[DE] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

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  • Feurio
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    • 16.06.2009
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    • Meine Reisen

    [DE] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

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    Mitreisende
    Irgendwie dachte ich, ich schilder meine Erlebnisse mal nicht nur auf meinem Blog sondern auch hier im Forum. Ist ja schließlich auch eine Art Reisebericht, und vielleicht freut sich der eine oder die andere darüber.

    Die erste Hälfte von 2015 hatte ich mit meiner Masterarbeit zu tun, die ich Ende Juni eingereicht habe; nicht weil ich eine Abgabefrist der Uni einhalten musste, sondern weil ich selbst mir diese Frist gesetzt hatte: bevor ich im August verreisen würde und mich anschließend um Jobs bemühen, wollte ich einen Monat Zeit für mich. Zeit, um noch einmal in mich zu gehen, um reif zu sein für den anstehenden Übergang vom Studium ins Berufsleben. Und wo würde ich mehr zur Besinnung kommen als draußen in der Natur? Mein Plan war schnell ins Auge gefasst – ich würde einen Monat draußen leben, so intensiv wie möglich.

    Teil I

    Mein Rucksack für einen Monat war nicht besonders groß. Einen dicken Wollpullover, eine Mütze, einen Poncho, ein Messer mit Feuerstahl, eine Trinkflasche, ein Alutopf. Außerdem hatte ich zwei Bücher zur Bestimmung von essbaren Wildpflanzen dabei, einen Zeichenblock und ein Notizheft – und als Notration 3kg Reis und 1,5kg rote Linsen. Und natürlich mein Fernglas.

    Als Ziel wählte ich den Nordrand der Ammergauer Alpen, wo die Grasberge in die Moore und Seen des bayerischen Voralpenlandes auslaufen. Feuchtgebiete, so habe ich in Johannes Vogels “Pflanzliche Notnahrung” gelesen, sind besonders ergiebig an wilder Kost. Schon während ich vom Bahnhof durch einsame Wege in der Mittagshitze spaziere, bleibe ich immer wieder stehen und pflücke hier und dort Brennnesselsamen. Wenn man von unten nach oben über die Pflanzen streicht, brechen die kleinen Stacheln ab, ohne dass man das Gift abbekommt. Auch die Samen habe ich nach ein paar lehrreichen Versuchen immer zwischen den Fingern zerwuzelt. Am Lauf der wilden, jungen Ammer entlang bin ich immer weiter ins Gebiet hineingewandert und habe mir schließlich einen sumpfigen Wald – feucht war es überall – als Lagerplatz ausgesucht. Überall entsprangen kleine moorige Bächlein; nachdem nirgends Almflächen waren, trank ich guten Gewissens und ließ mich vom leicht moorigen Geschmack nicht stören. Der Boden war dicht mit Moos bedeckt, und auf einer kleinen Lichtung, die eine riesige abgestorbene Fichte hinterlassen hatte – ihr Stumpf ragte noch 4-5m, von Baumpilzen übersät, empor – war es sogar vergleichsweise trocken. Frohen Mutes begann ich den lustigen Laubhüttenbau: An einen umgefallenen Baumstamm lehnte ich dickere Äste eng aneinander, die in der Umgebung en masse vorkamen; der Wald bestand zwar nur aus Fichten, jedoch in allen Altersklassen, reichlich Totholz stehend und am Boden eingeschlossen. Nach der ersten dicken Schicht morscher Äste siedelte ich ein paar größere Moosfladen um und stopfte die Löcher. Weiter hinten hatte der Sturm eine große Fichte umgeworfen, ich konnte die noch grünen, aber schon leicht abzubrechenden Zweige (‘Dachsen’) sammeln, um die Wand zusätzlich zu verstärken. Auch den Boden legte ich mit ihnen aus. Schließlich kam ich noch drauf, dass sich der Baumstamm ganz kinderleicht entrinden ließ und klatschte riesige Rindenstücke als Schindeln auf mein neues Daheim. Für eine Feuerstelle schleppte ich sogar extra dicke Flusskiesel herauf in den Wald, um neben dem mächtigen Baumstamm, an dessen Fuße ich mein Lager aufgeschlagen hatte, auch ein Feuerchen zu entzünden. Die Moorerde und den dünnen Bewuchs etwas zur Seite befördert ließ ich die Kiesel in den Boden ein und bildete mir ein, dass der Schaden so geringer werde. Als ich das Brennholz holte, dämmerte es bereits – aber ich war bereit für die Nacht.


