[BRA] Paddeltour 900km durch das Pantanal, Brasilien 2019

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  • Enja
    Alter Hase
    • 18.08.2006
    • 4191

    • Meine Reisen

    #81
    AW: [BRA] Paddeltour 900km durch das Pantanal, Brasilien 2019

    Dafür beneide ich die Ossi-Kollegen um ihre Russisch-Kenntnisse. Damit kommt man in vielen Weltgegenden sehr, sehr weit. Man kann halt nicht alles können.

    Und genau deshalb würde ich mich auch nicht auf Reisen in Länder beschränken wollen, deren Sprache ich beherrsche.

    Vor einer Reise befasse ich mit der am Ziel benutzten Schrift (wegen der Wegweiser) und lerne die wichtigsten Alltagsfloskeln. Das reicht normalerweise. Für mehr Kommunikation gibt es andere Methoden. Wurden hier schon beschrieben.

    Bei mir mangelt es nicht an Motivation. Ich bin Hobby-Linguistin. Mir macht das immer wieder großen Spaß, zumindest die Strukturen einer zunächst fremden Sprache zu verstehen. Sehr spannend jetzt der Vergleich isländisch-norwegisch. Faszinierend.

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    • solarperplexus
      Erfahren
      • 03.08.2010
      • 230

      • Meine Reisen

      #82
      AW: [BRA] Paddeltour 900km durch das Pantanal, Brasilien 2019

      Vielen Dank für diese interessante Paddelreise. Ein selten ausführlicher Bericht, mit so vielen Infos - große klasse!
      Auch ich freue mich auf die Fortsetzung.

      Die vielen Fotos machen das ganze sehr anschaulich
      Ich hätte trotzdem vermutlich ziemlich Angst gehabt, so eine teure Kamera wie die Sony mit in ein Boot in der Wildnis zu nehmen.

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      • Spartaner
        Alter Hase
        • 24.01.2011
        • 2613

        • Meine Reisen

        #83
        Mittwoch, 25.09.2019, Escola Jatobazinho, 21km
        7:00 Uhr, der leichte Regen hat aufgehört. Das Zelt ist nass, aber es ist nur wenig unter das Zelt gelaufen. Wir stehen relativ spät auf und frühstücken unser Müsli, das seit gestern Abend zum Quellen am Baum hängt.
        Der freundliche Gastgeber kommt mit 3 Tassen Kaffee zu uns rüber. Dann verabschiedet er sich zum Fischen und fährt zusammen mit seiner Frau stromauf.



        Blick von unserem etwas erhöhten Lager über den Fluss:




        Es ist bedeckt, nieselt etwas, in manchen Richtungen regnet es weiter. Nachdem wir die Zelte verpackt haben, fängt es auch bei uns wieder an, richtig zu regnen. Wir sind eigentlich abfahrbereit, stehen aber unter den Schirmen noch unentschlossen herum.

        Als die Besitzer zurückkommen, verabschieden wir uns und legen ab. Start-km 752. Erstmals paddeln wir auf dieser Tour unter Vollschutz, dh die selbstgeschneiderte leichte Spritzdecke ist vollständig aufgezogen und wir sitzen unter den Schirmen. Das zur Trackaufzeichnung weiter laufende Navigations-Smartphone und die Kamera liegen gut verpackt unter Deck, darum gibt es keine Fotos während des Regens.

        Kaum sind wir auf dem Wasser, wird der Regen noch stärker. Uns macht das so nichts aus, wir sitzen trocken. Zeitweise pladdert es richtig heftig. WetterOnline gibt die 50km südlich gelegene Stadt Corumbá mit 4mm Regensumme über den ganzen Tag an, und Kachelmann zeigt in unserem Paddelgebiet Regensummen von 20 - 35mm an. Allerdings ist die Genauigkeit und örtliche Auflösung dieser Daten nicht mit den für Deutschland bekannten Live-Niederschlagssummen vergleichbar, da es hier offenbar keine bodengebundenen Regenradare gibt.

        Die Kachelmann-Messwerte wurden aus Satellitendaten integriert:
        Regensummen Sat-Niederschlag-24h 20190926-0300z.html

        Dabei haben wir offensichtlich noch Glück hier. 100 - 200km weiter nördlich schüttet es heute richtig heftig. Im Pantanal-Nationalpark, den wir vor einer Woche streiften, kommen bis zu 200mm Regen an diesem Tag herunter (Σ24h). Das ist schon ein außergewöhnlicher Regen für diese Jahreszeit!

        Wie sich die Wolken und Niederschlagsgebiete von gestern Mittag bis heute Abend bewegen bzw bewegt haben, kann man auf diesen Abbildungen erahnen: Schnelle Animation und Langsame Animation zum Mitlesen der Zeiten. Da rote Ei markiert unseren derzeitigen Standort. Die Abbildung zeigt die Niederschlagsgebiete nicht besonders dramatisch. Blaue Töne sind normaler Regen, da wo es dunkelblaugrau oder gar rötlichgrau wird, pladdert es heftig. Der Kartenausschnitt ist relativ groß, es ist die gesamte Strecke unserer Paddeltour darauf sichtbar (von Rondonópolis bis Corumbá, die Luftlinie zwischen den beiden Städten beträgt 420km).

