Seite 1 von 58 1231151 ... LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 20 von 1145
  1. Dauerbesucher
    Avatar von Beyond
    Dabei seit
    09.11.2010
    Ort
    München
    Beiträge
    598

    Seekajaking: Küstentörn und Inselsprung - Tipps & Tricks

    #1
    .
    Zum Inhaltsverzeichnis I dieses Treads, klicke: “hier“
    01 - Allgemeines
    02 - Sicherheit
    03 - Kenntnisse
    04 - Ausrüstung
    05 - Lager
    06 - Feuer und Outdoor-Kocher
    07 - Beyonds Outdoor-Rezepte
    .
    Zum Inhaltsverzeichnis II dieses Treads, klicke: “da“
    08 - Kajak und Zubehör
    09 - Paddeltechnik
    10 - Navigation
    11 - Wetter, Wind und Wellen
    12 - Revier-Informationen – Korsika
    13 - Revier-Informationen – Balkan (Adria, Ionisches Meer)
    14 - Revier-Informationen - Adria-Überquerung
    15 - Revier-Informationen – Ägäis
    16 - Linkliste


    Hej,

    vor einigen Tagen bin ich zufällig auf Soumalees Thread gestoßen und dann bei outdoorseiten.net hängegengeblieben. Mich hat vor allem Eure lockere und überaus nette Art, untereinander zu kommunizieren, gefallen. Wenn Ihr mir erlaubt, möchte ich auch meinen Beitrag leisten, das Seekajakfahren zu fördern.

    Zunächst einigen Daten über mich: Gefühltes Alter ist 49, tatsächlich bin ich jenseits (beyond) der 60, genau 62. Offiziell wohne ich in München; aber meine Liebe gehört meinem Geburtsort in der schönen Holledau (48 grad, 38 min Nord – 11 grad, 47 min Ost) dem westlichsten Ort von Niederbayern. Seit meiner Pensionierung im Jahre 2000 treibe ich mich jedes Jahr einige Monate in Europa herum, früher mit dem Moped (Verbrauch: 2,5l/100km), dann mit dem Motorhome, einen umgebauten Fiat Seicento (Verbrauch: unter 5l/100km) meist in Skandinavien nördlich des Polarkreises und in den südlichen Gefilden, in der Adria und der Ägäis mit dem Seekajak (Verbrauch: rund 4l Wasser und 5 Halbe Bier pro Tag, sofern ich bei einer Beachbar wegen des Sandes, den ich so hasse, auf einer Liege übernachten muss).

    Na ja, die Spezialisten von Euch würden den Prijon „Kodiak“ nicht gerade als Seekajak bezeichnen, aber ich hatte ihn aus folgenden Gründen ausgewählt und zum Seekajak mit Fußlenzpumpe, Steueranlage und Kompass aufgerüstet: Als Solopaddler benötige ich einen robusten Kajak, den man auch beim Aus- und Einbooten über den Sand und Schotter schleifen kann, einen großen Stauraum, weil ich nicht mit einem aufgeschnallten Seesack und Bootswagen bis zu 12 Wochen unterwegs sein möchte und ein gutmütiges Boot, in dem ich auch schon mal, ohne eingeschlafene Beine und Druckstellen am Steiß, 24 Stunden (Nachtfahrten) sitzen kann und bei etwas heftigeren Seegang nicht ständig mit dem Paddel ausgleichen muss.

    Mit dem 8 Jahre alten Kodiak knackte ich heuer die 10.000 Kilometergrenze auf dem Meer, als ich von Grado nach Zakynthos und wieder zurück nach Igoumenitsa gefahren war (1.700 km). Das war der letzte noch nicht befahrene Abschnitt an der Küste Albaniens entlang, so dass ich jetzt sagen kann, etappenweise die Strecke vom Donaudurchbruch in Weltenburg bis nach Venedig gepaddelt zu sein.

    Wenn Ihr Interesse habt, könnte ich von meinen Allein-Reisen erzählen und über meine Erfahrungen mit Wind, Regen, Sonne, Wellen, Strömungen, Ausrüstung und über die Kontakte zur Bevölkerung, den Ordnungsbehörden und zu sonstigen Mitbewohnern, wie Möwen, Delphinen, Meeresschildkröten, Ziegen, Kühen, Mäusen und Ratten in den einzelnen Regionen berichten. Fragt mich einfach, wenn Ihr etwas wissen wollt.

    Liebe Grüße
    Beyond

    PS: Wenn sich Rechtschreib- und Grammatikfehler eingeschlichen haben sollten, verzeiht mir bitte, denn es gibt noch kein effektives Übersetzungsprogramm von Bayerisch in ein einigermaßen verständliches Hochdeutsch.
    Geändert von Beyond (27.06.2015 um 11:41 Uhr) Grund: Teilung des Inhaltsverzeichnisses

  2. Erfahren

    Dabei seit
    20.03.2006
    Ort
    Südhessen
    Beiträge
    295

    AW: ...mein seekajakherz ausschütten...

    #2
    Mann, mit 52 in Rente, wie hast´n das geschafft ????
    Davon träume ich und wär´ dann auch wochenlang unterwegs. Bin 56 und kein Ende in Sicht, Kinder die noch Ausbildung brauchen..... Also mit 62 ist bei mir voraussichtlich auch noch net Schluss.... Sch...kram.
    manchen menschen muss man noch erklären, wie nasebohren geht.....
    http://wellenbergemeer.wordpress.com/

  3. Dauerbesucher
    Avatar von Beyond
    Dabei seit
    09.11.2010
    Ort
    München
    Beiträge
    598

    AW: ...mein seekajakherz ausschütten...

    #3
    Hallo merlin2,

    Deine Frage ist sehr schnell beantwortet.

