[SE] Südliches Lappland – Die Plan B Tour

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  • Ljungdalen
    Fuchs
    • 28.08.2017
    • 1476

    • Meine Reisen

    #61
    Zitat von Mortias Beitrag anzeigen
    Da außerdem die Hauptgipfel des Marsfjälls immer noch nicht zu sehen waren, fühlte ich mich außerdem angenehm bestätigt in meiner Entscheidung die Besteigung nicht in Angriff genommen zu haben.
    Schade, aber wenn Gipfel in den Wolken, bringt das wahrscheinlich tatsächlich nicht so viel...

    Bei einigermaßen gutem Wetter ist der Blick vom Gipfel Richtung Süden jedenfalls so:

    Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Marsfjäll.jpg
Ansichten: 560
Größe: 2,10 MB
ID: 3030541​

    (Unsere mittlere Tochter an ihrem 13. Geburtstag... der See hinter ihrem Kopf ist der Östra Marssjön, weiter in der Ferne das östliche Ende des Kultsjön. Da hinten, in Saxnäs, waren wir auf den Tag genau 9 Jahre später wieder, für eine Nacht auf der Durchreise...)

    Kommentar


    • Fjaellraev
      Freak

      Liebt das Forum
      • 21.12.2003
      • 13835

      • Meine Reisen

      #62
      An der Blerikenstuga haben sie wirklich ordentlich renoviert.
      Ein Jahr vorher war noch deutlich zu erkennen dass es eine alte STF-Stuga (Baugleich wie zB Singi) ist an der seit Jahren fast nichts mehr gemacht wurde.
      Von der Rastschutzhütte wusste ich bei meinem Besuch auch noch nichts, sie wurde wohl im Winter davor eröffnet und schafft es jetzt erst so langsam auf die Karten (Auf OSM war ich es).
      Zitat von Ljungdalen Beitrag anzeigen
      Da hinten, in Saxnäs, waren wir auf den Tag genau 9 Jahre später wieder,
      OT: Und ich einen Tag bevor ich auf dem Gipfel stand OK von dort bis Fatmomakke musste ich nur wenig laufen...
      Am Morgen bei der Marsfjällkota los, Gipfel frei
      Oben: Gipfel in dichten Wolken, nach einer Stunde aber doch ganz brauchbare Aussicht.
      Mittags zurück beim Zelt: Gipfel frei und strahlender Sonnenschein.
      Hat mich nur ganz kurz gewurmt...


      Gruss
      Henning

      Es gibt kein schlechtes Wetter,
      nur unpassende Kleidung.

      Kommentar


      • Ljungdalen
        Fuchs
        • 28.08.2017
        • 1476

        • Meine Reisen

        #63
        OT:
        Zitat von Fjaellraev Beitrag anzeigen
        OK von dort bis Fatmomakke musste ich nur wenig laufen...
        Am Morgen bei der Marsfjällkota los, Gipfel frei
        Oben: Gipfel in dichten Wolken, nach einer Stunde aber doch ganz brauchbare Aussicht.
        Mittags zurück beim Zelt: Gipfel frei und strahlender Sonnenschein.
        Hat mich nur ganz kurz gewurmt...
        War bei uns Tagestour Fatmomakke - Gipfel und zurück... die 13-jährige war am wenigsten "fertig"...


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        • Mortias
          Fuchs
          • 10.06.2004
          • 1016

          • Meine Reisen

          #64
          Zitat von Ljungdalen Beitrag anzeigen

          Schade, aber wenn Gipfel in den Wolken, bringt das wahrscheinlich tatsächlich nicht so viel...

          Bei einigermaßen gutem Wetter ist der Blick vom Gipfel Richtung Süden jedenfalls so:

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht

Name: Marsfjäll.jpg
Ansichten: 560
Größe: 2,10 MB
ID: 3030541​
          Hey cool, danke für Deinen Input. Ja den Ausblick hätte ich auch sehr gerne genossen.

          Zitat von Fjaellraev Beitrag anzeigen
          Von der Rastschutzhütte wusste ich bei meinem Besuch auch noch nichts, sie wurde wohl im Winter davor eröffnet und schafft es jetzt erst so langsam auf die Karten (Auf OSM war ich es).
          Na ich würd mal sagen, da habe ich wohl mal richtig Glück gehabt. Sie befand sich wirklich zur rechten Zeit am rechten Ort.

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          • Mortias
            Fuchs
            • 10.06.2004
            • 1016

            • Meine Reisen

            #65
            Tag 12 (11.09.)
            Es tat wirklich gut mal wieder mit Optimismus und Zuversicht aufzuwachen. Zwar war der Himmel noch bedeckt, aber ich war mir sicher, dass es schon noch aufklaren würde. So machte ich mich voller Zuversicht auf und folgte weiter dem Wanderweg ins Tal hinab.


            Aufbruch bei bedecktem Himmel


            Rödigngsbäcken

            Die Landschaft ging nun langsam vom Birkenwald in einen schönen Misch- bzw. Nadelwald über und mit der Zeit begann sich auch die Sonne mehr und mehr zu zeigen. Herrlich, das war mal ein Naturgenuss. Kurz vor Fatmomakke machte ich dann nochmal eine längere Pause am Seeufer des Kultsjöns und genoss den Anblick auf diesen schönen See, der von waldigem Ufer und moderaten Hügeln umgeben war. Nur die Sonne wollte sich immer noch nicht so richtig durchsetzen. Aber würde bestimmt noch kommen.


            Tjeehpesjohke


            Nadelwald


            Kultsjön


            War schon sehr idyllisch hier am Ufer.

            Fatmomakke selbst war eine kleine Ansammlung von einigen Häusern und Campingstellen. Von einem echten Dorf konnte man eigentlich nicht sprechen. Und jetzt begann auch erstmal ein etwas langweiligerer Abschnitt. Und zwar galt es nun für ca. 3,5 km einer Straße zu folgen. Ließ sich halt leider nicht vermeiden, aber immerhin kommt ich da gut und schnell voran.


            Straße bei Fatmomakke


            Ein Highlight war der Abschnitt gewiss nicht.