        Zeitweise wird der Regen schwächer oder hört mal ganz auf. Dann kann ich auch mal wieder zum Fotoapparat greifen:


        Rio Paraguai mit treibenden Wasserhyazinthen:


        Ufervegetation mit Hochwassermarke:


        Uns nähert sich eines der aktivsten Hotelschiffe auf dem Rio Paraguai, die "Lord do Pantanal":






        Im Schlepptau wieder viele Angelkähne.

        Nach 13km haben wir einen Halbbogen der riesigen Flussschleife geschafft (Map mit dem Track des Tages). Der nächste Halbbogen misst nur noch 7km.
        2km weiter erkennen wir schon von weitem die großen Gebäude einer Fazenda, die auf der Karte unter São João do Jatobazinho geführt wird. Sieht interessant aus, vielleicht ist das die erste nach Art der Gründer noch funktionierende Fazenda.

        Das Google-Satellitenbild vom 20. Januar 2016 zeigt neben einer nicht zugewachsenen Flugpiste 12 offensichtlich intakte Gebäude, 2 Pavillions und einen Pool:


        Am noblen Schwimmsteg liegen mehrere Motorboote fest, darunter ein größerer 15-Sitzer. Ist das eine größere Touristenherberge?

        Wir legen in einer der Buchten im Schwimmsteg an:


        Zwei junge Frauen kommen uns begrüßen. Beide können gut Englisch sprechen, keine Selbstverständlichkeit in Brasilien, wie wir bereits gelernt haben. Wir fragen, um was es sich hier handelt und ob wir uns das Gelände mal anschauen können. Natürlich sind auch die beiden neugierig, was es mit uns auf sich hat.
        Die eine ist die Verwaltungsleiterin der Fazenda (Coordenação Administrativa), Fernanda Sá Vieira (aktuelles, Werdegang), die andere ist die Pädagogische Leiterin (Coordenação pedagógica).

        Tatsächlich wurde früher auf dem Gelände eine Hotel-Fazenda betrieben. Seit 2009 ist hier eine Schule untergebracht.

        Wir vertäuen das Kanu am Steg und machen ein flüchtiges Begrüßungsfoto:


        Anschließend führt uns Fernanda durch das gesamte Gelände und erläutert die Funktion der verschiedenen Gebäude.

        Noch in der Nähe des Steges steht diese Tafel mit einigen Vögeln, die auf dem Gelände beobachtet werden können:


        Auf der Tafel wird die Bedeutung der Vogelbeobachtung erläutert:
        Die Jatobazinho-Schule präsentiert sich als ein wichtiger Raum für die Beobachtung der für das Pantanal repräsentativen Vögel. Es beherbergt mehrere einheimische Arten, die das ganze Jahr über gesichtet werden, sowie wandernde Arten, die nur zu einer bestimmten Jahreszeit im Pantanal beobachtet werden können. Das Pantanal beherbergt etwa 600 Vogelarten, und in dieser Region des Pantanal von Paraguay können wir etwa 300 Arten von Stand- und Zugvögeln beobachten.
        Die Vogelbeobachtung ist aufgrund ihres spielerischen, sensorischen und experimentellen Charakters ein hervorragendes didaktisches Instrument, das vielfältige Möglichkeiten für Arbeitsinhalte und die Prägung der Einstellungen der Schülern bietet. Darüber hinaus beinhaltet die Praxis der Vogelbeobachtung viele Lektionen und entwickelt Fähigkeiten, die die Verbindung des Menschen mit der Natur stärken und die Schüler für die Bedeutung des Schutzes und der Erhaltung der Pantanal-Fauna sensibilisieren. Im Pantanal bringen die Vögel Farbe in die Landschaft, und ihre schönen Symphonien lassen uns nie das Gefühl haben, allein zu sein. Sie sind überall, sehen Sie nur!


        Wir sehen die Klassenräume, den Kunstraum, die Unterkünfte für die Schüler und die für die Lehrer und die Bediensteten, den Speisesaal, die Schulküche, wo die Kinder selber kochen lernen, die Spielbibliothek, die neben vielen Büchern etliche Gesellschaftsspiele bereit hält, und zum Schluss die Orangerie, in der zur Hälfte Früchte und Kräuter für die Küche wachsen, die andere Hälfte ist Schulgarten.



        Klassenzimmer:




        Die Räume, in denen gerade Unterricht stattfindet, betreten wir natürlich nicht!

        Kunstraum:










        Bibliothek:


        Kuschelecke:


        Schulküche, also die Küche, in der die Schüler kochen lernen:




        Plakat mit Vogelarten des Pantanal:


        Und eines mit Vogelzeichnungen der Schüler (“Vögel der Phantasie”):


        Schulgarten:




        In einem Teil des Schulgartens lernen die Schüler Gärtnern, im anderen Teil wird Gemüse für die Schulküche angebaut.

