[UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

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  • Borderli
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    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    Bitte, gern geschehen!

    Es dauert nicht mehr lange, und es gibt wieder einen Bericht. Ich sitze gerade an der Planung einer (kurzen) Tour Anfang Oktober...

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  • Alex79
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    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    Auf alle Fälle Danke für einen - mal wieder - tollen Bericht mit genialen Fotos!

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  • Borderli
    antwortet
    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    Gemein so was!

    Aber ich dachte es mir: Ein erneuter Besuch am Lochan Fada lohnt sich. Es steht nach wie vor auf der Liste!

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  • Alex79
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    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    Kann auch das Nordufer des Lochan Fada empfehlen! Schöner Strand dort!

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  • Mancunian
    antwortet
    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    Wow, so schön kann das Lochan Fada sein? Als ich im Mai dort war gabs zwar nen tollen Regenbogen aber davor und danach nur Wolken und Regen. Aber stimmt, der Kieselstrand ist ne wundervolle Ecke zum Zelten und nach einen verschwitzen Wandertag ideal zum Baden. Kurzbericht übrigens hier: Link



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  • Antracis
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    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    Hübsche Spiegelungen!

    Das Bild stammt von 2012 aus dem Mai. Nach mehreren Tagen Wüstenwetter im Corrie Lair ohne Wind aber mit praller Sonne kamen wir abends am Lochan Fada an, da zogen schon dunkle Wolken auf. Danach haben wir einen vollen Tag abgewettert, Sturm und Regen. In der Nacht dann Schnee auf dem Zelt, morgens sah es dann so aus. Wir sind mit Sack und Pack auf den Beinn Tarsuin und wollten eigentlich weiter zum A' Mhaighdean, als wir plötzlich einen Meter tief im Schnee standen und abends waren wir dann wieder am Lochan Fada. Wir nannten es unser Wohnzimmer, aber seitdem waren wir auch nicht mehr da.

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  • Dibidil
    antwortet
    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    Zitat von Borderli Beitrag anzeigen
    Ich habe gestern Abend den Flug gebucht - jetzt kann ich mir nichts mehr ausreden...
    Herzlichen Glückwunsch. Ich bereue ja schon fast, dass wir dieses Jahr nicht nochmal nach Schottland fahren. Nachdem wir an Ostern dort waren, habe ich festgestellt, wie sehr mir das letztes Jahr gefehlt hat, als ich mal gar nicht dort war.

    @Antracis:
    Hübsches Foto vom Lochan Fada. Wann hast du das den gemacht? Solche spiegelden Seen habe ich in Schottland fast noch nie gesehen außer den Lochan Fada, dieses Jahr am Ostersonntag.

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  • Borderli
    antwortet
    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    Ich habe gestern Abend den Flug gebucht - jetzt kann ich mir nichts mehr ausreden...

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  • Antracis
    antwortet
    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    Zitat von Borderli Beitrag anzeigen
    Ich versuche mir gerade den Gedanken auszureden, im Oktober (ja, dieses Jahr) 8 Tage in den Cairngorms zu wandern. Schwierig, schwierig. Wenn sich so ein Gedanke erst mal in den Gehirnwindungen festgesetzt hat...
    Ich werd Ihn Dir bestimmt nicht ausreden.

    Wir waren ja letztes Jahr im Oktober im Torridon, nachdem wir im Frühjahr so schlimmes Unwetter hatten und es war total toll. In den Cairngorms hast Du natürlich um diese Zeit höchstwahrscheinlich eher/mehr Schnee, als im Nord-Westen. Aber damit lässt sich ja umgehen.

    Wir können erst wieder im Mai los, was mir als Wartezeit beim Lesen Deines Berichtes gerade viel zu lange erscheint.

    Aber zum Trost haben wir immerhin einen von echten Überzeugungstätern betriebenen Schottischen Pub in Laufweite, regelmäßig Real Ale und > 700 Single Malts trösten uns über die Durststrecke.

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  • Borderli
    antwortet
    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    Ja, so sieht der See schon viel schöner aus...