            Am Ausfluss zwischen dem Gikasjön und dem Kultsjön machte ich dann meine Mittagspause. Es war doch ein wenig befremdlich im Gras zu sitzen und etwas zu schmausen, während ab und zu Autos vorbeifuhren. Da kommt natürlich kaum Wildnisfeeling auf. Außerdem machte ich mir ein bisschen Gedanken über den weiteren Verlauf heute. Demnächst würde ich zum Stoere Geamoenvaellie aufsteigen müssen. Das bedeutete aber wieder ein gutes Stück querfeldein durch'n Wald. Irgendwie hatte ich da grad keine Lust drauf, hatte ich bei dieser Tour doch schon einige bewaldete Täler zu durchqueren gehabt. Dies war tatsächlich ein Aspekt der mir rückblickend bei der Tour nicht so gut gefallen hat. Gemütlich durchs Kahlfjäll zu wandern ist halt allemal leichter als regelmäßig abzusteigen und querfeldein durch Wald zu latschen. Ich motivierte mich zum Weiterwandern mit dem Gedanken, dass dies der letzte Querfeldein-Waldabschnitt werden würde.


            Ausfluss vom Gikasjön in den Kultsjön


            Mittagspause an der Straße

            Und bereits kurze Zeit später, bei einer größeren offenen Sumpffläche, beschloss ich es anzugehen. Der Wald war hier nicht so dicht wie befürchtet und gestärkt durch die Mittagspause hatte ich auch gut Energie getankt, die ich jetzt in den Aufstieg stecken konnte. So ging dieser erstaunlich flott vonstatten und war spaßiger als gedacht. Bereits 40 Minuten später war ich schon wieder aus dem Wald draußen. Ich lief noch bisschen weiter und stellte dann erstmal meinen Rucksack ab um mich anschließend ausgiebig der Landschaft zu widmen. Eine wunderbare Aussicht bot sich mir hier, mit ausgestreckten Wäldern, mehreren Seen und ein paar höheren Bergen. Für solch einen Anblick lohnt es sich definitiv auch mal ein bisschen querfeldein durch'n Wald zu latschen. 😉


            Hier sollte es jetzt hoch gehen.


            Beim Aufstieg im Wald


            Blick Richtung Marsfjäll. Hat mich ein wenig an Lapporten erinnert.


            Blick nach Süden Richtung Borgafjällen


            Ja da kommt Freude auf. 😀

            Nun war ich wieder in richtiger Hochstimmung. Jetzt galt es noch den Stoere Geamoenvaellie zu besteigen und anschließend dem Höhenrücken in nordwestlicher Richtung zu folgen. Eine angenehme und leichte Panoramaroute sollte dies werden. Allerdings stellte ich fest, dass vom schönen Wetter irgendwie nichts mehr übrig war. Der Himmel war nun vollständig bedeckt und ein starker Wind zehrte an meinen Kräften. Immerhin sorgte eine größere Rentiergruppe für angenehme Erheiterung. Ständig liefen sie in meiner Laufrichtung vor mir weg, warteten dann irgendwo in der Nähe auf mich, nur um dann wieder Reißaus zu nehmen. Auf die simple Idee einfach in Gegenrichtung wegzulaufen sind die Viecher nicht gekommen. 😂


            Gemütliches Wandern übern Höhenrücken


            Blick nach Norden...


            ...und nach Süden


            Oh guten Tag die Herrschaften


            Und tschüss


            Am Govkije mit Blick nach Norden

            Aber trotz der Erheiterung, die Strecke zog sich und so langsam fühlte ich mich ziemlich ausgelaugt und schleppte mich eher lustlos voran. An einem kleinen See zwischen dem Govkije und dem Båajmetje beschloss ich dann mein Zelt aufzustellen. Mittlerweile war es richtig ungemütlich geworden und ich war froh mich jetzt endlich ins warme Zelt verziehen zu können. Etwas enttäuscht war ich ja schon, dass der Wetterbericht heute nicht ganz das gehalten hat, was er eigentlich versprochen hatte.


            Der kleine See dort vorne sollte mein Ziel für heute sein.


            Geschafft


            Schnell noch das Zelt aufgestellt...


            ...und mich anschließend zum Essen erstmal drin verkrochen.


            Abendstimmung um 20.15 Uhr

            Kommentar


            • Mortias
              Fuchs
              • 10.06.2004
              • 1016

              • Meine Reisen

              #66
              Tag 13 (12.09.)
              Der heutige Morgen hat mir endgültig klar gemacht, dass der Wetterbericht (in den ich solche Hoffnungen gesetzt hatte) leider nicht zutreffend war. Es stürme immer noch, war nur knapp über Null Grad warm, die Wolken hingen tief und ab und zu ergoss sich ein Regenschauer. Ein richtiges Ekelwetter war dies, bei dem ich am liebsten überhaupt nicht mein Zelt verlassen hätte. Es hat mich echt Überwindung gekostet, aber um Viertel vor 12 lief ich dann endlich los.


              Zum Aufbruch schien sogar kurz die Sonne. Hielt aber leider nicht lange an.


              Meine Freunde von gestern haben sich auch mal wieder blicken lassen. 😉

              Kurzzeitig war sogar die Sonne zu sehen, aber der erste Schauer hat nicht lange auf sich warten lassen. War ja irgendwie auch nicht anders zu erwarten. Ansonsten ging es immerhin recht leicht voran, bis dann am Ende des Höhenrückens, am Mehkientjahke, ein etwas steilerer Abstieg wartete. An der falschen Stelle hätte es durchaus kritisch werden können, aber zum Glück war es nicht schwer eine leichte Abstiegsroute zu finden.


              Miese Wetterbedingungen


              Wechselspiel aus Sonne und Regen


              Und da kommt auch schon der nächste Schauer.


