• Wafer

    Lebt im Forum
    • 06.03.2011
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    [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

    Tourentyp Radreise
    Breitengrad 48.550802153
    Längengrad 9.1768455504
    Reiseart: Radtour
    Region: Mitteleuropa
    Reisezeit: Fortlaufend

    Inhalt
    Der Übersichtlichkeit halber hier das Verzeichnis der einzelnen Tagesetappen, die ich bisher gefahren bin:
    1. Tag: Reutlingen - Horb am Neckar (49 Km)
    2. Tag: Horb am Neckar - Oberndorf (28 Km - noch ohne Bilder)
    3. Tag: Oberndorf - Schwenningen (40 Km - noch ohne Bilder)
    4. Tag: Schwenningen - Tuttlingen (51 Km - noch ohne Bilder)
    5. Tag: Tuttlingen - Jägerhaus (25 Km - noch ohne Bilder)
    6. Tag: Jägerhaus - Hausen (13 Km - noch ohne Bilder)
    7. Tag: Hausen - Zwiefaltendorf (66 Km)
    8. Tag: Zwiefaltendorf - Ehingen an der Donau (16 Km)
    9. Tag: Ehingen an der Donau - Blautal - Echenbrunn (89 Km)
    10. Tag: Echenbrunn - Neuburg an der Donau (88 Km)
    11. Tag: Neuburg an der Donau - Münchsmühle im Laabertal (114 Km)
    12. Tag: Münchsmühle - Bogen (97 Km)
    13. Tag: Bogen
    14. Tag: Bogen - Passau (97 Km)
    15. Tag: Passau - Ottensheim (90 Km)
    16. Tag: Ottensheim - Melk (130 Km)
    17. Tag: Melk - Wien (127 Km)
    18. Tag: Wien - Bratislava - Dunakiliti (108 Km)
    19. Tag: Dunakiliti - Komarom (106 Km)
    20. Tag: Komarom - Nagymaros (87 Km)
    21. Tag: Nagymaros - Budapest (84 Km)
    22. Tag: Budapest und Heimreise

    Prolog
    Nun bin ich in den letzten Jahren von meiner Heimatregion Reutlingen den Neckar entlang abwärts geradelt. Bis nach Bingen bin ich bisher gekommen. Leider habe ich aktuell selten mehrere Tage am Stück Zeit um die Tour bis zur Nordsee fertig zu machen. Das wird mit Sicherheit in den nächsten Jahren noch kommen. Zudem habe ich einige Interessante Tipps bezüglich der Route erhalten. Es soll eine sehr schöne Alternative zum Rhein durch das Ruhrgebiet geben, die von den Holländern für ihre Radtour von Amsterdam nach Rom genutzt wird. Aber das verschiebe ich auf später.
    Seit ein paar Jahren radle ich mit meinen Kindern auch den Neckar hinauf und die Donau hinunter. Nun sind doch schon einige Etappen zusammen gekommen, so dass es sich lohnt hier einen Bericht ein zu stellen. Auch hier halte ich die Planung und das Ziel offen. Ich träume vom Schwarzen Meer. Ob ich je soweit kommen werde wird die Zeit zeigen. Eine interessante Herausforderung ist es allemal und die Reise durch so viele Kulturregionen Europas hat mich schon immer sehr gereizt. Nun empfehlen mir die Ärzte eh mehr auf dem Rad als auf Schusters Rappen unterwegs zu sein. Also schauen wir mal, dann sehen wir schon!
    Auf den ersten Etappen war ich viel mit den Kindern unterwegs und hatte eigentlich nie einen Fotoapparat dabei. Daher bin ich kürzlich einige Etappen nochmal mit Foto geradelt um hier einen Eindruck hinterlassen zu können.

    1. Tag: Von Reutlingen nach Horb am Neckar
    Samstag, 28. September 2013
    Strecke: 49 Km
    Fahrzeit: 3 h 15

    Ich starte wiedermal in Altenburg an der Neckarbrücke. Der Neckartalradweg führt hier auf einem eignen asphaltierten Weg parallel zur B297 durch das Neckartal. Er führt am für die Öffentlichkeit gesperrten Mayersee vorbei zum Epplesee. Dieser ehemalige Baggersee ist zugänglich.



    Im Sommer ist hier Badebetrieb. Der DLRG ist hier an Wochenenden auch vor Ort. Ein Anglerverein hat hier sein Vereinsheim. Aber auch anderes Sportler finden sich hier ein.



    Die Modellflieger sind teilweise sehr realitätsnah dargestellt.



    Der normale Radweg führt hier unter der B27 hindurch und entlang der kleinen Straße von Einsiedel zur Neckarbrücke. Ich bleibe auf dem geschotterten Weg entlang des Sees und kreuze den Neckar am Ortseingang von Kirchentellinsfurt. Der Herbst zeigt hier schon seine Farben.



    Es geht am Rand des Ortes entlang bis es wieder auf geteerte Feldwege hinausgeht. Entlang der Neckarauen, die bei Hochwasser häufig auch mal überflutet sind, geht es auf Lustenau zu.



    Der Weg führt auch an den Wiesen eines Biobauern vorbei. Dort werden die Weihnachtsgänse eines Bioland-Bauernhofes gehalten.



    Auf der ersten größeren Straße kreuze ich den Neckar und radle entlang eines schönen Weges durch einen Park. Die Tennisanlagen grüßen mit einem guten Restaurant in dem wir schön häufiger gegessen haben. Auf einem kleinen Nebensträßchen geht es dann auf die Innenstadt zu. Da stehen einige tolle alte Villen am Hang mit Blick über den Necker.



    Entlang des Neckars führt der Nackartalradweg direkt in die Innenstadt. Am Neckar liegen die berühmten Stocherkähne mit denen sich die Studenten jährlich ein spannendes Rennen liefern. Über die Siegerrituale kann man allerdings geteilter Meinung sen.



    Über kleine Sträßchen komme ich wieder in einen Park und radle im Grünen aus Tübingen wieder hinaus.



    Hinter dem Freibad führt der Weg entlang des Wassers und dann über eine Brücke wieder auf die linke Seite des Neckars und nach Hirschau. Dort wird man am Dorfrand durch ein kleines Industriegebiet geführt. Auf dem Bergrücken, der südlich des Neckars liegt grüßt die Wurmlinger Kapelle.



    Der Herbst hat schon in den Weinbergen und den Wäldern Einzug gehalten. An der Kiesgrube vorbei geht es nach Rottenburg. Hier findet gerade irgendein Lauf statt: Mir kommen jede Menge Läufer mit Startnummern entgegen. Wir kommen aber gut miteinander zurecht.
    Der Weg führt direkt in die Altstadt mit einem schönen Dorfplatz mit Kirche und Brunnen.



    Auf einer Nebenstraße geht es dann aus Rottenburg wieder hinaus. Der weitere Weg führt immer dicht an der Bahnlinie durch das Neckartal entlang. Das ist der Vorteil dieser Talradwege: Meist kann man für die Rückfahrt auf eine gute Infrastruktur der Bahn zurückgreifen. Auf gut geteerten Wegen geht es entlang der Bahnlinie an der Brunnenmühle und Bad Niedernau vorbei nach Obernau. Entlang der Landstrasse geht es weiter nach Bieringen. Hier gibt es eine gute Gelegenheit zur Einkehr. Frisch gestärkt geht es weiter nach Sulzau. Die Weitenburg liegt hoch oben über dem Neckartal. Da wurde ein sehr ursprüngliches Restaurant mit Hotel untergebracht. Ich bleibe aber im Tal und gehe von der Straße runter und fahre über den Golfplatz. Dort haben sich ein paar Schwäne niedergelassen.



    Ich pirsche mit an aber die haben recht wenig Scheu. So komme ich recht nah ran.



    Man sollte das aber nicht übertreiben. So ein wütender Schwan kann ein ganz schön gefährlicher Gegner werden!
    Ein paar Meter muss ich dann aber doch an der Straße entlang fahren bevor ich kurz vor Börstingen wieder auf Feldwege komme. Der Weg führt weiter entlang über den Bahnhof Eyach und unter der gewaltigen Autobahnbrücke hindurch. Etwas auf und ab geht es dann nach Mühlen. Auf der anderen Talseite ist die Bahnlinie von Böblingen kommend nicht zu überhören. Über das ehemalige Landesgartenschaugelände von 2011 geht es dann direkt nach Horb hinein. Die Bahn bringt mich dann Reutlingen zurück wo ich dann nochmal ein paar Kilometer bis nach Hause habe.
    Zuletzt geändert von Flachlandtiroler; 19.11.2020, 12:39.

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    #2
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    2. Tag: Von Horb am Neckar nach Oberndorf
    Strecke: 28 Km
    Gesamtstrecke: 77
    Fahrzeit: 3 h 30

    Diese Etappe habe ich mit meinen Kindern schon vor ein paar Jahren gemacht. Bei Gelegenheit werde ich diese Strecke nochmal fahren und mit ein paar Bildern updaten.
    Von Herb führt der Neckartalweg Rechtsseitig am Neckar hinauf. Wir haben den Neckar also rechts von uns – denn die Uferseite wird ja bekanntlich immer von der Quelle zur Mündung gesehen. Nach wenigen Kilometern kommen wir bereits nach Dettingen wo uns der Hunger in den Ortskern treibt. Ein Landgasthof bietet einen guten Mittagstisch. Den nehmen wir dann auch.
    Dann geht es linksseitig des Neckars durch wunderbare Wiesen weiter. Wo die Glatt in den Neckar mündet geht es im Wald ein paar Meter aufwärts die dann auf dem Weg nach Fischingen wieder abgerollt werden können.

    In Fischingen geht es über eine kleine Bahnbrücke und dann immer im Tal entlang parallel zu Neckar und Bahn nach Sulz am Neckar. Durch die Stadt geht es an der Straße entlang bis man zum Sportplatz abzweigt. Ab dem Ortsrand geht es wieder etwas im Wald aufwärts. Ab hier führt uns der Weg häufiger mal im Wald entlang bis wir nach Aistaig, einen Vorort von Oberndorf kommen. Auf Nebenstraßen führt der Neckartalweg durch den Ort.

    3. Tag: von Oberndorf nach Schwenningen
    Strecke: 40 Km
    Gesamtstrecke: 117 Km
    Fahrzeit: 3 h 45

    Auch diese Etappe bin ich vor einigen Jahren mit meinen Kindern geradelt. Von der Stadtmitte geht es auf Nebenstraßen am Neckar entlang bis man zu einem Kiosk im Grünen kommt. Die Sonne scheint und wir sind nicht auf der Flucht. Also: Radlerpause! Weiter geht es durch den kleinen Vorort von Oberndorf Altoberndorf. Ab hier führt der wieder etwas mehr durch Wiesen und Felder. Die Durchfahrt von Epfendorf gestaltet sich durch eine Baustelle etwas schwieriger. Auf einem Weg entlang der Bahn geht es weiter das Neckartal hinauf. Längere Zeit stört kein Ort das Radeln. Der Weg folgt den Schlingen des Neckars während sich die Bahn durch die Hänge tunnelt. Nach der Autobahnunterquerung führt der Weg dann plötzlich aufwärts und verlässt die Windungen des Neckartals. Durch ein kleines Nebental geht es aufwärts bis man durch einen klein Wald in die ersten Vororte von Rottweil gelangt. Entlang einer größeren Straße kommen wir in die älteste Stadt Baden-Württembergs. Das Schwarze Tor, das alte Rathaus und viele andere schicke Häuser machen den Charme der Altstadt aus. Nur haben Kinder für so was leider weniger Sinn. Das Eiscaffee am Platz fanden die wesentlich attraktiver. Nun, auch nicht ganz schlecht!
    Entlang der Hauptstraße geht es auf sehr breiten Gehwegen teilweise mit Radwegmarkierungen geht es aus Rottweil wieder hinaus. Auf Radwegen neben den Straßen geht es durch kleinere Vororte wieder an den Neckar zurück. Der ist auch deutlich kleiner geworden. Durch Laufen und Deißlingen geht es entlang des recht jungen Neckars. Hier lässt sich die Autobahn wiedermal nicht übersehen. Schnell geht es aber durch Wälder und entlang eines kleinen Flugfeldes nach Schwenningen hinein. Kurz vor dem Bahnhof kreuze ich den Neckar, den ich als solchen erst nach einem Hinweisschild erkenne. So klein ist er hier schon.

    Hier der GPX-Track von Reutlingen (Altenburg) über den Neckarursprung nach Donaueschingen.

    4. Tag: von Schwenningen nach Tuttlingen
    Strecke: 51 Km
    Gesamtstrecke: 168 Km
    Fahrzeit: 3 h

    Vor einiger Zeit hatte ich mal mit den Kindern eine Radtour im oberen Donautal von Tuttlingen nach Hausen im Tal gemacht. Um an diese Tour an zu schließen habe ich im Herbst 2011 einen schönen Tag genutzt um die klaffende Lücke zwischen Schwenningen und Tuttlingen zu schließen. Das Auto bleibt in Rottweil und die Bahn bringt mich nach Schwenningen.
    Vom Bahnhof geht es entlang dem Bächlein namens Neckar aus Schwenningen hinaus. Teilweise verliert der sich dann aber. Irgendwo hier im Schwenninger Moos ist der Neckarursprung. Ich suche ihn, kann ihn aber nicht genau lokalisieren. Irgendwo hier in diesem Waldgebiet muss der sein. Am Sportplatz vorbei fahre ich auf Forstwegen durch den Wald. Dann fahre ich zum Zollhäusle und fahre über Feldwege immer in Richtung Süden. Über leichte Hügel geht es zwischen Bad Dürrheim und Brigachtal auf Donaueschingen zu. Die Donau hat in Donaueschingen einen Ursprung im fürstlichen Fürstenbergischen Schlossgarten wo der Donaubach entspringt und nach knapp 100 Metern in die Brigach mündet, die sich dann nach 1,5 Km mit der Breg vereinigt und ab dort dann offiziell Donau heißt.
    Der Donauradweg führt durch den Fürstenbergischen Park und kreuzt die Breg ein paar Meter vor dem Zusammenfluss mit dem Brigach. Über Felder geht es nach Pfohren. Entlang der jungen Donau, die hier schon deutlich größer ist als der Neckar heute Morgen, geht es etwas kreuz und quer durch Felder bis zur B33. An der geht es zum Glück nicht lange entlang und nach einer Unterführung geht es auf Geisingen zu. Entlang der Bahnlinie unterquere ich auf dieser Tour zum letzten Mal die Autobahn 81 und fahre auf schönen Feldwegen weiter nach Immendingen. Der Ort wird aber nur gestreift um dann wieder den Schlingen der Donau zu folgen. Schnell bin ich in Möhringen wo ich einen schicken kleinen Biergarten finde der mir die Gelegenheit zur Mineralstoffnachfüllung gibt. Auf dem weiteren Weg merkt man dann dass man sich einem Industriezentrum nähert. Am Waldrand entlang komme ich in einen Vorort von Tuttlingen. Von hinten fahre ich an den Bahnhof heran und nehme den nächsten Zug nach Rottweil zurück.

    5. Tag: Von Tuttlingen zum Jägerhaus
    Samstag, 12. Juni 2010
    Strecke: 25 Km
    Gesamtstrecke: 193 Km
    Fahrzeit: 3 h 30

    Bei dieser Etappe waren meine Kinder noch etwas kleiner und wir wollten ein gemütliches Wochenende auf dem Rad verbringen. Die Bahn hat uns nach Tuttlingen gebracht. Von dem Bahnhof bin ich letztes Jahr an Allerheiligen zur Wanderung auf dem Alb-Nordrand-Weg gestartet. Diese Wanderung wird hoffentlich auch wieder in Donauwörth an der Donau enden. Ich bin mal gespannt wann ich dort sowohl zu Fuß als auch mit dem Rad dort sein werde.
    Durch Tuttlingen führt der Donauradweg entlang der Donau durch einen Park und dann immer neben einer Straße entlang mit freiem Blick auf die Donau. Tuttlingen hat sich die Au selbst in der Stadt schön grün erhalten. Hinter Tuttlingen geht es dann wieder auf Feldwegen weiter. Nendingen wird nur gestreift und in Mühlheim ist eine Eis-Pause fällig. Hier mäandert die Donau sehr schön durch die Landschaft und der Radweg folgt auf guten Wegen mal dem Waldrand und mal der Donau. In Friedingen machen wir ausgiebig Mittagspause. Dann wird das Donautal richtig eng. Erst über Felder und dann am Waldrand führt uns der Weg durch das enge Donautal. Wir bummeln gemütlich durch das Tal und mach viel Pause. Am Jägerhaus bleiben wir dann kleben. Die Kinder spielen am Bach und der Nachmittag plättschert dahin. Da die hier Zimmer haben logieren wir uns hier ein. Das Essen ist gut und auf der anderen Seite der Donau zelten Pfadfinder.

    6. Tag: Von Jägerhaus nach Hausen im Tal
    Sonntag, 13. Juni 2010
    Strecke: 13 Km
    Gesamtstrecke: 206 Km
    Fahrzeit: 1 h 30

    Heute Morgen ist es heftig zugezogen. Vor dem Haus werden Absperrbänder gezogen. Heute soll hier ein Marathon auf dem Radweg stattfinden. Na Bravo! Wiedermal so ein Highlight, mit dem man so gut wie gar nicht rechnet.
    Nach einem ausgiebigen Frühstück ziehen wir dann los und müssen öfter mal anhalten wenn uns Läufer entgegen kommen. Und dann fängt es auch noch an zu regnen. In Beuron sind wir noch optimistisch und fahren weiter. Die Donau schlängelt sich hier durch ihr Tal und wir folgen jeder Biegung. An den Hängen stehen viele Felsen, die zum Klettern genutzt werden. Leider zwingt uns das Wetter ab dann doch zum Abbruch. In Hausen essen wir noch zu Mittag und hoffen auf Besserung. Als diese aber nicht eintritt fahren wird zum Bahnhof und nehmen den nächsten Zug zurück.
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    Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 20:16.

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    • Wafer

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      #3
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      7. Tag: Von Hausen im Tal nach Zwiefaltendorf
      Samstag, 12. Oktober 2013
      Strecke: 66 Km
      Gesamtstrecke: 272 Km
      Fahrzeit: 4 h 30

      Nach langer Zeit habe ich ein knappes Wochenende Zeit und das reicht nicht um nach Bingen zu fahren. Außerdem soll das Wetter im Süden besser werden als im Norden Deutschlands. Da das Knie etwas Schwierigkeiten macht ist eine Weiterwanderung auf dem Alb-Nordrand-Weg keine Option. Aber Fahrradfahren geht. Also nehme ich die Bahn und fahre an den Ausgangspunkt – also den Endpunkt von damals – Hausen im Tal.
      Der Blick zurück auf das Schloss Werenwang ist immer lohnend!



      Leider ist das Schloss nicht öffentlich zugänglich. Aber wie es da so über dem Donautal thront hat schon was! Ich steige auf’s Rad und mache mich auf den Weg. An einem Bahnübergang muss ich erst mal anhalten. Ein Güterzug schlängelt sich durch das Tal.



      Ich kreuze die Eisenbahnlinie und fahre am Wald entlang gen Westen. Der Weg folgt den Schlingen der Donau. Das Donautal ist hier tief eingeschnitten und an den Hängen gibt es jede Menge Felsen an denen im Sommer heftig geklettert wird.



      Bei Thiergarten verschwindet die Bahn in einem Tunnel während der Radweg den Donaubogen ausfährt. Die Orte sind hier nicht sehr groß. Auch Gutenstein ist recht überschaubar. Kurz hinter dem Ort geht es ein paar Meter aufwärts weil die Donau keinen Platz mehr gelassen hat um den Radweg auf zu nehmen.