    Ich habe so meine eigene "Vollverhüllung" gegen Midges. Ideal ist die Montane Featherlite-Jacke - die ist nicht nur leicht und passt sogar in eine Hosentasche, sondern hat auch ganz enge Ärmelabschlüsse. Dazu noch Socken über die Hosenbeine, dünne Handschuhe und ein Headnet, und die Biester haben keine Chance. Die vielen Einzelteile finden ihren Platz im Deckelfach des Rucksacks, oder aber in Jacken- oder Hosentaschen. Das passt schon.
    Trotzdem werde ich den nächsten Schottland-Urlaub außerhalb der Midges-Saison planen. Jedes Jahr brauche ich das nicht...
    Ich versuche mir gerade den Gedanken auszureden, im Oktober (ja, dieses Jahr) 8 Tage in den Cairngorms zu wandern. Schwierig, schwierig. Wenn sich so ein Gedanke erst mal in den Gehirnwindungen festgesetzt hat...

    Diana, danke für den Hinweis. Der Weg (oder besser: der nicht vorhandene Weg) wird warten müssen, bis mein Knie vielleicht irgendwann mal wieder besser drauf ist.
    Zuletzt geändert von Borderli; 18.08.2014, 13:29.

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  • Antracis
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    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    Zitat von Borderli Beitrag anzeigen
    Lochan Fada

    der See bleibt auf meiner Liste. Bei gutem Wetter muss das schon richtig schön sein hier.


    Es lässt sich aushalten.

    Wir haben da aber auch schon mal 2 Tage abgewettert.

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  • Antracis
    antwortet
    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    @Borderli:

    Da Du auch zu den Mutigen gehörst, die zur Mückenhochsaison in die schottische Pampa gehen, hast Du eigentlich schon mal über ein

    http://www.bugshirt.com/

    nachgedacht ? Wir hatten uns die Teile schon vor 2 Jahren mal bestellt und ich hatte zwar bisher immer ziemliches Glück, aber an einem Abend jetzt in Norwegen im Sumpf beim Fotographieren hat mir eines von denen gute Dienste geleistet.

    O.K., es gibt coolere Outfits aber für wirkliche Plagesituationen sind die Teile genial, vor allem kann man sie auch bei Hitze einfach als Hauptkleidungsstück tragen.

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  • Dibidil
    antwortet
    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    Danke für den schönen Bericht und die tollen Fotos. Das weckt Erinnerungen. An Ostern waren wir in der gleichen Ecke unterwegs. Wir sind übrigens vom Loch Coire Mhic Fhearchair weglos noch Kinlochewe gelaufen und ich fand es sehr hart. Ich weiß gar nicht, wieviele Stunden wir für die 5-6 km zum Weg gebraucht haben. Die Geröllfelder am Steilhang waren fand ich sehr anstrengend und sie sind garantiert nicht sehr kniefreundlich. Deshalb Gratulation zu deiner Entscheidung.

    Gruß
    Diana

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  • Borderli
    antwortet
    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    Ach, zu der Fotofrage gibt es den einen oder anderen Endlos-Thread hier im Fotoforum, und in Fotoforen anderswo noch viel mehr... Ich machte das zu einer Bauchentscheidung. Statt zu diskutieren (egal ob mit mir selbst, mit anderen Leuten, oder in Foren) ging ich lieber raus und fotografierte...

    Dann mal zu mit den Reiseberichten! 2014 ist schon gleich rum!

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  • Antracis
    antwortet
    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    Klasse Bericht und tolle Fotos wieder mal, Borderli. Aus meiner Lieblingsgegend in Schottland

    Und toll, dass auch Du mal Glück mit dem Wetter hast.

    Ich träume schon wieder vom Mai, dann sind wir auch wieder da. Im Raum stehen der Far North bzw. die Gegend südlich der Bahnstrecke, fernab der Hauptrouten. Aber wir werden die Munrosheets für die Torridonians auch wieder dabei haben.


    Jetzt sind wir gerade aus Norwegen zurück, wo wir eine 10tägige Traumtour absolviert haben. Wenn ich den Reisebericht dazu online gestellt habe, kümmere ich mich um unsere zwei noch ausstehenden Schottlandberichte aus 2013 und 2012, versprochen.

    Das Kameraproblem stellt sich mir übrigens auch, nachdem meine G11 sich irgendwie einen Kratzer auf die Linse geholt hat - muss jetzt den Pseudo-Lens-Flare-Effekt mühsam rausretouchieren. Insofern muss eine neue Kamera her. Da mich am meisten der fehlende Weitwinkel (die G11 geht nur bis 28mmm), werd ich jetzt mal recherchieren und grübeln, ob DSLR und/oder gleich Vollformat oder ob es mittlerweile was brauchbares bei den spiegellosen Systemkameras gibt. Auf jeden Fall was mit Wechselobjektiv.

