[MW] Felsen und Gipfel, Blumen und Dramen: Trekking auf dem Mulanje

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  • OutofSaigon
    Erfahren
    • 14.03.2014
    • 302

    • Meine Reisen

    #21
    AW: [MW] Felsen und Gipfel, Blumen und Dramen: Trekking auf dem Mulanje

    Zitat von Flachlandtiroler Beitrag anzeigen
    ... Gibt es Detailaufnahmen?
    Erst einmal ein Blick auf die Topokarte:

    Die Ziffer "1" bezeichnet in etwa die Stelle, an der ich das Foto im Morgengrauen gemacht habe, "2" die Stelle, wo wir am Fuß der Wand stehen, "3" die Stelle, von wo wir die Wand noch einmal im Profil sehen, und "4" die Stelle, wo der schulturnhallengroße Felsblock liegt.


    Am Fuß der Wand habe ich nur das eine Foto gemacht, das schon im Haupttext zu sehen ist. Hier noch einmal eine Ausschnitt-Vergrößerung davon:

    Das Problem ist meines Erachtens weniger die Steilheit der Wand, sondern die fast glatte Oberfläche; sie kam mir fast vor wie die Betonwand einer Talsperre. Ohne Schlagbohrmaschine hast du da kaum eine Chance, eine Sicherung anzubringen, oder? Griffe und Tritte sind allemal 2cm breit. Dennoch gibt es bestimmt unglaubliche Kletterkünstler, die auch das schaffen; wenn es sein muß, dann eben ungesichert.

    Letztlich noch eine Ausschnitt-Vergrößerung von einer weiteren Aufnahme der Wand im Profil:



    Und nun überlasse ich das Feld wieder den Profis. Die dürfen nun über diese Wand diskutieren. Ich lasse schön die Finger davon

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    • opa
      Lebt im Forum
      • 21.07.2004
      • 5501

      • Meine Reisen

      #22
      AW: [MW] Felsen und Gipfel, Blumen und Dramen: Trekking auf dem Mulanje

      Zitat von OutofSaigon Beitrag anzeigen
      Das Problem ist meines Erachtens weniger die Steilheit der Wand, sondern die fast glatte Oberfläche; sie kam mir fast vor wie die Betonwand einer Talsperre. Ohne Schlagbohrmaschine hast du da kaum eine Chance, eine Sicherung anzubringen, oder? Griffe und Tritte sind allemal 2cm breit. Dennoch gibt es bestimmt unglaubliche Kletterkünstler, die auch das schaffen; wenn es sein muß, dann eben ungesichert.
      so wie es auf dem foto ausssieht, wird absicherbarkeit daran hängen, ob die wasserrillen mit friends oder vergleichbaren klemmgeräten so halbwegs absicherbar sind . da sollten die rillen zumindest nicht zu sehr nach außen offen sein. und es braucht etliche freunde vergleichbarer größe...

      clean würden mich da wahrscheinlich keine zehn pferde reinbringen.

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      • momper
        Dauerbesucher
        • 05.12.2011
        • 502

        • Meine Reisen

        #23
        AW: [MW] Felsen und Gipfel, Blumen und Dramen: Trekking auf dem Mulanje

        Auch von mir ein Dankeschön für den tollen Bericht.
        ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
        ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

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        • dominik_bsl
          Erfahren
          • 13.02.2006
          • 201

          • Meine Reisen

          #24
          AW: [MW] Felsen und Gipfel, Blumen und Dramen: Trekking auf dem Mulanje

          Würde auch sagen, dass die Kletterbarkeit dank der Rillen nicht so schwer aussieht, aber das Absichern das grosse Problem sein wird. Im UKC Forum gibt es ja weitere Verweise, dass durchaus diverse Routen geklettert wurden und auch werden, teils sogar mit handgebohrter Absicherung (und 30-40 Jahre alt...). Könnte mir vorstellen, dass die Felsen durchaus Potential für Routen haben, allerdings dann ggfs von oben eingerichtet und mit der Bohrmaschine geboltet.

          LG
          Dominik (der gerne in den Wasserrillen des Schrattenkalks klettert)

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          • OutofSaigon
            Erfahren
            • 14.03.2014
            • 302

            • Meine Reisen

            #25
            AW: [MW] Felsen und Gipfel, Blumen und Dramen: Trekking auf dem Mulanje

            Da es zum Thema "Namasile-Ostwand" wohl keine weiteren Wortmeldungen mehr gibt, möchte ich jetzt die anderen Kommentare aufgreifen.