    Blick auf meine Lagerstelle im sumpfigen Wald

    Als ich meine letzten verbliebenen Brennnesselsamen naschte und ins kleine Feuer sah, ging allmählich ein riesiger Vollmond auf, der direkt in die Schneise meiner kleinen Lichtung hineinschien. In der Ferne hörte ich eine Waldschnepfe tröten, und näher einen Waldkauz. Zu meiner kompletten Verzauberung stiegen dann plötzlich rund um mich herum Glühwürmchen auf! Der ganze Wald war feenhaft erleuchtet von hunderten kleinen gelbgrünen Lichtlein. Als ich etwas später dann in meine Höhle kroch blickte ich noch in die Baumwipfel, hinter denen der Sternenhimmel leuchtete, und unter denen immer wieder kleine Glühwürmchen herumirrten.

    So herrlich der Auftakt meiner Zeit dort war, die Entbehrungen ließen nicht lange auf sich warten. Zunächst fiel die Temperatur trotz der Julihitze soweit ab, dass ich am frühen Morgen nur in meinem Pullover zu frieren begann. Ich versuchte weiterzuschlafen, wirklich erholt war ich aber nicht, als ich dann kurz vor Sonnenaufgang zum Fluss hinunter ging. In den ersten Sonnenstrahlen wärmte ich mich wohlig auf, aber es war nicht nur die nächtliche Kälte, die mir schon am zweiten Tag zusetzte – mein Moorbächlein beanspruchte mich ziemlich. Ich fühlte mich nicht nur müde, sondern auch sehr schwach – meine ganze Kraft schien in meinen Bauch gewandert zu sein. Immerhin war mir nicht übel und Durchfall hatte ich auch keinen. Sowas Dummes, gleich am ersten Tag; dabei hatte ich bisher noch nie Probleme mit Wasser in den Bergen. Sicherheitshalber habe ich gleich eine Sickergrube in die Kiesbank am Ufer gegraben um die Uferfiltration zu nutzen. Für warme Nächte packte ich mir meinen Poncho einmal mit frischem Heu voll (der Bauer möge es mir verzeihen); ab sofort war mir nachts eher zu heiß als zu kalt. Das frische Wasser tat gut, und bald machte ich mich daran, Essen zu sammeln. Brennnesseln wuchsen hier reichlich, und bald hatte ich den Unterschied zwischen Männchen und Weibchen auch kapiert. Weil die Samen noch nicht so groß waren, war das eingangs gar nicht so einfach. Mittags gab es dann geröstete Brennnesselsamen mit Brennnesselspinat (Blätter, die ich mit meinen geschnitzten Stäbchen ins kochende Wasser hielt um sie zu blanchieren). Ohne Salz. Ich musste mich wirklich zwingen, das aufzuessen. Ein Erkundungsstreifzug am Nachmittag kam nicht sehr weit, ich war einfach immer noch viel zu schwach – und die Wildpflanzen gaben mir nicht die erhoffte Power. Tatsächlich war es wohl auch etwas viel des Guten, von 0 auf 100 auf wilde Kost umzusteigen.

    Nach einer warmen und erholsamen Nacht hatte ich einen herrlichen Sonnentag vor mir. Gleich nach einem Frühstücks-Fichtentee spazierte ich los. Unterwegs füllte ich immer wieder meine Wasserflasche an kleinen Bächen auf (die nicht aus Mooren oder von Almen kamen) und schnabulierte Brennnesselsamen und Seggensamen, die deutlich besser schmecken. Mitten im Wald begegnete ich einem Förster bei einer winzigen Hütte, sah einen Sperber mit erbeuteter Singdrossel vor den Attacken der anderen Drosseln ausweichen, beobachtete zwei Baummarder, die über die Straße ins dichte Pestwurz-Blattwerk flüchteten, und machte eine etwas trockenere Gegend ausfindig. Dorthin wollte ich morgen umziehen, vorher grub ich mir aber noch eine Große Klette aus, deren Pfahlwurzel etwa so groß wie drei Karotten ist und scheinbar voller Nährstoffe. Abends saß ich im sommerlichen Sonnenschein am Ufer der Ammer und köchelte mir meine Wurzel. Der betörende Karottengeruch ließ mir das Wasser im Munde zusammenlaufen! Den Sud habe ich dann als Tee getrunken, und ich habe richtig gespürt, wie mein Körper die Mineralstoffe aufgesogen hat. Wie Wurzel selbst war so la-la. Der obere Teil recht holzig und kaum zu kauen, der untere dagegen noch zart und fein. Mit einem grummelnden Bauch bin ich dann nachts durch den finsteren Wald zu meinem Lager hochgeschlichen.

