[PER] Cordillera Vilcanota - Regenbogenberge und Flamingos

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    [PER] Cordillera Vilcanota - Regenbogenberge und Flamingos

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    Mitreisende
    Hallo liebes Outdoorseitenforum

    Das Trekkingfieber hat uns schon vor Jahren gepackt und seither haben wir schon diverse Touren (üb)erlebt. Ich lese auch schon seit Jahren die Interessanten Reiseberichte hier im Forum und bei unseren Tourenvorbereitungen war dieses Forum auch immer sehr hilfreich. Wir, meine Lebenspartnerin und ich, sind nun seit Mai 2017 auf unserer grossen Reise in Südamerika, und natürlich fröhnen wir hier unserer Leidenschaft - Trekking.

    Als Dank für die wunderschönen Reiseberichte und die tollen Hilfestellungen im Forum wollen wir nun auch von unserer Seiten etwas zum Forum beitragen. Südamerika lässt jedem Outdoorfan das Herz höher schlagen. Bis jetzt haben wir folgende Touren während unserer Reise unternommen:

    - Ecuador, Yana Urcu de Piña, 3 Tage
    - Ecuador, Condor-Trek 2 Tage (abgebrochen)
    - Ecuador, Quilotoaloop, 3 Tage
    - Ecuador, Inkatrail, 3 Tage

    - Peru, zum Wasserfall Gocta, 2 Tage
    - Peru Laguna de los Condores, 3 Tage
    - Peru, Santa Cruz Trek mit Laguna 69, 6 Tage
    - Peru, Cordillera Huayhuash, 10 Tage
    - Peru, Cordillera Vilcanota, 6 Tage
    - Peru, Choquequirao to Machu Picchu Trek, 9 Tage

    - Bolivien, Choro Trek, 3 Tage

    - Chile, Cabo Froward, 5 Tage
    - Chile, Circuito de los Dientes 2 Tage (abgebrochen)
    - Chile, Lago Windhond, 5 Tage
    - Chile, el Chalten nach Vill O'Higgins

    - Argentinien, Lago tres Lagunas und Laguna Cerro Torre, 3 Tage

    Hier möchten wir nun euch unsere Trekkingtour aus Peru, eine wunderschöne Wanderung durch die Cordillera Vilcanota, wiedergeben. Das war für uns bis anhin einer der schönsten aber auch eine der härtesten Touren bisher. Das wird unser erster Reisebericht, ich bitte euch daher um Nachsicht, falls irgendetwas nicht Forumkonform wäre - Kritiken jeder Art sind daher herzlich willkommen und natürlich auch Fragen zu den oben stehenden Touren. Viel Spass beim Lesen......

    Cordillera Vilcanota

    Unsere Reise führt uns weiter nach Cusco, der Ausgangsstadt nach Machu Picchu. Doch die weltberühmte Inkaruine kann noch warten. Wir entschlossen uns zuerst eine sechstägige Wanderung in der Region Ausangate zu unternehmen. Die zusammengestellte Route führt über hohe Pässe, über weite Ebenen, an Gletschern und bunten Bergen vorbei. Auch versprach die Route auf Alpakas, Vicuñas und Flamingos zu treffen.

    Die Cordillera Vilcanota liegt südöstlich von Cusco und ist ein noch ziemlich unberührtes und abgeschiedenes Hochgebirge in den Anden. Das Klima ist rauh, oft kühl und windig. Die Nächte sind lang und eiskalt. Die Vegetation ist karg, Bäume wachsen in dieser Höhe keine. Der Gebirgszug ist nicht durch tief eingeschnittene Täler, wie z.B. Huayhuash, gekennzeichnet. Das Gebirge bietet Raum und von den Pässen eine extreme Weitsicht. Diese Gegend ist die Heimat grosserAlpakaherden. Nur wenige Menschen leben hier, grössere Orte sind weit entfernt. Die Bewohner in dieser Gegend sprechen überwiegen Ketschua und kaum Spanisch.

    Die Strecke findet ihr unter nachstehendem Link.