            @rumpelstil
            Ja: es ist eine tolle Gegend, noch viel schöner als es die Fotos suggerieren, die man beim Googeln so findet. Und genau das soll dieser Bericht ja auch vermitteln.

            Und ja: es war alles recht gut organisiert, wobei "gut" natürlich an afrikanischen Maßstäben gemessen werden muß. Die Hütten sind eben wirklich nur HÜTTEN und keine Hotels. Toiletten sind Loch-im-Boden-Typ in einem Häuschen 30 Meter weiter, Wasser kommt im Eimer aus dem Bach, Strom gibt es nicht. In den Hütten findest du allemal ein paar dünne plastikbezogene Schaumgummi-Matratzen und Decken, deren letztes Waschdatum inzwischen wahrscheinlich sogar der liebe Gott vergessen hat. Ich hatte aber meine eigene Matte und einen Schlafsack dabei. SEHR bodenständig also, das Ganze. Schweiz ist anders.

            Ich hatte ein sehr nettes Begleitteam, vor allem einen sehr kompetenten Führer (und daß man den wirklich braucht, habe ich ja klar zu erkennen gegeben). Essen war auch gut, an den Umständen gemessen. Da hatte ich es schon viel schlechter.

            Durch den erwähnten Blog von Mark Horrell hatte ich die kleine Agentur gefunden, mit denen ich letztlich den Trek gemacht habe. Im Vorfeld kommunizierten wir die Route und andere Details, wobei ich meine Ideen einbrachte, aber natürlich sehr stark auf die Vorschläge der Einheimischen vertraut habe. So kamen wir dann auf die Route, die ich auf dem Satellitenbild zeige; sprich: die war bei meiner Ankunft also schon ziemlich festgelegt. Gottlob wurde keine der geplanten Besteigungen von schlechtem Wetter verhindert. Einen weiteren ins Auge gefaßten Gipfel (den Nandalanda) haben wir aus Zeitmangel kurzfristig ausgelassen, und den Chambe-Gipfel haben wir ebenfalls nicht bestiegen, aus den im Bericht genannten Gründen.

            Gesamtkosten waren für einen Acht-Tage-Trip OK: 1200 Dollar alles in allem. Dazu 800 Dollar für den Flug von und nach Addis. Wer es nachmachen will, bekommt mehr Informationen von mir. Das Nachmachen ist allerdings insofern nicht ganz leicht, weil die schönste Jahreszeit zum Wandern auf dem Mulanje auch gleichzeitig die schlechteste Jahreszeit für eine Safari in Tansania oder Kenia ist, und allein für den Mulanje von Mitteleuropa ins südliche Afrika zu fliegen, lohnt sich vielleicht nur dann, wenn man länger als acht Tage dort verbringen will (was ich mir durchaus als lohnend vorstellen kann, wenn man ein paar Gipfel mehr besteigen und/oder ein wenig klettern will).



            @Flachlandtiroler
            Guter Hinweis: die Homepage des Malawi Mountain Club. Recht informativ.

            Für meinen Vater war ein OP ein Operationssaal, aber hier ist mit "OP" wohl eine Person gemeint, womöglich ich selbst Danke für die netten Worte!
            Zuletzt geändert von OutofSaigon; 02.10.2017, 02:59.

            Kommentar


            • Horst24
              Erfahren
              • 01.02.2012
              • 209

              • Meine Reisen

              #26
              AW: [MW] Felsen und Gipfel, Blumen und Dramen: Trekking auf dem Mulanje

              Teil 2 war auch wieder ein klasse Bericht, vor allem die vielen interessanten Begleitgeschichten.

              Ist Ende Mai wirklich ungeeignet für eine Folgewoche in einem Nationalpark? Ich hab mal sehr grob gestöbert, der Luangwa NP in Sambia hat ab Ostern offen und beschreibt die Tierbeobachtung als "Great" (wenn auch nicht "Amazing" wie später im Jahr).

              Viele Grüße aus Franken
              Horst

              Kommentar


              • OutofSaigon
                Erfahren
                • 14.03.2014
                • 302

                • Meine Reisen

                #27
                AW: [MW] Felsen und Gipfel, Blumen und Dramen: Trekking auf dem Mulanje

                Zitat von Horst24 Beitrag anzeigen
                Teil 2 war auch wieder ein klasse Bericht, vor allem die vielen interessanten Begleitgeschichten.