    Zwar habe ich gut geschlafen, aber als ich morgens erwacht bin, war mir elendig übel. Die Wurzel war wohl etwas zu viel des Guten gewesen. Entsetzlich schwach wie ich war, schleppte ich mich zum Fluss und entzündete ein Feuer, auf dem ich mir dann einen Tee aus Schafgarbe und wildem Thymian kochte, der tatsächlich auch gleich Besserung brachte. Verärgert über meine Gebrechen öffnete ich auch den Reis, um mich etwas zu stärken. von nun an habe ich eine Handvoll Reis oder Linsen morgens und abends verspeist; den Naturreis ohne Salz kann ich wirklich nicht empfehlen, das nächste Mal schon lieber schönen Klebereis, oder nur Linsen, denn die waren gut genießbar. Mein Lager habe ich dann tatsächlich aus dem Sumpfwald (die Mücken und Bremsen habe ich jetzt mal einfach unter den Tisch fallen lassen, aber ja, es gab sie) umverlegt in einen Hang weiter westlich, ganz in der Nähe der Rotwildeinstände. Nachts sind die Hirsche an mir vorbei marschiert, und bei meinen Streifzügen ist mir klar geworden, dass nicht nur Rehe bellen können. Auf 10m unabsichtlich einen Hirsch aufzustöbern ist schon eine Kunst!

    Die sonnigen Tage habe ich vollends ausgekostet, ich bin zu den Moorseen gewandert und schwimmen gegangen, habe eine ausgedehnte Bergtour gemacht und jeden Winkel auf der Karte durchstöbert, der halbwegs nach einem guten Lagerplatz für die restlichen drei Wochen ausgesehen hat. Ich habe Pflanzen gesammelt, Spuren gelesen, Tiere beobachtet, meditiert, in der Mittagshitze im Bach gebadet oder im Schatten der Bäume gedöst. Ich habe die Aussicht genossen und meine Fragen gewälzt, die Glühwürmchen bestaunt, dem Gewitter zugejubelt, die frische Luft genossen, bin barfuß gegangen, habe Feuer gemacht, geschnitzt und immer wieder gegrübelt.
    Bald ist mir aber einiges klar geworden: 1. war die Gegend von starker landwirtschaftlicher Nutzung geprägt; Fichtenmonokulturen soweit das Auge reicht, noch dazu eingezäunt als Waldweiden – meine Lagerplätze in dem moorigen Fichtenwald und einem steilen Waldhang waren die Ausnahme (und erklären die Nähe zum Rotwild, das ja auch ausweichen muss), außerdem: Mücken immer und überall; 2. hat mich die Wildpflanzenkost zunächst so geschwächt, dass ich innerhalb dieser wenigen Tage stark abgemagert bin (Into The Wild lässt grüßen), diese Entwicklung konnte ich zwar durch die Reis- und Linsenzusätze aufhalten, ohne Salz war diese Kost für mich als Gourmet allerdings eine sehr harte Probe; 3., und das hat am allermeisten ausgemacht, ist mir nach dieser einen Woche, die ich inzwischen allein im Wald verbracht habe, sehr viel klar geworden. Meine eigenen Fragen, Gedanken und Gefühle haben sich erstaunlich gut entwirrt und zu der noch nie so erfahrenen, sonnenklaren Gewissheit geformt, dass mein Ort nicht hier, allein im Wald ist, sondern an der Seite meiner Frau und meiner Freunde und meiner Familie (Into The Wild grüßt auch hier, jaja). So hatte ich in dieser Hinsicht schon nach einer sehr sehr intensiven Woche gefunden, was ich in einem Monat finden wollte.