        Alles sehr gut in Schuss und in seiner Gesamtheit wohl besser als die meisten deutschen Schulen. Und das ganze für insgesamt 48 Schüler der 1. bis 5. Klasse. Das besondere an dieser Schule ist, dass die Kinder die ganze Woche hier wohnen, und erst am Samstag Nachmittag mit dem Motorboot nach Hause gefahren werden und Montag vormittag wieder zurück (wenn sie im Umkreis von 50km wohnen, die weiter weg wohnenden bleiben je 45 Tage in der Schule und sind dann für 15 Tage zu Hause).
        Irgendwo hatte ich gelesen, dass es in Brasilien ~4000 solcher Internatsschulen in abgelegenen Regionen gibt (wobei ich schon glaube, das die Schule Jatobazinho unter diesen eine ganz besondere Qualität hat).

        Die Schüler bekommen hier alles nötige, natürlich auch eine Schuluniform. Selbst Unterwäsche und Schuhe bekommen sie hier, ihre eigenen Sachen bleiben in der Woche unbenutzt und hängen meist zum Trocknen nach der Wäsche.

        Eines der Schlafzimmer der Schüler:


        Das ganze ist von einem wohlhabenden Mäzen, Frau Teresa Cristina Ralston Bracher (Bild), angestoßen, mitorganisiert und zu großen Teilen finanziert worden, die auch weitere vielfältige Aktivitäten zum Schutz des Pantanals initiiert hat (Geschichte der Schule in “Historia” und pädagogisches Konzept in “Pedagogia da alternância garante educação de crianças no campo”). Die Stadt Corumbá trägt die laufenden Kosten, die Gehälter der Lehrer etc.

        Im Haus, das als Lehrerzimmer dient, gibt es WLAN.

        Natürlich berichten auch wir von unserer Tour und Fernanda ahnt schon, dass wir seit langem kein anständiges Essen mehr bekommen haben. So lädt sie uns gleich noch zu den Resten des heutigen Mittagessens ein, gebratenem Fisch mit Reis und Bohnen. Sehr lecker.

        Nun ist es bereits 15 oder so Uhr und ich merke an, dass wir uns noch nach einer Übernachtungsmöglichkeit umsehen müssen, bevor es dunkel wird. Da macht uns Fernanda den Vorschlag, hier auf dem Schulgelände zu übernachten, im Gästetrakt, dem Gebäude ganz im Westen des Geländes.
        Ein toller Vorschlag, wo der Regen nicht aufhören will!



        Der Gästetrakt bietet 6 Doppelstockbetten, 2 Einzelbetten, Dusche und WC. Dazu eine Veranda hinter Insektenschutzgaze mit 2 Waschbecken, die extra zum Wäschewaschen noch eine geriffelte Fläche integriert haben. Wäscheständer, Klammern, alles da.







        Wir bekommen Bettwäsche und Handtücher und können uns häuslich einrichten. Als wir das Gepäck aus dem Boot holen, gießt es wieder in Strömen.



        Wir bekommen den Komposttransportwagen, um unsere Massen an Gepäck die 200m vom Steg zur Unterkunft zu transportieren (hier ist der Wagen mal 5sec im bestimmungsgemäßen Einsatz zu sehen):


        Da wir sowieso schon durchgeweicht sind, bietet es sich an, die müffelnden Klamotten gleich richtig zu waschen. Shirt, Hose, Unterhose, Handtuch und die beiden Putzlappen landen in der Wäsche.
        Alles andere wird schon so gut es geht zum Trocknen aufgehangen.

        Danach geht es für mich zum WLAN ins Lehrerzimmer.
        Sitzbank oder Beistelltisch(?) im Lehrerzimmer:


        18:30 ist der nächste Termin, das Abendessen. Alle Schüler und Lehrer versammeln sich im Speisesaal. Fernanda bittet uns, uns und unsere Tour hier kurz vorzustellen:




        Ich erzähle auf Englisch und Fernanda übersetzt ins Portugiesische.
        Danach hat je ein Kind von jedem der 4 langen Tische die Möglichkeit, eine Frage zu stellen. Sie fragen zum Beispiel, was wir auf der Tour essen und welche Spiele wir spielen. Wir spielen natürlich mit den Kaimanen, ärgern sie, wenn wir sie mit dem Paddel wegstupsen.

        Zum Schluss rufen die Kinder im Chor, wie von der Chefin auf deutsch vorgesprochen, "Danke".

        Zum Abendessen gibt es Reis, Bohnen und Rindergulasch, wieder sehr lecker, und unterhalten uns noch ein Weilchen mit Fernanda, bis ihr Mann Antonio kommt, und sie sich in den Feierabend verabschieden.

        Sie ist 32 Jahre alt und lebt seit 2 Jahren hier. Vorher hat sie 6 Jahre in Tefé am Amazonas gearbeitet, im Tourismus, und dort auch ihren Mann kennengelernt. Ohne das Versprechen, dass ihr Mann ebenfalls eine Stelle hier bekommt, hätte sie den Job in Jatobazinho nicht angenommen. Es ist hier für die meisten Leute einfach zu abgelegen. Als intelligente, gut gebildete Weiße fällt es ihr in Brasilien sicher nicht schwer, auch woanders einen Job zu finden.
        Ihr Mann studiert hier übrigens Biologie im Fernstudium (UniCesumar), über Internet.

        Ich spreche sie auch auf ihre Vorfahren an, mit blonden Haaren und grüngrauen Augen sieht sie deutschstämmig aus. Knapp daneben, ihre Mutter kommt aus Holland.

        Sie selber war schon mal zu Gast in Berlin und kann auch ein paar Worte deutsch.

