[NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)

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  • Antracis
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    • 29.05.2010
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    • Meine Reisen

    [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)

    Tourentyp
    Lat
    Lon
    Mitreisende
    Land: Norwegen

    Reisezeit: Zweite Augusthälfte 2011

    Region/Kontinent: Skandinavien- Nordeuropa




    Vom Glomfjord nach Lønsdal. (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)




    Prolog

    Die Pläne zu dieser Tour gehen ca. 1 ½ Jahre zurück. Seit ich die Reiseberichte von Ari und Mo667 gelesen hatte, war mir klar: Da muss ich hin und meine bessere Hälfte war schnell überzeugt. Ein in Deutschland eher unbekannter Nationalpark in Norwegen mit sehr abwechselungsreicher Landschaft, das klang verlockend. Das mit Otto Stover ein sehr hilfsbereiter Einheimischer im Forum präsent ist, erwies sich als zusätzliches Plus. Die Ergebnisse der Literatur-, Internet und Kartenrecherche fallen doch um einiges dünner aus, als bei Klassikern wie Rondane oder Hardangervidda. Wir hatten 10 Tage Zeit und Otto empfahl uns eine West-Ost-Querung von der Küste bis zur Bahnlinie Bodø-Trondheim, die wir schließlich auch realisierten.

    Die Monate gingen ins Land, auf unserer Frühjahrstour in der Türkei konnte einiges an neuer Ausrüstung, unter anderem das neue Zelt, zur Zufriedenheit getestet werden und der Reisebericht von Barleybreeder fachte unsere Vorfreude genau zum richtigen Zeitpunkt erneut an. Die beim BOT in Bodø erhältliche, aus zwei Teilen bestehende, Karte im Maßstab 1:75000 wurde rasend schnell geliefert, die aus Kanada georderten Bugshirts trafen hingegen erst nach der Reise bei uns ein, müssen sich also erst bei der nächsten Tour bewähren. Glücklicherweise hatten wir wenig Probleme mit Mücken, wie auch überhaupt Glück mit dem Wetter und insgesamt eine traumhafte Tour. Müsste ich ein Wort wählen, um den Charakter zu beschreiben, wäre es „abwechslungsreich“. Das betrifft vor allem die Landschaft, tatsächlich führt einen die West-Ost-Achse jeden Tag durch eine andere Landschaft, teilweise wechselt das Terrain sogar mehrmals täglich. Der Preis dafür sind zahlreiche Höhenzüge, die man überqueren muss. Wirklich ein großartiges Erlebnis - auch wenn die Tour am Anfang auf der Kippe stand durch Probleme, die wir gar nicht auf der Rechnung hatten.

    Wir hoffen, mit dem Reisebericht ein bisschen unsere Freude nachfühlbar zu machen und auch Danke zu sagen für die wiedermal vielen hilfreichen Tips aus dem Forum, insbesondere ein dickes Dankeschön an Otto.



    Packtag

    Das Packen war wie immer sehr anstrengend. Obwohl wie eigentlich dachten, gut in der Zeit zu sein, dauerte der Kleinkram wieder endlos. Aus Zeitgründen ließen wir das geplante Mittagessen weg und ich hatte abends heftige Durchfälle und Kreislaufprobleme, was wohl auch mit dem Kilo Pflaumen zusammen hängen könnte, das ich mir während des Packens reingepfiffen hatte. Irgendwann sind wir dann aber doch im Bett, alles ist verstaut und doppelt und dreifach gecheckt. Mein Rucksack wiegt knapp 20 Kg, der meiner Frau 18 Kg, davon pro Person ca. 6 Kilo Essen und Brennstoff. Das ist nicht wirklich leicht, aber war jederzeit von uns gut zu tragen. Eine Tor-tur wurde aus der Tour nie, im Gegenteil. Und gegenüber der groben Planungspackliste vor einem Jahr hatten wir gut 3 Kilo eingespaart.



    Sonntag, 14.08 Berlin – Oslo - Bodø

    Morgens um fünf rappelte der Wecker, aber die Vorfreude katapultierte uns förmlich aus dem Bett. Als wir dann losstiefelten, gabs dennoch von meinen Hüftmuskeln die eine oder andere Bemerkung, ob ich denn völlig bescheuert sei (frei übersetzt!). Etwas Einlaufen mit dem Gewicht war dann doch notwendig. Nach problemlosem Einchecken in Berlin-Schönefeld brachte uns Norwegian ohne besonderes Vorkommnis nach Oslo. Berlin ließen wir zu diesem Zeitpunkt gerne hinter uns.



    Es gab soviel Freundlichkeit des Personals, wie es Zeitungen, Trinken und Essen nicht gab. Zumindest nicht, ohne dafür zu bezahlen.

    In Oslo war dann die Hölle los, Ferienende in Norwegen. Die eine Stunde Aufenthalt verbrachten wir am Check-In und später am Sperrgepäckschalter, weil wir das Gepäck dem Zoll vorführen mussten. Dennoch schien alles glatt zu gehen und die aktuelle Wetterlage in Bodø hob unsere Laune nochmal beträchtlich.



    Weiterflug dann nach kurzer Startverzögerung problemlos. Bei traumhaften Sommerwetter landeten wir in Bodø. Wenn jetzt mein Rucksack noch da gewesen wäre, hätte es keinen Grund zur Klage gegeben. Aber alles Bangen half nichts, er war nicht da. (Meine Frau konnte mich knapp davon abhalten, über das Gepäckband durch die Luke zu krabbeln, um zu suchen...). Ich muss ziemlich bedröppelt ausgesehen haben, als das Gepäckband anhielt und ich da so einsam rumstand. Am Serviceschalter wurde meine Vermisstmeldung sehr gelassen ( ich fands unmotiviert...) aufgenommen und versichert, binnen Stunden oder spätestens Morgen früh würde sich der Rucksack schon anfinden. Wer das schon einmal erlebt hat, kann wahrscheinlich nachempfinden, wie es uns ging. Abgesehen davon, dass meine Ausrüstung mittlerweile nahe an die 4000€ rankommt, übten wir uns im Durchspielen von Worst-Case-Szenarien, die meist den Abbruch des Urlaubes als Endpunkt hatten.

    Aber da Zetern einen bekanntlich nicht weiter bringt, wollten wir erstmal schnellstens da weg und in unser Hostel, total genervt nahmen wir einfach das nächstbeste Taxi. Nicht die cleverste Entscheidung, vom Flughafen zum Hostel läuft man auch mit schwerem Gepäck nur knapp 20 Minuten.

    Wir hatten für die erste und die letzte Nacht ein Zimmer im Bodø Vandrerhjem Hostel reserviert, das im Bahnhofsgebäude untergebracht ist.



    Das ist praktisch, die Einrichtung der Zimmer ist es ebenfalls und erinnert nicht nur entfernt an eine Justizvollzugsanstalt, kostet trotzdem über 100€ - wir sind endlich in Norwegen angekommen. Aber Komfort hatten wir auch nicht erwartet, und das Personal ist sehr nett und alles ist sauber. Wir beschließen, unser Gepäckproblem so gut es geht zu verdrängen und unseren Aufenthalt zu genießen und starten einen Erkundungsbummel durch Bodø. Es ist eine nette kleine Stadt, insgesamt nicht wirklich malerisch, aber mit netten Ecken. Highlight ist für uns die Meerseite und wir schlendern ausgiebig durch das Hafenareal.




    Die Bucht ist von schönen Felsen umgeben, es riecht nach Meer und das Licht ist bereits am späten Nachmittag unglaublich warm.





    Wir erkunden sodann die weitere Infrastruktur. Das Bodø gefühlt pro Einwohner einen Friseurladen hat, ist auffällig, interessiert uns aber weniger als die drei gut bestückten Outdoorläden, die sich innerhalb von nicht mal 200 Metern um das neue moderne Einkaufszentrum gruppieren. Wir stärken uns etwas bei Burger King und gewöhnen uns auch so langsam an die norwegischen Preise. Leider wird uns dabei wieder klar, wie beschränkt unsere Alternativen sind, sollte sich der Rucksack nicht wieder anfinden. Wie öfters an diesem Tag kommt wieder etwas Trübsal auf. Dem müssen wir begegnen und beschließen, noch einen Abendspaziergang zum Hafen zu machen.

    Die Lichtstimmung muntert uns wieder auf und wir verbringen noch einen entspannten Abend am Peer sitzend.







    Mit mittelmäßiger Stimmung ziehen wir uns in unsere Zelle zurück und schauen noch kurz, was das norwegische Fernsehen zu bieten hat. „Viking-Games“ (sowas wie „The Strongest Norwegians alive“) und norwegische Leichtathletikmeisterschaften. Irgendwann schlafen wir ein und die Hoffnung stirbt zuletzt.



    Montag, 15.08 Bodø

    Die Sonne grüßt uns grell an diesem Morgen durchs Fenster, es ist verdammt früh hell. Blick aufs Handy: Noch keine Nachricht, i hate mondays!
    Ich bin eigentlich Berufspessimist, aber da Anke schon überlegt, wie man den Rückflug umbuchen kann, springe ich über meinen Schatten und verbreite Hoffnung und gute Laune. Zumindest ist das Frühstück im benachbarten Café wirklich gut, große Auswahl. Leider bringe ich keine größeren Mengen Fisch am Morgen runter und kann so nur einen der vielen angebotenen Fischsalate kosten, aber der war zumindest gut. Nur mit dem Karamelkäse werde ich nicht warm.