    Teil II

    Nachdem ich einige Tage zuhause, ohne Internet im Liegestuhl verbracht hatte, München im Sommer mit meiner Frau zusammen genossen habe, jeden Bissen mit unendlichem Genuss gekaut habe, mich aber auch über den fragwürdigen Komfort von abgeschlossenen Häusern, sauberen Duschen und das seltsame Gefühl, auf einem Stuhl zu sitzen gewundert habe, war mir klar, dass ich noch einmal raus muss. Nicht mehr, um meine eigenen Fragen zu verfolgen, sondern um der Natur zu begegnen und zu danken für das was ich zuvor erleben konnte. So intensiv die erste Woche war, meine Wahrnehmung war trotz allem eher nach innen als nach außen gerichtet; das wollte ich jetzt nachholen.

    Diesmal hatte ich mehr Gepäck dabei: Genügend Proviant, aber auch eine Plane, Isomatte und Schlafsack. Ich wollte mich ganz auf die Beobachtungen konzentrieren. Nach einer gemeinsamen Bergtour im Karwendel bin ich dann in den Bergen geblieben und habe mir ein einsames Tal gesucht, das von den Schottermassen des Wildbaches bizarre Formen angenommen hat. Eine Woche lang zog ich durchs Gebüsch, saß stundenlang in der Gegend herum und habe beobachtet, wie ich allmählich unsichtbar wurde und Tiere ungestört in meiner Nähe vorbeikamen. Einmal, als ich vom späten Nachmittags bis in die Nacht hinein am Flussbett saß, hoppelte in der frühen Nacht ein Hase an mir vorbei. Hätte ich meinen Arm weit genug ausstrecken können, hätte ich ihn berühren können. Einige andere, sehr beglückende Tierbegegnungen hatte ich, als ich barfuß und mit aller Seelenruhe, aufmerksam aber zugleich komplett entspannt, mit einem Gefühl, zuhause zu sein, durch die Landschaft lief. Für zwei Nächte hat mich auch ein Freund besucht, und wir haben gemeinsam die Gegend erkundet.

    Mitten im Kalkschotter standen einige Bäume, die inmitten der extremen Bedingungen noch immer weiter lebten

    Den letzten Tag verbrachte ich damit, von Sonnenauf- bis -untergang an einer Stelle zu sitzen, zu beobachten, zu meditieren, zu dösen. Ich glaube ich habe noch nie einen Tag so bewusst erlebt.

    Teil III

    Im Anschluss an diese Wochen habe ich noch eine kleine Bergtour unternommen, für 4 Tage wollte ich unterwegs sein. Mein Gepäck war klassisch “ultralight”, vor allem aber mein ganzes persönliches Gepäck war sehr leicht geworden nach diesen Wochen. So bewusst und genussvoll bin ich selten am Berg gewesen.



    In aller Ruhe und mit scheinbar endloser Energie lief ich die geplante Route schon in drei Tagen ab; ich hatte das Gefühl überall dort "draußen zuhause" zu sein – und ganz anders als in dem schlechten Sinn des bekannten Outdoor-Konzerns, der das Drinnen mit seiner Ausrüstung nach Draußen bringen will.

    Mir stellt sich nun eher die Frage und die Aufgabe, wie man das Draußen am Besten auch nach Drinnen bringen kann. Während ich diese Zeilen schreibe, sitze ich im abgeschlossenen Wohnzimmer, dabei scheint sogar die Sonne draußen. Wie können wir “draußen zuhause” bleiben/werden in einer Welt, die alles auf die Präsenz und Verfügbarkeit eines ‘drinnen’ hin organisiert? Draußen ist der Ort, an dem man Anderen und Anderem begegnet, draußen ist der Ort des Politischen, des Ethischen. Mir kommt vor, dass wir andere Routinen brauchen, andere Lebensformen, die Verbindung zu Anderen (wie zu uns selbst) unterstützen anstatt sie mit unseren Selbstverständlichkeiten zu kappen. Ich glaube, dass ein Sitzplatz eine solche Routine werden kann, oder ein täglicher Nachmittagsspaziergang. Entscheidend aber bleibt die Möglichkeit, die eigenen Erfahrungen mit anderen zu teilen. Schaffen wir also gemeinsam solche Möglichkeiten, eine solche Kultur, indem wir – unter Andere – nach draußen gehen.
    Zuletzt geändert von chrischian; 10.09.2015, 17:02. Grund: Länderkürzel korrigiert
    Für mehr Natur vor der Haustür!