        Das Gesundheitssystem interessiert mich ebenfalls. Prinzipiell haben alle 210 Mio. Brasilianer Anspruch auf eine kostenlose medizinische Grundversorgung. Hier am Rio Paraguai kommt 2 mal im Jahr ein Schiff der brasilianischen Marine vorbei und bietet medizinische und zahnmedizinische Behandlung an.

        Besuch des Krankenhausschiffs der brasilianischen Marine

        Medizinische Hilfe der brasilianischen Marine

        Außerdem gibt es 4 mal im Jahr medizinische Versorgung durch die Kommune. Beides ist aber eher Basisversorgung. Will man mehr, bezahlt man für einen Arztbesuch 300 R$.
        Eine private Krankenversicherung gibt es auch. Die würde sie hier ~500 R$ im Monat kosten. Zu viel für die meisten, aber dafür gibt es eine normale medizinische Versorgung, wie wir sie kennen. Ist hier natürlich kein solidarisches System mit einkommensabhängigem Beitrag. Es gibt in Brasilien wohl eine große Vielfalt an privaten Zusatzversicherungen, zum Teil auch auf betrieblicher oder kommunaler Basis, zum kleinen Teil auch kostenlos für die Begünstigten auf Basis von Wohltätigkeitsorganisationen. Fast ¼ der Bevölkerung profitiert von den Zusatzversicherungen.

        Gehälter: Bezüglich der Gehälter habe ich wohl was völlig falsch verstanden. Lehrergehälter bewegen sich in Brasilien etwa in diesen Regionen: Elementary School Teacher Average Salary in Brazil 2020

        Jaguare: Fernanda hat hier auf dem Gelände innerhalb von 2 Jahren 2 mal einen Jaguar gesehen. Einer schwamm vor ziemlich genau einem Jahr noch am Tage über den Fluss und landete genau hier an der Schule an. Große Aufregung. Die Hunde mussten zurückgehalten werden, die Kinder wurden ins Haus geschickt.
        Der Jaguar erklomm die Treppe in der Kaimauer und lief dann auf dem Gelände herum (Videoschnipsel ab Minute 00:43). Es war ein krankes Tier, welches vom herbeigerufenen Jaguar-Rettungsteam eingefangen, eine Woche im Krankenhaus versorgt und anschließend in eine Jaguar-Hilfseinrichtung gebracht und dort wieder aufgepäppelt wurde. Zu Beginn wog er nur 35kg, normal wären 70kg. Später wurde er wieder ausgewildert. Alles auf Handy-Videos festgehalten. Hatte ich hier schon mal gepostet.
        Diese Jaguar-Hilfseinrichtung kümmert sich normalerweise um Jaguar-Waisenkinder, zieht sie auf, gewöhnt sie an Wasserschweine und Kaimane als Nahrung, die man selber fängt, und wildert sie aus.

        Der zweite Jaguar wurde vor kurzem auf dem Flugstreifen gesehen. Die Kinder hatten dort gerade spezielle Geländespiele, es war schon dunkel, als sie ihn ganz nah brüllen hörten. Laut schreiend rannten sie zurück zur Schule. Fernanda und ihre Kollegen gingen dann hin nachsehen was da los war und konnte den Jaguar noch erwischen.

        Am Amazonas wäre unsere Paddeltour erheblich gefährlicher. Dort wird man regelmäßig Opfer von Räubern, die einem sämtliche Habe abnehmen, berichtet sie uns. Selber habe ich 4 Morde speziell an Paddlern recherchiert. 2004 wurde schon mal ein deutscher Paddler ermordet, und auch die anderen mir bekannten Morde 2017 an Emma Kelty und 2011 an dem polnischen Paar Celina Mróz und Jarosław Frąckiewicz geschahen alle im Amazonas-Gebiet.
        Im Pantanal dagegen sieht es ganz anders aus, sagt Fernanda. Kaum Kriminalität, viele freundliche Leute. Genau wie wir das bisher erlebt haben.

        Fernanda berichtet auch von einer Katastrophe im Pantanal vor 40? Jahren:
        Em meio ao desastre do Rio Taquari

        https://www.institutohomempantaneiro...-deserto-em-ms

        Um was es sich gehandelt hat, habe ich damals nicht verstanden. Ok, heute weiß ich, was für eine Katastrophe gemeint ist. Es ist die Katastrophe am Rio Taquari, die ich hier bereits erläutert hatte (massive menschengemachte Erosion nach Entwaldung im Einzugsgebiet, daraufhin Verschlammung/Versandung vieler Wasserläufe im Taquari-Megafan, das Wasser sucht sich großflächig neue Wege und Fazendas gehen unter und müssen aufgegeben werden).

        Kurz vor neun verabschieden sich alle zur Nachtruhe. Wie angekündigt wird der Generator 21:40 Uhr abgeschaltet und das Licht geht aus.

        Einige wenige Mücken umschwirren mich im Bett. Nachts kommt, genau wie von Meteoblue vorhergesagt, noch einmal ein kräftiger Schauer herunter:


        Normal ist dieser Regen nicht zu dieser Jahreszeit, es ist eine Ausnahme (sorry für die aufgeploppte Meldung auf dem Screenshot, hatte ich wohl damals übersehen. Da bekomme ich gerade meine vor wenigen Sekunden selbst abgeschickte tägliche Positionsmeldung in die Mail und da wir in Jatobazinho WLAN hatten auch auf das Gerät hier im Pantanal).