    Grüße
    Sascha

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  • Borderli
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    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    Lochan Fada

    Es regnet immer noch vor sich hin, die Wolken hängen tief, und mein Knie autscht nach wie vor. Eigentlich ist mir gar nicht nach Wandern zumute... Doch was soll ich sonst mit diesem Sonntag anfangen. Heute fährt kein Bus, es gibt in Kinlochewe keinen Schlafplatz (nicht dass ich dort länger als nötig bleiben wollte - dieser Ort gefällt mir einfach nicht). Also dann: Lochan Fada, aber auf die einfache Art. Wenn ich gewusst hätte, dass es so langweilig wird, wäre ich im Zelt liegen geblieben.

    Der Farn ist nicht nur höher als ich, sondern auch klatschnass. Als ich das letzte Feld hinter mir habe, ist sogar die Regenhose durch!

    Farn by Borderli, on Flickr

    Ich gehe gemütlich auf der "Autobahn" über die "Heights of Kinlochewe" zum Lochan Fada. Ein Landrovertrack, dann ein gut ausgebauter Weg, also alles ganz einfach und knieschonend, ohne großes Bergauf und Bergab. Allwettertauglich. Langweilig. Gähn.


    Heights of Kinlochewe by Borderli, on Flickr


    Heights of Kinlochewe by Borderli, on Flickr

    Dort, wo die schönen Ausblicke sein könnten, hängen dichte Wolken. Dazu alles in schönem Einheitsgrau, passend zu meiner heutigen Stimmung.


    Letterewe by Borderli, on Flickr


    Letterewe by Borderli, on Flickr

    Als sich ein Fitzelchen blauer Himmel sehen lässt, ist das direkt ein Foto wert.

    Lochan Fada by Borderli, on Flickr

    Früh, viel zu früh, bin ich am Lochan Fada, suche mir einen schönen Platz für das Zelt, und laufe dann noch etwas durch die Gegend. Die Hoffnung auf etwas Licht, auf etwas blauen Himmel, auf schöne Licht-Schatten-Spiele auf den Berghängen erfüllt sich nicht; es bleibt trübe und fängt bald an zu regnen. Bevor es sich richtig einregnet, baue ich schnell das Zelt auf. Es bleibt beim Regen für heute. Keine interessanten Aussichten, kein Lichtblick - der See bleibt auf meiner Liste. Bei gutem Wetter muss das schon richtig schön sein hier.


    Kann man eigentlich zu viel schlafen? So viel wie ich in den letzten beiden Tagen geschlafen habe, schlafe ich sonst in einer ganzen Woche nicht, glaube ich. Wie auch immer, ich breche irgendwann morgens mein Zelt ab (es muss nachts ganz gut geregnet haben, so nass wie alles rund ums Zelt ist...) und laufe zurück. Der Weg ist über Nacht nicht spannender geworden, das Wetter nicht besser, aber die Aussicht auf einen Schlafplatz und ein Essen im Hotel heben meine Stimmung an.


    Bog Cotton by Borderli, on Flickr

    Über diesen Irrweg-Weiser habe ich mich schon auf dem Hinweg gewundert:

    Irrwegweiser by Borderli, on Flickr


    Heights of Kinlochewe by Borderli, on Flickr


    Abhainn Bruachaig by Borderli, on Flickr


    Beinn Eighe by Borderli, on Flickr


    Im Bunkhouse ist es ruhig heute. Wir sind zu dritt im Schlafsaal, und beschließen spontan, gemeinsam rüber ins Hotel zu gehen, um was zu Essen. Lecker Essen, ein Cider für mich und Bier für die beiden anderen, und plötzlich verabschiedet sich der Student aus Bristol. Er sei müde. So früh? Audrey (bergsteigende Seniorin, ebenfalls mit kaputtem Knie und daher mit Vorbildfunktion für mich) und ich schauen uns an, heben die Augenbrauen (nichts mehr los mit den jungen Leuten!), und bestellen noch eine Runde. Aber, ganz ehrlich, lange bleiben wir dann auch nicht mehr.

    Morgens sitze ich im Bus nach Inverness, und am nächsten Tag im Zug nach Dyce. Wieder ein Urlaub zu Ende, wieder anders als geplant, aber schön war's trotzdem. Sonnenbrand... Glaubt mir kein Mensch...