  • Feurio
    Dauerbesucher
    • 16.06.2009
    • 665

    • Meine Reisen

    #2
    AW: [BAY] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

    Natürlich freue ich mich jederzeit über Kommentare, ob Lob oder Kritik, Anregungen etc.
    Für mehr Natur vor der Haustür!

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    • Intihuitana
      Fuchs
      • 19.06.2014
      • 1626

      • Meine Reisen

      #3
      AW: [BAY] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

      Wow, das ist einer der tollsten Berichte die ich hier gelesen habe, auch oder vielleicht gerade weil es nicht in der weitesten Wildnis war sondern fast vor der Haustür, aber auf eine ganz intensive Weise erlebt.
      Es drängt mic hso sehr das jetzt auch zu machen

      Danke sehr.
      Russian Roulette is not the same without a gun. - Lady Gaga

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      • TanteElfriede
        Moderator
        Alter Hase
        • 15.11.2010
        • 4739

        • Meine Reisen

        #4
        AW: [BAY] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

        Merci, sehr schön zu lesen, tolle "Fotos"!

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        • Sternenstaub
          Alter Hase
          • 14.03.2012
          • 2504

          • Meine Reisen

          #5
          AW: [BAY] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

          Danke! Das gefällt mir richtig gut, wie du mit Worten und mit Stift zeichnest.
          Und vor allem gefällt mir, wie du die Problematik des drinnen seins beschreibst, des drinnen sein müssens über einen sehr großen Teil unser verfügbaren Zeit, wo man dann wirklich oft die Haftung zu sich selber und dem Leben an sich, der natürlichen Umwelt verliert.
          Two roads diverged in a wood, and I—
          I took the one less traveled by,
          And that has made all the difference (Robert Frost)

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          • Philipp
            Alter Hase
            • 12.04.2002
            • 2752

            • Meine Reisen

            #6
            AW: [BAY] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

            Sehr schön geschrieben, ein Erfahrungsbericht jenseits des hier Üblichen. Außerdem erfreulich gut formuliert und dank gründlicher Rechtschreibung und Interpunktion auch sehr angenehm zu lesen. Vielen Dank!

            Gruß, Philipp
            "Oft vereint sind im Gemüte Dämlichkeit und Herzensgüte." - W. Busch

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            • ronaldo
              Moderator
              Lebt im Forum
              • 24.01.2011
              • 9264

              • Meine Reisen

              #7
              AW: [BAY] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

              Sehr, sehr cool... nächstes Mal bin ich dabei!

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              • Rattus
                Lebt im Forum
                • 15.09.2011
                • 5177

                • Meine Reisen

                #8
                AW: [BAY] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

                Mich hat dein Bericht sehr berührt, danke
                Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.

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                • uli.g.
                  Freak

                  Liebt das Forum
                  • 16.02.2009
                  • 13261

                  • Meine Reisen

                  #9
                  AW: [BAY] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

                  ....schon alles gesagt - nur noch nicht von jedem:

                  Schöne Skizzen übrigens!
                  "... „After twenty years he still grieves“ Jerry Jeff Walkers +23.10.2020"

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                  • wilbert
                    Fuchs
                    • 23.06.2011
                    • 2426

                    • Meine Reisen

                    #10
                    AW: [BAY] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

                    vielen dank für den bericht über dein er-lebtes und für die, von dir beschriebene, einsicht in das wesentliche.
                    www.wilbert-weigend.de

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                    • Intihuitana
                      Fuchs
                      • 19.06.2014
                      • 1626

                      • Meine Reisen

                      #11
                      AW: [BAY] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

                      Hey Feurio dringende Frage.
                      Ich hab mich entschieden sowas ähnliches wie du zu machen, vielleicht mit ein bischen mehr Fotos machen und wandern.
                      Du schriebst vom Karwendel und Ammergebirge.
                      Welches Gebiet würdest du für so ein Vorhaben jetzt eher empfehlen?
                      Russian Roulette is not the same without a gun. - Lady Gaga

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                      • india
                        Dauerbesucher
                        • 10.04.2010
                        • 806

                        • Meine Reisen

                        #12
                        AW: [BAY] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

                        Vielen Dank!