                Ist Ende Mai wirklich ungeeignet für eine Folgewoche in einem Nationalpark? Ich hab mal sehr grob gestöbert, der Luangwa NP in Sambia hat ab Ostern offen und beschreibt die Tierbeobachtung als "Great" (wenn auch nicht "Amazing" wie später im Jahr).

                Viele Grüße aus Franken
                Horst

                Erstens: Ich schrieb spezifisch von den beiden Ländern Tansania und Kenia, denn sie ziehen den größten Teil der Safari-Touristen an. Dort ist der Mai der Höhepunkt der Regenzeit. Praktisch alle Lodges in den Nationalparks sind geschlossen, und nach meinem Kenntnisstand sind oft auch die Nationalparks selbst geschlossen (denkbarerweise deshalb, weil es den Rangern zu mühselig ist, immer wieder Fahrzeuge zu "retten", die sich irgendwo Jot-Weh-Deh im Schlamm festgefahren haben).

                Sambia ist eine andere Kiste, liegt ja viel weiter südlich. Dort sind die meisten Lodges von Juni bis Oktober geöffnet, soweit ich das aus expertafrica(dot)com - einer umfassenden und mir glaubhaft erscheinenden Informationsquelle - ersehen kann. Juli bis September ist auf der Südhalbkugel Winter, und dann kann es nachts ganz schön kalt werden, worauf man sich einstellen muß. Wie geschrieben, kam Gabriel Buchmann im Juli 2009 auf dem Sapitwa um, und die Kälte spielte dabei zweifelsfrei eine große Rolle.


                Zweitens: wenn euch meine Begleitgeschichten interessant vorkommen, freut es mich. Neuerdings gibt es aber auch Begleitgeschichten, die nicht gerade unterhaltsam sind: Lynchmorde durch aufgebrachte, paranoide Menschenmengen: siehe hier und hier. Gruselig! Das ist eine ganz neue Sache, davon war im Mai noch nichts zu spüren (obwohl das Kernproblem - tief sitzender Aberglaube und Animismus - natürlich vorhanden gewesen sein muß). Aber auch DAS ist eben Afrika...
                Zuletzt geändert von OutofSaigon; 13.10.2017, 03:35.

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                • Pfadsucher
                  Anfänger im Forum
                  • 05.10.2014
                  • 23

                  • Meine Reisen

                  #28
                  AW: [MW] Felsen und Gipfel, Blumen und Dramen: Trekking auf dem Mulanje

                  Bravo! Du bist wohl langsam unser Afrika-Experte..

                  Überhaupt interessieren mich die äquatornahen Regionen; leider sind sie auf den ODS irgendwie unter-repräsentiert.

                  Dieser Bericht gefällt mir fast noch besser als die vorherigen - kann aber auch sein, daß ich da welche übersehen habe.

                  Schaurig natürlich, solche Schlagzeilen zu lesen:








                  Mann-o-Mann !!

                  Kommentar


                  • OutofSaigon
                    Erfahren
                    • 14.03.2014
                    • 302

                    • Meine Reisen

                    #29
                    AW: [MW] Felsen und Gipfel, Blumen und Dramen: Trekking auf dem Mulanje

                    Tja, ich muß sagen: das habe ich noch nie erlebt, daß es in einer Gegend, durch die ich friedlich gewandert bin, wenige Monate später auf einmal so ein Problem gibt. Ich habe durch Whats App Fotos und Videos von den Ausschreitungen zugeschickt bekommen - Smartphone trifft Mittelalter...

                    Malawi´s Regierung hat verkünden lassen, das sei alles Aberglaube, aber ein Parlaments-Abgeordneter hat dem sofort widersprochen und behauptet, Vampire gäbe es wirklich.

                    - - - - - - -

                    Davon mal ab: nunmehr habe ich auch den von Flachlandtiroler verlinkten Bericht auf Hikr gelesen und erlaube mir hier ein paar kurze Kommentare dazu:

                    Die Schweizer waren im November 2009 dort. November ist nicht die beste Zeit für einen Besuch, und ihr Foto Nr. 21 zeigt ja die Chisepo-Hütte im Nebel oder Regen. Daß die Schweizer daher nur auf dem Plateau herum gewandert sind und demzufolge das Ganze als ein wenig lasch empfunden haben, verwundert mich also nicht.