    Ich hatte einen Beruf gewählt, den früher keiner ausüben wollte. Alle meine Bekannten hatten mich damals ausgelacht und mich für einen Spinner gehalten, als ich ihnen erzählte, ich würde mit abgeschlossenem Studium knappe 1000 DM im Monat (1972) verdienen und seit mich der Staat dann noch obendrein als Wehrpflichtiger eingezogen hatte, meine Frau ganze 750 DM erhielt, von dem Geld wir über 15 Monate hinweg eine neu bezogenen Mietwohnung finanzieren mussten.

    Das war anfangs eine Durststrecke, durch die wir liefen. Zum Glück hatte ich während meiner Zeit in einem Internat am Tegernsee, der Lehrlingsausbildung und während meines Studiums noch vor dem Survival-Boom begonnen, mich dem Leben „draußen“ zu widmen und mich mit den elementaren Dingen beschäftigt, die ein Überleben in der Natur und in der Gesellschaft/Zivilisation ausmachen.

    Damals wählte ich meinen bis heute aufrechterhaltenen Slogan: „Kombiniere Pragmatismus und Bescheidenheit für ein sorgenfreies Leben!“ Und dieser Wahlspruch hat sich bis in die heutigen Tage bewährt (siehe dazu meine Bemerkungen zu Motorrad und Wohnmobil).

    Meine Pensionierung mit „52“ war einer der Anreize, allerdings nicht der Hauptgrund für meine Wahl, dem Staat zu dienen. Außerdem war ich schuldenfrei und konnte so leichter mit einer kleineren Pension über die Runden kommen. Das verdanke ich einer vorausschauenden Planung gleich zu Beginn meiner Beamtenlaufbahn.

    Nach rund der Hälfte meines Berufslebens zog ich mit meinen Studienkollegen gleich und in der zweiten Hälfte meiner Arbeit überrundete ich sie dann. Über das gesamte Leben betrachtet dürften wir alle finanziell ziemlich gleich weggekommen sein, mit leichten Einschränkungen auf meiner Seite, weil mir am Anfang, zum Aufbau einer Familie, das nötige „Kleingeld“ gefehlt hat.

    Trotzdem haben es meine Frau und ich geschafft, zwei Kinder großzuziehen und ihnen ein Studium ermöglicht, damit sie auf eigenen Füßen stehen können.

    Jetzt lachen meine Bekannten nicht mehr und bei manchen höre ich sogar eine Portion Neid heraus, den ich aber mit der Frage kontere: „Warum bist Du denn nicht zu uns gekommen als wir in den 80er Jahren dringen aber vergeblich Fachkräfte gesucht haben?“

    Lieber merlin2, ich hoffe, Deine Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben. Es gibt aber im Leben viel angenehmere Dinge, als über den Beruf zu diskutieren. Da wären zum Beispiel: Seekajak-Touren, Survival-Kenntnisse, Low-Budget-Reisen, Outdoor-Leben, Informationen über Ausrüstung und alles was so dazugehört.

    Herzliche Grüße
    Beyond
    Geändert von Beyond (25.01.2012 um 22:44 Uhr)

  4. Dauerbesucher
    Avatar von eisvogel
    Dabei seit
    05.08.2003
    Ort
    Steiermark
    Beiträge
    949

    AW: ...mein seekajakherz ausschütten...

    #4
    OT: Du gefällst mir.
    Gruß, Eisvogel
    __________________________________

    \"Die Sinne betrügen nicht. Nicht, weil sie immer richtig urteilen, sondern weil sie gar nicht urteilen; weshalb der Irrtum immer nur dem Verstande zur Last fällt.\"
    Kant

  5. AW: ...mein seekajakherz ausschütten...

    #5
    OT: Die Männer im Steinkohlebergbau gehen mit 48 in Rente. Trotzdem möchte ich nicht tauschen.

    @Beyond: Willkommen an Board.
    Gruß Sawyer

    As a rebel I came and I´ll die just the same. On the cold winds of night you will find me.

  6. Erfahren

    Dabei seit
    20.03.2006
    Ort
    Südhessen
    Beiträge
    295

    AW: ...mein seekajakherz ausschütten...

    #6
    Also ich wollte LEE´s thread nicht ins OT abrutschen lassen. Trotzdem @Beyond vielen Dank für Deine ausführliche Erklärung, lief bei mir halt anders, manches eben viel später und nicht so durchgeplant. So bin ich heute halt noch mittendrin, was mich ja auch jung hält. Man lebt ja auch MIT den Kindern und kreist noch nicht so um sich selbst. Aber ich habe so viele Ideen, was es noch zu entdecken und unternehmen gäbe. Da reicht einfach der normale Jahresurlaub hinten und vorne nicht. Aber durch Gehaltsverzicht habe ich mir ein Mehr an Jahresfreizeit ´erkauft´. Das ist schon was.
    Nun mal zurück zum Thema, zack zack.....

    Peter
    manchen menschen muss man noch erklären, wie nasebohren geht.....
    http://wellenbergemeer.wordpress.com/

  7. Erfahren
    Avatar von Suomalee
    Dabei seit
    15.10.2010
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    229

    AW: ...mein seekajakherz ausschütten...

    #7
    Ja, tach zusammen...

    mich stört hier sicher nichts - im Gegenteil!
    Das Thema ist das Seekajakherz...
    ist doch prima, wenn sich andere angeregt fühlen darüber einzusteigen...
    Ich habe mich vorerst ausgemehrt und bevorzuge deshalb den "Mund" zu halten, bis ich was zu sagen habe...ist also kein Desinteresse...

    Doch noch mal ne Frage:
    Hat Jemand Erfahrung mit Narpa?
    Wo kommt das denn her?


    Tummelt Euch bitte zwanglos - und wir werden ja sehen, vielmehr lesen wo es hingeht...
    (...bitte, bitte "Onkel Beyond" - erzähl uns noch eine Geschichte...)
    Ich freue mich darüber!