      So hat man von oben einen idyllischen Blick auf die Donaukehre.
      Das Feuchtwarme Wetter der letzten Tage hat dafür gesorgt, dass hier reichlich Pilze wachsen.



      Ein paar Meter weiter überquere ich die Donau auf einer kleinen Brücke. Und schon kommt die nächste Burgruine in Sicht: Die Ruine Dietfurt. Sie hat eine bewegte Geschichte hinter sich!



      Ein paar Meter weiter den Donauradweg hinunter kommt kann an einen kleinen Tunnel, durch den der Radweg führt.



      Auch sehr interessant sind die dann folgenden Kletterfelsen. Auf ihnen stehen ebenfalls Reste einer Bebauung. Leider konnte ich hierzu im Netz nichts finden. Alleine für die Kletterer wurde das sicher nicht gebaut. Diese Felsern stehen vor Inzigkofen direkt wo die beiden Bahnlinien zusammentreffen.



      Hinter dem Bahnhof geht es dann über eine Brücke und etwas bergan in den eigentlichen Ort von Inzigkofen. Dort steht das Stift Inzigkofen durch das man praktisch hindurchradelt.
      Dann geht es die mühsamerklommenen Höhenmeter wieder hinunter und man kommt in die ersten Vororte von Sigmaringen. Bei der Einfahrt hat man einen herrlichen Blick auf das Schloss von Sigmaringen.



      Ich bin hier vor Jahren auch schon mal zu Fuß durchgekommen als ich auf dem Weg an den Bodensee und später auch weiter bis nach Spanien unterwegs war.
      Ich nehme mir diesmal mehr Zeit und radle einmal rund um das Schloss.



      Wirklich ein beeindruckender Bau!



      Am Eingang ist nicht viel los. Bei diesem Wetter sind nicht allzu viele unterwegs.



      Nach der Erkundung der Schlossanlage nehme ich erst mal ein Mittagessen zu mir. Frisch gestärkt will ich mich wieder auf’s Rad schwingen da komme ich an einer Kirche vorbei, die sich lohnt an zu schauen.



      Dann verlasse ich Sigmaringen und quäle mich den Hang hinauf bis ich merke, dass der Donauradweg unten geblieben ist. Den Weg nach Krauchenwies kenne ich doch. Und so doll war der nicht, dass ich den nochmal anschauen muss. Mit viel Schwung geht es an die Donau zurück.
      Hinter Sigmaringen wird das Donautal wieder deutlich breiter und die Dörfer werden auch wieder größer. Bei Scheer wird nochmal eine Donauschleife umradelt und dann wird es ganz eben. Über Ennetach geht es nach Mengen und von dem Donautal mit den Kletterfelsen ist hier nichts mehr zu sehen. Wie schnell sich doch die Landschaft auf so ein paar Metern ändern kann!
      Meist über Felder geht es mal weiter und mal näher an der Donau entlang an Hundersingen und Ertingen vorbei geht es nach Riedlingen. Hier kehre ich ein um den Wasserverlust und die Mineralstoffe aus zu gleichen. Als ich vor die Tür trete scheint die Sonne.
      Auf einem der Felder steht ein Storch und beobachtet mich neugierig.



      Bei Daugendorf überquere ich mal wieder die Donau und habe einen tollen Blick auf die Wälder im Hintergrund.



      Bei Bechingen geht mir dann langsam die Lust für heute aus. Aber bis Zwiefaltendorf will ich dann heute schon noch kommen. Da kenne ich eine Brauerei die auch Gästezimmer hat. Ich rufe bei den Blanks an und die haben ein Plätzchen für mich. An der Bahnlinie entlang komme ich an dem stillgelegten Bahnhof von Zwiefaltendorf vorbei. Schade um die schönen Gebäude, dass die so dich an den Gleisen stehen!



      Dann sind es nur noch wenige Meter bis zu meinem heutigen Ziel. Ich werde im Gästehaus untergebracht und kann das Rad auch mit ins Haus nehmen. Die Brauerei Blank macht ein einzigartiges Bier und betreibt noch nach alter Väter Sitte eine Brauereigaststätte mit guter schwäbischer Küche.
      Nachdem ich mein Zimmer bezogen habe drehe ich noch in der Abendsonne eine Runde durch das Dorf.



      Dann geht es zur frischen Forelle und dem Blank-Bier, dessen Ruf bis zu uns nach Reutlingen vorgedrungen ist und das obwohl nur ganz wenige Märkte dieses Bier führen. Die Brauerei hat auch noch eine eigene Tropfsteinhöhle. Aber dazu komme ich am Abend nicht mehr. Am Stimmtisch wird viel gesungen und wir haben viel Spaß in einer bunt gemischten Runde. Das ist das Schöne an solchen Gasthäusern: Auch als völlig Fremder gehört man hier schnell dazu!
      Zuletzt geändert von Flachlandtiroler; 19.11.2020, 12:38.

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      • Wafer

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        • 06.03.2011
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        #4
        [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

        8. Tag: Von Zwiefaltendorf nach Ehingen an der Donau
        Sonntag, 13. Oktober 2013
        Strecke: 16 Km
        Gesamtstrecke: 288 Km
        Fahrzeit: 2 h

        Heute Morgen ist hat es wieder etwas zugezogen. Und habe ich da gestern was von feuchtwarmem Klima geschrieben? Die Autoscheiben sind gut zugefroren. Ein Grund mehr das Frühstück im Gasthof ausgiebig zu genießen!



        Nach dem Frühstück besteht dann noch die Gelegenheit die Tropfsteinhöhle zu besichtigen. Die ist zwar nicht groß aber dafür sehr schön.



        Je nach Wasserstand der Donau kann man weiter rein oder kann sie nur von der Treppe aus besichtigen.
        Dann wird es aber Zeit zum Aufbrechen. Ich packe meine Sache und radle los. Am Ortsausgang steht eine richtig nette Villa.



        Erst geht es entlang der Donau aber dann geht es nach Obermarchtal hinauf. Wieder so ein Ort mit einem tollen Kloster. So viele Klöster stehen bei uns nicht. Na, vielleicht kenne ich ja auch nicht alle.
        Über Untermarchtal geht es nach Munderkingen. Hier fängt es an zu tröpfeln. Da der Wetterbericht heute Morgen davon nichts wusste fahre ich mal weiter. In Rottenacker lege ich dann aber doch die Regenkleidung an. So macht das nicht wirklich Spaß! Über Herbertshofen komme ich dann nach Ehingen. Es regnet immer noch. Meine Kleider sind inzwischen doch recht feucht unter dem Regenzeug.
        So beschließe ich es für dieses mal gut sein zu lassen und kaufe mir eine Bahnkarte nach Reutlingen zurück.
        Ein Interregio bringt mich über Blaubeuren nach Ulm. Da sieht das Tal wieder aus wie weiter oben an der Donau. Das werde ich wohl beim nächsten Mal nehmen. Im IC breite ich mich ziemlich aus um meine Klamotten zu trocknen.



        Zeit dazu habe ich reichlich weil irgendwelche Demonstranten meinen sie müssten ihrer Meinung mit einem kleinen Feuer auf den Gleisen Nachdruck verleihen. So stehen wir dann über eine halbe Stunde auf dem Gleis in Göppingen. Als ich dann in Reutlingen einfahre scheint wieder die Sonne. Aber die Jeans sind immer noch feucht. Mit etwas mehr Geduld wäre es heute vielleicht noch etwas geworden. Aber ich hätte ja doch heim gemusst. So muss ich die weitere Tour auf ein andermal vertagen.

        Als Fazit kann ich sagen, dass sowohl der Neckartalradweg als auch der Donauradweg fast durchgehend geteert und sehr gut ausgeschildert sind. Die Wege sind meist abseits von Straßen geführt und erfordern nur selten das direkte befahren von verkehrsreichen Straßen. Die Landschaft des oberen Neckartals und des oberen Donautals sind sehr abwechslungsreich und absolut empfehlenswert.
        Als Karten hatte ich übrigens die Radwanderkarten von Publicpress dabei. Einmal die Karte „Neckartalradweg“ (ISBN 978-38992-0279-3) und die Karte „Donau-Radweg 1 Donaueschingen – Passau“ (ISBN 978-38992-0235-9). Und die Donaukarte ist anständig nass geworden. Nach einer Trocknung auf dem Kachelofen kann man die normal weiter verwenden.
        Ich habe vor den Donauradweg noch weiter zu fahren. Wenn die Zeit reicht auch bis ans Schwarze Meer. Ich bin mal gespannt was die Zukunft so bringt!
        Zuletzt geändert von Wafer; 24.05.2017, 22:37.

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        • Enja
          Alter Hase
          • 18.08.2006
          • 4869
          • Privat


          #5
          AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

          Mach das unbedingt. Von Ehingen bis ans Schwarze Meer ist es allerdings noch ziemlich weit. Möchtest du das "am Stück" oder in Etappen machen?

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          • Jack68
            Erfahren
            • 30.03.2012
            • 401
            • Privat


            #6
            AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

            ...ist die Tour hier für dieses Jahr geplant?
            ...

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            • Biki
              Erfahren
              • 10.12.2010
              • 328
              • Privat


              #7
              AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

              Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
              [B]Auch sehr interessant sind die dann folgenden Kletterfelsen. Auf ihnen stehen ebenfalls Reste einer Bebauung. Leider konnte ich hierzu im Netz nichts finden. Alleine für die Kletterer wurde das sicher nicht gebaut. Diese Felsern stehen vor Inzigkofen direkt wo die beiden Bahnlinien zusammentreffen.

              Das ist die Ruine Gebrochen Gutenstein oder auch Neugutenstein.

              Dein Bericht ist gut, um sich Anregungen zu holen. Fährst du dieses Jahr wieder ein Stück?
              http://bikibike.wordpress.com/

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              • Wafer

                Lebt im Forum
                • 06.03.2011
                • 9533
                • Privat


                #8
                [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

                Zitat von Enja Beitrag anzeigen
                Mach das unbedingt. Von Ehingen bis ans Schwarze Meer ist es allerdings noch ziemlich weit. Möchtest du das "am Stück" oder in Etappen machen?
                Ich werde das vermutlich eher wieder in Etappen machen. Das ist halt immer eine Frage des Urlaubs und der Familie. Lieber wäre mir "am Stück" - aber so hat man auch jedes Jahr was, worauf man sich freuen kann!

                Zitat von Jack68 Beitrag anzeigen
                ...ist die Tour hier für dieses Jahr geplant?
                Ja, sobald Wetter und Gesundheit es zulassen will ich hier eigentlich weiter machen. Vorher sollte ich allerdings die etwas eingerostete Kondition wieder aufpollieren. Ich lasse das mal geruhsam auf mich zukommen.

                Zitat von Biki Beitrag anzeigen
                Das ist die Ruine Gebrochen Gutenstein oder auch Neugutenstein.

                Dein Bericht ist gut, um sich Anregungen zu holen. Fährst du dieses Jahr wieder ein Stück?
                Vielen Dank für den Hinweis! Das hatte ich gesucht aber nicht gefunden. Aber gemeinsam wird es eben was!


                Hier nun auch der GPX-Track von Donaueschingen bis Ehingen. Ich habe übrigens weiter oben auch den Track von Reutlingen (Altenburg) bis zum Neckarursprung und weiter nach Donaueschingen eingefügt.
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                Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 20:16.

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                • Wafer

                  Lebt im Forum
                  • 06.03.2011
                  • 9533
                  • Privat


                  #9
                  [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

                  9. Tag: Von Ehingen an der Donau nach Echenbrunn
                  Samstag, 17. Mai 2014
                  Strecke: 89 Km
                  Höhenmeter: ↑ 100 m, ↓ 200 m
                  Gesamtstrecke: 377 Km
                  Fahrzeit: 8 h

                  Aktuell befinde ich mich eigentlich in eine Reha-Klinik in Bad Saulgau nachdem ich 3 Mal am Knie operiert wurde. Näheres dazu und zu den dort ausgeführten Radtouren kann in dem separaten Bericht über meine Touren während meines Reha-Aufenthaltes nachgelesen werden.
                  So bin ich also gegen 9 Uhr 45 von Bad Saulgau kommend auf der Anreise nach Ehingen an der Donau. Dabei komme ich durch Obermarchtal. Diesen Ort habe ich im Oktober 2013 durchfahren ohne mir das http://de.wikipedia.org/wiki/Kloster_Obermarchtal]Kloster Obermarchtal[/URL] an zu sehen weil schlechtes Wetter aufzog. So beschloss ich dieses Versäumnis nach zu hohlen.


                  Kloster Obermarchtal

                  Das Kloster bietet einen tollen Blick auf die Donau und ist gut gepflegt. Für jeden Pfarrer muss es ein Hauptgewinn sein, wenn er in so einer Kirche predigen darf. Nur habe ich bei solchen Kirchengrößen Schwierigkeiten mir vorzustellen, dass die Kirche voll wird.


                  Die Außenanlage des Klosters Obermarchtal

                  Der Innenraum erstrahlt in frühbarockem Glanz.


                  Hauptaltar und Chorgestühl mit integrierter Orgel

                  Die Detailverliebtheit und die Integration von Architektur, Dekoration und Malerei faszinieren mich immer wieder aufs Neue. Auch die handwerklichen Arbeiten z.B. bei Altären, Kanzel oder Chorgestühl sind brillant.


                  Details der Innenausstattung der Klosterkirche Obermarchtal

                  Gegen 11 Uhr bin ich dann endlich in Ehingen startbereit. Ich habe vor nicht der Donau zu folgen sondern den schon fast üblichen und vor allem schöneren Weg durch Schmiech- und Blautal zu nehmen. Die 10 Zusatz-Kilometer nehme ich da gerne im Kauf.
                  Über Berkach und Allmendingen geht es das Schmiechtal hinauf. Das Tal ist deutlich tiefer eingeschnitten als das Donautal. Die Talwände rücken näher und werden höher. Auch sind vereinzelt wieder markante Felsen zu sehen, die den Kletterern der Region sicher Freude bereiten.
                  Über Schleklingen grüßt http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Hohenschelklingen]die Ruine Hohenschelklingen[/URL].


                  Ruine Hohenschelklingen grüßt über Schelklingen

                  Kurz hinter Schelklingen komme ich an einem kulturgeschichtlichen Schmankerl vorbei: Dem Hohlen Fels, dem Fundort der 40 Tausend Jahre alten Venus-Figur aus Elfenbein. Eigentlich hätte die Höhle geschlossen. Aber als ich davorstehe kommt zufällig eine Gruppe mit Führer aus der Höhle. Ich darf die Gelegenheit nutzen und die Höhle besichtigen. Vielen herzlichen Dank!


                  Der Hohle Fels, der Fundort der 40.000 Jahre alten Venusfigur

                  Der Eingang liegt an einem einzelnen Felsen so dass man gar nicht erwartet hier eine der größten Höhlenhallen Süddeutschlands zu finden. Am Eingang sind Nachbildungen der Venus, einer Flöte und anderer Fundstücke aus einer jungpaläolithischen Kultur zu sehen.
                  Bei der Fahrt das Tal weiter hinauf grüßen jede Menge Felsen von den steilen Talwänden herunter.


                  Das Schmaichtal mit seinen Kletterfelsen

                  Über Weiler komme ich nach Blaubeuren. Hier möchte ich Mittagessen und mir den Blautopf anschauen. Der Weg führt mich auf Nebenstraßen in die Altstadt.


                  Wunderschöne Altstadt von Blaubeuren

                  In selbigem Etablissement bekomme ich dann auch einen Zwiebelrostbraten vom feinsten. Zum Glück geht es nachher dann das Blautal hinunter!
                  Blaubeuren liegt im Talschluss der Blau und zwängt sich zwischen die Felsen.


                  Blaubeuren zwängt sich in den Talschluss

                  Nach dem Essen besuche ich den weltberühmten Blautopf.


                  Der Blautopf

                  Das Wasser ist kristallklar aber tief Blau. Ein faszinierender Anblick. Und zu dieser Zeit nicht mal von Touristen überlaufen. Wenn das Wasser jetzt 25° oder 30° C hätte würde ich ja baden gehen. Aber bei 9° C? Lieber nicht! Respekt vor den Tauchern!


                  Die Kirche spiegelt sich im Blautopf

                  Dann radle ich an der Blau entlang durch Richtung Ortsausgang.


                  Die junge Blau

                  Dann kommen wieder freie Felder und jede Menge Viehzeug fühlt sich hier wohl.


                  Lebensraum Blautal

                  Auch der weitere Weg nach Ulm durch das Blautal hält sehenswertes bereit: Die http://de.wikipedia.org/wiki/Ruine_Hohengerhausen]Ruine Hohengerhausen[/URL] (im Bild oben links), Teile einer alte Materialbahn von einem Steinbruch zum Werk, jede Menge Kletterfelsen...


                  Abwechslung im Blautal auf dem Weg nach Ulm

                  Immer wieder faszinieren mich die Wacholderheiden – diese typische Landschaftsform der Alb. Über Arnegg geht es nach Blaustein. Direkt am Ortseingang von Blaustein liegt das http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Klingenstein]Schloss Klingenstein[/URL] oben am Hang. Man erkennt noch den Turm der ehemaligen http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Klingenstein]Burg Klingenstein[/URL] auf deren Fundamenten das Schloss errichtet wurde.


                  Schloss mit Burgruine Klingenstein

                  Obwohl Blaustein und Ulm schon fast zusammengewachsen sind geht es noch sehr grün weiter bis mit der Bundesstraße dann endgültig der urbane Raum Ulms erreicht ist. Bei der Wegführung hat man das Gefühl Ulm besteht nur als Bahnlinien. Dann ist die Altstadt erreicht. Und mit ihr http://de.wikipedia.org/wiki/Ulmer_M%C3%BCnster]das Ulmer Münster[/URL].


                  Der Turm des Ulmer Münsters

                  Der gotische Innenraum ist im Vergleich zu den verspielten Barockkirchen der letzten Tage (Sießen, Steinhausen, Bad Schussenried oder auch Obermarchtal) eher nüchtern obwohl es meist deutlich nach den genannten Bauwerken fertiggestellt wurde. Das liegt an dem Baubeginn im 14 Jahrhundert und etlichen hundert Jahren Baupause.


                  Impressionen des Ulmer Münsters

                  Leider muss ich aus gesundheitlichen Gründen auf die Turmbesteigung verzichten. Die ist aber absolut lohnend! Ich war schon öfter oben.
                  Nachdem ich mir noch schnell eine Donauradwegkarte besorgt habe – ohne Karte kann ich einfach nicht sein – zieht es mich dann an die Donau. Die Ufer derselben kommen sehr grün daher.


                  An der Ulmer Donau

                  Ein Schwan kommt in Imponiergehabe angeschwommen. Die Damen, die es zu beeindrucken gilt lässt das aber ziemlich kalt.


                  Der Herr an der Ulmer Donau

                  Auch der Radweg kommt für diesen urbanen Bereich sehr grün daher. Gefällt mir!


                  Ulmer Donauradwege

                  Mit zunehmender Nähe zum Freistaat kommt aber leider auch die Straße deutlich näher. Und dann komme ich an die Grenze.
                  Neu-Ulm gehört zu Bayern. Ist Bayern schon dem Schengener Abkommen beigetreten? Ich habe nichts davon gelesen! Mein Personalausweiß ist abgelaufen. Lassen die mich überhaupt rein?