              Blick zum Lill-Grasan


              Beim Abstieg vom Höhenrücken

              Anschließend durchquerte ich einen kleinen Birkenwaldabschnitt, bis es dann zur nächsten Passhöhe auf 1000 m hochgehen sollte. An einem kleinen Bach, der halbwegs windgeschützt lag, beschloss ich aber erstmal meine Mittagspause einzulegen. Ich holte also mein Essen raus und begann zu schmausen, als sich auf einmal die Pforten des Himmels öffneten und einen heftigen Schauer über mich ergießen ließen. Super, genau zu dem Zeitpunkt wo ich etwas durchschnaufen wollte und zudem auch gerade meinen Rucksack geöffnet hatte. In Windeseile stopfte ich mir jetzt das Essen rein, packte alles zusammen und lief, lauf fluchend, weiter. Ich denke mal, das war so ziemlich der absolute Tiefpunkt bisher auf dieser Tour. So nen starken Schauer hatte ich bisher selten im Fjäll gehabt. Und dummerweise hielt meine Regenjacke ja nicht mehr so gut dicht. Das machte sich jetzt natürlich unangenehm bemerkbar. Wirklich einfach nur widerlich das Ganze. 😩


              Blick zur nächsten Passhöhe zwischen Loesvarentjahke und Gilmehtje


              Mittagspause. Gerade als ich mein Essen ausgepackt habe...


              ...kam der Regenschauer. Wirklich ganz schlechtes Timing. 😖


              Blick zurück. Das war echt mal ein ziemlich heftiges Unwetter.

              Wenigstens war der Schauer nur von kurzer Dauer und nach ca. 20 Minuten hörte es gänzlich auf zu regnen. Kurze Zeit später kam sogar die Sonne raus und ich beschloss erstmal den Rucksack abzusetzen und zu versuchen meine Sachen etwas zu trocknen. Oh Mann, was für ein Erlebnis. Immerhin konnte ich mich nun etwas erholen und aufwärmen. Am Horizont waren zwar immer noch dunkle Wolken zu sehen, aber hier schien es sich jetzt erstmal beruhigt zu haben.


              Die Pause habe ich echt gebraucht.


              So sah das doch schon gleich wieder deutlich freundlicher aus.


              In süd-östlicher Richtung kam noch einiges runter. Wie gut, dass es immerhin bei mir jetzt trocken war.

              Wenig später, kurz nachdem ich den Loesejaevrie passiert hatte, stand ich dann endlich auf der Passhöhe. Hier waren auch wieder Wintermarkierungen vorhanden, die nun in fast einer graden Linie sukzessive bergab führten. Ein wenig fühlte ich mich da an gestern Nachmittag erinnert, als ich ebenfalls nach einem schweren und regenreichen Anstieg zur Passhöhe anschließend trockenen Fußes auf der anderen Seite gemütlich absteigen konnte. Erleichterung und Entspannung machten sich breit. Ich erwischte mich sogar bei der naiv-optimistischen Hoffnung, dass dieser Schauer vielleicht ja der letzte auf meiner Tour gewesen sein könnte. Ein Gedanke mit dem ich mich durchaus anfreunden konnte.


              Loesejaevrie


              Passhöhe auf ca. 1030 Höhenmetern


              Gemütlicher Abstieg


              Blick zurück zum Pass


              Herbstimpressionen. Bei den drei kleinen weißen Linien hinten handelt es sich übrigens um Windräder bei Klimpfjäll.


              Kleines Waldgebiet. Wäre es nicht so früh am Tage gewesen, hätte ich vermutlich hier mein Zelt aufgeschlagen.

              Weiter unten, in der Talsohle, galt es dann ein kleines Sumpfgebiet zu durchqueren. Bisschen feucht war es, aber da war ich nun doch schlimmeres gewohnt. Anschließend stieß ich auf einem markierten Wanderweg, den sogenannten Norgefararleden (nach Norwegen wollte ich dabei natürlich nicht). Für heute brauchte ich jetzt nur noch gemütlich diesem Weg zu folgen, der mich größtenteils am Waldrand und durch lichte Waldabschnitte führen würde.


              Sah irgendwie die ganze Zeit über nach Regen aus. Aber blieb tatsächlich trocken.


              In der Talsohle mit Blick zurück zum Pass


              Norgefararleden


              Hier kam ich gut voran.

              Und während ich entspannt dem Weg folgte und mein Auge über die herbstlich anmutende und leicht trübe wirkende Wald- und Sumpflandschaft streifen ließ, machte sich eine tiefe Freude und Zufriedenheit in mir breit. Dies war mal wieder das klassische Gefühl von innigem Naturgenuss, was mir bei meinen Touren immer das besondere i-Tüpfelchen gibt. Zugegeben hatte ich das auf dieser Tour bisher viel zu selten erlebt (verglichen mit früheren Touren). Nicht weil die Landschaft nicht ansehnlich genug gewesen wäre, sondern einfach weil die äußeren Bedingungen meist einfach so unangenehm waren, dass ich schlichtweg nicht die tiefe Ruhe und Entspanntheit gefunden habe, die ich jetzt endlich mal wieder erleben durfte. Schade eigentlich.


              Herbstwald


              Auf dem Foto mag es relativ unspektakulär aussehen, aber mir hat dieser Ausblick extrem Freude bereitet.


              Ein paar Sümpfe gab es auch. Waren bei dem Wanderweg aber kein Problem.


              Sumpflandschaft mit Östra Fjällfjället im Hintergrund

              Gegen 19 Uhr, als ich gerade einen kleinen Bach passierte, beschloss ich es für heute gut sein zu lassen und mir eine Campstelle zu suchen. Hier im Wald war das gar nicht so einfach, da der Boden meist sehr uneben und auch dicht bewachsen war. Ein bisschen Geduld und Kreativität hat es mich schon gekostet, um dann endlich einen halbwegs brauchbaren Platz zu finden. Geschafft. Viel zu sehen gab es hier jetzt aber leider nicht, da es mittlerweile schon begann dunkel zu werden. Ja die Tage wurden spürbar kürzer. Und als ich dann, nach dem Abendbrot, gemütlich im Schlafsack lag, begann es langsam zu regnen. Erst waren es nur ein paar Tropfen, aber kurze Zeit wieder ein richtig saftiger Schauer, der sich auch richtig schön einregnete. Meine Hoffnung von vorhin, dass jetzt nichts mehr runterkommen würde, wurde also bitter enttäuscht. Ehrlicherweise hat mich das jetzt aber auch nicht allzu sehr überrascht.