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  • Borderli
    antwortet
    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    So, Endspurt. Viel gibt es nicht mehr zu berichten.

    Sonnenbrand, oder warum ich mich über dichte Wolken freue

    Ich schlafe schlecht. Mein letzter Sonnenbrand ist schon so lange her, dass ich gar nicht mehr weiß, wie unangenehm das ist, vor allem im Zusammenhang mit der Kunststoffhülle des Schlafsacks und der Plastikmatratze. Ein schönes kühles Baumwolltuch wäre mir jetzt lieber... Außerdem wird es kalt hier oben auf dem Berg, und das Problemknie muckt vor sich hin.
    Ich stehe daher sehr früh auf. Das Zelt ist taunass, am Himmel ist keine Wolke zu sehen, rund ums Zelt gibt es keine Wolke aus Midges, denn ein leichter Wind weht. Perfekt! Ich beschließe, meinen Morgenkaffee nicht am Zelt, sondern oben neben dem Wasserfall zu trinken. Kaffee mit Aussicht, sozusagen. Ich packe alles in den kleinen Daypack, ziehe die Windjacke drüber (es ist kühl im Schatten!), ignoriere die Proteste des rechten Knies, und gehe bergauf.

    Der See liegt noch im Schatten; hier ist es zu frisch für eine ausgedehnte Pause.

    Loch Coire Mhic Fhearchair by Borderli, on Flickr

    Neben dem Wasserfall suche ich mir einen schönen Felsen, koche Kaffee, und setze mich mit der Kaffeetasse und der Kamera an den Rand des Coire, baumele mit den Beinen, und genieße die Aussicht. Die Sonne kommt langsam herum und leuchtet die Landschaft aus. Ich habe diese Aussicht ganz für mich alleine und fühle mich so klein und unbedeutend, aber auch gleichzeitig privilegiert, das erleben zu dürfen. Die Stimmung am frühen Morgen ist eine ganz besondere, fast noch besser als die bei Sonnenuntergang. Es ist schön, einfach nur schön. Ich könnte den ganzen Tag hier sitzen, glaube ich.

    Irgendwann ist das Zelt in der Sonne und trocknet schnell.

    Coire Mhic Fhearchair und das Zelt by Borderli, on Flickr


    Coire Mhic Fhearchair by Borderli, on Flickr

    Nach einer langen, langen Zeit mache ich mich wieder auf den Rückweg.


    Baosbheinn und Beinn an Eòin by Borderli, on Flickr

    Frühstücken, packen, Abschied nehmen. Das war ein schöner Zeltplatz. Ein Punkt auf meiner Liste ist abgehakt.


    Flowerdale Forest by Borderli, on Flickr

    Der Tag wird sonnig und warm. Viel zu warm für meinen Geschmack, und viel zu sonnig für meinen Sonnenbrand.
    Die Idee, weglos nach Kinlochewe zu gehen, gebe ich schon morgens früh auf - ich brauche mein Knie noch eine Weile, da gehe ich kein Risiko ein. Ein andermal, die Gegend läuft ja nicht weg. Außerdem ist das ein Grund, wieder hierher zu kommen.


    Liathach by Borderli, on Flickr

    An einem meiner Lieblingsfelsen mache ich wieder eine Pause. Trotz der sommerlichen Temperaturen habe ich inzwischen die Windjacke an; die Sonne brennt mir zu heftig auf die ohnehin schon roten Arme. Sonnenbrand - ich - in Schottland?! Glaubt mir kein Mensch!


    Boots by Borderli, on Flickr

    Auf dem Weg zurück ins Glen Torridon begegnen mir nicht mehr als fünf Wanderer. Ein ruhiger Spaziergang also.


    Coire Dubh Mòr by Borderli, on Flickr

    Unten am Parkplatz beschließe ich, das nächstbeste Auto anzuhalten, um nach Kinlochewe zu gelangen. Es ist viel zu warm, um auf der Straße zu laufen - vor allem, wenn die schönen Ausblicke fehlen. Kein Problem, gleich das erste Auto hält an. Zwei deutsche Urlauber auf dem Weg zu den äußeren Hebriden. Wir unterhalten uns ganz nett, als plötzlich das Auto seltsame Geräusche von sich gibt. Zum Glück nur falscher Alarm; es fährt dann doch wieder weiter. In Kinlochewe steige ich aus und gehe direkt zum Shop. Ich brauche etwas kaltes zu trinken, und davon jede Menge. Mit einer Sammlung gekühlter Getränke, der Times und einem großen Eis komme ich wieder raus und suche mir eine schattige Bank auf dem Parkplatz weiter unten an der Straße.