                  Grenze zwischen Baden-Württemberg und Bayern

                  Der Grenzübertritt gestaltet sich zum Glück Problemfrei. Weniger schön ist die Nähe des Radweges zur verkehrstechnischen Infrastruktur. Kaum in Bayern geht es erst Mal ein paar Orte an einer viel befahrenen Straße entlang. Dann werden 2 Autobahnen über- bzw. unterquert. Erst die A7, dann die A8 – immer hübsch der Reihe nach. Nach der einer Radlerpause in Weißingen wird es dann etwas besser mit dem Radweg: Er führt auf festgefahrenem Schotter durch den Wald. Angenehm kühl! Da wir uns aber im Ried befinden, also in den sumpfigen Donauauen gibt es reichlich Mücken. Deshalb fahren die Bayern hier vermutlich auch im Wald mit Sonnenbrille!
                  An Leipheim geht es vorbei. Ich lasse auch Günzburg rechts liegen. Ich habe heute mit Blaubeuren und Ulm schon genug Stadt gesehen. So fahre ich gerade aus wo der Radweg rechts abbiegt und über die Donau will. 2 Km weiter ist er dann auch schon wieder da. Er führt mich nun direkt am Rande der Donau entlang.


                  Bayrische Donau bei Offingen - Naturbelassen geht anders

                  Da ich auf meiner Tour den Neckar und Rhein hinunter schon genug von Kernkraftwerken habe wähle ich den Weg über die Felder. Da geht auch die offizielle Donauradweg-Beschilderung lang. Eine Naturwegvariante nach Gundelfingen gibt es auch. Da kann man sich das AKW dann noch aus der Nähe ansehen. Als sicher hätte ich die Entfernung auf dem Feldweg aber auch nicht eingestuft. Das traf eher zu, als ich die Fahnen der Kühltürme von der ca. 160 Km entfernten Meglisalp im Appenzeller Land sehen konnte.


                  Wegführung um das AKW Grundremmingen

                  Auf dem Feldweg waren dann zwar keine Mücken mehr aber dafür ein steifer Nordwind. Irgendwie habe ich heute keine Lust mehr. Ich werde mich wohl nach einem Quartier umsehen.
                  Das erste beim Fischerheim hatte zwar billige Zimmer wollte heute Abend aber nix mehr kochen weil doch dann Fußball kommt ...
                  In Peterswörth sah ich dann bei einem Steinmetz für Grabmahle dieses:


                  Grabkunst der fragwürdigen Art

                  Was ist das denn für eine Aussage? „Hier ruht ...“ Also meine Frau würde sich nicht im Grabe rumdrehen sondern selbigem gleich entsteigen wenn ich ihr so was aufs Grab stellte.
                  Etwas müde komme ich nach Gundelfingen. Das nächste Hotel hat nur eine Vesperkarte. Der Koch will wohl auch das DFB-Finale sehen!
                  Die Altstadt begrüßt mich dann mit einem schönen Stadttor. Der Gasthof Kreuz, der schön beleuchtet ist, dann mit geschlossener Tür.


                  Gundelfingen am Abend

                  Bei der Stadtmauer musste ich spontan an den mehrere hundert Jahre dauernden Baustopp des Ulmer Münsters denken! Aber die hier sind nicht fertig geworden.
                  In Echenbrunn in der Sonne kam ich dann sehr gut unter. Der Feinschmeckerteller war wirklich gut – und mein Muskelkater auch. Den habe ich dann noch gebadet und bin ins Bett gefallen. Gute Nacht!
                  Zuletzt geändert von Wafer; 24.05.2017, 22:38.

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                  • Wafer

                    Lebt im Forum
                    • 06.03.2011
                    • 9533
                    • Privat


                    #10
                    [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

                    10. Tag: Von Echenbrunn nach Neuburg an der Donau
                    Sonntag, 18. Mai 2014
                    Strecke: 88 Km
                    Höhenmeter: ↑ 250 m, ↓ 300 m
                    Gesamtstrecke: 465 Km
                    Fahrzeit: 8 h

                    Morgens weckt mich die Sonne, die zum Fenster reinscheint. So hab ich mir das vorgestellt! Nach gutem Frühstück komme ich gegen 9 Uhr weg. Über Felder geht es nach Faimingen.


                    Felder mit leichten Bergen im Norden

                    Dann geht es auf der Straße nach Lauingen hinein.


                    Lauingen kann sich sehen lassen

                    Nach einigen interessanten Baulichkeiten geht es dann über Kopfstein an die Donau hinunter. An der geht es dann auf Schotter sehr vielversprechend weiter.


                    Die Donau bei Lauingen

                    Ein paar Meter weiter spazieren zwei Enten auf dem Weg umher. Normalerweise verschwinden die, wenn ich die Kamera raus hole. Diese nicht. Selbst als sich ein Fahrrad zwischen mir und den Enten durchdrängelt posieren die beiden noch für die Kamera.


                    Entenpaar auf Landgang

                    Rechts die Donau, links kleine Tümpel und Sümpfe. Auf dem Weg nach Dillingen wird der Waldweg schon fast lauschig!


                    Im Wald vor Dillingen

                    Dann komme ich nach Dillingen rein. Eine Stadt, von der ich bisher keine hohe Meinung hatte. Was völlig falsch war, wie ich feststellen musste. Vielleicht hätte ich diese Meinung nicht nur von Erzählungen meines Bruders bilden sollen, der bei der Bundeswehr hier die Sümpfe der Donau umgegraben hat?
                    Zuerst komme ich an der backsteinernen Katharinenkirche vorbei. Ein paar Meter weiter grüßte allerdings schon die Studienkirche Mariä Himmelfahrt herüber. Ein imposanter Bau und gliedert sich hervorragend in das Häuserbild der Straße ein. Das muss ich mir von innen ansehen!


                    Dillingens Kirchen am Eingang der Altstadt

                    Von innen bietet sich das Bild verspielter barocker Kunst vom Feinsten. Auch der Blick nach oben lässt nichts zu wünschen übrig!


                    Die Studienkirche Maria Himmelfahrt von innen


                    Grandiose Deckenmalerei mit Maria im Mittelpunkt

                    Als ich wieder vor die Tür trete stoße ich auf eine Gruppe Radreisende aus Leinfelden (bei Stuttgart). Sie sind zuhause gestartet und wollen in 14 Tagen bis Ungarn kommen. Respekt! Sie starten aber vor mir weil ich mir noch den Rest der Altstadt ansehe. Die Akademie für Lehrerfortbildung schließt direkt an die Studienkirche an. Weiter hinten dann ein tolle Stadttor. Die Altstadt von Dillingen gibt ein tolles Bild ab!


                    Die Altstadt von Dillingen an der Donau

                    Bevor es dann wieder an die Donau geht verlässt man die Altstadt durch das Stadttor – hier von außen.


                    Das Stadttor von Dillingen an der Donau

                    Wieder geht es direkt an der Donau entlang. Weit vor mir die Leinfelder Radler, dahinter ein Auto, das trockenen Staub aufwirbelt und dann ich. Was hat das Auto hier verloren? Anstatt es vorbei zu lassen blockieren die Radler den ganzen Weg. Vor Steinheim verlassen wir die Donau wieder – das Auto habe ich endlich überholt – und fahren dann nach Höchstädt. Nett, aber nach Dillingen kann das Städtchen nicht mithalten. Das Schloss Höchstädt hingegen gefällt mir sehr gut!


                    Das Schloss von Höchstädt an der Donau

                    Abwechslungsreich führt uns der Weg etwas entfernter von der Donau nach Blindheim und Gremheim. Dann kommt die bislang längste Strecke ohne Dörfer. Der Weg führt uns durch das topfebene Donauried. Die Gruppe zieht sich auseinander und es bilden sich Grüppchen, die sich unterhalten. Bis ich dann die Spitzengruppe mit einer Panne erreiche. Hoffentlich passiert mir sowas nicht – ich habe nichts dabei!


                    Die Leinfeldener Feuerwehr

                    Aber wie das bei einer Feuerwehr nicht anders zu erwarten ist: Die haben das Problem voll im Griff!
                    Als Feuerwehrleute fahren sie von Feuerwehr zu Feuerwehr und übernachten dort in deren Häusern. Immer einer reihum muss das Bussle fahren, das Lager aufbauen und kochen. Auch eine Art zu reisen!

                    Was ist das? Bin ich schon in Rumänien?


                    Eine Kutsche unterwegs im Donauried

                    Nein, noch nicht! Zwei Fahrer von Fahrverein bringen 2 Kisten Bier und Heu für ein Fest.
                    Ein paar Kilometer weiter bin ich dann in Donauwörth. So richtig springt mich die Stadt nicht an. Ich komme vielleicht von der falschen Seite rein weil ich eine Abzweigung verpasst habe. Aber auch als ich den Weg wieder aufgenommen habe finde ich nichts, was mich wirklich bewegt. Vielleicht liegt’s am Hunger? Das Problem stelle ich bei einem Griechen ab.


                    Einfahrt in Donauwörth

                    Nach dem Essen nehme ich die Spur wieder auf. Aber ich hätte entweder auf die Vorspeise oder auf den Nachtisch verzichten sollen. Ich habe das Gefühl, der Bauch liegt auf der Stange auf und der Uso zum Abschluss hat das nicht besser gemacht! Zum Glück fahre ich die Donau runter und nicht rauf. Abwärts läuft das Rad halt doch wesentlich einfacher!
                    Dann komme ich an die Stelle mit den Wegweisern.


                    Wegweiser in Donauwörth - oder aus Donauwörth heraus?

                    Den HW1 bzw. den Schwäbische Alb Nordrandweg kenne ich ja. Nun bin ich also zuerst mit dem Fahrrad hier angekommen. Danubia muss ich mal Googeln. Die Via Claudia Augusta stellt sich mir hingegen zum wiederholten Mal in den Weg. Will die was von mir? (Ich könnte mir das ja vorstellen, aber wann?) Und das Schild vom Donauradweg sehe ich bewusst das erste Mal. Habe ich deshalb den Weg nicht gefunden, weil die hier andere Schilder verwenden? Nun gut, Gefahr erkannt – Gefahr gebannt!
                    Entspannt geht es nahe der Donau neben einer Straße aus Donauwörth heraus. Doch dann wird es anstrengend: Es geht ständig aufwärts! Hätte ich darüber nachgedacht wäre mir klar, dass es am Ende des Alb-Nordrand-Weges nicht ganz flach zugehen kann. Aber muss das mit dem vollen Bauch sein?


                    Weitblick auf das Donauried durch unerwartete Höhenmeter

                    Umso schöner belohnt der Weitblick, wenn man die Höhenmeter dann erklommen hat! Zum Glück gibt es zwischendrin ein paar lauschige Plätze zum Ausruhen!


                    Plätze der Ruhe zwischen den Höhenmetern

                    Nach dem Auf und Ab zwischen Schäfstall, Leitheim und Lechsend wird es dann ab Marxheim wieder flacher: Es geht an die Donau zurück. Ab hier geht es wieder direkt an der Donau entlang. In Bertoldsheim melden sich aber die Hügel wieder zurück! Dann wieder ruhiges Radeln bis es hinter Stepperg wieder aufwärts geht!


                    Aufstieg hinter Stepperg

                    Hier geht es wunderschön aufwärts und wer Hilfe braucht wird sie gleich mehrfach angeboten!
                    Ich nähere mich langsam dem Ende meinen Kraftreserven und damit auch meinem Endziel. Damit steht Neuburg an der Donau als Ende der aktuellen Etappe fest! Es geht nochmal sportlich abwärts und zurück zur Donau um in den Ort Bittenbrunn ein zu fahren. Hier mache ich einen letzten Boxenstopp beim Gasthof. Dann fahre ich in aller Ruhe in Neuburg ein.


                    Einfahrt in Neuburg an der Donau

                    Bei der Einfahrt ist schon auf den ersten Blick zu erkennen, dass es hier was zu sehen gibt!


                    Hofkirche, Pfarrkirche St. Peter und Schloss

                    Ich habe noch Zeit bis meine Bahn fährt. Daher erklimme ich den Berg auf dem die Altstadt liegt und schaue mir das Schloss und die Hofkirche an.


                    Das Schloss zu Neuburg an der Donau

                    Ich finde es immer wieder gut, dass unsere Kirchen fast immer offen sind und nicht wie in Spanien außer zu den Gottesdiensten abgeschlossen.


                    Die Hofkirche zu Neuburg an der Donau

                    Neben diesen gibt es noch jede Menge weitere lohnende Bauten in der Altstadt, die man sich ansehen kann.


                    Sehenswerte Altstadt von Neuburg

                    Die Liste der Baudenkmäler in der Stadt ist sehr lang! Ich lasse am besten noch ein paar für das nächste Mal übrig. So ziehe ich noch eine Runde über das Hofgartenfest direkt vor dem Schloss und radle dann zum Bahnhof.


                    Hofgartenfest direkt vor dem Schloss

                    Der Zug bringt mich dann entlang der geradelten Strecke wieder zurück nach Ehingen.

                    Und hier auch der GPX-Track dieser beiden Tage.
                    Angehängte Dateien
                    Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 20:22.

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                    • Wafer

                      Lebt im Forum
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                      • 9533
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                      #11
                      [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

                      11. Tag: Von Neuburg an der Donau zur Münchsmühle im Labertal
                      Samstag, 31. Mai 2014
                      Strecke: 114 Km
                      Höhenmeter: ↑ 350 m, ↓ 350 m
                      Gesamtstrecke: 579 Km
                      Fahrzeit: 10,25 h

                      Dieses Wochenende ist wieder gutes Radlwetter angesagt: Sonnenschein aber nicht zu heiß. Ich packe meine 7 Sachen und schwing mich ins Auto. Die Anfahrt nach Neuburg an der Donau ist schon recht aufwändig. Ich fahre von Bad Saulgau über 2 Stunden. Ich parke am Bahnhof und suche die Innenstadt. Der Weg dorthin führt mich durch den Friedhof! Ich nehme das mal nicht als böses Omen und befinde mich schon bald wieder in mir bekannten Gefilden mit Sicht auf das Schloss.


                      Neuburger Friedhof und Schloss

                      So ohne Fest drunter sieht es gleich viel zivilisierter aus! Als ich dann nachsehen will, wo der Donauradweg nun weiter führt stelle ich fest, dass ich wiedermal die Karte zuhause habe liegen lassen. Also wird wiedermal eine Buchhandlung aufgesucht und ein drittes Mal eine Donauradwegkarte erstanden – langsam weiß ich wenigstens wie’s geht!
                      Und schon habe ich den Weg wieder gefunden: Es geht an der Donau entlang! Da bekommt man ein paar Bauten zu sehen, die nicht gerade nach sozialem Wohnungsbau aussehen!


                      Neuburgs bessere Wohnviertel

                      Mit einem Blick verabschiede ich mich von Neuburg mit seinem Schloss und seinen sehenswerten Bauten.


                      Abschied vom Neuburger Schlossberg bei feinstem Wetter

                      Dann geht es 6 Kilometer schnurgeradeaus zum Jagdschloss Grünau bei dem ein mittelalterlicher Markt aufgebaut wird. Diesmal bin ich aber zu früh zum Fassanstich ☹! Aber um ½ 11 schon ein Bier trinken ist eh nicht so der Brüller wenn man noch fast 100 Km vor sich hat.


                      Schnurgeradeaus geht es auf das Jagdschloss Grünau zu

                      Abwechslungsreich führt der Weg durch die sehr flache Landschaft: Mal durch Wälder, mal über Felder und gerne auch Alleen entlang.


                      Impressionen vom Donauradweg zwischen Neuburg und Ingolstadt

                      Ich komme durch Weichering. Und dann wieder durch Wald. Der Wald wird auch ordentlich bewirtschaftet. Spuren von Holzvollerntern wie im Taunus sind aber zum Glück nicht zu sehen.


                      Holzwirtschaft am Donauradweg

                      Lange fährt man durchs Grüne bis man das Neue Schloss und andere Villen Ingolstadts auf der anderen Donauseite liegen sieht.


                      Schloss und Villen Ingolstadts verstecken sich hinter Grün

                      Ich habe Ingolstadt als Autostadt kennen gelernt. Dass es hier so grün und schön ist, ist mir nie aufgefallen. Der Radweg führt aber auch nicht durch den Nordwesten der Stadt!
                      Ich stromere durch die Altstadt. Die ist erstaunlich groß! Das spätgotische Münster steht leider mitten in einer Baustelle.


                      Das Ingolstädter Münster

                      Im Inneren ist davon aber zum Glück nichts zu bemerken!


                      Imposanter Innenraum des Ingolstädter Münsters

                      Ich dümple noch lange durch die Gassen der Altstadt. Das hätte ich mal tun sollen, als ich hier gearbeitet habe!


                      Eindrücke der Altstadt von Ingolstadt

                      Ich verlasse die Altstadt von Ingolstadt und bin erstaunlich schnell wieder in den grünen Auen der Donau. Die Vielfalt der Blumen erfreut das Auge. Und beim genauen Hinsehen erkennt man, dass hier schwer gearbeitet wird!


                      Emsiges Arbeiten in den Auen der Donau

                      Immer auf oder kurz hinter den Donaudeichen führt der Weg an Großmehring vorbei. Ab und zu sieht man anhand der Kraftwerke am anderen Ufer, dass Ingolstadt einen hohen Strombedarf hat. An der Staustufe Vohburg wechsle ich erst die Donauseite und radle dann auf Vohburg zu.


                      Vohburg mit Kirche und Burg

                      Hinter Vohburg meldet sich dann der Hunger vehement zu Wort. Ich bestelle beim Italiener in Oberdünzing eine große Holzofenpizza und staune nicht schlecht als dann wirklich eine richtig große kommt: 40 cm Durchmesser. Das Wagenrad passt auf keinen Teller!
                      Über Dünzing, Wackerstein und Pförring geht es dann auf Neustadt zu.


                      Eindrücke von Oberdünzing, Dünzing und Wackerstein

                      Hinter Bad Gögging und Sittling ändert sich dann die Wegführung zu meiner Karte und zu den gefundenen Tracks sehr deutlich. Die Wegzeichen führen erst nach Eining und dann wieder nach Osten zurück. Und hier geht es auch schon ganz gut rauf und runter.
                      Neben Hopfen wird hier auch Mohn angebaut. Die Bayern haben eben viel Bedarf an Rauschmitteln!


                      Mohnfelder

                      Immer weiter geht es aufwärts. Kaum zu glauben, dass es vor ein paar Kilometern noch so eben war! Aber dann kann ich die Höhenmeter auch mit einer rasanten Fahrt hinunter nach Staubing und weiter nach Weltenburg wieder abbauen. Hier am Donaudurchbruch liegt ein bekanntes Kloster Weltenburg, dass ich mir anschauen möchte. Das ich da heute nicht der Einzige bin war mir ja klar aber muss es gleich so ein Massenauflauf sein?


                      Der Donaudurchbruch und der Klosterhof von Weltenburg

                      Die Klosterkirche ist von außen eher unscheinbar im Vergleich zur prunkvollen Innenausstattung.


                      Die Klosterkirche von Weltenburg

                      Über einen Wanderweg verlasse ich das Kloster wieder und erklimme die Höhe mit der Frauenbergkapelle. Die soeben erklommen Höhenmeter muss ich aber in Weltenburg wieder hergeben bevor der Aufstieg durch den Wald beginnt. Durch den Wald geht es auch wieder abwärts. So kann man den Schwung gar nicht nutzen! Dann komme ich nach Kehlheim hinein.


                      Kehlheim mit seiner Befreiungshalle

                      Über Kehlheimwinzer, Herrnsaal fahre ich weiter nach Kapfelberg. Mit den höheren Talwänden macht so ein Flussradweg gleich viel mehr her.


                      Eindrücke vom Donauradweg zwischen Kehlheim und Gundelshausen

                      Hier beschließe ich dem Tipp eines Bekannten zu folgen und ins Tal der Schwarzen Laber zu wechseln. Ich fahre nach Bergmatting hinauf und wieder nach Alling hinab. Damit ist das Laber-Tal erreicht. Dem folge ich aufwärts und bin hell auf Begeistert!