    Und zu Dir Beyond...
    mir ist noch nicht ganz klar wo die Holledau liegt (ist das noch weit weg vom Bayrischen Wald?)

    Denn Rest muß ich mal sacken lassen, weil staunen...

    Liebe Grüße an Alle und Alles
    LEE
    Geändert von Suomalee (12.11.2010 um 12:37 Uhr) Grund: korrigiert

  8. Dauerbesucher
    Avatar von Beyond
    Dabei seit
    09.11.2010
    Ort
    München
    Beiträge
    598

    AW: ...mein seekajakherz ausschütten...

    #8
    Hallo eisvogel,
    hallo Sawyer,

    danke für Eure aufmunternden Worte!

    Leider habe ich noch einige Probleme mit den Einstellungen im Programm. Ich hoffe aber, dass ich es so nach und nach auf die Reihe bringe.

    Als Diskussionsgrundlage noch ein paar Reise-Daten:

    2002: erster Salzwasserversuch - Grado, Dalmatinische Inseln, Dubrovnik an der Küste zurück nach Grado

    2003: von Grado, Venedig, Gargano, Bari, mit Fähre nach Igoumenitsa, Golf und Isthmus von Korinth (durch den Kanal auf einem Schlepper), Salamis, Kap Sounio, Kyklades, Thira, Dodekanissos, Rodos, mit Fähre nach Kreta, Südküste Kreta, mit Fähre nach Githio, um den westlichen Peloponnes nach Patras, mit der Fähre nach Venedig, zurück nach Grado

    2004: von Eining zu den Olympischen Spielen nach Athen - Eining, die Donau hinunter bis zum Schwarzen Meer, Istanbul, Marmara Meer, Dardanellen, Kalkidiki, Golf von Volos, Golf von Euböa, Chalkis, Kap Sounio, Athen, Salamis, Isthmus von Korinth (durch den Kanal wieder auf einem Schlepper, die Verantwortlichen konnten sich noch sehr gut an mich erinnern, aber das ist einen eigene Geschichte), Golf von Korinth, Lefkada, nach Igoumenitsa

    2006: von Igoumenitsa, Ionische Inseln, Rund um den südlichen Peloponnes, Ägina, Kap Sounio, Westküste Euböa, Chalkis, Golf von Volos, nach Malesina

    2010: von Grado, Dalmatinische Inseln, Dubrovnik, Montenegro, Albanien, Korfu, Lefkada, Kefalonia, Zakynthos, Peloponnes, Loutra Kyllinis, nach Norden zum Golf von Korinth, Mesolgi, Lefkas, zurück nach Syvota und Igoumenitsa.

    Die Namen sind zum leichteren Verständnis eine Mischung aus deutschen, englischen und griechischen Begriffen. Bei einem Reisebericht, wenn er von Euch gewünscht wird, werde ich natürlich die ortsüblichen und in Klammer die deutschen Bezeichnungen verwenden.

    Hoffentlich habe ich Euch neugierig gemacht. Ich bin gerne bereit, meine Erfahrungen mit Euch zu teilen - nach dem Motto: Der Mensch lernt nie aus! Ich muss zugestehen, ich habe schon einige sehr gute und sinnvolle Ratschläge aus den verschiedenen Foren von outdoorseiten.net aufgegriffen und versuche sie jetzt weiterzuverarbeiten und an meine Bedürfnisse anzupassen.

    Herzliche Grüße
    Beyond

  9. Dauerbesucher
    Avatar von Beyond
    Dabei seit
    09.11.2010
    Ort
    München
    Beiträge
    598

    AW: ...mein seekajakherz ausschütten...

    #9
    Hallo LEE,

    ich habe nicht die Absicht, Deinen Thread auf irgendeine Weise zu zweckentfremden. Ich dachte, dass „ein Seekajakherz ausschütten“ bedeutet, sich nicht nur ausnahmslos über technische Ausrüstung zu unterhalten, sondern über alles, was zum Meerespaddeln gehört, wie Navigation, Übernachtung, Kontakte zu Einheimischen einschließlich dem Seemannsgarn, das an den Lagerfeuern gesponnen wird.

    Sollte ich dennoch ins OT (Was bedeutet eigentlich diese Abkürzung OT?) abrutschen, wie merlin2, besser Peter meint, dann rüffel mich bitte zurecht; ich bin Neuling und muss mich Euch erst anpassen.

    Zu Deiner Frage nach der Holledau: Sie ist das größte Hopfenanbaugebiet der Welt und mein Geburtsort liegt ziemlich genau an den Schnittpunkten der Linien von Regensburg / München und Ingolstadt / Landshut. Zum Donaudurchbruch in Weltenburg sind es knappe 30 km in Richtung Norden und wenn Du von dort die Donau rund 100 km hinunter paddelst, erreicht Du den Bayerischen Wald.

    Liebe Grüße
    Beyond

  10. Erfahren
    Avatar von Suomalee
    Dabei seit
    15.10.2010
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    229

    AW: ...mein seekajakherz ausschütten...

    #10
    Lieber Beyond,

    Siehe mein letzter Beitrag; Alles ist gut! Das meine ich ganz ernst und schreibe es dazu, weil man ja mit dem geschriebenen Wort nie so weiß, wenn man sich nicht kennt...
    Verstehe auch nicht worauf sich merlin2 bezieht, bin jedoch selbst noch neu im Forum...
    Hallo ihr da draußen - gibts hier ungeschriebene Gesetze, die wir kennen sollten?

    Ja und was ist OT? Das wüsste ich auch gern...

    Nein, mir gehört hier nichts und ich hab auch nichts Bestimmtes vor und ich bitte Platz zu nehmen...

    Liebe Grüße
    LEE

    PS:
    Schön, dass Du Dich so viel auf den Südmeeren tummelst, das ist mir sehr symphatisch

  11. shorst
    Gast

    AW: ...mein seekajakherz ausschütten...