    Unser Abenteuer startete bei den berühmten "Rainbow-Mountains" und endete sechs Tage später beim Dorf Mallma. Die Route führt uns nahe an den Nevado Ausangate, zur Laguna Sibinacocha und durch den "Korridor" der Vilcanota zurück in die Zivilisation. In Cusco trafen wir uns mit Frank und beschlossen die Wanderung zu dritt zu unternehmen. Da es kaum gute Busverbindungen bis zu den Rainbow-Mountains gibt, mussten wir wohl oder übel mit einer Touri-Tour dorthin fahren. Wir waren überrascht welch ein Massentourismus wir dort antrafen. Nichts desto trotz machten wir uns an den 5 km langen Aufstieg zu den Regenbogenbergen. Unterwegs wurden uns immer wieder Pferde angeboten, doch wir lehnten dankend ab. Wir kamen gut voran da wir zum Glück noch akklimatisiert waren. Viele der Tagestouristen unterschätzen wohl, dass die Attraktion auf über 5'000 MüM liegt und trotz des einfachen Weges kein Sonntagsspaziergang ist. Oben angekommen bewunderten wir das bunte Gestein, das sich wie ein Regenbogen über die Bergkuppe legt. Noch ein paar Fotos schiessen, möglichst ohne viele Leute darauf, danach ging es wieder zurück. Jetzt kann unser Abenteuer in der Wildnis beginnen. Wir holten unsere Rucksäcke beim Bus ab und wanderten weiter bis zur Laguna Ausangatecocha, unserem Tagesziel.




    Am zweiten Tag wanderten wir über den Palomani-Pass nach Jampa. Wie hoch der Pass effektiv ist, wissen wir nicht genau. Unser Wanderbeschriebgibt eine Höhe von 5'000 MüM an, eine Tafel auf dem Pass 5'100 und ein Pfahl drei Meter daneben 5'200. Irgendwo dazwischen wird es wohl sein. Doch egal, die Aussicht war grandios. Wir konnten weit ins Land hinaus sehen, sahen den vergletscherten Nevado Ausangate und weitere bunt gefärbte Berge. Beim Abstieg sahen wir einen roten Gletschersee, was es nicht alles gibt! Auf den weiten grünen Ebenen trafen wir grosse Alpakaherden an, die sich hier pudelwohl fühlen. Auch sehen wir immer wieder Viscachas (Hasenmäse), die in den Felsbrocken herumsprangen.




    Der dritte und vierte Tag führt uns mehr oder weniger weglos zur Laguna Sibinacocha. Über weite Weideflächen stiegen wir bis zu einem Bergsee hoch. Etwas weiter oben befand sich einen Pass und so konnten wir ins nächste Tal hinabsteigen. Damit war noch nicht genug, wir mussten noch über den nächsten Bergrücken um uns Killita-Tal zu gelangen. Der Aufstieg entpuppte sich als schwierig. Es gab kaum Pfade und wir mussten uns über loses Gestein nach oben kämpfen. Wir waren froh, als wir es endlich nach oben geschafft hatten. Der Abstieg war zum Glück einfacher und führte uns über rotes Gestein zu Grasflächen. Wir wanderten das Killita-Tal noch weiter nach oben. Unser Nachtlager schlugen wir im Talschluss auf 5'000 MüM auf. Auf dieser Höhe zu übernachten ist keinen Zuckerschlecken. Erstens ist es bitterkalt und zweites wacht man ab und zu auf und hat das Gefühl keine Luft zu bekommen. Je höher man kommt, desto anstrengender wird es. So sind ansonsten einfache Dinge wie sich ankleiden, trinken, Zähne putzen, Zelt aufstellen unglaublich anstrengend.




    Die Nacht hatten wir trotz allem gut überstanden. Leider kündigte unsere Kamera uns hier ihre Dienste, glücklicherweise gibt es heutzutage Smartphones mit guten Kameras. Wir befanden uns zu hinterst im Tal und es sah wegen den hohen Felsen um uns aus, als gehe es hier nicht mehr weiter. Ein guter Pfad führt uns jedoch über den 5'200 Meter hohen Comercocha-Pass. Oben angekommen genossen wir die unendliche Weitsicht über viele weitereBergspitzen. Die 14 km lange Laguna Sibinacocha war nicht zu übersehen. Der See liegt weit abgeschieden von der Zivilisation und liegt höher als der Gipfel des Mont Blanc auf 4'865 MüM. An Vicuñas (Lama-Art) vorbei, machten wir uns auf den Weg zu den Anden-Flamingos. Und wir wurden nicht enttäuscht. Am oberen Seeende bauten wir unser Nachtlager mit Sicht auf die Flamingos auf.