                      Im Tal der Schwarzen Laber

                      Durch das Tal schlängelt sich ein toller Radweg entlang der Schwarzen Laber. Hinter jeder Biegung – und davon gibt es reichlich – sieht das Tal anders aus. Wälder, Wiesen, Felsen, Klettergärten, ... und ein super Radweg! Was das Herz begehrt ist hier zu finden. Und mitten drin fließt malerisch die Schwarze Laber.


                      Kontraste im Schwarze Laber Tal

                      Und dann komme hinter Deuerling an eine alte Mühle. Die Münchsmühle ist liebevoll renoviert und wird bewirtschaftet. Außerdem gibt es dort auch eine Hundepension.


                      Die Münchsmühle zwischen Deuerling und Laaber

                      Hier bleibe ich nach 114 Km hängen. Der Chef steht am Grill und es gibt Spareribs, Nackensteaks, Maiskolben, geräucherte Forelle und viele rustikale Leckereien mehr.


                      Rustikales Vesper im Biergarten zur Münchsmühle

                      Ruhig lasse ich den Abend dahinziehen und strecke meine müden Beine unter den Tisch. Morgen ist auch noch ein Tag. Und da soll es auch wieder sehr schön werden. Gute Nacht!


                      Abends in der Münchsmühle
                      Zuletzt geändert von Wafer; 24.05.2017, 22:41.

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                      • Wafer

                        Lebt im Forum
                        • 06.03.2011
                        • 9533
                        • Privat


                        #12
                        [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

                        12. Tag: Von der Münchsmühle im Labertal bis Bogen
                        Sonntag, 1. Juni 2014
                        Strecke: 97 Km
                        Höhenmeter: ↑ 125 m, ↓ 200 m
                        Gesamtstrecke: 676 Km
                        Fahrzeit: 7,25 h

                        Am Morgen schaue ich mir die Mühle mal genauer an. Ich drehe mit dem Chef eine Runde durch die Mühle und um die Mühle herum.


                        Die Münchsmühle am nächsten Morgen

                        Die Laber fließt quasi durch den Garten und die Mühle macht seinen eigenen Strom. Einige ehemalige technische Einrichtungen wie Transmission oder Abfüllung sind noch vorhanden. In der Umgebung auch einige nette Tiere ...


                        In und um die Münchsmühle rum

                        Dann mache ich mich wieder auf den Weg. Da die Verkehrsanbindung an der Laber Bahntechnisch nicht wirklich so gut ist wie an der Donau steuere ich wieder den Donauradweg an. Außerdem soll doch heute der Katholische Kirchentag in Regensburg sein. Ich radle also gegen kurz nach 9 Uhr los und bleibe gleich am Ortsausgang in Deuerling an der Lourdesgrotte hängen. Nix großes aber ein kurzer Stopp lohnt immer.


                        Die Lourdesgrotte bei Deuerling an der Laber

                        Ein paar Meter weiter grüßt über dem Weiler Loch die Burgruine Loch. Die Orte schmiegen sich uns Tal und erlauben kurzweiliges Radwandern.


                        Liebliches Labertal

                        Nach 20 Km komme ich in Sinzing wieder an der Donau an. Nur ist der Donauradweg auf der anderen Uferseite. Wie kommt man da rüber? Bei Riegling/Prüfening gibt es eine Fähre. Aber die liegt auf der anderen Seite und rührt sich nicht. Die Eisenbahnbrücke über mir hat einen Fußgängerüberweg.


                        Donauseitenwechsel bei Regensburg

                        Ein paar Meter weiter die Donau runter mündet die Naab in die Donau.


                        An der Naab-Mündung

                        Der Radweg führt durch den Donaupark auf Regensburg zu. Mit jeder Biegung ändert sich der Blick auf die Altstadt.


                        Ich nähere mich Regensburg

                        Der Radweg führt mich bis in die Altstadt. Dort drehe ich eine Runde und schaue mir die Stadt an.


                        Die Altstadt von Regensburg

                        Das ich den Dom nicht auslassen kann ist wohl klar. Von Katholikentag aber keine Spur.


                        Der Regensburger Dom

                        Auch im Inneren herrscht kein Gedränge.


                        Innenansichten des Regensburger Doms

                        Das Wetter wird zunehmend besser und die Sonne schaut ab und an mal raus. Nach einem Kaffee ziehe ich dann weiter. Dem Donauradweg folgend geht es noch durch ein paar Vororte und dann bin ich am Nordufer wieder im Grünen unterwegs. Ab und auf den Donaudeichen geht es weiter nach Donaustauf. Die alte Burg grüßt vom Burgberg herab.
                        Ein paar Meter weiter liegt die Gedenkstätte Walhalla. Ihre griechischen Vorbilder lassen sich nicht leugnen!


                        Walhalla

                        Ich lasse das Rad stehen und steige die 358 Stufen hinauf. (Gefühlt sind es deutlich mehr!) Der Blick auf die Donau und das südliche Umland ist grandios!


                        Blick von den Stufen der Walhalla auf die Donau

                        Vom Eingang hat man auch einen tollen Blick.


                        Grandioser Blick vom Walhalla-Eingang

                        Hier scheinen die ganzen Leute zu sein, die ich in Regensburg erwartet hatte.


                        Beeindruckende Gedenkstätte Walhalla

                        Weiter geht es wieder immer auf dem Deich die Donau entlang. Der Weg folgt den Schlingen der Donau bis er nach Wörth an der Donau führt. Hier wollte ich eigentlich Mittagessen. Aber der Weg führt an Wörth vorbei.


                        Das Schloss von Wörth an der Donau

                        Da noch ein paar Orte kommen bis ich zurückfahren muss fahre ich weiter. Pondorf bietet nichts zum Essen. So folge ich dem Deich bis mich ein Hinweisschild zum Gasthof Post in Kirchroth leitet.
                        Nach reichlichem Mittagessen lasse ich es gemütlich über Kößnach nach Straubing hinein laufen.


                        Straubing

                        Mein angepeilter Rückreisezug fährt erst in 2 Stunden. Ein Blick in Karte und Bahn-App zeigt, dass ich noch gut bis Bogen komme.
                        Die Donau bildet hier die Südgrenze des Bayerischen Waldes.


                        Der südliche Bayerische Wald

                        Entlang der Donaudeiche radle ich die letzten Kilometer auf Bogen zu. Die Wallfahrtskirche zum Heiligen Kreuz auf dem Bogenberg kommt immer näher. Viel zu schnell bin ich am Bahnhof wo für dieses Wochenende die Tour mal wieder endet. Die Bahn bringt mich über Straubing, Regensburg und Ingolstadt in mit Fahrrädern völlig überfüllten Zügen zurück nach Neuburg.
                        Jetzt sind es noch ca. 80 Km bis Passau. Mit der nächsten Tour könnte es also schon nach Österreich hinein gehen. Ich bin mal gespannt wann das sein wird. Ich hoffe bald!
                        Angehängte Dateien
                        Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 20:22.

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                        • blauloke

                          Lebt im Forum
                          • 22.08.2008
                          • 8843
                          • Privat


                          #13
                          AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

                          Hallo Wafer, mit deiner Fahrt entlang der Donau bist du jetzt praktisch in meinem Heimatrevier angekommen.

                          Vom Kloster Weltenburg aus hättest du auch mit dem Schiff durch den Donaudurchbruch fahren können. Sehr sehenswert für jemanden, der nicht jeden Kilometer mit dem Rad fahren will.
                          Deinem Bekannten, der dir das Tal der "Schwarzen Laber" empfohlen hat, kann ich nur zustimmen. Ein wirklich sehenswertes Tal. (Eigenwerbung)
                          Ab Donnerstag will ich gemeinsam mit meiner Frau von Regensburg bis Passau radeln, wobei wir viel besichtigen wollen. Mal schaun wie weit wir bis zum Sonntag kommen. Es wird unsere erste gemeisame Mehrtagesfahrt und wir wollen hauptsächlich Erfahrungen sammeln, wie es uns dabei geht und wie es uns gefällt.
                          Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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                          • Wafer

                            Lebt im Forum
                            • 06.03.2011
                            • 9533
                            • Privat


                            #14
                            [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

                            13. Tag: Bogen
                            Freitag, 31. Juli 2015
                            Strecke: 2 Km
                            Höhenmeter: ↑ 0 m, ↓ 0 m
                            Gesamtstrecke: 678 Km
                            Fahrzeit: 0,25 h

                            Nach über einem Jahr ist es wieder so weit: Ich komme auf den Donauradweg! Und nicht alleine! Nein: Meine Frau fährt mit! Unsere Kinder sind alle in einem Ferienlager. Erst waren nur die beiden kurzen angemeldet. Dann ist aber auch unsere Älteste als Betreuerin mitgegangen. So haben wir nach 15 Jahren Ehe das erste Mal 5 Tage am Stück Zeit für uns. Und meine Frau will endlich wissen, was ich denn so die ganze Zeit mache auf dem E1 und auf dem Fahrrad. Irgendwann wurde klar, dass sie das nicht beides gleichzeitig feststellen kann und sie hat sich dann für den Donauradweg entschieden. Da hat sie mit ihrem eBike (mental ) einen Vorteil.
                            So liefern wir also die Kinder am Freitag gegen Mittag am Lagerstandort ab und fahren dann zum letzten Endpunkt meiner Tour. So wird es aber leider auch schon recht spät weil wir an diesem ersten Ferienwochenende von Baden-Württemberg und Bayern nicht alleine auf die Idee gekommen sind in den Urlaub zu fahren. So parken wir das Auto in der Gegend vom Bahnhof und machen uns bereits auf die Suche nach einem passenden Quartier.


                            Das Rathaus von Bogen

                            Wir entscheiden uns dann – weil alles andere zu hat – recht kurzfristig und genießen den Abend noch auf der Terrasse einer Pizzeria. Ein Abend zu zweit! Bei bestem Wetter! Mit der Aussticht auch tolle Tage auf dem Weg in Richtung Wien! Ein wirklich vielversprechender Anfang!
                            Nach einem entspannten Abend finden wir bald ins Bett.


                            Noch nicht wirklich prickelnd aber als Schwabe muss es eben vollständig sein!
                            Angehängte Dateien
                            Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 23:15.

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                            • Wafer

                              Lebt im Forum
                              • 06.03.2011
                              • 9533
                              • Privat


                              #15
                              [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

                              14. Tag: Von Bogen nach Passau
                              Samstag, 1. August 2015
                              Strecke: 91 Km
                              Höhenmeter: ↑ 175 m, ↓ 200 m
                              Gesamtstrecke: 769 Km
                              Fahrzeit: 14 h (mit Pausen – dazu später mehr)

                              Nach einem guten Frühstück sind wir erst recht spät – gegen kurz nach 9 Uhr – auf der Piste. Recht schnell geht es aus dem Ort heraus. Linker Hand liegt die Wallfahrtskirche Sankt Maria Himmelfahrt oben auf dem Hügel und wacht über die Donau.


                              Die Wallfahrtskirche auf dem Bogenberg

                              Das Wetter ist heute ideal: Warm aber ohne zu viel Sonne. Eine leichte Bewölkung sorgt dafür, dass wir uns nicht den Pelz verbrennen. Auf einem eigenen Weg führt der Donauradweg erstmal entlang der Straße bis er bei Pfelling direkt an die Donau führt.


                              Blumen am Donauradweg

                              Was hier wieder gut zu sehen ist: Die Donau bildet die Südgrenze des Bayerischen Waldes. Nach Norden sieht man die Ausläufer des Mittelgebirges und nach Süden ist die Landschaft eher eben.


                              Der Bayerische Wald

                              So führt uns der Radweg immer entlang der Donau. Dass es in der letzten Zeit selten geregnet hat kann man am Wasserstand erkennen: Der ist sehr niedrig!


                              Der Radweg entlang der Donau

                              Einige Wassersportler sind auf der Donau unterwegs. Von kommerziellem Schiffsverkehr sieht man hier heute nicht sehr viel. Die meisten sind eher sportlich oder freizeitmäßig auf ihr unterwegs.


                              Donauradwegimpressionen
                              Der Radweg führt uns durch Deggendorf hindurch – Immer an der Donau bleibend. Ein Schlenker hätte sich vielleicht gelohnt?


                              Deggendorf

                              Durch einen Park geht es kurzzeitig an die Straße um dann wieder zwischen den Feldern und der Donau entlang zu führen. In der Regel ist der Weg auf einem eigenen geteerten Weg geführt. Schotterstellen gab es so gut wie keine. Aus der Entfernung sehen wir das Kloster Niederalteich liegen. Beim Blick ins Web zeigt sich, dass sich auch hier ein kurzer Stopp sicher gelohnt hätte.


                              Kloster Niederalteich

                              So kommen wir zur Mittagszeit nach Winzer. Der kleine Weiler liegt träge in der Sonne. Am Ortseingang werden wir von Krähen und der Burgruine von Winzer Begrüßt.


                              Am Ortseingang von Winzer

                              Im Gasthof zur Post gibt es sehr gute Küche in einem ansprechend renovierten Altbau.
                              So kommen wir erst nach 2 Stunden wieder los. Und natürlich entsprechend langsamer! So rollen wir durch Loh und Mitterndorf sowie durch Hofkirchen. Bei Hofkirchen kann man gut erkennen wie es um den Wasserstand der Donau steht.
                              Hinter Hofkirchen grüßt uns dann die Ruine Hilgartsberg vom Hang herunter.


                              Bei Hofkirchen an der Donau

                              Auch an Vilshofen führt der Radweg vorbei. Eigentlich sind wir zwischenzeitlich auf der Suche nach einer schönen Pausenmöglichkeit im Grünen. Stadt werden wir heute Abend mit Passau noch genug haben. Aber irgendwie kommen hier gerade keine Biergärten.


                              Vilshofen

                              Auf dem weiteren Weg rückt der linke Uferhang wieder etwas näher an die Donau heran. So muss man teilweise auf den sehr breiten Gehweg der Straße ausweichen. Aber zum Glück auch wieder nur kurz.
                              Auch hier ist das Drüsige Springkraut heimisch geworden. Das Gewächs würde einst aus Indien importiert und breitet sich hier sehr stark aus. Die sehen zwar nett aus sind aber nicht ganz ohne.
                              Kurz vor Gaishofen kommt er dann, der lange ersehnte Biergarten. Und dann auch gleich mehrere hintereinander! Die hätten sich mal besser verteilen sollen!


                              Kurz vor Passau

                              Nachdem wir so gemütlich sitzen, wird schnell klar, dass es so langsam für heute reicht. Wir kommen über die Schleuse nach Passau hinein und fahren am Hauptbahnhof vorbei in die Altstadt. Von der anderen Uferseite des Inn, den wir erreicht grüßt die Innstadt herüber.


                              Innstadt – noch Deutschland!

                              Aber auch die Altstadt ist nicht zu verachten.Wir radeln noch etwas durch die Altstadt von Passau und suchen uns dann ein Hotel.


                              Die Altstadt von Passau

                              Das gestaltet sich aber überraschend schwierig: Heute ist ein Livekonzert von Wolfgang Ambros an der Ortspitze. Da ist weit und breit kein Zimmer zu kriegen. Wir telefonieren ein paar Alternativen ab und setzen uns erstmal zum Kriegsrat beim Essen. Beim Nachtisch kommt dann ein Rückruf einer Pension bei der ich niemand erreicht hatte. Dort hat auch tatsächlich heute jemand kurzfristig abgesagt. Wir nehmen das Zimmer und fahren noch in die Innstadt hinüber.


                              Passau am Inn

                              Im Biergarten lassen wir den Abend zu Ende gehen – denken wir! Bis uns der Anruf aus dem Ferienlager erreicht: Der Sohnemann ist beim Fußball auf den Hinterkopf gefallen und befindet sich mit einer Gehirnerschütterung auf dem Weg ins nächste Kinderkrankenhaus – in der Region Bodensee! Na Prima! Wir fahren in die Pension zurück und checken die Bahnfahrzeiten. In 20 Minuten fährt die letzte Bahn. Aber nur bis Plattling. Wir packen in aller Eile zusammen, lassen das Geld für das Zimmer liegen und spurten zum Hauptbahnhof. Da der gerade eine Großbaustelle ist und die Züge fahren wann und von wo es ihnen gerade passt ist das nicht so einfach. Wir erwischen gerade noch den Zug und steigen gegen Mitternacht in Plattling aus. Wir schließen die Räder an und fahren mit einem Taxi zum Auto in Bogen. Dann zurück nach Plattling, die Fahrräder einladen und über Nacht an den Bodensee gefahren.
                              Das Krankenhaus erreichen wir gegen 6 Uhr 30 am Morgen. Der Arzt will unseren Sohn noch ein paar Tage unter Aufsicht dabehalten. Das war zu erwarten. Da nur ein Elternteil dort übernachten darf trifft es mich und ich muss mit der Bahn heimfahren.
                              Somit bleibt für das nächste Mal die klassische Etappe Passau – Wien. Ich bin gespannt wann das sein wird! Aber ich freue mich sehr drauf!


                              Eigentlich war ja mehr geplant. Aber wie das immer so spielt ...
                              Hier endet dann auch die erste Karte des Donauradweges. Ich hoffe, ich muss den zweiten Teil nicht auch so oft mal nachkaufen wie den ersten!
                              Angehängte Dateien
                              Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 23:15.

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                              • blauloke

                                Lebt im Forum
                                • 22.08.2008
                                • 8843
                                • Privat


                                #16
                                AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

                                Hallo Wafer,
                                das mit deinem Sohn ist natürlich blöd gelaufen. Ich hoffe ihm geht es inzwischen wieder gut.

                                Schön, dass du diesmal von deiner Frau begleitet wurdest.
                                Zu zweit ist es doch angenehmer als alleine, habe ich erfahren seit mich meine Frau auf den langen Radtouren begleitet.

                                Dann werdet ihr nächstes Jahr vermutlich die klassische Strecke von Passau nach Wien fahren. Lohnt sich auf jeden Fall, wenn ich auch in meinem Reisebericht die schwierigen Stellen zu stark betont habe.

                                Bin auf jeden Fall gespannt welche Erfahrungen ihr auf der Strecke macht.
                                Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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                                • Wafer

                                  Lebt im Forum
                                  • 06.03.2011
                                  • 9533
                                  • Privat


                                  #17
                                  [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

                                  Nächste Etappe - ich glaube die 8.

                                  Prolog

                                  Eigentlich wollte ich dieses Frühjahr im Mai ja wieder auf den E1. Die Sachen dazu sind gepackt und stehen bereit. Ich warte nur noch auf stabiles und vor allem gutes Wetter. Nur ist diesen Mai das Wetter einfach nur schlecht. In der zweiten Maihälfte wird es zumindest im Süden und Osten stabiler. Also entscheide ich mich kurzfristig für das Fahrrad und den Donauradweg ab Passau. Ich packe meine Sachen am Sonntagabend schnell um, kaufe mir ein Ticket nach Passau und stelle den Wecker.

                                  15. Tag: Von Passau nach Ottensheim

                                  Montag, 15. Mai 2017
                                  Strecke: 10 Km (Anfahrt von Zuhause zum Bahnhof) + 90 Km
                                  Strecke Etappe: 100 Km
                                  Gesamtstrecke: 869 Km
                                  Höhenmeter: ↑ 425 m, ↓ 450 m
                                  Fahrzeit: 7 h 30 (mit Pausen)

                                  Der Wecker klingelt zu einer unchristlichen Zeit: 4 Uhr 30! Um 5 breche ich zuhause auf und fahre erstmal 10 Km mit dem Rad zum Bahnhof. Von dort bringt mich die Bahn – zum Glück hat nur der letzte Zug Verspätung – in 5 Stunden 30 nach Passau. So komme ich dann gegen 11 Uhr in Passau am Bahnhof an, wo ich mit meiner Frau vor 2 Jahren (ist das schon wieder so lange her?) fluchtartig aufgebrochen sind. OT: Dem Sohn geht es übrigens gut!


