[IT] Vier Herbsttage im Val Grande

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  • TEK
    Erfahren
    • 23.02.2011
    • 424

    • Meine Reisen

    [IT] Vier Herbsttage im Val Grande

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    Mitreisende
    Vier Herbsttage im Val Grande






    Prolog
    In dem Wissen, dass ich ihn Corona bedingt eh wieder über den Haufen werfen müsste, habe ich für diese Herbstferien noch keinen Plan gemacht. Doch zwei Wochen vor Beginn muss ich wohl doch mal mit dem Planen anfangen. Wohin? In Deutschland bleiben? Es herrscht gerade das Choas der täglich wechselnden Beherbergungsverbote. Italien hat jetzt, Anfang Oktober, gerade niedrige Fallzahlen in der Höhe von Deutschland. So kommt es, dass ich die bereits geplante Tour im Val Grande wieder aus der Schublade hole. Der Reisebericht von Philipp hier im Forum, der die sogenannte klassische Durchquerung mit seinen 4- und 6-jährigen Kindern gelaufen ist, hat mich dazu inspiriert. Unsere Kinder sind jetzt 5 und 7 Jahre alt und inzwischen traue ich unser 5-Jährigen die Tour auch zu.

    Eine erste Recherche ergibt, dass die Hütten im Val Grande wegen Corona geschlossen sind. Es handelt sich um kleine, einfache und unbewirtschaftete Hütten. Dafür gibt es ausnahmsweise die Erlaubnis, bei den meisten Hütten im Zelt zu übernachten. Also müssen wir wohl Zelte mitnehmen. Auf dem E3 in Tschechien waren wir dieses Jahr bereits 11 Tage mit Zelt unterwegs und so muss ich die Packliste eigentlich nur an die Jahreszeit und die Berge anpassen. Trotzdem überlege ich lange hin und her, was ich für die Kinder zum Anziehen einpacke. Letztlich landen wir mit Essen für knapp vier Tage und der Kamera von 1,4kg bei ca. 14kg für die Erwachsenen, 2,1kg für die 7-Jährige und 1,5kg für die 5-Jährige.

    Eine Woche bevor es los gehen soll, erlebt Norditalien Jahrhundert-Niederschläge. Gebannt verfolgen wir fast bis zum Schluss die Nachrichten über Überschwemmungen und gesperrte bzw. wieder geräumte Straßen. Ich frage sogar noch Tim Shaw an, dessen Wanderführer wir haben und der einen Blog zum Val Grande betreibt. Doch auch er kann uns nicht sagen, ob es ein Durchkommen gibt. Wir beschließen, trotzdem zu fahren.
    Zuletzt geändert von TEK; 16.11.2020, 11:30.

  • TEK
    Erfahren
    • 23.02.2011
    • 424

    • Meine Reisen

    #2
    AW: Vier Herbsttage im Val Grande

    Tag 1: Fondo di Gabbi (1249m) nach Alpe Straolgio (1803m)

    Die letzte Nacht vor der Tour übernachten wir in Malesco im Bed&Breakfast. Der Wirt ist so nett, uns wie abgesprochen bis nach Fondo di Gabbi hochzufahren. So bleibt uns ein langes Stück Straße erspart. Jetzt im Oktober ist hier nicht viel los. Wir treffen lediglich ein paar weitere Wanderer, die von hier aufbrechen. Es ist ca. 9 Uhr und der Boden ist hart gefroren und überall mit Raureif bedeckt. Es muss ganz schön kalt gewesen sein letzte Nacht, denke ich im Stillen. Selbst jetzt ist es noch empfindlich kalt. Wir ziehen Mütze und Handschuhe an. Noch hat die Sonne das Tal nicht erreicht. Da ich heute Morgen in der Hektik vergessen habe, meine Wasserflasche aufzufüllen, mache ich das gleich hier am Fluss. Das erste Auffüllen der Wasserflasche auf Tour ist für mich immer ein besonderer Moment.
    Dann laufen wir los. Gleich hinter der Alm beginnt der Anstieg nach Alpe Scaredi auf ca. 1850m.