    Da ich mich nicht auf Diskussionen am Telefon einlassen will, laufen wir zum Flughafen. Vorbei geht’s an einer moderneren Kirche und dann durch eine Gartensiedlung.



    Sind ja nur 15 Minuten. Um es nicht unnötig in die Länge zu ziehen. Nein, Gepäck nicht da. Ah, gefunden in Oslo. Aber die grüne Sporttasche sei voll mit Fleisch. Ach, es sei ein grauer Rucksack ? Nun, um 11:00 komme die nächste Maschine aus Oslo, da sei es bestimmt drinnen. Nein, doch nicht. Hotline anrufen ? Hotline anrufen! Mitarbeiterin spricht für norwegische Verhältnisse erstaunlich schlecht englisch. Entschädigung minimal, Hotelübernachtung zusätzlich wird nicht übernommen ? Knapp 1300€ Gesamthaftung für das Gepäck, bei mir ist fast das Ddreifache an Wert drinnen. Nochmals genauer beschrieben, morgen sei es aber bestimmt da. Kopf → Tischkante. Stimmung Untergeschoß.

    Im Hostel angekommen bewahrheitet sich zudem, dass die für heute ausgebucht sind, wir müssen also raus. Die Touristeninformation ist bemüht aber wenig hilfreich, wir suchen auf eigene Faust und erwählen Bodø - Hotel als neues Domizil. Eine gute Wahl, wie wir feststellen. Das Inventar des Hotels hat seine besten Zeiten hinter sich, aber es ist sauber und die Mitarbeiter extrem nett und hilfreich, bieten sogar an, morgen mal für uns zu telefonieren um von Muttersprachler zu Muttersprachler den Ernst der Lage zu erklären. Zudem ist das Zimmer mit 900 NOK fast ein Schnäppchen.

    Was nun tun ? Wir treffen die gute Entscheidung für eine Bootstour, um sowas wie Urlaubsstimmung aufkommen zu lassen. Eine kurze Beratung in der Touristeninformation ergibt den Tipp für eine um 16:00 Uhr startende 2 ½ stündige Rundtour über die Inseln in der Umgebung..

    Die Zeit überbrücken wir durch Klamottenkauf. Ich habe nur ein 200er Merinoshirt an, Kurzarm was schon gestern abends empfindlich kalt war, auf dem Schiff aber würde es richtig unangenehm werden. In einem der Läden erstehe ich eine neue Arc´teryx-Softshell, die ich ohnehin schon seit einigen Monaten im Blick hatte. War halt eine echte Notsituation!


    Am Hafen dann nochmal kurz vor Tourstart seelischer Tiefgang: Wir schauen „unserem“ Expressboot hinterher, das uns heute eigentlich nach Øernes bringen sollte, um die Tour zu starten. Dann geht’s aber schon los und glücklicherweise blasen der Wind und die salzige Meeresluft die trübsalige Stimmung schnell davon.





    Wir halten an vielen kleinen Inseln, Passagiere steigen aus und zu, Ladegut wird verschifft, die Boote werden vielseitig genutzt. Das Licht zaubert bizarre Stimmungen und versöhnt uns mit der Situation, endlich kommt wieder sowas wie Urlaubsstimmung auf.







    Dann kehren wir nach Bodø zurück. Abends gibt’s noch Pizza und Regen, was mich optimistisch stimmt. So ist es meist bei unseren Tourstarts, vielleicht geht ja morgen was.



    Dienstag, 16.08 Bodø – Fykanvatnet

    Nachts hatte es viel geregnet. Ich werde mit gutem Gefühl wach und Bingo, die ersehnte sms ist da: „We have your Bag in Bodø, call for info“. 30 Minuten später hatte ich dann endlich den Rucksack wieder und einige Bange Minuten später stand fest: Alles vollständig, nix beschädigt. Man muß das erlebt haben, um nachvollziehen zu können, welchem Stimmungswechsel wir jetzt ausgesetzt waren. Und wir genossen es. Vormittags kurze Einkaufstour (Gas, Feuerzeuge und die Bahntickets für die Rückreise aus Lønsdal am Tourende) und als Belohnung gönnten wir uns ein Essen im empfehlenswerten Restaurant Bjørk und genießen vorläufig letztmals wesentliche Errungenschaften der westlichen Kultur.





    Dann geht’s los. Um von Bodø zum Glomfjord, genauer nach Fykan zu kommen, bestehen mindestens 3 Möglichkeiten. Zur Dämmerung kann man morgens mit dem Hurtigrouten-Dampfer losgondeln, am Morgen oder am frühen Nachmittag den Bus oder am späteren Nachmittag das Expressboot wählen.
    Wir entschieden uns für die letzte Alternative.



    Der Katamaran ist deutlich größer als gestern und bringt uns mit viel Power in ca. 1 ½ Stunden nach Øernes. Eine schöne Tour, angesichts des regnerischen Wetters bleiben wir aber lieber unter Deck. Leider sind wir so von Vorfreude erfüllt, dass wir versäumen, auf der Fähre bescheid zu geben, dass wir in Øernes eigentlich den Bus nach Fykan nehmen wollen. Man hätte dann wohl telefoniert und so hätten wir Ihn nicht um 4 Minuten verpasst. So stehen wir kurz etwas ratlos zwischen den paar Häusern und finden dann ein Taxi, das uns nach Fykan bringt. Die Fahrerin stellt bei 400 NOK den Tachometer aus und gegen halb sieben stehen wir in Fykan, und feiern unseren Tourstart.



    Das Wetter ist so schlecht wie unsere Stimmung gut ist, die kann jetzt erstmal nix erschüttern, schlechtes Wetter schon gar nicht. In leichtem Nieselregen laufen wir am Ufer des Fykanvatnet entlang und sehen schließlich erstmals die Stufen, die wir morgen hoch zum unteren Navarvatnet aufsteigen werden. Daneben donnert ein Wasserfall ohrenbetäubend ins Tal.



    Wir inspizieren noch schnell die offenbar intakte Seilbahn, es sind aber keine Abfahrzeiten auszumachen – und wir sind ja keine Cheater. Wir zelten schließlich wenig idyllisch am Rande eines (leeren) Parkplatzes, das gesamte übrige Areal ist wenig eben und stark mit Dickicht bewachsen. Nur Wasser gibt es, wie auf der gesamten Tour, im Überfluss. Wir futtern unser erstes Real Turmat und noch einen süßen Moment und verkriechen uns schließlich in den Schlafsack. Endlich die erste Nacht im Zelt, endlich Urlaub.



    Mittwoch, 17.08 Fykanvatnet – Sandvatnet

    Gegen 5:00 Uhr wache ich das erste mal auf. Zum monotonen Donnern des Wasserfalls trommelt zusätzlich Regen aufs Zelt. Die Geräusche fließenden Wassers werden uns die gesamte Tour in den Nächten Begleiten, mal leise plätschernd, mal laut rauschend. Anke schläft noch tief und fest und auch ich drehe mich nochmal um. Um 7:00 Uhr krieche ich dann aus dem Schlafsack, um Wasser zu lassen und danach gleich neues zu holen, die nächste Quelle ist doch etwas entfernt. Belohnt werde ich mit einem atemberaubenden Blick auf den sich langsam lichtenden Nebel über dem Fykanvatnet:



    Wir frühstücken unser Müsli und wärmen und mit einem Tee, bis uns ein Regenschauer wieder ins Zelt treibt. Also beginnen wir schon mal, drinnen unsere Sachen zusammenzupacken. Wie immer dauert das alles am Beginn der Tour noch gefühlt viel zu lange. Dass wir erst um halb zwölf loskommen, ist aber dem Wetter geschuldet. Bald klart es auf und wir gehen die erste Herausforderung der Tour an, die bereits im Jahre 1915 gebaute Holztreppe, die hoch ins Gebirge zum unteren Navarvatnet führt. Zunächst nutzen wir die Hängebrücke über den ordentlich strömenden Fykanaga.



    Dann führt ein teilweise schon ziemlich anspruchsvoller, weil noch sehr nass und glitschiger, Weg zu den Stufen. Er ist teilweise so steil, dass wir uns mit unserem schweren Gepäck gerne am vorhandenen Seil den Hang hochziehen müssen ( hier Perspektivisch wirklich unglaublich verzerrt das steilste Stück...)



    Am Fuße der Stufen setze ich nochmal kurz meinen Rucksack ab, und stelle zu meinem Entsetzen fest, dass sich eine der Schrauben gelöst hat, die Hüftgurt und Tragegestell verbinden. Ich ziehe sie wieder fest und kontrolliere sie vorerst bei jeder Rast, muss mir das nochmal in Ruhe später anschauen. Dann gehen wir die Stufen an.





    Teilweise ist es so steil, wie eine Leiter, aber immer gut gesichert und man schafft so 500Hm in weniger als einer halben Stunde und hat einen tollen Blick über das ganze Areal, inklusive unseres gestrigen Startpunktes und des Zelt(Park)platzes.



    Meine Oberschenkel stimmen in den Jubel meines lymbischen Systems nur bedingt ein, aber es wird dann landschaftlich doch immer großartiger. Oben kommt die Sonne raus und die Landschaft empfängt uns mit einem bunten Farbpottpouri.