                                  Passau

                                  Ich drehe wieder eine Runde durch die Altstadt und fahre dann an den Inn. Alles steht noch da, wo es das letzte Mal auch stand. Passau hat einfach was als Kleinstadt – wenn gerade kein Hochwasser ist!


                                  Die Altstadt von Passau mit dem Inn

                                  Auf der Südseite des Inns komme ich ganz schnell auf den Radweg. Dieser Teil des Donauradweges ist wohl der meistbefahrenste Radweg Europas. Da der zu Deutschland gehörende Teil auf der südlichen Innseite nicht sehr groß ist, bin ich ganz schnell in Österreich.


                                  Es geht ins Nachbarland hinein

                                  Das Wetter ist hier super! So gut war es die letzten Tage zuhause nicht. Der Wetterbericht hat für heute aber noch leichte Bedenken ob es hält. Ich bin mal optimistisch. Der Radweg ist hier fast ausschließlich auf eigenen Wegen geführt und asphaltiert. Das gilt aber für ganz Österreich – wie ich im Laufe der nächsten Tage noch feststellen werde. Immer dicht an der Donau geht es Donauabwärts. Zu sehen gibt es reichlich!


                                  Burg Krämpelstein – Auf der anderen Donauseite Erlau in Deutschland

                                  Bei dem Wetter macht das Radeln Spaß! Immer direkt an der Donau geht es weiter in Richtung Süd-Osten.


                                  Pyrawang und andere Ausblicke

                                  Dafür, dass Mai einer der Monate mit den meisten Donauradwegfahrern sein soll, ist es hier recht leer. Daran wird wohl das wechselhafte Wetter der letzten Tage schuld sein. Mir soll es recht sein!


                                  Oberzell – einer der letzten Orte auf deutscher Seite

                                  Weiter geht es Donauabwärts auf das Kraftwerk Jochenstein zu. Der kleine Weiler Untergriesbach/Jochenstein gehört gerade noch zu Deutschland und ist damit die letzte deutsche Gemeinde auf der Nordseite der Donau.


                                  Kraftwerk Jochenstein

                                  Die Höhenmeter, die zur Stromgewinnung genutzt werden, kann man fein in Tempo umsetzen! Und schon bin ich in Engelhartszell. Die haben mal ein eine richtig tolle Kirche! Neben ihrem Trappistenkloster.


                                  Die Pfarrkirche von Engelhartszell

                                  Denn soweit komme ich heute leider nicht. Die Straße ist gesperrt. Eine Umleitung ist nicht ausgeschildert. Laut der Wirtin beim Mittagessen ist ein Besuch des Stifts derzeit wegen der Baustelle nicht möglich. So mache ich mich nach Gulasch und Semmelknödel auf den Rückweg in den Ort und suche die Radfähre zur anderen Seite.


                                  Radfähre in Engelhartszell

                                  Das ist die erste Radfähre, die ich nehme. Sowas habe ich bisher noch nicht gesehen! Gerade als wir ablegen wollen kommt eine Gruppe mit 14 Personen auf Rennrädern an. So langsam verstehe ich, wie sich solche Fähren halten können!
                                  Der Radweg auf der Nordseite der Donau ist genauso gut ausgebaut wie der bisherige auf der Südseite. Zügig geht es über Kramsau nach Niederranna. Hier folge ich – naiv wie ich bin – einem Schild für den Donauradweg. Und er führt mich wieder auf die südliche Donauseite. Über Wesenufer geht es hinauf zu einem Radweg direkt neben einer großen Straße. Da sah die Nordseite deutlich besser aus. Auch auf der Karte! Dafür ist aber die Burg Marsbach auf der anderen Seite sehr gut zu sehen.


                                  Burg Marsbach

                                  Hinter der Burg türmen sich schon imposante Wolken zusammen. Mal sehen, was sich daraus entwickelt!
                                  Für den Abschnitt von hier bis zur Schlögener Schlinge empfehle ich diese Seite der Donau zu meiden. Der Radweg entlang der Straße ist zwar gut ausgebaut aber landschaftlich nicht sehr schön. Ab Schlögen wird der Radweg dann wieder alleine geführt – und landschaftlich deutlich schöner! Der Mäandert sich hier durch die hier recht hohen Berge. 2 Kehren mit jeweils fast 180° ohne öffentliche Straßen bieten einen grandiosen Anblick!


                                  Der Donauradweg an der Schlögener Schlinge

                                  Hier ist das Genussradeln pur! Kein Auto weit und breit, grandioses Donautal und kaum Radverkehr bei angenehmen Temperaturen! Die Schlögener Schlinge scheint kein Schutzgebiet zu sein und wurde trotzdem nicht übermäßig touristisch erschlossen. Das gefällt mir!
                                  Hinter der nächsten Schleife, in Kobling, gibt es eine Möglichkeit für eine kleine Pause: Ein Gastgarten direkt an der Donau lädt zur Pause ein! Ich fülle die Mineralstoffe wieder auf und damit das trockene Wasser besser rutscht gibt es ein Eis mit heißen Himbeeren dazu.


                                  Pause in Kobling

                                  So langsam wird aber klar, dass die Wolken doch dichter werden. Ich radle weiter und es geht immer auf gut ausgebauten Wegen ohne Autos weit und breit an der mäandernden Donau entlang. Auf der anderen Donauseite taucht Schloss Neuhaus auf.


                                  Schloss Neuhaus an der Donau

                                  Die geschlossene Wolkendenke lässt sich jetzt schon nicht mehr ignorieren. Das sieht nicht so gut aus. Aber für mich noch kein Grund Pause zu machen. Der nächste Ort ist ja nicht mehr sehr weit! Als es hinter mir am Horizont das erste Mal rumpelt trete ich kräftig in die Pedalen. Als mich die ersten Tropfen treffen bedaure ich, doch nicht in Kaisers angehalten zu haben. Aber dazu ist es zu spät – jetzt wird nur noch nach vorne geschaut – und heftig in die Pedalen getreten!!! So scheine ich dem nahenden Gewitter immer voraus zu fahren. Als mich dann doch die ersten großen Gewittertropfen treffen wird es eng. Zum Glück erreiche ich hinter der nächsten Kurve ein Gasthaus mit überdachter Terrasse. Ich bin noch nicht ganz abgestiegen, da geht es los. Keine Minute zu früh! Das Gewitter zeigt was es kann und kippt das Wasser Eimerweise über uns aus. Es kommen auch noch andere Radler an, die weniger Glück hatten wie ich.
                                  Aber nach einer Stunde ist die Sonne schon wieder da und ich fahre weiter. Hinter Aschau wird es sogar wieder trocken. Hier scheint das Gewitter nicht gewesen zu sein.


                                  Schwäne in Aschau

                                  Ich sehe zwar immer wie das Gewitter vor mir her zieht und südlich von mir wütet aber hier regt sich aktuell nichts. Also bin ich Optimist und radle weiter und lasse den Gasthof in Brandstatt links (bzw. eigentlich rechts!) liegen. Als mir wenig später Radler in voller Regenmontur entgegen kommen, die gar nicht glücklich aussehen, frage ich mich ob ich mein Wetterglück nicht doch etwas überreizt habe. Ich fahre langsamer, damit das Gewitter vor mir wegziehen kann. Die Beleuchtungssituation ist teilweise etwas skurril!


                                  Gewitter voraus über Ottensheim

                                  Vor mir ist es noch trocken. Ein Rückblick zeigt mir, dass Umkehren keine Option ist!


                                  Der Regen kommt immer näher - hinter mir regnet es schon

                                  Am Kraftwerk Ottensheim erreichen mich dann wieder die ersten Tropfen. Mit Vollgas geht es am Fischerlehrpfad zur Fähre hinunter. Hier stehen ab und zu recht moderne Denkmäler, die ich nicht ganz zuordnen kann. Sieht mir so aus, als würde hier was Römisches geehrt. Da die aber noch im Aufbau gegriffen sind steht noch nirgends was dran. Um was geht es da wohl?


                                  Hinweis auf römische Spuren

                                  Die Fähre liegt gerade am anderen Ufer. So habe ich noch etwas Zeit mir das Schloss von Ottensheim an zu sehen. Gefällt mir sehr gut, der Bau!


                                  Schloss Ottensheim

                                  Die Fähre von Ottensheim ist eine Fähre ohne eigenen Antrieb. Sie hängt an einem Drahtseil und wird nur durch die Strömung angetrieben.


                                  Die Drahtseilbrücke von Ottensheim

                                  Als ich auf der Fähre die Donauseite wechsle treffen mich wieder ein paar Regentropfen. So entscheide ich die Fahrt nach Linz auf morgen zu verschieben und suche mir eine Unterkunft im Ort.
                                  Ich lasse den ersten Schauer vorüber ziehen und suche mir dann ein Lokal zum Abendessen.
                                  Danach ist der Schauer vorbei und ich drehe noch eine Runde durch den Ort. Leider kommt man an das noch bewohnte Schloss nicht näher ran. Aber an der Donau unten kommt nochmal die Sonne raus.


                                  Abend über der Donau bei Ottensheim

                                  Nach dem doch recht langen Tag bin ich dann aber schnell im Bett. Naja, heute Morgen hat der Wecker ja auch schon um ½ 5 geklingelt!
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                                  Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 23:15.

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                                  • Wafer

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                                    • 06.03.2011
                                    • 9533
                                    • Privat


                                    #18
                                    AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

                                    16. Tag: Von Ottensheim nach Melk

                                    Dienstag, 16. Mai 2017
                                    Strecke: 130 Km
                                    Strecke Etappe: 230 Km
                                    Gesamtstrecke: 999 Km
                                    Höhenmeter: ↑ 150 m, ↓ 200 m
                                    Fahrzeit: 9 h (mit Pausen)

                                    Als ich aufwache geht der erste Blick zum Himmel: Er ist blau! Also raus aus dem Bett und fertig machen! Das Frühstück ist einfach und überschaubar. So bin ich gegen 8 Uhr abfahrbereit. Zuerst geht es wieder hinunter an die Donau. Von der ist heute Morgen aber nicht viel zu sehen denn direkt am Wasser liegt Nebel über dem Fluss.


                                    Morgennebel an der Ottensheimer Donau

                                    Na, nicht so schlimm! Die nächsten paar Kilometer nach Linz sind zwar immer auf eigenem Radweg geführt aber direkt neben einer überregionalen Bundesstraße. Und das in der Rush-Hour – Prima!!!
                                    Kurz vor Linz kann man dann eine Uferstrasse nehmen, die nicht mehr so verkehrsbelastet ist.


                                    An der schönen blauen Donau bei Linz

                                    Mit der ersten Brücke überquere ich die Donau wieder nach Süden um in die Altstadt von Linz zu kommen. Der Donauradweg umgeht dieses Sahnestückchen und bleibt am Nordufer. Frevel!!!


                                    Linz

                                    Die Altstadt von Linz ist allemal einen Besuch wert! Der alte Dom am Hauptplatz ist leider gerade zu. Und wer mich kennt, der vermutet schon, dass ich mir den neuen Dom – den Mariä-Empfängnis-Dom ansehen muss.


                                    Der neue Dom von außen ...

                                    Ein klasse Bau! Wurde auch erst kürzlich - um 1924 - fertig.


                                    ... und von innen

                                    Im Dom schließe ich mich einer Schulklasse an, die gerade eine Führung durch die Krypta bekommt. Faszinierend!
                                    Ich drehe noch eine Runde durch das Kirchenschiff und fahre dann noch durch die Altstadt. Die ist einfach ein Knaller! Irgendwann stehe ich dann plötzlich an der Autobahn. Und dann ist es mit der schönen Stadt aber auch ganz schnell vorbei. Ich peile zwar noch die Stahlwelt von Voestalpine an aber als ich dort bin habe ich von Industrie schon die Nase voll! So fahre ich entlang der B3 wieder auf die nördliche Donauseite zurück.


                                    Eisern geht es aus Linz hinaus ins Grüne

                                    Und schon wird es auch wieder grüner - auch wenn auf der anderen Donauseite die Industrieanlagen noch etwas weiter gehen.
                                    Das Wetter meint es heute wieder gut mit mir – schon fast zu viel Sonne! Ich habe heute Morgen auf eine Schicht Sonnencreme verzichtet. Mal sehen ob das nicht ein Fehler war.
                                    Hier sind die Donauufer wieder sehr eben. Keine Spur mehr von den Bergen der letzten Tage. Und der Radweg ist bestens für Radler präpariert.


                                    Donauradwege Made in Austria

                                    Beim Donaukraftwerk Abwenden-Asten wechsle ich wieder auf die Südseite der Donau. Seit Linz habe ich keine Autos und Straßen mehr gesehen – schön hier! Über ein einzelnes Gehöft nähere ich mich wieder der Zivilisation. Hinter Enghagen muss man auf jeden Fall eine Fähre nehmen – egal ob man die Flussseite wechselt oder nicht. Ich wechsle mal wieder die Seite und setze mit der Radfähre nach Mauthausen hinüber.


                                    Mauthausen

                                    Es ist zwar Mittagszeit aber irgendwie sprechen mich die Lokale hier nicht so richtig an. So beschließe ich noch vor der Mittagspause etwas weiter zu fahren. In Au an der Donau muss ich dann aber den Magen etwas beruhigen. Denn danach kommt so schnell keine Gelegenheit mehr dazu.


                                    Mittagspause in Au an der Donau

                                    Durch das Machland geht es dann immer an der Donau entlang weiter. Mehrfach komme ich an Schildern vorbei, dass ich von Oberösterreich nach Niederösterreich komme. Ich war immer der Meinung, dass hier die Donau die Grenze zwischen den beiden Bundesländern sei. Aber hier gibt es 2 Ausnahmen: zwei Mal kommt das Bundesland Niederösterreich kurz auf die Nordseite der Donau. Dabei geht es aber nicht um Orte sondern eigentlich nur um die Donauauen. Wie kommt denn sowas zustande?
                                    Mit leichtem Rückenwind läuft es heute enorm gut! Am Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen geht es dann mal ein wenig ins Hinterland des Machlandes. So sieht man dann auch die gewaltigen Hochwasserschutzanlagen, die hier gebaut wurden um die Donauhochwasser zu bändigen. Am Ortseingang Mitterkirchen ist direkt an der Oberkante derselben der Stand des Hochwassers von 2002 markiert. So weit weg von der Donau so hoch? Na, da muss ich nicht dabei gewesen sein! Sowas brauche ich nicht wirklich!


                                    Deiche und Berge am Horizont bestimmen das Bild bei Mitterkirchen

                                    Über verlassene Feldwege geht es wieder auf die Donau zu. So verlassen sind die allerdings nur von Autos. Radler sind hier reichlich unterwegs. Aber nicht so viele, dass es voll oder lästig wäre! Dabei soll der Mai der Monat mit dem Zweithöchsten Radleraufkommen des Jahres sein. Das wird mit dem wechselhaften Wetter des bisherigen Mais dieses Jahr nicht ganz passen.
                                    Irgendwann ist dann aber auch wieder eine Straße erreicht und die Ufer der Donau werden wieder etwas bergiger.


                                    Ich nähere mich der Wallfahrtskirche Kollmitzberg

                                    Schön! Aber so führt der Radweg wieder neben einer Straße entlang. So komme ich nach Grein. Ein tolles Städtchen mit leckeren Eisdielen! Also wird es mal wieder Zeit für eine Pause. So macht das doch Spaß!


                                    Grein

                                    Bei der Pause sehe ich dann auch, dass es klüger gewesen wäre vor Grein auf die Südseite zu wechseln. Dort führt der Radweg durch die Natur – nicht am Rande einer Bundesstraße entlang wie auf der Nordseite. Kommt davon, wenn man zu kurzfristig die Reiseplanung von Wandern auf dem E1 in Schleswig-Holstein auf Radfahren am Donauradweg ab Passau verändert und sich nicht sauber vorbereitet! Und bis zur letzten Brücke will ich jetzt nicht zurück fahren.


                                    Burg Werfenstein mit Hößgang

                                    So geht es über Struden und St. Nikola nach Hirschenau ohne dass es immer einen eigenen Radweg gibt. Finde ich dann aber doch nicht so schlimm wie erwartet. Ab Hirschenau ist dann wieder einer da. Über Weins geht es zum Kraftwerk Ybbs-Persenbeug. Hier wechsle ich dann wieder auf die Südseite nach Ybbs. Ybbs – gab es bei uns nicht mal ein Kindermagazin mit so einem Namen? Na, macht nix! Nach ein paar Metern neben einer Straße biegt der Radweg wieder an die Donau ab.


                                    Schloss Persenbeug

                                    Es geht an Sarling und Säusenstein vorbei. Immer direkt am Wasser und ohne Verkehr – sehr schön!


                                    An der Donauschleife bei Persenbeug

                                    Wie die Weiler heißen, an denen es vorbei geht entnehme ich nur den Schildern am Bahnhof.

                                    Bis ich nach Krummnußbaum komme. Dieser doch sehr außergewöhnliche Name wird mir auf einem Ortsschild präsentiert. Sehr viel sieht man von dem Ort dann wieder nicht: Es geht immer an der Donau entlang weiter.
                                    Auf der anderen Donauseite gibt es dafür wieder was bekanntes zu sehen: Die Wallfahrtskirche Maria Taferl.

                                    Ortsname aus der Rubrik "Namen die die Welt nicht kennt"


                                    Wallfahrtskirche Maria Taferl mit Marbach an der Donau

                                    In Pöchlarn nehme ich die Variante durch die Altstadt. Aber das hat mich jetzt nicht gerissen. So beschließe ich doch noch einen Ort weiter zu fahren. Wunderschön am Fluss entlang geht es nach Melk. Meine Getränkevorräte sind verbraucht, so dass ich gleich in der ersten Wirtschaft – dem alten Fährhaus – einen Boxenstopp einlege. Ein Blick in die Karte zeigt das Potential der Stadt. Also werde ich hier übernachten.


                                    Das imposante Klosterstift von Melk

                                    Ich fahre in die Altstadt und bin von dem Benediktinerkloster Stift Melk ganz begeistert. Ich suche mir ein Zimmer und ziehe noch zu Fuß durch die Altstadt.


                                    Das Kloster von Melk beherrscht das Stadtbild

                                    Da bleibt es nicht aus, dass ich auch zum Kloster hinaufsteige. Toll hier! Gegen 17 Uhr 30 ist kaum noch jemand da. Ich werde aber auch nicht mehr überall rein gelassen.


                                    Der Prälatenhof mit Brunnen in Melk

                                    So kehre ich zum Ostportal zurück und beginne eine Diskussion weil ich mir unbedingt noch den Park ansehen will.


                                    Am Ostportal des Klosterstifts Melk

                                    Diese bringt zum Glück sogar mehr als den gewünschten Erfolg: Ich werde nicht nur doch noch eingelassen, sondern man erlässt mir auch gleich das Eintrittsgeld. Super! Vielen Dank!
                                    Und es hat sich gelohnt!


                                    Stiftspark mit Gartenpavillon

                                    Auf dem Heimweg suche ich mir ein Lokal wo ich zu Abend essen will. Aber erst muss ich noch auf mein Zimmer – der Waschtag ruft. Bei so einem Wetter schwitzt man ganz schön! Auch wenn man es durch den Fahrtwind nicht immer so merkt. Und einen leichten Sonnenbrand habe ich auch. Ich muss morgen unbedingt an die Sonnencreme denken!
                                    Das Abendessen fällt dann wieder unter die Rubrik "Wafers Schlemmerreisen". Gegen 21 Uhr breche ich auf und gehe aufs Zimmer. Ein langer und anstrengender aber sehr schöner Tag geht zu Ende. Toll hier!
                                    Angehängte Dateien
                                    Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 23:15.