    Langsam wird uns wärmer und unsere erste Snackpause können wir dann schon in der Sonne machen. Wir werfen einen Blick zurück ins Tal: Das erste Stück ist geschafft.



    Bald erreichen wir die Strauchgrenze. Die Mädels machen gut mit, nur das letzte Stück rauf zur Alpe Scaredi zieht sich etwas für ihren Geschmack. Auf der Alpe weht zudem ein unbarmherziger Wind. Die Hütte ist abgesperrt und so suchen wir dahinter ein windstilles Plätzchen, um unsere Mittagspause zu machen.



    Wir treffen ein holländisches Pärchen, das sehr gut Deutsch spricht und wir plauschen ein bisschen. Sie sind querfeldein im Nationalpark unterwegs und biwakieren, wo es ihnen passt. Da das Zelten bei Scaredi aufgrund von empfindlichen Feuchtgebieten trotz abgeschlossener Hütte nicht gestattet ist, müssen wir heute noch weiter bis zur Alpe Straolgio. Der Viehhirte soll nun, Mitte Oktober, nicht mehr da oben sein und so dürfen wir dort zelten.







    Wir bleiben jetzt ungefähr auf der gleichen Höhe und so gelangen wir ohne große Anstrengungen bis zur Alpe Straolgio.



    Die Kinder nehmen gleich einen »Kletterberg« neben den Hütten in Beschlag. Da dieser auf einer Seite überhängt, muss ich zunächst dabei bleiben und erst als ich mir sicher bin, dass sie die unsichtbare Grenze, bis zu der sie klettern dürfen, auch einhalten, machen mein Mann und ich uns an den Zeltaufbau.







    Danach holen mein Mann und die Kinder Wasser am nahe gelegenen Wasserfall und anschließend wird gekocht. Die Sonne geht langsam unter und es wird verdammt kalt. Eingemümmelt in alles, was wir an Anziehsachen dabei haben, essen wir unsere asiatischen Nudeln. Danach lässt uns die Kälte keine Wahl und wir verkriechen uns, so schnell es geht, in unsere Schlafsäcke. Wenigstens die Kinder haben nachts nicht gefroren ...
    Zuletzt geändert von TEK; 16.11.2020, 21:15.

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    • codenascher

      Alter Hase
      • 30.06.2009
      • 4385

      • Meine Reisen

      #3
      AW: Vier Herbsttage im Val Grande

      Ach schön, selbst wenn ich ja schon einiges gehört habe, werde ich eurer Tour gerne folgen!

      Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

      meine Weltkarte

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      • qwertzui
        Fuchs
        • 17.07.2013
        • 2140

        • Meine Reisen

        #4
        AW: Vier Herbsttage im Val Grande

        Oh schön, hat sich doch noch jemand in die weite Welt getraut.

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        • TEK
          Erfahren
          • 23.02.2011
          • 424

          • Meine Reisen

          #5
          AW: Vier Herbsttage im Val Grande

          Zitat von codenascher Beitrag anzeigen
          Ach schön, selbst wenn ich ja schon einiges gehört habe, werde ich eurer Tour gerne folgen!
          So viel habe ich ja auch gar nicht erzählt. Irgendein Kind wollte immer gerade etwas.

          - - - Aktualisiert - - -

          Zitat von qwertzui Beitrag anzeigen
          Oh schön, hat sich doch noch jemand in die weite Welt getraut.
          Ja, wir haben uns getraut. Letztlich hatten wir in der Zeit weniger Kontakte, als zu Schul- und Kitazeiten.
          Zuletzt geändert von TEK; 17.11.2020, 09:13.