    Wir beschließen Rast zu machen, was Gehirn und Oberschenkel sogleich versöhnt. Während wir genüsslich die Sonnebrillen rausholen und gutgelaunt unseren OatSnack mampfen, wird mir schlagartig klar, warum es so anstrengend war, den Rucksack die Stufen raufzutragen. Ein Blinder Passagier hatte sich unbemerkt eingeschlichen:



    Zwischen ein paar privaten Hütten finden wir dann zunächst nicht den Anfang des Weges, dann aber irgendwie doch und wählen die direkt am Navarvatnet verlaufende Variante. Der schmale Pfad ist stellenweise ziemlich überwuchert und bringt auch einige Mini-Klettereinlagen. So ganz im Tritt sind wir noch nicht, aber es geht voran und allmählich schwinden die letzten Anzeichen von Zivilisation, Hochspannungsleitungen wie auch private Hütten.

    Der Weg führt dann (wie fast immer) sehr gut markiert über platte Felsflächen.



    Es weht hier ein sehr kräftiges Lüftchen und wir müssen lachen, als wir uns genauer betrachten: alles glitzert, wir sind sozusagen ebenfalls gesandstrahlt mit feinem Quarztstaub. Zwischen kleineren Seen und den zu erahnenden Ausläufern der gewaltigen Storglomvatnet laufen wir weiter und genießen angesichts der wunderbaren Landschaft den uns ins Gesicht beißenden Wind. In nicht wirklich zu fassender Zeit hat er vermutlich diese Felsen zu skurilen Formen abgeschliffen:



    Der steigenden Begeisterung gesellt sich die Sorge nach einem vertretbaren Zeltplatz angesichts der Windverhältnisse hinzu. Wir beschließen, am östlichen Ende des Sandvatnet unser Glück zu versuchen und richtig: Hier finden wir eine nicht so windexponierte Senke, nicht weit ein Zufluss mit Frischwasser und mit einiger Mühe (Moos und viel Fels) sind sogar die Zeltheringe fest versenkt. Das nächste größere Schneefeld ist nicht mal 100 Meter entfernt. Ich gebe mir angesichts des Windes wirklich Mühe, das Zelt gut abzuspannen, dann ist Abendessen mit Seeblick angesagt und kurz danach Schlafen. Wir sind doch mächtig kaputt, aber boah eh, was für eine Landschaft, in der wir hier poofen!



    Donnerstag, 18.08 Sandvatnet – Kvitsteindalsgammen – Glomdalen

    Die ganze Nacht konkurierten Regen und Wind um das dominierende Geräusch am Zelt, letzterer war immerhin so heftig, dass wir trotz des Regens keinerlei Kondens hatten. Es ist zunächst diesig, dann kommt die Sonne raus und wir frühstücken mit Seeblick.




    Endlich gelingt es mir auch, ein Foto von unserem Nachbarn zu machen:



    So ein Hermelin (?) ist wirklich pfeilschnell. Der Platz hingegen ist so schön, das wir noch etwas trödeln. Anke wäscht sich trotz heftigem Wind tapfer die Haare, bevor wir aufbrechen. Überall blüht die Landschaft.





    Ab jetzt geht es es praktisch immer hoch und runter, bis zum Ende der Tour wird sich das nicht ändern, die Höhenmeter sind auf diese Weise eigentlich kaum zu fassen, denn selbst wenn die Karte keine Höhenunterschiede ausmacht, ist man innerhalb der Äquidistanz immer wieder 10-20 Meter hoch und wieder runter gekrabbelt. Wird also nie langweilig und machte wirklich Spaß.

    Hinter der ersten Hügelkette weitet sich dann die Landschaft nochmal deutlich



    und gibt den Blick frei auf die dominierenden Elemente des heutigen Tages: Die Ausläufer des Storglomvatnet und den Svartisengletscher.





    Wir sind nachhaltig beeindruckt von der Landschaft und dem Klima. Die Luft ist großartig, wir genießen (noch) jede Windböhe, die uns ins Gesicht bläst. Es ist zwar etwas bedeckt, aber trocken. Ideales Wanderwetter. Kurze Zeit später erreichen wir die im weiten Tal liegende Kvisteindalsgammen.



    Wir nutzen die kleine, aber voll ausgestattete, Schutzhütte nach samischer Bauart als Windschutz für eine Pause, idyllisch gelegen mit dem Panoramablick auf die Gletscherzungen, der uns schon den ganzen Tag begleitet. Wir wollen aber heute noch weiter und wählen aus den zwei Alternativen den südlicheren Weg, der flacher aber länger durchs Glomdalen führt. Otto hatte uns diesen auch wegen der bei gutem Wetter möglichen Sicht auf den Gletscher geraten und wir wurden auch nicht enttäuscht. Zunächst wird dann die Landschaft erstmal etwas wilder und schroffer.



    Dann führt der Weg weiter am See entlang und in der Tat bekommen wir nochmal einen Hammerblick auf die Svartisenausläufer. Wir stehen mehrere Minuten ganz stumm und betrachten die kolossale Kulisse.



    Der Anblick der riesigen Gletscherzungen, die jenseits unserer Zeitwahrnehmung in den Stoglomvatnet fließen, werde ich sicher nie vergessen.



    Unser Weg führt dann ins Glomdalen, dessen dominierende Struktur der Fluss Glomåga ist und der mal kräftig dahinströmt wie auch sich derart weitet, dass ein sumpfiges Tal entsteht.





    Uns jedenfalls wird er heute und morgen zum treuen Begleiter. Wir werden mal über, mal neben - und auch oft in ihm laufen.

    Zunächst müssen wir aber, eher hoch im Tal, unzählige kleine Flussläufe queren, das Steingehüpfe geschieht noch nicht wirklich routiniert, wir werden aber bis zum Ende der Tour noch gewaltig Übung darin bekommen. Die feuchte Umgebung bringt auch einiges an Mücken mit sich, die wir aber mit ein paar Spritzern DEET auf Distanz halten können.

    Dann beginnt es zu regnen, erst wenig, dann nachhaltiger. Wir machen Tempo und finden schließlich, leicht erhöht einen schönen Zeltplatz, viel Auswahl an erhöhten ebenen trockenen Flächen ist auch nicht. Aber wir haben schönen Überblick übers Tal und können noch einmal dem Gletscher winken.



    Das Zelt wird erstmal nur provisiorisch aufgebaut und wir stärken uns mit Trekkingkeksen und Pemikan. Boah, ist das lecker, wenn man müde und kaputt und hungrig ist. Ich gehe dann tapfer nochmal raus und spanne das Zelt sturmfest ab, die Böhen die hier durchgehen, sind wieder nicht ohne. Anke macht es derweil innen gemütlich und irgendwann bin ich auch fertig und kann mich aus der Goretexmontour pellen. Ich schmeiße zum ersten Mal den Jetboil im Zelt an und wir lassen es uns richtig gutgehen. Den Tag beschließt unser 15 Jahre alter Malt, der uns endgültig in komatösen Schlaf schickt.



    Freitag, 19.08 Glomdalen – Gråtådalstua – Glimmerfjellet

    Das Geräusch von Regen begleitete uns die ganze Nacht. Es gibt ja fast nichts einladenderes, als aufs Zeltdach trommelnder Regen, um sich im Schlafsack nochmal umzudrehen – taten wir dann auch. Irgendwann forderten dann aber Nüsse und Real Turmat ihren Tribut und ich mußte mal für die ganz großen Trekker. Mittlerweile nieselte es nur noch, wie ich feststellte, aber der Himmel, gerade nach Osten hin war doch ziemlich duster.



    Wir zogen es deshalb erneut vor, den Jetboil in der Apsis anzuwerfen und unser Teechen im Zelt bzw. im warmen Schlafsack zu genießen und eine weitere Regenhusche abzuwarten. Der Laune tut das aber keinen Abbruch. Wir beschließen, Außen- und Innenzelt getrennt abzubauen und einfach mal bis zur Gråtådalstua zu wandern und notfalls die Hütte zu nutzen, sollte der Tag allzu nass werden. Durch das Aussitzen des Regens ist es mittlerweile fast Mittag, also machen wir Tempo und kommen auch zunächst gut voran, erreichen nach kurzer Zeit eine in der Karte eingezeichnete Furt.



    Diese ist, wie alle anderen auf der Strecke (zumindest bei unserem Wasserstand) problemlos. Zu tief für die Stiefel, aber keine starke Strömung. Langsam klart sogar der Himmel auf und die Sonne kommt raus.



    Der Blick nach vorne zeigt nun aber an, dass es nicht mehr so schnell voran gehen wird, uns erwartet sumpfiges Gelände.



    Kleine Inseln mit trockenen Kanälen dazwischen zeigen an, dass wir eher eine trocknere Zeit erwischt zu haben scheinen, dennoch wird es ab sofort anstrengend und ziemlich langsam. Können wir zunächst noch von Grasinsel zu Grasinsel springen oder auch von Fels zu Fels, kommen doch immer wieder zu tiefe und zu breite Wasserkanäle und Sumpfflächen. Nach dem fünften mal Schuhe an und wieder ausziehen in 2 Stunden beschließen wir einfach, die Crocs anzulassen und watscheln ab sofort mit schmatzenden Geräuschen durch die Landschaft. Dabei bewährt sich, dass wir Neoprensocken mitgenommen haben.





    Irgendwann haben wir dann die feuchtesten Abschnitte hinter uns gelassen und dabei ein ums andere mal über die großartige Landschaft gestaunt.