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                        • eisen
                          Erfahren
                          • 03.10.2005
                          • 330

                          • Meine Reisen

                          #13
                          AW: [BAY] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

                          Grandiose Aktion, absolut super! Genau darauf kommt es eigentlich an. Ich habe mich beim Lesen immerzu gefragt "Verdammte Axt, warum kommst Du nicht von allein auf so eine Idee?!"

                          Grüsse,
                          Eisen

                          Kommentar


                          • moeTi
                            Erfahren
                            • 24.07.2014
                            • 447

                            • Meine Reisen

                            #14
                            AW: [BAY] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

                            Super Bericht, vielen Dank!
                            Normal überfliege ich die meisten Berichte nur kurz, vorallem wenn so viel Text drinsteht. Deinen habe ich aber angefangen und konnte nicht mehr aufhören!

                            Zum Thema Wildpflanzen essen:
                            Du scheinst dich ja ganz gut vorbereitet zu haben, aber trotzdem musstest du schon nach 2 Tagen "aufgeben". Hast du mal analysiert was da falsch gelaufen ist, bzw. woran das lag? Muss man sich mehr daran gewöhnen, oder hast du einfach zu wenig Pflanzen gefunden? Oder doch nur zu wenig Ahnung davon gehabt?
                            http://www.outdoorlogbuch.de

                            Kommentar


                            • Feurio
                              Dauerbesucher
                              • 16.06.2009
                              • 665

                              • Meine Reisen

                              #15
                              AW: [BAY] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

                              Liebe Leute,
                              vielen Dank für all die Komplimente, ich habe mich wirklich riesig gefreut! Freut mich total, dass ich den einen oder die andere hier inspirieren konnte, sowas auch mal zu machen!

                              Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen
                              Hey Feurio dringende Frage.
                              Ich hab mich entschieden sowas ähnliches wie du zu machen, vielleicht mit ein bischen mehr Fotos machen und wandern.
                              Du schriebst vom Karwendel und Ammergebirge.
                              Welches Gebiet würdest du für so ein Vorhaben jetzt eher empfehlen?
                              Ist beides super, wobei ich im Karwendel mich eher an den weniger alpinen und einsamen bayerischen Teil halten würde. Generell habe ich es so gemacht, dass ich auf meinen Wanderkarten nach Gebieten geschaut habe, auf denen möglichst wenig Straßen und Dörfer, aber auch möglichst wenig Wanderwege eingezeichnet waren. Inzwischen habe ich einen ganz guten Blick für diese 'blinden Flecken' Du musst unbedingt berichten, wie es lief!!

                              Zitat von moeTi Beitrag anzeigen
                              Zum Thema Wildpflanzen essen:
                              Du scheinst dich ja ganz gut vorbereitet zu haben, aber trotzdem musstest du schon nach 2 Tagen "aufgeben". Hast du mal analysiert was da falsch gelaufen ist, bzw. woran das lag? Muss man sich mehr daran gewöhnen, oder hast du einfach zu wenig Pflanzen gefunden? Oder doch nur zu wenig Ahnung davon gehabt?
                              Nun, ich denke dass zwei Dinge für die unerwartet schnell einsetzende Schwächung maßgeblich waren: zunächst das Wasser, das mich garantiert viel viel Kraft gekostet hat, nicht nur am zweiten Tag, sondern auch noch am dritten und womöglich sogar noch länger, wer weiß. Dann ist sicherlich auch die krasse Umstellung eine Prüfung für den Körper, es wäre sicherlich schlau gewesen, als Vorbereitung vorher schon eine Woche lang nebenher Wildpflanzen zu essen. Aber die Zeit hatte ich einfach nicht
                              Rein von der Menge war es eigentlich kein Problem. Ich habe aber z.B. auch die Brennesselsamen samt der kleinen Halme gegessen, auf denen die draufsitzen. Als ich später dann probiert habe, die abzuzupfen kamen sie mir viel bekömmlicher vor. Und mit den Seggensamen gibt es sicherlich auch eine Möglichkeit die Spelzen zu entfernen, aber ich habe mich da nicht besonders geschickt angestellt - wenn ich mit den Zähnen daran gezogen habe, konnte ich manchmal einfach die Samen auslösen, das ging ganz gut.
                              Noch etwas: in der zweiten Woche hatte ich dann mein übliches Essen dabei, d.h. Brot, Käse, Nüsse, und Maggi/Knorr-Tütengerichte. Irgendwie wollte ich das dann gar nicht mehr so recht essen, es kam mir alles so überwürzt vor und unpassend zur Natur um mich herum (das liegt nicht rein am entwöhnten Gaumen, denn zwischen den Wochen liegt ja eine Woche Schlemmerei zuhause!).
                              Ab sofort werde ich einfach Linsen und Salz mitnehmen und mir den Rest selbst suchen. Ich war auch sehr erstaunt, wie gut Brennnesselsamen geröstet und gesalzen (!) schmecken. Ebenso Wegerichsamen etc.
                              Für mehr Natur vor der Haustür!