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          • TEK
            Erfahren
            • 23.02.2011
            • 424

            • Meine Reisen

            #6
            AW: Vier Herbsttage im Val Grande

            Tag 2: Alpe Straolgio (1803m) nach In la Piana (959m)

            Am Abend zuvor hatten wir entschieden, dass wir uns auf die Zelte aufteilen, so dass die Kinder bei den Temperaturen nicht alleine im Zelt schlafen. Jetzt am nächsten Morgen will keiner so richtig aus dem warmen Schlafsack kriechen. Ich frage mich, wie kalt es nachts war, dass ich in meinem Schlafsack zeitweise gefröstelt habe. Eigentlich sollte der mich bis –5 °C warm halten. Mein Vater sagt mir später, er hätte online etwas von –7 °C gelesen. Das würde es erklären und ich bin echt heilfroh, dass die Kinder nachts nicht gefroren haben. Gerade unsere Kleine ist ein richtiger Ofen und hat die Nacht in einem zu großen Schlafsack mit gerade mal 470g 650er Daune verbracht. Auf die Frage, ob sie nachts gefroren hat, antwortet sie trotzdem: »Nein, ich lag ja im warmen Schlafsack«.
            Beim Frühstück veranstalten wir ein regelrechtes Hüpfkonzert, damit uns etwas warm wird. Dann bauen mein Mann und ich schnell die Zelte ab und packen alles ein, damit wir schnell loslaufen können.





            Der Abstieg runter nach In la Piana ist wirklich ein sehr schöner Weg. In welche Richtung man auch schaut, man sieht kein Haus, kein Mast oder sonst irgendein Zeichen menschlicher Zivilisation.













            Leider passiert uns auf diesem Stück ein Missgeschick: Beim Überqueren eines Baches rutscht die Kleine aus und ich kriege sie nicht gehalten. So liegt sie rücklings im Wasser. Ich schimpfe über mich selbst und ziehe ihr schnell die nasse Fleecejacke aus. Nachdem sie sich beruhigt hat, suchen wir schnell einen Platz in der Sonne für eine Schokopause.
            Kurz bevor wir im Tal unten ankommen, sehen wir eine Gämse auf einem Stein stehen. Leider sind wir beide nicht schnell genug mit dem Fotografieren. Wir queren einen kleinen Bach über eine Brücke und dann tauchen wir ab in einen Märchenwald voll übersprühender Herbstfarben.









            Es geht jetzt stetig am Fluss entlang.









            Zum Schluss queren wir eine Hängebrücke, die durch umgestürzte Bäume beschädigt wurde und sehr schräg hängt. Die Kinder sind dennoch ganz begeistert von ihr. Kurz dahinter kommt In la Piana. Wir sind spät dran. Es ist ca. 18 Uhr und um 19 Uhr geht die Sonne unter. Die Hütte in In la Piana ist offen und es sind bereits zwei Schweizer dort. Wir überlegen kurz, ob wir wegen Corona zelten, aber die Hütte ist groß und luftig und so kehren wir ein. Der Ofen brennt schon eine Weile und wir können in wohliger Wärme zu Abend essen. Anschließend kriechen wir in unsere Schlafsäcke auf dem großen Dachboden. Wir lassen das Fenster über Nacht offen stehen. Gefroren haben wir diese Nacht trotzdem nicht.
            Zuletzt geändert von TEK; 17.11.2020, 09:14.

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            • Rattus
              Lebt im Forum
              • 15.09.2011
              • 5177

              • Meine Reisen

              #7
              AW: Vier Herbsttage im Val Grande

              Wunderschön
              Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.

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              • momper
                Dauerbesucher
                • 05.12.2011
                • 520

                • Meine Reisen

                #8
                AW: Vier Herbsttage im Val Grande

                Schöne Erinnerungen stellen sich ein - vielen Dank!
                ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
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                • TEK
                  Erfahren
                  • 23.02.2011
                  • 424

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: Vier Herbsttage im Val Grande

                  Tag 3: In la Piana (959m) nach Alpe della Colma (1728m)

                  Der Plan für heute Morgen ist, möglichst früh loszukommen, weil die Etappe heute mit einigen Anstiegen gesegnet ist. Aber unsere kleine Langschläferin will nicht aus den Federn. Ich mache mehrere Anläufe, sie zu wecken, aber so richtig klappt das erst, nachdem wir anderen schon gefrühstückt haben. Nun gut, während sie frühstückt, packen wir unsere Rucksäcke. Zähneputzen, Geschirr spülen, alle auf Toilette, Wasser auffüllen und los geht es. Früh sind wir jetzt nicht mehr dran, die Schweizer sind schon vor uns aufgebrochen.