                    Den Sapitwa haben sie also nicht bestiegen. Diese Entscheidung hat ihr Führer aus Verantwortungsbewußtsein getroffen, vielleicht auch aus reiner Angst; denn es war ihm sicher bekannt - spätestens der Hüttenwart muß es ihm erzählt haben - daß gerade einmal vier Monate vorher Gabriel Buchmann dort oben umgekommen war. Technisch begehbar sind die Granitfelsen meines Erachtens auch bei Nässe, denn sie sind nicht rutschig. Die Orientierung kann allerdings - wie beschrieben - im Nebel extrem schwierig werden. Wenn es lange trocken war (wie vor meiner Besteigung), dann haben die Stiefel der vorherigen Wanderer auf den Granitfelsen eine ganz feine Lehmspur hinterlassen, der man folgen kann (man muß aber schon genau hinschauen). Diese feine Dreckspur ist aber beim ersten Regen wieder weg, das ist klar.

                    Der Bericht auf Hikr klassifiziert den Weg als "T3". Das sehe ich nicht unbedingt so. Rein gehtechnisch betrachte ich das, was die Schweizer gemacht haben, als T2, auf weiten Strecken sogar nur T1. Das völlige Fehlen von Markierungen ist, zugegeben, eine andere Sache. Der Weg zum Sapitwa-Gipfel ist gehtechnisch vielleicht T3; zu den Orientierungsproblemen habe ich genug geschrieben.

                    Der Erwähnung eines Vulkankraters ist ein Irrtum; es ist wohl mehr Zufall, daß einige Gipfel kreisförmig angeordnet erscheinen:

                    Auf obigem Satellitenbild bezeichnet "S" den Sattel zwischen dem Likhubula-Tal links unten und dem Tuchila-Tal rechts oben, "H" den Standort der Chambe-Hütte, "C" den Gipfel des Chambe und "U" den Punkt, an dem wir, aus den im Bericht genannten Gründen, umgekehrt sind.

                    Das ganze Mulanje-Massiv besteht aus Granit, und das ist kein vulkanisches Gestein, sondern ein Tiefengestein. Die riesige Ausdehnung des Massivs rechtfertigt sogar seine Klassifizierung als Batholith. Die abrupt aufragenden Steilhänge, mit denen das Mulanje-Massiv vom Tiefland abgegrenzt wird, gehen auf diese besondere geologische Gegebenheit zurück. Ein Vulkan zeigt nicht solche Oberflächenformen. Wer sich mehr dafür interessiert, kann nach Begriffen wie "Inselberg" und/oder "Monadnock" googeln.


                    Und letztlich: auf Youtube habe ich ein nettes kleines Video vom Mulanje gefunden: Klick. Beginnend bei 5:37 Minuten seht ihr den Aufstieg zum Sapitwa. Die Gruppe ging im Juni 2009 (also kurz vor dem Unglück mit Gabriel Buchmann), und da war es offenbar wesentlich kühler als im Mai 2017; schaut mal, was die für dicke Jacken anhaben!
                    Zuletzt geändert von OutofSaigon; 08.12.2018, 10:44.

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                    • Lederstiefel
                      Anfänger im Forum
                      • 01.11.2016
                      • 19

                      • Meine Reisen

                      #30
                      AW: [MW] Felsen und Gipfel, Blumen und Dramen: Trekking auf dem Mulanje

                      Auf dem "Umweg" über ein anderes Thema (in dem es wirklich um einen ledernen Wanderstiefel geht) stieß ich auf diesen Bericht, der mir sehr gut gefällt. Er schildert diese exotische Gegend in einer lebendigen Art und Weise, die meine Vorstellungskraft sehr beflügelt - interessant und unterhaltsam zu lesen. Vielen Dank dafür! Und man muß offenbar kein "Iron Man" sein, um diese Tour zu machen.

                      Bizarr ist natürlich der Kontrast zwischen diesem schönen Wanderungs-Bericht und den Hexenjagd-Szenarien wenig später.

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                      • OutofSaigon
                        Erfahren
                        • 14.03.2014
                        • 302

                        • Meine Reisen

                        #31
                        AW: [MW] Felsen und Gipfel, Blumen und Dramen: Trekking auf dem Mulanje

                        Nachtrag Januar 2019: Auch diesen Bericht gibt es nun als druckerfreundliche PDF-Datei: klick

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