    Am nächsten Morgen, das Seeufer noch etwas gefroren, wanderten wir zum "Korridor" der Vilcanota. Der Korridor ist durch den Rückgang der Gletscherauf beiden Bergseiten entstanden. Mittlerweile ist er mehrere hundert Meter breit. Auf einigen Karten ist noch durchgehend Gletscher eingezeichnet und wir mussten uns weglos durch das Gesteinslabyrinth kämpfen. Gutes Kartenmaterial ist von dieser Gegend kaum erhältlich, doch unser GPS-Gerät ist uns eine gute Unterstützung. Noch ein letzter Blick zu den Flamingos, dann stiegen wir immer weiter die gewaltige Gletschermoräne hinauf. Wir gingen oft auf Vicuñapfaden und orientierten uns an Steinmännchen. Wir kamen den Gletschern immer näher. Kurz vor dem Pass, auf 5'350 MüM, hatte Pascal plötzlich mit der Höhe zu kämpfen. Mit Süssigkeiten, viel Wasser und ein noch langsameres Voranschreiten schafften wir es alle bis nach oben. Welch eine Wüste aus Eis und Gestein! Über viel Geröll stiegen wir zur Laguna Huarurumicocha ab, unser Tagesziel. Kurz vor dem Ziel mussten wir einen reissenden Gebirgsfluss überqueren. Da Nachmittag war, führte er viel Wasser. Also schmissen wir solange grosse Steine ins Wasser, bis wir darüber trocken ans andere Ufer gelangen konnten. Als wir beim Zelt aufstellen waren, kamen vier Einheimische vorbei. Sie plauderten mit uns und redeten irgendetwas um den heissen Brei herum. Als wir sie dann fragten, wieviel sie an Wegzoll verlangen, kamen wir schnell ins Geschäft. Sobald sie einkassiert hatten, verabschiedeten sie sich wieder. Wir wurden danach zum Glück noch rechtzeitig fertig mit Zeltaufbauen, kurz darauf gab es einen Schneesturm.




    Es blieb kaum Schnee liegen und so konnten wir unseren sechsten Wandertag beginnen. Wir kämpften uns weiter durch die Gesteinswüste immer weiter das Tal hinab. Dies war der mühsamste Teil, es ging über Schuttberge rauf und wider runter. Das Gestein war lose und wir mussten zusehen, dass wir nicht hinfielen. Nach insgesamt 15 km gestolpere durch das Moränenlabyrinth, hatten wir endlich wieder festen Boden unter den Füssen. Unterwegs trafen wir auf zwei Einheimische. Die konnten nicht verstehen, dass wir diese Wanderung ohne Guide und ohne Pferde, die das Gepäck tragen, unternahmen. Weiter wanderten wir an der türkisblauen Laguna Sigrenacocha vorbei Richtung Mallma. Das Ziel nahte, nur noch der Fluss stand uns im Weg. Dieses Mal ging das Durchqueren nur mit nassen Füssen.




    Kurz vor dem Dorf bot uns einen Peruaneran, uns mit seinem Auto nach Ocongate zu fahren. Von dort fuhren wir mit einem weiteren privaten Taxi nach Cusco. Auf der Fahrt war auch eine Frau dabei, die ohne Punkt und Komma in Ketschua mit dem Fahrer plauderte. Der Fahrer versprach uns bis ins Zentrum von Cusco zu bringen. Im Gewusel des Stadtverkehrs schmiss er uns noch vor dem Zentrum aus dem Taxi, mit der Begründung er kenne sich nicht aus. Müde und hungrig waren wir ziemlich genervt, aber was soll's. So brachte uns das dritte Taxi bis vors Hostel.

    Diese Wanderung hatte es in sich. Wir kamen kaum unter 4'500 MüM und trotzten Sonne, Wind und Kälte. Wir waren begeistert von den bunten Bergen, den Gletschern, der Weite, Alpakas, Vicuñas, Flamingos... Welche der drei andinen Hochgebirgswanderungen (Santa Cruz, Huayhuash und Vilcanota) uns am besten gefallen hatte, können wir nicht sagen. Jede Region hat ihren eigenen Charakter und Schönheit, das muss man einfach gesehen haben.