                  Bis zur Schokopause geht es wieder durch den traumhaft gefärbten Wald. Zum Schluss laufen wir direkt am Fluss entlang.







                  An der Brücke über den Fluss machen wir eine kurze Pause.



                  Danach erfolgt der nervigste Anstieg der ganzen Tour rauf zur Alpe de Coletta (1270m). Während wir bislang zwar immer mal wieder über umgestürzte Bäume und Schlamm- und Steinlawinen klettern mussten, ist jetzt der gesamte Weg unter Laub und feinen Ästen teilweise verschwunden. Das Gehen ist sehr mühsam. Außerdem hat die Kleine keine rechte Lust zum Laufen und ich ziehe sie quasi von hinten den Weg hoch. Sprich ich strecke meinen Arm über sie, halte ihre Hand und ziehe sie. Nur ganz leicht zwar, aber es ist ziemlich ermüdend. Auf halber Höhe etwa greift sie eine Anregung von mir auf und beginnt, ohne Punkt und Komma eine Geschichte zu erzählen. Dabei läuft sie quasi von selbst. Nur ich keuche jetzt hinterher. Oben angekommen gibt es Mittagessen. Wie jeden Tag gibt es Knäckebrot und Salami und Käse. Jetzt, am dritten Tag, tauchen erste Schnitzelfantasien auf.





                  Dann geht es erst einmal wieder abwärts. Wir kommen an einer verfallenen Alm vorbei. Heute läuft es sehr zäh mit der Kleinen. Wir versuchen mit der Hütte auf der Alpe della Colma zu locken und machen auch ein bisschen Druck, denn bis dahin gibt es praktisch keine Stelle mehr, an der man ein Zelt aufschlagen könnte. Wir treffen ein Pärchen, das von dort kommt und uns berichtet, dass die Hütte auf ist. Außerdem gäbe es da oben einen funktionierenden Wasserhahn. Also bunkern wir kein Wasser ein.





                  Jetzt folgt der größte Anstieg der ganzen Tour und zu unserer Überraschung läuft die Kleine mit jedem Meter besser. Zuletzt ist sie so schnell, dass auch wir nicht hätten schneller gehen können.



                  Oben angekommen, sind die Kinder zurecht ganz stolz auf sich. Wir nehmen die Hütte in Beschlag, die wir diesmal ganz für uns haben. Während das Interesse von meinem Mann und mir sich auf den Holzofen richtet, entdecken die Kinder die vereiste Wasserstelle. Es gibt nichts spannenderes!







                  Wir heizen den Ofen an, breiten unsere Isomatten und Schlafsäcke auf dem Dachboden aus und beginnen zu kochen. Es dauert eine ganze Weile, bis das Essen auf dem Ofen fertig wird. Doch schließlich werden wir noch alle satt und kriechen nach einem kurzen Zähneputzen – die Sonne ist bereits untergegangen und es ist wieder sehr kalt – in unsere Schlafsäcke.

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                  • TEK
                    Erfahren
                    • 23.02.2011
                    • 424

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: Vier Herbsttage im Val Grande

                    Zitat von Rattus Beitrag anzeigen
                    Wunderschön
                    Zitat von momper Beitrag anzeigen
                    Schöne Erinnerungen stellen sich ein - vielen Dank!
                    Danke Euch!

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                    • TEK
                      Erfahren
                      • 23.02.2011
                      • 424

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: [IT] Vier Herbsttage im Val Grande

                      Tag 4: Alpe della Colma (1728m) nach Collorol (ca. 500m)

                      Am nächsten Morgen gehe ich vor dem Frühstück erst einmal raus, um den Sonnenaufgang zu fotografieren. Auf dem zweiten Bild kann man im Hintergrund gut das Monte Rosa Massiv erkennen.