    Gut, und jetzt? Lochan Fada steht eigentlich noch auf meiner Liste. Durchs Gleann Bianasdail hin, zelten, auf der Wanderautobahn über die Heights of Kinlochewe wieder zurück. Aber heute nicht mehr. Mir ist warm! Ich fahre doch extra nach Schottland, um bei kühlen Temperaturen zu wandern... Hm. Bunkhouse? Hotel? Ich gehe rüber und frage nach einem freien Bett. Pech gehabt, sogar das Bunkhouse ist ausgebucht, das ganze Wochenende. Ich reserviere mir vorsichtshalber ein Bett für Montagabend, und beschließe dann, zu dem schönen Platz am Kinlochewe River, nahe der Eilean na Craoibhe, zu laufen und dort unter dem Baum (Schatten!!) mein Zelt aufzubauen. Also los, die paar Kilometer sind doch noch drin, sage ich mir, hast ja noch nichts gemacht heute.

    Es werden verdammt lange Kilometer. Unterwegs wechsele ich vom dünnen Merinoshirt (morgens war das noch angebracht) zum noch dünneren Plastikshirt (das stinkt nach einer halben Stunde schlimmer als das Wollteil nach drei Tagen...), gehe unter Todesverachtung durch Farnfelder, die höher sind als ich, trinke eine Wasserflasche nach der anderen leer, und schwitze vor mich hin. Wo bleiben nur die versprochenen Wolken? Ich will Regen, Wind, Wolken!

    Irgendwann bin ich am Ziel. Heute sind keine wilden Ziegen da, der Ginster blüht auch nicht mehr, dafür steht rundherum hoher Farn. Wenn ich nicht gewusst hätte, dass hier ein schöner Platz zum Zelten ist, hätte ich ihn nicht gefunden.
    Ich baue die Burg auf, packe Crocs, Matte, Handtuch und leere Wasserflaschen ein, lasse den Rest des Gerödels im Zelt, und schlurfe zum Fluss. Hosenbeine hochkrempeln, und rein ins Wasser. Leider ist der Wasserstand nicht besonders hoch, aber zum Abkühlen reicht es aus. Kühles Wasser im Genick und im Gesicht - eine Wohltat! Ich hätte nicht gedacht, dass ich in Schottland mal so dringend eine Abkühlung brauchen würde.


    Kinlochewe River by Borderli, on Flickr

    Ich mache es mir am Wasser bequem und warte, bis der Baum seinen Schatten auf das Zelt wirft und dadurch die Temperaturen etwas erträglicher macht. Dabei gehe ich immer wieder ins kühle Nass und kühle mich ab. Herrlich, diese einfachen Dinge des Lebens.

    Später ziehen die ersten Wolken auf. Endlich! Der Wind nimmt zu, und die Temperaturen werden wieder angenehm.

    Nachts werde ich wach und wundere mich darüber, dass ein Gestängebogen einen Schatten wirft. Ein Blick nach draußen zeigt mir, warum: Vollmond! Er lässt sich aber nur kurz zwischen den Wolken blicken.

    Vollmond am Kinlochewe River by Borderli, on Flickr


    Am nächsten Tag ist für mich kein Wandertag. Das Knie ist wieder geschwollen, und das Wetter entspricht dem, was ich vom schottischen Sommer kenne: Windstill, Drizzle, Midgies.
    Ich schlafe lange, trödele vor mich hin, und laufe in der Mittagszeit nach Kinlochewe, auf der Suche nach etwas Essbarem, was nicht aus der Tüte kommt. Im Coffeeshop werde ich fündig, und genieße ein ausgiebiges Mittagessen, das sich über zwei stärkere Regenschauer hinzieht. Dann latsche ich wieder zurück zum Zelt und lasse den Tag mit ein paar Schmerztabletten und kühlen Umschlägen ausklingen. Die Kamera hat heute auch einen ruhigen Tag.


