur leider war keiner da als ich da war, so dass ich uns notgedrungen im noch schnell gefundenen Atlanta House einquartiert hatte, ebenfalls ein B&B für 25p.p./Nacht. Zu spät bemerkte ich, dass hier weder Warmwasser noch Heizung funktionierten, als ich dies reklamieren wollte, war kein Personal mehr da

    Jetzt wundert es mich nicht mehr, dass wir sowohl die einzigen Gäste waren, als das auch dieses Haus zum Verkauf steht.
    Nach dem Eintreffen von Stefan und Jogi entfiel aufgrund des fehlenden Warmwassers die eigentlich geplante große Körperpflege und wir machten uns nur notdürftig entstunken auf den Weg ins Nachtleben Bantry’s.

    Hier möchte ich jedem zu späterer Stunde sowohl „The Anchor“ als auch „Ma Murphys Pub“ empfehlen.
    Im erstgenannten steppt der Bär, der letztere ist der älteste Pub Bantry’s von 1840, ein richtiger alter Shop-Pub, also vorne Shop, hinten Pub.
    Und der (noch voll funktionsfähige und genutzte) Kühlschrank wurde grade 70 Jahre alt und ist damit noch etwas älter als der Wirt.


    Ma Murphy's Kühlschrank

    Und dann zurück ins B&B des Grauens, ich sag mal so, ich hab nicht nur wegen der niedrigen Temperaturen im Schlafsack gepennt.


    7. Tag – 07. April 2013
    Bantry – Cork – Amsterdam – Essen

    Es ist mal wieder richtig kalt!!!
    Das „Zelt“ wurde bereits entsorgt!!!


    Kälte im Atlanta House

    Nach der kalten Nacht und der entfallenen Dusche passt sich das Frühstück dem übrigen Erscheinungsbild des Hauses an, nix wie raus hier.

    Draußen ist es zwar auch nur knapp über Null Grad, aber damit ist es schon gefühlt wärmer als drinnen.
    Der erste Morgen ohne Sonne, aber wir fahren ja auch heute nach Hause.
    Noch kurz ohne Plan und Ziel durch Bantry geschlendert, es ist Sonntag und alles hat zu.

    Um 10:30 kommt pünktlich der Bus nach Cork, wo wir heute einen großen Bogen um das „Welcome Inn“ machen, da wir später am Abend unseren Frauen ja irgendwie nüchtern gegenüberstehen wollen.

    Der „English Market“ den wir uns anschauen wollten hat sonntags ebenfalls zu, einige größere Geschäfte haben auf, aber die interessieren uns nicht sonderlich, bis wir kurz vorm Busbahnhof noch auf einen riesen Outdoorladen treffen, der dazu auch noch sonntags geöffnet ist.

    Maher Sports in 120 Oliver-Plunkett-Street, in der Nähe vom Busbahnhof



    Hier kann man auch Gaskartuschen in allen Variationen erhalten, darüber hinaus könnte man auch ohne Gepäck nach Irland reisen und sich hier komplett ausrüsten.

    Der Laden gewährt uns über eine Stunde Obdach, Jogi kauft sich Five-Finger-Shoe’s von Vibram, anschließend lassen wir uns vom Bus zum Airport bringen.

    Aus irgendeinem Grund müssen wir hier unser Gepäck beim Sperrgepäck aufgeben.
    Das hat Aber den Vorteil, dass alle drei Rucksäcke gleichzeitig und als Erste nach einem Kinderwagen in Amsterdam über das Band rollen und wir nach einem ruhigen Flug mit zwei holländischen Schulklassen an Bord ganz fix den Terminal verlassen und zu meinem Bulli eilen können, mit dem sich meine Schwägerin samt Freund einen schönen Tag in Amsterdam gemacht hatten und uns nun abholten.




    Es war wunderschön, aber ich könnt mich jetzt noch schwarz ärgern wegen meinem Bein!!!
    Ohne Schmerzen wär’s sicherlich viel schöner …..die Socken???

    Und dann noch dies:
    da hat der Jogi doch tatsächlich Recht gehabt mit seiner Vorhersage, es hat nicht einen Tropfen geregnet.
    Aber ehrlich gesagt haben wir alle, Jogi ganz besonders, Glück gehabt, das es nicht geregnet hatte!


    Nie wieder Baumarktzelt

    Geändert von Schorsch74 (05.05.2013 um 23:49 Uhr) Grund: man findet doch immer noch diverse Tippfehler...
    Die Leber wächst mit ihren Aufgaben

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    AW: [IE] Sheep's Head Way 2013 - Water And Ground In Their Extremity

    #3
    Das „Zelt“ wurde bereits entsorgt!!!
    Du Zeltmörder



    Habe mich eben gekringelt vor Lachen. Typisch irisch, was Du so beschreibst und anscheinend hat das Land auf Deinen Bericht abgefärbt. Am besten hat mir das Pferdespray gefallen . Nur Deine Ferse sah ja wirklich übel aus.

    Das Zelt hättet ihr eigentlich Schmusi mitbringen müssen, der hätte es bestimmt gesund gepflegt
    Das Tragische an jeder Erfahrung ist, dass man sie erst macht, nachdem man sie gebraucht hätte. F. W. Nietzsche

    Mein neuer Reisebericht: Leeward, Windward und viel Natur. Nur mit Anmeldung lesbar.