    #11
    OT: OT means off topic, also außerhalb des eigentlichen Themas

    und ja, ich will auch Reiseberichte Beyond

  12. Neu im Forum
    Avatar von kanupeter
    Dabei seit
    10.05.2010
    Ort
    zwischen stuttgart und bodensee
    Beiträge
    6

    AW: ...mein seekajakherz ausschütten...

    #12
    Wiso findet man keine Frauen wie dich , die mit solch einer begeisterung bei der Sache sind .
    Ich kenne keine , leider .
    Alles macht zu zweit noch mehr Spass .

  13. Erfahren
    Avatar von Suomalee
    Dabei seit
    15.10.2010
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    229

    AW: ...mein seekajakherz ausschütten...

    #13
    Zitat Zitat von kanupeter Beitrag anzeigen
    Wieso findet man keine Frauen wie dich , die mit solch einer Begeisterung bei der Sache sind .
    Ich kenne keine , leider .
    Alles macht zu zweit noch mehr Spass .
    ...Also, nach meinen neuesten Erkenntnissen gehört das jetzt nicht in diesen threat...


    (mögen sich die anderen weiblichen Kajakerinnen nicht ausgeschlossen, sondern aufgefordert fühlen...Ich bin ja so vorsichtig, was die Seekajakgötter und Seekajakgöttinnen anbelangt)
    Geändert von Suomalee (11.11.2010 um 01:13 Uhr)

  14. Neu im Forum
    Avatar von kanupeter
    Dabei seit
    10.05.2010
    Ort
    zwischen stuttgart und bodensee
    Beiträge
    6

    AW: ...mein seekajakherz ausschütten...

    #14
    Zitat Zitat von Suomalee Beitrag anzeigen
    ...Also, nach meinen neuesten Erkenntnissen gehört das jetzt nicht in diesen treat...


    (mögen sich die anderen weiblichen Kajakerinnen nicht ausgeschlossen, sondern aufgefordert fühlen...Ich bin ja so vorsichtig, was die Seekajakgötter und Seekajakgöttinnen anbelangt)
    warum das hier nicht hingehört weiss ich nicht so genau .
    es war nur eine anerkennung für dein liebstes hobby , das ich nachfollziehen kann .

    aber ok ich werd ein neues thema starten

  15. AW: ...mein seekajakherz ausschütten...

    #15
    Zitat Zitat von Beyond Beitrag anzeigen
    ...
    Sollte ich dennoch ins OT (Was bedeutet eigentlich diese Abkürzung OT?) abrutschen, wie merlin2, besser Peter meint, dann rüffel mich bitte zurecht; ich bin Neuling und muss mich Euch erst anpassen.
    ...
    Beyond
    Zitat Zitat von Suomalee Beitrag anzeigen
    ...
    Hallo ihr da draußen - gibts hier ungeschriebene Gesetze, die wir kennen sollten?

    Ja und was ist OT? Das wüsste ich auch gern...

    Nein, mir gehört hier nichts und ich hab auch nichts Bestimmtes vor und ich bitte Platz zu nehmen...

    Liebe Grüße
    LEE

    ...
    OT bedeutet Off-Topic, also weg vom Thema.
    Rumtesten wie die Funktionen funktionieren, kannst du hier in dem Testforum: Click

    Bei weiteren Fragen kontaktierst du einen Moderator deines Vertrauens.

    Ungeschriebene Gesetze fallen mir momentan keine ein, die geschriebenen stehen hier.
    Gruß Sawyer

    As a rebel I came and I´ll die just the same. On the cold winds of night you will find me.

  16. Dauerbesucher
    Avatar von Beyond
    Dabei seit
    09.11.2010
    Ort
    München
    Beiträge
    598

    AW: ...mein seekajakherz ausschütten...

    #16
    Hej Ihr alle,

    OT: Danke an „shorst“ und „Sawyer“ für den Hinweis auf OT. Ich entdeckte das Kürzel gestern auch in den Regeln unter Punkt 3.1 – sorry.

    Aber nun zum Eingemachten – eine kleine persönliche Betrachtung zur Sicherheit im, auf und über dem Salzwasser:

    Für mich bedeutet das Leben „draußen“ eine gewisse Art der Selbstverwirklichung. Wenn ich als „Einsamer Wolf“, wie es LEE so schön ausdrückt, unterwegs bin, dann fühle ich mich frei, selbständig, auf mich alleine angewiesen, für mich verantwortlich.

    Und es macht Spaß: ein gestecktes Ziel zu verfolgen und es auch nach Möglichkeit zu erreichen. Es ist dabei gleichgültig, welche Aufgabe man sich stellt: sei es zu einem örtlichen Bestimmungsort zu gelangen wie zum Beispiel bei mir heuer, die Lücke zwischen Kroatien und Griechenland zu schließen und die montenegrinische und albanische Küste abzupaddeln oder sei es die Ausrüstung für mich zu optimieren, das Wissen über Navigation, Wetterkunde, Nautik und Outdoor-Leben zu verbessern oder sich einfach körperlich fit zu halten.

    Die größte Aufmerksamkeit lege ich allerdings auf die Sicherheit meines Tuns. Alles was über eine bestimmte, von mir gesetzte Grenze hinausgeht, verwerfe ich und ich bin mir dabei nicht zu schade zuzugeben, dass es meine Leistungsfähigkeit überfordert. So geriet ich heuer 3-mal in eine nicht direkt vorhersehbare Grenzsituation, die ich dank des vorgegebenen Limits aber auch durch vorausschauende Suche nach Alternativen problemlos überwinden konnte.

    Das begann schon am ersten Tag, als ich in Grado meinen Kajak beladen hatte und hinüber zum Leuchtturm nach Savudrija paddeln wollte. Es herrschte Südwind, Wind und Wellen standen also gegen mich mit 4 Beaufort, bereits zu 5 neigend. Die 21 km schafft man doch locker, dachte ich, setzte mich in aller Frühe in den Kajak und paddelte los. Ich hatte ja ausreichend Zeit, den ganzen langen Tag.