    Es bleibt bedeckt, die Sonne scheint aber immer wieder durch, übers Wetter können wir uns nicht beklagen. Als Am Horizont erstmals die Gråtådalstua zu sehen ist, machen wir nochmal eine Rast und stärken uns für den Endspurt,





    Es geht dann hoch am Hang weiter, teils recht steil aber immerhin ist es trocken. Bis wir die Hütten erreichen, dauert es noch länger als wir gedacht haben, an die Entfernungen und die ungewohnte Sichtweite müssen wir uns noch gewöhnen. Schließlich erreichen wir die idyllisch gelegene Gråtådalstua.



    In der Hütte ist bereits ein Niederländisch-dänisches Pärchen abgestiegen (Es sollte das einzige Mal bleiben, dass wir an einer Hütte jemanden getroffen haben...). Er kommt uns bereits mit Angel bewaffnet entgegen und erkundigt sich nach den Flussverhältnissen, weil er noch was fürs Abendessen fangen möchte. Leider können wir nicht mit der Beschreibung von wirklich idealen Angelverhältnissen dienen, weil die Strömung eher stärker wird. In der Hütte treffen wir die Freundin des Anglers, die dort bei geschätzten 40 Grad Raumtemperatur sich und die Sachen der beiden trocknet . Klar, die beiden hatten leider das miese Wetter voll erwischt, dass wir heute morgen in den Bergen gesehen hatten. Obwohl in der Hütte noch dicke Platz (mehrere Schlafräume) gewesen wäre (Die andere Hütte gehört dem Anglerverein, laut Karte verschlossen, laut Otto vermutlich doch meistens offen...), gehen wir lieber weiter. Die Hütte ist uns schlicht zu überheizt und wir sind ja auch nicht nass und denken, dass unser Zelt schnell im Wind trocknen wird.

    Also wandern wir noch ca. eine Stunde weiter ins Glimmerfjellet. Einen Zeltplatz zu finden ist gar nicht so einfach. Wasser und grandiose Aussicht gibt es zu hauf, das Tal ist im Norden durch, hier wieder grün bewachsene, steile Felswände begrenzt, gekrönt von einem Gletscher, dem für uns ziemlich unaussprechlichen Simlebreen Váhčanjohjiehkki. Wir scheuchen auf dem Weg jetzt vermehrt Lemminge auf.



    Die Zeit zur Zeltplatzsuche nutzen wir schließlich, um ordentlich Blaubeeren zu pflücken. Dabei lernen wir erstmals eine Spezies der Fjellvögel kennen, die wir ab sofort nur noch die „nervenden Tuter“ nennen. Kleine Vögel, die stundenlang neben einem her fliegen und im Musikunterricht nicht über die Prime hinausgekommen sind.

    Schließlich finden wir eine zwar doch recht schräge, aber halbwegs ebene und windgeschützte Fläche für unser Zelt. Nachdem ich es sorgfältig abgespannt und einige Steine zusammengeschleppt habe, hört der Wind dann auch auf. Wenn wir ganz vorne an den Hang treten, können wir sogar noch eine Ecke der entfernten Gråtådalstua sehen. Wir sind aber sehr zufrieden mit unserer Wahl hier, die Aussicht ist einfach zu schön. Bald zieht dann Nebel auf und wir verkriechen uns ins Zelt und in die warmen Schlafsäcke. Das Abendessen krönt Süßer Moment „Grießbrei“ mit selbstgepflückten Blaubeeren. Schmeckt einfach Bombe. Nachdem meine Frau dann die gute Idee hat, Klamotten als Rollbremse unter unsere doch recht schrägen Isomatten zu legen, können wir auch bequem einschlafen.

    Unseren Weg, also die südliche längere Variante von Kvitsteindalsgammen zur Gråtådalstua kann man sicher auch an einem Tag gut schaffen, sollte aber früh losgehen, weil die sumpfigen Teile doch viel Zeit kosten können.

    Wird fortgesetzt...
    Zuletzt geändert von Antracis; 13.08.2017, 17:02.

  • smeagolvomloh
    Fuchs
    • 07.06.2008
    • 1929

    • Meine Reisen

    #2
    AW: [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)

    Schöner Bericht und ganz tolle Bilder.
    Freue mich auf die Fortsetzung!
    "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit."
    Wilhelm von Humboldt, 1767-1835

    Kommentar


    • fjellstorm
      Fuchs
      • 05.10.2009
      • 1315

      • Meine Reisen

      #3
      AW: [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)

      Na da bin ich jetzt gespannt, die Route wäre auch bei meinem letztjährigen Saltjfellaufenthalt eine Option gewesen, ist letztendlich aber dann eine andere geworden.
      Zumindest der Abschnitt zwischen Nordre/Søre Bjøllåvatnet und Lønsdal wird mir sicher bekannt vorkommen

      Kommentar


      • Antracis
        Fuchs
        • 29.05.2010
        • 1267

        • Meine Reisen

        #4
        AW: [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)

        Samstag, 20.08 Glimmerfjellet – Beiarstua

        In der Nacht ging, glaube ich, kein Lüftchen. Um 4:30 Uhr wache ich mal kurz auf und finde es doch recht kühl, so dass ich meinen Schlafsack erstmals bis auf die Kapuze zu mache, der Wärmekragen des Apachen kam auf der ganzen Tour aber nicht zum Einsatz. Als wir dann gegen 6:00 Uhr aus dem Zelt kriechen, sind immerhin schon 5 Grad, noch ist es absolut windstill.
        Wir frühstücken und genießen wieder mal die tolle Aussicht.





        Prompt kommt auch die Sonne raus und spiegelt sich auf den Hängen und auf dem Gletscher.



        (Sieht etwas schräger aus, als es war...)

        Gegen 10:00 Uhr (Ja, wir trödeln gerne...) brechen wir dann auf. Zunächst machen wir ordentlich Höhe, begleitet von der bewährten Mischung aus querenden Wasserläufen, quieckenden Lemmingen und jeder Menge Gegenwind hoch über dem Tal. So langsam wendet sich der Weg nach Nord-Osten und wir verabschieden uns von der Gråtåga, die uns die letzten beiden Tage begleitet hat.



        Es geht durchs Kyskåfjellet bis auf 900 Meter. Das Wetter ist bombig, der Wind allerdings so stark, dass die Rast nur im Windschatten eines Felsens möglich ist. Uns geht’s richtig gut und wir genießen während des Futterns die Aussicht auf eine der vielen Gletscherzungen, die leider auch die Klimaerwärmung zu demonstrieren scheinen.



        Wir gelangen auf eine Art Hochplateau und genießen eine super Aussicht in die nördlichen Areale.



        Glück im Unglück: Wäre mein Rucksack pünktlich angekommen, wären wir hier gestern durch bei dichtem Nebel.

        Auf dem Plateau treffen wir einige Norweger, die zur Gråtådalstua unterwegs sind. Die nächsten Tage werden wir dagegen kaum jemanden treffen, wie auch überhaupt man in dieser Gegend um diese Zeit so mit einem bis keinem menschlichen Kontakt am Tag rechnen muss.

        Wir ziehen langsam weiter, der Weg führt über eine Hügelkette und wir treffen eine Schafsherde, die mit schafsmäßiger Intelligenz vor uns flüchtet – nämlich immer den markierten Weg entlang.



        Wir rasten nochmals mit schönem Blick aufs Glomdalen und gelangen dann langsam tiefer und da ist er, der erste Baum seit 4 Tagen.



        Der Weg führt dann bergab durch ein lichtes Birkenwäldchen



        und wird zunehmend steiler. Dann geht es einen kleinen Trampelpfad die restlichen 600 Höhenmeter steil bergab, die Norweger sind nicht gerade die Freunde der weitläufigen Serpentinen. Gut zu gehen, aber das Gefälle geht schon sehr in die Muckies, wenn man denn die Gelenke schonen will. Nach knapp 2/3 des Abstieges hätten wir genug gehabt, mußten aber doch weiter. Immerhin gibt’s schöne Blicke ins Beiardalen.



        Irgendwann sind wir unten und durchqueren einige lose stehende Häuser, aus großstädtischer berliner Sicht eine gottverlassene Gegend. Rein praktisch gesehen der einzige Zivilisationskontakt auf unserer Tour (Handyempfang habe ich da aber dennoch nicht gehabt), der etwas abseits des Tracks aber wohl auch eine Einkaufsmöglichkeit bietet, so dass man nicht alles Essen mitschleppen muss. Wir haben das aber nicht genutzt.

        Die Zivilisationsnähe bringt es mit sich, dass der Weg hier wenig bis schlecht markiert ist, zumal zeigt dass Schild am BOT-Wanderparkplatz in die Einfahrt eines privaten Grundstückes und die Karte ist nicht wirklich für die filigrane Wegsuche in Ortschaften geeignet. Wir fragen uns aber durch und finden schließlich den Weg.

        Dann erreichen wir die Beiarstua, eine (da so zivilisationsnah gelegen) verschlossene Hütte, ja eher eine Hüttenanlage, in der man bequem mehrere größere Reisegruppen unterbringen könnte. Erstaunlicherweise ist niemand außer uns da und so beschließen wir, uns mal etwas Luxus zu gönnen.





        Es gibt sogar eine Sauna, leider ist Anke kein Sauna-Fan und für mich alleine das Teil hochzuheizen, bringe ich dann doch nicht über mein ökologisches Herz.
        So muss der Ofen herhalten und schon bald duftet es lecker nach Birkenholz und wird kuschelig war.