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        Weitere Links zur Schule Jatobazinho:

        Globo Repórter: O PANTANAL - (Completo HD) - sdrone Tolle Pantanal-Dokumentation mit Bildern von Felszeichnungen, Wanderung auf den Morro do Caracara, die Schule Jatobaziho mit Tereza Bracher, Kaimanerufend, gute Aufnahmen 33:00, aber überlagerter Ton, Grillenlaute, siehe http://acaia.org.br/pantanal/

        Speziell zur Schule: http://acaia.org.br/pantanal/ativida...ma-jatobazinho

        JATOBAZINHO SCHOOL (BRAZIL) (englisch)

        Formação pedagógica Abril 2019 – Acaia Pantanal Blog

        Schüler und Lehrer Jatobazinho



        Weitere Bilder auf der Google-Bildersuche

        Youtube:
        9min-Film: Escola Jatobazinho Institucional, mit Fokus auf nachhaltige Bewirtschaftung, Kompostierung, Mülltrennung etc.

        3min-Filmchen Visita na Escola Jatobazinho, scheint als Einladung und Anleitung für künftige Lehrer an der Schule gedacht zu sein.

        Pedagogia da alternância: quando a escola também é casa (Filmchen von 2015, 1m:13s)

        Escola no meio do Pantanal dispõe de estrutura e sistema de ensino de dar inveja (Jatobazinho), (Film von 2013, 8min)

        Schachfestival

        https://www.acaia.org.br/pantanal

        2020 wurde die Umgebung der Schule von Bränden bedroht: Sobrevoo para avaliar a situação dos focos no Jatobazinho (Filmchen 2020, 28s), Bild

        Brandbekämpfung Jatobazinho

        RPCSA - Serra do Amolar Protection and Conservation Network
        Acaia Pantanal (die Organisation, die die Schule betreibt) beteiligt sich am RPCSA - Serra do Amolar Protection and Conservation Network, das die Vereinigung der Bemühungen privater, staatlicher Institutionen und Organisationen der Zivilgesellschaft darstellt, gemeinsam mit den anderen beim Schutz der Region Serra do Amolar zu handeln. Mitglieder sind:
        • Pantanal Matogrossense National Park,
        • Ecotrópica Foundation,
        • Instituto Homem Pantaneiro,
        • RPPN-Ingenieur Eliezer Batista und
        • Fazenda Santa Tereza.

        Das Management wird vom Instituto Homem Pantaneiro übernommen und Acaia Pantanal ist aktiv an der Zusammenarbeit mit Ressourcen und Logistik beteiligt.
        Zuletzt geändert von Spartaner; 24.02.2021, 08:09.

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        • Spartaner
          Alter Hase
          • 24.01.2011
          • 2613

          • Meine Reisen

          #84
          Donnerstag, 26.09.2019, BZ Aliança SUP., 22km
          Kurz nach ½7 wache ich auf. Ein bisschen spät, das Frühstück ist für uns, die Lehrer und die Bediensteten auf 6:30 Uhr angesetzt. Die Schüler essen später.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5625kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,48 MB ID: 3024774

          10 Minuten später sind wir drüben beim Frühstück. Hier finden wir vor, was ein ganz normales einfaches brasilianisches Frühstück ausmacht: Weißbrotscheiben, Margarine, ein weiterer, hellerer Brotaufstrich, Crackers, warme Milch, Kaffee und Bananen. Ich finde das sehr interessant, wo wir ja bisher und auch später immer Hotel- oder Pensionsfrühstück vorgesetzt bekommen (haben).

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5633kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,31 MB ID: 3024771
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5640kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,47 MB ID: 3024773
          Fernanda, die Verwaltungsleiterin, ist bereits voll im Dienst, im Prinzip rund um die Uhr. In der Nacht ist eines der Boote am Schwimmsteg gesunken und muss gehoben werden. 4 Männer müssen ran:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5646kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,57 MB ID: 3024776

          Der abgesoffene Bootsmotor soll übrigens problemlos weiter funktionieren, wenn man sie schnell und fachgerecht trockenlegt. Japanische Wertarbeit, perfekte Konstruktion, weltweit begehrt.

          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5668kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,38 MB ID: 3024775

          Der Schulhund:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5690kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,13 MB ID: 3024772

          Gerade angeliefert: Futter für den Schulhund:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5704kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,86 MB ID: 3024780

          Auf dem Gelände spaziert ein Weißhalsibis:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5708kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,86 MB ID: 3024778

          Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen. Getrocknet sind sie in der sehr feuchten Luft nicht so richtig. Es ist weiter bewölkt und die Verwaltungsleiterin rechnet wieder mit Regen heute. Ich weiß es besser, glaube den Angaben meiner App vom Vortag (Meteoblue).