    Bei meiner ersten Überfahrt im Jahre 2002 kam der Wind von Ost, also von der linken Seite, bei ähnlicher Windstärke und ich erreichte den Leuchtturm ohne Probleme. Den Kompasskurs wusste ich noch aus meinen alten Aufzeichnungen und hielt ihn strikt ein. Das Festland von Slowenien und Kroatien lagen deutlich erkennbar vor mir und nach rund 4 Stunden erspähte ich bereits den Leuchtturm im Vormittagsdunst, mein erstes geplantes Etappenziel.

    Bei der ersten Überfahrt vor 8 Jahren trieb mich die Strömung quer auf die offene See und ich musste sie mit einem abgeänderten Kompasskurs ausgleichen. Heuer lief die Drift direkt gegen mich, so dass keine Korrektur nötig war.

    Je mehr ich mich aber dem Leuchtturm näherte, um so langsamer wurde meine Geschwindigkeit und somit um so kürzer auch die zurückgelegte Strecke. Diese kontrollierte ich an der Silhouetten-Verschiebung der Berge querab oder der Höhen-Versetzung hintereinander gestaffelter Berge, Klippen oder Gebäude zueinander direkt vor mir. Es waren noch ungefähr 6 bis 7 km bis zum Leuchtturm, da stellte ich zu meinem Schrecken fest, dass ich in der Gegenströmung, über Grund bereits auf der Stelle paddelte, trotz meines immer noch kräftigen Paddelschlags. Das Erreichen des Leuchtturms war auf diesem direkten Weg aussichtslos.

    Ursache dafür war die Form der Halbinsel von Istrien, die sich auf ihrer Westseite auf einer Länge von rund 90 km ziemlich genau von Süd nach Nord erstreckt und der Südwind (Schirokko oder Jugo genannt) die Wassermassen an ihr entlang nach Norden trieb, die sich dann wegen der Beugung in den Golf von Triest hinein auffächerten.

    Jetzt musste ich schnell eine Strategie entwickeln, wie ich das Festland erreiche, ohne zu weit vom Leuchtturm abgetrieben zu werden.

    Ich schaute mich um: Die kürzeste Möglichkeit war, in die Bucht zwischen Slowenien und Kroatien hineinzufahren, die zweite mit der Strömung weiter nach Osten abzufallen, um dann zu versuchen, in die windstille Bucht östlich von Piran in Slowenien zu gelangen. Die dritte, wegen der größeren zurückzulegenden Strecke, schlechteste Lösung, aber immer noch eine mögliche Option, wäre gewesen, Richtung Triest zu paddeln und dann zu probieren außerhalb der Gegenströmung in der Nähe von Koper das slowenische Festland zu erreichen.

    Hier muss ich anmerken, dass ich die Auskundung von Alternativen des Ausweichens während der Planungsphase grundsätzlich bei jeder größeren Überfahrt einer Bucht oder zu einer Insel anstelle – nach dem Motto: Was wäre, wenn ... und was könnte man dagegen tun, wenn das „wenn“ eintritt?

    Der Plan 1 scheiterte, weil die Strömung noch zu stark war, Plan 2 war aber bereits erfolgreich und ich erreichte Piran kurz nach Mittag. Ich bootete aus, um mir die Füße zu vertreten. Diese mussten sich erst wieder an den Kajak und die Steuerpedale gewöhnen, nach 4 Jahren Paddel-Abstinenz. Außerdem setzten langsam die ersten Erschöpfungserscheinungen ein, die auf das „Anpaddeln“ nach der langen Zeit zurückzuführen waren.

    Die anschließende Weiterfahrt um Piran herum, und nach Kroatien hinüber war zwar wegen der Strömung und Müdigkeit beschwerlich aber ohne Gefahren. Bei der erst besten Gelegenheit beendete ich meinen ersten Reisetag, allerdings ohne mein gestecktes Ziel erreicht zu haben (Kartendistanz 21 km und rund 40 km tatsächlich gepaddelt, davon einige im „Stand“). Ich richtete mein Nachtlager her und genoss beim Regenerieren meiner Gliedmaßen und Muskeln noch den Blick hinüber nach Piran und zurück nach Grado, das in der Nachmittagssonne noch gut zu erkennen war.

    Als Fazit dieses ersten Reisetags überlegte ich, was hätte mir zustoßen können, wenn ich nicht schon vorher die einzelnen Optionen des Ausweichens überlegt hätte.

    Ähnliches passierte mir bei der Überfahrt von der Insel Kefalonia zur Insel Zakynthos (Kartendistanz 16 km und rund 28 km tatsächlich gepaddelt) und bei der Querung des Golfes von Patras nach Mesologi (Kartendistanz 13 km und rund 23 km tatsächlich gepaddelt), allerdings in beiden Fällen mit einer bereits vorausgegangenen Paddelstrecke von über 30 km an diesen beiden Tagen. Beide Male hoffte ich, dass der Gegenwind Maistral aus Nordwest kommend, zu einem späteren Zeitpunkt einsetzen würde und ich die an diesem Tag eigentlich nicht geplante, zusätzliche Passage bereits abgehakt hätte, bevor er so richtig zu blasen beginnen würde. Erneut musste ich Umwege paddeln, die zwar keine Bedrohung hervorriefen, für mich persönlich aber sehr ärgerlich waren, weil ich ein wenig leichtsinnig gehandelt und mir dummerweise jeweils etwa 2 bis 3 Stunden zusätzliche Schufterei eingehandelt hatte: Das geht doch locker und der Wind wird schon nicht ... Aber er kam doch!