              Halbwegs tauglicher Zeltplatz


              Abendlicher Blick aufs Västra- und Östra Fjällfjället. Also hinsichtlich der Namensgebung für die beiden Gebirgsmassive musste ich mich ja schon ein klein wenig wundern. 🙄


              Nächtlicher Regenguss. Wie gut, dass ich nun bereits im Schlafsack lag.

              Kommentar


              • Ljungdalen
                Fuchs
                • 28.08.2017
                • 1476

                • Meine Reisen

                #67
                Zitat von Mortias Beitrag anzeigen
                Fatmomakke selbst war eine kleine Ansammlung von einigen Häusern und Campingstellen. Von einem echten Dorf konnte man eigentlich nicht sprechen.
                Wie jetzt ? Und du warst nicht bei dem Saami-Kirchdorf? Also bei der Kirche, am südlichen Ufer der Bucht, mit kleinem Museum sogar (ok, womöglich im September meist geschlossen)?! Siehe hier oder hier? (...im deutschen Flyer ist gar von "einmalig in der Welt" die Rede!)

                Kommentar


                • berniehh
                  Fuchs
                  • 31.01.2011
                  • 1776

                  • Meine Reisen

                  #68
                  Die Gegend gefällt mir super. Auch die Herbstfarben
                  www.trekking.magix.net

                  Kommentar


                  • Mortias
                    Fuchs
                    • 10.06.2004
                    • 1016

                    • Meine Reisen

                    #69
                    Zitat von Ljungdalen Beitrag anzeigen

                    Wie jetzt ? Und du warst nicht bei dem Saami-Kirchdorf? Also bei der Kirche, am südlichen Ufer der Bucht, mit kleinem Museum sogar (ok, womöglich im September meist geschlossen)?! Siehe hier oder hier? (...im deutschen Flyer ist gar von "einmalig in der Welt" die Rede!)
                    Hüsterchen, jetzt wo Du es sagst, sehe ich grad, dass ich da wohl ein klein wenig Dummtüch geredet habe. Habe die Kirche sogar vom Seeufer aus gesehen. Aber hab ehrlich gesagt nicht mit dem Gedanken gespielt da nen Umweg extra für einzulegen. Und als ich dann die Straße erreicht habe, wirkten die paar Häuser, an denen ich vorbeikam, halt wie eine kleine Ansammlung aber eben nicht wie ein Dorf. Die Kirche und die anderen Häuser am Seeufer hatte ich da schon wieder vergessen gehabt. Ich wollte halt nur die Straße möglichst schnell hinter mich bringen und fertig.

                    Zitat von berniehh Beitrag anzeigen
                    Die Gegend gefällt mir super. Auch die Herbstfarben
                    Ja danke danke. Fand die Herbstfarben auch sehr schick. Ich wünschte nur, ich hätte sie öfter bei etwas freundlicheren Wetterbedingungen bewundern können.

                    Kommentar


                    • Mortias
                      Fuchs
                      • 10.06.2004
                      • 1016

                      • Meine Reisen

                      #70
                      Tag 14 (13.09.)
                      Durch den Regen über Nacht war der Wald war richtiggehend vollgesogen mit Feuchtigkeit. Außerdem hingen die Wolken immer noch tief und versprachen daher triste Stimmung. Wer benötigt denn bitteschön auch schönes Wetter? Ich anscheinend ja nicht. Naja, dafür brauchte ich jetzt zumindest erstmal nur gemütlich dem Wanderweg weiter durch den Wald zu folgen. Immerhin keine allzu großen Herausforderungen. Andererseits war der Wald (gerade bei dem Wetter) doch etwas eintönig und langweilig.


                      Feuchtes Zelt nach einer durchregneten Nacht


                      Trübe Stimmung am Morgen


                      Immerhin hat sich zweitweise die Sonne hin und wieder blicken lassen.


                      So ein herbstlicher Birkenwald ist schon ein schicker Anblick.

                      Bereits eine halbe Stunde später kam ich dann in Klimpfjäll an. Ein bisschen größer als Kittelfjäll war der Ort schon, aber auch hier steppte nicht wirklich der Bär. Außerdem war heute Sonntag und der Dorfladen hatte geschlossen. Schade, ich hätte mir sonst gerne ein paar Schokoriegel als Snack gegönnt.


                      Klimpfjäll


                      Hier endet bzw. beginnt dann übrigens der Norgefararleden.

                      Für die nächsten 3 km musste ich nun erstmal der Straße folgen (bei dieser Straße handelte es sich übrigens um den berühmten Vildmarksvägen). Sorgen bereitete mir dabei der Blick auf die andere Seite vom Kultsjön. Von den Bergen war nämlich rein nichts zu sehen. Alles war in den Wolken verschwunden, der Wind pfiff ordentlich und die gelegentlichen Regenschauer machten auch nicht gerade Mut. Mein Gesamtziel der Tour bestand darin es bis übermorgen nach Saxnäs zu schaffen. Dafür musste ich heute aber noch einige Kilometer durchs Norra Borgafjällen laufen, was halt komplett in den Wolken hing. Ein älterer Schwede begegnete mir und fragte mich wo es denn hinginge. Da er sehr stark nuschelte (und mein Schwedisch auch nicht grad das Beste ist) verstand ich nicht allzuviel von dem was er sagte. Nur, dass er etwas von einer Hütte in 10 km Entfernung erwähnte. Hatte ich so gar nicht auf dem Plan gehabt, aber ich wollte ja eh schon vorher nach Osten abbiegen, so dass die Info für mich eigentlich nicht relevant war. Eigentlich...


                      Unterwegs auf dem Vildmarksvägen


                      Blick nach Süden


                      Kultsjön

                      Endlich verließ ich die Straße und traf wieder auf den Wanderweg. Auf einen relativ breiten und gut ausgetretenen Weg ging es nun leicht bergauf. Eigentlich wäre das ein entspanntes Wandern gewesen, wenn es nicht, seitdem ich die Brücke übern Saxån überquert habe, in einer Tour durchgeregnet hätte. Richtig unangenehm war das. Aber es sollte noch ekliger werden als ich den Wald verließ und in die offene Tundra trat. Hier im Borgafjäll tobte ein richtiger Orkan. War es ja schon die vorigen Tage oftmals sehr windig, so war das doch nichts im Vergleich zu dem was mich nun hier erwartete.