          ¼10 werden wir von genau den beiden Frauen, die uns gestern am Steg begrüßt hatten, auch wieder verabschiedet:




          Facebook-Eintrag von Acaia Pantanal ein paar Tage später:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: image_16661.png Ansichten: 6 Größe: 535,9 KB ID: 3024805
          https://www.facebook.com/pantanal.ac...00839810029254

          “Am 25.09. erhielt das Team der Jatobazinho-Schule Besuch von zwei Abenteurern, die in Kanus den Paraguay-Fluss hinunterfuhren. Michail und Thomas sind Deutsche und erkunden, zum ersten Mal in Brasilien, das Pantanal in Kanus. Die Expedition begann in Rondonópolis-MT und wird in Corumbá-MS enden. Sie wurden von den Schülern herzlich empfangen und sprachen mit allen über dieses große Abenteuer!”

          Abfahrt kurz vor ½10 bei bedecktem Himmel, angenehmen Temperaturen, und mäßigem Gegenwind. Zunächst schauen wir, im Windschatten der Ufervegetation zu bleiben. Später lässt der Wind nach.
          Felsen am Flussufer, Ende einer längeren bewaldeten Felsrippe, die sich etwas über das Niveau des Sumpflandes erhebt:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5709kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,73 MB ID: 3024779

          Ansonsten gibt es heute nicht viel zu berichten. Wir passieren die Fazenda Califórnia, auch eine einstmals gut organisierte Farm mit großen Gebäuden und Flugstreifen. Von weitem heute keine wirtschaftliche Aktivität mehr erkennbar.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5715kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,49 MB ID: 3024777


          Wie bereits an den Vortagen viel Angeltourismus auf dem Fluss:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5750kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,14 MB ID: 3024783
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5734kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,81 MB ID: 3024785
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5749kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,05 MB ID: 3024786

          Eines der kleinen Angelboote kommt heute zu uns rangefahren. Die beiden Angeltouristen möchten etwas über uns erfahren, woher, wohin, etc.
          Die beiden Herren sehen genau so aus wie ich mir die Dons vorstelle, denen früher die großen Fazendas gehörten.
          Sie fragen ua, ob wir eine Waffe dabei haben, aber das müssen wir natürlich verneinen. Trotzdem Bolsonaro den legalen Erwerb und Besitz von Waffen vereinfacht hat (er genehmigte unmittelbar nach seinem Amtsantritt den Erwerb von vier Schusswaffen pro Person, die sowohl zu Hause als auch am Arbeitsplatz aufbewahrt werden können), ist für Ausländer der Kauf von Schusswaffen in Brasilien immer noch mit hohen Hürden gespickt (Q&A).
          Unser Gesprächspartner würde so eine Tour jedenfalls nicht ohne Waffe antreten.

          Arbeitsschiff mit Vieh-Prahm:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5752kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,39 MB ID: 3024787

          Eine Flussschleife weiter stehen viele einfache kleine Höfe am linken Ufer. Einmal sogar mit Viehwirtschaft:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5716kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,51 MB ID: 3024784
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5718kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,58 MB ID: 3024781
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5719kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,19 MB ID: 3024782

          Gegen ¾1 sehen wir kurz unterhalb des Seezeichens, welches mit "BZ Aliança SUP." in der Karte vermerkt ist, links eine freigemachte Fläche, die aktuell nicht bewohnt ist. Gelegenheit für eine Pause, mal Beine vertreten.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5755kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,35 MB ID: 3024791
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          Der Platz ist zwar etwas müllig, aber etwas besseres werden wir heute wohl nicht mehr finden, und so bleiben wir für heute hier. Hier können wir kochen, ohne andere zu stören, die immer noch nassen Sachen trocknen und faul herumhängen.
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5757kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,33 MB ID: 3024788

          Es gab mal eine primitive Hütte, deren Holzgestell jetzt zum Trockengestell wird. Mehrere kaputte Kühlschränke liegen herum. Nur der Zugang zum Flusswasser ist hier beschränkt. Vor dem Ufer liegt ein Streifen Wasserhyazinthen. So bekommt der Wasserfilter den Rest einer Angelrute, um den Ansaugkorb besser händeln zu können und damit weiter draußen Wasser anzusaugen.
          Später sehe ich hier den einzigen Kaiman des Tages. Er schwimmt langsam vom Fluss kommend zu unserem Ufer.

          Erbswurst, Zwiebeln, Knofi, Büchsenfleisch:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5759kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,90 MB ID: 3024792

          Der trockene Platz ist umgeben von Seen, Sümpfen und Altarmen, zumeist offenes Land ohne viele Bäume (Map):
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5758kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,66 MB ID: 3024790

          Ameisen bewohnen diesen hohlen Baum:
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          Orangerückentrupial, Orange backed trupial, João-pinto (Icterus croconotus strictifrons, Todd 1924):
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          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5780kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,70 MB ID: 3024794
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5785kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,52 MB ID: 3024799

          Extrem klare Luft heute, die Sonne geht hell und richtig unten am Horizont unter:
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5790kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,37 MB ID: 3024798
          Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5793kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,16 MB ID: 3024797
          An den Vortagen verschwand sie schon weiter oben blutrot im Dunst.

          Wie immer viele blinkende Glühwürmchen, heute sind auch viele Sterne zu sehen.
          18:52 Satellit von Westen nach Osten, ziemlich schnell.
          Einmal mehrere Schüsse in der Dämmerung.