    Mit diesem Bericht wollte ich Euch aufzeigen, wie wichtig es ist, bereits in der Planungsphase alle erkennbaren Unwägbarkeiten zu berücksichtigen, insbesondere die Alternativen zu erkunden, wenn man eine Überfahrt abbrechen muss. Gibt es Ausweichmöglichkeiten? Wenn nein, solle ich dann doch nicht lieber diese Überfahrt sein lassen?

    Ich muss zugestehen, ich wollte heuer eigentlich noch mit dem Kajak vom Peloponnes über Kythira und Antikythira nach Kreta hinüberpaddeln. Aber auf Grund der oben geschilderten Vorkommnisse und mangels sicherer Alternativen bei dieser Solo-Querung verzichtete ich lieber, mir diesen (Alp-?)Traum zu erfüllen.

    Grüße
    Beyond

    PS: Hoffentlich liege ich mit diesem Sicherheitsbeitrag im Thread richtig. Bei einer Reise gibt es halt die drei Freuden: die Vorbereitung, die Durchführung und die Nachbearbeitung (d.h.: Schwelgen in Erinnerungen oder ... mein Seekajakherz ausschütten ...), auch wenn es sich um Sicherheit und Unfallvermeidung handelt.

    Außerdem könnt Ihr aus den einzelnen Angaben und Zahlen so einiges über Etmale, Überfahrten, Inselspringen usw. herauslesen, was man auch als „alter Knacker“ oder vornehmer ausgedrückt „im reifen Alter“ als „Einsamer Wolf“ noch leisten kann.
    Geändert von Beyond (07.08.2011 um 00:12 Uhr)

  17. Lebt im Forum
    Avatar von derMac
    Dabei seit
    08.12.2004
    Ort
    Ilmenau
    Beiträge
    7.410

    AW: ...mein seekajakherz ausschütten...

    #17
    Zitat Zitat von Suomalee Beitrag anzeigen
    Vereinstreffen muss ich Dienste umlegen und weiß daher noch nicht genau... was geschieht denn da außer der Hauptversammlung? Beiträge? Vorträge? träge?
    Sowas alles, je nach dem...

    Mac

  18. Erfahren
    Avatar von Suomalee
    Dabei seit
    15.10.2010
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    229

    AW: ...mein seekajakherz ausschütten...

    #18
    Danke Mac - für die Erinnerung...

    tja, Dienste sind getauscht und jetzt steht nur noch der innere Schweinehund im Weg...(Der mag es nämlich lieber warm. Doch vorsichtshalber nehme ich das Zelt mit - den Schweinehund aber auch :ignore:

    und an Beyond,
    schön von Dir zu lesen!;-)
    Geändert von Suomalee (11.11.2010 um 22:23 Uhr) Grund: weil die Animationen nicht animierten

  19. Dauerbesucher
    Avatar von Beyond
    Dabei seit
    09.11.2010
    Ort
    München
    Beiträge
    598

    AW: ...mein seekajakherz ausschütten...

    #19
    Hej Outdoor-Gemeinde,

    Heute möchte ich Euch einmal auflisten, was ich so alles an Ausrüstung auf meinen mehrmonatigen Long-distance-Seekajak-Touren auf dem Mittelmeer mitnehme:

    am Mann:

    - Badehose
    - langes T-Shirt (reicht für rund 1.000 km)
    - Schirmmütze (langer Schirm, gut auch mit Nackenschutz)
    - Sonnenbrille mit Nackenband (Reepschnur reicht), evtl. auch mit Nasenschutz
    (Sonnenschutz: Nacken, Nase kann man aus einem aufgebrachten T-Shirt, siehe
    oben, selber schneiden)
    - Paddelhandschuhe (damit keine Wasserblasen entstehen)
    - Schwimmweste (in der Sitzluke über Lenzpumpe)
    - Paddelanorak (in der Sitzluke über Lenzpumpe)
    - Badeschlappen als Universalschuhe (in der Sitzluke)
    - Handtuch, klein (für alle möglichen Zwecke, hinter Sitz)

    am Boot:

    - Kajak (mit Fußsteuer, Fußlenzpumpe, Kompass)
    - Paddel mit Sicherungsleine (Reepschnur reicht)
    - Spritzdecke mit angebundener Signalpfeife (sofort zu Hand)
    - Reservepaddel, geteilt, gekürzt (in der Sitzluke)
    - Kajakwagen, zerlegt (vorderer Stauraum)
    - Sitzlukendeckel (hinter Sitz)
    - „Abwasserbehälter“, z.B.: an die Körper ergonomisch angepasste alte Wasserflasche
    aus Plastik (in der Sitzluke)
    - Schwamm zum Spritz- und Tropfwasser aufwischen (in der Sitzluke)

    Zeltbeutel, flach als Reserve (hinterer Stauraum):

    - Unterlage, starke Plastikfolie z.B.: Deltafolie, Teichfolie
    - Tarp 2 m x 3 m (besser 3 x 3, evtl. auch 3 x 4, wenn man sie irgendwo günstig
    bekommt)

    Nachtlager (hinterer Stauraum):

    - Tarp 2m x 3m oder ähnliches, Knickstellen mit Klebeband verstärkt, mit Spannleinen
    versehen
    - Gestänge mit Leinen zum Abspannen und Auflegen der Plane, Häringe in Stoffsack (2
    lange Häringe aus Baustahl 6 mm, zur Verankerung der Firstleine in Sand und losem
    Gestein)
    - Liegematte, 5 cm, (zur Schonung der müden Knochen) nur gefaltet
    - Unterlage, starke Plastikfolie oder dergleichen
    - Badetuch (zum Abdecken der Liegematte)
    - Badetuch (gerollt als Kopfkissen, alternativ: Kleidersack)

    Beutel, flach, Rollverschluss (hinterer Stauraum):