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                                    • Wafer

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                                      • 06.03.2011
                                      • 9533
                                      • Privat


                                      #19
                                      AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

                                      17. Tag: Von Melk nach Wien

                                      Mittwoch, 17. Mai 2017
                                      Strecke: 127 Km
                                      Strecke Etappe: 357 Km
                                      Gesamtstrecke: 1.126 Km
                                      Höhenmeter: ↑ 200 m, ↓ 225 m
                                      Fahrzeit: 10 h (mit Pausen)

                                      Das Frühstück ist wieder etwas überschaubar. Daran muss ich noch arbeiten! Morgen brauche ich eine Unterkunft wo die Brötchen frisch sind und die Auswahl größer. Aber so stehe ich wieder um 8 Uhr vor dem Haus und ziehe los. Für heute habe ich mich erstmal wieder für das nördliche Donauufer entschieden. Eine Brücke bringt mich über den Fluss mit Blick auf Schloss Schönbühel. Die Berge rücken der Donau auf beiden Seiten wieder heftig zu Leibe. Da bleibt nicht viel Platz. Entsprechend langgezogen sind die Orte. Seit Melk bin ich in der Wachau. Schon oft gehört – aber noch nie gesehen! In Groisbach wird für Leib und Seele gesorgt!


                                      Groisbach bietet für jeden etwas

                                      Wer kennt sie nicht, die Wachauer Marille? Und der Wein der Wachau ist auch weltbekannt.


                                      In der Wachau prägt Obstanbau das Landschaftsbild

                                      Das verleiht den kleinen Dörfern, die ihren alten Charme gut erhalten haben, einen Teil ihres Charakters. Schick sind sie, diese kleinen Dörfer entlang der Donau!


                                      Tolle alte Bauten pflegen den Charme der Wachau

                                      Gleich wenn man nach Spitz rein kommt liegt linker Hand die Ruine Hinterhaus auf den Bergen.


                                      Einfahrt in Spitz an der Donau

                                      Spitz ist ein wirklich schmucker Ort! Alter Ortskern, schöne Unterkünfte, schicke Kirchen, ... also wenn ich nicht gerade erst losgefahren wäre: hier würde ich bleiben!


                                      Pfarrkirche Heiliger Mauritius in Spitz

                                      Obwohl es an der Donau hier in der Wachau recht eng zugeht – seit Grein verläuft ja auch noch eine Bahnlinie am nördlichen Ufer – gibt es immer einen eigenen Radweg. Auf der Straße muss man hier nie fahren.
                                      Auch der nächste Weiler St. Michael – er gehört wohl offiziell auch noch zu Spitz – kommt mit schicken alten Gemäuern daher.


                                      Die Wehrkirche von St. Michael

                                      Irgendwie komme ich hier kaum vorwärts. Hinter jeder Kurve gibt es was zu sehen! Kein Wunder, dass die Wachau so bekannt ist! In den nächsten Weinbergen steht eine Bank mit gutem Blick auf die Wachau mit Donau. Dort mache ich Pause und genieße die Aussicht.
                                      Auch der nächste Ort, Weißenkirchen in der Wachau, verleitet mich zu einem weiteren Zwischenstopp. Die Kirche mit seinen zwei völlig verschiedenen Kirchtürmen lockt mich an. Sie hat einen großen Turm mit einer normalen Uhr und einen kleinen mit einer Sonnenuhr. Ich steige hinauf zur Kirche und schaue sie mir an.


                                      Weißenkirchen in der Wachau

                                      Die Donau mäandert hier zwischen den Bergen durch. Die Südlagen sind alle sehr weit hinauf mit Wein bebaut. Und oben drüber verleihen Felsen dem Tal seinen eigenen Charakter. Hinter der nächsten Kurve wird es dann richtig voll: Dürnstein heißt der nächste Ort und ist wohl überregional bekannt.


                                      Ich komme nach Dürnstein hinein

                                      Seine Burg und sein Stift ziehen Massen von Touristen an. Es ist ja wirklich schön hier aber die Massen vertreiben mich ein wenig in Nebenstraßen.


                                      Sehenswertes in Dürnstein und Stein - Stift und Johannes-Nepomuk-Denkmal

                                      So verpasse ich eine Baustellenumleitung und fahre über eine frisch geteerte Straße. Die Bauarbeiter sind nicht gerade begeistert. So komme ich dann über Stein nach Krems. Damit ist eigentlich schon das Ende der Wachau erreicht. Krems begeistert mich persönlich jetzt nicht ganz so wie die letzten Kilometer. Etwas unübersichtlich und nicht wirklich schön. So beschließe ich mein Glück wieder mit der Südseite zu versuchen. Auf den letzten Ausläufern der Berge liegt das Benediktinerstift Göttweig.


                                      Benediktinerstift Göttweig

                                      Direkt an der von den Bergen befreiten Donau geht es nun wieder lange ohne Orte entlang. Ungefähr auf Höhe von Traismauer liegt ein kleines Lokal mit Garten direkt an der Donau und lädt zur Mittagspause ein. Hier komme ich mit einem Wiener Rentner ins Gespräch, der hier zum Campen und Radeln rausfährt. Sind ja nur 60 Km von Wien. Und radeln in Wien sei lebensgefährlich! Viele Autofahrer kämen bei dem Verkehr nicht mit den Radfahrern zurecht. Na, ich werde es ja sehen – und hoffentlich auch überleben.


                                      Der Donauradweg zwischen Krems und Traismauer

                                      Weiter geht es auf das Kraftwerk Altenwörth zu. Die Donau wird hier wieder leicht aufgestaut und richtig breit. Dafür sind die Dämme nicht mehr so hoch. In dieser recht dünn besiedelten Gegend haben die Österreicher ihr erstes und einziges Atomkraftwerk Zwentendorf gebaut, das aber nach einer Volksabstimmung nie kritisch wurde. Da fahre ich gleich viel entspannter daran vorbei.


                                      Eindrücke vom Donauradweg hinter Traismauer

                                      Der Donauradweg führt am Kraftwerk etwas von der Donau weg durch ein paar Weiler bis er wieder kurz vor Tulln zur Donau zurückkehrt. In Langenlebarn ist wieder ein Trinkstopp fällig. Weiter geht es auf die nächste Staustufe zu – Das Kraftwerk von Greifenstein. Über einen Damm geht es über den Donaualtarm mit der Burg Greifenstein darüber.



                                      Burg Greifenstein bei Höflein

                                      Der Weg durch Höflein zeigt dann schon die Nähe zu Wien: Es wird weniger Grün! Höflein, Kritzendorf und Klosterneuburg sind schon fast zusammengewachsen. In Klosterneuburg zieht es mich hinauf zum Stift.


                                      In Klosterneuburg

                                      Das Stift Klosterneuburg ist ein Bau der über die Jahrhunderte gewachsen ist und jede Stielrichtung hat ihre Spuren hinterlassen. Ein grandioser Bau! Ich drehe eine ausgiebige Runde durch die Anlage.


                                      Stift Klosterneuburg - von innen und außen

                                      Ich mache Pause und überlege was ich tun soll. Ich entscheide mich dann doch noch nach Wien hinein zu fahren. Sind ja eigentlich nur noch 10 Km. Am Leopoldsberg wird es dann nochmal eng im Tal. Die Bundesstraße wird auf Stelzen geführt und der Radweg direkt darunter. Beim Donaukanal biege ich ab in Richtung Innenstadt. Hier ist richtig was los auf dem Radweg! Man muss höllisch aufpassen zwischen den Joggern, Fußgängern, Radlern und den Rennradlern, die alle unterschiedliche schnell sind.


                                      Ich komme nach Wien hinein

                                      Es folgt die Runde durch die Innenstadt: Stephansdom, Hofburg, Oper, ...


                                      In der Wiener Innenstadt

                                      Hier war ich im September letzten Jahres schon mal 3 Tage unterwegs. Daher kenne ich es ganz gut. Aber die Faszination für die Stadt hat nicht nachgelassen!


                                      Wiener Sehenswürdigkeiten

                                      Die Hotelsuche gestaltet sich recht schwierig. Aber beim ca. 10. Versuch kriege ich dann doch noch was. Direkt mit U-Bahn vor der Tür. Da werde ich nochmal – nach dem Abendessen – eine Tour durch Wien drehen.


                                      Der Wiener Prater

                                      Das Abendessen ist wirklich gut. Aber die nächtliche Runde durch Wien ist einfach Grandios! Ich gehe zuerst zum Prater. Aber gerade als ich dort vorbeikomme beginnen die nach und nach alles zu schließen. Also bin ich nochmal in die Altstadt mit Stephansdom, Oper, ... einfach grandios!


                                      Wien bei Nacht

                                      Entsprechend spät komme ich heute ins Bett. Gute Nacht!


                                      Das weltberühmte Riesenrad auf dem Wiener Prater
                                      Angehängte Dateien
                                      Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 23:15.

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                                      • derMac
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                                        • 08.12.2004
                                        • 11888
                                        • Privat


                                        #20
                                        AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

                                        Schöner Bericht, der bei mir einige Erinnerungen weckt. Ich bin aber nicht bis ans Meer gekommen.

                                        Mac

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                                        • blauloke

                                          Lebt im Forum
                                          • 22.08.2008
                                          • 8843
                                          • Privat


                                          #21
                                          AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

                                          Hallo Wafer,
                                          schön dass du nun die Strecke von Passau nach Wien gefahren bist. Ich habe einiges von meiner Radtour vor zwei Jahren wieder erkannt.
                                          Während ich in meinem Reisebericht mehr die Probleme behandelt habe, stellst du die Schönheiten des Weges in den Vordergrund. Jeder erlebt den Weg eben anders.
                                          Bin gespannt wann du den Donauradweg fortsetzt. Als ferner Plan spukt die Fortsetzung auch in unseren Köpfen herum.
                                          Dieses Jahr machen wir jedoch erst mal das uns fehlende Stück von Donaueschingen nach Regensburg.
                                          Zuletzt geändert von blauloke; 18.06.2017, 16:35.
                                          Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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                                          • Wafer

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                                            • 06.03.2011
                                            • 9533
                                            • Privat


                                            #22
                                            AW:[DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

                                            Zitat von derMac Beitrag anzeigen
                                            Schöner Bericht, der bei mir einige Erinnerungen weckt. Ich bin aber nicht bis ans Meer gekommen.

                                            Mac
                                            Hallo Mac.

                                            Schön, dass der Bericht gefällt und vielen Dank für die Blumen! Und genau deswegen macht man so was ja: Erinnerung und Anregung! Auch für Andere!

                                            Bei mir ist auch noch ein Fragezeichen im Titel dabei. Ich bin also auch noch nicht angekommen. Ich bin mal gespannt, was die Zukunft noch so bringt.

                                            Gruß Wafer


                                            Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
                                            Hallo Wafer,
                                            schön dass du nun die Strecke von Passau nach Wien gefahren bist. Ich habe einiges von meiner Radtour vor zwei Jahren wieder erkannt.
                                            Während ich in meinem Reisebericht mehr die Probleme behandelt habe, stellst du die Schönheiten des Weges in den Vordergrund. Jeder erlebt den Weg eben anders.
                                            Bin gespannt wann du den Donauradweg fortsetzt. Als ferner Plan spukt die Fortsetzung auch in unseren Köpfen herum.
                                            Dieses Jahr machen wir jedoch erst mal das uns fehlende Stück von Donaueschingen nach Regensburg.
                                            Hallo Blauloke.

                                            Nun, ich hatte aber auch ein tolles Wetter und für diesen Radweg wenig Verkehr. Und meine Etappen haben sich großteils so ergeben, dass ich Abends immer noch absolute Highlights hatte. Es gab aber auch welche wo es nicht ganz so rund lief. Du wirst sehen! Bin aber noch nicht so weit. Kommt noch!
                                            Zudem bin ich immer ein Mensch, der sich an den schönen Dingen erfreut und über die weniger schönen auch hinwegzusehen gelernt hat. Z.B. wollen alle immer mit dem Auto überall hin kommen. Wenn sie aber outdoor unterwegs sind maulen sie über Straßen. Klar gab es viele Straßen und Industriegebiete und ... Aber ich bin auch froh, dass es auch noch Natur und Kultur gibt. Und das muss man sich dann ansehen. Eine gute Mischung ist gefragt. Und die passt an der Strecke in meinen Augen aber auch wirklich gut! Und wo es absehbar ist, dass es nicht so ist, da gehe ich meist nicht hin.

                                            Gruß Wafer
                                            Zuletzt geändert von Wafer; 13.06.2017, 20:40.

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                                              • 06.03.2011
                                              • 9533
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                                              #23
                                              [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

                                              18. Tag: Von Wien nach Dunakiliti

                                              Donnerstag, 18. Mai 2017
                                              Strecke: 108 Km
                                              Strecke Etappe: 465 Km
                                              Gesamtstrecke: 1.234 Km
                                              Höhenmeter: ↑ 200 m, ↓ 250 m
                                              Fahrzeit: 11 h (mit Pausen)

                                              Nachdem die letzten Frühstücke nicht so der Bringer waren hatte ich bei der Hotelsuche auf ein anständiges Frühstück Wert gelegt. Das und vermutlich die späte Heimkehr haben dazu geführt, dass ich erst gegen 9 Uhr im Sattel sitze. Also eines muss ich Wien ja lassen: Die Radwege sind wirklich gut!


                                              Zurück zum Wiener Donauradweg

                                              Zuerst muss ich zum Donaukanal zurück. Hier beginnt laut meinem Bikeline-Radführer der Donauradweg nach Budapest. Von dort geht es zum Prater. Das ist sehr aufmerksam von dem Radweg denn dann sehe ich den Prater auch mal bei Tag!


                                              Das Riesenrad am Prater am Tag

                                              Und da ist heute Morgen schon einiges los. Allerdings auch in den Schluckhallen. Vom Prater geht es völlig Autofrei und total im Grünen über die Prater Hauptallee. Grandios – so eine Allee nur für Radler und Fußgänger! Welche Hauptstadt leistet sich sowas sonst? Überhaupt hat mir Wien wieder sehr gut gefallen. Selten so viele Sehenswürdigkeiten so dicht bei einander gesehen.
                                              Irgendwann muss man von der Prater Hauptallee aber runter. Der Park ginge aber noch weiter. Über eine Brücke geht es auf die Donauinsel – eines der großen Naherholungsgebiete direkt vor den Toren Wiens.


                                              Die Donaubrücken sind hier fast alle Radlertauglich

                                              Hier ist im Gegensatz zum Prater heute Morgen noch gar nichts los. Bis auf ein paar scheue Tiere unserer Heimat!


                                              Wenig scheue Wildtiere

                                              Leider geht es schon nach wenigen Metern von der Insel wieder runter und auf die linke, nördliche Donauseite. Die Donau fließt hier in einem künstlich angelegten Flussbett. So gerade baut die Natur normalerweise nicht!


                                              Die schnurgerade Donau hinter Wien

                                              Und wenn da das Tanklager nicht käme, dann hätten die Wiener mit Sicherheit eine der grünsten Stadtausfahrten aus einer Millionenstadt! Nach dem Lager führt der Radweg dann auf dem Deich entlang: schnurgerade, ohne Schatten und total im Wind. Und es ist wohl klar, dass der heute genau aus Süd-Osten, also von vorne kommt, oder?
                                              Man sieht dann auch gut um was es hier so dicht hinter Wien hauptsächlich geht: Um Landwirtschaft und Naturschutzgebiete. Sehr schön eigentlich – wenn heute nicht der Wind wäre und der Planet so stechen würde. Ich lege sicherheitshalber nochmal eine Schicht 50er Sonnencreme auf.


                                              Donauradwegimpressionen hinter Wien

                                              Ein paar Kilometer hinter Orth weißt ein Wegweiser in den schattigen Wald und verspricht ein Schloss im nächsten Ort. Also biege ich ab. Endlich Schatten! Der Weg ist zwar nicht mehr geteert aber trotzdem ganz gut zu fahren. Das Schloss in Eckertsau ist eine echte Perle!


                                              Schloss Eckartsau

                                              Im Garten stolziert ein stolzer Storch durch die Gegend. Auf dem Dach schaut sein Nachwuchs neidisch zu – er brütet schließlich auch in der prallen Sonne. Ich drehe eine Runde durch das Schloss. Eine Führung verschiebe ich auf dann, wenn meine Frau auch mal mit nach Wien kommt.


                                              Sehenswertes Jagdschloss Eckartsau

                                              In der prallen Sonne radle ich weiter auf dem Damm entlang durch den Nationalpark Donauauen.


                                              Im Nationalpark Donauauen

                                              Diesen verlasse ich über eine Brücke auf der ich die Donau wieder queren muss. Auf der Brücke bläst einem der Wind aber mal richtig ins Gesicht! Ich komme kaum vorwärts! Wenn das so weiter geht komme ich heute nicht sehr weit!


                                              Es geht auf Hainburg an der Donau mit seiner Heimenburg zu

                                              Nach der Brücke führt mich der Radweg auf Hainburg zu. Direkt an der Donau stehen Tische. Das dazugehörige Restaurant liegt hinter dem Bahndamm. Aber hier wird bedient! Ich lasse mich im Schatten nieder und esse zu Mittag. Eigentlich wollte ich das heute erst in Bratislava, dem ehemaligen Pressburg, machen. Aber zum Einen bin ich heute etwas langsam unterwegs und zum Andere ist es hier im Schatten nicht so heiß.


                                              Mittagspause in Hainburg direkt an der Donau

                                              Tolle Aussicht hier! Von hier aus kann man schon in die Slowakei sehen.
                                              Irgendwann raffe ich mich auf und ziehe noch hinauf in die Altstadt. Schmuckes Städtchen, dieses Hainburg!


                                              Fischertor und Stadtpfarrkirche in Hainburg an der Donau

                                              Weiter geht es dann etwas aufwärts zum letzten österreichischen Ort vor der slowakischen Grenze: Wolfsthal.


                                              Bratislava bzw. Pressburg taucht am Horizont auf

                                              Von dort ist es nur noch ein Katzensprung zur slowakischen Grenze.


                                              Der letzte Meter von Österreich

                                              Direkt an der Grenze steht aber erstmal ein Spielkasino. Aber der Grenze führt mich der Weg dann nach Norden direkt auf die Plattenbauten eines Vorortes von Bratislava zu. Und wie gut das plötzlich läuft! Klar: Der Wind kommt endlich mal von hinten! Ich bin fast doppelt so schnell unterwegs wie heute Vormittag. Raz-Faz stehe ich vor den Toren der nächsten Hauptstadt auf dieser Reise: Bratislava.


                                              Die Pressburg

                                              Ich fahre über die Hängebrücke Novy Most. Die wackelt bei dem LKW gewaltig! Links liegt die Burg, die den slowakischen Nationalrat beheimatet. Rechts liegt die Altstadt – und für die hat sich der Weg auf jeden Fall gelohnt. Denn der offizielle Donauradweg führt gar nicht in die Stadt hinein. Der Dom steht leider direkt an einer 4-spurigen Straße mit sehr viel Verkehr. Aber schick ist er!


                                              Dom und Innenstadt von Bratislava

                                              Ich drehe eine Runde durch die Altstadt und vermeide die heißesten Stunden des Tages durch Pausen auf schattigen Terrassen kleiner Kneipen. Und davon gibt es hier reichlich. Irgendwann breche ich dann aber auch wieder auf. So groß ist die Altstadt auch nicht und dahinter geht es sehr schnell in Plattenbauten über.