                      Danach wollen wir Wasser holen, zum Tee kochen und Milch anrühren. Leider haben wir da etwas wesentliches nicht bedacht. Nachts wird es ja bekanntlich kälter und der eingefrorenen Wasserleitung lässt sich kein Tropfen Wasser entlocken. Zuerst spielen wir mit dem Gedanken, ganz ohne Frühstück loszulaufen und später zu frühstücken, doch dann knuspern wir doch trockenes Müsli zum Frühstück. Nach dem Zusammenpacken und Zähneputzen geht es los. Die Tour beginnt mit einem sehr steilen Abstieg über einen Grashang, der sich nur in vielen, engen Serpentinen gehen lässt. Genau das Richtige für unseren kleinen Morgenmuffel. Die Kleine ist nur am Schimpfen, hier könne sie nicht runter, das sei zu steil. Mit viel Mut machen und Ablenken schaffen wir es dann doch und nach Ende des Abstiegs gibt es zur Belohnung mitten im Fluss auf einem Stein Schokolade.



                      Danach geht es wieder durch schönen Wald und dann treffen wir auf die erste, im Sommer noch bewohnte Alm. Dort legen wir die Mittagspause ein und pflücken zum Nachtisch frische Weintrauben.







                      Es geht weiter über eine urig wirkenden Almlandschaft.



                      Anschließend folgt ein Stück Weg auf der Straße, bevor wir diese durch einen Schlenker zur Kapelle de Lut wieder verlassen können.





                      Ein letzter kurzer Abstieg durch den Wald und wir kommen in Collorol an. Wir haben ein Zimmer im Bed&Breakfast reserviert, mit Blick auf die Berge, wie sich herausstellt.





                      Der Wirt ist Bergführer, ebenso seine Deutsch sprechende Frau, die aber gerade eine Führung im Val Grande macht. Kein Problem, er spricht Englisch und so reden wir auf seiner Terrasse viel übers Val Grande und seine Kulturgeschichte. Er bestätigt uns, dass es für diese Jahreszeit sehr kalt ist, und erzählt, dass gestern ein bekannter Journalist und Alpinist im Val Grande vor den Augen seines Sohnes auf einem verharschtem Schneefeld ausgerutscht und tödlich verunglückt ist. Zwischendurch telefoniert er und fragt uns dann, ob wir einen allein laufenden Schweizer getroffen hätten. Später zeigt er uns auch ein Foto. Der Schweizer wollte durchs Val Grande laufen und seine Frau hätte ihn vorgestern zurück erwartet. Leider wisse sie nicht, wo er lang laufen wollte. Zwei Tage später lese ich, dass sie den Schweizer hungrig und entkräftet, aber sonst wohlbehalten aufgefunden haben. (Wenn ich das Italienisch richtig verstanden habe.) Das ist schon ein komisches Gefühl, so direkt nach der Tour von einem tödlich Verunglückten und einem Vermissten zu hören.

                      Da das Restaurant im Ort erst spät aufmacht, serviert uns der Wirt vorher noch kostenlos ein Bier und Oliven und Käse. Unglaublich nett! Abends genießen wir im Circolo des Ortes ein ausgiebiges Essen, das nach so einer Tour doch immer gleich doppelt so gut schmeckt.

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                      • Wafer

                        Lebt im Forum
                        • 06.03.2011
                        • 6110

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: [IT] Vier Herbsttage im Val Grande

                        Hallo TEK.

                        Granz großartig! Das liest sich wie eine wirklich tolle Tour mit deinen Kindern! Ich finde es toll, das ihr sowas zu solchen Zeiten macht! Leider kann ich meine Stubenhocker nicht mehr zu solchen Touren motivieren. Als die Älsteste angefangen hat zu meutern, haben sich die Jüngeren gleiche dran gehängt. Dass die Älteste heute mit ihrem Freund gerne wandern geht ist ja schließlich was ganz anderes ...
                        Die Großregion kenne ich zwar aber im Val Grande war ich noch nicht unterwegs. Es liest sich aber so, als müsste der Sohn meines Vaters da mal hin. Tolle Tour Tour im Herbst! Schön, dass du uns mitgenommen hast!