        Wir genießen auch den Luxus warmen Wassers. Hier finde ich auch endlich Zeit und Ruhe, meinen Rucksack zu reparieren. Die Schraube an den Gregory drohte sich immer wieder zu lösen und es war ziemlich nervig, sie bei jeder Rast zu kontrollieren und ggf. festzuziehen. Ich mache kurzen Kompromiss mit einer der 1g-Sekundenkleber-Tuben, die mittlerweile zum vielseitigsten Inhalt unseres Reparatursets zählen. Der Abend wird noch sehr gemütlich, bei Kerzenschein lesen wir das Hüttenbuch, offenbar gibt es in der Gegend auch Höhlen, die mancher Wanderer erkundet:



        Der rauchige Birkenholzduft findet seine Ergänzung in unserem rauchigem Whisky, dann fallen wir auch schon, wieder mal, vollkommen fertig ins Bett. (Diesmal ist ja wirklich eines da!!).



        Sonntag, 21.08 Beiarstua – Tverrådalen – Bukkhaugbua – Tollådalen

        Sofort eingeschlafen und erst vom Wecker um 6:00 Uhr geweckt, dies die Bilanz der heutigen Nacht. Luxuriöses Aufwachen in der Hütte. Die Stube und sogar das Wasser im Kessel auf dem Ofen ist noch warm. Frühstücken mit Tisch und Stuhl, sogar Radio haben wir. Insgesamt ein nettes Komfort-Intermezzo, zumal man in der Gegend nicht wirklich zivilisationsabgelegen Zelten kann.

        Gegen 10:00 Uhr sind wir dann wieder „on track“ - oder auch nicht. Meine Frau meinte, einen Wegweiser mit Beginn des Pfades gesehen zu haben, auf der anderen Seite der Brücke abgehend. Schnell wird klar, dass es nicht der BOT-Pfad ist, befinden wir uns doch auf der falschen Seite des Flusses. Mehr bringt mein Orientierungsinn aber auch nicht zustande, zwei weitere Versuche unter Einbeziehung eines Einheimischen schlagen ebenfalls fehl. (Ich vermute, dass der Weg irgendwo hinter der Hütte abgeht) . Schließlich folgen wir einem Trampelpfad direkt am Fluss, da wir heute über weite Strecken der Tverraga folgen, kann es so falsch nicht sein.



        Anfangs macht es Spaß, dem doch recht wilden Pfad zu folgen. Irgendwann aber artet er zur Kletterpartie aus und wir queren nach Südosten und finden den richtigen BOT-Pfad.

        Heute sollte es der bisher anstrengenste Tag werden, zusätzlich steckte uns ja noch der gestrige Abstieg in den Knochen. Von der Beiarstua geht es fast 900 Höhenmeter aufwärts zu einem Hochplateau, über dem nur noch der Ryggen Tjårro trohnt. Unterwegs treffen wir ein deutsches Pärchen, die von Lønsdal kommen und uns wertvolle Tipps für den heutigen Zeltplatz geben können.

        Bis zur Brücke ist der Weg immer wieder sehr spärlich markiert, der einzige Abschnitt auf der ganzen Tour wo es nicht quasi vorbildlich war, aber man hat ja den Fluss als Orientierung. Es beginnt dann zu Regnen, erst als Nieselregen, dann schüttet es, so dass wir heute mehrmals zwischen T-Shirt und voller Goretex-Montur hin- und herwechseln. Wir laufen allerdings wirklich gutgelaunt durch den Regen, er passt so genial zu dieser sumpfigen Landschaft. Zunächst geht es am Fluss entlang.



        Dann werden die Birkengruppen lichter, mal haben wir einen richtigen Pfad, aber die meiste Zeit geht es durch sumpfiges Gelände.



        Immer höher schraubt sich der Weg, uns dampfen mächtig die Oberschenkel, es wird nicht weniger sumpfig und auch nicht weniger anstrengend, aber die Aussicht zurück entschädigt für einiges und es hört sogar zu regnen auf.



        Oben auf dem Plateau bläst uns ein eiskalter Wind ins Gesicht. Die Landschaft und ein paar Rentiere sind jedoch genügend Lohn für die Mühen. Erstmals sehen wir auch den Tellingen, die markanteste und höchste Felserhebung in der Umgebung.







        Wir können dann bereits das Areal des nächsten Tages überblicken. Unter uns liegt das Tollådalen, das heutige Ziel.



        Der Abstieg ist, verglichen mit dem Ritt runter ins Beiardalen, harmlos. Schon von Ferne sehen wir die Bukkhaugbua, die in einem skuril wirkenden Birkenwäldchen gelegen ist.



        Eine knappe Stunde später erreichen wir die kleine aber sehr gemütliche Hütte.



        Uns zieht es aber heute wieder in unser Kaitum, bei immer besser werdendem Wetter überqueren wir deshalb zunächst den Tollåga und erkunden die Gegend in nördlicher Richtung, wollen wir doch morgen zur Bjellåvasstua. Das Ufer ist jedoch dicht bewachsen und die Gegend sehr sumpfig, so dass sich kein wirklich einladender Zeltplatz findet ( auf der anderen Uferseite sah es da besser aus...). Also laufen wir zurück, da uns das deutsche Pärchen von einer schönen Zeltgelegenheit nahe der Brücke auf dem Weg richtung Süden erzählt hatte und bingo: Nach 15 Minuten finden wir eine ideale Zeltstelle: Direkt am Ufer sind bereits mehrere Feuerstellen und eine Lichtung, aus welcher der Wind die Mücken wegbläst. Er tut dies hier unten im weiten Tal sehr heftig, so dass der Zeltaufbau durchaus Konzentration verlangt, damit uns das Kaitum nicht abhaut. Zum Glück liegen genug Steine umher.



        Wir sind ziemlich fertig, doch ein Bad im Fluss, dass ich mannhaft mit Urschrei ertrage , bringt ziemlich schnell die Lebensgeister zurück. Real-Turmat, Süßer Moment und der obligate Schluck Whisky runden einen tollen Tag ab. Die Natur bietet als Krönung noch einen brennenden Himmel auf.





        Montag 22.08 Tollådalen – Bjellåvasstua

        Starker Regen weckt uns um 3:00 Uhr, der uns die ganze Nacht in unterschiedlicher Intensität erhalten bleibt. Weiterhin gehen heftige Windböen, die das Zelt ziemlich durchschütteln. Immerhin haben wir so trotz Dauerregens am Morgen kein Kondens im Zelt.

        Gegen halb sieben muß ich kurz zum Pinkeln vors Zelt und spanne es bei der Gelegenheit nach. Weiter geht’s mit viel Wind, aber zunehmend weniger Regen. Wir kuscheln noch etwas, frühstücken dann im Zelt und genießen die Gemütlichkeit.



        Der Regen hört auf, der Wind ist weiterhin heftig, das Zelt ist innerhalb kürzester Zeit trocken und wir haben echt Mühe beim Abbau, damit es uns nicht in den Fluss fliegt. Als wir aufbrechen, kommt tatsächlich die Sonne raus. Die uns fremde, deutlich höher als gewohnte, Dynamik des Wetters verblüfft uns immer wieder und erinnert daran, dass wir immer noch oberhalb des Polarkreises sind.

        Der Weg führt zunächst am Fluss entlang, schraubt sich dann langsam in, natürlich sumpfige, Höhen. Das durch die Wolken brechende Licht schafft ein ums andere Mal eine surreal wirkende Atmosphäre.





        Nach unserem gestrigen Ritt ist der heutige Anstieg eher regeneratives Trekking, dennoch gewinnen wir ordentlich an Höhe und überblicken das Tollådalen und die Ebene dahinter bis zum 1246 Meter hohen Tellingen, die dominierende Erscheinung in dieser Gegend.



        Wir scheuchen einige Rebhühner (?) auf, die mit hochfrequentem Flügelschlag eine Art Katapultstart hinlegen. Auch treffen wir wieder auf unsere nervigen tutenden Freunde. Kleine Vögel, die man kaum sieht, die aber zuverlässig-nervig und stoisch monoton rufen. Heilos, wie wir späten nachlesen werden. Es geht weiter hoch.



        Wieder sind viele kleinere Rinnsale zu überqueren, wieder gibt es eine schicke seengespickte Hochebene.



        Dann beginnt es zu regnen. Immer heftiger und immer mehr, irgendwann schüttet es wie aus Eimern und wir steigen, inzwischen voll eingegoretext, weiter voran. Eine zu uns stoßende Wintermarkierung zeigt uns an, dass es bis zum Tagesziel, dem nördlichen Bjøllåvatnet, nicht mehr weit sein kann. Wir überqueren eine letzte Kuppe und richtig, da ist schon der gigantische See – auch im Regen wunderschön.

        Noch verlockender ist allerdings die Aussicht auf eine trockene Hütte, denn es schüttet immer noch. Wir finden, und wundern uns schon lange nicht mehr, auch die Bjellåvasstua leer vor. Nach Erkunden der Haupthütte entscheiden wir uns aber für ein „Apartment“ in der kleineren Neben-Hütte.

        Anke bereitet unsere Einnisstung, ich hole noch Wasser, was gar nicht so einfach ist, da die günstigste Stelle an einer kleinen Quelle im ziemlich rutschigen Gelände liegt uns ich clevererweise meine Crocs anhabe. Männer halt, zurückgehen ist nicht. Irgendwann also mit zwei Eimern und ohne Sprunggelenksverletzung zurückgekommen, erwartet mich meine Frau bereits mit frischem heißen Tee. Wir schauen gelassen aus der Hütte dem Regen zu und freuen uns auf einen gemütlichen Abend.