  4. Erfahren
    Avatar von Mario294
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    AW: [IE] Sheep's Head Way 2013 - Water And Ground In Their Extremity

    #4
    Schöner Bericht von einer sehr schönen Gegend

    Jetzt muss ich Irland wohl auch auf meine to-do-liste setzen welche immer länger wird

    Mit dem Wetter hattet ihr wohl echt Glück und das das Zelt ausgehalten hat wohl auch

    Das mit dem Blasen kenne ich auch von einer meiner ersten Touren sehr unangenehme Sache was einem den ganzen Urlaub vermiesen kann

    Mfg mario

  5. AW: [IE] Sheep's Head Way 2013 - Water And Ground In Their Extremity

    #5
    Vielen Dank für den Bericht! Wie immer sehr amüsant...

    Jetzt freue ich mich gleich doppelt im Juli auch dort unterwegs zu sein. Ich war ja ein bisschen zögerlich da es doch vergleichsweise wenige Infos über den Weg gibt, aber das was du schreibst bestätigt mich durchaus in meiner Planung. Auch was die Überlegungen bezüglich Zeit und überspringen der letzten Etappe angeht.

    Dann hoffe ich mal, dass es im Juli etwas trockener ist. Obwohl... Wir reden ja von Irland. Das ist wohl eine vergebliche Hoffnung.
    Uuuups... ;-)

  6. Fuchs
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    AW: [IE] Sheep's Head Way 2013 - Water And Ground In Their Extremity

    #6
    OT: Ha, da waren wir zur selben Zeit im selben Land, in derselben (Grob)region. Freu mich schon auf den Bericht, hat gleich wieder Sehnsucht aufkommen lassen Jetzt muss ich leider erst mal etwas arbeiten
    Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.

  7. [IE] Sheep's Head Way 2013 - Water And Ground In Their Extremity

    #7
    Wieder sehr amüsant zu lesen. Die Guiness Runden kommen bei mir irgendwie immer zu kurz.

  8. Fuchs
    Avatar von Rattus
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    AW: [IE] Sheep's Head Way 2013 - Water And Ground In Their Extremity

    #8
    Schön! Hardcoremäßig Wieso ihr meistens an kalten Kaminen gesessen habt, versteh ich aber nicht – bei uns brannte in fast jedem Pub abends ein feines Feuerchen. Ach ja, die Insel hat was *träum*.
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  9. Erfahren
    Avatar von Schorsch74
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    AW: [IE] Sheep's Head Way 2013 - Water And Ground In Their Extremity

    #9
    Die Kamine brannten bei uns auch alle und warm, nur kamen sie nicht ansatzweise gegen die Kälte an.
    Die Leber wächst mit ihren Aufgaben

  10. Fuchs
    Avatar von Rattus
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    AW: [IE] Sheep's Head Way 2013 - Water And Ground In Their Extremity

    #10
    Zitat Zitat von Schorsch74 Beitrag anzeigen
    Die Kamine brannten bei uns auch alle und warm, nur kamen sie nicht ansatzweise gegen die Kälte an.
    Hm, wir haben uns auch möglichst direkt am Kamin platziert
    Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.

  11. Erfahren
    Avatar von Schorsch74
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    AW: [IE] Sheep's Head Way 2013 - Water And Ground In Their Extremity

    #11
    Ergänzungen zum Sheeps Head Way, Sommer 2015

    Diesen Sommer führte mich eine Kinderheim-Ferienfreizeit nach Irland (wer wohl auf die Idee kam ...?) Mit 7 Jugendlichen und einem Kollegen klapperten wir diverse Ziele im Südwesten ab.
    Dabei führte mich der Trip an einem Tag erneut an den SHW, und ich habe dann hier erst mal eine Ergänzung zum obigen Reisebericht:

    Als wir 2013 von Süden her nach Kilcrohane liefen, kamen wir über eine Lama-Weide, bei der jeder von uns so überrascht war, dass keiner daran dachte ein Foto zu machen...
    Das habe ich nun diesen Sommer der Vollständigkeit halber nachgeholt, wobei sich das Lama wohl als Alpaka entpuppte, aber sei's drum...


    Alpaka im Regen, in Kilcrohane

    Desweiteren hat sich die Wegbeschaffenheit auf den letzten 2km vor dem Lighthouse dramatisch verändert:
    2014 ist irgendein Tourist (wohl mit falschem Schuhwerk ausgestattet) auf besagtem letzten Stückchen ausgerutscht oder umgeknickt, er hat sich auf alle Fälle verletzt und daraufhin das County verklagt und Recht bekommen.

    Aus diesem Grund wurde nun ein fast barrierefreier Zugang zum Lighthouse geebnet... der Weg machte mir gar keinen Spass mehr und wird wohl demnächst (so die Befürchtung vieler Einheimischer) dann auch von Quads befahren werden können....

    Hier die neue Optik:





    Und das erwähnte Hostel in Kilcrohane gibt es so auch nicht mehr, es hat das sehr betagte Ehepaar wohl zu sehr überfordert, jedenfalls ist es dicht.
    Wir durften allerdings mit 5 Zelten bei ihnen im Vorgarten übernachten und dabei das Klo (jedes schönere Wort wäre übertrieben) des ehemaligen Hostel-Bungalows nutzen...



    und zu guter Letzt:
    es hat noch mehr deutsche Auswanderer nach Kilcrohane verschlagen, wie im TV ganz klassisch mit ner Würstchenbude
    ein älteres Ehepaar mit dem - wirklich leckeren - "Gourmet-Grill" gegenüber der Kirche/Postshop


    an Markttagen stehen sie wohl auch in Bantry ...

    Ansonsten waren wir noch in Killarney und Caherdaniel, Adrigole auf der Beara Halbinsel und Crookhaven bei Mizen Head und Dublin, um nur mal die Übernachtungsorte zu nennen...
    Die Leber wächst mit ihren Aufgaben

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