                        Viele Grüße

                        Wafer

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                        • TEK
                          Erfahren
                          • 23.02.2011
                          • 424

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: [IT] Vier Herbsttage im Val Grande

                          Hallo Wafer,

                          ganz lieben Dank für Deinen netten Kommentar.
                          Was passiert, wenn unsere Große in die Pubertät kommt, wird man sehen. Wahrscheinlich ist Wandern dann auch voll uncool.
                          Ich kann das Val Grande wirklich sehr empfehlen. Auf der einen Seite ist es eine Wildnis in dem Sinne, dass aktuell keinerlei Nutzung stattfindet. Mir ging es daher oft wie in Schweden, wenn man dort durchs Fjäll zieht. Auf der anderen Seite hat die Landschaft eine wirklich interessante Kulturgeschichte, von der man immer wieder Zeichen der Vergangenheit entdecken kann. Neben der Durchquerung gibt es noch viele andere Routen und Abstecher, bei denen man noch höher hinaus kommt und die technisch noch etwas anspruchsvoller sind. Ich kann mir gut vorstellen, wenn die Kinder etwas größer sind, noch einmal dort hin zurückzukehren, dann vielleicht auf noch abgelegenere und anspruchsvolle Pfade.

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                          • codenascher

                            Alter Hase
                            • 30.06.2009
                            • 4385

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: [IT] Vier Herbsttage im Val Grande

                            Ich lese das als positives Fazit. Vielen Dank, das Val Grande kommt definitiv auf die Liste potenzieller Wanderziele des kommenden Jahres/ der Jahre. Könnte man eure Strecke mit einem Pilgerwagen laufen? Auf einigen Bildern sehen die Pfade deutlich zu schmal aus. Oder gibt es vllt Pilgerwägen als Einspurvariante? OT: Oh, neues Thema

                            Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

                            meine Weltkarte

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                            • TEK
                              Erfahren
                              • 23.02.2011
                              • 424

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: [IT] Vier Herbsttage im Val Grande

                              Eine absolute Empfehlung!
                              Wenn die Kinder selbst laufen sollen, dann müssen sie einigermaßen trittsicher sein und über ausreichend Ausdauer verfügen. Die Durchquerung ohne Abstecher hat zwar keine technisch schwierigen Stellen, aber es ist halt hauptsächlich ein typischer Bergwanderweg (T2). Manche Stellen sind auch leicht ausgesetzt. Wir haben dann die Kleine zur Sicherheit an die Hand genommen. Mit Pilgerwagen kommt man definitiv nicht durch. Dafür sind viele Pfade zu schmal und zu steil und steinig. Also ich würde mir das nicht antun.

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                              • momper
                                Dauerbesucher
                                • 05.12.2011
                                • 520

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: [IT] Vier Herbsttage im Val Grande

                                PS ... der späte Oktober kann enorme Wetterwechsel bereit halten: 2018 lag ein paar Tage nach unserem Abstieg von der Scaredi nach Malesco an der Hütte ein Meter Schnee - vorher fast sommerliches Wetter. 2019 sind wir dann Mitte Oktober losgezogen, haben eine Wetterwarnung nicht ganz ernst genommen und sind auf dem Weg zum Rifugio Uovo durch überquellende Bäche eingeschlossen worden. Eine ungeplante Übernachtung in einer Höhle mit stundenlangen nächtlichen Gewittern über uns war die Folge. Da kann das Val Grande mit den isolierten Tälern schnell recht anspruchsvoll werden. Meine Tochter ist jetzt noch bedient ...
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                                  • 23.02.2011
                                  • 424

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: [IT] Vier Herbsttage im Val Grande

                                  Zitat von momper Beitrag anzeigen
                                  PS ... der späte Oktober kann enorme Wetterwechsel bereit halten: 2018 lag ein paar Tage nach unserem Abstieg von der Scaredi nach Malesco an der Hütte ein Meter Schnee - vorher fast sommerliches Wetter. 2019 sind wir dann Mitte Oktober losgezogen, haben eine Wetterwarnung nicht ganz ernst genommen und sind auf dem Weg zum Rifugio Uovo durch überquellende Bäche eingeschlossen worden. Eine ungeplante Übernachtung in einer Höhle mit stundenlangen nächtlichen Gewittern über uns war die Folge. Da kann das Val Grande mit den isolierten Tälern schnell recht anspruchsvoll werden. Meine Tochter ist jetzt noch bedient ...
                                  Ja, das stimmt. Wir sind nur losgezogen, weil die Wettervorhersage gut war.

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