        Der wird noch Verzögert durch unerwartete Probleme beim Feuermachen. Ich weiß nicht, ob wir zu wenig Blut im Kopf hatten, aber wir fanden keinen Holzschuppen bzw. keinen Schlüssel zum Aufschließen und neben dem Ofen fanden sich nur halbe Bäume, die man natürlich nicht so einfach in Brand bekommt. Ich versuche mich eine lange Zeit, bin dann ziemlich genervt und nöle rum. Geduld ist keine männliche Tugend und meine schon gar nicht.

        Währendessen hat es draußen zwar nicht aufgehört zu schütten, aber die Sonne knallt. Und was gibt es da ? Richtig!



        Mittlerweile habe habe ich mich auch wieder eingekriegt (kein Feuer anmachen zu können weckt männliche urängste) und nachdem mir die beste aller Frauen versichert hat, dass ich trotzdem ein gaaaaanz toller Superoutdoorer bin, robbe ich draußen kreativ unter die Hütten und kehre mit allerlei kleinen Holzresten zurück, die sich im trockenen Bereich unter den Hütten finden ließen. Damit gelingt es dann doch, einen Baum in Brand zu setzen.



        Es wird diesig, nebelig und dunkel und wir genießen bei Kerzenschein den Ausblick auf den See aus der wirklich gemütlichen Hütte und ergänzen die Ofenglut durch das innere Feuer unseren bewährten Singlemalt.





        Dienstag, 23.08 Bjellåvasstua – Bjøllådalen - Midtistua

        Erstmals habe ich keine Angst, aus dem Hochbett zu fallen, so durchgelegen sind die Matratzen in der Bjellåvasstua. Ich schlafe dennoch wie ein Stein, bis selbiger auf meine Blase zu drücken scheint. Um 5:00 Uhr bei 3 Grad und Nieselregen ist das eine echte Herausforderung (Ich bin zu unvorsichtig abends mit dem Trinken in Hütten...) und ich bin sehr schnell wieder im Bett. Um 7.00 Uhr hat es aufgehört zu Regnen, um 8.00 Uhr kommt die Sonne raus.



        Wir brechen auf und planen, heute noch bis hinter die Midtistua zu kommen und nahe des Steindalen zu zelten. Denn das müssen wir queren und wir sind mittlerweile immer sicherer, dass dies unsere Königsetappe werden wird gemessen an Länge und Schwierigkeit.



        Doch unser Weg führt uns heute zunächst den ganzen See entlang, erstmals wenig Höhenmeter, erstmals allerdings auch große Mückenschwärme über unserem Kopf.
        Wir treffen zunächst auf eine kleine steinerne Schutzhütte, dann auf eine Gruppe Tschechen, die aus Lønsdal kommen und seit 3 Tagen keine Menschenseele getroffen haben. Wir berichten ähnliches, und man tauscht sich über die Strecke aus. Die Truppe will weiter in den Rago.

        Wir laufen weiter und genießen den wunderschönen Seeblick und vor allem auch das sich immer stärker färbende Fjell.



        Am südlichen Ende des Sees machen wir nochmal eine Rast.





        Dann geht es weiter durchs Bjøllådalen, die Landschaft verändert sich wieder.





        Am frühen Nachmittag kommt bereits die Midtistua in Sicht und umso näher wir kommen, desto sicherer sind wir, unsere Pläne doch ändern zu müssen. Die Hütte sieht einfach zu gemütlich aus, trohnt traumhaft oberhalb des südlichen, kleineren Bjøllåvatnet und vor der Hütte grasen Rentiere.
        Mittlerweile bahnt sich sogar die Sonne wieder einen Weg durch die Wolken.



        Wir beschließen also, die heutige kurze Etappe als Regeneration zu sehen und den Hüttenaufenthalt als Wellness, um Kräfte für die morgige Etappe zu sammeln. Der Holzschuppen findet sich schnell und diesmal problemlos und so lodert bald ein Feuerchen im warmen Ofen. Die Tschechen haben netterweise eine Zeitung als Zunder da gelassen. (O.K., es wurde viel zu heiss, die Steuerung haben wir noch nicht so gradgenau drauf... ) Etwas skeptisch sind wir heute mit dem Essen, den es steht Seewolf in Krabbenweißweinsoße auf dem Real-Turmat Speiseplan – und auch das schmeckt saugut. Wir genießen noch die warme Hütte und sind nun doch etwas gespannt, was uns morgen so erwartet. IM Abendrot kann man schon hoch ins Saltdalen blicken.



        Wir sind auch bereits etwas wehmütig, denn es ist der vorletzte Abend unserer Tour.



        Mittwoch 24.08 Midtistua – Steindalen – Kjemåvatnet

        Morgens klingelt der Wecker um 4:00 Uhr, ich wollte mal mitbekommen, wie die Sonne aufgeht. So richtig dringt aber noch nichts durch die Wolkendecke.



        Deshalb korreliert die Außentemperatur gut mit der Uhrzeit und ich verkrümel mich von frischen 4 Grad wieder ins Bettchen und penne noch bis 6:00 Uhr. Da sind dann 6 Grad.



        Anke wird auch langsam wach und wir genießen die noch warme Hütte bei Frühstück und Sonnenschein, ein schöner Tag kündigt sich an, Rentiere umkreisen die Hütte. Was will man mehr ?

        Gegen 8:30 Uhr brechen wir auf, der Abschied von diesem wunderschönen Ort fällt doch schwer, aber wir haben noch einiges vor uns heute. Wir machen anfangs kräftig Tempo, der Weg ist gut und wir sind schon auf Höhe des südlichen Bjøllåvatnet, als uns einfällt, das wir heute noch gar nicht in die Karte geschaut haben.



        Mussten wir nicht eigentlich vor dem See über eine Brücke abzweigen ? Letztlich sehen wir diese vom nächsten Hügel aus auch und queren querfeldein. Ein Verhauer von gut 30 Minuten, fängt ja gut an...



        Aber das Wetter ist bombig und die Landschaft einfach atemberaubend schön. Eigentlich bekommt man Lust, sofort in den See zu springen.



        Dann beginnt der Anstieg zum Steindalen, wobei es zunächst wieder zeitaufwendig über viele Rinnsale geht.



        Die Landschaft wird langsam immer steiniger und unwirklicher.



        Es kommt langsam so etwas wie Wüstenfeeling auf, hinter uns verschwindet das grüne Tal





        Vor uns sind auch nur noch Steine zu sehen, von oben brennt die Sonne.



        Der Weg ist gut markiert, aber in der gleißenden Sonne schlecht zu sehen. Aber kein Problem, ab jetzt geht es schnurgerade nach Osten. Nach 4 Stunden machen wir eine Pause im Windschatten eines großen Felsens und futtern unser letztes Pemikan mit Trekkingkeksen.



        Es geht dann weiter über Felsen in allen Größen, was schon sehr die Konzentration und noch mehr unsere Muskeln fordert. Wir erreichen dann, quasi als kleine Oase, den Lønstindvatnet.



        Dann geht es weiter durch die Einöde, vor uns nur Steine, hinter uns nur Steine. Dennoch wunderschön, wir sind aber froh, das es nicht regnet. Das stelle ich mir wirklich mies vor, dann hier rumzurutschen.





        Mitten in dieser Einsamkeit torkelt uns, anders kann man es nicht nennen, ein russisches Pärchen entgegen. Die sehr solide Ausrüstung scheint sibirischen Miltärbeständen der Nachkriegszeit entnommen zu sein. Sie kommen gerade von Lønsdal und sind vollkommen fertig. Ich schätze das Gewicht mal auf > 30Kg. Wir befinden uns gerade auf Höhe des Lønstinden und wir können Ihnen leider nur die schlechte Nachricht überbringen, dass wir seit der letzten Hütte schon 6 Stunden unterwegs sind und uns wohl deutlich schneller bewegen. Ziemlich deprimiert, aber aufgrund der Wetterlage nicht wirklich gefährdet, quälen sie sich weiter.

        Wir quälen uns nicht, aber es ist trotzdem anstrengend und sind sehr froh, als irgendwann ein Ende abzusehen ist und die Landschaft langsam wieder grüner und sumpfig wird (nachdem sie vorher steinig und sumpfig war ).



        Wieder treffen wir auf Rentiere.



        Und steigen dann langsam aus dem Steintal ab, hopsen von Stein zu Stein über den Fluss und kämpfen uns danach durch ziemlich sumpfiges Gebiet, bevor wir wieder einen Pfad erreichen und an Höhe gewinnen.



        Man kann wunderbar bis zum Tjørn-Girnnofjellet schauen.



        Unser Tagesziel ist aber der der Kjemåvatnet, Bevor wir diesen erreichen, haben die Götter aber noch eine weitere Furt gesetzt. Es gibt viele Steine und wir checken kurz ab, ob wir nicht doch ohne Schuhwechsel rüberkommen aber wir sind einfach zu kaputt nach mittlerweile mehr als 10 Stunden auf den Beinen und die Sprünge doch zu groß und die Felsen zu nass. Also watscheln wir doch durchs Wasser, was auch wieder Zeit kostet. Hinter der nächsten Anhöhe erstreckt sich dann aber auch endlich der wunderschöne Kjemåvatnet.