    Regentag am Loch Maree by Borderli, on Flickr

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  • Borderli
    antwortet
    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    Torridon

    Wie kommt man aus Applecross wieder weg? Es gibt einen Anruf-Bus, der aber nur an zwei Tagen in der Woche fährt, wie mir das Mädel an der Rezeption erklärte. Natürlich nicht an dem Tag, an dem ich weg wollte. Ich plante, ein Stück des Weges zu laufen, dann wieder per Anhalter zu fahren, und so irgendwann in Torridon anzukommen. Irgendwelche wirren und weglosen Pläne für eine andere Route von der Halbinsel runter verwarf ich schon in einem sehr frühen Planungsstadium - ich bin noch sehr vorsichtig bei der Wahl der Wege, weil ich nach wie vor genug Probleme mit meinem Problemknie habe. Irgendwo mitten im Gelände zu stehen und nicht mehr weiter gehen zu können, gehört jedenfalls nicht zu meinen Urlaubsvorstellungen...

    Nun denn, der Wetterbericht nimmt mir die Entscheidung ab. Donnerstags: Sonne satt. Freitags: Sonne satt, erst gegen Abend Wolken. Ab Samstag: Regenwetter. Nun, mein Abreisetag ist Donnerstag. Das Wetter ist toll. Es gibt bestimmt einen Sonnenuntergang. Diese und ähnliche Gedanken gehen mir am Mittwoch Abend durch den Kopf, und als ich morgens den Wohnwagen räume, habe ich einen konkreten Plan.

    So gegen halb zehn gebe ich den Schlüssel an der Rezeption ab und laufe runter zur Straße. Ich stelle mich und den Rucksack hin und warte auf ein Auto, dass in Richtung der A896 fährt. Ich warte, und ich warte, und es kommt einfach kein Auto. Das Wetter ist schön, es ist ruhig und friedlich, aber wo sind denn die ganzen Leute? Das erste Auto, das von der Passstraße runter kommt, fährt weiter nach Toscaig. Aber das nächste hält an. Super! Ein Vater-Sohn-Auto, mit Mountainbikes im Kofferraum und viel Gepäck auf der Rückbank. Kein Problem; sie machen mir und meinem Rucksack Platz und nehmen mich den ganzen langen Weg bis zur A896 mit. Sie wollen nach rechts abbiegen, ich nach links, aber den größten Teil des Weges habe ich geschafft. An der Kreuzung stehe ich nicht mehr als fünf Minuten, als ich ein Auto höre. Ein Kurierdienst-Auto fährt in meine Richtung. Daumen raus - Vollbremsung - "you need a lift?", und schon ist die nächste Etappe geschafft. Ich kann bis Torridon mitfahren. Den Gedanken, von hier aus zu laufen, verwerfe ich, und versuche mein Glück weiter. Drei Autos später hält wieder ein Paketauto und nimmt mich das letzte Stück zum Carpark am Coire Dubh Mòr mit. Das verlief ja viel besser als erwartet!

    Da bin ich also wieder, an der Torridon-Straße, zwischen Beinn Eighe und Liathach, bei strahlendem Sommenschein und sommerlich warmen Temperaturen. Das ist die Gelegenheit, ein Vorhaben in die Tat umzusetzen, dass ich seit Herbst 2012 habe: Beim Wasserfall im Coire Mhic Fhearchair zelten und einen Sonnenuntergang fotografieren. Für mich ist das Grund genug, alle für diesen Urlaub bereits gefassten Pläne über den Haufen zu werfen.

    Aber erst mal muss ich da rauf. Es ist sonnig. Es ist richtig unschottisch warm. Viel zu warm für meinen Geschmack. Und: das bisschen Sonnencreme, das ich dabei habe (ich und Schottland und Sonnencreme... ) ist schon aufgebraucht.


    Coire Dubh Mòr by Borderli, on Flickr


    Cairn by Borderli, on Flickr

    Ich lasse mir Zeit und gehe in aller Ruhe bergauf. Als die Aussichten immer besser werden, nimmt die Zahl der Pausen zu. Diese Aussicht fasziniert mich immer wieder, egal wie oft ich hier bin.


    Coire Dubh Mòr by Borderli, on Flickr

    Flowerdale Forest by Borderli, on Flickr

    Bald bin ich oben am Wasserfall, und suche mir einen schönen Zeltplatz. Es ist sehr ruhig hier; auf dem Weg bergauf begegnen mir nur drei Wanderer, und jetzt sind noch zwei auf dem Rückweg. Bei diesem Wetter und noch dazu im Sommer habe ich mit mehr Betrieb gerechnet. Aber so ist es mir natürlich recht!
    Direkt an dem großen Felsen ist ein schöner ebener grasiger Platz. Aber es ist ein wenig nass hier. Ich gehe weiter rauf und entdecke einen anderen schönen Platz. Zwar mit etwas Hanglage, aber trocken und auch mit einer Wahnsinns-Aussicht. Schnell baue ich das Zelt auf, packe die Kamera, und ziehe weiter.