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                              • Intihuitana
                                Fuchs
                                • 19.06.2014
                                • 1626

                                • Meine Reisen

                                #16
                                AW: [BAY] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

                                OK danke Feurio.
                                Ich hab denk ich schon ein Auge für sowas. Auf der Karte zum Karwendel ist mir nämlich genau das auch aufgefallen was du sagst.
                                Vor zwei Wochen war ich an einem perfekten Ort für sowas in den Karpaten gewesen. Wälder bis zum Horizont und keine Sau die da vorbeikommt, Hätt ich gewusst dass sich meine Pläne so ändern würden, hätt ich das direkt dort gemacht.
                                Naja kann man jetzt nicht mehr ändern, nur noch das beste draus machen.
                                Russian Roulette is not the same without a gun. - Lady Gaga

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                                • smeagolvomloh
                                  Fuchs
                                  • 07.06.2008
                                  • 1929

                                  • Meine Reisen

                                  #17
                                  AW: [DE] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

                                  Vielen Dank für das Einstellen des Berichtes. Sehr erfrischend, mal etwas abseits des Mainstreams zu lesen!
                                  "Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit."
                                  Wilhelm von Humboldt, 1767-1835

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                                  • wolfborges
                                    Gerne im Forum
                                    • 13.05.2010
                                    • 80

                                    • Meine Reisen

                                    #18
                                    AW: [DE] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

                                    Hallo Feurio!

                                    Sehr schöner, praxisbezogener Bericht !!!
                                    Kannst du noch näher deine Ausrüstungsgegenstände und deine Erfahrungen damit im Einzelnen beschreiben?

                                    Besonders dein Fernglas u. d. Messer würden mich interessieren !

                                    Gruß Wolfgang

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                                    • Kint
                                      Gerne im Forum
                                      • 06.04.2015
                                      • 61

                                      • Meine Reisen

                                      #19
                                      AW: [DE] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

                                      I love love love love love it!

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                                      • supi
                                        Gerne im Forum
                                        • 13.01.2013
                                        • 79

                                        • Meine Reisen

                                        #20
                                        AW: [DE] Dirt time. Oder: wie ich meinen Juli im Wald verlebte

                                        Das nennt man Entschleunigung.
                                        Schön geschrieben, das lesen allein hat genügt um die Taktzahl zu senken.
                                        Du wirst niemals genug Wildkreuter finden um davon, ohne Abschläge verkraften zu müssen, Leben zu können. Das ist wie Fasten, die ersten Tage bekommt man eins auf den Deckel.

                                        Vor 20 Jahren sassen mein Schwiegervater und ich 2h schweigend auf einer Hügelkuppe in Finnland. So weit das Auge reicht, nur Wälder und Seen, ok, ein paar Strassen und eine Stadt im 30km Entfernung waren auch dabei. Die Ruhe, der Duft, das Licht.... Als wir dann zum Essen nach hause gingen sagte er: "Das ist meine Kirche".
                                        Man muss nicht weit reisen, km machen oder so viel wie möglich sehen um für eine Zeit lang den Gang rauszunehmen....
                                        Danke

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