        Der See ist riesig und leider, so wunderschön die Gegend ist, besteht sie in der Umgebung des Sumpfes nur aus Felsen und Sumpfflächen. Direkt am Ufer sehen wir weit unten ein Zelt, aber auch das scheint eine der ganz wenigen Flächen zu sein, wo es geht. Und die Mücken starten da zum Großangriff. Letztlich quälen wir uns durch den sumpfigen unteren Weg hin und auch wieder fast den oberen Weg zurück, bis wir endlich eine trockene ebene Fläche finden, wo wir das Zelt aufestellen können. Wir sind extrem platt, immerhin - dank der frustrierenden Zeltplatzsuche fast 14h(!) auf den Beinen, haben aber sogar eine Quelle in der Nähe gefunden. Entschädigt werden wir durch den Sonnenuntergang.



        Es wird kalt und durch die Erschöpfung nicht wärmer, insofern futtern wir was der Rucksack noch hergibt und notdürftigste Hygienemaßnahmen müssen auch innerhalb des Zeltes funktionieren. Dann fallen , ne geht ja nicht, kriechen wir vollkommen fertig aber glücklich, in unsere Schlaftüten. Das Glühen des Himmels ist noch bis Mitternacht zu sehen gewesen.






        Donnerstag 25.08 Kjemåvatnet – Lønsdal - Bodø

        Um 5:00 Uhr wache ich auf, es ist schon sehr hell im Zelt und außerdem ziemlich kalt, so um die 7 Grad, draußen also sicher nur wenige Grad über Null. Anke schläft noch fest. Ich schließe meinen noch offenen Apachen erstmals ganz (Der Wärmekragen war aber nie ein Thema auf der Tour) und schlafe noch bis 7:00 Uhr. Dann schmeißen wir uns in die wärmsten Klamotten und genießen bei Windstille unser Frühstück mit Seeblick.



        Später machen wir uns ans Packen, wir haben ja Zeit. Der Zug fährt in Lønsdal erst 15:40 Uhr durch. Während wir also so trödeln, fängt es nochmal an zu regnen. Wir knabbern ein paar Nüsse und sitzen noch etwas Zeit ab.



        Wieder mal voll eingegoretext ziehen wir los und der Weg bis zur Bahnstation ist bei dem anhaltenden Regen doch unerwartet schwierig. Das ohnehin sumpfige Areal wird noch sumpfiger und die vielen oft auch steileren Felsplatten werden sehr rutschig. Irgendwann beginnt es dann merklich bergab zu gehen und ein Handymast als erstes Zivilisationszeichen nach langer Zeit weist den Weg.
        Lange schon haben wir die Bahnlinie bzw. die pfeifenden Züge gehört, jetzt sehen wir sie auch.




        Wir sind dann ganz erstaunt, in Lønsdal nicht nur ein besetztes Bahnhäuschen, sondern sogar einen beheizten Warteraum zu finden – hält unser Zug doch nur auf Verlangen dort.



        Wir nisten uns jedenfalls dankbar im Warteraum ein und beobachten den kurz vor der Pensionierung stehenden Bahnangestellten, wie er, vermutlich mit der Routine von über 50 Berufsjahren, in tadeloser Uniform die Abfertigung der paar Züge über die Bühne bringt, die hier täglich halten. Zwischendurch schwingt er sich aufs Mountainbike, wohl Richtung Signal/Weichenanlage.

        Eine Frau wartet offensichtlich auch auf unseren Zug und Mr. Zuverlässig hängt schon mal die Rote Flagge raus.

        Dann ist es soweit, wir schicken einen letzten sehnsüchtigen Blick in Richtung unserer Unterkunft von letzter Nacht



        Dann fährt unser robuster Zug ein, der uns dann ohne Zwischenfälle nach Bodø brachte.



        Erwähnenswert, dass wir das Pärchen aus der Gråtådalstua im Zug wiedertreffen.
        Erwähnenswert auch, dass wir noch einen schönen Abend in Bodø verbringen, dass eine heiße Dusche nach 10 Tagen im Fjell immer fantastisch ist und das wir abends noch großartig gegrillten Stockfisch im Bjørk gegessen haben und sich netterweise auch noch Otto mit Hund zu uns gesellte, so dass wir uns in zwei netten Stunden für sein Mitwirken an unserer gelungenen Tour bedanken konnten.

        Nächster Tag dann Rückflug über Oslo nach Berlin, auch hier ohne Probleme, obwohl meine Frau Höllenqualen durchlitt, weil ihr Rucksack als wirklich letztes Gepäckstück aufs Band kam. Vom Flughafen direkt in die U-Bahnlinie 7 war dann der Kulturschock, den wir nicht gebraucht hätten.

        Wir kommen wieder!!!



        Fazit

        Eine großartige, vor allem auch abwechslungsreiche Tour, die uns immer ge- aber nie überfordert hat. So soll es sein! Aufgrund der guten Hütteninfrastruktur ist die Strecke auch gut ohne Zelt zu gehen, lediglich die Strecken durchs Glomdalen und durchs Steindalen werden dann sehr lang und sollten entsprechend geplant und vorbereitet werden.

        Mit den meisten Teilen unserer Ausrüstung waren wir wieder einmal sehr zufrieden, „Gear of the Tour“ war der neu angeschaffte Jetboil SolTi. Klein, Leicht, in 2 Minuten kochendes Wasser und wir haben in den 10 Tagen eine 225g-Kartusche nur zu ca. 2/3 leeren können. Ich würde allerdings nächstes mal auch den größeren Aufsatz zum richtigen Kochen mitnehmen, dazu sahen nämlich die Pilze zu lecker aus.

        Essen waren tatsächlich diesmal auch 600g/Person/Tag noch zuviel, wir haben knappe 1 ½ Kilo Nüsse wieder mitgebracht, da ist also auch noch Potential zum Abspecken bzw. anderes mitnehmen. (Dann lieber leckere Würste und Schinken oder noch mehr Whisky )

        Da ich mir ja notgedrungen eine Softshell kaufen mußte, war ich erstaunt, wie nützlich das Teil doch ist. Ich habe mein 100er-Fleece kaum benutzt und die 3-Lagen-Jacke auch nur bei strömenden Regen. Die Arc´teryx ist auch ohne Membran ausreichend winddicht für die meisten Situationen aber super atmungsaktiv. Werde also für die nächsten Touren wohl kein 100er Fleece mehr mitnehmen, sondern stattdessen die Softshell, ich habe ja als dünne Wärmeschicht dann noch mein 260er Merino.

        Gruß
        Sascha

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        • ich
          Alter Hase
          • 08.10.2003
          • 3567

          • Meine Reisen

          #5
          AW: [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)

          Danke für die schönen Bilder und den tollen Bericht!
          Nicht nur Fuchs sein, auch n puschigen Schwanz haben!

          Spaß im Winter und Wandern mit Kindern

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          • rudolf
            Erfahren
            • 29.11.2009
            • 242

            • Meine Reisen

            #6
            AW: [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)

            Sehr schöne Bericht tole Bilder
            Gruß Rudolf

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            • woelfchen
              Erfahren
              • 20.03.2010
              • 254

              • Meine Reisen

              #7
              AW: [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)

              WOW, was für ein toller Bericht! So schön kurzweilig geschrieben und erst diese hammermäßigen erstklassigen Fotos!!!

              Ich bin begeistert und werde bestimmt hin und wieder nochmal reinschauen.

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              • Antracis
                Fuchs
                • 29.05.2010
                • 1267

                • Meine Reisen

                #8
                AW: [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)

                Vielen Dank für die positiven Rückmeldungen!

                @fjellstorm: Ihr habt ja sogar im Steindalen gezeltet!

                Bei uns war da alles so steinig oder sumpfig (auch am Lønstindvatnet, wo ihr ja glaube ich gezeltet hattet), dass wohl nur Chuck Norris eines Tunnel zum Stehen gebracht hätte. Komfortabel wäre zumindest anders gewesen. Aber schon eine tolle Gegend.

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                • Atze1407
                  Fuchs
                  • 02.07.2009
                  • 2425

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)



                  LG
                  Atze 1407
                  Wenn du den Charakter eines Menschen kennenlernen willst, gib ihm Macht.
                  Abraham Lincoln

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                  • Julia
                    Fuchs
                    • 08.01.2004
                    • 1384

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)

                    Ein superschöner Bericht aus einer umwerfenden Gegend! Ich war bisher nur östlich des Saltfjells - in der Okstindregion, und das auch nur im Winter. Hier habe ich definitiv Nachholbedarf!

                    Übrigens:
                    Heilo=Goldregenpfeifer (die sind gut kamufliert, mit Fernglas aber normalerweise ziemlich leicht auszumachen)
                    Die Rebhühner werden (Moor)Schneehühner (oder Birkhühner, aber die sind ziemlch groß) gewesen sein.

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                    • Antracis
                      Fuchs
                      • 29.05.2010
                      • 1267

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)

                      Liebe Julia,

                      vielen Dank für das positive Feedback! Uns hat wie schon gesagt vor allem der Abwechslungsreichtum der Region beeindruckt. Und wir scheinen ja echt Glück mit dem Wetter gehabt zu haben, wenn ich mir so die anderen Reiseberichte anschaue. Wir verlieren so langsam unser Herz an den Norden und schielen auf die Finnmark für nächstes Jahr.

                      Und danke auch für die ortnithologische Nachhilfe.
                      Als wir erstmal gecheckt hatten, wie klein die Heilos sind, haben wir sie dann auch oft gefunden. Die anderen Flatterer könnten durchaus Birkhühner gewesen sein, die waren schon recht üppig, auf jeden Fall größer, als die fetten Stadttauben hier in Berlin. So auf dem Weg zum kleinen Huhn. Allerdings haben wir sie ja erst entdeckt, wenn sie aus dem hohem Gras durchstarteten und da wirken die Viecher natürlich immer sehr groß.