    - Handy-Organizer (Notebook für Tagebuch usw.)
    - Schreibmappe:
    + Karten
    + Lineal
    + Kurswinkel
    + Lupe
    + Notizblock
    - Hartbox, flach (Diskettenbox, wenn man noch einen auftreibt):
    + Personalausweis (getrennt vom Pass)
    + Lithiumbatterien für Speicherkarten und Bios
    + Kugelschreiber
    + Reserveminen
    + Bleistift
    + Radiergummi
    + Spitzer
    + evtl. Trocknungsmittel

    Transportsack, rund, lang (hinterer Stauraum):

    - Schlafsack
    - Stirnlampe
    - Schlafsachen (z.B.: lange Funktionshose und -hemd, Wollsocken)
    - Taschentuch

    Transportsack, rund, lang für Tagesbedarf (hinterer Stauraum):

    - T-Shirt
    - kurze Hose
    - Unterhose
    - Waschzeug lose im Stoffbeutel, z.B.:
    + Haarshampoo
    + Zahnbürste
    + Zahnpasta
    + Kamm
    + Vaseline
    + Mundspray
    + Wattestäbchen
    - GPS-Empfänger
    - Photoapparat (z.B.: wasserdichte Schnorchelkamera)
    - Fernglas
    - Umhängtasche (siehe unten)

    Umhängtasche als Survival-Tool:

    - Geldbeutel mit Geld und Lupe
    - Notizbuch mit Kugelschreiber
    - Ausweistasche
    + Reisepass
    + Taschenrechner
    + Führerschein
    + Seniorenausweis
    + Kreditkarte oder ähnliches
    + Erste-Hilfe-Ausweis
    + Impfpass
    - Schweizer Taschenmesser
    - Kamm
    - Teelöffel
    - Nähzeug
    - Schere (Kabelhülle als Schutz, alternativ: im Schweizer Messer)
    - Kugelschreiber
    - Bleistift mit Radiergummi
    - Handy
    - Bic-Feuerzeug
    - persönliche Notfallausrüstung

    Transportsack, rund, lang – Reserve (hinterer Stauraum):

    - Long-Shirt (pro 1.000 Paddel-km ein T-Shirt)
    - Long-Shirt (pro 1.000 Paddel-km ein T-Shirt)
    - langes Hemd
    - lange Hose (Sporthose)
    - Stoffgürtel
    - Socken
    - Unterhose
    - Badehose (Reserve)
    - Schampoo (Reserve)
    - Zahnpasta (Reserve)
    - Sonnenbrille (Reserve)
    - 6 x 8 Batterien AA (in Folie und T-Shirts eingewickelt)

    Transportsack, rund, kurz – Reparatur (vorderer Stauraum):

    - Ringschlüssel 7, 10, 13 mm (speziell für Kodiak)
    - Imbusschlüssel 5 mm (speziell für Kodiak)
    - Schrauben, Scheiben, Muttern (speziell für Kodiak)
    - Schraubendreher-Set (Bit-Version)
    - Sekundenkleber
    - Mattenkleber (auch für Spritzdecke, usw.)
    - Nähzeug (Nadeln, Zwirn schwarz und weiß, Sicherheitsnadeln)
    - Klebebänder (um das Tarp zu flicken und für alles mögliche)

    Sonstiges:

    - 8 Flaschen Mineralwasser, 1,5 l (vorderer Stauraum)
    - Reserve-Spritzdecke zusammengerollt (vorderer Stauraum, Spitze)
    - 2 Flaschen Mineralwasser, 1,5 l (hinter Sitz)
    - 1 Flaschen Mineralwasser, 1,5 l (griffbereit vor Lenzpumpe)
    - Reservesandalen, (hinterer Stauraum, Spitze)
    - diverse Schnüre, Seile, Bänder in die Spitzen verteilt

    Verpflegung:

    je nach Geschmack in die verbleibenden Hohlräume der Stauräume verteilt.

    Eiserne Reserve je nach Geschmack, in die vordere Spitze, z.B.:

    2 Büchsen Frühstücksfleisch
    2 Büchsen Fisch
    2 Büchsen Thunfisch

    Hinweise:

    Alle meine batteriebetriebenen Geräte (Handy-Organizer außer Speicherkarten- und Bios-Batterien, GPS-Empfänger, Handy, Stirnlampe, Fotoapparat) laufen ausschließlich mit AA-Batterien. Teilweise sind es uralte Geräte (Handy-Organizer, GPS-Empfänger und Handy), meist über 20 Jahre alt und werden von mir sorgsam gepflegt und behütet. Wenn das Notebook abschaltet, können diese Batterien immer noch eine Zeit lang in der Stirnlampe verwendet werden. Ich habe lange auf den Flohmärkten gesucht, bis ich alles beieinander hatte.

    Dieser gängige Batterietyp AA ist überall erhältlich und kann auch in größerer Zahl (z.B.: 6x8=48 Batterien – siehe oben) mitgenommen werden. Beim Kauf unbedingt auf das neueste Haltbarkeitsdatum achten (2010: Haltbarkeit mindestens bis 2017). Dann haben die Batterien die größte Leistung und Lebensdauer. Batterien mit nur mehr einem Jahr Haltbarkeit, meist extrem günstige Sonderangebote, funktionieren in einem Notebook keine 15 Minuten.

    Hygieneartikel, Unterwäsche und Kleidung müssen ebenso wie die Verpflegung individuell angepasst werden. Früher hatte ich noch einen Trainingsanzug dabei. Adria und Ägäis sind im Sommer so warm, dass ich auf ihn verzichten konnte. Unter Umständen zog ich die „Straßenkleidung“ an und bei Regen der Paddelanorak darüber.

    Ob man in diesen Gegenenden unbedingt kochen will, muss jeder selber entscheiden. Ein kleines Kochgeschirr mit Brennstoff passt sicherlich noch in den Kajak. Notfalls müsste der Verpflegungs- oder Wasservorrat entsprechend gekürzt werden. Ich persönlich esse da unten in der Regel kalt. Bei Bedarf passe ich mich kurzzeitig der Zivilisation in einem Restaurant oder Beachbar an und pflege dann meist nach 4 bis 5 Halben Bier die entsprechende Konversation mit den Ureinwohnern oder touristischen „Individual-Aussteigern“ – meist in meinem mir speziell angeeigneten Bavarian-English.