    Zuletzt geändert von MaxD; 28.12.2020, 21:20.
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  • codenascher

    Alter Hase
    • 30.06.2009
    • 4281

    • Meine Reisen

    #2
    AW: (PER) Cordillera Vilcanota - Regenbogenberge und Flamingos

    Na das ist dich ein schöner Einstand im Forum, vielen Dank dafür. Hoffentlich wirst du von weiteren Touren berichten! Schade das die Kamera den Geist aufgegeben hat. Zu euren vier Einheimischen: Ihr habt Wegezoll bezahlt? Wofür???

    Ansonsten habe ich nur einen kleinen Kritikpunkt. Bitte bitte stell MEHR Bilder ein

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

    meine Weltkarte

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    • WitWaeg
      Neu im Forum
      • 21.08.2017
      • 4

      • Meine Reisen

      #3
      AW: (PER) Cordillera Vilcanota - Regenbogenberge und Flamingos

      Zitat von codenascher Beitrag anzeigen
      Na das ist dich ein schöner Einstand im Forum, vielen Dank dafür. Hoffentlich wirst du von weiteren Touren berichten! Schade das die Kamera den Geist aufgegeben hat. Zu euren vier Einheimischen: Ihr habt Wegezoll bezahlt? Wofür???

      Ansonsten habe ich nur einen kleinen Kritikpunkt. Bitte bitte stell MEHR Bilder ein
      Vielen Dank, vielleicht gelingt es mir noch einige Fotos hochzuladen

      Betreffend dem Wegzoll, in den Peruanischen Anden ist es zum Teil so, dass es keine einheitliche Parkverwaltung und ersichtliche Eintrittskontrollen gibt und es an den dort ansässigen Gemeinden der Einheimischen obliegt Gebühren einzutreiben. So kann es passieren, dass du mitten auf dem Trek von Einheimischen angesprochen wirst und dazu aufgefordert wirst eine "Derecha" zu bezahlen um dem Trek benutzen zu dürfen. Du erhältst dann eine Quittung, die du beim nächsten mal zeigen kannst, damit du nicht doppelt zahlst. Aber wo das Geld dann hinfliesst...fragst du besser nicht nach.
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      • WitWaeg
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        • 21.08.2017
        • 4

        • Meine Reisen

        #4
        AW: (PER) Cordillera Vilcanota - Regenbogenberge und Flamingos

        Habe nun noch ein paar mehr Bilder hinzugefügt
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        • blauloke

          Lebt im Forum
          • 22.08.2008
          • 5992

          • Meine Reisen

          #5
          AW: (PER) Cordillera Vilcanota - Regenbogenberge und Flamingos

          Eine fantastische Landschaft hast du uns gezeigt.
          Beim ersten Bild habe ich bei den bunten Bergen spontan an Zuckerguss gedacht. Ist das Gestein so glatt wie es aussieht und weißt du wie es entstanden ist, bzw warum die verschiedenen Schichten so bunt sind?
          Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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          • WitWaeg
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            • 21.08.2017
            • 4

            • Meine Reisen

            #6
            AW: (PER) Cordillera Vilcanota - Regenbogenberge und Flamingos

            Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
            Eine fantastische Landschaft hast du uns gezeigt.
            Beim ersten Bild habe ich bei den bunten Bergen spontan an Zuckerguss gedacht. Ist das Gestein so glatt wie es aussieht und weißt du wie es entstanden ist, bzw warum die verschiedenen Schichten so bunt sind?
            Gern geschehen. Das Gestein ist ncht so glatt wie es aussieht, es besteht mehrheitlich aus Sand und Geröll. Wie genau das ganze entstanden ist, kann ich dir auch nicht mit Bestimmtheit sagen. Es sind jedenfallls verschiedene Gesteinsschichten aus verschiedenen Mineralien, die durch millionen von Jahren ausgewaschen und erodiert sind. Da sich das ganze auf über 5'000 MüM abspielt, hat auch die Vegetation keine Chance sich anzusiedeln, und so kommen die schönen Farben zur Geltung.
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            • MaxD

              Moderator
              Lebt im Forum
              • 28.11.2014
              • 8041

              • Meine Reisen

              #7
              AW: (PER) Cordillera Vilcanota - Regenbogenberge und Flamingos

              Danke für die zusätzlichen Bilder und - natürlich - für den Bericht! Offenbar hat es seinen guten Grund, dass es einige immer wieder dorthin verschlägt.
              ministry of silly hikes

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