                      Welch passender Name 😉


                      Saxån


                      Schön breiter Wanderweg


                      Wenn denn nur das Wetter nicht so eklig gewesen wäre.


                      Orkan im Borgafjäll

                      Viel zu sehen gab es hier oberhalb der Baumgrenze nicht. Der Regen durchnässte meine Jacke, mir war kalt und dank des Sturms musste ich einiges an Kraft aufbieten um überhaupt vernünftig voranzukommen. Es war echt zum Verzweifeln. Was trieb ich hier nur? Ich dachte ja ich hätte bereits gestern, als meine Mittagspause so jäh unterbrochen wurde, meinen absoluten Tiefpunkt erreicht. Aber ich wurde leider eines besseren belehrt. So einen schlimmen Sturm hatte ich bisher noch nie im Fjäll erlebt. Das einzige was mich jetzt noch antrieb war die Hütte, die der ältere Schwede vorhin erwähnt hatte. Diese versprach mir einen sicheren Unterschlupf. Sofern sie denn geöffnet hatte. Ich mochte mir gar nicht ausmalen was sonst mein Plan B wäre. Selbst wenn mein Akto unter Umständen im aufgestellten Zustand dem Sturm (vielleicht) hätte trotzen können, so wollte ich es lieber nicht drauf ankommen lassen. Zumal ich es ja erstmal aufbauen müsste, und das erschien mir bei den Bedingungen völlig unmöglich. Und selbst wenn es mir gelungen wäre, so hätte ich mich mit klitschnassen Sachen ins Zelt zwängen müssen ohne eine Möglichkeit zu haben diese wirklich trocknen zu können. Kein sonderlich angenehmer Gedanke.


                      Am Tiefpunkt angelangt


                      Blick nach Westen. Wie gesagt, viel zu sehen gab es nicht.


                      Sjliptjehke

                      Ich bin zwar grundsätzlich kein allzu großer Fan von Hütten, aber dieses Mal stand mein Entschluss fest. Ich würde die Hütte ansteuern. Nach etwa 1,5 Stunden mühsamen Wanderns im Sturm sah ich dann endlich die ersehnte Hütte (es handelt sich hierbei übrigens um die Slipsikstuga). Und sie war geöffnet, sauber und in einem ordentlichen Zustand. Bewirtschaftet war sie um diese Jahreszeit nicht mehr und auch sonst war niemand da, so dass ich den Schlafraum komplett für mich allein hatte. Nachdem ich meine nassen Sachen alle aufgehängt hatte, hab ich dann erstmal im Ofen ein kleines Feuerchen angezündet. Herrlich, das tat echt gut. Anschließend holte ich meine Mittagspause nach. Es war nun schon 16 Uhr und ich hatte bisher (mit Ausnahme eines Müsliriegels) noch nichts gegessen. Aber bei dem Schietwetter draußen hat sich auch einfach keine Möglichkeit dazu geboten.


                      Slipsikstuga


                      Endlich saß ich im Trockenen und konnte die nassen Sachen ablegen.


                      Der Ofen war echt Gold wert und hat die Hütte angenehm gewärmt.

                      Ich beschloss jetzt erstmal mich ein bisschen in der Hütte aufzuwärmen und abzuwarten ob der Sturm sich vielleicht doch noch legen würde. Denn wenn ich wirklich die restlichen 32 km bis Saxnäs schaffen wollte, wäre es schon hilfreich heute noch ein bisschen weiterzukommen. Allerdings dachte der Sturm überhaupt nicht ans Aufhören, so dass ich mich letztendlich dazu entschied auch die Nacht hier zu verbringen. Ehrlich gesagt war mich das durchaus recht. Es war einfach ein unglaublicher Luxus jetzt einen warmen und trockenen Platz zu haben. Ich war wirklich heilfroh und dankbar, dass es hier die Hütte gegeben hat. Ansonsten hätte ich wohl umkehren und nach Klimpfjäll zurücklaufen müssen. Aber so gab es noch Hoffnung für morgen. Sollte sich das Unwetter über Nacht legen, so würde ich morgen einfach sehr früh aufbrechen und dann einen kleinen Gewaltmarsch einlegen. Das wäre sogar eine durchaus interessante Herausforderung für den Abschluss der Tour. Wenn der Sturm sich denn mal legt. Beim Einschlafen war jedenfalls noch nichts davon zu merken. Dafür war das Bett herrlich bequem.


                      Wegweiser an der Slipsikstuga


                      Auf dem Sjliptjehke waren sogar kleine Wellen zu erkennen.


                      Ich möchte mir echt nicht ausmalen wie es wohl gewesen wäre bei diesen Bedingungen das Zelt aufzuschlagen.


                      Gemütlicher Hüttenabend. Hatte auch mal seinen Charme. 🙂


                      Abends um 20.30 Uhr. Eine Wetterbesserung war definitiv nicht auszumachen.

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                      • oesine63
                        Erfahren
                        • 27.11.2013
                        • 393

                        • Meine Reisen

                        #71
                        Oi oi oi, da leidet man ja richtig mit beim Lesen!