          Viel Schiffsverkehr in der Nacht. Es ist kühl und relativ feucht heute Nacht. Ich überlege schon, mir was anzuziehen. Schon Socken hätten es getan, aber ich bin zu faul und schlafe dann auch so ganz gut.
          Zuletzt geändert von Spartaner; 27.02.2021, 23:55.

          Kommentar


          • rumpelstil
            Fuchs
            • 12.05.2013
            • 2292

            • Meine Reisen

            #85
            Wie schön, dass es mit dem Bericht weitergeht, danke dafür. Nach den ersten Zeilen war ich schon wieder ganz in dem Bericht drin!

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            • Spartaner
              Alter Hase
              • 24.01.2011
              • 2613

              • Meine Reisen

              #86
              Freitag, 27.09.2019, Hochufer uh BZ Morcegueiro, 37km
              Morgens ist es ziemlich kühl. Ich messe am Morgen vor Sonnenaufgang 20.3°C Tiefsttemperatur.
              Zum Frühstück gibt es heute ausnahmsweise Zwiebeln, Knofi und Rührei aus Volleipulver:
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5824kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,62 MB ID: 3026212

              Das Pulver hatte ich mir schon vor 2 Jahren geholt, aber noch nie ausprobiert. Besonders gut nach Ei schmeckt das Produkt nicht. Vielleicht merken wir das auch nur nicht so richtig, wegen der vielen Zwiebeln und dem vielen Knoblauch, die in Unmengen Sojaöl gebraten oder soll ich besser sagen frittiert wurden.

              Noch während ich die Zwiebeln brate, legt bei uns ein alter Mann an, Caboclo. Erst denke ich, es ist vielleicht der Besitzer des Geländes. Er begrüßt uns und versucht ein Gespräch anzufangen, aber ich habe mit dem Kochen zu tun und Thomas flieht wegen fehlender Sprachkenntnisse. Ich sage Thomas noch, wir könnten ihn zum kalt angerührten Kaffee einladen, aber zu spät, er gibt schnell auf und legt wieder ab.
              Das besondere ist, er ist der erste Mensch, den wir hier rein muskelbetrieben in einem Holzboot mit Stechpaddel unterwegs sehen. Auch die Angel ist von der einfachsten Sorte:
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5808kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,93 MB ID: 3026213
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5821kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,32 MB ID: 3026211
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5809kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,35 MB ID: 3026208

              Vor 20 oder 30 Jahren mag das noch der Normalfall gewesen sein, aber heute hat sich Brasilien so viel weiterentwickelt, dass man nur noch sehr selten Reste der 3. Welt sieht.
              Im Boot zündet er sich eine Zigarette an und trinkt einen warmen Kaffee aus der Thermoskanne, bevor er mit dem Fischen fortfährt. Wahrscheinlich wohnt er sehr versteckt 900m weiter südlich im Hinterland (Map).

              Kurz einen "Grünspecht" beobachtet, da kommen ~4 Arten infrage, also ohne Foto keine Chance; Schlangenhaut.

              Abfahrt heute erst ¼10. Noch 72km bis Corumbá. Das Paddeln geht heute wieder leicht und zügig.
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5826kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,25 MB ID: 3026209

              Auf den ersten 5km etliche kleine Höfe am linken Ufer, einer mit aktiver Viehwirtschaft:
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5838kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,78 MB ID: 3026210

              Ein weiterer Hof sieht aus wie eine Strandgaststätte:
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5842kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,46 MB ID: 3026215
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5845kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,59 MB ID: 3026214
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5847kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,27 MB ID: 3026218
              Die “Rancho Maracangalha” (Map, Facebook) bietet Unterkunft und Angelausflüge.
              Interessant sind die Bilder vom Hochwasser Mai 2018 und dem extremen Niedrigwasser Juli 2020 zum Vergleich. Wir hatten Ende September 2019 also noch einen ziemlich guten Wasserstand im Rio Paraguai.
              Im Juli 2020 wurde die Ranch beinahe ein Opfer der massiven Brände im Pantanal (siehe das zweite Drohnenvideo auf dieser Seite).

              Ein Dritter, sehr kleiner Hof glänzt mit einer super Solaranlage mit Batteriespeicher:
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5848kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,16 MB ID: 3026216

              Weitere kleine Höfe am Ufer:
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5849kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,53 MB ID: 3026220
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5853kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,65 MB ID: 3026223
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5937kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,25 MB ID: 3026235

              Die allermeisten sind erst wenige Jahre alt, die Natur wird also munter weiter zersiedelt. Heute zwar nicht mehr im großen Maßstab der alten Fazendas, aber Kleinvieh macht auch Mist.

              Das Wetter ist perfekt, sehr klare Luft, beste Fernsicht. Zurück in Richtung Norden sehen wir bis zu den Bergen südlich von Amolar. Nach Süden können wir bereits bis über unser Paddelziel hinausschauen, auf den Morro Grande, also den großen Hügel, 20km südlich von Corumbá:
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5850kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,44 MB ID: 3026217
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5852kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,16 MB ID: 3026219
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5947kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1.021,5 KB ID: 3026234
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5949kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,20 MB ID: 3026237
              Der Große Hügel ist 1065m hoch und erhebt sich damit 960m über die Sumpfebene des Pantanal, ist nach meinem Gefühl also eigentlich schon ein richtiger Berg:
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: SovietkarteCorumbaRelief.png Ansichten: 0 Größe: 3,20 MB ID: 3026251

              Nach den vielen Gehöften wird es einsamer, wieder ein Abschnitt reine Natur:
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5854kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,70 MB ID: 3026221
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5865kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,67 MB ID: 3026224
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5871kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,24 MB ID: 3026226
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5892kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,11 MB ID: 3026232
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5876kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,09 MB ID: 3026231
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5882kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,26 MB ID: 3026227

              Amazonasfischer (Chloroceryle amazona):
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5887kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,71 MB ID: 3026233
              Links das Weibchen, rechts das Männchen. Die Art ist nicht leicht zu unterscheiden vom Grünfischer (Chloroceryle americana).