    Coire Mhic Fhearchair by Borderli, on Flickr


    Flowerdale Forest by Borderli, on Flickr

    Direkt am Loch Coire Mhic Fhearchair finde ich "meinen" Sessel wieder:

    Loch Coire Mhic Fhearchair by Borderli, on Flickr
    Dort habe ich sogar ein Handysignal und kann meine glückliche Lage per sms verschicken.

    Warum ich nicht auf den Gedanken komme, in diesem See zu planschen, weiß ich nicht. Warm genug für eine Abkühlung ist es jedenfalls!

    Loch Coire Mhic Fhearchair by Borderli, on Flickr

    Den Versuch, auf dieser Route (hinten links im Bild) einen der Gipfel des Beinn Eighe zu erklimmen, brauche ich gar nicht erst zu unternehmen. Ein kaputtes Knie reicht mir.

    Ich laufe ein wenig in der Gegend herum, mache Fotos, und genieße es, diese schöne Landschaft ungestört "aufsaugen" zu können.


    Weglos in Richtung Kinlochewe by Borderli, on Flickr

    Später, viel später, kündigt sich der Sonnenuntergang an. Selbstverständlich hört der leichte Wind, der den ganzen Tag wehte, jetzt auf, und die Midges leisten mir Gesellschaft. In "Vollverhüllung" stehe ich neben meinem Stativ, den Fernauslöser in der Hand, und genieße es einfach, jetzt an diesem Ort zu sein. Der Tag war so perfekt, dass es schon fast zu schön ist um wahr zu sein. Und um diesem perfekten Tag einen perfekten Abschluss zu geben, fängt der Wind wieder an zu wehen, und ich kann den Rest des Sonnenuntergangs ohne Netz vorm Gesicht genießen. Das Leben ist schön!


    Flowerdale Sunset by Borderli, on Flickr


    Flowerdale Sunset by Borderli, on Flickr


    Sonnenuntergang mit Zelt by Borderli, on Flickr

    Das ist wieder ein Tag, an dem ich mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht einschlafe.

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  • Borderli
    antwortet
    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    Immer noch Applecross

    Morgens früh scheint bereits die Sonne. Ich liebe das Licht um diese Tageszeit, daher gehe ich früh los, auf der Straße runter in Richtung Toscaig. Unterwegs will ich entscheiden, ob ich zum Strand bei Coillegillie oder zur Uags Bothy gehe.


    Applecross Inn von Borderli auf Flickr

    Bei diesen schönen Aussichten über das Meer hinüber nach Skye und Raasay macht mir das Asphaltlatschen nichts aus. Es ist ein wunderschöner, ruhiger Morgen, fern von aller Hektik, frei von festen Plänen, frei von selbstgemachtem Stress. Irgendwo unterwegs sehe ich am Straßenrand eine Bank, setze mich drauf, und genieße einfach nur die Ruhe und die Aussicht.


    Morgenstimmung von Borderli auf Flickr


    Milton von Borderli auf Flickr


    Skye von Borderli auf Flickr


    Loch a' Mhuilinn von Borderli auf Flickr


    Poll Creadha von Borderli auf Flickr


    Unterwegs beschließe ich, erst einmal nach Coillegillie zu gehen; vielleicht gehe ich anschließend noch in Richtung Uags. Ist ja noch früh am Tag.
    Am Wegweiser verlasse ich die Straße und laufe auf einem schönen Pfad weiter. Den kleinen Pfad, der nach etwa zwei Kilometern kurz vor der Bucht abzweigt, übersehe ich und laufe weiter.
    Die Bucht, Ruinen, ein kleines Haus, daneben ein größeres Haus. Und Aussichten! Nur: Wo ist der Strand? Eigentlich sollte hier ein weißer Strand sein, so steht es jedenfalls in der Broschüre, die am Campingplatz ausliegt. Hm.