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                        • Fjaellraev
                          Freak

                          Liebt das Forum
                          • 21.12.2003
                          • 13835

                          • Meine Reisen

                          #72
                          Oh Mann dir bleibt ja auch gar nichts erspart.
                          Ich hatte da ja auch nicht gerade Bombenwetter - sprich Nebel, Regen und Wind - aber doch noch deutlich besser als bei dir.
                          Auf den eigentlich angedachten Nachmittagsausflug auf den Avtseje habe ich dann auch verzichtet und den Nachmittag lieber in der Slipsikstuga verbracht.
                          Die Hütte ist übrigens, wie alle Hütten entlang des Lapplandsleden, das ganze Jahr ohne Bewartung offen und der Preis für die Übernachtung so günstig dass ich wenn immer möglich die Hütten genutzt und mein Akto eingepackt gelassen habe.
                          Da ich ja selber von der Slipsikstuga rüber nach Saxnäs gelaufen bin - und von dort dann mehr oder weniger nach Fatmomakke getrampt - interessiert es mich natürlich welche Route du dir da überlegt hattest. Ich bin, auch weil eine Frage danach auf Utsidan im Raum stand, dem Pfad gefolgt der auf der Karte bis zum Övre Fiskonsjön eingezeichnet ist, es sind eigentlich nur alte Röser, der von dort aber noch weiter geht bis er auf den "Pfad" südlich des Rukiesvaartoe trifft. Ich bin dann dem Satsån entlang bis zum Weg von Borgafjäll und so nach Saxnäs

                          Gruss
                          Henning
                          Es gibt kein schlechtes Wetter,
                          nur unpassende Kleidung.

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                          • Mortias
                            Fuchs
                            • 10.06.2004
                            • 1016

                            • Meine Reisen

                            #73
                            Zitat von oesine63 Beitrag anzeigen
                            Oi oi oi, da leidet man ja richtig mit beim Lesen!
                            Oh danke danke. Dann ist es mir beim Schreiben anscheinend ganz gut gelungen mein Leiden glaubwürdig rüberzubringen.

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                            • Mortias
                              Fuchs
                              • 10.06.2004
                              • 1016

                              • Meine Reisen

                              #74
                              Zitat von Fjaellraev Beitrag anzeigen
                              Die Hütte ist übrigens, wie alle Hütten entlang des Lapplandsleden, das ganze Jahr ohne Bewartung offen und der Preis für die Übernachtung so günstig dass ich wenn immer möglich die Hütten genutzt und mein Akto eingepackt gelassen habe.
                              Da ich ja selber von der Slipsikstuga rüber nach Saxnäs gelaufen bin - und von dort dann mehr oder weniger nach Fatmomakke getrampt - interessiert es mich natürlich welche Route du dir da überlegt hattest. Ich bin, auch weil eine Frage danach auf Utsidan im Raum stand, dem Pfad gefolgt der auf der Karte bis zum Övre Fiskonsjön eingezeichnet ist, es sind eigentlich nur alte Röser, der von dort aber noch weiter geht bis er auf den "Pfad" südlich des Rukiesvaartoe trifft. Ich bin dann dem Satsån entlang bis zum Weg von Borgafjäll und so nach Saxnäs
                              Ja über den Preis kann ich mich echt nicht beschweren. Hat gerade mal 100 SEK gekostet. Meines Wissens ist das für schwedische Verhältnisse echt günstig. Von der Route her war mein Plan übrigens diesem Trampelfpad beim Övre Fiskonsjön zu folgen. Nur wollte ich ursprünglich bereits vor der Slipsikstuga nach Osten abbiegen und übern Vinhtsegovre Pass laufen um dann am Südufer des Aavtoejaevrie auf den Pfad stoßen. Anschließend wollte ich weiter östlich, wenn der Pfad sich gabelt, die südliche Variante nehmen, die länger durchs Kahlfjäll führt und darüber dann nach Saxnäs. Naja, wer sich zu Beginn meines Berichts die Route angeschaut hat, wird feststellen, dass daraus wohl nichts geworden ist.

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                              • Mortias
                                Fuchs
                                • 10.06.2004
                                • 1016

                                • Meine Reisen

                                #75
                                Tag 15 (14.09.)
                                Den gestern gefassten Plan konnte ich leider begraben. Wirklich viel geändert hat sich nämlich nicht am Wetter. Falls überhaupt, dann hat der Wind lediglich nur geringfügig nachgelassen. Aber die Regenwolken waren immer noch da. Und bei den Bedingungen hatte ich wirklich keine Lust auf nen Gewaltmarsch. Also kam nur noch Plan B in Frage, und zwar die Rückkehr nach Klimpfjäll. Zum Glück hatte ich in weiser Voraussicht die Busfahrt bereits ab dort gebucht. So war es jetzt echt angenehm eine sichere und leicht zu schaffende Alternative vor Augen zu haben.


                                Nächster Morgen, gleiches Wetter


                                Aber immerhin Wind war nicht mehr ganz so stark wie gestern.


                                Und ab und zu ließ sich auch mal die Sonne blicken.

                                Da ich jetzt aber auch mehr als ausreichend Zeit hatte, beschloss ich mit dem Aufbruch erstmal abzuwarten. Vielleicht würde sich das Wetter ja noch etwas bessern. Und Zeitdruck hatte ich nun bei weitem nicht. Um mir die Zeit zu vertreiben hackte ich im Nebengebäude ein wenig Holz. Da ich ja eh einiges verfeuert hatte, war es nur recht und billig hier für Nachschub zu sorgen. Und ehrlich gesagt machte das richtig Spaß. Am späten Vormittag zeichnete es sich dann langsam ab, dass der Sturm sich legte und es wurde ein wenig freundlicher. Ich verzehrte noch mein Mittagsessen, putzte gründlich und verließ dann gegen halb 3 die Hütte.


                                Wenn die Sonne in die Hütte hinein scheint fällt mir der Aufbruch doch gleich viel leichter. 😉

                                Nun ging es also den gleichen Weg zurück den ich gestern hergekommen bin. Allerdings in deutlich entspannterer Stimmung. Es regnete kaum noch und stürmte auch nur noch moderat. Hin und wieder ließ sich sogar die Sonne sehen. Aber was das angenehmste war: Ich hatte keinerlei Druck mehr, sondern ein leichtes Ziel vor Augen mit der Aussicht, dass die Plackerei dann bald ein Ende haben würde. So konnte ich die Landschaft jetzt mit ganz anderen Augen sehen und mir ausmalen wie es wohl gewesen wäre bei „normalen“ Bedingungen diese Hochebene zu durchwandern. Hätte sicherlich Spaß gemacht. Und ein wenig nagte dann schon der verletzte Ehrgeiz an mir die Tour nicht bis zum Ende durchgezogen zu haben. Aber auch wirklich nur ein klein wenig.


                                Los geht's.