                                              Das alte Rathaus am Hauptplatz

                                              Ich wechsle wieder auf die Südseite der Donau und fahre weiter gen Süden – also wieder gegen den Wind. Mein Gott, ist das mühsam! Ich komme wieder kaum vorwärts. Zum Glück gibt es hier recht viele Möglichkeiten die verlorene Flüssigkeit wieder nach zu füllen. Auf dem Donaudamm geht es auf geteerten Wegen weiter gen Süden. Irgendwann wechsle ich auf eine Straße, die für den Autoverkehr wohl gesperrt ist. Sie ist gut bevölkert und hat ab und zu auch mal Schatten.


                                              Der Donauradweg in der Slowakei ist gut ausgebaut

                                              So geht es gemütlich auf Cunovo zu. Die Slowakei bietet hier direkt am Weg viele Imbisse und Gastgärten an – aber keine Übernachtungsmöglichkeiten. Laut Führer soll das so bleiben. Also wechsle ich nach Ungarn hinüber. Das ist dann heute das dritte Land, das ich heute bereise.


                                              Ungarn ist erreicht

                                              Im ersten Dorf Rajka sieht es immer noch so aus wie ich Ungarn vor 25 Jahren mal kennen gelernt habe. Und fast jedes Schild ist auch ins Deutsche übersetzt. Sogar die Ortsnamen! Aber außer einer alten Frau scheint keiner der deutschen Sprache mächtig zu sein. Die schickt mich dann noch einen Ort weiter – nach Dunakiliti. Dort gäbe es ein Hotel.
                                              Ich bunkere noch Forint an einem Automat und fahre in den nächsten Ort. Die Straßen hier sind nicht so gut wie die in Österreich oder der Slowakei. Sie schlängeln sich durch die Landschaft. In Dunakiliti finde ich das Hotel dann nicht gleich. Aber gegen 18 Uhr stehe ich dann endlich an der Rezeption. Und sie haben auch ein Bett für mich. Das Hotel ist übrigens überraschend groß!


                                              Das einzige Hotel in Dunakiliti

                                              Beim Abendessen versuche ich mein Ungarisch wieder auf zu frischen. Ist aber gar nicht so einfach. Die Sprache ist eigentlich nur mit dem Finnischen verwandt und ich finde sie nicht sehr eingängig.
                                              Nach einer Runde im Pool bin ich dann recht schnell im Bett. Das war ein anstrengender Tag: Ich war heute in drei Ländern und in zwei europäischen Hauptstädten!
                                              Angehängte Dateien
                                              Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 23:15.

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                                                #24
                                                [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

                                                19. Tag: Von Dunakiliti nach Komarom

                                                Freitag, 19. Mai 2017
                                                Strecke: 106 Km
                                                Strecke Etappe: 571 Km
                                                Gesamtstrecke: 1.340 Km
                                                Höhenmeter: ↑ 175 m, ↓ 200 m
                                                Fahrzeit: 9 h (mit Pausen)

                                                Wie ich heute Morgen höre regnet es bei uns zu Hause seit Tagen. Da war die Kurzfristentscheidung für den Donauradweg genau richtig!
                                                Heute ist das Frühstück auch genau richtig: Genug, nicht überladen, gutes Brot, Müsli, Obst, ... So komme ich gegen 8 Uhr 30 weg. Schön war es hier! Direkt auf einer wenig befahrenen Straße geht es am Morgen weiter.


                                                Ungarn zwischen Grenze und Győr

                                                Bei der topfebenen Landschaft wir klar von was die Bevölkerung hier hauptsächlich lebt: Von der Landwirtschaft. Irgendwie sieht hier ein Ort wie der andere aus: Dunakiliti, Doborgasziget, Dunasziget, Cikolasziget, ...


                                                Der Ortsausgang von Dunakiliti

                                                Und worauf man achten sollte: Wenn im Bikeline-Führer eine Strecke nur gestrichelt ist, dann sind das ungeteerte Feldwege. Mal geschottert, mal einfache Erde – mal festgefahren aber mal auch tiefer Sand. Mit viel Gepäck am Hinterrad macht das wenig Spaß!


                                                An der schönen kleinen Donau in Dunasziget

                                                Hier wird deutlich, dass in Ungarn auf dem Land die Infrastruktur für den Donauradweg noch nicht wirklich so ausgebildet ist, wie in Deutschland oder Österreich. Dafür sind die Orte aber auch noch sehr naturbelassen.



                                                Naturbelassen sieht die kleine Donau so aus

                                                Und man sollte auch peinlichst genau auf die kleinen Schilderchen achten. Hier hat man sich ganz schnell verfranst. Ich stehe auf einem Feldweg, der an einem kleinen Bach endet. Auf der anderen Seite kann ich zwar eine Straße sehen aber ich komme nicht ohne weiteres über den Bach.


                                                Das ist nicht mehr der Donauradweg

                                                Also zurück und dem Schotterweg auf dem Deich gefolgt.


                                                Aber das ist der Donauradweg dann wieder

                                                Als ich Püskin erreiche habe ich genug von gestrichelten Radwegen und bleibe auf der Straße. Über Dunaremete und Lipot fahre ich nach Hédevár.


                                                Szent Kelemen templom - Die St. Clemenskirche von Lipot

                                                Ab hier komme ich wieder auf die hoch offizielle Route des Donauradweges. Auch wenn die von mir gefahrene Variante ausgeschildert war, so ließ doch die Qualität des Radweges etwas zu wünschen übrig. Diese Variante war zwar näher an der Donau aber gesehen habe ich sie eigentlich gar nicht.


                                                Typische Radwege der Region

                                                Ab hier gibt es dann deutlich häufiger auch wieder echte Radwege – auch wenn die teilweise schon etwas zugewachsen sind. Über Ásványráró geht es weiter nach Dunaszeg wo ich auf einen Tankstopp einkehre. Bei den heutigen Temperaturen ist mein Wasserverbrauch enorm!


                                                Alte Lorenbahn am Ortseingang von Dunaszeg

                                                Obwohl so nah bei der Industriestadt Győr haben die Orte das typische ungarische Straßenbild: zwischen den Straßen und den Häusern zieht sich ein Grünstreifen entlang, der – je nach Hausbewohner – mal besser und mal schlechter gepflegt ist. Und für die fliegenden Einwohner gibt es auch genug Wohnungen.


                                                Störche gibt es in Ungarn reichlich

                                                Nun geht es auf Győr zu. Man merkt es daran, dass alle Ortsnamen mit Győr anfangen: Győrladamér, Győrzámoly oder Győrújfalu.


                                                Ankunft in Győr – Raab und kleine Donau

                                                Über eine Brücke kommt man nach Győr hinein. Die Altstadt mit seinen alten Bauten ist absolut sehenswert!


                                                Frigyláda-szobor und Püspöki Székesegyház in Győr

                                                Mit dem Rad lässt sich so eine Stadt dieser Größe hervorragend erkunden!


                                                Rathaus und Széchenyi tér von Győr

                                                Am Marktplatz mache ich Pause und esse was zu Mittag. Einen Gulasch natürlich! Mit Blick auf die St. Ignatius-Kirche speist man sehr gut! Man sieht der Stadt aber auch an, dass es ihr wirtschaftlich gut geht!


                                                Theologische Hochschule und Diözesenamt

                                                Nach dem Essen drehe ich noch eine Runde durch die Altstadt. Einfach toll hier! An einer Apotheke in der Gegend vom Rathaus steht 32°C dran. Fast schon zu warm! Der Donauradweg hat die Altstadt wieder nur kurz gestreift und das Rathaus oder die Theologische Hochschule ganz ausgelassen.
                                                Auf dem weiteren Weg aus Győr hinaus sieht man dann warum die Altstadt so gut hergerichtet ist: Győrs Industrie hat eine überregionale Bedeutung. Also schweigen wir hier mal über die nächsten Kilometer.


                                                Von Győr nach Nagyszentjános

                                                Hinter Győr macht der Donauradweg eigentlich einen Bogen nach Süden über Böny nach Nagyszentjános. Ich habe mir das während der Mittagspause genau angesehen. Auch Satellitenbilder und Google-Earth. Ich riskiere es eine eigene Route über Feldwege zu nehmen. So sieht der Ortsausgang, an dem ich Győr verlasse nicht gerade nach einer Großstadt aus. Dann folgt ein Festgefahrener Feldweg – sehr gut zu fahren. Leider bis auf 500 Meter, die ich schieben muss, weil der Weg sehr sandig und tief ist.
                                                Kurz vor Nagyszentjános treffe ich wieder auf die Beschilderung des Donauradweges – die mich dann direkt auf einen Friedhof führt. Hier mache ich mit einem anderen Radler aus dem Ruhrpott, den ich hier treffe, Rätselpause: Wo geht der Weg weiter? Es muss wohl wirklich dieser recht wilde Feldweg sein, der kurz vorher abgezweigt ist. Und er ist es dann auch. Und er ist wieder zu Recht gestrichelt im Führer!


                                                Wilde Radwege von Nagyszentjános nach Komárom

                                                Der Wind bläst immer noch aus Süd-Ost und hält und die Schlechtwetterfront aus Österreich vom Leib. Aber hält uns auch entsprechend auf. So brauchen wir etwas bis wir nach Acs kommen. Viel besser als mein Feldweg vorhin war der Weg jetzt aber nicht!
                                                Ab hier geht es dann durch einen Vorort nach Komarom hinein. Der andere Radler ist heute erst in Győr gestartet und will, obwohl es schon nach 17 Uhr ist, heute noch nach Esztergom fahren - das sind noch 53 Km. Er hat Stunden beim Suchen des richtigen Weges in der Region um Győr zugebracht. Ich mache hier aber für heute Schluss. Ich suche mir eine kleine Pension und checke ein.


                                                Komárno – der Slowakische Teil von Komárom

                                                Bevor die Sonne untergeht drehe ich mit dem Rad noch eine Runde durch den Ort. Dabei fahre ich auch nach Komárno in der Slowakei hinüber. Hier teilt wiedermal eine Grenze eine alte Stadt. Der alten Stadtkern liegt in der Slowakei. Der ungarische Teil – Komarom – hat kein historisches Zentrum.


                                                Das Rathaus von Komárno

                                                Von der Brücke über die Donau kann man die Berge rund um das Donauknie schon sehen. Endlich lockern Hügel wieder die Landschaft auf!
                                                Ich kehre zur Pension zurück und setze mich zum Abendessen. Die Rennradler, die ich in Österreich zu Hauf auf dem Donauradweg getroffen habe, wären von dem heutigen Weg sicher nicht begeistert! Die sollten vermutlich über die Slowakei fahren. Da sollen die Radwege besser sein. Das will ich morgen dann auch ausprobieren und werde auf der Slowakischen Seite weiterfahren.
                                                Als der Wirt meinen Ausweis für die Anmeldung sehen will fällt mir auf, dass ich den im letzten Hotel am Morgen nicht abgeholt habe. Die hatten den über Nach behalten wollen. Na Super! Und jetzt? Zum Glück wusste ich das noch nicht, als ich in die Slowakei rüber gefahren bin! Da wäre ich vermutlich nicht so locker an der Grenze und an Polizisten vorbeigefahren!
                                                Ich telefoniere mit dem Hotel von letzter Nacht. Im Notfall würden sie den Ausweis mit der Post nach Hause schicken und mir einen Scann mailen. Plan B steht also. Aber wie sieht Plan A aus?


                                                Auf der Grenze zwischen Ungarn und der Slowakei - zwischen Komárno und Komárom

                                                Na, da werde ich mir wohl heute Nacht noch was überlegen müssen! Das kann ja heiter werden!
                                                Angehängte Dateien
                                                Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 23:15.

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                                                  • 12.07.2008
                                                  • 43828
                                                  • Privat


                                                  #25
                                                  AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

                                                  Hmmm, diese Sorte gestrichelten Wege sind genau die, bei denen ich anfange, die Straßenverhältnisse langsam besser zu finden – ich muss da wohl mal hin

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                                                    #26
                                                    AW:[DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

                                                    Hallo Lina.

                                                    Zitat von lina Beitrag anzeigen
                                                    Hmmm, diese Sorte gestrichelten Wege sind genau die, bei denen ich anfange, die Straßenverhältnisse langsam besser zu finden ...
                                                    Nun, die Rennradwege in DE und AT sind nicht nur vom Beleg her gut gepflegt sondern auch von der Infrastruktur in Sachen Versorgung und Übernachtung. Wenn man da nicht so wählerisch ist und man auch ein Rad hat, mit dem man Offroad unterwegs sein kann, dann ist der Donauradweg weiter unten sicher eine gute Idee! Das Rad, das ich hier dabei hatte ist weniger Offroadtauglich . Wenn ich über ein anderes Rad nachdenke um den Weg weiter zu fahren dann habe ich das ideale Rad noch nicht gefunden: Klappbar sollte es sein, damit man in jeden Zug und jeden Flieger ohne viel Diskussion rein kann aber trotzdem über große Räder verfügen um stabil geradeaus zu fahren, offroadtauglich sollte es sein, Gepäcktransport sollte ausreichend möglich sein, nicht zu extravagant damit es nicht geklaut wird, ... Ein einfaches Mountainbike in Klappradausführung mit 24"-Rädern (oder größer) also. Diese Kombi ist mir leider noch nicht begegnet.

                                                    Zitat von lina Beitrag anzeigen
                                                    ... ich muss da wohl mal hin
                                                    Ich kann den Weg ab Wien wärmstens empfehlen! Landschaftlich sehr abwechslungsreich, reich an kulturellen und sehenswerten Dingen, noch recht ursprüngliche Dörfer aber auch interessante Großstädte, ... eine für mich sehr anziehende Kombination! Ich würde also sage: Ja, da solltest du unbedingt mal hin!

                                                    Gruß Wafer
                                                    Zuletzt geändert von Wafer; 16.06.2017, 08:59.

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                                                      #27
                                                      AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

                                                      Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
                                                      Wenn ich über ein anderes Rad nachdenke um den Weg weiter zu fahren dann habe ich das ideale Rad noch nicht gefunden: Klappbar sollte es sein, damit man in jeden Zug und jeden Flieger ohne viel Diskussion rein kann aber trotzdem über große Räder verfügen um stabil geradeaus zu fahren, offroadtauglich sollte es sein, Gepäcktransport sollte ausreichend möglich sein, nicht zu extravagant damit es nicht geklaut wird, ... Ein einfaches Mountainbike in Klappradausführung mit 24"-Rädern (oder größer) also. Diese Kombi ist mir leider noch nicht begegnet.
                                                      Tern Joe wäre passend für deine Anforderungen, ohne dass ich das jetzt direkt empfehlen will, ich hab da keine Erfahrung mit. Kleine Räder fähren übrigens genauso stabil geradeaus wie große. Auf schlechten Wegen sind sie allerdings im Nachteil, das stimmt.

                                                      Mac

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                                                        AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

                                                        Hallo Wafer, vielen Dank :-)
                                                        Klapprad wird evtl. schwierig, aber Offroad ... an meinem Rad sind momentan eigentlich Stadtreifen (Marathon Plus), alles bis auf tiefer Zuckersand geht aber trotzdem, auch wenn’s hügelig wird.

                                                        Kommentar


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                                                          [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

                                                          20. Tag: Von Komarom nach Nagymaros

                                                          Samstag, 20. Mai 2017
                                                          Strecke: 87 Km
                                                          Strecke Etappe: 658 Km
                                                          Gesamtstrecke: 1.427 Km
                                                          Höhenmeter: ↑ 200 m, ↓ 200 m
                                                          Fahrzeit: 9 h (mit Pausen)

                                                          In der Nacht habe ich Fahr- und Netzpläne von Bussen und Bahnen gewälzt. Und heute am frühen Morgen dann wieder mit dem Hotel telefoniert. Und ich habe Glück: Eine Mitarbeiterin der Nachtschicht hat gleich Dienstschluss und wohnt in Mosonmagyaróvár. Da ist ein IC-Bahnhof. So frühstücke ich hastig und erwische um 8 Uhr einen IC nach Győr. Mit Umsteigen bin ich gegen 9 Uhr in Mosonmagyaróvár. Dort steht die Dame und überreicht mir meinen Ausweis. Hier ist es zwischenzeitlich bewölkt und recht kalt.


                                                          Unnötige Bahnfahrt von Komarom nach Mosonmagyaróvár zum Ausweis holen

                                                          Nach einer ¾ h Pause geht es auf dem gleichen Weg wieder zurück. So hat mich die Aktion am Ende nur 3 Stunden Reiserei, ca. 10 € und eine aufregende Nacht gekostet.
                                                          So komme ich dann gegen 11 Uhr auf den Weg in Richtung Slowakische Grenze. Den Weg kenne ich ja schon von Gestern. Zumindest bis zur Altstadt. Weiter geht es dann auf sehr guten Radwegen auf Donaudeichen entlang.


                                                          Slowakischer Donauradweg zwischen Komarno und Sturovo

                                                          Und so sieht der Radweg hier überall aus. Auch da wo er im Führer noch gestrichelt ist. Da hat sich in letzter Zeit wohl schwer was getan. Und der Weg führt meist direkt am Wasser der Donau entlang. Und heute ist auch Rückenwind! Der Süd-Ost-Wind, der das schlechte Wetter in Österreich festgehalten hat ist zusammengebrochen und jetzt kommt die Front nach Ungarn - behauptet der Wetterbericht. In Mosonmagyaróvár war sie ja schon da. Aber hier noch nicht!


                                                          Ehemaliges Römerlager Kelamantia - Kastell Iža-Leányvár

                                                          Der Radweg führt auch direkt an den römischen Ruinen von Kelamantia vorbei, die hier ausgegraben wurden. Mit Rückenwind geht es heute sehr schnell weiter nach Iža.


                                                          Glockenspiel bei Iža

                                                          Wenn die Ungarn nicht einen großen Teil der Radwanderer an die Slowakei verlieren wollen sollten sie etwas an ihren Radwegen tun. Die meisten Räder, die ich sehe sind für die etwas abgenutzte Infrastruktur oder die Offroadpisten nicht wirklich gut geeignet. Meines leider auch nicht!
                                                          Ich gebe Gas denn ich will mich eigentlich nicht von der Kaltfront einholen lassen. Es geht ein paar Km auf einer Straße entlang bis bei Moca wieder ein Radweg abzweigt. An der Abzweigung liegt aber auch gleich ein toller Gastgarten.


                                                          Mittagspause in einem Gastgarten bei Moca

                                                          Das Essen ist sehr gut. So ist es dann etwas mühsamer wieder auf Touren zu kommen. Aber die Radwege bleiben zum Glück gut und der Rückenwind unterstützt von hinten.


                                                          Am Donauradweg bei Moca

                                                          Hinter Kravany geht es wieder auf die Straße. Den Radweg nach Obid habe ich irgendwie nicht gefunden. Stand aber schon im Führer, dass der schwierig zu finden sei. Aber auf der Straße ist wenig Verkehr. Und so komme ich über Muzla nach Stúrovo. Auf der anderen Seite liegt Esztergom. Hier war ich vor 25 Jahren auch schon mal. Aber da gab es die Maria-Valeria-Brücke noch nicht, bzw. nur Ruinen. Die Brücke wurde in beiden Weltkriegen zerstört und nach dem Zweiten Weltkrieg erst 2001 wieder aufgebaut. Das war wohl eine Auflage beim EU-Beitritt.
                                                          Über sie komme ich nach Esztergom hinüber.


                                                          Ankunft in Esztergom

                                                          Esztergom war viele Jahre auch Hauptstadt von Ungarn. Daher kommen diese gewaltigen Prunkbauten auf dem Hügel an der Donau. Das muss ich mir natürlich ansehen!