    Coillegillie von Borderli auf Flickr

    Ferienhäuser, denke ich erst, bevor ich den Gemüsegarten neben dem größeren Haus entdecke. Dahinter sind Hühnerställe, freilaufende Gänse - das Anwesen ist offenbar ganzjährig bewohnt. Mehr als zwei Kilometer von der nächsten Straße entfernt, nicht einmal ein Landrovertrack führt dorthin. Erreichbar ist es nur auf dem Pfad, auf dem ich gehe, und mit dem Boot.
    Ich umgehe das Anwesen und mache es mir etwas abseits auf einer kleinen Anhöhe bequem. Was für ein Ausblick! Aber den Strand sehe ich immer noch nicht.


    Skye from Coillegillie von Borderli auf Flickr

    Später sehe ich, dass jemand vom Haus zum Hühnerstall geht. Ich packe mein Zeug zusammen und gehe in Richtung Haus. Dort unterhalte ich mich eine Weile mit der Frau, die tatsächlich das ganze Jahr über dort wohnt. Immerhin - inzwischen sind die Häuser ans Stromnetz angeschlossen. Das wäre selbst mir zu ruhig hier...


    Coillegillie von Borderli auf Flickr

    Auf dem Rückweg, schon fest entschlossen, auf der Straße weiter in Richtung Toscaig zu laufen, sehe ich dann doch noch den weißen Strand, an dessen Existenz ich schon zweifelte. Querfeldein gehe ich darauf zu und achte nicht darauf, wo ich hintrete. Ist in dem hohen Gras auch nicht so einfach. Rums, mit dem rechten Fuß erwische ich ein Loch. Ein Ruck geht durch das Problemknie. Mist. Zwei Schritte weiter, dasselbe nochmal. Danke auch. Aber es tut nicht weh, und ich kann ganz normal, wenn auch viel vorsichtiger, weitergehen.

    An diesem kleinen weißen Strand verbringe ich eine sonnige Zeit, bevor ich mich wieder auf den Weg mache.


    Coillegillie von Borderli auf Flickr


    Coillegillie von Borderli auf Flickr

    Auf dem Rückweg entdecke ich dann auch den Weg zum Strand...


    Weg zum Strand von Borderli auf Flickr

    Als der Weg etwas steiler bergab geht, muckt das Knie dann doch noch. Okay, das war's dann mit Uags. Stattdessen sind kalte Umschläge angesagt. Also zurück nach Applecross...

    Hier der Shop in Camustiel:

    Camustiel Shop & Post Office von Borderli auf Flickr

    Muss man einfach mal gesehen haben. Der Laden in Kinlochewe ist riesig dagegen.

    Vorm Applecross Inn steht ein Imbisswagen. Dort gönne ich mir ein frisches, hausgemachtes Eis. Kühlung von innen, Trostpflaster oder wie auch immer. Teuer, aber total lecker.

    Zurück am Wohnwagen, stelle ich den Kühlschrank so kalt ein wie möglich, stelle eine Schüssel Wasser rein, und weiche eines meiner Handtücher darin ein. Den Rest des sonnigen Tages verbringe ich auf der Terrasse, mit hochgelegtem, angeschwollenem Knie, kalten Umschlägen und der einen oder anderen Schmerztablette. Den Nachmittag hatte ich mir anders vorgestellt.

    Der Wetterbericht sagt für die beiden nächsten Tage weiterhin tolles Sommerwetter voraus. Sonne satt, Wolken erst ab Freitag Abend... Es scheint, dass meine Wetter-Pechsträhne wirklich vorbei ist.
    Abends schaut das Knie schon weniger dick aus. Gut so, denn morgen brauche ich es wieder zum Wandern. Die faule Zeit im Wohnwagen ist vorbei.

    Am nächsten Tag habe ich dann mit einem ganz unerwarteten Problem zu kämpfen, und außerdem mache ich das, was ich mir schon im Herbst 2012 vorgenommen habe. Fortsetzung folgt, ich muss erst noch die Bilder entwickeln.

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  • Borderli
    antwortet
    AW: [UK] Applecross - Torridon - Letterewe, Juli 2014

    Die Lösung: Leg' dir beides in den Schrank und nimm das mit, was du gerade für richtig hältst. Wenn ich eine längere Tour plane, deren Schwerpunkt auf "Wandern" liegt und nicht auf "mit der Kamera rumlaufen und Bilder machen", kommt die Kleine wieder mit. Denke ich jedenfalls im Moment. Wer weiß, wie ich mich entscheide, wenn ich den gepackten Rucksack aufhabe...

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