                                Sjliptjehke im Sonnenlicht


                                Regenschauer übern Sjliptjehke. Währte aber zum Glück nur kurz.


                                Und der Regenbogen ließ auch nicht lange auf sich warten.


                                Blick nach Norden


                                Direkter Vergleich zu gestern: Sonniger war es zwar schon, aber wirkliche Fernsicht hatte ich trotzdem nicht.

                                Von daher genoss ich meine letzten Kilometer durchs Kahlfjäll (ein bisschen Melancholie macht sich schon breit), bevor es dann wieder in den Wald ging. Dieser zeigte mir an einigen Stellen dann nochmal die ganze Schönheit des Herbstes, bevor es dann auf die Straße ging. Gegen 17 Uhr war ich wieder zurück in Klimpfjäll, wo morgen der Bus abfahren würde. So ganz ausgelastet fühlte ich mich aber grad nicht. Also beschloss ich noch einen kleinen Abstecher auf den Vajeklimpen, den Hausberg von Klimpfjäll, zu machen.


                                Teilweise war der Wanderweg durch die starken Regenfälle doch etwas überschwemmt.


                                Herbstlicher Birkenwald. Interessant ist der direkte Kontrast zu dem Südhang auf der gegenüberliegenden Seite, wo die Bäume noch deutlich grüner sind.


                                An so nem Anblick kann ich mich eigentlich nie sattsehen.


                                Vor allem noch in Kombination mit einer kleinen Sumpffläche. Wunderschön. 😎


                                Blick Richtung Klimpfjäll

                                Der Hügel selbst war schnell bestiegen und oben wurde ich dann von einem herrlichen Ausblick über den Kultsjön überrascht, während die tiefer stehende Sonne ihr wärmendes Licht durch die Wolken warf und nochmal für eine zauberhafte Stimmung sorgte. Ich muss sagen das war mehr als ich erwartet hätte. Ein sehr versöhnlicher Abschluss, besonders nach den vielen Enttäuschungen zuvor. Ich fand, dass ich das durchaus verdient hatte. 😁


                                Ausblick vom Vajeklimpen auf den Kultsjön. Hat nochmal für gute Stimmung gesorgt.


                                Rasthütte kurz unterhalb des Gipfels. Hatte aber geschlossen.


                                Hier übrigens nochmal die letztens erwähnten Windräder von Nahem.


                                Einen kleinen Skilift gab's hier auch. Klimpfjäll ist halt ein Wintersportgebiet.


                                Tolle Lichtstimmung


                                Abendsonne gegen 18:20 Uhr

                                Nachdem ich mich an dem Ausblick ausgiebig satt gesehen hatte, beschloss ich am Osthang abzusteigen, um dann irgendwo am Durrienjohke außerhalb des Ortes mein Zelt aufzuschlagen. Wenigstens ein bisschen Wildnisgefühl wollte ich jetzt noch genießen, bevor es wieder zurück in die Zivilisation ging.


                                Blick Richtung Östra Fjällfjället


                                Abstieg entlang der Skipiste


                                Durrienjohke

                                Am Fluss hat es dann noch recht lange gedauert, bis ich endlich eine halbwegs geeignete Stelle ohne zuviel Unterholz gefunden hatte. Erst gegen halb 8 stellte ich mein Zelt auf und als ich endlich alles fertig hatte, war es bereits dunkel. Aber egal, ich hatte es geschafft und freute mich nur darüber jetzt endlich fertig zu sein. Mit dieser Etappe und auch im Großen und Ganzen mit der Tour.


                                Durrienjohke im Abendlicht


                                Letzter Zeltplatz auf dieser Tour

                                Kommentar


                                • Mortias
                                  Fuchs
                                  • 10.06.2004
                                  • 1016

                                  • Meine Reisen

                                  #76
                                  Tag 16 (15.09.)
                                  Kaum zu glauben, aber heute schien doch tatsächlich mal die Sonne. Was für eine Begrüßung. Richtig freundlich und wunderbar idyllisch sah es nun im herbstlichen Birkenwald aus. Und ich konnte endlich mal wieder ganz genüsslich außerhalb des Zeltes sitzen und mein Frühstück verzehren. Auf dieser Tour war dies tatsächlich erst das zweite Mal. Da saß ich also nun in der milden Herbstsonne und blickte auf den kleinen Wasserfall vor mir. Welch eine herrliche Szenerie, die eigentlich Lust darauf machte aufzubrechen und die Natur zu durchstreifen. Aber nun war ich leider am Ende der Tour angekommen und musste somit auch von dem Gedanken Abschied nehmen.


                                  Herrlicher Morgen


                                  Zwar hingen immer noch ein paar dunkle Wolken über den Bergen, aber insgesamt sah es doch deutlich freundlicher aus als die Tage zuvor.


                                  Wirklich ein Genuss hier mein Frühstück zu verzehren. 😎

                                  Da ich bis zur Abfahrt des Busses am frühen Nachmittag noch ausreichend Zeit hatte, beschloss ich noch ein wenig durch die Gegend zu spazieren. Ich wollte einfach nochmal intensiv die herbstliche Landschaft und die ganze Stimmung in mich aufnehmen. Das tat echt gut. Was hätte ich darum gegeben häufiger morgens solche Bedingungen vorzufinden. Aber andererseits war ich echt dankbar dafür es wenigstens jetzt zum Abschluss nochmal zu haben.


                                  Herbstlicher Birkenwald


                                  Durrienjohke (mit Blick nach Süden)


                                  Sumpflandschaft

                                  Gemütlich packte ich anschließend meine Sachen zusammen und setzte mir um halb 12 zum letzten Mal den Rucksack auf. Gerade mal zwei Kilometer hatte ich heute noch zu laufen. Und trotzdem bin ich auf dem Abschnitt mehr Leuten begegnet als auf der gesamten Tour (die Schulklasse mal ausgenommen).