                      Vermutlich sehr begehrt zum Jagen. Man hat ja erstmal Zeit, anzulegen, bevor die Tempo machen.
                      Zuletzt geändert von Antracis; 24.09.2011, 20:32.

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                      • OttoStover
                        Fuchs
                        • 18.10.2008
                        • 1076

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)

                        First of all thank you Sascha for an engaging and well written story of the tour, with nice pictures to accompany it. Really well done. Also thank you for the nice words to me. They should be given to the hospital and my employer also, for I use the quiet of the night shifts to dig into things to help visitors the best I can. You may say I'm paid to help you

                        Yes you had really luck with the weather, but that you did not know of course. The rain that came to you as a normal downpour was the small rest of the enormous downfall in the Trondheim area. There it caused the rainfall of the decade, they never had more rain for the last 100 years.

                        The waterfall that was close to the stairs when you started is normally not there. But the hydro power plant is not running due to an accident with the turbines. Thus the lake that is a magazine for the water is 100% full, and water is running as it used to do before the hydro station was erected. (I was there last weekend and it was magnificent now. ) The lake is also much nicer since it is full. They may reduce the water level by as much as 125 metres and then it is not so spectacular.

                        I leved in Finnmark until I was 17, and my parents took me picking berries all over the county (Except the most remote places). There is one german that is here on this site that lives there and may have up-to-date info, send a pm to bv. My info is 50 years old and obsolete for the most part, just remember a lot of mosquitos though and a rather flat and uneventful terrain on vidda. I lived in Øksfjord on the west coast in the most mountanous part of the county. We may dicuss the details later.

                        Otto
                        Ich lese und spreche Deutsch ganz OK, aber schreiben wird immer Misverständnisse.
                        Man skal ikke i alle gjestebud fare, og ikke til alle skjettord svare.

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                        • fjellstorm
                          Fuchs
                          • 05.10.2009
                          • 1315

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)

                          Zitat von Antracis Beitrag anzeigen

                          @fjellstorm: Ihr habt ja sogar im Steindalen gezeltet!

                          Bei uns war da alles so steinig oder sumpfig (auch am Lønstindvatnet, wo ihr ja glaube ich gezeltet hattet), dass wohl nur Chuck Norris eines Tunnel zum Stehen gebracht hätte. Komfortabel wäre zumindest anders gewesen. Aber schon eine tolle Gegend.
                          Ja, haben wir. Wir waren damals, sofern ich mich richtig erinnere, schon so müde, dass uns jeder Platz in Mitten der Steinwüste recht war. Und es war grandios.
                          Und es war glaub ich der "kleine See" vor/neben dem Lønstindvatnet.

                          Tolle Bilder übrigens.

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                          • Antracis
                            Fuchs
                            • 29.05.2010
                            • 1267

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)

                            Otto, thats the curse living in a large city: On Nightshift, here is nearly no possibility to surve or even to sleep.

                            @luck with the weather: We took this without pangs of conscience after the Trouble with my luggage.

                            I think, we will return to saltfjell probably 2013, the plan is to connect it with a visit of the Lofoten or Vesterålen, meanwhile the travel reports of bv and daniel1981 have aroused our interest in the Finnmark, so we will collect some information about the project for 2012 and contact them to check, if it would be possible and worthwhile.

                            @fjellstorm: Wir sind ja an einem Tag von der Midtistua bis zum Kjemåvatnet durchgeheizt und waren stehend K.O. - vor allem, weil sich dann ja noch die Zeltplatzsuche anschloss. Aber ich hätte tatsächlich nicht geglaubt, da in eurer Gegend halbwegs einen Tunnel zum Stehen zu bekommen. Glaube sogar, ich habe die Gegend um Euren Platz gecheckt, weils mich interessiert hat, gibt ja nicht soo viele steinfreie Flächen dort - und da am Seeufer war alles sehr sehr feucht. Aber sehr geile Erlebnisse müsst ihr da gehabt haben mit den glühenden Gipfeln.

                            Danke für das Feedback bezüglich der Bilder. Ich mühe mich nach Kräften, etwas ambitionierter zu knipsen und mir ne DSLR zu verdienen.

                            Schön auch, dass die Gegend im Junkerdalen so schön ist, haben wir auch noch was zum Besuchen.
                            Zuletzt geändert von Antracis; 25.09.2011, 22:13.

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                            • Geronimo
                              Fuchs
                              • 14.01.2004
                              • 1402

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)

                              Toller Bericht und sehr schöne Fotos!

                              Würdest Du die Tour wieder in gleicher Richtung machen oder umgekehrt und wesshalb?

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                              • Antracis
                                Fuchs
                                • 29.05.2010
                                • 1267

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)

                                @geronimo:

                                Danke für Feedback.

                                Obwohl es sicher in beide Richtungen gut machbar ist, würde ich wieder am Glomfjord starten. Gründe: Die Stufen zum Navarvatnet würde ich immer lieber rauf statt runter laufen, vor allem wenns mal regnet. Und dann ist die Etappe über das Steindalen wirklich sehr lang und schwer, die würde ich nicht als erstes und mit schwerem Gepäck laufen wollen. Last but not least gibt es da diese sehr steile und doch eher dröge Waldpassage runter ins Beiarndalen, das möchte ich auch nicht rauflaufen. Aber wie gesagt, gibt sicher auch Argumente in die Gegenrichtung.

                                Gruß
                                Sascha

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                                • fjellstorm
                                  Fuchs
                                  • 05.10.2009
                                  • 1315

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)

                                  Zitat von Antracis Beitrag anzeigen
                                  @fjellstorm: Wir sind ja an einem Tag von der Midtistua bis zum Kjemåvatnet durchgeheizt und waren stehend K.O. - vor allem, weil sich dann ja noch die Zeltplatzsuche anschloss. Aber ich hätte tatsächlich nicht geglaubt, da in eurer Gegend halbwegs einen Tunnel zum Stehen zu bekommen. Glaube sogar, ich habe die Gegend um Euren Platz gecheckt, weils mich interessiert hat, gibt ja nicht soo viele steinfreie Flächen dort - und da am Seeufer war alles sehr sehr feucht. Aber sehr geile Erlebnisse müsst ihr da gehabt haben mit den glühenden Gipfeln.

                                  Danke für das Feedback bezüglich der Bilder. Ich mühe mich nach Kräften, etwas ambitionierter zu knipsen und mir ne DSLR zu verdienen. :bg

                                  Schön auch, dass die Gegend im Junkerdalen so schön ist, haben wir auch noch was zum Besuchen.
                                  Wir hatten relativ Glück. Die wenigen steinfreien Flächen im Steindalen waren nicht versumpft..und mit ein paar (teils nervigen) Rochaden habe ich meistens den Tunnel aufstellen könne, auch in luftigen Höhen beim Nordre Bollavatnet.

                                  Und dann ist die Etappe über das Steindalen wirklich sehr lang und schwer, die würde ich nicht als erstes und mit schwerem Gepäck laufen wollen
                                  ..Naja, immerhin hat es uns gleich am Anfang einen grandiosen Camp-spot beschert, den wir vermutlich nicht gehabt hätten wenn es vice versa glaufen wäre.

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                                  • vinne90
                                    Gerne im Forum
                                    • 26.04.2010
                                    • 82

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    AW: [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)

                                    Hi,
                                    vielen Dank für den Bericht und die schönen Fotos. Du schaffst es wirklich auch schlechtes Wetter und alle Probleme als nette Herausforderung darzustellen, sodass man unbedingt auch dorthin will. Die von dir erwähnten Berichte hatten ja schon Lust gemacht, aber der hier gibt jetzt den Ausschlag für einen Platz ganz oben auf der 2012 Liste.

                                    Dass es morgens frisch war, hast du geschrieben, aber wie sah das tagsüber mit den Temperaturen aus?

                                    Grüße,
                                    Vincent
                                    vinne90-Blog&Bilder

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                                    • Mika Hautamaeki
                                      Alter Hase
                                      • 30.05.2007
                                      • 3938

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      AW: [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)



                                      DANKE!
                                      So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
                                      A. v. Humboldt.

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                                      • Antracis
                                        Fuchs
                                        • 29.05.2010
                                        • 1267

                                        • Meine Reisen

                                        #20
                                        AW: [NO] Vom Glomfjord nach Lønsdal (Saltfjellet-Svartisen-Nationalpark)

                                        @Vincent:

                                        Freut mich, wenn der Bericht dazu beiträgt, andere für dieses wunderschöne Gebiet zu begeistern.

                                        @Wetter: Tagesüber sehr wechselhaft und abhängig von Sonne & Wind und Höhenlage. Tiefstwerte lagen so um 10 Grad bei bedecktem Himmel und Wind, während es bei Windstille und reichlich Sonne sicher über 20 Grad ging. Ist also alles möglich.

                                        Mein Zwiebelprinzip war:

                                        - 200er Merinoshirt Kurzarm
                                        - 100er Fleece
                                        - Softshell
                                        - 260er Langarm Merino
                                        - WM Daunenjacke (Hooded Flash Jacket)
                                        - Hardshell

                                        Benutzt habe ich tagsüber eigentlich nur das Kurzarmshirt, bei Pausen ohne Sonne sofort die Softshell drüber, Hardshell bei viel Regen. Fleece würde ich nächstes Mal zu Hause lassen.

                                        Morgens hatte ich aber fast alles übereinander an.
                                        Zuletzt geändert von Antracis; 27.09.2011, 22:17.

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