    Muss der Kajak mit dem Bootswagen über eine längere Strecke von mehreren Kilometern gekarrt werden, ist es dringend zu empfehlen, bei PE-Booten die Enden zu entlasten und die Hauptlast in die Sitzluke genau über den Bootwagen zu legen, ansonsten kommt man am Ziel mit einer „Hängematte“ an, mit zwei schleifenden Enden am Boden. Ich hatte das Problem, wenn ich den Kajak mit dem Trailer zur Fähre karrte und dann dort in praller Sonne stundenlang auf den Pott warten musste. Da war ich heil froh, wenn die Wasserflaschen leer, die Verpflegung aufgegessen, die Padddel-T-Shirts aufgebraucht waren und das größte Gewicht in der Sitzluke über dem Bootswagen konzentriert war.

    Es gibt einige Optionen, das Gewicht des Kajaks und das Volumen der Ausrüstung zu reduzieren: Man könnte die Reservekleidung weglassen, wenn man sich sicher ist, dass die im Gebrauch befindliche nicht gerade dann ihren Geist aufgibt, wenn man sie benötigt. Man könnte das Reparaturmaterial weglassen, wenn man sich sicher ist, dass nicht doch einmal das Messer mit der Spitze in die Luftmatte fällt und ein Loch hineinsticht (Ist mir auf Rodos auf steinigem Untergrund passiert und ich war heil froh „Seam Grip“ dabei gehabt zu haben.). Man könnte noch viel mehr weglassen, wenn der Geldbeutel und das Konto so gut bestückt sind, dass man sich alles kaufen kann. Aber wir sind Outdoor- und Survival-Freaks und unser Ehrenkodex verbietet uns, so kapitalistisch zu handeln, wie einige Pseudoindividualisten das uns vorleben. Man muss beim Vorbeipaddeln nur einen Blick in die sich karnickelartig vermehrenden Marinas werfen, die die Natur, insbesondere die Küsten mehr zerstören, als alle Outdoor-Freaks dieser Welt zusammen.

    Nach meiner Statistik, die die Verwendung der einzelnen Gegenstände untersucht, habe ich maximal 50 % auch wirklich benutzt, die meisten davon aber nur einmal (z.B.: Werkzeug). Paradoxerweise nehme ich aber diese „überflüssigen“ Dinge immer wieder mit – man könnte sie doch einmal brauchen. Es ist halt die persönliche Einstellung, was man als notwendig erachtet. Die Hemmschwelle für den Schritt zum absoluten „Nein“ scheint psychologisch bedingt zu sein und zivilisatorische Ursachen aufweisen.

    Bei der Ausrüstung setzt jeder seine eigenen Prioritäten und Außenstehende wie ich können eigentlich nur Empfehlungen geben. Entscheiden muss man selbst! Und gerade das macht ja für jeden einzelnen von uns die Auswahl des Equipments so spannend und interessant. Ironie an - Es ist doch immer wieder schön, wenn man am Lagerfeuer, gemütlich zusammensitzt, mit einer Tasse heißem ungesüßten Brennnesseltee in der Hand und mit der anderen herzhaft in die Schale mit knackig gerösteten, proteinreichen Maden und Würmern greifen und dabei über ein angenehmes, menschenverbindendes Gesprächsthema klönen kann, wie zum Beispiel: „Was nehme ich auf meiner Wanderung als Equipment mit?“ oder „Wäre nicht ein Teebeutel mit einer Ceylon-Assam-Mischung und geröstete, leicht gesalzene Soyabohnen aus einem Naturkostladen angenehmer?“, weit weg von den Stammtischphrasen und der Wohlstandsrhetorik der Biedermänner und -frauen – Ironie aus.

    Ich wünsche Euch bei der Zusammenstellung Eurer Ausrüstung für die nächsten Tour viel Erfolg und denkt bitte an Alexander Mackenzie und an seine Philosophie über das richtige Expeditions-Equipment: Von dem was Ihr mitnehmen wollt, werft die Hälfte weg, wartet einige Tage und werft wieder die Hälfte weg, wartet einige Tage und ... - na ja, zum Schluss bleibt dann der 100-prozentige „Extrem-Survival-Experte“ übrig, der sogar seinen Lendenschurz ohne Hilfsmittel und ohne Rambo-Messer selbst anfertigen kann, nach dem Motto: Je breiter das Wissen über Survival, desto schmäler die Ausrüstung! Überlegt einmal, wo Ihr Euch auf der Skala des Survivals von 0 bis 100 Prozent einreihen könnt. Ich persönlich bewege mich so zwischen 10 und 15 Prozent, möchte mich aber noch - mittels „outdoorseiten.net“ - steigern. Allerdings, so vermute ich, werde ich wohl kaum über die 50 % hinauskommen.

    Viele Grüße
    Beyond
    Geändert von Beyond (17.02.2012 um 22:36 Uhr)

  20. Erfahren
    Avatar von sejoko
    Dabei seit
    23.12.2009
    Ort
    Offenbach/Main
    Beiträge
    481

    AW: ...mein seekajakherz ausschütten...

    #20
    Hallo

    Sehr interessante und aufschlussreiche Beiträge von dir, Beyond.

    Helfen mir auf jeden Fall für die Vorbereitung meiner Touren im nächsten Jahr.
    Hast du Erfahrungen mit Korsika?

    Gruß
    Sebastian
    TRAVLRS.COM
    ein Fenster zur Welt

Seite 1 von 58 1231151 ... LetzteLetzte

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer

Aktive Benutzer in diesem Thema: 1 (Registrierte Benutzer: 0, Gäste: 1)