              Jaribu im Nest:
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5927kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,58 MB ID: 3026230

              Für eine Pause legen wir diesmal nicht am Ufer an, sondern fahren in eine große treibende Wasserhyazintheninsel, legen quasi an, und treiben mit ihr sehr sauber im Stromstrich:
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5870kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,51 MB ID: 3026225

              Windstille, Vogelkonzert, und die Amazonasfischer, die ich oben schon gezeigt habe:

              Der die ganze Zeit in regelmäßigen Abständen zu hörende klangvolle Ruf ist wahrscheinlich vom Grausaltator (Saltator coerulescens).

              Insgesamt treiben wir in 48 Minuten 2619m, also mit 3.26km/h. Das ist mal ein genaues Maß für die Strömungsgeschwindigkeit des großen Stromes an dieser Stelle und mit diesem Wasserstand, eine Angabe, die ich mir schon vor der Reise mal gewünscht hätte.

              Heute sind tagsüber keine Hotelschiffe mit Angeltouristen aktiv auf unserem Flussabschnitt.

              Eine Riesenotter-Gang am rechten Ufer:
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5953kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,93 MB ID: 3026242
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5954kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,37 MB ID: 3026240

              Kein Wasserschwein gesehen heute, keinen Kaiman. Weggeplatscht sind 3 - 4 große Tiere, aber wir haben halt nicht gesehen, welche. Lagerplätze sind rar, Sandbänke gibt es schon seit Tagen nicht mehr.
              Anfangs finden sich in den Innenkurven noch Ausstiege unter Bäumen mit etwas Freifläche:
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5955kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,75 MB ID: 3026243
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5940kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,33 MB ID: 3026238
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5934kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,16 MB ID: 3026229
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5936kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,85 MB ID: 3026236

              An einer Stelle, an der ich auf einem Satellitenbild zwei Häuser zu erkennen glaubte und in die OSM eingezeichnet hatte, finden wir zwar keine Häuser vor, aber einen freigeschlagenen Lagerplatz auf einem Hochufer mit Lagerfeuerstelle.
              Kurz vor 3 beenden wir den Paddeltag hier:
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5960kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,90 MB ID: 3026241
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5961kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 2,92 MB ID: 3026244
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5964kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,30 MB ID: 3026248
              Ein einsamer Platz im dichten Dschungel.

              Die Riesenotter-Gang von vorhin kommt wenig später auch hier vorbei:
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5968kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,60 MB ID: 3026246
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5969kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,31 MB ID: 3026245
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5971kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,32 MB ID: 3026247
              Von hier oben haben wir einen schönen Blick auf die Otter. 5 Otter, wenn ich richtig gezählt habe. Keck rufen sie zu uns hoch:

              Irgendwelche Angst haben die sowieso nicht, die nehmen es auch locker mit Jaguaren auf.

              1½h nach der Landung köcheln die Nudeln auf dem Ofen:
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5972kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,10 MB ID: 3026249
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5973kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 3,43 MB ID: 3026252

              Kurz vor Sonnenuntergang sind am Himmel erste Eintrübungen wahrscheinlich wieder von Rauchschwaden erkennbar:
              Klicke auf die Grafik für eine vergrößerte Ansicht  Name: Pant5974kc.jpg Ansichten: 0 Größe: 1,68 MB ID: 3026250

              Darum haben wir heute nicht mehr einen ganz so hellen Sonnenuntergang wie gestern.
              Zur selben Zeit umschwirren uns extrem viele lästige Fliegen auf dem Lagerplatz. Sie haben es vor allem auf mich abgesehen, Thomas bleibt verschont. Und das, obwohl ich mich auch noch mit Icaridin eingesprüht habe.
              Nach Sonnenuntergang sind die Fliegen weg und Mücken gibt es auch kaum.

              Eine halbe Stunde vor Mitternacht kommt ein großes Party-Schiff stromauf getuckert. Schnulzige brasilianische Schlagermusik, laut schreiende Männer an Bord.

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              Riesenotter-Links:

              Giant Otters of Brazil | The World's Largest Otter
              Jaguars vs. Giant Otters: Who Will Win? | Nat Geo Wild
              Otter Family Fight For Survival Against Jaguar Attack | SNAPPED IN THE WILD
              OTTERS - JAGUAR'S FEAR || Top otters vs jaguar moments (teilweise Wiederholungen vorheriger Szenen)
              Caiman Attacks Family Of Otters | Wild Brazil | BBC Earth
              Otters vs Caiman
              Zuletzt geändert von Spartaner; Heute, 08:43.

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