                                                          Der Dom von Esztergom - Die Sankt-Adalbert-Kathedrale

                                                          Ich radle über kleine Straßen hinauf zum Dom von Esztergom. Alleine schon der Blick hinunter auf die Donau und die heute zurückgelegte Strecke lohnt schon die Höhenmeter zu erklimmen.


                                                          Blick von der Esztergomer Basilika auf die Donau

                                                          Von hier oben hat man rundum eigentlich eine tolle Sicht. Neben der Basilika stehen hier auch noch Reste einer Burg. So wird die Besichtigungsrunde recht ausführlich.


                                                          Esztergom

                                                          Leider treiben sich hier aber auch ein paar Busladungen Touristen herum – schwerpunktmäßig aus Asien. So halte ich meinen Aufenthalt in der Kirche heute eher etwas kürzer.


                                                          Der Dom zu Esztergom von innen

                                                          Eigentlich wollte ich heute hier bleiben. Da es aber hierher recht schnell ging und die Touristen mich nicht wirklich anziehen beschließe ich heute doch noch ein paar Meter weiter zu fahren. Zudem waren das bisher auch erst ca. 60 Km. Also fahre ich durch die Altstadt in Richtung Radweg. Denn der war wiedermal an der Donau geblieben.
                                                          Was mich überrascht: Hier gibt es sogar mal Gegenverkehr!


                                                          Gegenverkehr auf dem Donauradweg bei Esztergom

                                                          So richtig viele Radler habe ich in letzter Zeit nicht gesehen. Aber die wenigen, die ich getroffen habe sind meist schon länger unterwegs. Oder es sind sportlich ambitionierte Radrennfahrer. Obwohl mich das bei der sehr gemischten Qualität der Radwege etwas wundert.
                                                          Jetzt, wo sich die Donau wieder zwischen zwei Gebirgen hindurchschlängelt und der Radweg fast immer direkt am Wasser entlanggeführt wird gefällt es mir hier wieder ausgesprochen gut.


                                                          Tolles Donautal zwischen Slowakei und Ungarn

                                                          Der Radweg hat in Esztergom wieder sehr gut ausgesehen. Irgendwann endet der Radweg aber und wird auf einer Straße entlang geführt. Hier ist aber recht viel Verkehr. So nehme ich einen kleinen Weg, der neben der Straße herführt.


                                                          Alternativer Donauradweg anstelle der Straße

                                                          Sobald die Slowakische Grenze nach Norden abbiegt geht es mit einer Fähre hinüber nach Szob.


                                                          Auf der Fähre nach Szob

                                                          Was mir aufgefallen ist: Die Fahrradhelmträger nehmen hier in der Region wieder zu. Eine Zeit lang bin ich mir als einziger mit Helm etwas komisch vorgekommen.
                                                          Von Szob geht es unter den teils felsigen Berghängen immer an der Donau entlang auf das Donauknie zu.


                                                          Es geht auf das Donauknie zu

                                                          So komme ich dann nach Zebegény. Bei der Lage von dem Ort haben die noch den ganzen Abend die Sonne.
                                                          Daher beginne ich hier mit der Quartiersuche. Das gestaltet sich überraschend schwierig. Das Donauknie ist eben doch nach dem Balaton das beliebteste Erholungs- und Ausflugsziel in Ungarn.


                                                          Schloss von Zebegény

                                                          Also fahre ich noch einen Ort weiter – nach Nagymaros. Der Weg dorthin ist wunderbar geführt - auf eigenen Radwegen und meist direkt an der Donau entlang - und die Abendsonne sorgt für eine tollen Tagesabschluss!


                                                          Abendstimmung am Donauknie

                                                          In Nagymaros finde ich ein schönes Zimmer in einer kleinen Pension. Am Hafen gibt es auch ein kleines Restaurant mit einer Terrasse und lokalen Speisen.


                                                          Ungarische Abendkost - Wels mit Tomatenpaprika und Beilage

                                                          Auf der anderen Donauseite liegt Visegrad mit seinen Burgen in der Abendsonne. So kann ich beobachten, wie die Sonne immer tiefer sinkt und am Ende nur noch die obere Burg beleuchtet.


                                                          Blick beim Abendessen auf Visegrad mit Burg

                                                          Vielleicht sollte ich morgen mal mit der Fähre nach Visegrad hinüberfahren und die Burg besichtigen? Na, wir werden sehen.
                                                          So sind es dann heute doch noch 87 Kilometer geworden. Und für morgen stehen dann nur noch ca. 50 Km bis Budapest an. Da bleibt gut Zeit für die Stadt. Zwar nicht ausreichend aber gut. Aber das werde ich ja dann morgen sehen! Bis dahin ziehe ich mich in die Pension zurück und liege bald im Bett.
                                                          Angehängte Dateien
                                                          Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 23:15.

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                                                            • 06.03.2011
                                                            • 9533
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                                                            AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

                                                            21. Tag: Von Nagymaros nach Budapest

                                                            Sonntag, 21. Mai 2017
                                                            Strecke: 84 Km
                                                            Strecke Etappe: 742 Km
                                                            Gesamtstrecke: 1.511 Km
                                                            Höhenmeter: ↑ 525 m, ↓ 500 m
                                                            Fahrzeit: 10 h (mit Pausen)

                                                            Nach dem Aufwachen geht der besorgte Blick zuerst aus dem Fenster: Die Sonne scheint! Die Schlechtwetterfront ist also noch nicht bis hierhergekommen. Also raus aus den Federn und Frühstücken. Kurz vor 8 Uhr komme ich weg und steuere den Hafen an. Um 8 geht eine Fähre hinüber nach Visegrád. Die erwische ich gerade noch so eben.


                                                            Auf der Fähre nach Visegrád

                                                            Ich fahre durch den Ort und dahinter in die Berge. Es geht stetig aufwärts denn die Straße schlängelt sich den Hang hinauf. Oben angekommen ist hier noch niemand da. Zum Glück kommt man trotzdem schon rein. Die Kassen und Souvenirläden sehen so aus als wäre das ein ganz schöner Touristenhotspot.


                                                            Auf dem Weg zur Oberen Burg von Visegrád

                                                            Der Blick von hier oben auf die Donau hat alleine schon den Weg hier rauf gelohnt!


                                                            Grandioser Donaublick von der Visegráder Burg aus

                                                            Den Großteil der Burg kann ich besichtigen.


                                                            Die Obere Burg von Visegrád lohnt einen Besuch

                                                            Von hier oben kann man das Donauknie überblicken und hat auch einen tollen Blick in das dahinterliegende Gebirge.


                                                            Das Gebirge nördlich der Donau

                                                            Das alte Burgtor ist offen und man sieht die Visegráder Berge.


                                                            Das Burgtor mit Visegráder Bergen

                                                            So langsam muss ich mich sputen. Ich möchte die nächste Fähre nicht verpassen. Die fährt nur jede Stunde. Am Aus- bzw. Eingang ist nun schon alles für den Ansturm vorbereitet und ich käme jetzt schon nicht mehr ohne Eintritt hier rein. Geöffnet wird aber erst in einer Stunde. Glück gehabt!
                                                            Zügig geht es die Höhenmeter wieder runter nach Visegrád. Hier muss ich dann sogar noch auf die Fähre warten. Der Donauradweg führt mich dann wieder über gute Radwege über Veröce nach Vác.


                                                            Vác

                                                            Schon bei der Einfahrt in den Ort sehe ich, dass der Ort größer und Geschichtsträchtig ist. Ein Besuch lohnt sich! Und da ich heute nicht mehr so weit will habe ich auch Zeit. So ziehe ich eine Runde durch den Ort.


                                                            Die Katholische Kirche am Platz zum 15. März in Vác

                                                            Ich stromere auch etwas abseits der üblichen Touristenströme. Hier sehen die Straßen dann nicht mehr so geleckt aus sondern eher so wie ich es von Ungarn her kenne.


                                                            Typische ungarische Straße - Diese liegt in Vác

                                                            Auf einem Markt versorge ich mich mit frischem Obst. So komme ich von hinten an die Kathedrale heran. Von hinten ist sie gar nicht so imposant. Aber von vorne und von innen lohnt sich ein zweiter Blick absolut!


                                                            Die Kathedrale von Vác

                                                            Also Vác gefällt mir! Richtig viel ist hier zum Glück noch nicht los. Aber auch hier erkennt man, dass die hier mit mehr Touristen zurechtkommen als heute hier sind.


                                                            Dreifaltigkeitssäule und der Eingang zur St. Anna-Kirche gegenüber

                                                            In der Fußgängerzone versorge ich mich mit Softeis, das es bei uns angeblich aus hygienischen Gründen gar nicht mehr gibt. Als ich zur Fähre komme will die gerade ablegen. Also schnell noch ein Ticket gekauft und drauf.


                                                            Auf der Fähre zum Szendendrei-Sziget

                                                            Sie bringt mich auf diese Insel, die von der Donau durch zwei Arme gebildet wird. Von dort gelange ich über kleine kopfsteingepflasterte Straßen nach Tahitótfalu. Erst folgt eine schnöde Straße aber dann geht es wieder auf eigene Radwege. Immer entlang des kleinen Donauarms geht es nach Szentendre. Die Sonne steht schon wieder hoch am Himmel. Als ich an einem Freibad vorbeikomme ist dieses ausgerechnet heute wegen eines Wasserballturniers für die Allgemeinheit geschlossen. Ich fahre zum Hafen wo ich eine Möglichkeit zum Mittagessen finde.


                                                            Mittagspause an der autofreien Promenade von Szentendre

                                                            Ich merke, dass ich mich wieder einem Urbanen Bereich nähere: Die Orte rücken wieder näher zusammen und werden auch größer. Und an so einem schönen Sonntag sind natürlich auch viele Ausflügler unterwegs. Der Radweg ist hier wieder sehr unterschiedlich geführt: mal gepflastert, mal geteert und mal auch nur auf Schotter geht es durch die Vororte von Budapest.


                                                            Ausflugsverkehr auf wechselnden Radwegqualitäten

                                                            Teilweise wird es dermaßen voll, dass ich besser absteige und schiebe! Aber zum Glück nur an wenigen Stellen. Je näher ich der Budapester Innenstadt komme umso besser sind die Radwege. Teilweise dann sogar schon mit eigenen Ampeln.


                                                            Budapester Wassertürme

                                                            Und dann taucht so langsam das berühmte Parlamentsgebäude von Budapest am Horizont auf. Ein imposanter Bau auf der anderen Donauseite!


                                                            Das Ungarische Parlamentsgebäude in Budapest

                                                            Bei bestem Wetter komme ich damit in der dritten europäischen Hauptstadt auf dieser Radreise an. In aller Ruhe drehe ich eine erste Runde durch die Stadt. Zu sehen gibt es mehr als genug! Eine Kirche nach der anderen.


                                                            Kirchen gibt es in Budapest reichlich – Hier die St. Anna- und die Kalvinisten Kirche

                                                            Über die Kettenbrücke wechsle ich von Buda (westlich der Donau) nach Pest (östlich der Donau) hinüber.


                                                            Die Ketten-Brücke

                                                            Ich suche mir eine Unterkunft und setze die Stadtbesichtigung zu Fuß fort. Ich finde Budapest hat ein wenig den Flair von Paris – nur eben alles etwas kleiner.


                                                            Budapest - Klein Paris in Ungarn

                                                            Natürlich besuche ich auch die St.-Stephans-Basilika, die größte Kirche von Budapest und Sitz des römisch-katholischen Erzbistums Esztergom-Budapest.


                                                            St.-Stephans-Basilika

                                                            Hier wird eine Tribüne vor der Kirche aufgebaut. Hier ist heute Abend irgendein Live-Konzert. Ich komme an der Oper vorbei, am Heldenplatz, ... Ich könnte hier noch etliche Bilder einstellen. Aber das schaut ihr euch besser im Netz an. Zu sehen gibt es in dieser Stadt wirklich genug!
                                                            Irgendwann werden die Füße etwas müde und der Magen knurrt. So suche ich mir was zum Abendessen – die Preise sind hier fast so wie in Paris! - und dann wird es auch schon dunkel. Auf der Dachterrasse des Hotels hat man einen grandiosen Blick auf das abendliche Budapest.


                                                            Budapester Parlamentsgebäude (hinten) und die ungarische Staatskasse (vorne) bei Nacht

                                                            Bei einem gemütlichen Bier lasse ich den Abend zu Ende gehen. Gegen 22 Uhr 30 bin ich dann recht müde im Bett. Gute Nacht!
                                                            Angehängte Dateien
                                                            Zuletzt geändert von Wafer; 28.11.2020, 23:15.

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                                                              • 22.05.2010
                                                              • 779
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                                                              #31
                                                              AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

                                                              schöner Bericht! Ich konnte jetzt nicht alles lesen, aber deine Bilder und immer wieder Textabschnitte ergeben ein schönes abwechslungsreiches Bild der Strecke.

                                                              Ich wollte schon lange mal den Donauradweg von Regensburg nach Wien radeln, aber wenn ich mir das so ansehe, würde es mir glaube ich ab Wien deutlich besser gefallen....

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                                                                Lebt im Forum
                                                                • 06.03.2011
                                                                • 9533
                                                                • Privat


                                                                #32
                                                                AW:[DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

                                                                Hallo Blackteah.

                                                                Sorry für die späte Antwort. Ich war unterwegs ...

                                                                Zitat von blackteah Beitrag anzeigen
                                                                schöner Bericht! Ich konnte jetzt nicht alles lesen, aber deine Bilder und immer wieder Textabschnitte ergeben ein schönes abwechslungsreiches Bild der Strecke.
                                                                Freut mich, dass es dir gefällt! Und abwechslungsreich war es wirklich!

                                                                Zitat von blackteah Beitrag anzeigen
                                                                Ich wollte schon lange mal den Donauradweg von Regensburg nach Wien radeln, aber wenn ich mir das so ansehe, würde es mir glaube ich ab Wien deutlich besser gefallen....
                                                                Nun, wenn ich ehrlich bin gefällt mir der Teil ab Wien auch besser. Der Teil bis dorthin ist so durchgestylt und Tip-Top in Ordnung. Das ändert sich nach Wien. Man hat die Alternative zwischen der Slowakei und Ungarn, unterschiedliche Landschaften, das Donauknie und dann natürlich Budapest das mich wieder begeistert hat. Aber da muss ich auch zugeben, dass mir Wien auch sehr gut gefallen hat. Kulturell haben beide Teile einiges zu bieten. Ich fand auf dem Teil ab Wien war deutlich weniger los. Das Reisen war etwas individueller.
                                                                Ist im Endeffekt also eigentlich Geschmacksache!

                                                                Gruß Wafer

                                                                Kommentar


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                                                                  Erfahren
                                                                  • 23.07.2011
                                                                  • 436
                                                                  • Privat


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                                                                  AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

                                                                  Danke für Deine Eindrücke. Die Donau ist definitiv der "bunteste" Fluss Europas ... und es überrascht sicher nicht, dass ich Dir 100%ig zustimme, dass es im Osten immer spannender wird.
                                                                  Gratulation, dass Du oben auf der Visegradburg warst. Dazu waren wir 2014 zu faul.
                                                                  Viele Grüße aus Thüringen (oder von Sonstwo)
                                                                  Eberhard Elsner

                                                                  Kommentar


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                                                                    Dauerbesucher
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                                                                    • 779
                                                                    • Privat


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                                                                    AW: [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird

                                                                    Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
                                                                    Hallo Blackteah.

                                                                    Sorry für die späte Antwort. Ich war unterwegs ...

                                                                    Freut mich, dass es dir gefällt! Und abwechslungsreich war es wirklich!

                                                                    Nun, wenn ich ehrlich bin gefällt mir der Teil ab Wien auch besser. Der Teil bis dorthin ist so durchgestylt und Tip-Top in Ordnung. Das ändert sich nach Wien. Man hat die Alternative zwischen der Slowakei und Ungarn, unterschiedliche Landschaften, das Donauknie und dann natürlich Budapest das mich wieder begeistert hat. Aber da muss ich auch zugeben, dass mir Wien auch sehr gut gefallen hat. Kulturell haben beide Teile einiges zu bieten. Ich fand auf dem Teil ab Wien war deutlich weniger los. Das Reisen war etwas individueller.
                                                                    Ist im Endeffekt also eigentlich Geschmacksache!

                                                                    Gruß Wafer

                                                                    Schön zu hören
                                                                    Ich war schon in Wien und Budapest und beides liegt auf meiner "Lieblingsstädteliste" ganz weit oben ;). Also allein um da nochmal hinzukommen würde es sich schon lohnen
                                                                    Individuell und wenig trifft auf alle Fälle meinen Geschmack beim Reisen. Vielleicht find ich nächstes Jahr ja mal Zeit dafür...

                                                                    Kommentar


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                                                                      Lebt im Forum
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                                                                      • 9533
                                                                      • Privat


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                                                                      [DE] Den Neckar rauf und die Donau runter - Radeln bis das Meer schwarz wird?

                                                                      22. Tag: Budapest
                                                                      Montag, 22. Mai 2017
                                                                      Strecke: 16 Km
                                                                      Strecke Etappe: 758 Km
                                                                      Gesamtstrecke: 1.527 Km
                                                                      Höhenmeter: ↑ 10 m, ↓ 10 m
                                                                      Fahrzeit: 4 h (mit Pausen)

                                                                      Gleich nach dem sehr guten Frühstück breche ich auf. Ich will nochmal in die Stadt bevor es nach Hause geht. Ich besuche die Matthiaskirche und die Fischerbastei. Von hier hat man wieder einen tollen Blick auf die Stadt hinunter.


                                                                      Weltstadt Budapest

                                                                      Hier oben ist einer der ältesten Stadtteile von Buda zu finden.


                                                                      Budapest - Eine Hauptstadt mit Charme

                                                                      Und natürlich muss ich auch noch eine Runde um das Parlamentsgebäude drehen.


                                                                      Das Parlamentsgebäude - Országház - Motive ohne Ende

                                                                      Leider geht viel zu schnell die Zeit vorbei und ich muss mich in Richtung Bahnhof orientieren.
                                                                      Für den gewünschten Zug will man mir dann mal wieder keine Fahrradkarte verkaufen. Das kenne ich ja schon aus Deutschland. Nach langer Diskussion bekomme ich dann eine platzungebundene Fahrradkarte was es eigentlich gar nicht geben darf. Ich lasse es einfach darauf ankommen ob alle Fahrradplätze belegt werden. Und wie erwartet ist das nicht der Fall. So komme ich mit 2 Mal umsteigen bequem in ca. 10 Stunden von Budapest nach Hause. So muss ich dann noch die 10 Km im Dunkeln vom Bahnhof Heim fahren. Aber ich bin mehrfach auf der Fahrt kontrolliert worden. Nicht von der Bahn – sondern von Zollbeamten. Ohne Ausweise wäre das sicher interessant geworden! Ich bin froh, dass ich mir meinen Ausweis wieder beschaffen konnte!


                                                                      Auf dem Weg zum Bahnhof Budapest-Keleti

                                                                      Ein Tipp noch: Wenn man sich in Ungarn eine Bahnfahrkarte kaufen will sollte man das so früh wie möglich tun. Je näher die Abfahrt rückt umso teurer wird das Ticket. Und noch was habe ich festgestellt: Der Wechselkurs an den Bankautomaten ist deutlich schlechter als in den Wechselstuben.

                                                                      Leider ist die Radwanderwoche schon wieder vorbei. Das ging wieder viel zu schnell! Ich hoffe aber den Donauradweg noch weiter zu fahren – irgendwann in der nächsten Zeit.

                                                                      Kommentar