                                  Trollstigen


                                  Letzter Blick auf den Durrienjohke

                                  Und dann war ich schon wieder in Klimpfjäll. Im Dorfladen kaufte ich nochmal bisschen Essen ein und warte dann draußen auf den Bus, der demnächst dort ankommen würde. Ich war froh jetzt immerhin bei sonnigem Wetter hier sitzen zu können. Aber ebenso war ich erleichtert, dass die Tour nun zu Ende war. Es war in der Summe doch sehr kraftraubend und am Ende freute ich mich endlich im Bus sitzen zu können und die Landschaft an mir vorbeiziehen zu sehen. Nun ging es wieder der Heimat entgegen.


                                  Back to Klimpfjäll


                                  Jetzt hieß es nur noch bisschen auf den Bus zu warten.


                                  Letzter Blick zum Autjoklimpen


                                  Pünktlich um 14 Uhr kam der Bus und nahm mich als einzigen Passagier mit.

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                                  • Mortias
                                    Fuchs
                                    • 10.06.2004
                                    • 1016

                                    • Meine Reisen

                                    #77
                                    Fazit
                                    Bei dieser Tour sind mir im Wesentlichen zwei Dinge klar geworden. Zum einen, dass man auch spontan innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums eine schöne Tour auf die Beine stellen kann und zum anderen, wie stark der Genuss solcher Unternehmungen doch vom Wetter abhängt. So schlechtes Wetter wie auf dieser Tour hatte ich bisher noch nie gehabt. Zwar konnte ich die geplante Strecke größtenteils, so wie geplant durchziehen, aber der Preis dafür war eine häufig empfundene Unentspanntheit.

                                    Mein Tag sah meist so aus bis zum späten Vormittag im Zelt zu bleiben (da es draußen einfach zu ungemütlich war) um mich dann aufzuraffen und ohne häufige und lange Pausen mein Tagespensum abzuspulen. Abends wurde dann das Zelt aufgestellt, drinnen gegessen, ein bisschen gelesen oder Hörbuch gehört bevor ich mich dann wieder Schlafen legte. Was ich bei dem Ganzen oft vermisst habe waren die Momente des Innehaltens und des intensiven Naturgenusses. Etwas, was ich beispielsweise sonst in den vielen Pausen unterwegs oft erlebt hatte, wenn ich mich einfach sorglos hingesetzt habe, die warme Sonne auf der Haut spürte und mich an der Schönheit der Landschaft erfreuen konnte. Zwar gab es auch dieses Mal einige solcher Glücksmomente, doch waren diese deutlich seltener gesät. Viel zu häufig überwog der Frust oder einfach die Lustlosigkeit. Sowas ist natürlich schade.

                                    Landschaftlich war die Tour dafür mal eine angenehme Abwechslung. Eben weil viel Wald dabei war und ich auch durch eine mir noch völlig unbekannte Gegend gelaufen bin. Sowas ist für mich immer viel wert. Andererseits hätte ich mir manchmal schon auch längere Abschnitte durchs Kahlfjäll gewünscht. Zum Ende hin merkte ich, wie mich die regelmäßigen Abstecher durch die bewaldeten Täler dann doch etwas genervt haben (gerade beim Querfeldeinwandern). Ein weiterer Aspekt war noch, dass die Gegend grundsätzlich nicht ganz so wild und unberührt war wie viele Regionen weiter im Norden. Ok, das war mir natürlich im Vornherein klar gewesen, somit wusste ich, was mich erwarten würde. Nur ist für mich das Wildnisempfinden halt schon ein anderes, wenn ich weiß, dass die nächste Straße eben nicht nur ein paar Kilometer weit weg ist.

                                    Positiv überrascht war ich aber davon wie wenig Wanderer ich unterwegs getroffen habe. Abgesehen von der Schulklasse und ein paar Tagestourenwanderern bei Klimpfjäll habe ich unterwegs keinen einzigen anderen Wanderer getroffen. Anscheinend ist die Gegend auch bei den Schweden deutlich weniger frequentiert als gedacht.

                                    Und trotz all der geschilderten Strapazen, in der Summe bin ich glücklich darüber die Tour gemacht zu haben und einfach dankbar, dass sich mir die Möglichkeit dazu ergeben hat. Wo es dieses Jahr hingeht, muss ich noch schauen. Natürlich reizt es mich ungemein meine eigentliche Plan A Tour nachzuholen. Aber aktuell lässt sich ja noch gar nicht abschätzen wie das mit dem Reisen im Sommer aussehen wird. Es bleibt also spannend.


                                    Ende

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                                    • vobo

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                                      • 01.04.2014
                                      • 470

                                      • Meine Reisen

                                      #78
                                      Danke Matthias für den klasse B-Bericht . So stelle ich mir diese mittelschwedischen Landschaften vor, nicht so bergig wie im Norden aber doch noch deutlich hügeliger als in Finnland. Tolle Herbstfarben, aber ein wenig viele Wege für meinen Geschmack waren dabei - und das Wetter hatte ja auch nur B-Werte .

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                                      • TilmannG
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                                        • 29.10.2013
                                        • 868

                                        • Meine Reisen

                                        #79
                                        Auch von mir nochmal ein dankeschön! Gerade im Herbst mag ich die Übergänge zwischen Birken und Kahlfjell (oder Lärchen und Hochgebirge) besonder gern, und das hast du hier superschön präsentiert! Die warmen Herbstfarben haben viel herausgerissen, in diesen beklemmenden Corona-Frühling passen sie irgendwie auch gut.
                                        Ich hoffe, wir sind alle bald wieder freier unterwegs!
                                        Grüße von Tilmann
                                        http://www.foto-tilmann-graner.de/

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                                        • Blahake

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                                          • 18.06.2014
                                          • 847

                                          • Meine Reisen

                                          #80
                                          Also zum Lesen war's kein B-Bericht! 😅 Lieben Dank, dass Du uns hast teilhaben lassen, ohne dass wir selbst nass werden mussten! Den Frust über das Wetter kann ich gut nachvollziehen. Mit das Übelste dabei - schreibst Du ja auch - ist, dass man keine Pausen machen, innehalten und die Landschaft genießen kann. Gehört doch unbedingt dazu, dass man im Fjäll auf einem Stein sitzt, in die Gegend guckt und einfach da ist. Solche Momente machen eine Tour doch maßgeblich aus. Davon hätte ich Dir mehr gegönnt.

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